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Theater Münster

Theater ist Ort der Unterhaltung und der Auseinandersetzung, der Verzauberung, der Utopien und der Identitätsstiftung, ist Ort der Wahrnehmung gesellschaftspolitischer Zusammenhänge und Zukunftswerkstatt. Theater ist Ort der Suche nach Werten und Orientierung und Spiegel seiner Zeit und natürlich ist Theater immer Ort des gemeinschaftlichen Erlebnisses.

Das Theater der Stadt Münster ist alles in einem! Als größte und traditionsreichste Kultureinrichtung Münsters sieht das Theater Münster mit seinen fünf Sparten – Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Konzert und Jungem Theater – die Vermittlung dieser Vielfalt an ein breites Publikum als seine zentrale Aufgabe.

In jeder Spielzeit stehen im Großen Haus, im variablen Kleinen Haus und in der neuen Spielstätte U2 rund 30 Premieren und 600 Vorstellungen auf dem Spielplan. Sie bilden ein breit gefächertes Programm aus Bekanntem und Neuem – angefangen von den großen Klassikern bis hin zu Ur- und Erstaufführungen.

Kontakt

Theater Münster
Neubrückenstraße 63
D-48143 Münster

Telefon: +49 (0)2 51-59 09-0
Fax: +49 (0)2 51-59 09-202

 

Theaterkasse
dienstags bis freitags 10:00 -19:30 Uhr
samstags 10:00 -14:00 Uhr
Tel.: +49 (0)2 5-59 09-100
Fax: +49 (0)2 5-59 09-205
Bewertungschronik

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Musiktheater

Der Untergang des Hauses Usher

(THE FALL OF THE HOUSE OF USHER)
Oper von Philipp Glass nach der Erzählung von Edgar Allan Poe

Premiere: 01. Februar 2020, Großes Haus

»Doch ich kann nicht fliehen, dies Haus hält mich, der Stein zerfällt.«

Nachdem William einen verzweifelten Brief seines Jugendfreundes Roderick Usher erhalten hat, besucht er den schwer Erkrankten und seine mysteriöse Zwillingsschwester Madeline. Angekommen, wird William Zeuge der letzten Tage des aussterbenden Geschlechts der Ushers und sein Aufenthalt gerät zu einem aussichtslosen Höllentrip... Edgar Allan Poes berühmte Horrorgeschichte fasziniert seit über einem Jahrhundert Dichter, Dramatiker und Komponisten. Poe deutet viel an, sagt aber kaum etwas konkret: Ist die Geschichte wirklich oder eine Halluzination? In welcher Beziehung stehen William, sein Freund Roderick Usher und Rodericks Schwester Madeline? Wurde sie lebendig begraben oder ist sie ein Dämon, der sich am Ende spektakulär rächt? Inzest, Homosexualität, Mord und das Übernatürliche hängen in der Luft, aber solche Dinge können nur in der Vorstellung des Publikums existieren.

Philip Glass (*1937) ist einer der Hauptvertreter der sogenannten »Minimal Music«. Seine Oper THE FALL OF THE HOUSE OF USHER wurde 1988 in Cambridge (Massachusetts) uraufgeführt und gehört zu den populärsten Werken des amerikanischen Komponisten. Mit seinen hypnotisch-fesselnden Klangwelten beschreibt Glass kongenial die mysteriöse Atmosphäre der Literaturvorlage und schlägt gleichzeitig – mit Anleihen an Film und Tanz – einen Bogen von der klassischen Musiktradition zur modernen Popkultur.

Musikalische: Leitung Stefan Veselka
Inszenierung: Sebastian Ritschel
Bühne & Kostüme: Sebastian Ritschel
Mitarbeit: Bühne Sophia Debus
Video: Sven Stratmann
Dramaturgie: Ronny Scholz

In deutscher Sprache

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Theater

Mein Vater und seine Schatten

Auftragsstück für das Schauspiel Münster von Martin Heckmanns

Premiere: 21. Februar 2020, Kleines Haus

»Du musst dich schon anstrengen, damit ich mich für dich interessiere.«

»Ich will die Geschichte der Bundesrepublik als Biografie eines Mannes erzählen, der zentrale historische Ereignisse am eigenen Leib erfahren und gestaltet hat. Ein Autor meines Alters erzählt die Geschichte seines Vaters mit Wut, Neid und Staunen, der Vater kann jederzeit Einspruch erheben. Eine Vater- Sohn-Drama also, eine Abrechnung. Die Grundsituation ist das Zwiegespräch zwischen Vater und Sohn über Erziehung, Erwartung, Gestaltung der Zukunft. ›Du musst Dich schon anstrengen, damit ich mich für Dich interessiere‹– dieser Satz ist Teil des Konflikts.« (Martin Heckmanns)

Der in Mönchengladbach geborene Autor Martin Heck­manns zählt zu den meistbeachteten Autoren seiner Gene­ration. Zu seinen bekanntesten Stücken zählen KRÄNK, SCHIESS DOCH, KAUFHAUS!, DAS WUNDERVOLLE ZWISCHENDING, WÖRTER UND KÖRPER, KOMMT EIN MANN ZUR WELT und EIN TEIL DER GANS. Er war zuletzt Drama­turg und Hausautor am Staatstheater Dresden. Seine Stü­cke wurden an vielen großen Theatern im ganzen deutsch­ sprachigen Raum uraufgeführt und zahlreich nachgespielt. Jetzt schreibt Martin Heckmanns erstmals ein Stück für das Schauspiel Münster.

Inszenierung: Frank Behnke
Bühnenbild: Peter Scior
Kostüme: Ayşe Gülsüm Özel
Musik: Leonardo Mockridge
Dramaturgie: Barbara Bily

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRWKULTURsekretariat

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Theater

89/90

Schauspiel nach dem Roman von Peter Richter

»Wir waren die Linken, weil die die Rechten waren.«

Peter Richters autobiografischer Roman ist ein einzigarti­ges Stimmungsbild der sogenannten Wendezeit 89/90, der letzten Monate der DDR und der chaotischen Zeit danach.

Für eine Generation 16-­Jähriger brachen die Sommerferien an und eine unbeschwerte Zeit begann: Nächte im Freibad mit der Clique, Rauchen, Musik und das Träumen von der Zukunft, von der zwar niemand wusste, wie sie aussah, aber eins war sicher: sie würde mehr Abenteuer bergen als alles, was man kannte. Bis eben hatte diese Generation nach den Normen der DDR funktionieren müssen und nun sah sie sich plötzlich mit der Freiheit konfrontiert. »Freiheit« – das bedeutete doch fehlende soziale Sicherheit, keine kostenlose Bildung und Arbeitslosigkeit – so wurde es zumindest im Staatsbürgerkundeunterricht gelehrt. Doch die Leichtigkeit verschwand ebenso schnell wie Freunde, die in »den Westen« gingen. Andere, die blieben, wurden politische Aktivisten und lieferten sich Straßenschlachten: links gegen rechts. Rasend schnell entstanden gegensätzliche Lager zwischen jungen Menschen, die eigentlich nur die Sommerferien miteinander verbringen wollten. Aber wie sollte man sich auch in einer Welt zurechtfinden, von der man einfach überrollt wurde?

Die Auseinandersetzung mit dieser jüngsten Umbruchszeit in Deutschland führt auch zu der Frage nach den Ursachen aktueller und immer wiederkehrender rechter Tendenzen in unserer Demokratie.

Inszenierung: Julia Prechsl
Bühne & Kostüme: Friederike Meisel
Musik& Sounddesign: Fiete Wachholtz
Dramaturgie: Barbara Bily

Aufführungsdauer ca. 140 Minuten, keine Pause

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Tanz

Der himmlische Spiegel

Tanzabend von Hans Henning Paar zu Musik von Pierre Oser
inspiriert von Hieronymus Boschs GARTEN DER LÜSTE

»Warum seid ihr so sehr gequält, dass ihr sogar davon träumen müsst?«

Lust und Schrecken, Versuchung und Höllenqualen, Glaube und Aberglaube – kein Künstler malte die menschlichen Sehn­süchte, Abgründe und Ängste so anschaulich und gleichzei­tig auch so rätselhaft wie Hieronymus Bosch. Sein um etwa 1495 entstandenes Triptychon DER GARTEN DER LÜSTE fasziniert durch verlockend­-verstörende Bilderwelten, denn nirgends liegen Traum und Albtraum, Utopie und Dystopie so eng beieinander wie in diesem Werk: In einer futuristisch anmutenden Traumlandschaft, in der Lebloses animiert und Größenverhältnisse verkehrt werden, geben sich Figuren einem zügellosen Treiben hin und gehen bizarrste Paarungen ein. Es ist eine Welt, in der Trug und Wahrheit, Heil und Hölle sich kaum mehr voneinander trennen. Bosch präsentiert uns, humorvoll­-grotesk als auch moralisierend, die Vielfalt der Welt in all ihren Facetten und Möglichkeiten. Denn die Saat des Übels liegt schon im Paradies... und die Hölle ist überall, in jeder Epoche der Menschheitsgeschichte.

Inspiriert von der Zeitlosigkeit der metamorphen und fan­tastischen Bilderwelt Boschs, spürt Hans Henning Paar in sei­ner Inszenierung den fragilen und ambivalenten Zuständen der menschlichen Psyche nach. Unterstützt von der eigens für diesen Tanzabend komponierten Musik Pierre Osers ent­steht ein faszinierendes Zusammenspiel von Raum, Klang und Bewegung.

Musikalische Leitung: Thorsten Schmid-Kapfenburg
Inszenierung & Choreografie: Hans Henning Paar
Bühne & Kostüme: Anna Siegrot
Video: Sven Stratmann
Dramaturgie: Esther von der Fuhr
Choreografische Assistenz: László Nyakas
Musik: Pierre Oser

Aufführungsdauer ca. 80 Minuten, keine Pause

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Musical

Anatevka (Fiddler on the roof)

Musik von Jerry Bock Gesangstexte von Sheldon Harnick

Buch von Joseph Stein
Basierend auf den Geschichten von Sholem Alejchem mit ausdrücklicher Genehmigung von Arnold Perl Deutsche Fassung von Rolf Merz und Gerhard Hagen

»Wenn ich einmal reich wär’...«

Die jüdischen Bürger im kleinen Dorf Anatevka leben noch in den alten Traditionen. Doch die Zeiten sind unsicher, immer wieder finden antijüdische Ausschreitungen statt. Jeder ist wie ein Fiedler auf dem Dach – krampfhaft bemüht, eine fröh­liche Weise zu spielen, ohne herabzustürzen. Keiner ist reich, viele Wünsche sind offen, doch der Sabbat ist heilig und wird festlich begangen. So hält es auch Tevje, der Milchmann. Was würde er nicht alles tun, wenn er einmal reich wär‘! Doch er hat genug Sorgen mit seinen fünf Töchtern, die er und seine Frau Golde »unter die Haube« bringen möchten. Im Zuge der Judenpogrome durch den Zaren erfolgt die Ausweisung der Bewohner Anatevkas. Das Entsetzen der Menschen, denen man die Heimat nimmt, ist groß, doch sie sind wehrlos und müssen sich fügen. Bei aller Trostlosigkeit bleibt die Hoff­nung auf ein späteres Wiedersehen.

Dass ein Musical nicht Glanz und Gloria sowie ein ver­träumtes Happy End haben muss, um zu begeistern, beweist FIDDLER ON THE ROOF, das in Deutschland unter dem Titel ANATEVKA bekannt wurde. Die Handlung, die in vie­len Szenen die Waage zwischen heiter und bitterernst hält, basiert auf den Erzählungen des ostjüdischen Dichters Sho­lem Alejchem. Mit Rückgriffen auf die Musik der früher in Osteuropa siedelnden jüdischen Bevölkerung schuf Jerry Bock (1928–2010) seine beste Partitur und Evergreens wie Wenn ich einmal reich wär’ und ist es Liebe?

Musikalische Leitung: Stefan Veselka
Inszenierung: Nilufar K. Münzing
Choreografie: Jason Franklin
Bühne & Kostüme: Bernhard Niechotz
Choreinstudierung: Joseph Feigl
Dramaturgie: Ronny Scholz
Musikvermittlung: Ilka Roßbach

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Theater

Wer hat meinen Vater umgebracht

nach dem Roman von Édouard Louis

Die Geschichte seines Lebens erzählen heißt, die Geschichte meiner Abwesenheit schreiben.

Mit seinem dritten Roman WER HAT MEINEN VATER UMGEBRACHT setzt Édouard Louis das autobiographische Schreiben fort und schließt eine Klammer um die Familienerzählung seines Erstlingswerks Das Ende von Eddy. Aufgewachsen in der nordfranzösischen Provinz, berichtet er von einem Leben gefangen in brutalen Verhältnissen, der Entdeckung seiner Homosexualität und dem Wunsch, das enge, ihn umgebende Milieu zu verlassen – was schließlich zum Bruch mit der eigenen Familie führt. In WER HAT MEINEN VATER UMGEBRACHT kehrt der mittlerweile in Paris lebende Autor zu seinen Wurzeln zurück und versucht das eigene Verhältnis zum Vater aufzuarbeiten. Dessen Gesundheitszustand ist erschreckend desolat ebenso wie das politische System Frankreichs, was Louis zum Anlass nimmt, beides miteinander in Bezug zu setzen und zu dem Schluss zu kommen, dass die regierenden Eliten der letzten Jahrzehnte seinem Vater mit ihren neoliberalen Politiken und dem damit einhergehenden Sozialabbau buchstäblich das Rückgrat gebrochen hätten. Louis’ Abrechnung mit den französischen Präsidenten und die gleichzeitige Aussöhnung mit seiner Familie ist eine provozierende Attacke gegen das politische System und ein aufwühlendes Vater-Sohn Drama.

Inszenierung: Michael Letmathe

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Operette

Das Pensionat

Komische Operette in einem Akt mit zwei Bildern von Franz von Suppé

Zum 200. Geburtstag von Franz von Suppé hat sich die KammerOperette Münster ein eher unbekanntes Werk vom Komponisten ausgesucht. Es ist seine erste Operette überhaupt: „Das Pensionat“. Suppé hatte zuvor geistliche Werke, Orchester- und Kammermusik geschrieben, ohne große Beachtung zu finden. Erst mit der Hinwendung zur leichten Muse kam der Erfolg und es entstanden so bekannte Werke, wie „Fatinitza“, „Boccaccio“ oder „Banditenstreiche“.

Frau Brigitte, die Vorsteherin eines Mädchenpensionats legt sehr großen Wert auf Anstand und Sitte! Sie hat damit aber keinen großen Erfolg. Kaum wähnen sich die Mädchen unbeaufsichtigt, benehmen sie sich sehr weltlich. Statt Gebet und Chorgesang gibt es dann Liebeslieder und Tanz. Die einzige Ausnahme ist Helene, die wegen ihrer Verliebtheit mit dem jungen Juristen Carl von ihren Freundinnen verspottet wird. Bei einem Rendezvous erfährt Helene, dass Carl bei ihrem Vater um ihre Hand angehalten hat. Der Vater will aber den Bräutigam nur akzeptieren, wenn dieser innerhalb von zwei Tagen eine sichere Anstellung vorweisen kann. Carl will sich daher bei der Vorsteherin um die Stelle des Verwalters im Mädchenpensionat bewerben. Leider werden die Liebenden überrascht und Carl muss eine Intrige anzetteln, die dann am Abend im Stiftsgarten zum Erfolg führen soll. Man darf gespannt sein!

Die Premiere der KammerOperette Münster findet am 24. November 2019 statt, auf den Tag genau 159 Jahre nach der Uraufführung!

Inszenierung, Ausstattung und Kostüme: Christian-Kai Sander
Klavier: Christiane Alt-Epping, Hyolim Chi

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Theater

En Midsummernachtsdraum

Komödie von William Shakespeare

Mönsterländsk plat van Hannes Demming

Eifersüchteleien, Liebeswirren und ein großes amouröses Chaos sind die Zutaten dieser Sommernacht. Die ist so fantas­tisch, sagenumwoben und märchenhaft, dass es sich eigent­lich nur um einen Traum handeln kann: Herzog Theseus hat in einer großen Schlacht Amazonenkönigin Hippolyta besiegt und möchte sie nun heiraten. Da taucht ein Vater mit sei­ner Tochter, ihrem Liebhaber, einem Nebenbuhler und noch einer Buhlerin auf, die alle nicht so wollen wie der Vater. Die vier Liebenden fliehen in den nahen Athener Wald, weil die eine nicht den anderen will sondern den einen, der andere will die eine, aber nicht die andere, die den anderen will. Im Wald liegen Elfenkönig Oberon und seine Königin Titania im Clinch. Und dann unternimmt noch eine Gruppe Handwerker in demselben Wald den hilflosen Versuch, ein Theaterstück einzustudieren. Das Chaos ist perfekt, als der koboldige Puck den einen Liebenden mit dem anderen verwechselt und dann der eine und der andere beide die andere Liebende wollen; und Puck dann auch noch einem Handwerker einen Eselskopf hext und Titania sich in diesen verliebt...

Die Niederdeutsche Bühne spielt im Jahr ihres 100. Geburtstages Shakespeares berühmteste Komödie.

Inszenierung: Cornelius Demming
Bühnenbild: Kerstin Bayer
Kostüme: Helgard Classen-Seifert

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Theater

Endspiel

Schauspiel von Samuel Beckett

»Die Natur hat uns vergessen.« – »Es gibt keine Natur mehr.«

Hamm, der Herr im Haus; Clov, der Diener. Hamm ist an den Sessel gefesselt und blind; Clov unfähig, sich zu setzen. Die Welt außerhalb der Wohnung ist durch eine Katastrophe vernichtet. Der Diener versorgt den Herrn, doch nach und nach schwinden die Vorräte. Clov, der für Hamm die trostlose Welt durch die Fenster betrachtet, spricht oft davon, ihn zu verlassen. Jedes Mal wird er jedoch von dessen simpler Erwiderung zurückgehalten: »Du kannst mich nicht verlassen.«

Es besteht kein Kontakt zu anderen Menschen, außer zu Nagg und Nell, Hamms Eltern, die etwas abseits in Mülleimern hausen. So existieren die vier Figuren in einem Raum und sitzen ihre Zeit ab. Ein Gefühl des Wartens stellt sich ein, doch worauf? Was erwartet sie und was sind ihre Möglichkeiten, um weiterhin zu leben?

ENDSPIEL, 1957 in London uraufgeführt, ist ein Stück über Leben, Loslassen und Auflösung. Adorno nannte es eine »Parodie auf den Existentialismus«.

Inszenierung & Ausstattung: Max Claessen
Dramaturgie: Barbara Bily / Michael Letmathe

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Theater

Mass für Mass

Komödie von William Shakespeare

»Liebe für Liebe, bittern Hass für Hass, Gleiches mit Gleichem zahl‘ ich, Mass für Mass.«

Während der langen Amtszeit von Herzog Vincentio sind die Gesetze ebenso in Vergessenheit geraten wie die guten Sitten. Um nicht selbst hart durchgreifen zu müssen, setzt der Herzog den sittenstrengen Statthalter Angelo ein. Der soll die Stadtgesellschaft wieder auf den Pfad der Tugend führen. Ohne zu ahnen, dass er selbst Teil eines Spiels des Herzogs ist – dieser lenkt als Pater verkleidet die Geschicke zunächst im Hintergrund – zieht Angelo einem Feldherrn gleich durch die Stadt. Er will die Bordelle schließen lassen und längst vergessene Gesetze mit aller Härte durchsetzen. Unter diesen Umständen wird der junge Claudio eines seiner ersten Opfer. Da seine Verlobte ein Kind von ihm erwartet, statuiert Angelo an ihm kurzerhand ein Exempel und verur­teilt ihn wegen Unzucht zum Tode. Als Claudios Schwester Isabella um Gnade bei Angelo bittet, spürt er ein unbändi­ges Verlangen und fordert gnadenlos eine Liebesnacht als Gegenleistung für Claudios Leben. Doch sie hat sich einem streng religiösen Leben verschrieben und will ins Kloster. Soll sie ihre Unschuld und ihr eigenes Leben retten oder das ihres Bruders?

MASS FÜR MASS zählt zu den abgründigsten Komödien Shakespeares. Lustvoll inszeniert der Autor darin ein Expe­riment über Anspruch und Wirklichkeit, über Doppelmoral und die Verführbarkeit durch Macht. Wenn ein Verfechter von Sittenstrenge über seine eigenen Prinzipien stolpert, dann ist das in Zeiten von #MeToo eine erschreckende Parallele.

Inszenierung: Laura Linnenbaum
Bühne & Kostüme: David Gonter
Choreografie: Lili Mihajlovic Rampre
Sounddesign: Christoph Iacono
Dramaturgie: Barbara Bily

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Theater

Der gute Mensch von Sezuan

Parabelstück von Bertolt Brecht
Mit Musik von Paul Dessau

»Für eure grossen Pläne, ihr Götter – war ich armer Mensch zu klein.«

Beunruhigt über die Zustände auf dem Planeten Erde reisen drei Götter in geheimer Mission in die chinesische Provinz auf der Suche nach »guten Menschen«. Niemand erkennt in den Fremden die Götter und niemand nimmt sie auf, bis sie schließlich auf die arme Prostituierte Shen Te treffen, die ihnen ihr Zimmer für die Nacht überlässt. Das großzügige Geldgeschenk, das ihr darauf die Götter überreichen, ist Shen Tes Startkapital für ein gutes Leben und ein kleines Tabak­geschäft. Als ihre Gutmütigkeit immer rücksichtsloser von anderen Menschen ausgenutzt wird, und sie schließlich aus Liebe zu einem jungen Flieger ihr letztes Geld verleiht, erfin­det sie den Verwandten Shui Ta und schlüpft immer häufiger in dessen Rolle. Shui Ta ist ein knallharter Geschäftsmann und macht aus dem kleinen Tabakladen schnell ein florie­rendes Unternehmen. Aber lange bleibt das doppelte Spiel nicht unentdeckt und Shui Ta wird vor Gericht geladen, um das Verschwinden Shen Tes aufzuklären.

DER GUTE MENSCH VON SEZUAN, 1943 in Zürich urauf­geführt, spielt in China, das heute mehr mit Brechts ökono­mischer Fantasie zu tun hat, als ihm vermutlich lieb wäre. Mögen Brechts Antworten für heute nicht mehr gelten, seine Fragen an die Beschaffenheit unseres Wirtschaftssystems sind gerade in globalisierten und digitalisierten Zeiten wei­ter unbequem.

Musikalische Leitung: Stefan Veselka
Inszenierung: Sebastian Ritschel
Bühne & Kostüme: Sebastian Ritschel
Mitarbeit Bühne: Sophia Debus
Video: Sven Stratmann
Dramaturgie: Ronny Scholz

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Tanz

Medea

Tanzabend von Thomas Noone zu Musik von Jim Pinchen

»Und ich erkenne, welche üblen Taten ich begehen will.«

Aus Liebe verhalf Medea Jason zum Goldenen Vlies, ver­riet ihre Familie und ihr Land. Fern der Heimat lebt sie nun seit einigen Jahren gemeinsam mit Jason und ihren beiden Söhnen. Als Jason jedoch aus Machtstreben beschließt, die Tochter des Königs Kreon von Korinth zu heiraten, verstößt er Medea. Medea, nun ihrerseits verraten, ersinnt in ihrer Kränkung und ihrem Zorn einen dramatischen Racheplan: Sie will alles zerstören, was Jason lieb und teuer ist – seine neue Braut, deren Vater und sogar die eigenen Kinder.

Euripides’ Mythos von Medea, die in ihrem Rachestreben zum äußersten geht, inspirierte Thomas Noone zu einem intensiven Tanzabend: Er zeigt die stetig wechselnden Emoti­onen der Geliebten und Ungeliebten in ihrem Bestreben sich gegenseitig zu belügen und zu hintergehen. Dabei spiegelt die Choreografie sowohl die inneren als auch äußeren Konflikte der Protagonisten wider und spielt mit der Gegensätzlichkeit ihrer Stärken und Schwächen.

Thomas Noones Choreografien zeichnen sich durch eine dynamisch-athletische Bewegungssprache aus, die tech­nisch versierte und physisch ausdrucksstarke Tänzer*innen erfordert. Indem Thomas Noone den Körper als Medium künstlerischen Ausdrucks nutzt, gelingt es ihm, den Zuschau­er emotional zu berühren.

Choreografie & Bühne: Thomas Noone
Kostüme: Marc Udina
Musik: Jim Pinchen

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Musiktheater

Yolimba oder die Grenzen der Magie

Musikalische Posse in einem Akt und vier Lobgesängen von Tankred Dorst und Wilhelm Killmayer

»Töte jeden, das ist deine Pflicht, der das Wörtchen Liebe spricht!«

Professor Möhringer hasst die Liebe! Um dieses Laster für immer auszurotten, erschafft er die Kunstfigur Yolimba, welche programmiert ist jeden zu töten, der das Wort »Liebe« ausspricht. Dank der Macht der Magie funktioniert das auch tadellos, bis Herbert erscheint. Ihm verfällt Yolimba und plötzlich ist es Möhringer, der gejagt wird und schließlich in einer Mülltonne sein wohlverdientes Ende findet. Alle – inklusive der wieder zum Leben erweckten Opfer Yolimbas – stimmen in den Großen Lobgesang auf die Müllabfuhr und die Grenzen der Magie ein.

Die absurd-groteske Handlung und die zahlreichen musikalischen Vorbilder Killmayers förderten ein Werk zu Tage, welches sich jeder Gattungszuschreibung verweigert und einen grenzenlosen Spaß aus Singspiel, Operette und Pantomime serviert. »Im komischen Genre gibt es einen Stil, der sich zwar begrenzt weiterentwickelt hat, aber keineswegs so explosiv wie der im seriösen.« Killmayer selbst lässt anklingen, dass er für YOLIMBA nach Vorbildern gesucht habe. Richtig ist jedoch, dass sein Humor und der von Tankred Dorst sehr eigenständig ist und eher an musikalisches Kabarett erinnert. YOLIMBA ist Prototyp einer frechen Anti-Oper. Eine Farce, die im rasanten Bilder-, Rhythmus- oder Melodienwechsel kaum Zeit zum Durchatmen lässt. »Meine musikalische Posse versteht sich als Versuch eines Beitrags zum artifiziellen Unterhaltungstheater.« (Killmayer)

In deutscher Sprache | Neufassung 1970

Musikalische Leitung: Thorsten Schmid-Kapfenburg
Inszenierung: Ulrich Peters
Choreografie: Kerstin Ried
Bühne & Kostüme: Andreas Becker
Video: Sven Stratmann
Choreinstudierung: Joseph Feigl
Dramaturgie: Ronny Scholz

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Theater

Bonn ist eine Stadt am Meer

Komödie von Svenja Viola Bungarten

»Das hat eine seltsame Schnittmenge, ein Porno Schrägstrich Flüchtlingsboot.«

Das Ehepaar Vero und Uwe S. ist in die Wüste gefahren. Uwe will am Himmel schwarze Löcher beobachten und Vero will lieber Urlaub machen. Doch was als Forschungsreise Schrägstrich Urlaub beginnt, wird zu einer irrwitzigen Odyssee. Sie treffen auf Vega und Ulvi S. - die wollen die Wüste hinter sich lassen. Da kommt das europäische Paar wie gerufen: als ihr Auto offen steht, klauen Vega und Ulvi S. Pässe, Geld und Gepäck. Mit ihrer neuen Identität wollen sie sich nach Bonn aufmachen. Während Uwe und Vero S. zunehmend an Korruption und behördlicher Willkür verzweifeln, hoffen Ulvi und Vega S. auf die Überfahrt mit einem Kreuzfahrtschiff, aber das ist leider schon gesunken, nach einem Anschlag europäischer Aktivisten. Die Reise endet in einer dieser Katastrophen, die uns jeden Tag in den Medien begegnen. Davon erzählt uns auch eine Fregattenkapitänin, die als Angeklagte vor Gericht steht und Bericht erstatten muss.

Nach ihrem Debut TOT SIND WIR NICHT, bringt das Theater Münster auch das neue Stück BONN IST EINE STADT IM MEER der jungen Autorin Svenja Viola Bungarten zur Uraufführung. Auf groteske Weise zeigt sie eine Welt in Schieflage, verhandelt Fluchtursachen und deren angebliche Bekämpfung. Mit absurder Komik erzählt sie von der Schwierigkeit kultureller Verständigung, von der Mühe, die Perspektive des Anderen einzunehmen und von der Unmöglichkeit authentisch darüber zu berichten.

Inszenierung: Simone Blattner
Bühnenbild: Martin Miotk
Kostüme: Andy Besuch
Musik: Christopher Brandt
Dramaturgie: Michael Letmathe

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Theater

BRD-Trilogie

Die Ehe der Maria Braun | Die Sehnsucht der Veronika Voss | Lola
Theaterabend in drei Teilen nach einer Vorlage von Rainer Werner Fassbinder

»Nur nicht aus Liebe weinen... «

Drei faszinierende, starke Frauenfiguren stellt Rainer Werner Fassbinder in das Zentrum seiner BRD-Trilogie. Diese radikal subjektive Archäologie der jungen Bundesrepublik zeigen wir jetzt erstmals komplett im Theater.

DIE EHE DER MARIA BRAUN beginnt mit einer Hochzeit im Bombenhagel und endet mit einem großen Knall. Maria Braun opfert ihre Liebe und Gefühle dem gesellschaftlichen Aufstieg, wobei der Moment des größten geschäftlichen Erfolgs zugleich ihre größte Niederlage und ihr tragisches Ende ist. Veronika Voss, eine ehemalige Nazi­-Filmdiva in DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS, ist nie in der Gegen­ wart angekommen und wird von der skrupellosen Psychia­terin Dr. Katz mit Morphium in den Tod getrieben. LOLA ist die Geschichte einer Anpassung. Der neue Baudezernent von Bohm verliebt sich in Lola, von der er nicht weiß, dass sie eine Prostituierte aus dem Bordell ist, in dem die ganze Stadtelite samt Bürgermeister verkehrt. Doch am Ende fin­det er überraschenderweise sein Glück...

Mit der BRD-­Trilogie stellt Fassbinder ganz radikal die Frage nach dem emotionalen Preis, den die Bundesrepublik für den raschen Wiederaufbau und Wiederaufstieg als Wirtschafts­macht gezahlt hat. Als Abbild der Zeit, Melodram, bitterböse Gesellschaftssatire entstand die BRD­-Trilogie mitten in der sogenannten »bleiernen Zeit« und ist aus heutiger Sicht auch ein »Blick zurück im Zorn« über die vertanen Chancen für einen echten Neuanfang.

Inszenierung: Frank Behnke
Bühnenbild: Peter Scior
Kostüme: Lili Wanner
Video: Andreas Klein
Musikalische Leitung: Lothar Müller
Dramaturgie: Barbara Bily

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Theater

Judas

Monolog von Lot Vekemans

Judas Iskarioth: Ein Name, der wie kein anderer für Verrat steht. Er ist der Antiheld, der Sündenbock des christlichen Abendlandes schlechthin, ohne den die Geschichte anders verlaufen wäre. Jetzt, 2000 Jahre später, bekommt dieser Verurteilte eine Stimme. Judas, ein Mann, der jahrhundertelang geächtet wurde, erzählt im Jetzt seine Version der Ereignisse. Eine Abrechnung, die vielleicht Antworten auf seine Motive gibt, aber auch seine Enttäuschungen und Sehnsüchte zum Vorschein bringt.

Lot Vekemans zählt zu den wichtigsten niederländischen Gegenwartsautorinnen. In Deutschland ist sie vor allem durch das Stück GIFT. EINE EHEGESCHICHTE sowie ihren 2016 erschienenen Roman EIN BRAUTKLEID AUS WARSCHAU bekannt. Das Theater Münster zeigte in der letzten Spielzeit ihr Stück FALSCH als Deutschlandpremiere.

Inszenierung: Jan Holtappels
Bühne & Kostüme: Sophia Debus
Dramaturgie: N.N.

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Theater

Das Tagebuch der Anne Frank

Monooper von Grigori Frid

In ihrem Tagebuch nimmt sich die 13-jährige Anne Frank, was ihr im wahren Leben verwehrt bleibt: Raum und gedankliche Freiheit. Über zwei Jahre wird sie in den faschistisch besetzten Niederlanden gemeinsam mit ihrer Familie in einem Amsterdamer Hinterhaus versteckt. Ihre Gefühle, tiefgründigen Gedanken, Hoffnungen und Ängste hält sie dabei in ihren Aufzeichnungen fest, in denen ihr unbeugsamer Lebenswille ebenso Ausdruck findet.

Die zweiteilige Mono-Oper von Grigori Frid (1915 – 2012) hat mit ­einem fast wortgetreuen Libretto aus den Originaltexten Anne Franks eine tief berührende musikalisch-lyrische Erzählung geschaffen.

Musikalische Leitung & Klavier: Fabian Liesenfeld
Inszenierung: Jan Holtappels
Bühne & Kostüme: Melanie Walter
Dramaturgie: Ronny Scholz

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Theater

Münster 69 - Revolution in der Provinz

Stadtrecherche von Ruth Messing und dem Schauspielensemble

Wir schreiben das Jahr 1969. An den Städtischen Bühnen Münster wird feierlich der Grundstein für das Kleine Haus gelegt. »Der Weg ins Theater führt durch den Arsch des Intendanten«, posaunt eine Gruppe protestierender Studenten und Studentinnen dem ehemaligen Intendanten Horst Gnekow durch ein Megafon entgegen. Harte Kritik am Status quo, radikales Rütteln an vorhandenen Strukturen und eine Stimmung, die Aufbruch und Verbesserung verspricht: Das Private soll politisch und das Politische privat sein.

In einer Stückentwicklung wollen wir die Revolution in der Provinz ­feiern. Wie erinnert sich der Münsteraner und die Münsteranerin an ­dieses Stück Geschichte? Und wie können wir von Veränderung ­erzählen, wenn wir als Theaterschaffende selbst heute noch in stark hierarchischen Strukturen arbeiten? Es lebe die Mitbestimmung?!

Inszenierung & Stückentwicklung: Ruth Messing
Bühne & Kostüme: Melanie Walter
Dramaturgie: Michael Letmathe

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Theater

FRÄULEINELSE.COM

nach Arthur Schnitzlers Novelle FRÄULEIN ELSE

»Eine Viertelstunde dastehen vor ihrer Schönheit …«, das ist der Preis, den Else zahlen soll, um ihre Familie aus einer finanziellen Not zu retten. Aus Liebe zu ihrem Vater zeigt sie sich dem Geschäftsfreund nackt, ohne die Folgen für sich selbst abschätzen zu können.

Arthur Schnitzler, der Sigmund Freud des Theaters, ist ein Meister des inneren Monologs. Das innere Erleben seiner Figur wird dabei auch immer zu einem kritischen Gesellschaftsbild. Wieweit gehen Menschen, um den äußeren Schein zu wahren? Wieviel sind sie bereit zu opfern? Bei FRÄULEIN ELSE ist es die Würde der Tochter, die leichtfertig verspielt wird.

Andrea Spicher katapultiert diese Geschichte in ihrer Spielfassung ins 21. Jahrhundert, in eine Welt von Instagram und Facebook.

Regie / Konzept & Spiel: Andrea Spicher

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Theater

Der Reichsbürger

von Konstantin und Annalena Küspert

Fake, Lügen, Verschwörungstheorien, Paralleluniversen, Manipulation und Propaganda haben in der Politik und in den Medien im 21. Jahrhundert Konjunktur, und das nicht erst seit sich auch Präsidenten von westlichen Nationen diesen Methoden bedienen. »Der Wahnsinn hat Methode« heißt es in Shakespeares Hamlet. Wie kommt es, dass Menschen die Wirklichkeit vollkommen ignorieren und sich in ein Paralleluniversum zurückziehen? Was treibt sie an, die politische und historische Realität vollkommen zu verdrehen? Sind es harmlose Verirrte, die ihre Wohnung oder ihr Haus und Grundstück zum unabhängigen Territorium erklären? Oder Utopisten, die Unabhängigkeitsphantasien radikal ausleben? Verrückte Wutbürger, die sich von Staat und öffentlichen Institutionen betrogen und nicht repräsentiert fühlen?

»Sogenannte Reichsbürger sind ein Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker, Rechtsextreme, Holocaust-Leugner und Querulanten. Sie lehnen das Grundgesetz ab und tun so, als bestehe das Deutsche Reich fort. Reichsbürger werden vom Verfassungsschutz beobachtet«, heißt es in einer Stellungnahme des Nordrheinwestfälischen Innenministeriums. Seit ein »Reichsbürger« im vergangenen Jahr in Bayern mit einer Waffe auf einen Polizisten geschossen hat, sind sie in den Fokus der Medien gerückt. Bis zu 12.000 »Reichsbürger« soll es in Deutschland geben …

Konstantin Küspert, aktuell mit dem Publikumspreis der Mühlheimer Theatertage für sein Stück EUROPA VERTEIDIGEN ausgezeichnet, ist einer der avanciertesten Vertreter eines neuen politischen Theaters in Deutschland. Seine Texte kreisen um Fremdenfeindlichkeit, um die Wertegemeinschaft Europa und andere drängende politische Themen. DER REICHSBÜRGER, so lautet der Arbeitstitel, nähert sich diesem irritierenden gesellschaftlichen Phänomen und ist eine Auftragsarbeit für das Schauspiel Münster.

Inszenierung: Julia Prechsl
Bühne & Kostüme: Sophia Debus
Dramaturgie: Barbara Kerscher

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Der Reichsbürger

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Theater Münster

Theater ist Ort der Unterhaltung und der Auseinandersetzung, der Verzauberung, der Utopien und der Identitätsstiftung, ist Ort der Wahrnehmung gesellschaftspolitischer Zusammenhänge und Zukunftswerkstatt. Theater ist Ort der Suche nach Werten und Orientierung und Spiegel seiner Zeit und natürlich ist Theater immer Ort des gemeinschaftlichen Erlebnisses.

Das Theater der Stadt Münster ist alles in einem! Als größte und traditionsreichste Kultureinrichtung Münsters sieht das Theater Münster mit seinen fünf Sparten – Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Konzert und Jungem Theater – die Vermittlung dieser Vielfalt an ein breites Publikum als seine zentrale Aufgabe.

In jeder Spielzeit stehen im Großen Haus, im variablen Kleinen Haus und in der neuen Spielstätte U2 rund 30 Premieren und 600 Vorstellungen auf dem Spielplan. Sie bilden ein breit gefächertes Programm aus Bekanntem und Neuem – angefangen von den großen Klassikern bis hin zu Ur- und Erstaufführungen.
Theaterkasse
dienstags bis freitags 10:00 -19:30 Uhr
samstags 10:00 -14:00 Uhr
Tel.: +49 (0)2 5-59 09-100
Fax: +49 (0)2 5-59 09-205

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Theater Münster

Aufführungen / Theater Theater Bielefeld Bielefeld, Brunnenstraße 3-9
Aufführungen / Theater Theater Osnabrück Osnabrück, Domhof 10/11
Aufführungen / Varieté GOP Kaiserpalais Bad Oeynhausen Bad Oeynhausen, Im Kurgarten 8
Aufführungen / Theater Theaterlabor im Tor 6 Bielefeld, H.-Kleinewächter-Str. 4

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