Museum Fünf Kontinente München

Das 1862 gegründete Museum Fünf Kontinente in München, ehemals Staatliches Museum für Völkerkunde, ist das älteste Museum seiner Art in Deutschland. Es verfügt heute über 160.000 Ethnographica und Kunstwerke außereuropäischer Völker, 135.000 fotografische Dokumente und eine über 100.000 Bücher umfassende Fachbibliothek. Ausgehend von den eigenen Sammlungen zeigt das Haus Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kulturen aus Afrika, Amerika, Asien, Australien, dem Orient, der Südsee und Europa auf. Das Museum steht für Weltoffenheit, kulturellen Dialog und Respekt vor den Menschen aus der ganzen Welt. In unseren ständigen Ausstellungen, in themenbezogenen Sonderausstellungen und Veranstaltungen laden wir Sie ein, die Einzigartigkeit und Vielfalt von Kulturen und der sie prägenden Menschen zu entdecken.

Lassen Sie sich in der Münchner Maximilianstraße in unbekannte Welten entführen und entdecken Sie im Museum Fünf Kontinente die Verbindungslinien zwischen außereuropäischen und unseren eigenen Kulturen.

In unserem Zweigmuseum im Residenzschloss Oettingen i. Bay. zeigen wir in wechselnden Ausstellungen Exponate aus den reichen Sammlungen des Münchner Hauses.


Dauerausstellungen

Kunst aus Afrika

Kunst aus Afrika. Lebendige Traditionen, Kreative Gegenwart

Höfische Bronzekunst aus dem Reich Benin, Kraftfiguren aus der Kongoregion, Masken von Mali bis Tansania: Die Afrika-Sammlung des Museums gehört zu den weltweit bedeutendsten ihrer Art. Nicht von ungefähr suchten und fanden die berühmten »Blauer Reiter« - Künstler Franz Marc und Wassili Kandinsky hier Inspirationen für ihre eigenen farbenprächtigen Arbeiten. Die künstlerische Avantgarde Europas hat sich in die Welt der schöpferischen Traditionen Afrikas begeben, sich daran erfreut und von ihnen neue und lebendige Impulse bekommen.

Groß ist die Bandbreite der in der Ausstellung zu entdeckenden Werke: Die ältesten Bestände entstammen der Kunstkammer der Wittelsbacher Herrscher und umfassen filigrane Elfenbeinschnitzereien aus Westafrika. Die neuesten Werke hingegen wurden von international bedeutenden zeitgenössischen Künstlern wie Romuald Hazoumé, Sokari Douglas Camp, Simonet Bioku oder Ransome Stanley geschaffen.

So kann das Auge des Besuchers sich auf eine Reise durch Zeit und Raum einlassen, sich an Tradition und Moderne freuen, Horizonte abschätzen.


Asien - Sammlungen

Unsere Sonderausstellung "Myanmar. Von Pagoden, Longyis und Nat-Geistern" (19. September 2014 bis 3. Mai 2015) ist sehr großflächig und beansprucht im Augenblick alle Räume, die sonst unsere Asien-Dauerausstellungen beherbergen würden. Deshalb sind die Asien-Exponate aus unseren umfangreichen Sammlungen zur Zeit in den Magazinen gelagert.


Nordamerika

Die Erde ist meine Mutter, der Himmel mein Vater. Indianer Nordamerikas

"Schildkröteninsel" – so bezeichnen einige indianische Gruppen Nordamerika. Bis heute werden westliche Dichter und Denker von den sogenannten Indianern beflügelt. Gelegenheiten für tiefere Einblicke in deren wirkliche Lebensweisen waren und sind jedoch selten. Dies ist den künstlerischen Darstellungen der Indianer in Vergangenheit und Gegenwart oft anzumerken.

Unsere Ausstellung hingegen zeigt anhand von ausgewählten Exponaten aus unseren Sammlungen den vielfältigen Umgang der Indianer mit ihrer Umwelt. Viele Objekte stammen aus einer Zeit, die den Menschen einschneidende Änderungen brachte. Hersteller von künstlerisch gearbeiteten Gebrauchsgegenständen mussten darauf kreativ reagieren. So löste nicht nur glasperlenbestickte Kleidung kunstvolle Verzierungen aus Stachelschweinborsten, Bemalung und Muschelperlen ab, auch Neuschöpfungen wie die Gewehrkolbenkeule oder der Tomahawk mit Metallkopf zeugen von Umbrüchen in der traditionellen indianischen Welt.

In der Ausstellung ist die kulturelle Bandbreite zu sehen, deren Erbe sich bis heute fortsetzt: Zu sehen sind unter anderem gewaltige Wappenpfähle der für ihre Schnitzkunst berühmten Nordwestküsten-Indianer und puppenartige Kachina-Figuren. Diese stehen als buntes Beispiel für Einflüsse aus dem Alten Mexiko. Einmalig in europäischen Museen ist die Sammlung zeitgenössischer Specksteinskulpturen der Inuit. Auch mit ihnen erschließt sich die kunstvolle Vielfalt Nordamerikas für große und kleine Besucher. Letztere sind immer wieder im Krabbeltunnel anzutreffen, in dem es ganze indianische Miniatursiedlungen zu entdecken gibt.


Der Orient

Zum Staunen so nah

Einblicke in die Kunst und die Lebensweisen der vom Islam geprägten Kulturen zwischen Atlas und Indus bietet die Orient-Dauerausstellung. Dem muslimischen Ideal zufolge sollen die Menschen in einer Welt, die ihnen als gute Schöpfung überantwortet ist, im Einklang mit den göttlichen Geboten leben. Der Islam hat eine weltbejahende Lebenseinstellung, die auf die Lebenspraxis des arabischen Propheten und Religionsstifters Muhammad (um 570–632 n. Chr.) zurückgeht. Ein Beispiel dafür ist der Ausspruch »Gott ist schön und liebt die Schönheit!«.

Die Kunstwerke der Orient-Sammlung lassen immer wieder an diesen Spruch denken, wenn man sie mit offenen Augen betrachtet. Unter anderem finden sich in der Ausstellung Meisterwerke der Kalligraphie, der »Kunst des schönen Schreibens«, die reich mit geometrischen und Blütenmustern verziert sind wie zum Beispiel auf das 12. Jahrhundert datierte Keramiken aus dem Irak und Iran. Kostbarkeiten islamischer Kunst aus dem 9. bis 19. Jahrhundert lassen erahnen, wie viele Gedanken man sich im Orient um die gleichzeitige Umsetzung von geistiger Schönheit, Kunstfertigkeit und meisterhafter Architektur in nur einem einzigen Objekt machte. Ob es sich dabei um einen Gartenpavillon aus strahlend weißem Marmor, die Fliesenfassade einer Moschee aus dem 17. Jahrhundert oder großartig geschnitzte Hausportale, handelt: Alles spricht dieselbe lebendige Sprache, aus allem fließt Nahrung für die Seele.


Ozeanien

Südsee. Inseln jenseits der Meere

Die Südsee, das sind zahlreiche Inseln vulkanischen Ursprungs in den unendlichen Weiten des Stillen Ozeans, auch Pazifik genannt. Er erstreckt sich über ein Drittel der Erdoberfläche und wird geographisch und kulturell in Indonesien "die indischen Inseln", Melanesien "die schwarzen Inseln", Mikronesien "die kleinen Inseln" und Polynesien "die vielen Inseln" unterteilt.

In der Ausstellung sind weltweit einzigartige Objekte zu sehen, die den Alltag, die religiösen Vorstellungen und die Arten des Lebensunterhaltes der Menschen in der Südsee darstellen: So haben sich die Menschen zum Beispiel über Jahrhunderte zahlreiche Fischfangmethoden ausgedacht. Sie verwenden spezielle Speere, Reusen, Netze oder ausgeklügelt geformte Angelhaken, um dem Meer zu entnehmen, was sie für ihre Nahrung brauchen.

Die Menschen der Südsee glauben, dass ihnen die Grundkenntnisse für alle diese Errungenschaften vor Urzeiten von ihren Ahnen vermittelt wurden. Diese brachten ihnen den rechten Umgang mit der Natur bei und diese waren es auch, die einst in einem Prozess der Wandlung und des Werdens die heutige Welt gestaltet haben. Die Überlieferungen und Geschichten sind für die Bewohner des Pazifiks überall sichtbar. Sie treten in raffiniert gestalteteten Alltagsdingen und herausragenden Kunstwerken zutage. Still, ohne Worte, vermitteln Materialien, Farben, Formen, Verzierungen und Funktionen der Objekte Sinnbilder und Werte von Menschen jenseits der Meere.


Südamerika

Menschen, Tiere, Götterwesen.

Gold, Silber, Holz und Keramik sind jene Materialien, die in der Ausstellung zuerst ins Auge fallen. Vor langer Zeit sind sie an der Küste und im Andengebiet des Alten Peru von geübten Händen zu erstaunlichen Kunstgegenständen geformt worden, wie das Diadem aus Goldblech aus der Inkazeit. Die frühesten Keramiken reichen bis 1000 v. Chr. zurück. Aus den Kulturen der Moche, Nasca, Tiwanaku-Wari und der Inka stammt der Großteil der präsentierten kostbaren Ausstellungsobjekte. Sie erzählen Geschichten von der Götterwelt, von Beziehungen zwischen Menschen und Tieren sowie von wundersamen Pflanzen.

Auch Bodenbau und Handwerk, Kampf und Krieg gehören zum festen Bestandteil der indianischen Lebenswelt und sind durch die Exponate wie einem Keramikgefäß in Form eines realistisch dargestellten Porträtkopfes sichtbar. Zu den bekanntesten Kulturen Südamerikas zählen die Inka. Dieses mächtige peruanische Herrschergeschlecht erhob sich über alle anderen Kulturen. Das Inka-Reich dehnte sich bei der Ankunft der Spanier 1532 über rund 4000 Kilometer von Ecuador im Norden bis nach Chile im Süden aus. Dabei hatte es seine Eroberungszüge erst ab 1450 begonnen.

Faszinierende Textilien aus dem Hochland von Guatemala zeigen die Kunst herausragender Maya-Weberinnen: Gleichsam gewebte Geschichte für die Augen. Tücher, Gürtelbänder und die bekannten huipils, bunt gemusterte Kleidung, lassen die Vielfalt der traditionellen Textilien erahnen, die zugleich Ausdruck kultureller Identität ist. So zeichnen sich die Textilien aus Chichicastenango durch besonders wertvolle Materialien sowie komplexe Muster und Techniken aus. Darüber hinaus belegen die Objekte eindrucksvoll, dass diese Webkunst seit der vorspanischen Zeit bis zum heutigen Tag lebendig geblieben ist und sich immer wieder gewandelt hat.


Sammlung Fotografie

Mit etwa 135.000 Bilddokumenten in Form von Abzügen, Fotoalben und Glasplatten gehört die Sammlung Fotografie des Museums Fünf Kontinente zu den bedeutendsten Fotografiesammlungen ethnologischer Museen. Dabei beträgt der Anteil historischer Fotografien aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg ca. 65.000.

Mit unserem Projekt „Sammlung Fotografie Online“ beginnen wir in diesem Jahr erste Fotosammlungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es handelt sich um „work in progress“. Nach und nach werden weitere Daten ins Netz gestellt.

Museum Fünf Kontinente

Maximilianstraße 42
D 80538 München

Telefon: +49 (0)89-2101 36 100
Fax: +49 (0)89-2101 36 247
E-Mail: kontakt@mfk-weltoffen.de

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