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Sammlung Schack

Mit rund 180 Gemälden deutscher Künstler, darunter berühmte Werke wie Schwinds „Morgenstunde“, Böcklins „Villa am Meer“ und Lenbachs „Hirtenknabe“, gehört die Sammlung Schack zu den bedeutendsten Museen zur deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts. Sie wurde durch Adolf Friedrich Graf von Schack (1815-1894) begründet und ist nach dessen Tod in ihrer Zusammensetzung unverändert geblieben. Die Sammlung Schack ist damit ein wichtiges Dokument des Kunstsammelns in Deutschland und zugleich ein einzigartiges Museum der Spätromantik, das dem Besucher einen Einblick in die Sehnsüchte und Träume, die Bildwelten dieser Epoche bietet.

Dichter und Literaturhistoriker

Adolf Friedrich Graf von Schack, 1815 in Schwerin geboren, war zunächst als Jurist und Diplomat im mecklenburgischen Staatsdienst tätig. 1851 gab er seine Stellung auf, um sich ausschließlich literarischen Interessen zu widmen. 1856 folgte er dem Ruf Maximilians II. nach München, wo er zum Kreis der Wissenschaftler und Schriftsteller gehörte, die die Residenzstadt nach den Vorstellungen des Königs „zu einem Weimar des 19. Jahrhunderts“ machen sollten. Freundschaften verbanden ihn mit den Dichtern Emanuel Geibel und Paul Heyse. Nach dem Tod Maximilians 1864 lockerte sich seine Beziehung zu München. In den letzten drei Jahrzehnten seines Lebens verbrachte er viel Zeit auf Reisen in Italien, Spanien, Griechenland und im Vorderen Orient. Er starb 1894 in Rom.
Seine Lebensleistung sah Graf Schack vor allem in seinem schriftstellerischen Werk. Er schrieb über das spanische Theater des 17. Jahrhunderts und die mittelalterliche arabische Kultur in Spanien und Süditalien. Er war ein Kenner der orientalischen Literaturen und übersetzte das „Buch der Könige“ des Firdousī, ein Hauptwerk der persischen Dichtung. In den späteren Jahren widmete er sich zunehmend eigenen Dichtungen. Die historischen Stoffe für seine Epen und Dramen fand er in den Epochen des Umbruchs wie der Spätantike, der Renaissance und der Reformation. Als Vorbilder verehrte er Platen und Byron. 1888 erschien seine Autobiographie „Ein halbes Jahrhundert“, in der er über seine Reisen und Begegnungen mit berühmten Zeitgenossen berichtet. Als Dichter ist Graf Schack heute nahezu vergessen. Sein Name ist vor allem durch seine Gemäldesammlung im Gedächtnis geblieben, die er im Wesentlichen in den 1860er und 1870er Jahren zusammengetragen hat.

Sammler und Mäzen

Als Kunstsammler war es das Anliegen des Grafen Schack, bis dahin unterschätzte sowie junge, noch wenig bekannte Künstler zu fördern. Durch wiederholte Ankäufe und Aufträge unterstützte er Moritz von Schwind, der sich mit seiner idealistischen Kunstauffassung durch den vorherrschenden Realismus an den Rand gedrängt sah, sowie die jungen Maler Arnold Böcklin, Anselm Feuerbach und Hans von Marées, die auf dem Kunstmarkt ohne Chance waren. Obwohl Graf Schack auch die französische Malerei seiner Zeit kannte und Eugène Delacroix schätzte, erwarb er bewußt nur Werke deutscher Künstler.
In der Auswahl der Gemälde, in den Gattungen und Themen spiegeln sich die Interessen des Sammlers. Grundlegend war für ihn ein idealistischer Kunstbegriff, der alle Spielarten des Realismus von vornherein ausschloss. „Poesie ist die Mutter aller Künste, und Maler wie Musiker dürfen nur dann als echte Künstler gelten, wenn sie ebenso wie der Dichter von poetischem Geiste erfüllt sind“, schrieb Graf Schack. So findet man in seiner Sammlung vor allem Historienbilder und Landschaften, nicht aber – bis auf wenige Ausnahmen (Spitzweg) – die damals populäre Genremalerei.
Die Landschaftsbilder vergegenwärtigen die Länder rund um das Mittelmeer: Italien, Griechenland und nicht zuletzt Spanien, das Graf Schack wie kaum ein anderer Zeitgenosse aufgrund eigener Reisen kannte. In den Bildern Böcklins und Feuerbachs begegnet man antiken Mythen, aber auch der Welt der neuzeitlichen Dichtung von Dante und Petrarca bis hin zu Goethe. Die Bilder Schwinds widmen sich dem deutschen Mittelalter mit seinen Sagen und Märchen, die seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert als Gegenwelt zum klassischen Altertum wieder entdeckt worden waren.
Neben diesen zeitgenössischen Künstlern sammelte Graf Schack Kopien nach Meisterwerken des 16. und 17. Jahrhunderts, vor allem nach venezianischer Malerei von Giorgione und Tizian bis Tintoretto und Veronese. Als Kopist war neben anderen der junge Franz von Lenbach für ihn tätig.
Antike, Mittelalter und Renaissance – Griechenland, Italien und das romantische Spanien waren Orte der Sehnsucht und des Rückzugs angesichts der Umwälzungen der anbrechenden Moderne. Die Sammlung des Dichters und deutschen Kosmopoliten Graf Schack zeigt dies in beeindruckender Geschlossenheit. Die Gemälde beschwören ferne Zeiten und Reiche herauf, die als Projektionsflächen eigener Wünsche und Hoffnungen dienten. 1881 veröffentlichte Graf Schack das Buch „Meine Gemäldesammlung“, in dem er eigene Gedanken über seine Bilder darlegte. Diese Publikation sollte den Besuchern der Galerie als Führer dienen.

Die Sammlung Schack

Die Sammlung Schick befand sich ursprünglich im Palais des Grafen an der Brienner Straße. Dort war sie seit 1865 öffentlich zugänglich und zog das kunstinteressierte Publikum an. Die prächtige, von Lorenz Gedon entworfene Fassade im Stil der Neurenaissance gab dem Gebäude ein repräsentatives Äußeres.
1876 vermachte Graf Schack die Sammlung testamentarisch dem deutschen Kaiser. Mit dem Tod des Sammlers ging sie 1894 in das Eigentum Wilhelms II. über, der die Sammlung jedoch in München beließ. 1909 errichtete er den bestehenden Galeriebau an der Prinzregentenstraße und – nach Westen unmittelbar angrenzend – das Gebäude für die preußische Gesandtschaft, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg die Bayerische Staatskanzlei ihren Sitz hatte. Die ersten Entwürfe für diesen Baukomplex stammen von Adolf von Hildebrand. Ausgeführt wurden beide Bauten von Max Littmann.

Seit 1939 ist die Sammlung Schack Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Aus Anlass der Hundertjahrfeier des Gebäudes im Jahr 2009 wurde die Galerie renoviert und die Sammlung neu präsentiert. Die Räume wurden nach einem modernen Farbkonzept neu gestaltet. Ausgewählte poetische Texte der Epoche an den Wänden bieten einen vertieften Zugang zu den Bildern, die der Sammler als Dichter und Kenner der europäischen Kulturgeschichte für sich ausgewählt hat. Neuer Mittelpunkt des Hauses ist der 2009 eingerichtete Saal mit Meisterkopien nach venezianischer Malerei der Renaissance, die unter anderem Franz von Lenbach für Graf Schack gemalt hat.

Kontakt

Sammlung Schack
Prinzregentenstraße 9
D-80538 München

Telefon: ++49 (0)89-23805-224
E-Mail: info@pinakothek.de

 

Eintritt:
4 Euro | ermäßigt 3 Euro
Sonntagseintritt 1 Euro
Tagesticket 12 Euro (Pinakotheken, Museum Brandhorst, Sammlung Schack)
5-er-Ticket 29 Euro (Pinakotheken, Museum Brandhorst, Sammlung Schack)
Sonderausstellungen sind nicht inbegriffen.

Öffnungszeiten:
MI-SO | 10.00-18.00
Jeden 1. und 3. MI im Monat Abendöffnung bis 20.00
Geschlossen: Montag, Dienstag, Neujahr (01.01.), Heilige drei Könige (06.01.), Fasching (16.02.), Maifeiertag (01.05.), Christi Himmelfahrt (13.05.), Fronleichnam (03.06.), Allerheiligen (01.11.), Heiligabend (24.12.), 1. Weihnachtstag (25.12.), Silvester (31.12.)
Geöffnet: Ostermontag (05.04.), Pfingstmontag (24.05.)
Ausstellung

Erzählen in Bildern. Leopold Bode und Edward von Steinle

Zu den reizvollsten, heute aber kaum mehr bekannten Facetten der deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts gehören die erzählenden mehrteiligen Bilderfolgen, die Maler der Spätromantik wie Moritz von Schwind, Edward von Steinle und Leopold Bode geschaffen haben. Mittelalterliche Sagen, die Komödien von Shakespeare, Schillers Balladen, die Märchen von Brentano lieferten die Vorlagen für sorgfältig komponierte und ausgearbeitete Bilderzyklen, die als kostbare Sammlerstücke in reich verzierten Rahmen präsentiert wurden. Ausgehend vom Bestand der Sammlung Schack und wesentlich bereichert durch Leihgaben aus Museen und Privatbesitz zeigt die Ausstellung rund dreißig Gemälde und Zyklen Edward von Steinles und Leopold Bodes.

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Clemens Sels Museum Neuss, wo sie vom 07.04. bis 30.06.2019 zu sehen ist.
Ausstellungen / Museum Pinakothek der Moderne München München, Prinzregentenstraße 9
Ausstellungen / Kinderprogramm Museum fünf Kontinente München München, Maximilianstraße 42
Ausstellungen / Führung Haus der Kunst München München, Prinzregentenstraße 1
Ausstellungen / Museum Neue Pinakothek München München, Barer Straße 27, Eingang: Theresienstraße
Ausstellungen / Museum Alte Pinakothek München München, Barer Straße 27
Ausstellungen / Museum Museum Brandhorst München München, Theresienstraße 35a
Ausstellungen / Museum Staatl. Münzsammlung München München, Residenzstraße 1 (Eingang Kapellenhof)
Ausstellungen / Museum Münchner Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1
Ausstellungen / Museum Maximilianmuseum Augsburg Augsburg, Philippine-Welser-Str. 24
Ausstellungen / Museum Museum f. Abgüsse klass. Bildwerke München, Katharina-von-Bora-Straße 10
Ausstellungen / Museum Antike am Königsplatz München München, Königsplatz
Ausstellungen / Ausstellung Münchner Kultur GmbH München, Giselastr. 4 Rgb.
Sa, 20.10.2018, 19:00 Uhr
Ausstellungen / Museum Alpines Museum des Deutschen Alpenvereins München, Praterinsel 5
Ausstellungen / Galerie t-u-b-e München, Einsteinstr. 42
galerie für radiophone kunst, installationen und audio-performances im EINSTEIN München, www.t-u-b-e.de
Ausstellungen / Museum Münchner Feuerwehrmuseum München, An der HAuptfeuerwache 8
Ausstellungen / Museum Bayerische Volkssternwarte Muenchen e.V. Muenchen, Rosenheimerstrasse 145 h
Sternwarte Planetarium
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Ausstellungen / Museum Valentin-Karlstadt-Musäum München, Tal 50
Ausstellungen / Museum Oberpfälzer Freilandmuseum Nabburg, Neusath 200
Neusath-Perschen
Ausstellungen / Galerie Kunst-Pavillon am Alten Botanischen Garten München, Sophienstr. 7 a
Ausstellungen / Galerie galerie biedermann München, Maximilianstr. 25
Ausstellungen / Galerie ZKMax München, Passage Maximilianstrasse/Altstadtring
Cooperation ZKM Karlsruhe und Kulturreferat München
Ausstellungen / Galerie Galerie lichtpunkt münchen, amalienstrasse 9
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Ausstellungen / Galerie Jörg Heitsch Galerie D-München, Reichenbachstr. 14
KUNSTNETZWERK
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Ausstellungen / Galerie galerie privée München, Steinheiltr. 6
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Banca dei Valori spirituali Dr. Renée Fabbiocchi
Ausstellungen / Museum Oberpfälzer Freilandmuseum Nabburg, Neusath 200
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Dr. Robert-Gerlich-Museum
Ausstellungen / Galerie MÜNCHNER GALERIE THEATER München, Geigenbergerstr. 37
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Museum für Geldgeschichte
Ausstellungen / Museum Sammlung Goetz München, Oberföhringer Str. 103
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Ausstellungen / Museum Lothringer13 Halle München, Lothringer Str. 13
Ausstellungen / Museum Alpines Museum München, Praterinsel 5
des Deutschen Alpenvereins
Ausstellungen / Galerie MaxWeberSixFriedrich München, Amalienstrasse 45