zur Startseite

Theater Münster

Theater ist Ort der Unterhaltung und der Auseinandersetzung, der Verzauberung, der Utopien und der Identitätsstiftung, ist Ort der Wahrnehmung gesellschaftspolitischer Zusammenhänge und Zukunftswerkstatt. Theater ist Ort der Suche nach Werten und Orientierung und Spiegel seiner Zeit und natürlich ist Theater immer Ort des gemeinschaftlichen Erlebnisses.

Das Theater der Stadt Münster ist alles in einem! Als größte und traditionsreichste Kultureinrichtung Münsters sieht das Theater Münster mit seinen fünf Sparten – Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Konzert und Jungem Theater – die Vermittlung dieser Vielfalt an ein breites Publikum als seine zentrale Aufgabe.

In jeder Spielzeit stehen im Großen Haus, im variablen Kleinen Haus und in der neuen Spielstätte U2 rund 30 Premieren und 600 Vorstellungen auf dem Spielplan. Sie bilden ein breit gefächertes Programm aus Bekanntem und Neuem – angefangen von den großen Klassikern bis hin zu Ur- und Erstaufführungen.

Kontakt

Theater Münster
Neubrückenstraße 63
D-48143 Münster

Telefon: +49 (0)2 51-59 09-0
Fax: +49 (0)2 51-59 09-202

 

Theaterkasse
dienstags bis freitags 10:00 -19:30 Uhr
samstags 10:00 -14:00 Uhr
Tel.: +49 (0)2 5-59 09-100
Fax: +49 (0)2 5-59 09-205
Theater

Amphitryon

Ein Lustspiel nach Molière von Heinrich von Kleist

PRemiere: 04. Mai 2018, Kleines Haus

»Ich kann aus meiner Haut nicht fahren und meine Haut Dir um die Schultern hängen.«

Traum und Wirklichkeit, Schein und Sein, Wahrheit und Lüge sind die Themen von Heinrich von Kleist. Auch in seinem Lustspiel AMPHITRYON geraten die Welten der Figuren und deren Selbstgewissheit fundamental ins Wanken.

Auf dem Olymp herrschen Überfluss und Langeweile; die Götter sehnen sich nach etwas gewöhnlich Menschlichem. Kurzerhand nimmt Göttervater Jupiter die Gestalt des Feldherrn Amphitryon an, um sich unerkannt Alkmene zu nähern. Begleitet wird er von seinem Boten Merkur. Nach einer göttlichen Liebesnacht ist Alkmene überrascht, als Amphitryon am nächsten Morgen schon wieder erscheint. Ihr »So früh zurück?« stößt den wirklichen Amphitryon, der nach langer Abwesenheit aus dem Krieg zurückgekehrt ist, in eine schmerzliche Verwirrung. Ebenso ergeht es Amphitryons Diener Sosias. Als dieser bei seiner Frau Charis eintrifft, hat Merkur sein Werk schon vollbracht …

Kleist, der große Romantiker unter den deutschen Klassikern, wollte 1807 eigentlich nur eine Übersetzung von Molières Lustspiel anfertigen, doch er lotete in seiner Version die existenziellen Dimensionen des komischen Verwechslungsmotivs bis ins Extrem aus und entwickelte ein tiefsinniges Spiel um Bewusstsein und Identität.

Inszenierung: Caroline Stolz
Bühne & Kostüme: Lorena Diaz Stephens / Jan Hendrik Neidert
Dramaturgie: Barbara Bily
Tanz

TRUE ROMANCE

Tanzabend von Hans Henning Paar und Daniel Soulié

Uraufführung: 18. Mai 2018, Kleines Haus

Musik von Frédéric Chopin, Alexander Skrjabin u.a.

»Man könnte behaupten, jedes Jahrhundert ist anders romantisch.« (Jean Paul)

Inspiriert von den Klaviermusiken Frédéric Chopins (1810 – 1849) und Alexander Skrjabins (1872 – 1915) setzen sich Hans Henning Paar und Daniel Soulié in TRUE ROMANCE mit dem Begriff der Romantik auseinander.

In der Epoche der Romantik hatten die Menschen den Wunsch, sich vom strengen Rationalismus der vorherrschenden Klassik zu befreien und die Individualität des Einzelnen hervorzuheben. Ein zentrales Thema war die Sehnsucht, die in den Werken der romantischen Dichter und Komponisten Ausdruck fand. Was aber erzählt nach 200 Jahren noch von einem romantischen Lebensgefühl? Hat die Romantik in der heutigen Zeit noch etwas mit der Romantik von damals zu tun? Das Lebensgefühl von Zerrissenheit zwischen dem rationalen Denken und der Welt der Gefühle ist auch heute präsent, findet jedoch im Zeitalter der Massenmedien und social media eine gänzlich andere Form des Ausdrucks.

TRUE ROMANCE ist eine Recherche nach der Bedeutung von Sehnsucht heutzutage. In ihrer Choreografie spielen Hans Henning Paar und Daniel Soulié mit Metaphern, die das Thema der Romantik auf vielfältige Weise aufgreifen und den Wunsch nach einer etwas schöneren, verträumteren und märchenhafteren Welt ausdrücken … mit all ihren Widersprüchen und Irritationen.

Choreografie: Hans Henning Paar / Daniel Soulié
Bühne & Kostüme: Bernhard Niechotz
Dramaturgie: Esther von der Fuhr
Choreografische Assistenz: László Nyakas
Oper

DON GIOVANNI

Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart

Premiere: 26. Mai 2018, Großes Haus

»Der Tod der Übeltäter gleicht stets ihrem Lebenslauf!«

Don Giovanni hat sich in das Haus des Komturs geschlichen, um dessen Tochter Donna Anna zu verführen. Doch Donna Anna ruft um Hilfe, der herbeieilende Vater fordert zum Duell und wird kurzerhand von Don Giovanni getötet. Was geschah im Schlafzimmer Donna Annas wirklich? Hielt sie ihren nächtlichen Gast für ihren Geliebten Don Ottavio? Wurde sie von Don Giovanni vergewaltigt? Oder misslang ihm zum ersten Mal in seinem Leben der erotische Streich? Von da an beginnt Giovannis Untergang: Er umwirbt nichtwissend seine zuvor verlassene Frau, scheitert zweimal am Bauernmädchen Zerlina und muss selbst auf Elviras Zofe verzichten. Einziger Trost für Giovanni: die Hölle!

Mozarts (1756 – 1791) Meisterwerk DON GIOVANNI, das der Dichter und Komponist E.T.A. Hoffmann die Oper aller Opern genannt hat, schließt bekanntlich mit dem Höllensturz des Titelhelden. Nach dem erschreckenden Ende, das Don Giovanni durch den steinernen Gast, den toten Komtur, bereitet wurde, versammeln sich die Überlebenden ein letztes Mal: »Questo è il fin di chi fa mal!« (Das ist das Ende dessen, der Böses tut!). Der Übeltäter ist vernichtet. Der Mythos lebt weiter.

Musikalische Leitung: Golo Berg
Inszenierung: Christian von Götz
Bühnenbild: Lukas Noll
Kostüme: Sarah Mittenbühler
Choreinstudierung: Inna Batyuk
Dramaturgie: Ronny Scholz

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Kinderprogramm

Aschenputtel (Cendrillon)

Märchenoper in vier Akten von Jules Massenet

»Wir haben alle unser Bestes gegeben, Euch ins Feenland zu entführen!«

INFOBESETZUNG
Jules Massenets (1842 – 1912) Märchenoper ASCHENPUTTEL erzählt den großen Traum eines einsamen Mädchens, sich aus seinem hasserfüllten Elternhaus befreien zu können. Die 1899 an der Pariser Opéra-Comique uraufgeführte Oper begeistert bis heute das junge und erwachsene Publikum gleichermaßen. Massenets zauberhafte Musik ist die Basis für eine sehnsuchtsvolle Fluchtmöglichkeit aus einer scheinbar fantasielosen Welt.

Aschenputtel lebt bei seiner Stiefmutter und seinen zwei Stiefschwestern. Anders als in der Grimmschen Vorlage verhilft eine gute Fee Aschenputtel, auf den Ball des Prinzen zu gelangen. Doch nach Mitternacht nimmt die Oper eine dramatische Wende. Das gefährdete Glück des Liebespaares wird aber durch das Eingreifen der Zauberfee gerettet. Die Oper ASCHENPUTTEL handelt von einem Traum, der nach grausamem Erwachen doch noch Wirklichkeit wird.

Das selten gespielte Werk gelangt als Münsteraner Erstaufführung auf die Bühne: Lassen Sie sich verzaubern von Mondlicht, Magie und Massenet!

Musikalische Leitung: Stefan Veselka
Inszenierung: Roman Hovenbitzer
Bühne & Kostüme: Bernhard Niechotz
Choreinstudierung: Inna Batyuk
Dramaturgie: Ronny Scholz
Theater

DIE WIEDERVEREINIGUNG DER BEIDEN KOREAS

Schauspiel von Joël Pommerat

»Im Leben muss man das Glück in sich suchen und nicht bei den anderen. Und vor allem nicht in der Liebe …«

Liebe ist das größte Geschenk, das wir bekommen können auf dieser Welt. Erfüllte Liebe. Reicht es aus, zu lieben ohne geliebt zu werden? Wie geht ein Mann damit um, wenn er seiner dementen Ehefrau täglich erklären muss, wer er ist? Was passiert, wenn eine Prostituierte einem Priester ihre Liebe gesteht? Ist es ratsam, bei einer Hochzeit der Braut zu eröffnen, dass man seit Jahren in den Bräutigam verliebt ist?

Joël Pommerat hat 20 Liebesgeschichten geschrieben, in denen sich 24 Männer und 28 Frauen begegnen, bekämpfen, vertragen, trennen und wiedervereinigen. Wie eine Kamera zoomt Pommerat in verschiedenste Situationen, in denen kleine und große Liebesdramen im Mittelpunkt stehen. Es sind Alltagssituationen, die auf humorvolle Weise große poetische Kraft entfalten. Die meisten Episoden beruhen auf der Utopie der erfüllten Liebe und streben nach einem Happy-End, wie es die Wiedervereinigung der beiden Koreas wäre.

Der Autor und Regisseur Joël Pommerat begeistert seit über 20 Jahren die französischen Zuschauer. In Deutschland wird er gerade erst entdeckt. In der Spielzeit 2016/17 zeigte das Theater Münster bereits LA RÉVOLUTION, das Stück der Stunde über den Ursprung der Demokratie in Europa.

Inszenierung: Anne Bader
Bühnenbild: Sylvia Rieger
Kostüme: Luisa Wandschneider
Musik: Matthias Schubert
Dramaturgie: Michael Letmathe
Theater

1984

Schauspiel nach George Orwell

Bühnenfassung von Robert Icke und Duncan Macmillan
Für alle ab 14 Jahren / ab 8. Klasse

»In diesem Moment wurde es real: Er begann Tagebuch zu führen. Würde es entdeckt, stände darauf die Todesstrafe.«

Der in 1984 von George Orwell beschriebene Staat Ozeanien steht für totale Überwachung. Winston Smith, der immer brutaler in die Fänge dieser Überwachung gerät, beginnt ein geheimes Tagebuch zu führen als ein Zeugnis für die Zukunft, als ein Aufruf zum Widerstand. Eine Botschaft für die Ungeborenen oder doch nur eine rein subjektive Schilderung der Welt? Stück für Stück wird das Publikum in Winstons Welt gezogen und mit Fragen konfrontiert, die aktueller sind denn je: Woher weiß man, dass irgendetwas in dieser Welt real ist? Was ist Wahrheit in einer auf allen Ebenen manipulierten Kontrollgesellschaft? Wie sehr darf man Fakten trauen und welchem Wechselspiel unterliegen Wahrheit und Propaganda?

Anfang diesen Jahres hat das Werk in den USA und auf dem deutschen Buchmarkt online die Spitze der Bestsellerliste erreicht.

Duncan Macmillan und Robert Icke ist mit ihrer neuen Bühnenfassung das scheinbar Unmögliche gelungen: Ein grandioser theatraler Ansatz, ein frischer, unverstellter Blick auf Orwells dystopischen Roman-Klassiker aus einer neuerlichen Zukunft, dem Jahr 2050.

Inszenierung: Moritz Peters
Bühne & Kostüme: Bernhard Niechotz
Musik: Fabian Kuss
Dramaturgie: Peter Hägele
Theaterpädagogik: Angelika Schlaghecken
Theater

Der Reichsbürger

von Konstantin und Annalena Küspert

Fake, Lügen, Verschwörungstheorien, Paralleluniversen, Manipulation und Propaganda haben in der Politik und in den Medien im 21. Jahrhundert Konjunktur, und das nicht erst seit sich auch Präsidenten von westlichen Nationen diesen Methoden bedienen. »Der Wahnsinn hat Methode« heißt es in Shakespeares Hamlet. Wie kommt es, dass Menschen die Wirklichkeit vollkommen ignorieren und sich in ein Paralleluniversum zurückziehen? Was treibt sie an, die politische und historische Realität vollkommen zu verdrehen? Sind es harmlose Verirrte, die ihre Wohnung oder ihr Haus und Grundstück zum unabhängigen Territorium erklären? Oder Utopisten, die Unabhängigkeitsphantasien radikal ausleben? Verrückte Wutbürger, die sich von Staat und öffentlichen Institutionen betrogen und nicht repräsentiert fühlen?

»Sogenannte Reichsbürger sind ein Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker, Rechtsextreme, Holocaust-Leugner und Querulanten. Sie lehnen das Grundgesetz ab und tun so, als bestehe das Deutsche Reich fort. Reichsbürger werden vom Verfassungsschutz beobachtet«, heißt es in einer Stellungnahme des Nordrheinwestfälischen Innenministeriums. Seit ein »Reichsbürger« im vergangenen Jahr in Bayern mit einer Waffe auf einen Polizisten geschossen hat, sind sie in den Fokus der Medien gerückt. Bis zu 12.000 »Reichsbürger« soll es in Deutschland geben …

Konstantin Küspert, aktuell mit dem Publikumspreis der Mühlheimer Theatertage für sein Stück EUROPA VERTEIDIGEN ausgezeichnet, ist einer der avanciertesten Vertreter eines neuen politischen Theaters in Deutschland. Seine Texte kreisen um Fremdenfeindlichkeit, um die Wertegemeinschaft Europa und andere drängende politische Themen. DER REICHSBÜRGER, so lautet der Arbeitstitel, nähert sich diesem irritierenden gesellschaftlichen Phänomen und ist eine Auftragsarbeit für das Schauspiel Münster.

Inszenierung: Julia Prechsl
Bühne & Kostüme: Sophia Debus
Dramaturgie: Barbara Kerscher
Konzert

Das weiße Album

Ein Live-Konzert nach dem Album der Beatles

»You say you want a revolution, well, you know, we all want to change the world.«

Die Beatles waren nicht nur eine Band, sie waren für Millionen Menschen eine politische und gesellschaftliche Lebenseinstellung. Vor 50 Jahren erschien THE WHITE ALBUM – die legendäre Doppel-LP mit Liedern wie DEAR PRUDENCE, OB-LA-DI, OB-LA-DA oder REVOLUTION.

Durch das Mischen der Musikstile wie Rock ’n’ Roll und Blues über Psychedelic zu Country Folk revolutionierten die Beatles mit diesem Album die Popmusik. Sie waren auf dem Zenit ihres Erfolges. 1968 war der Summer of Love vorbei: Ein Attentat auf Rudi Dutschke. Ein Attentat auf Martin Luther King. Der Prager Frühling. Aus Rom eine Enzyklika gegen die Pille. Da erschien DAS WEISSE ALBUM wie ein Sonnenstrahl in der Finsternis. Die Beatles hatten sich verändert – die Pilzköpfe waren verschwunden, alte Konzepte wurden über Bord geworfen. Es ist das persönlichste ihrer Alben, das den Abgesang der erfolgreichsten Band der Welt einläutete und zugleich eigenständige große Künstler geboren hatte.

DAS WEISSE ALBUM bietet eine Steilvorlage für ein hochmusikalisches Schauspielensemble. Jedes Lied erzählt seine eigene Geschichte und wird Teil eines außergewöhnlichen Konzertabends. Der Autor Roland Schimmelpfennig, einer der renommiertesten Gegenwartsdramatiker Deutschlands, hat für DAS WEISSE ALBUM die Texte ins Deutsche übertragen.

Inszenierung: Michael Letmathe
Bühne & Kostüme: Bernhard Niechotz
Musikalische Leitung: Fabian Kuss
Dramaturgie: Barbara Bily
Theater

EVERYMAN (JEDERMANN)

A Rock Mystery von Günter Werno, Andy Kuntz und Stephan Lill

»We are Everyman – before our God we're all the same.«

Der reiche Jedermann lebt ohne jedes Maß, er kennt keine moralischen Schranken und nimmt keinerlei Anteil an den Nöten seiner Mitmenschen. Als Gott ihm den Tod schickt, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen, setzt bei Jedermann eine Besinnung über sein Leben ein. Im letzten Moment kann er seine Seele vor dem Teufel retten.

Die Figur des Jedermann ist uns heute vor allem als Titelfigur des gleichnamigen Schauspiels von Hugo von Hofmannsthal bekannt, uraufgeführt 1912 durch Max Reinhardt im Berliner Zirkus Schumann. Für sein Spiel vom Sterben des reichen Mannes griff Hofmannsthal jedoch zahlreiche ältere Vorlagen etwa von Calderón, Hans Sachs, Albrecht Dürer und vor allem das Moralitätenspiel EVERYMAN eines anonymen englischen Autors aus dem Jahr 1490 auf. Dieser englischsprachige Text bildet auch die Grundlage für das neue Rockspektakel mit der Metal Band VANDEN PLAS. In der hymnisch-opulenten Klanggewalt von Deutschlands führender Progressive Metal Band wird der zeitlos aktuelle Stoff seine Relevanz auch für unsere Zeit unter Beweis stellen.

Musikalische Leitung: Thorsten Schmid-Kapfenburg
Inszenierung: Johannes Reitmeier
Choreografie: Jason Franklin
Bühne: Thomas Dörfler
Kostüme: Michael D. Zimmermann

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Kinderprogramm

WIE KLINGT NIMMERLAND?

Kindermusiktheater nach Motiven aus PETER PAN von J.M. Barrie

Für alle ab 10 Jahren / ab 5. Klasse

»Ich höre nur leises Glockenläuten. – Das ist Glöckchen. So klingt die Feensprache.«

Nichts steht still: Nimmerland, die Heimat von Peter Pan, ist ein traumhafter Ort der Sehnsucht und der Anarchie – beste Voraussetzung, um sich ihm mit den Mitteln der Musik und des Spiels zu nähern. Eine Sängerin, eine Schauspielerin, ein Schauspieler und drei Musiker*innen brechen auf zu einer Klangreise, die nachts im Kinderzimmer ihren Anfang nimmt, genau in dem Moment, wenn sich im Übergang von Wachen zu Träumen die Wirklichkeit zu drehen beginnt und alles möglich wird, was am Tag unmöglich scheint.

Mit Lust an der spielerischen Verwandlung verändern Gegenstände des Alltags ihre Funktion: Der klappernde Schrank wird zum geheimnisvollen Tor, die Bettdecke zum flatternden Segel, Gläser und Flaschen lassen mit ihren Wasserklängen Stürme aufziehen. Motive aus PETER PAN werden aufgegriffen und weitergesponnen: Ob es das unaufhaltsame Ticken der vom Krokodil verschluckten Uhr ist oder das Glöckchen der Fee Tinkerbell. Die klanglichen Anknüpfungspunkte der wilden Geschichte laden ein zu einer fantasievollen Veränderung, zu Vorgängen voller Theaterzauber und zu dem Entwurf einer utopischen Welt, deren Möglichkeiten grenzenlos sind. Aus einer fast leeren Bühne und der Stille entsteht nach und nach eine neue klingende Karte des menschlichen Geistes.

Wie wird die Welt gehört, wenn das Licht im Saal wieder angeht?

Inszenierung & Konzept: Anselm Dalferth
Bühnenbild & Konzept: Sebastian Bauer
Kostüme: Lisa Vorhaben
Komposition: Gerhard Stäbler
Dramaturgie: Julia Dina Heße
Theaterpädagogik: Jonas Nondorf
Theater

Falsch

Schauspiel von Lot Vekemans

Was ist in der Nacht auf der Rückfahrt von der Familienfeier passiert? Sis, eine bekannte Fernsehmoderatorin, und Kat, ihre Schwester, eine bekannte Schauspielerin, sitzen in einer Zelle bei der Polizei und werden nach einem tödlichen Verkehrsunfall der Fahrerflucht beschuldigt. Kat hat betrunken auf dem Rücksitz geschlafen, Sis saß am Steuer und erinnert sich nur daran, gegen eine Leitplanke gefahren zu sein. In der Isolation der Zelle verschwimmen die Kategorien von richtig und falsch und die Schwestern sind unausweichlich einander ausgeliefert. Es beginnt eine schonungslose Abrechnung. Als plötzlich ein Zeuge auftaucht, scheinen sich die Ereignisse der Nacht zu klären. Doch wie neutral ist dieser Fremde?

Inszenierung: Frank Behnke
Bühne & Kostüme: Christine von Bernstein
Dramaturgie: Barbara Bily
Kinderprogramm

HOCH UND HÖHER

Ein musikalischer Höhenflug für Kleinkinder von 1 bis 3 Jahren

Die Reise beginnt in den Wipfeln der Bäume, die Blätter rascheln, Vögel zirpen … – ein leichter Wind trägt Musiker, Tänzer und das Publikum durch die Luft bis zur nächsten Wolke. Was gibt es hier zu hören? Und wie fühlt sich so eine Wolke an? Die Aussicht ist herrlich, doch schon geht es weiter, hoch und höher: ein federleichter Flug zu den Sternen, der alle Sinne anspricht und für die kleinsten Theaterbesucher das Universum zum Klingen bringt.

Mit ihrer Leitung des Jungen Theaters hat Julia Dina Heße erfolgreich das Theater für die Allerkleinsten etabliert. Ihr Stück oOPICAsSOo war bereits zu 5 Festivals in Deutschland, Indien und Sri Lanka eingeladen. HOCH UND HÖHER richtet sich an die Kinder, die dem KRABBELKONZERT entwachsen sind.

Inszenierung: Julia Dina Heße
Musikalische Leitung: Jonas Nondorf
Bühnenbild: Birgit Kellner
Dramaturgie & Theaterpädagogik: Angelika Schlaghecken
Tanz

BACH, IMMORTALIS

Tanzabend von Hans Henning Paar

Mit dem Sinfonieorchester Münster
Musik von Johann Sebastian Bach & Thorsten Schmid-Kapfenburg

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) hinterließ der Nachwelt einen außergewöhnlichen musikalischen Kosmos, der nachfolgende Komponistengenerationen beeinflusste und Musikschaffende zu zahllosen Bearbeitungen inspirierte. Bachs Werk umfasst außer der Oper jede musikalische Gattung des Barock und spiegelt die verschiedenen Berufsfelder wider, die der Komponist im höfischen und im kirchlich-städtischen Bereich innehatte. Bach trennte nicht zwischen geistlicher und weltlicher, zwischen vokaler und instrumentaler Musik, sondern versuchte die heterogenen Prinzipien in seinem Schaffen zu vereinen. Die Vielschichtigkeit seiner Schreibart und die Universalität seines musikalischen Denkens führten zur Gestaltung eines Werks, das als einzigartiger Fall von Überzeitlichkeit gelten kann.

Hans Henning Paar setzt sich in seiner Choreografie mit verschiedenen Aspekten des kompositorischen Werks auseinander, visualisiert die Entwicklung vom Weltlichen zum Geistlichen bis hin zur Konfrontation mit der eigenen Vergänglichkeit. Er begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit und auf die Suche nach Ahnen – Ahnen des Tanzes, der Musik und den eigenen.

Choreografie: Hans Henning Paar
Musikalische Leitung: Thorsten Schmid-Kapfenburg
Bühne & Kostüme: Isabel Kork
Dramaturgie: Esther von der Fuhr
Choreografische Assistenz: László Nyakas
Theater

DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER

Schauspiel nach dem Briefroman von Johann Wolfgang Goethe

Der junge Werther hat seine Heimat verlassen und sich in einer paradiesischen Gegend niedergelassen. Bei einem Ball auf dem Lande macht er die Bekanntschaft mit Lotte, die sein Herz näher angeht. Doch Lotte hat bereits einen braven Bräutigam – Albert. Werthers Liebe zu Lotte kann nicht erwidert werden und endet tragisch. An Heiligabend wählt Werther den Freitod.

Goethes WERTHER wurde innerhalb kürzester Zeit zum meistgelesenen Buch des Sturm und Drang. Er selbst sagt über den Erfolg des 1774 erschienenen Romans: »Die Wirkung dieses Büchleins war groß, ja ungeheuer, und vorzüglich deshalb, weil es genau in die rechte Zeit traf.« Die damalige Kritik unterstellte dem Werk jedoch, eine Suizidwelle junger Männer ausgelöst zu haben.

Inszenierung: Gregor Tureček
Bühnenbild & Video: Julia Novacek
Kostüme: Silja Oestmann
Dramaturgie: Barbara Bily
Kinderprogramm

RICO, OSKAR UND DIE TIEFERSCHATTEN

Kinderstück von Andreas Steinhöfel

Für alle ab 8 Jahren / ab 3. Klasse

»Ich heiße Rico und ich bin ein tiefbegabtes Kind. Das bedeutet, ich kann zwar sehr viel denken, aber das dauert meist etwas länger …«

Der tiefbegabte Rico lebt mit seiner Mutter in einem Mietshaus in Berlin. Dort wohnen unter anderem auch der meist übellaunige Rentner Fitzke und die alleinstehende Frau Dahling, die Rico gern für Fernsehabende inklusive Leberwurstmüffelchen besucht. Auf der Suche nach dem Besitzer einer Fundnudel begegnet er eines Tages dem hochbegabten Oskar, der zur Sicherheit immer mit Motorradhelm unterwegs ist. Gemeinsam wollen die beiden Jungen dem Aldi-Kidnapper von Berlin auf die Schliche kommen, bis Oskar plötzlich auf rätselhafte Weise verschwindet. Steckt der Entführer Mister 2000 dahinter? Und was hat das alles mit den Tieferschatten im Nachbarhaus zu tun? Rico muss verdammt schnell und genau denken, um seinen Freund zu befreien.

Andreas Steinhöfel hat mit der Trilogie von Rico und Oskar zahlreiche renommierte Preise gewonnen. 2013 erhielt er für sein kinderliterarisches Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises.

Inszenierung: Angelika Schlaghecken
Bühnenbild: Birgit Kellner
Kostüme: Silja Oestmann
Dramaturgie: Julia Dina Heße
Theaterpädagogik: Peter Hägele
Theater

TOM AUF DEM LANDE

von Michel Marc Bouchard

Du sagst mir, wann ich aufhören soll! Du entscheidest. Du gibt’s mir ein Zeichen, dann höre ich auf.

Tom hat seinen Freund Guillaume bei einem Unfall verloren. Er beschließt, aus Montréal zu dessen Begräbnis in die Provinz zu fahren. Dort auf einer Farm leben Guillaumes Mutter Agathe und sein älterer Bruder Francis. Tom gibt sich als Arbeitskollege des Verstorbenen aus, weil Agathe nichts von der Homosexualität ihres Sohnes ahnt. Francis tut alles, damit die Wahrheit über seinen Bruder nicht bekannt wird und schreckt dabei auch vor Gewalt gegen Tom nicht zurück. In der Abgeschiedenheit des Bauernhofes gerät Tom immer mehr in einen tiefen Strudel von Abhängigkeiten und erträgt Brutalität, Hass und Erniedrigung auf irritierende Weise.

Der spannende Psychothriller des Kanadiers Michel Marc Bouchard fand große Beachtung durch die Verfilmung des franko-kanadischen Nachwuchsregisseurs Xavier Dolan unter dem Titel SAG NICHT WER DU BIST. Das Theater Münster zeigt TOM AUF DEM LANDE in der deutschsprachigen Erstaufführung.

Inszenierung: Michael Letmathe
Bühnenbild: Christine von Bernstein / Melanie Walter
Kostüme: Christine von Bernstein
Dramaturgie: Barbara Kerscher
Theater

Auch Deutsche unter den Opferm

Ein Rechercheprojekt von Tuğsal Moğul

Elf Jahre lang zieht dann eine rechte Terrorgruppe mordend durchs Land. Elf Jahre wurde von Seiten der Ermittler verbreitet, dass die Morde mit Drogendelikten, Geldwäsche und Menschenhandel der türkischen Mafia zusammen hängen.

Neun Ausländer, vorwiegend türkischer Abstammung, liegen erschossen in ihren Imbissbuden, Blumenläden und Internet-Cafés - deutschlandweit. Was ist passiert? Türkenmafia? Familientragödien? Oder vielleicht doch Rechtextremismus? Was wie ein grausames Ratespiel anmutet, ist bittere Realität. Nach der unaufgeklärten Mordserie von 2000 bis 2006 wurde im November 2011 der NSU aufgedeckt, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatten sich getötet, Beate Zschäpe sich der Polizei gestellt. Seit Mai 2013 wird ihr und vier weiteren Angeklagten am Oberlandesgericht München der Prozess gemacht – der größte Strafprozess in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Nicht nur das Gericht, sondern auch diverse Untersuchungsausschüsse bemühen sich um Aufklärung des Falls. Doch mit welchem Erfolg? Ende 2014 mit dem Ausblick auf ein weiteres Jahr Prozess und einem stetig anwachsenden Netz von Verwicklungen, Missverständnissen und Absurditäten im Zusammenhang der Untersuchung der NSU-Verbrechen, scheint eine Auseinandersetzung mit dem Thema nötiger denn je.

Es waren nationalistisch motivierte Taten. Warum betrifft es uns Deutsche so wenig? Was war die Rolle des Staates in diesem Verbrechenskomplex? Wir dürfen die Verantwortung nicht ausschließlich dem Gericht überantworten, nicht nur Juristen, Journalisten und Politiker in dieser Sache zu Wort kommen lassen – denn wo bleiben da die Emotionen? Es ist ein deutsches Verbrechen, dessen lückenlose Aufklärung nicht möglich scheint. Wäre das auch so, wenn die Opfer Deutsche ohne Migrationshintergrund gewesen wären? Wir stehen vor einem gesellschaftlichen Problem, das auf der Bühne verhandelt werden muss und das in seinem ganzen tragischen Ausmaß mit allen gebotenen Emotionen.

Inszenierung: Tuğsal Moğul
Choreografie: Erik Constantin
Musikalische Einstudierung: Andreas Abegg
Bühne und Kostüme: Kerstin Bayer
Video: Maximilian Krug
Dramaturgie: Friederike Engel
Aufführungen / Theater Theater Bielefeld Bielefeld, Brunnenstraße 3-9
Aufführungen / Aufführung Theater Osnabrück Osnabrück, Domhof 10/11
Aufführungen / Konzert Westfälische Kammerphilharmonie Gütersloh, Kurfürstenstraße 7
Leitung: Malte Steinsiek
Aufführungen / Aufführung Theaterlabor Bielefeld, Hermann-Kleinewächter-Str. 4