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Theater Münster

Theater ist Ort der Unterhaltung und der Auseinandersetzung, der Verzauberung, der Utopien und der Identitätsstiftung, ist Ort der Wahrnehmung gesellschaftspolitischer Zusammenhänge und Zukunftswerkstatt. Theater ist Ort der Suche nach Werten und Orientierung und Spiegel seiner Zeit und natürlich ist Theater immer Ort des gemeinschaftlichen Erlebnisses.

Das Theater der Stadt Münster ist alles in einem! Als größte und traditionsreichste Kultureinrichtung Münsters sieht das Theater Münster mit seinen fünf Sparten – Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Konzert und Jungem Theater – die Vermittlung dieser Vielfalt an ein breites Publikum als seine zentrale Aufgabe.

In jeder Spielzeit stehen im Großen Haus, im variablen Kleinen Haus und in der neuen Spielstätte U2 rund 30 Premieren und 600 Vorstellungen auf dem Spielplan. Sie bilden ein breit gefächertes Programm aus Bekanntem und Neuem – angefangen von den großen Klassikern bis hin zu Ur- und Erstaufführungen.

Kontakt

Theater Münster
Neubrückenstraße 63
D-48143 Münster

Telefon: +49 (0)2 51-59 09-0
Fax: +49 (0)2 51-59 09-202

 

Theaterkasse
dienstags bis freitags 10:00 -19:30 Uhr
samstags 10:00 -14:00 Uhr
Tel.: +49 (0)2 5-59 09-100
Fax: +49 (0)2 5-59 09-205
Oper

Die Liebe zu den drei Orangen

Oper von Sergej Prokofjew

Premiere: 06. April 2019

König Treff ist verzweifelt, denn sein Sohn und Thronfolger ist todkrank und kann nur durch eine herzhafte Lachsalve geheilt werden. Spaßmacher Truffaldino erhält den Auftrag, den Prinzen zum Lachen zu bringen. Durch einen unfreiwilligen Zufall sorgt dafür die intrigante Fata Morgana, die den Prinzen daraufhin verflucht: Zur Strafe muss er sich in drei Orangen verlieben. Aus einer der Früchte entspringt wenig später Ninetta, die sich augenblicklich in den Prinzen verliebt. Die ­bevorstehende Hochzeit versucht Fata Morgana erneut durch ­einen Hexenzauber zu verhindern. Doch das Böse wird besiegt und mit ­einem großen Fest wird Hochzeit gefeiert.

Mit seiner Oper DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN initiiert Sergej Prokofjew (1891 – 1953) eine Art Renaissance der Opera buffa. Mit ihr huldigt er – an die Theaterästhetik Meyerholds anknüpfend – der Märchen­welt Carlo Gozzis und dem Stil der Commedia dell’arte. Letztlich setzt Prokofjew mit seiner betont surrealen Märchenoper aus dem Jahr 1921 auf befreiendes Lachen, bei der allerdings auch die Lieb­haber der anderen Genres nicht leer ausgehen.

Musikalische Leitung: Golo Berg
Inszenierung: Sebastian Ritschel
Bühnenbild: Pascal Seibicke
Kostüme: Sebastian Ritschel / Pascal Seibicke
Mitarbeit Kostüme: Jakob Baumgartner / Kathrin Schmidt
Video: Sven Stratmann
Choreinstudierung: Inna Batyuk / Joseph Feigl
Dramaturgie: Ronny Scholz
Theater

Kasimir und Karoline

Volksstück von Ödön von Horváth

»Und die Liebe höret nimmer auf« ist das zynische Motto, das Ödön von Horváth diesem kleinen Totentanz über das Ende einer Liebe in Zeiten der Krise voranstellt. Schauplatz ist das Münchner Oktoberfest in unserer Zeit.

Kasimir ist Chauffeur und hat gerade seine Arbeit verloren, aber seine Freundin Karoline will unbedingt auf dem Oktoberfest ihren Spaß haben. Da Kasimir nicht in Stimmung ist und Karoline trotzig ­ihren Willen durchsetzt, trennen sich ihre Wege. Karoline stürzt sich ins Vergnügen. Erst trifft sie auf den Zuschneider Schürzinger und lässt sich in die Achterbahn einladen, dann zieht sie mit einem alten ­bierseligen Kommerzienrat weiter. Kasimir versucht derweil seinen Kummer zu vergessen und hängt sich an den Kleinkriminellen Merkl Franz. Nach einigen Maß Bier lässt sich ­Kasimir dazu überreden bei einem Diebstahl Schmiere zu stehen. Am Ende der Nacht treffen sich Kasimir und Karoline auf einem Parkplatz noch einmal wieder. Merkl Franz ist von der Polizei geschnappt worden und der Kommerzienrat hat einen Herzinfarkt erlitten. »Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich – aber dann kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln und das Leben geht weiter, als wär man nie dabei gewesen.«

KASIMIR UND KAROLINE, 1932 entstanden, ist eine »Ballade von stiller Trauer gemildert durch Humor« schrieb Ödön von Horváth. Wie kaum ein anderer Autor entlarvt er das Abgründige und Monströse in seinen Figuren. Er zeichnet das Bild einer von Abstiegsängsten und Aufstiegsfantasien getriebenen Gesellschaft, die ebenso gierig ist wie innerlich leer.

Inszenierung: Frank Behnke
Bühne & Kostüme: Martin Miotk
Sound & Musikal. Einstudierung: Leonardo Mockridge
Dramaturgie: Barbara Bily
Theater

Das Tagebuch der Anne Frank

Monooper von Grigori Frid

In ihrem Tagebuch nimmt sich die 13-jährige Anne Frank, was ihr im wahren Leben verwehrt bleibt: Raum und gedankliche Freiheit. Über zwei Jahre wird sie in den faschistisch besetzten Niederlanden gemeinsam mit ihrer Familie in einem Amsterdamer Hinterhaus versteckt. Ihre Gefühle, tiefgründigen Gedanken, Hoffnungen und Ängste hält sie dabei in ihren Aufzeichnungen fest, in denen ihr unbeugsamer Lebenswille ebenso Ausdruck findet.

Die zweiteilige Mono-Oper von Grigori Frid (1915 – 2012) hat mit ­einem fast wortgetreuen Libretto aus den Originaltexten Anne Franks eine tief berührende musikalisch-lyrische Erzählung geschaffen.

Musikalische Leitung & Klavier: Fabian Liesenfeld
Inszenierung: Jan Holtappels
Bühne & Kostüme: Melanie Walter
Dramaturgie: Ronny Scholz
Theater

Don Juan

Komödie von Patrick Marber nach Molière

»Er ist Mephisto im Maßanzug, ohne Übertreibung, er ist ein Terrorist!«

Molières Komödie DON JUAN wird äußerst selten gespielt. Jetzt hat der bekannte englische Dramatiker Patrick Marber den Stoff neu ­erzählt. Er katapultiert Molières Don Juan ins 21. Jahrhundert. Marbers Don Juan, genannt DJ, ist ein Monster, zynisch und sexbesessen, ein Narzisst, dem Frauen nur Mittel zur Triebbefriedigung sind.

Elvira und ihre ganze Familie sind verzweifelt, da seit drei Tagen ihr Ehemann DJ verschollen ist. Als Elviras Bruder DJ´s Freund Stani in einer Hotellobby findet, glaubt er sich am Ziel. Leider muss er ­erfahren, dass DJ nicht allein auf dem Hotelzimmer ist, denn drei Wochen Eheleben haben ihm gereicht. Elviras Versuche ihn zurückzugewinnen scheitern – ihre Familie schwört Rache. Doch auch das kann DJ nicht davon abhalten, noch am selben Abend erneut auf Beutefang zu gehen. In nur einer Nacht lässt er eine Hochzeit platzen, verführt die Braut und gibt sich als Arzt aus, um an eine andere Frau heranzukommen. Niemand kann verhindern, dass er auf grausame Weise mit den Gefühlen ­anderer Menschen spielt, bis schließlich etwas Unvorhergesehenes in sein Leben tritt.

»Ein kongeniales Update von Molière… Als Zuschauer ist man zugleich abgestoßen und gebannt, sympathisiert mit einem Egomanen, der der Verlogenheit vehement den Kampf ansagt«, schreibt der Londoner The Guardian im April 2017. Das Stück zeigen wir als Deutschsprachige Erstaufführung.

Inszenierung: Michael Letmathe
Bühne & Kostüme: Bernhard Niechotz
Dramaturgie: Barbara Bily
Musical

Sugar - Manche mögen's heiss

Musical-Komödie

Buch von Peter Stone | Musik von Jule Styne | Gesangtexte von Bob Merrill

»Nobody’s perfect!«

Chicago, 1929. Zwei arbeitslose Musiker, Saxophonist Joe und Bassist Jerry, werden Augenzeugen eines Bandenmassakers. Um dem Gangsterboss Spats Palazzo und seinen Gefolgsleuten zu entkommen, schließen sie sich – als Frauen verkleidet – der Damenkapelle Society Syncopators an, die in Florida ihr nächstes Engagement hat. Joe, jetzt ­Josephine, verliebt sich in die wunderschöne Band-Sängerin Sugar Kane und Jerry wickelt – als Daphne – Millionär Sir Osgood Fielding um den Finger, um all die teuren Geschenke zu genießen, die ihm ­regelmäßig zuteil werden. Totales Chaos bricht aus, als Spats Palazzo und seine Bande das Hotel betreten und erkennen, wer Josephine und Daphne wirklich sind…

Das Erfolgsmusical SUGAR wurde 1972 am Majestic Theatre in New York uraufgeführt und begeisterte mit 505 Vorstellungen en suite die Broadwayzuschauer. Die swingende Musik von Komponist Jule Styne (1905 – 1994), der auch die Welterfolge FUNNY GIRL und GYPSY schrieb, und das temporeiche Buch von Peter Stone nach Billy Wilders Filmkomödie SOME LIKE IT HOT lassen die wilden 20er Jahre wieder aufkeimen und sorgen für rasante Unterhaltung.
Oper

Street Scene

Amerikanische Oper von Kurt Weill

»Wouldn’t you like to be on Broadway?«

STREET SCENE spielt in Manhattan. Anna Maurrants außer­eheliche Affäre mit dem Milchmann Sankey ist das Gespräch der Straße. Der junge Nachbar Sam Kaplan und Annas ­Tochter Rose sind heimlich ineinander verliebt und träumen davon, dem ärmlichen Wohnblock zu entfliehen. Annas stumpfsinniger Ehemann Frank weiß nichts von der Liebschaft seiner Frau, ahnt jedoch etwas. So kommt er unerwartet früher nach Hause, erwischt die beiden und erschießt sie. Gemeinsam mit ihrem Bruder Willie, aber ohne Sam, verlässt die schockierte Rose daraufhin die elterliche Wohnung, um irgendwo weit weg ein besseres Leben zu suchen.

Die Oper STREET SCENE von Kurt Weill (1900 – 1950) wurde am 9. Januar 1947 im Adelphi Theater in New York City uraufgeführt und zeigt einen Ausschnitt aus dem Leben einfacher Mietshausbewohner in New York, deren Wünsche und Probleme, Hoffnungen und Enttäuschungen. Weill verwirklichte in diesem Werk seinen Traum einer American Opera. Er mischt Oper und Operette mit Musical-Versatz­stücken und erlaubt neben der großen Arie auch Swing, Blues und Jazz. Die Partitur ordnet alles akribisch genau der jeweiligen Situation zu und baut aus dieser sonderbaren Mischung ein spannendes Ganzes.

Musikalische Leitung: Stefan Veselka
Inszenierung: Hendrik Müller
Choreografie: Andrea Danae Kingston
Bühnenbild: Rifail Ajdarpasic
Kostüme: Katharina Weissenborn
Choreinstudierung: Inna Batyuk
Einstudierung Kinderchor & Kindersolisten: Claudia Runde
Dramaturgie: Ronny Scholz
Theater

Münster 69 - Revolution in der Provinz

Stadtrecherche von Ruth Messing und dem Schauspielensemble

Wir schreiben das Jahr 1969. An den Städtischen Bühnen Münster wird feierlich der Grundstein für das Kleine Haus gelegt. »Der Weg ins Theater führt durch den Arsch des Intendanten«, posaunt eine Gruppe protestierender Studenten und Studentinnen dem ehemaligen Intendanten Horst Gnekow durch ein Megafon entgegen. Harte Kritik am Status quo, radikales Rütteln an vorhandenen Strukturen und eine Stimmung, die Aufbruch und Verbesserung verspricht: Das Private soll politisch und das Politische privat sein.

In einer Stückentwicklung wollen wir die Revolution in der Provinz ­feiern. Wie erinnert sich der Münsteraner und die Münsteranerin an ­dieses Stück Geschichte? Und wie können wir von Veränderung ­erzählen, wenn wir als Theaterschaffende selbst heute noch in stark hierarchischen Strukturen arbeiten? Es lebe die Mitbestimmung?!
Theater

Anna Karenina

Aermin Petras

nach dem Roman von Leo Tolstoi

Anna Karenina, eine der großen Frauengestalten der Welt­literatur, strebt in Leo Tolstois Jahrhundertroman nach absolutem Liebesglück. Doch ist dieses Glück den Verlust ihrer Familie wert?

An einem Bahnsteig treffen Anna Karenina und Graf Alexej Wronski zusammen. Und obwohl Anna eine verheiratete Frau und Mutter ist, kann Graf Wronski nicht von ihr und sie nicht von ihm lassen – die Liebe der beiden ist zu groß und voller Sehnsucht nach dem vollkommenen Glück. Als Anna von Wronski ein Kind erwartet, muss sie sich ihrem Ehemann anvertrauen. Die Ehe der Karenins zerbricht. Auch die Liebesbeziehungen der anderen Familienmitglieder stehen unter unglücklichen Sternen: Annas Bruder Stefan ist ein Lebemann und betrügt seine Ehefrau Dascha. Ihrer Schwester Kitty möchte Dascha ein solch fahles Liebesleben ersparen und rät ihr zur Ehe mit dem Gutsbesitzer Lewin – doch eigentlich wartet Kitty auf Graf Wronski, der nie zu ihr zurückkommen wird.

ANNA KARENINA entstand zwischen den Jahren 1873 – 1877 und wurde schon häufiger für das Theater adaptiert. Die Modernität des Stückes liegt in der Zerrissenheit der großartig gezeichneten Charaktere, die in einen unauflöslichen und existentiellen Konflikt zwischen persönlichem Glücksstreben und der Verantwortung gegenüber einer Gesellschaft geraten.

Inszenierung: Max Claessen
Bühne & Kostüme: Ilka Meier
Video: Andreas Klein
Dramaturgie: Barbara Bily
Tanz

Eine Winterreise

Tanzabend von Hans Henning Paar zu Musik von Hans Zender

»Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh‘ ich wieder aus…«

Mit diesen Worten beginnt einer der bekanntesten Liederzyklen der Romantik, die WINTERREISE, mit dem Franz Schubert (1797 – 1828) eine Kette von Rückblicken und Stimmungen eines von der Liebe enttäuschten Mannes auf seiner ziellosen Reise durch eine erstarrte Winterlandschaft beschreibt – eine Reise, die keine Rückkehr kennt. Die 24 Lieder zu Gedichten Wilhelm Müllers wirkten für die Ohren der Zeitgenossen im biedermeierlichen Wien um 1827 allzu hoffnungslos und depressiv – der Komponist selbst nannte sie einen »Kranz schauerlicher Lieder«.

Hans Zender sucht in seiner komponierten Interpretation nicht nach einer neuen expressiven Deutung des Liederzyklus‘, sondern nach der eigentlichen Intention, die auch im politischen und gesellschaftlichen Kontext ihrer Entstehungszeit betrachtet werden muss. Er zeigt Brüche auf, vergrößert Kontraste und verschärft Akzentuierungen. Mittels Dissonanzen, Montagen, Abbrüchen, Wiederholungen und verfremdeten Klangeffekten durchbricht der Komponist die ästhetische Routine der Klassikerrezeption, sodass die WINTERREISE (für uns heute) wieder so ungewohnt klingt, wie das Original für die Hörer zur Zeit ihrer Entstehung.

Fasziniert von der Synthese aus Tradition und Moderne, übersetzt Hans Henning Paar die Metaphern des Stückes in eine klare, auf das Wesentliche reduzierte Bewegungssprache. Durch die Integration des Sängers in das Tanzgeschehen entsteht ein unvergleichlich bildhaft-dramatisches Gesamtwerk.

Musikalische Leitung: Thorsten Schmid-Kapfenburg
Inszenierung & Choreografie: Hans Henning Paar
Bühnenbild: Bernhard Niechotz
Kostüme: Isabel Kork
Dramaturgie: Esther von der Fuhr
Choreografische Assistenz: László Nyakas
Theater

Drei Manslüü In'n Snei

Komödie in 5 Akten, nach dem Roman von Erich Kästner, Münsterländisches Platt von Hannes Demming

»Prinzipien sind daoför dao, dat m’sik nich dao an hölt.«

Der exzentrische und reiche Geheimrat Eduard Tobler beteiligt sich unter fremdem Namen an einem Preisausschreiben seiner eigenen Firma – und gewinnt prompt den zweiten Preis: einen zehntägigen Aufenthalt in einem Skihotel! Er beschließt, die Reise inkognito anzutreten: Tobler will die Menschen studieren, will ­wissen, wie sie auf einen armen Schlucker reagieren würden. Gemeinsam mit seinem Butler Johann, der sich als wohlhabender Privatier ausgibt, geht die Reise los. Zwar informiert Toblers besorgte Tochter Hilde vorab den Empfangschef im Hotel über die Maskerade eines Millionärs, doch gerät trotzdem alles in Unordnung. Zeitgleich trifft der Gewinner des ersten Preises im Skihotel ein: der tatsächlich mittel­lose Fritz Hagedorn. Und so nimmt das heitere Spiel um Sein und Schein seinen Lauf…

Inszenierung: Cornelius Demming
Bühnenbild: Kerstin Bayer
Kostüme: Helgard Classen-Seifert
Theater

Saul

Szenisches Oratorium von Georg Friedrich Händel

»In Hass und in Furcht muss ich mich verzehr’n.«

Mit dem Sieg Davids über Goliath beginnt die Macht König Sauls zu bröckeln: Erst wenden sich seine Kinder von ihm ab, dann feiert auch das israelische Volk den jungen Helden. David gewinnt ohne Mühen die Gunst aller. Neid macht sich bei dem alten König bemerkbar und übernimmt die Oberhand. Saul verfällt einem krankhaften Wahn, in dem er seine Familie und schließlich sich selbst opfert. Dabei verliert er den göttlichen Beistand – und David besteigt mit Gottes Segen den Thron.

Georg Friedrich Händels (1685 – 1759) SAUL, auf der alttestamenta­rischen Geschichte aufbauend, gehört zu den dramatischsten szenischen Oratorien des Komponisten und zeigt eine große Nähe zur damaligen Oper. Seine ausdrucksstarke Musik charakterisiert die Figuren differenziert und mitreißend, das Orchester malt durch die Erweiterung von Posaunen, Harfe, Orgel, Glockenspiel und Kesselpauken farbenreich die Affekte, Seelenzustände und Situationen des biblischen Dramas.

Musikalische Leitung: Michael Hofstetter
Inszenierung: Susanne Knapp
Bühne & Kostüme: Christopher Melching
Choreografie: Jason Franklin
Choreinstudierung: Inna Batyuk
Dramaturgie: Frederik Wittenberg

in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Theater

FRÄULEINELSE.COM

nach Arthur Schnitzlers Novelle FRÄULEIN ELSE

»Eine Viertelstunde dastehen vor ihrer Schönheit …«, das ist der Preis, den Else zahlen soll, um ihre Familie aus einer finanziellen Not zu retten. Aus Liebe zu ihrem Vater zeigt sie sich dem Geschäftsfreund nackt, ohne die Folgen für sich selbst abschätzen zu können.

Arthur Schnitzler, der Sigmund Freud des Theaters, ist ein Meister des inneren Monologs. Das innere Erleben seiner Figur wird dabei auch immer zu einem kritischen Gesellschaftsbild. Wieweit gehen Menschen, um den äußeren Schein zu wahren? Wieviel sind sie bereit zu opfern? Bei FRÄULEIN ELSE ist es die Würde der Tochter, die leichtfertig verspielt wird.

Andrea Spicher katapultiert diese Geschichte in ihrer Spielfassung ins 21. Jahrhundert, in eine Welt von Instagram und Facebook.

Regie / Konzept & Spiel: Andrea Spicher
Theater

Die Leiden des jungen Werther

Schauspiel nach dem Briefroman von Johann Wolfgang Goethe

Der junge Werther hat seine Heimat verlassen und sich in einer paradiesischen Gegend niedergelassen. Bei einem Ball auf dem Lande macht er die Bekanntschaft mit Lotte, die sein Herz näher angeht. Doch Lotte hat bereits einen braven Bräutigam – Albert. Werthers Liebe zu Lotte kann nicht erwidert werden und endet tragisch. An Heiligabend wählt Werther den Freitod.

Goethes WERTHER wurde innerhalb kürzester Zeit zum meistgelesenen Buch des Sturm und Drang. Er selbst sagt über den Erfolg des 1774 erschienenen Romans: »Die Wirkung dieses Büchleins war groß, ja ungeheuer, und vorzüglich deshalb, weil es genau in die rechte Zeit traf.« Die damalige Kritik unterstellte dem Werk jedoch, eine Suizidwelle junger Männer ausgelöst zu haben.

Inszenierung: Gregor Tureček
Bühnenbild & Video: Julia Novacek
Kostüme: Silja Oestmann
Dramaturgie: Barbara Bily
Theater

Sein oder Nichtsein

Komödie von Nick Whitby nach dem Film TO BE OR NOT TO BE von Ernst Lubitsch

»Wenn es Krieg gibt, wird dieses Stück ein Kassenknüller!«

Warschau 1939. Das Polski Theater probt das Stück Ein Geschenk von Hitler. Als die Bomben über Warschau fallen und der Zweite Weltkrieg ausbricht, wird das Stück aus Angst vor einem Konflikt mit den Nazis abgesetzt und kurzerhand Shakespeares HAMLET wieder ins Programm genommen. Doch jedes Mal, wenn der Hamlet-Darsteller Josef Tura zu dem berühmten Monolog »Sein oder Nichtsein« ansetzt, verlässt ein Zuschauer den Saal. Und das bei jeder Aufführung. Tura ist tief in seiner Schauspielerehre verletzt. Er weiß nicht, dass es sich um den jungen polnischen Flieger Stanislaw Sobinsky handelt, der während seines großen Monologes die Zeit mit Turas Frau in der Garderobe verbringt. Die Liaison droht aufzufliegen, doch plötzlich bleibt keine Zeit für private Dramen und es geht wirklich um Leben und Tod: Eine Liste mit Namen von polnischen Untergrundkämpfern ist in die Hände der Nazis gefallen. Um an die Todesliste zu gelangen, wird ein raffinierter Plan geschmiedet. Die Schauspieler benutzen die Illusion des Theaters, schlüpfen in die Kostüme ihres abgesagten Stücks und Josef Tura spielt die Rolle seines Lebens…

1942, auf dem Höhepunkt der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft, brachte Ernst Lubitsch seine ­Satire To Be or Not to Be in die amerikanischen Kinos und bewies, dass Lachen mitunter das beste Mittel gegen das Böse ist: Es entstand eine wunderbare Liebeserklärung an die Kraft des Theaters.

Inszenierung: Christian von Treskow
Bühne & Kostüme: Dorien Thomsen
Choreografie: Tony De Maeyer
Dramaturgie: Michael Letmathe
Tanz

Unknown Territories

Ein spartenübergreifender Tanz-Theater-Abend

»Das Fremde und das Eigene.«

Mit seinem innovativen Anliegen, die strengen Gattungsgrenzen ­zwischen bildender, darstellender und angewandter Kunst ­aufzulösen, prägte das 1919 von Walter Gropius gegründete Bauhaus zahlreiche KünstlerInnen der Moderne. Es entstanden neue experimentelle ­Theaterformen wie z. B. die Bauhausbühne unter der Leitung von ­Oskar Schlemmer, welche in Form von Bewegungs- und Raumexperimenten unter Einbeziehung von Licht- und Filmprojektion u. a. mit der Aufhebung des Theaterraumes spielte.

Angeregt durch das LWL-Museum für Kunst und Kultur im Rahmen der Ausstellung BAUHAUS UND AMERIKA entstand die Idee für ein spartenübergreifendes Theaterprojekt mit der Lust am interdisziplinären, intermedialen Experiment: In kollektiver Autorenschaft von Choreograf, Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner, Videokünstler, Komponist und DarstellerInnen entsteht ein Gesamtkunstwerk, bei dem die Interaktion zwischen visueller, auditiver und darstellender Kunst im Zentrum steht.

Sowohl im Zusammen- als auch im Widerspiel der verschiedenen Disziplinen und Gattungen werden Grenzen ausgelotet und die Wahrnehmung des Eigenen und des Anderen hinterfragt. Es kommt sprichwörtlich zu einer Auseinandersetzung mit »Fremdkörpern und Denkräumen«.

Inszenierung / Choreografie & Konzept: Hans Henning Paar
Inszenierung & Konzept: Michael Letmathe
Bühnenbild: Luis Crespo
Kostüme: Bernhard Niechotz
Video: Sven Stratmann
Musik: Fabian Kuss
Dramaturgie: Esther von der Fuhr
Choreografische Assistenz: László Nyakas
Theater

Eine Art Liebeserklärung

Schauspiel von Neil LaBute
Deutschsprachige Erstaufführung

»Wieviel wiegt eigentlich eine Lüge?« Auf diese Frage einer Schülerin hatte Faye zunächst keine Antwort und das, obwohl sie eine gute Lehrerin ist. Gute Lehrer haben Antworten auf alle Fragen, findet sie.

Faye ist verheiratet und glücklich – doch leider kinderlos, weil ihr Ehemann zeugungsunfähig ist. Und dann tritt Tommy in Fayes ­Leben. Er ist eigentlich ihr Schüler und trotzdem beginnt sie wider besseres Wissen eine Affäre mit ihm. Obwohl sie ihren Mann liebt, ist da diese Leere in ihrem Leben, die sie zu füllen versucht. Faye nimmt ihr Schicksal in die Hand… und dann hat sie plötzlich die Antwort auf die Frage: 2800 Gramm.

Neil LaBute, einer der bedeutendsten amerikanischen Theaterautoren der Gegenwart, wurde in Deutschland mit dem Stück bash – stücke der letzten Tage bekannt. Er gilt als »unerbittlicher Chronist des Bösen, das Menschen einander antun«, so schreibt es The New York Times. Das Theater Münster zeigt die Deutschsprachige Erstauf­führung ­dieses bewegenden Monologes.

Inszenierung: Schirin Khodadadian
Bühne & Kostüme: Sophia Debus
Dramaturgie: Michael Letmathe
Schauspiel

Heldenangst

Schauspiel nach dem Roman von Gabriel Chevallier in einer Fassung von Friederike Engel

Es gibt viele Versuche das große Morden und die unglaubliche Gewalt des 1. Weltkriegs literarisch zu bewältigen. Zu den wenig bekannten, doch stärksten Antikriegsromanen über diese Erfahrung zählt der Roman HELDENANGST des Franzosen Gabriel Chevalliers aus dem Jahr 1930. Es ist ein atemberaubend schonungsloses Erinnerungsbuch, ein poetisch kraftvoller Kriegsbericht. Der »Held« der Geschichte ist der gerade 18 jährige Jean Dartemont, der 1914 als Rekrut in den Krieg gegen Deutschland zieht und vier Jahre in den Schützengräben Nord- und Westfrankreichs verbringt. Es ist ein Gang in die Hölle, ein tiefer Fall aus der Zivilisation in ein Reich des Wahns und der Vernichtung. Das zentrale Motiv des Romans ist die Angst. Ein Gefühl, das so übermächtig war und doch ein Tabu blieb, in keinem Geschichtsbuch auftaucht, da es jedes Heldenpathos sabotiert. Kein Wunder, dass der Roman in Frankreich bei Ausbruch des 2. Weltkrieges unterdrückt wurde.

2018 jährt sich das Ende des 1. Weltkriegs zum 100ten Mal, mehr als 70 Jahre ist der 2. Weltkrieg vorbei. Drei Generationen haben im größten Teil von Europa keinen Krieg mehr erleben müssen. Weiß man heute noch, welche Schrecken die Weltkriege des 20. Jahrhunderts verbreitet haben? Droht ein zu leichtfertiger Umgang mit dem Frieden? Und welche Gefahren gehen für den Frieden von dem neuentflammten Nationalismus in Europa aus?

Inszenierung: Frank Behnke
Bühne & Kostüme: Frank Behnke / Sophia Debus
Dramaturgie: Michael Letmathe

In deutscher und französischer Sprache
Theater

Der Reichsbürger

von Konstantin und Annalena Küspert

Fake, Lügen, Verschwörungstheorien, Paralleluniversen, Manipulation und Propaganda haben in der Politik und in den Medien im 21. Jahrhundert Konjunktur, und das nicht erst seit sich auch Präsidenten von westlichen Nationen diesen Methoden bedienen. »Der Wahnsinn hat Methode« heißt es in Shakespeares Hamlet. Wie kommt es, dass Menschen die Wirklichkeit vollkommen ignorieren und sich in ein Paralleluniversum zurückziehen? Was treibt sie an, die politische und historische Realität vollkommen zu verdrehen? Sind es harmlose Verirrte, die ihre Wohnung oder ihr Haus und Grundstück zum unabhängigen Territorium erklären? Oder Utopisten, die Unabhängigkeitsphantasien radikal ausleben? Verrückte Wutbürger, die sich von Staat und öffentlichen Institutionen betrogen und nicht repräsentiert fühlen?

»Sogenannte Reichsbürger sind ein Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker, Rechtsextreme, Holocaust-Leugner und Querulanten. Sie lehnen das Grundgesetz ab und tun so, als bestehe das Deutsche Reich fort. Reichsbürger werden vom Verfassungsschutz beobachtet«, heißt es in einer Stellungnahme des Nordrheinwestfälischen Innenministeriums. Seit ein »Reichsbürger« im vergangenen Jahr in Bayern mit einer Waffe auf einen Polizisten geschossen hat, sind sie in den Fokus der Medien gerückt. Bis zu 12.000 »Reichsbürger« soll es in Deutschland geben …

Konstantin Küspert, aktuell mit dem Publikumspreis der Mühlheimer Theatertage für sein Stück EUROPA VERTEIDIGEN ausgezeichnet, ist einer der avanciertesten Vertreter eines neuen politischen Theaters in Deutschland. Seine Texte kreisen um Fremdenfeindlichkeit, um die Wertegemeinschaft Europa und andere drängende politische Themen. DER REICHSBÜRGER, so lautet der Arbeitstitel, nähert sich diesem irritierenden gesellschaftlichen Phänomen und ist eine Auftragsarbeit für das Schauspiel Münster.

Inszenierung: Julia Prechsl
Bühne & Kostüme: Sophia Debus
Dramaturgie: Barbara Kerscher
Aufführungen Theater Bielefeld Bielefeld, Brunnenstraße 3-9
Aufführungen / Aufführung Kulturteam Detmold Detmold, Charles-Lindbergh-Ring 10
Fr, 29.3.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung Kulturteam Detmold Detmold, Charles-Lindbergh-Ring 10
Fr, 29.3.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Schauspiel Show-Bizz-Enterprise Ltd. Bochum, Hohensteinstr. 37
Sa, 30.3.2019, 15:00 Uhr
Aufführungen / Kulturveranstaltung Kurhaus Bad Hamm Hamm, Ostenallee 87
Aufführungen / Theater Theater Osnabrück Osnabrück, Domhof 10/11
Aufführungen / Varieté GOP Kaiserpalais Bad Oeynhausen Bad Oeynhausen, Im Kurgarten 8
Aufführungen / Theater Theaterlabor im Tor 6 Bielefeld, H.-Kleinewächter-Str. 4

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