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Theater Münster

Theater ist Ort der Unterhaltung und der Auseinandersetzung, der Verzauberung, der Utopien und der Identitätsstiftung, ist Ort der Wahrnehmung gesellschaftspolitischer Zusammenhänge und Zukunftswerkstatt. Theater ist Ort der Suche nach Werten und Orientierung und Spiegel seiner Zeit und natürlich ist Theater immer Ort des gemeinschaftlichen Erlebnisses.

Das Theater der Stadt Münster ist alles in einem! Als größte und traditionsreichste Kultureinrichtung Münsters sieht das Theater Münster mit seinen fünf Sparten – Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Konzert und Jungem Theater – die Vermittlung dieser Vielfalt an ein breites Publikum als seine zentrale Aufgabe.

In jeder Spielzeit stehen im Großen Haus, im variablen Kleinen Haus und in der neuen Spielstätte U2 rund 30 Premieren und 600 Vorstellungen auf dem Spielplan. Sie bilden ein breit gefächertes Programm aus Bekanntem und Neuem – angefangen von den großen Klassikern bis hin zu Ur- und Erstaufführungen.

Kontakt

Theater Münster
Neubrückenstraße 63
D-48143 Münster

Telefon: +49 (0)2 51-59 09-0
Fax: +49 (0)2 51-59 09-202

 

Theaterkasse
dienstags bis freitags 10:00 -19:30 Uhr
samstags 10:00 -14:00 Uhr
Tel.: +49 (0)2 5-59 09-100
Fax: +49 (0)2 5-59 09-205
Theater

Eine Art Liebeserklärung

Schauspiel von Neil LaBute
Deutschsprachige Erstaufführung

Premiere: 12. September 2018, U2

»Wieviel wiegt eigentlich eine Lüge?« Auf diese Frage einer Schülerin hatte Faye zunächst keine Antwort und das, obwohl sie eine gute Lehrerin ist. Gute Lehrer haben Antworten auf alle Fragen, findet sie.

Faye ist verheiratet und glücklich – doch leider kinderlos, weil ihr Ehemann zeugungsunfähig ist. Und dann tritt Tommy in Fayes ­Leben. Er ist eigentlich ihr Schüler und trotzdem beginnt sie wider besseres Wissen eine Affäre mit ihm. Obwohl sie ihren Mann liebt, ist da diese Leere in ihrem Leben, die sie zu füllen versucht. Faye nimmt ihr Schicksal in die Hand… und dann hat sie plötzlich die Antwort auf die Frage: 2800 Gramm.

Neil LaBute, einer der bedeutendsten amerikanischen Theaterautoren der Gegenwart, wurde in Deutschland mit dem Stück bash – stücke der letzten Tage bekannt. Er gilt als »unerbittlicher Chronist des Bösen, das Menschen einander antun«, so schreibt es The New York Times. Das Theater Münster zeigt die Deutschsprachige Erstauf­führung ­dieses bewegenden Monologes.

Inszenierung: Schirin Khodadadian
Bühne & Kostüme: Sophia Debus
Dramaturgie: Michael Letmathe
Oper

Madama Butterfly

Japanische Tragödie von Giacomo Puccini

Premiere: 15. September 2018, Großes Haus

»Ehrenvoll sterbe, wer nicht mehr in Ehren leben kann.«

Nagasaki in »unserer Zeit«. Der amerikanische Marineleutnant Pinkerton geht während eines längeren Aufenthaltes die Ehe mit der Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, ein. Was für ihn kaum mehr als ein Zeitvertreib ist, bedeutet für sie die große Liebe. Drei Jahre wartet Butterfly, die ihm einen Sohn geboren hat, auf die Wiederkehr ihres Mannes. Als Kanonenschüsse die Rückkehr Pinkertons ankündigen, erkennt Butterfly den wahren Umstand seines Besuches: Er und seine Frau Kate sind gekommen, um ihr das Kind zu nehmen. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf…

Giacomo Puccini (1858 – 1924) besuchte in London eine Vorstellung des Schauspiels MADAME BUTTERFLY von David Belasco. Das japanische Drama hatte ihn sofort in seinen Bann gezogen, so dass er diesen Stoff als Vorlage für seine neue Oper verwendete. Am 17. Februar 1904 fand die Uraufführung von Puccinis MADAMA BUTTERFLY im Teatro alla Scala in Mailand statt, mit der der Komponist sein einziges Fiasko erlebte. Puccini zog die Oper umgehend zurück, um sie umzuarbeiten. Dieser Tatsache verdankt die Nachwelt eine der genialsten Opernszenen, wenn Cio-Cio-San eine ganze Nacht lang auf Pinkerton wartet.

Musikalische Leitung: Golo Berg
Inszenierung Hans: Walter Richter
Bühne & Kostüme: Bernhard Niechotz
Choreinstudierung: Inna Batyuk
Dramaturgie: Ronny Scholz

in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Schauspiel

Caligula

Schauspiel von Albert Camus

Premiere: 21. September 2018, Kleines Haus

»Es macht mir nichts aus, dass man mich nicht liebt. Es reicht, dass man mich fürchtet.«

CALIGULA ist das fulminante Erstlingswerk des gerade 25-jährigen Albert Camus, der damit ungefähr genau so alt war wie sein Titelheld. 1938 konfrontiert der junge Autor seine Zeit mit einem der grausamsten Tyrannen der römischen Geschichte. In nur vier Jahren Regentschaft hatte Caligula eine blutige Spur der Verwüstung hinterlassen und fand schließlich durch eine Verschwörung den Tod.

Der junge Kaiser ist nach dem Tod seiner Geliebten und Schwester Drusilla verschwunden. Verwirrt und schmutzig erscheint er nach drei Tagen wieder im Palast. Angesichts der Sinnlosigkeit des Todes verzweifelt Caligula an der Welt und fühlt sich ihr zunehmend fremd. »Die Menschen sterben und sind nicht glücklich!« Er fordert das Unmögliche, den Mond, die absolute Wahrheit. Die Senatoren, seine Vertrauten und Freunde und seine Mätresse Caesonia werden unfreiwillig zu Zeugen eines grausamen Experiments. Caligula führt der Welt die Perversion ihrer eigenen Logik vor Augen und verfolgt diese mit eiskalter Berechnung bis zum bitteren Ende.

Auch wenn Camus vehement eine politische Dimension seines ­Stückes abstritt, gilt es als politischer Klassiker der Moderne. CALIGULA ist eine Parabel über Macht und Machtmissbrauch, sowie ein existentialistisches Drama über die Absurdität der Welt: Es ist nicht möglich, alles um sich herum zu zerstören und sich dabei nicht selbst zu vernichten.
Schauspiel

Wilhelm Tell

Schauspiel von Friedrich Schiller

Premiere: 29. September 2018, Großes Haus

»Die schnellen Herrscher sind´s, die kurz regieren.«

Wie kann eine friedliche Revolution glücken? Was kann ein Einzelner bewegen und wie stark ist eine Gemeinschaft? Friedrich Schiller ­erzählt in seinem Schauspiel von einem Land, das unter einem autoritären Herrscher leidet. Es sind Szenen von Willkür, Unterdrückung und Schikane, Szenen über feige Anpassung, Szenen des Widerstands und schließlich Szenen der Befreiung.

Der todesmutige Schütze Wilhelm Tell muss erst von seinen Landsleuten zum Handeln getrieben werden, spielt er doch viel lieber die Rolle des braven Familienvaters. Erst als er selbst Opfer der Willkür des mit eiserner Hand regierenden Landvogts Geßler wird, greift er zur Waffe. Der riskante Schuss des berüchtigten Apfels vom Kopf seines Sohnes und schließlich die Tötung des Landvogts befreien die Schweizer von der Fremdherrschaft und begründen Tells Heldenstatus. Doch ist Tell wirklich der strahlende Freiheitsheld? Hatte seine Tat überhaupt eine politische Dimension? Tell legt jedenfalls seine Armbrust ab und nimmt sie nie mehr zur Hand.

Ideologisch missbrauchtes Heldendrama? Naives politisches Märchen über eine geglückte Revolution? Schillers erfolgreichstes Stück, das in Münster nach 1945 niemals gespielt wurde, ist in Zeiten, in denen freiheitliche Rechte wieder bedroht sind, von neuer Brisanz.

Inszenierung: Frank Behnke
Bühnenbild: Peter Scior
Kostüme: Cornelia Kraske
Video: Sven Stratmann
Musik: Malte Preuß
Dramaturgie Michael Letmathe
Tanz

Unknown Territories

Ein spartenübergreifender Tanz-Theater-Abend

Uraufführung: 19. Oktober 2018, Kleines Haus

»Das Fremde und das Eigene.«

Mit seinem innovativen Anliegen, die strengen Gattungsgrenzen ­zwischen bildender, darstellender und angewandter Kunst ­aufzulösen, prägte das 1919 von Walter Gropius gegründete Bauhaus zahlreiche KünstlerInnen der Moderne. Es entstanden neue experimentelle ­Theaterformen wie z. B. die Bauhausbühne unter der Leitung von ­Oskar Schlemmer, welche in Form von Bewegungs- und Raumexperimenten unter Einbeziehung von Licht- und Filmprojektion u. a. mit der Aufhebung des Theaterraumes spielte.

Angeregt durch das LWL-Museum für Kunst und Kultur im Rahmen der Ausstellung BAUHAUS UND AMERIKA entstand die Idee für ein spartenübergreifendes Theaterprojekt mit der Lust am interdisziplinären, intermedialen Experiment: In kollektiver Autorenschaft von Choreograf, Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner, Videokünstler, Komponist und DarstellerInnen entsteht ein Gesamtkunstwerk, bei dem die Interaktion zwischen visueller, auditiver und darstellender Kunst im Zentrum steht.

Sowohl im Zusammen- als auch im Widerspiel der verschiedenen Disziplinen und Gattungen werden Grenzen ausgelotet und die Wahrnehmung des Eigenen und des Anderen hinterfragt. Es kommt sprichwörtlich zu einer Auseinandersetzung mit »Fremdkörpern und Denkräumen«.

Inszenierung / Choreografie & Konzept: Hans Henning Paar
Inszenierung & Konzept: Michael Letmathe
Bühnenbild: Luis Crespo
Kostüme: Bernhard Niechotz
Video: Sven Stratmann
Musik: Fabian Kuss
Dramaturgie: Esther von der Fuhr
Choreografische Assistenz: László Nyakas
Theater

Saul

Szenisches Oratorium von Georg Friedrich Händel

Premiere: 27. Oktober 2018, Großes Haus

»In Hass und in Furcht muss ich mich verzehr’n.«

Mit dem Sieg Davids über Goliath beginnt die Macht König Sauls zu bröckeln: Erst wenden sich seine Kinder von ihm ab, dann feiert auch das israelische Volk den jungen Helden. David gewinnt ohne Mühen die Gunst aller. Neid macht sich bei dem alten König bemerkbar und übernimmt die Oberhand. Saul verfällt einem krankhaften Wahn, in dem er seine Familie und schließlich sich selbst opfert. Dabei verliert er den göttlichen Beistand – und David besteigt mit Gottes Segen den Thron.

Georg Friedrich Händels (1685 – 1759) SAUL, auf der alttestamenta­rischen Geschichte aufbauend, gehört zu den dramatischsten szenischen Oratorien des Komponisten und zeigt eine große Nähe zur damaligen Oper. Seine ausdrucksstarke Musik charakterisiert die Figuren differenziert und mitreißend, das Orchester malt durch die Erweiterung von Posaunen, Harfe, Orgel, Glockenspiel und Kesselpauken farbenreich die Affekte, Seelenzustände und Situationen des biblischen Dramas.

Musikalische Leitung: Michael Hofstetter
Inszenierung: Susanne Knapp
Bühne & Kostüme: Christopher Melching
Choreografie: Jason Franklin
Choreinstudierung: Inna Batyuk
Dramaturgie: Frederik Wittenberg

in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Kinderprogramm

Rico, Oskar und die Tieferschatten

Kinderstück von Andreas Steinhöfel

Für alle ab 8 Jahren / ab 3. Klasse

»Ich heiße Rico und ich bin ein tiefbegabtes Kind. Das bedeutet, ich kann zwar sehr viel denken, aber das dauert meist etwas länger …«

Der tiefbegabte Rico lebt mit seiner Mutter in einem Mietshaus in Berlin. Dort wohnen unter anderem auch der meist übellaunige Rentner Fitzke und die alleinstehende Frau Dahling, die Rico gern für Fernsehabende inklusive Leberwurstmüffelchen besucht. Auf der Suche nach dem Besitzer einer Fundnudel begegnet er eines Tages dem hochbegabten Oskar, der zur Sicherheit immer mit Motorradhelm unterwegs ist. Gemeinsam wollen die beiden Jungen dem Aldi-Kidnapper von Berlin auf die Schliche kommen, bis Oskar plötzlich auf rätselhafte Weise verschwindet. Steckt der Entführer Mister 2000 dahinter? Und was hat das alles mit den Tieferschatten im Nachbarhaus zu tun? Rico muss verdammt schnell und genau denken, um seinen Freund zu befreien.

Andreas Steinhöfel hat mit der Trilogie von Rico und Oskar zahlreiche renommierte Preise gewonnen. 2013 erhielt er für sein kinderliterarisches Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises.

Inszenierung: Angelika Schlaghecken
Bühnenbild: Birgit Kellner
Kostüme: Silja Oestmann
Dramaturgie: Julia Dina Heße
Theaterpädagogik: Peter Hägele
Schauspiel

Heldenangst

Schauspiel nach dem Roman von Gabriel Chevallier in einer Fassung von Friederike Engel

Es gibt viele Versuche das große Morden und die unglaubliche Gewalt des 1. Weltkriegs literarisch zu bewältigen. Zu den wenig bekannten, doch stärksten Antikriegsromanen über diese Erfahrung zählt der Roman HELDENANGST des Franzosen Gabriel Chevalliers aus dem Jahr 1930. Es ist ein atemberaubend schonungsloses Erinnerungsbuch, ein poetisch kraftvoller Kriegsbericht. Der »Held« der Geschichte ist der gerade 18 jährige Jean Dartemont, der 1914 als Rekrut in den Krieg gegen Deutschland zieht und vier Jahre in den Schützengräben Nord- und Westfrankreichs verbringt. Es ist ein Gang in die Hölle, ein tiefer Fall aus der Zivilisation in ein Reich des Wahns und der Vernichtung. Das zentrale Motiv des Romans ist die Angst. Ein Gefühl, das so übermächtig war und doch ein Tabu blieb, in keinem Geschichtsbuch auftaucht, da es jedes Heldenpathos sabotiert. Kein Wunder, dass der Roman in Frankreich bei Ausbruch des 2. Weltkrieges unterdrückt wurde.

2018 jährt sich das Ende des 1. Weltkriegs zum 100ten Mal, mehr als 70 Jahre ist der 2. Weltkrieg vorbei. Drei Generationen haben im größten Teil von Europa keinen Krieg mehr erleben müssen. Weiß man heute noch, welche Schrecken die Weltkriege des 20. Jahrhunderts verbreitet haben? Droht ein zu leichtfertiger Umgang mit dem Frieden? Und welche Gefahren gehen für den Frieden von dem neuentflammten Nationalismus in Europa aus?

Inszenierung: Frank Behnke
Bühne & Kostüme: Frank Behnke / Sophia Debus
Dramaturgie: Michael Letmathe

In deutscher und französischer Sprache
Theater

Der Reichsbürger

von Konstantin und Annalena Küspert

Fake, Lügen, Verschwörungstheorien, Paralleluniversen, Manipulation und Propaganda haben in der Politik und in den Medien im 21. Jahrhundert Konjunktur, und das nicht erst seit sich auch Präsidenten von westlichen Nationen diesen Methoden bedienen. »Der Wahnsinn hat Methode« heißt es in Shakespeares Hamlet. Wie kommt es, dass Menschen die Wirklichkeit vollkommen ignorieren und sich in ein Paralleluniversum zurückziehen? Was treibt sie an, die politische und historische Realität vollkommen zu verdrehen? Sind es harmlose Verirrte, die ihre Wohnung oder ihr Haus und Grundstück zum unabhängigen Territorium erklären? Oder Utopisten, die Unabhängigkeitsphantasien radikal ausleben? Verrückte Wutbürger, die sich von Staat und öffentlichen Institutionen betrogen und nicht repräsentiert fühlen?

»Sogenannte Reichsbürger sind ein Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker, Rechtsextreme, Holocaust-Leugner und Querulanten. Sie lehnen das Grundgesetz ab und tun so, als bestehe das Deutsche Reich fort. Reichsbürger werden vom Verfassungsschutz beobachtet«, heißt es in einer Stellungnahme des Nordrheinwestfälischen Innenministeriums. Seit ein »Reichsbürger« im vergangenen Jahr in Bayern mit einer Waffe auf einen Polizisten geschossen hat, sind sie in den Fokus der Medien gerückt. Bis zu 12.000 »Reichsbürger« soll es in Deutschland geben …

Konstantin Küspert, aktuell mit dem Publikumspreis der Mühlheimer Theatertage für sein Stück EUROPA VERTEIDIGEN ausgezeichnet, ist einer der avanciertesten Vertreter eines neuen politischen Theaters in Deutschland. Seine Texte kreisen um Fremdenfeindlichkeit, um die Wertegemeinschaft Europa und andere drängende politische Themen. DER REICHSBÜRGER, so lautet der Arbeitstitel, nähert sich diesem irritierenden gesellschaftlichen Phänomen und ist eine Auftragsarbeit für das Schauspiel Münster.

Inszenierung: Julia Prechsl
Bühne & Kostüme: Sophia Debus
Dramaturgie: Barbara Kerscher
Konzert

Das weiße Album

Ein Live-Konzert nach dem Album der Beatles

»You say you want a revolution, well, you know, we all want to change the world.«

Die Beatles waren nicht nur eine Band, sie waren für Millionen Menschen eine politische und gesellschaftliche Lebenseinstellung. Vor 50 Jahren erschien THE WHITE ALBUM – die legendäre Doppel-LP mit Liedern wie DEAR PRUDENCE, OB-LA-DI, OB-LA-DA oder REVOLUTION.

Durch das Mischen der Musikstile wie Rock ’n’ Roll und Blues über Psychedelic zu Country Folk revolutionierten die Beatles mit diesem Album die Popmusik. Sie waren auf dem Zenit ihres Erfolges. 1968 war der Summer of Love vorbei: Ein Attentat auf Rudi Dutschke. Ein Attentat auf Martin Luther King. Der Prager Frühling. Aus Rom eine Enzyklika gegen die Pille. Da erschien DAS WEISSE ALBUM wie ein Sonnenstrahl in der Finsternis. Die Beatles hatten sich verändert – die Pilzköpfe waren verschwunden, alte Konzepte wurden über Bord geworfen. Es ist das persönlichste ihrer Alben, das den Abgesang der erfolgreichsten Band der Welt einläutete und zugleich eigenständige große Künstler geboren hatte.

DAS WEISSE ALBUM bietet eine Steilvorlage für ein hochmusikalisches Schauspielensemble. Jedes Lied erzählt seine eigene Geschichte und wird Teil eines außergewöhnlichen Konzertabends. Der Autor Roland Schimmelpfennig, einer der renommiertesten Gegenwartsdramatiker Deutschlands, hat für DAS WEISSE ALBUM die Texte ins Deutsche übertragen.

Inszenierung: Michael Letmathe
Bühne & Kostüme: Bernhard Niechotz
Musikalische Leitung: Fabian Kuss
Dramaturgie: Barbara Bily
Theater

Falsch

Schauspiel von Lot Vekemans

Was ist in der Nacht auf der Rückfahrt von der Familienfeier passiert? Sis, eine bekannte Fernsehmoderatorin, und Kat, ihre Schwester, eine bekannte Schauspielerin, sitzen in einer Zelle bei der Polizei und werden nach einem tödlichen Verkehrsunfall der Fahrerflucht beschuldigt. Kat hat betrunken auf dem Rücksitz geschlafen, Sis saß am Steuer und erinnert sich nur daran, gegen eine Leitplanke gefahren zu sein. In der Isolation der Zelle verschwimmen die Kategorien von richtig und falsch und die Schwestern sind unausweichlich einander ausgeliefert. Es beginnt eine schonungslose Abrechnung. Als plötzlich ein Zeuge auftaucht, scheinen sich die Ereignisse der Nacht zu klären. Doch wie neutral ist dieser Fremde?

Inszenierung: Frank Behnke
Bühne & Kostüme: Christine von Bernstein
Dramaturgie: Barbara Bily
Theater

Die Leiden des jungen Werther

Schauspiel nach dem Briefroman von Johann Wolfgang Goethe

Der junge Werther hat seine Heimat verlassen und sich in einer paradiesischen Gegend niedergelassen. Bei einem Ball auf dem Lande macht er die Bekanntschaft mit Lotte, die sein Herz näher angeht. Doch Lotte hat bereits einen braven Bräutigam – Albert. Werthers Liebe zu Lotte kann nicht erwidert werden und endet tragisch. An Heiligabend wählt Werther den Freitod.

Goethes WERTHER wurde innerhalb kürzester Zeit zum meistgelesenen Buch des Sturm und Drang. Er selbst sagt über den Erfolg des 1774 erschienenen Romans: »Die Wirkung dieses Büchleins war groß, ja ungeheuer, und vorzüglich deshalb, weil es genau in die rechte Zeit traf.« Die damalige Kritik unterstellte dem Werk jedoch, eine Suizidwelle junger Männer ausgelöst zu haben.

Inszenierung: Gregor Tureček
Bühnenbild & Video: Julia Novacek
Kostüme: Silja Oestmann
Dramaturgie: Barbara Bily
Aufführungen / Theater Theater Bielefeld Bielefeld, Brunnenstraße 3-9
Aufführungen / Theater Theater Osnabrück Osnabrück, Domhof 10/11
Aufführungen / Konzert Westfälische Kammerphilharmonie Gütersloh, Kurfürstenstraße 7
Aufführungen / Theater Theaterlabor im Tor 6 Bielefeld, H.-Kleinewächter-Str. 4