Theater Münster         Sinfonieorchester    
Spielzeittrailer 2017/18

Theater Münster

Mit der Spielzeit 2012/2013 übernahm Generalintendant Dr. Ulrich Peters die Städtischen Bühnen Münster. Das Theater vereint mit dem Musiktheater, dem Schauspiel, dem Kinder- und Jugendtheater, dem Tanztheater sowie dem Sinfonierorchester unter der Leitung von Fabrizio Ventura fünf Sparten unter einem Dach.
Rund 25 Premieren bei 550 Aufführungen pro Spielzeit garantieren ein anspruchsvolles Programm, das durch die Produktionen der Niederdeutschen Bühne, zahlreiche Gastspiele, Lesungen, Vorträge und Ausstellungen vielfältig ergänzt wird.


Spielzeit 2017/18

ANDORRA

Schauspiel von Max Frisch

Premiere: 22. Dezember 2017, Kleines Haus

»Andri, du bist der einzige hier, der die Wahrheit nicht zu fürchten braucht …«

In Andorra ist man stolz auf sein Land mit den weiß gemalten Hauswänden. Hier ist alles ein wenig besser als andernorts und man weiß auch um die Unterschiede. Man weiß, wie sich ein Jude verhält und dass er besser mit Geld als mit Holz umgehen kann. Andri glaubt, er sei Jude, und verliebt sich in Barblin, von der er nicht weiß, dass sie seine Halbschwester ist. Als Andorra von den Schwarzen, einem übermächtigen, rassistischen Staat, bedroht wird, schlagen die alltäglichen Ressentiments in Gewalt um. Andris Vater will seinen Sohn vor der Verfolgung retten, indem er ihm seine wahre Herkunft offenbart. Nicht nur die Liebe zu Barblin ist für Andri plötzlich unmöglich, er kann auch seine Identität als Jude nicht mehr aufgeben. Als die Schwarzen Andorra besetzen, ist die Katastrophe greifbar. Doch niemand schreitet ein, alle sehen tatenlos zu …

Mit dem Stück ANDORRA aus dem Jahre 1961 setzt das Schauspiel Münster seine Beschäftigung mit Klassikern des politischen Theaters der Nachkriegszeit fort. ANDORRA ist ebenso eine berührende konzentrierte Familientragödie als auch ein Modellstück über feiges Mitläufertum und Xenophobie sowie die Frage, ob jede Gesellschaft einen Schuldigen braucht.

Inszenierung: Laura Linnenbaum
Bühne & Kostüme: David Gonter
Musik: Lothar Müller
Dramaturgie: Barbara Bily

Ort:

Kleines Haus

Termine:

Fr, 22.12.2017, 19:30 | Premiere |
Mi, 3.1.2018, 19:30 |
Fr, 5.1.2018, 19:30 |
Do, 11.1.2018, 19:30 |
Do, 18.1.2018, 19:30 |
Sa, 20.1.2018, 19:30 |
Sa, 27.1.2018, 19:30 |
Fr, 2.2.2018, 19:30 |

EVERYMAN (JEDERMANN)

A Rock Mystery von Günter Werno, Andy Kuntz und Stephan Lill

Premiere: 13. Januar 2018, Großes Haus

»We are Everyman – before our God we're all the same.«

Der reiche Jedermann lebt ohne jedes Maß, er kennt keine moralischen Schranken und nimmt keinerlei Anteil an den Nöten seiner Mitmenschen. Als Gott ihm den Tod schickt, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen, setzt bei Jedermann eine Besinnung über sein Leben ein. Im letzten Moment kann er seine Seele vor dem Teufel retten.

Die Figur des Jedermann ist uns heute vor allem als Titelfigur des gleichnamigen Schauspiels von Hugo von Hofmannsthal bekannt, uraufgeführt 1912 durch Max Reinhardt im Berliner Zirkus Schumann. Für sein Spiel vom Sterben des reichen Mannes griff Hofmannsthal jedoch zahlreiche ältere Vorlagen etwa von Calderón, Hans Sachs, Albrecht Dürer und vor allem das Moralitätenspiel EVERYMAN eines anonymen englischen Autors aus dem Jahr 1490 auf. Dieser englischsprachige Text bildet auch die Grundlage für das neue Rockspektakel mit der Metal Band VANDEN PLAS. In der hymnisch-opulenten Klanggewalt von Deutschlands führender Progressive Metal Band wird der zeitlos aktuelle Stoff seine Relevanz auch für unsere Zeit unter Beweis stellen.

Musikalische Leitung: Thorsten Schmid-Kapfenburg
Inszenierung: Johannes Reitmeier
Choreografie: Jason Franklin
Bühne: Thomas Dörfler
Kostüme: Michael D. Zimmermann

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Großes Haus

Termine:

Sa, 13.1.2018, 19:30 | Premiere |
So, 28.1.2018, 19:00 |

WIE KLINGT NIMMERLAND?

Kindermusiktheater nach Motiven aus PETER PAN von J.M. Barrie

Uraufführung: 28. Januar 2018, Kleines Haus

Für alle ab 10 Jahren / ab 5. Klasse

»Ich höre nur leises Glockenläuten. – Das ist Glöckchen. So klingt die Feensprache.«

Nichts steht still: Nimmerland, die Heimat von Peter Pan, ist ein traumhafter Ort der Sehnsucht und der Anarchie – beste Voraussetzung, um sich ihm mit den Mitteln der Musik und des Spiels zu nähern. Eine Sängerin, eine Schauspielerin, ein Schauspieler und drei Musiker*innen brechen auf zu einer Klangreise, die nachts im Kinderzimmer ihren Anfang nimmt, genau in dem Moment, wenn sich im Übergang von Wachen zu Träumen die Wirklichkeit zu drehen beginnt und alles möglich wird, was am Tag unmöglich scheint.

Mit Lust an der spielerischen Verwandlung verändern Gegenstände des Alltags ihre Funktion: Der klappernde Schrank wird zum geheimnisvollen Tor, die Bettdecke zum flatternden Segel, Gläser und Flaschen lassen mit ihren Wasserklängen Stürme aufziehen. Motive aus PETER PAN werden aufgegriffen und weitergesponnen: Ob es das unaufhaltsame Ticken der vom Krokodil verschluckten Uhr ist oder das Glöckchen der Fee Tinkerbell. Die klanglichen Anknüpfungspunkte der wilden Geschichte laden ein zu einer fantasievollen Veränderung, zu Vorgängen voller Theaterzauber und zu dem Entwurf einer utopischen Welt, deren Möglichkeiten grenzenlos sind. Aus einer fast leeren Bühne und der Stille entsteht nach und nach eine neue klingende Karte des menschlichen Geistes.

Wie wird die Welt gehört, wenn das Licht im Saal wieder angeht?

Inszenierung & Konzept: Anselm Dalferth
Bühnenbild & Konzept: Sebastian Bauer
Kostüme: Lisa Vorhaben
Komposition: Gerhard Stäbler
Dramaturgie: Julia Dina Heße
Theaterpädagogik: Jonas Nondorf

Ort:

Kleines Haus

Termine:

So, 28.1.2018, 15:00 | Premiere |
So, 18.2.2018, 15:00 |
Mo, 19.2.2018, 09:30 |

FALSCH

Schauspiel von Lot Vekemans

Was ist in der Nacht auf der Rückfahrt von der Familienfeier passiert? Sis, eine bekannte Fernsehmoderatorin, und Kat, ihre Schwester, eine bekannte Schauspielerin, sitzen in einer Zelle bei der Polizei und werden nach einem tödlichen Verkehrsunfall der Fahrerflucht beschuldigt. Kat hat betrunken auf dem Rücksitz geschlafen, Sis saß am Steuer und erinnert sich nur daran, gegen eine Leitplanke gefahren zu sein. In der Isolation der Zelle verschwimmen die Kategorien von richtig und falsch und die Schwestern sind unausweichlich einander ausgeliefert. Es beginnt eine schonungslose Abrechnung. Als plötzlich ein Zeuge auftaucht, scheinen sich die Ereignisse der Nacht zu klären. Doch wie neutral ist dieser Fremde?

Ort:

U2

Termine:

Di, 2.1.2018, 19:30 |
So, 21.1.2018, 19:00 |
Mo, 29.1.2018, 19:30 |

DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN

Operette in drei Akten von Emmerich Kálmán

Weißt du, wie lange noch der Globus sich dreht, ob es morgen nicht schon zu spät!«

Zeitreise in das k.u.k. Budapest vor knapp einhundert Jahren: Die erfolgreiche Chansonette Sylva Varescu, der als Fürstin des heißblütigen ungarischen Csárdás die Herzen zufliegen, gibt ihre Abschiedsvorstellung im Varieté. Sie ist dem jungen Wiener Fürstensohn Edwin Lippert-Weylersheim leidenschaftlich zugetan. Den wollen seine Eltern jedoch mit seiner Cousine, Komtesse Stasi, verheiraten. Doch so schnell gibt die temperamentvolle Titelheldin nicht auf!

DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN ist Emmerich Kálmáns (1882 – 1953) weltweit populärstes Stück, dessen zahlreiche Klassiker den hohen musikdramatischen Rang der CSÁRDÁSFÜRSTIN ausmachen und bis heute ihre fortdauernde Anziehungskraft bewahren. Kálmán, der Melancholiker der leichten Muse, erschafft eine Koketterie mit dem eben nur scheinbaren Welten-Unterschied des Varietés und des gestrigen Adels. So entstand – inmitten des ersten Weltkrieges – ein heiterer Operettenrausch mit gedankenvollen Zwischentönen in Moll.

Musikalische Leitung: Stefan Veselka
Inszenierung: Mareike Zimmermann
Choreografie: Tomasz Zwozniak
Bühne: Bernd Franke
Kostüme: Isabel Graf
Choreinstudierung: Inna Batyuk
Dramaturgie: Ronny Scholz

Ort:

Großes Haus

Termine:

Di, 19.12.2017, 19:30 |
So, 31.12.2017, 15:00 |
So, 31.12.2017, 19:00 |
Do, 18.1.2018, 19:30 |
Mi, 24.1.2018, 19:30 |

HOCH UND HÖHER

Ein musikalischer Höhenflug für Kleinkinder von 1 bis 3 Jahren

Die Reise beginnt in den Wipfeln der Bäume, die Blätter rascheln, Vögel zirpen … – ein leichter Wind trägt Musiker, Tänzer und das Publikum durch die Luft bis zur nächsten Wolke. Was gibt es hier zu hören? Und wie fühlt sich so eine Wolke an? Die Aussicht ist herrlich, doch schon geht es weiter, hoch und höher: ein federleichter Flug zu den Sternen, der alle Sinne anspricht und für die kleinsten Theaterbesucher das Universum zum Klingen bringt.

Mit ihrer Leitung des Jungen Theaters hat Julia Dina Heße erfolgreich das Theater für die Allerkleinsten etabliert. Ihr Stück oOPICAsSOo war bereits zu 5 Festivals in Deutschland, Indien und Sri Lanka eingeladen. HOCH UND HÖHER richtet sich an die Kinder, die dem KRABBELKONZERT entwachsen sind.

Inszenierung: Julia Dina Heße
Musikalische Leitung: Jonas Nondorf
Bühnenbild: Birgit Kellner
Dramaturgie & Theaterpädagogik: Angelika Schlaghecken

Ort:

U2

Termine:

So, 17.12.2017, 15:00 |
So, 17.12.2017, 16:30 |
Mo, 18.12.2017, 09:30 |
Mo, 18.12.2017, 11:30 |
Fr, 12.1.2018, 09:30 |
Fr, 12.1.2018, 11:00 |
Mi, 31.1.2018, 09:30 |
Mi, 31.1.2018, 11:00 |

BACH, IMMORTALIS

Tanzabend von Hans Henning Paar

Mit dem Sinfonieorchester Münster
Musik von Johann Sebastian Bach & Thorsten Schmid-Kapfenburg

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) hinterließ der Nachwelt einen außergewöhnlichen musikalischen Kosmos, der nachfolgende Komponistengenerationen beeinflusste und Musikschaffende zu zahllosen Bearbeitungen inspirierte. Bachs Werk umfasst außer der Oper jede musikalische Gattung des Barock und spiegelt die verschiedenen Berufsfelder wider, die der Komponist im höfischen und im kirchlich-städtischen Bereich innehatte. Bach trennte nicht zwischen geistlicher und weltlicher, zwischen vokaler und instrumentaler Musik, sondern versuchte die heterogenen Prinzipien in seinem Schaffen zu vereinen. Die Vielschichtigkeit seiner Schreibart und die Universalität seines musikalischen Denkens führten zur Gestaltung eines Werks, das als einzigartiger Fall von Überzeitlichkeit gelten kann.

Hans Henning Paar setzt sich in seiner Choreografie mit verschiedenen Aspekten des kompositorischen Werks auseinander, visualisiert die Entwicklung vom Weltlichen zum Geistlichen bis hin zur Konfrontation mit der eigenen Vergänglichkeit. Er begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit und auf die Suche nach Ahnen – Ahnen des Tanzes, der Musik und den eigenen.

Choreografie: Hans Henning Paar
Musikalische Leitung: Thorsten Schmid-Kapfenburg
Bühne & Kostüme: Isabel Kork
Dramaturgie: Esther von der Fuhr
Choreografische Assistenz: László Nyakas

Ort:

Großes Haus

Termine:

Sa, 23.12.2017, 19:30 |
Sa, 20.1.2018, 19:30 |
Di, 23.1.2018, 19:30 |
Sa, 27.1.2018, 19:30 |
Do, 8.3.2018, 19:30 |

DIE FREMDEN / DER KAUFMANN VON VENEDIG

Schauspiel von William Shakespeare

»Die Bosheit, die ihr mich lehrt, will ich ausüben, und es muss schlimm zugehen, wenn ich meine Lehrer nicht überträfe.«

Ein böser Jude auf der Bühne? Zu Shakespeares Zeiten war das populär, heute muss man sich fragen, ob das antisemitisch ist. Besonders in Deutschland stellt die Figur des Juden Shylock für jede Inszenierung nach wie vor eine Herausforderung dar. DER KAUFMANN VON VENEDIG (1596) gilt nicht umsonst als Shakespeares politischste und geheimnisvollste Komödie.

Spielort ist Venedig, eine Welt des Wohlstands und Überflusses. Hier werden große Geschäfte gemacht und das Geld borgt man sich gern bei den Juden, die man ansonsten verachtet und verspottet. Bassanio will um die schöne Porcia werben, doch fehlt ihm das nötige Geld. Er wendet sich an seinen Freund Antonio. Aus Liebe zu Bassanio lässt sich dieser zu einem riskanten Handel mit Shylock ein. Sollte Antonio den Kredit, den ihm Shylock gewährt, nicht rechtzeitig zurückzahlen, fordert dieser das berüchtigte Pfund Fleisch, geschnitten vom Herzen Antonios. Bassanio gewinnt seine Porcia, doch Antonio gerät in Zahlungsnot und Shylock pocht gnadenlos auf sein Recht …

Das London der Renaissancezeit ist kaum mit unserer heutigen Zeit zu vergleichen, doch die archaischen Konflikte zwischen den Kulturen und Religionen, die Frage, wie eine Gesellschaft mit Minderheiten umgeht, oder die Angst vor DEM FREMDEN sind im 21. Jahrhundert noch genauso ungelöst.

Es war eine Sensation, als vor wenigen Jahren die einzig überlieferte literarische Handschrift – eine Szene – von William Shakespeare gefunden wurde. Shakespeare hat diese Szene mit dem Titel DIE FREMDEN überschrieben. Am Theater Münster wird diese Szene Shakespeares erstmals in eine Inszenierung des KAUFMANNS VON VENEDIG eingebettet. Die Verschränkung dieser beiden Theatertexte stellt die Bedeutung von humanistischen Werten in einer Gesellschaft klar in den Mittelpunkt. Nicht zuletzt durch den Inhalt und die Geschichte, die mit dieser Szene verbunden sind: Sie ist Teil eines um 1600 entstandenen und, durch die damalige Zensur verhindert, bisher unaufgeführten Theaterstücks Shakespeares und - zur damaligen Zeit üblich – anderer Autoren. DIE FREMDEN enthält eine eindrucksvolle Rede von Thomas Morus an die Londoner Bevölkerung, mit der er einen gewalttätigen Aufstand gegen Fremde und Flüchtlinge verhindern will. Sinnstiftend für die Verknüpfung dieser Szene Shakespeares mit dem KAUFMANN VON VENEDIG ist nicht nur die brennende Aktualität dieser Thematik, sondern auch die Ermahnung zu Menschlichkeit und Mitgefühl durch ein 400 Jahre altes Textfragment, das auch im Jahr 2017 nichts an Brisanz und Relevanz verloren hat.

Inszenierung: Stefan Otteni
Bühnenbild: Peter Scior
Kostüme: Sonja Albartus
Dramaturgie: Barbara Bily

Ort:

Großes Haus

Termine:

Sa, 30.12.2017, 19:30 |
Fr, 12.1.2018, 19:30 |
So, 14.1.2018, 15:00 |
Sa, 10.2.2018, 19:30 |

ICH BIN WIE IHR, ICH LIEBE ÄPFEL

Komödie von Theresia Walser

»Wahrheit kann man doch nicht übersetzen. Wahrheit ist unübersetzbar …«

Postfaktisch ist das Wort des Jahres 2016. Doch schon 2012 hat Theresia Walser es zum Dreh- und Angelpunkt eines monströs-komischen Stückes über drei First Ladys gemacht. Wie diese Diktatorengattinnen über Geschichte und ihr Verhältnis zum Volk denken oder was sie von Wahrheit halten, ist im Zeitalter neuer Autokraten wieder erschreckend aktuell.

Frau Margot, Frau Leila und Frau Imelda – Ähnlichkeiten mit realen Personen der Geschichte sind durchaus beabsichtigt – treffen sich zu einer Pressekonferenz. Ihr Leben soll verfilmt werden. Doch unter verzweifelter Mitwirkung eines Simultanübersetzers, der ein kulturdiplomatisches Desaster verhindern will, kommt es Backstage vor dem offiziellen Auftritt zu einem sich atemberaubend steigernden Schlagabtausch. Im Small-Talk über schusssichere BHs und die Handküsse von Mao verstricken sich die Ladys immer mehr in den Widersprüchen, die ein Leben als fotogene Frau an der Seite eines mörderischen Politikergatten nun mal so mit sich bringt ...

Theresia Walser ist die jüngste Tochter von Martin Walser und eine der erfolgreichsten deutschen Gegenwartsautorinnen. ICH BIN WIE IHR, ICH LIEBE ÄPFEL wurde 2012 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt.

Inszenierung: Frank Behnke
Bühne & Kostüme: Melanie Walter
Dramaturgie: Michael Letmathe

Ort:

Kleines Haus

Termine:

Fr, 29.12.2017, 19:30 |
Fr, 12.1.2018, 19:30 |
Mi, 24.1.2018, 19:30 |
Sa, 17.2.2018, 19:30 |

KÖNIG DROSSELBART

Familienstück frei nach dem Märchen der Brüder Grimm von Peter Dehler

Für alle ab 6 Jahren / 1. Klasse

»Majestät, warum muss es denn gerade diese Prinzessin sein?«

»Ich arme Jungfer zart, hätt ich doch genommen den König Drosselbart«, so klagt Prinzessin Viktoria. Doch dass sie stattdessen nun mit einem Bettler dasitzt, hat sich die zickige Königstochter selbst zuzuschreiben. Kein Heiratskandidat ist ihr gut genug. Sie verspottet alle Bewerber und verpasst ihnen Spitznamen. Weil einer davon wie eine Drossel singt und dabei sein Kinn so lustig wackelt, nennt sie ihn Drosselbart. Dem König platzt der Kragen: Er schwört, dass er seine Tochter mit dem erstbesten Bettler verheiraten wird. Schon steht einer vor der Tür – und der erschrockene König kann seinen Fluch nicht mehr rückgängig machen, denn die abgewiesenen Prinzen überwachen das Geschehen schadenfroh.

Was für ein Glück, dass in den Kleidern des Bettlers in Wirklichkeit König Drosselbart steckt! Er hat sich in die Prinzessin verliebt und will die Widerspenstige auf diese Weise erobern. Von seinem Kammerdiener und Viktorias Zofe, die sich ineinander verliebt haben, bekommt er – nicht ganz uneigennützige – Hilfe. Der Plan scheint aufzugehen: Viktoria erkennt, dass mehr in ihr steckt als nur eine hochnäsige Prinzessin. Doch wird König Drosselbart am Ende Viktorias Liebe gewinnen?

Inszenierung: Ulrich Peters
Bühne & Kostüme: Bernhard Niechotz
Komposition: Götz Alsmann
Dramaturgie: Peter Hägele
Theaterpädagogik: Angelika Schlaghecken

Koproduktion Junges Theater und Schauspiel Münster

Ort:

Großes Haus

Termine:

Di, 19.12.2017, 09:00 |
Di, 19.12.2017, 11:00 |
Mi, 20.12.2017, 11:00 |
Do, 21.12.2017, 09:00 |
Do, 21.12.2017, 11:00 |
Di, 26.12.2017, 12:00 |
Mi, 17.1.2018, 11:00 |
Do, 18.1.2018, 11:00 |
So, 21.1.2018, 11:00 |
Di, 23.1.2018, 09:00 |
Di, 23.1.2018, 11:00 |
Di, 30.1.2018, 09:00 |
Di, 30.1.2018, 11:00 |

DIE KATZE AUF DEM HEISSEN BLECHDACH

Schauspiel von Tennessee Williams

»Wahrheit, Wahrheit! Was ist daran so schrecklich?«

Die Geschichte könnte nicht amerikanischer sein: Big Daddy hat sich vom besitzlosen Tramp zum millionenschweren Plantagenbesitzer hochgearbeitet. Jetzt feiert er seinen 65sten Geburtstag und seine ganze Familie ist eingeladen. In der Schwüle des Südstaatensommers kommen mit Gewalt die verdrängten Wahrheiten an die Oberfläche: Die Angst des jüngsten Sohnes Brick, für homosexuell gehalten zu werden, die unerfüllte Sehnsucht seiner Frau Maggie, der Katze, die bis zuletzt ihren Kampf um seine Liebe nicht aufgibt, die Unverhohlenheit, mit der der ältere Sohn Gooper und seine Frau Mae um das Erbe von Big Daddy feilschen, und schließlich auch die Wahrheit über Big Daddy, in dessen Körper sich unheilbar der Krebs ausbreitet.

Tennessee Williams durchmisst in seinen Texten schmerzhaft die Kluft zwischen Ideal und Wirklichkeit. Familienglück, Liebe und Leidenschaft münden in bitterer Desillusion. Seine Entzauberung ist heute mehr denn je auch eine politische Chiffre für die Brüchigkeit des American Way of Life.

In den vergangenen Spielzeiten hat das Schauspiel Münster drei unbekannte Stücke von Williams erstaufgeführt. Kaum zu glauben, dass dieses Meisterwerk aus dem Jahr 1955 noch nie am Theater Münster gezeigt wurde!

Inszenierung: Frank Behnke
Bühne & Kostüme: Martin Miotk
Sound: Bastian Wegner
Dramaturgie: Barbara Bily

Ort:

Großes Haus

Termine:

Di, 26.12.2017, 19:00 |
Fr, 19.1.2018, 19:30 |
Do, 25.1.2018, 19:30 |
Mi, 31.1.2018, 19:30 |

JE SUIS FASSBINDER (DEUTSCHLAND IM HERBST 2016)

Text von Falk Richter unter Verwendung von Originaltexten von Rainer Werner Fassbinder

Liebe und Politik sind die Themen des wohl radikalsten und zugleich sensibelsten deutschen Kultregisseurs Rainer Werner Fassbinder. Unter dem Eindruck des RAF-Terrors der 70er Jahre beteiligte er sich an dem Kollektivfilm DEUTSCHLAND IM HERBST, für den er die erste Episode entwickelte. Im Film sieht man ihn mit seinem Geliebten und im Streitgespräch mit seiner Mutter. Es ist erschreckend und faszinierend, wie das Private mit der Politik dabei verknüpft ist. Fassbinder war entsetzt, wie schnell in Zeiten des Terrors demokratische Grundsätze aufgegeben werden. Und auch Falk Richter ist entsetzt über die heutigen Entwicklungen hierzulande und fragt sich, wie man als Künstler auf solche Entwicklungen reagieren kann. Er positioniert sich: »Ich bin Fassbinder. Ich bin ein Opfer des IS. Ich bin ein Flüchtling in Europa. Ich bin ein Redakteur von Charlie Hebdo. Ich bin Europa. Ich weiß nicht, wer ich bin. Angst, überall Angst, und in dieser Angst liegt eine große Gefahr.«

Falk Richters Texte sind dezidiert politisch. In SMALL TOWN BOY spricht er offen über schwules Leben und Homophobie. Sein Skandalstück FEAR, in dem er den Populismus von AfD und Pegida bloßstellt, brachte ihm ein Gerichtsverfahren ein. JE SUIS FASSBINDER wurde 2016 in Straßburg in der Regie des Autors uraufgeführt.

Inszenierung: Max Claessen
Bühne & Kostüme: Ilka Meier
Video: Andreas Klein
Dramaturgie: Michael Letmathe

Ort:

Kleines Haus

Termine:

Do, 4.1.2018, 19:30 |
Do, 1.2.2018, 19:30 |

DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER

Der junge Werther hat seine Heimat verlassen und sich in einer paradiesischen Gegend niedergelassen. Bei einem Ball auf dem Lande macht er die Bekanntschaft mit Lotte, die sein Herz näher angeht. Doch Lotte hat bereits einen braven Bräutigam – Albert. Werthers Liebe zu Lotte kann nicht erwidert werden und endet tragisch. An Heiligabend wählt Werther den Freitod.

Goethes WERTHER wurde innerhalb kürzester Zeit zum meistgelesenen Buch des Sturm und Drang. Er selbst sagt über den Erfolg des 1774 erschienenen Romans: »Die Wirkung dieses Büchleins war groß, ja ungeheuer, und vorzüglich deshalb, weil es genau in die rechte Zeit traf.« Die damalige Kritik unterstellte dem Werk jedoch, eine Suizidwelle junger Männer ausgelöst zu haben.

Inszenierung: Gregor Tureček
Bühnenbild & Video: Julia Novacek
Kostüme: Silja Oestmann
Dramaturgie: Barbara Bily

Ort:

U2

Termine:

Fr, 29.12.2017, 19:30 |
Do, 4.1.2018, 19:30 |
Mo, 15.1.2018, 19:30 |
Di, 16.1.2018, 19:30 |
Mo, 22.1.2018, 19:30 |
Do, 22.2.2018, 21:00 |

DON CARLO. EIN REQUIEM

Oper von Giuseppe Verdi unter Verwendung des REQUIEMS von Alfred Schnittke

»Als mir diese Krone aufs Haupt gesetzt wurde, schwor ich zu Gott, den Glauben mit Feuer und Schwert zu schützen.«

Das düstere Vermächtnis seines despotischen Vaters Karl V. lastet schwer auf den Schultern Philipp II. Aus seinem Schatten heraus regiert er als König unfrei und zerstört nicht nur das Lebensglück seines Sohnes Carlo: Aus Staatsraison nimmt er dessen Verlobte Elisabeth zu seiner Frau. Mit der gleichen rigorosen Machtpolitik unterdrückt er auch alle Andersgläubigen: Die Protestanten werden als Ketzer verbrannt, die Aufständischen in den Niederlanden mit Krieg überzogen. Der einsame, alternde Mann wird schlussendlich zur tragischen Figur – unterdrückt vom Diktat der Inquisition.

In Verdis (1813 – 1901) Entwicklung spielt DON CARLO die Rolle der großen Drehscheibe zwischen dem früheren Melodrama der 1850er Jahre und den beiden Shakespeare-Opern der letzten Lebensjahre. Das große Schillersche Drama der Aufklärung, der Appell an Gedankenfreiheit und menschliche Solidarität in einem erstarrten religiösen und politischen Machtgefüge war der Hebel, um die Bühne freizumachen für ein umfassenderes musikalisches Theater der echten Menschen.

Musikalische Leitung: Golo Berg
Inszenierung: Ulrich Peters
Bühne: Rifail Ajdarpasic
Kostüme: Ariane Isabell Unfried
Choreinstudierung: Inna Batyuk
Dramaturgie: Ronny Scholz

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Großes Haus

Termine:

Fr, 22.12.2017, 19:30 |
Mo, 25.12.2017, 19:00 |
Fr, 5.1.2018, 19:30 |
Fr, 2.2.2018, 19:30 |

NIEDERDEUTSCHE BÜHNE: DAT GELD LIGG UP DE BANK

Komödie von Curth Flatow, Münsterländisches Platt von Hannes Demming

»Niëhm di, wat du brüks, män stiähl nich mähr, äs du verknusen kans.«

Tresorknacker aus Leidenschaft – das ist Gustav Kühne. Gemeinsam mit seinen beiden Söhnen zieht er nachts auf Diebestour. Bei diesem einen Mal wäre er fast erwischt worden – aber nur fast! In Panik vor der Polizei schwört er sich, seiner Frau und dem lieben Gott, in den nächsten 40 Jahren nirgendwo mehr einzubrechen. Und der alte Gauner bleibt tatsächlich solide … Aber zu seinem 80. Geburtstag überrascht er plötzlich seine inzwischen gesellschaftlich hoch angesehenen Söhne mit einem besonderen Geburtstagswunsch: Der kühne Gustav will noch einmal auf Einbruchstour gehen – natürlich wieder zu dritt!

Curth Flatow (1920 – 2011) schrieb zahlreiche Fernsehspiele und Serien, seine Theaterstücke gehören zu den meistgespielten Werken deutschsprachiger Bühnen und wurden in über zwanzig Ländern aufgeführt.

Ort:

Kleines Haus

Termine:

So, 17.12.2017, 17:00 |
Do, 28.12.2017, 19:30 |
So, 7.1.2018, 17:00 |
So, 14.1.2018, 17:00 |
So, 21.1.2018, 17:00 |
Sa, 3.2.2018, 19:30 |

RICO, OSKAR UND DIE TIEFERSCHATTEN

Kinderstück von Andreas Steinhöfel

Für alle ab 8 Jahren / ab 3. Klasse

»Ich heiße Rico und ich bin ein tiefbegabtes Kind. Das bedeutet, ich kann zwar sehr viel denken, aber das dauert meist etwas länger …«

Der tiefbegabte Rico lebt mit seiner Mutter in einem Mietshaus in Berlin. Dort wohnen unter anderem auch der meist übellaunige Rentner Fitzke und die alleinstehende Frau Dahling, die Rico gern für Fernsehabende inklusive Leberwurstmüffelchen besucht. Auf der Suche nach dem Besitzer einer Fundnudel begegnet er eines Tages dem hochbegabten Oskar, der zur Sicherheit immer mit Motorradhelm unterwegs ist. Gemeinsam wollen die beiden Jungen dem Aldi-Kidnapper von Berlin auf die Schliche kommen, bis Oskar plötzlich auf rätselhafte Weise verschwindet. Steckt der Entführer Mister 2000 dahinter? Und was hat das alles mit den Tieferschatten im Nachbarhaus zu tun? Rico muss verdammt schnell und genau denken, um seinen Freund zu befreien.

Andreas Steinhöfel hat mit der Trilogie von Rico und Oskar zahlreiche renommierte Preise gewonnen. 2013 erhielt er für sein kinderliterarisches Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises.

Inszenierung: Angelika Schlaghecken
Bühnenbild: Birgit Kellner
Kostüme: Silja Oestmann
Dramaturgie: Julia Dina Heße
Theaterpädagogik: Peter Hägele

Ort:

Kleines Haus

Termine:

Mi, 10.1.2018, 09:30 |
Mi, 10.1.2018, 11:30 |

TOM AUF DEM LANDE

von Michel Marc Bouchard

Du sagst mir, wann ich aufhören soll! Du entscheidest. Du gibt’s mir ein Zeichen, dann höre ich auf.

Tom hat seinen Freund Guillaume bei einem Unfall verloren. Er beschließt, aus Montréal zu dessen Begräbnis in die Provinz zu fahren. Dort auf einer Farm leben Guillaumes Mutter Agathe und sein älterer Bruder Francis. Tom gibt sich als Arbeitskollege des Verstorbenen aus, weil Agathe nichts von der Homosexualität ihres Sohnes ahnt. Francis tut alles, damit die Wahrheit über seinen Bruder nicht bekannt wird und schreckt dabei auch vor Gewalt gegen Tom nicht zurück. In der Abgeschiedenheit des Bauernhofes gerät Tom immer mehr in einen tiefen Strudel von Abhängigkeiten und erträgt Brutalität, Hass und Erniedrigung auf irritierende Weise.

Der spannende Psychothriller des Kanadiers Michel Marc Bouchard fand große Beachtung durch die Verfilmung des franko-kanadischen Nachwuchsregisseurs Xavier Dolan unter dem Titel SAG NICHT WER DU BIST. Das Theater Münster zeigt TOM AUF DEM LANDE in der deutschsprachigen Erstaufführung.

Inszenierung: Michael Letmathe
Bühnenbild: Christine von Bernstein / Melanie Walter
Kostüme: Christine von Bernstein
Dramaturgie: Barbara Kerscher

Ort:

U2

Termine:

Do, 28.12.2017, 19:30 |
Fr, 19.1.2018, 19:30 |
Fr, 26.1.2018, 19:30 |
Di, 20.2.2018, 19:30 |

ICHGLAUBEANEINEN­EINZIGENGOTT.HASS

von Stefano Massini

Tatsache ist: Wir sind hier.

Eine Schauspielerin für drei Frauenportraits. Drei Geschichten, drei Religionen, drei Welten. Aber alle erleben das gleiche Schicksal. Denn sie befinden sich an ein und demselben Ort.

Eden Golan, eine liberal denkende jüdische Geschichtsdozentin, Shirin Akhras, eine palästinensische Studentin, und Mina Wilkinson, eine amerikanische Soldatin. Der Zufall wird alle drei zu einem furchtbaren Ereignis in Tel Aviv zusammenführen: ein geplantes Attentat im Herzen der Stadt. Durch die Entscheidungen, die jede einzelne trifft, wird ein Zusammenstoß unaufhaltsam, das Geflecht immer enger, die Katastrophe immer wahrscheinlicher. Die drei Lebenswege könnten unterschiedlicher nicht sein, die Empfindungen der Frauen nicht verschiedener und doch ihre Verbundenheit nicht deutlicher.

Stefano Massini, geboren 1975, gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren des italienischen Theaters. LEHMAN BROTHERS. AUFSTIEG UND FALL EINER DYNASTIE wurde als bestes neues italienisches Stück ausgezeichnet.

Inszenierung: Moritz Peters
Bühne & Kostüme: Melanie Walter
Dramaturgie: Michael Letmathe

Ort:

U2

Termin:

Di, 9.1.2018, 19:30 |

AUCH DEUTSCHE UNTER DEN OPFERN

Ein Rechercheprojekt von Tuğsal Moğul

Elf Jahre lang zieht dann eine rechte Terrorgruppe mordend durchs Land. Elf Jahre wurde von Seiten der Ermittler verbreitet, dass die Morde mit Drogendelikten, Geldwäsche und Menschenhandel der türkischen Mafia zusammen hängen.

Neun Ausländer, vorwiegend türkischer Abstammung, liegen erschossen in ihren Imbissbuden, Blumenläden und Internet-Cafés - deutschlandweit. Was ist passiert? Türkenmafia? Familientragödien? Oder vielleicht doch Rechtextremismus? Was wie ein grausames Ratespiel anmutet, ist bittere Realität. Nach der unaufgeklärten Mordserie von 2000 bis 2006 wurde im November 2011 der NSU aufgedeckt, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatten sich getötet, Beate Zschäpe sich der Polizei gestellt. Seit Mai 2013 wird ihr und vier weiteren Angeklagten am Oberlandesgericht München der Prozess gemacht – der größte Strafprozess in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Nicht nur das Gericht, sondern auch diverse Untersuchungsausschüsse bemühen sich um Aufklärung des Falls. Doch mit welchem Erfolg? Ende 2014 mit dem Ausblick auf ein weiteres Jahr Prozess und einem stetig anwachsenden Netz von Verwicklungen, Missverständnissen und Absurditäten im Zusammenhang der Untersuchung der NSU-Verbrechen, scheint eine Auseinandersetzung mit dem Thema nötiger denn je.

Es waren nationalistisch motivierte Taten. Warum betrifft es uns Deutsche so wenig? Was war die Rolle des Staates in diesem Verbrechenskomplex? Wir dürfen die Verantwortung nicht ausschließlich dem Gericht überantworten, nicht nur Juristen, Journalisten und Politiker in dieser Sache zu Wort kommen lassen – denn wo bleiben da die Emotionen? Es ist ein deutsches Verbrechen, dessen lückenlose Aufklärung nicht möglich scheint. Wäre das auch so, wenn die Opfer Deutsche ohne Migrationshintergrund gewesen wären? Wir stehen vor einem gesellschaftlichen Problem, das auf der Bühne verhandelt werden muss und das in seinem ganzen tragischen Ausmaß mit allen gebotenen Emotionen.

Inszenierung: Tuğsal Moğul
Choreografie: Erik Constantin
Musikalische Einstudierung: Andreas Abegg
Bühne und Kostüme: Kerstin Bayer
Video: Maximilian Krug
Dramaturgie: Friederike Engel

Ort:

U2

Termine:

Di, 19.12.2017, 19:30 |
Mi, 10.1.2018, 19:30 |
Mi, 24.1.2018, 19:30 |

HÄNSEL UND GRETEL

Märchenoper von Engelbert Humperdinck

Wunsch und Wirklichkeit, Angst und Aufbruch – wie aus dem einen das andere entsteht

Ein Elternhaus, in dem Elend herrscht, gebiert in der Phantasie von Kindern oft Ungeheuer. In HÄNSEL UND GRETEL ist das Motiv der zunächst Süßigkeiten verheißenden, dann jedoch immer bedrohlicher werdenden Hexe in der Notsituation der Geschwister begründet. Denn ihr Zuhause ist mit Angst besetzt, es ist kein Wohlfühl-Ort. Sie würden so gerne fröhliche Kinder sein – das zeigt die anfängliche, ausgelassene Spielszene der beiden –, aber das Gespenst der materiellen Not greift immer wieder nach ihrer Existenz.

Die Librettistin deutete Motive der Märchen-Vorlage um. In ihrem Text gibt es keine böse Stiefmutter, sondern eine normale Hausfrau, die aus Müdigkeit und Verzweiflung in ungerechten Zorn gerät, die Kinder bestrafen will, dabei den Topf mit der kostbaren Milch zerbricht, und die Geschwister deshalb in den Wald zum Beeren sammeln schickt. Dort verirren sie sich und müssen das Hexen-Abenteuer bestehen. In der Oper werden die Kinder dabei von Schutzengeln begleitet. Aber trotz dieses Trostes bleibt es auch im Musiktheater ein Märchen, das von zwei Geschwistern erzählt, die sich gegenseitig retten, weil sie sich zusammentun (Bruno Bettelheim).

Der musikalische Reiz von Humperdincks (1854–1921) HÄNSEL UND GRETEL liegt in der Verbindung von Wagner-Stil und volksliedhafter Simplizität. Nach der überaus erfolgreichen Uraufführung 1893 in Weimar ging die Oper schon bald um die ganze Welt.

Musikalische Leitung: Stefan Veselka
Inszenierung: Andreas Beuermann
Choreografie: Erik Constantin
Bühne & Kostüme: Christian Floeren
Videodesign: Daniël Veder
Choreinstudierung: Inna Batyuk
Kinderchoreinstudierung: Rita Stork-Herbst / Jörg von Wensierski

Ort:

Großes Haus

Termine:

So, 17.12.2017, 15:00 |
So, 17.12.2017, 19:00 |
Do, 28.12.2017, 19:30 |

Theater Münster

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