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Summerwinds Münsterland

Europas Holzbläser Festival | 29. Juni – 2. September 2018
Klassik, Crossover, Weltmusik in 40 Sommerkonzerten


Wenn exzeptionelle Musikerinnen und Musiker in vielfältigen Ensemblebesetzungen ihre Windinstrumente an inspirierenden Spielorten spielen, ist wieder „summertime“ mit summerwinds.
Zum fünften Mal präsentiert die GWK - Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit unter ihrer Intendanz ein internationales Musikfestival mit rund 40 Konzerten und vielen Kooperationspartnern an besonderen Orten, dazu an ausgewählten Spielstätten begleitende Vorträge zu einem Spezifikum des Ortes oder zum Thema „Holzbläser“.

BlockBuster
Nach dem großen Erfolg bei den summerwinds 2016 eröffnet die GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit Europas Holzbläserfestival auch in diesem Jahr mit dem BlockBuster.
Wieder geht es in Münsters Mitte an zwei Tagen um die Blockflöte. Auch diesmal ist die lichtdurchflutete Bürgerhalle der Bezirksregierung am Domplatz die „Messehalle“, in der namhafte Blockflötenbauer und -firmen ihre Blockflötenmodelle vorstellen.
Man kann Instrumente ausprobieren, fachsimpeln, über die Vielfalt der Blockflöte staunen. Man kann sich ein neues Instrument kaufen oder sein eigenes reparieren lassen. Zudem bieten Verlage Noteneditionen und Musikalienhandlungen alles rund um die Blockflöte an. Parallel finden Workshops, ein Meisterkurs sowie Konzerte ausgewählter Laienensembles und Nachwuchsmusiker*innen statt.
Das große Eröffnungskonzert der summerwinds 2018 spielt der Blockflötenvirtuose Maurice Steger mit dem La Cetra Barockorchester Basel in der Apostelkirche in Münster am 29. Juni. Mit dem Ensemble PRISMA und der Blockflötistin Tabea Debus sind am Samstag in einem Doppelkonzert hochkarätige junge Solistinnen und Solisten im Festsaal des barocken Erbdrostenhofs zu Gast.

Vielfältige und einzigartige Ensembles
Nach dem BlockBuster durchwehen bei den 5. summerwinds die Holzbläser den münsterländischen Sommer. International anerkannte Solisten und Ensembles, Holzbläserformationen und gemischte Gruppen, Große Namen und Rising Stars kommen zu Europas „woodwinds“-Fest an rund 40 attraktive Spielorte in Münster und im Münsterland.

Besondere Orte
Klein und fein, immer attraktiv und besonders, ist jede summerwinds-Location eine Reise wert – und für das Münsterland charakteristisch: von der Burg bis zum umgenutzten Bauernhof, vom Herrenhaus bis zur Industriegießerei, von der Kirche bis zu Künstleratelier und privater Kunst-Collection, vom ehemaligen Kloster bis hin zur alten Zeche oder Schnapsbrennerei und zum modernen Heimatmuseum.

Inspiriert – Impulsgespräche
Summerwinds findet an besonderen Locations statt, die inspirieren, als solche schon. Sieben Orte können Sie als Konzertbesucher darüber hinaus in Vorträgen und Gesprächen erkunden: die Gießerei des Global Players Grunewald, der in Bocholt Formen herstellt, wie es nur 20 weitere Betriebe in der Welt können, die Ateliers des Bildhauers Ulrich Möckel in Beckum und der Künstlergemeinschaft Wettringen, die Ausstellungen „Unerwartete Begegnung“ im Otto Modersohn Museum Tecklenburg, „Der Fall der Sterne“ in der Draiflessen Collection in Mettingen und „Es läuft wie geschmiert“ des chinesischen Künstlers Qiwei Zhang in Dorsten. In der Saline Gottesgabe in Rheine-Bentlage öffnet das Salzsiedehaus für Sie und in Sassenberg-Füchtorf erleben Sie im Herrenhaus von Korff erst kürzlich freigelegte Wandmalereien aus dem 19. Jahrhundert.

Mit summerwinds entdecken Sie das MünsterLand und die große Welt der Holzblasinstrumente.

Dr. Susanne Schulte, GWK

Kontakt

Summerwinds Münsterland
Veranstalter: GWK - Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V.
Fürstenbergstr. 14
D-48147 Münster

Telefon: (0)251 / 591 30 41
Fax: (0)251 / 591 65 40
E-Mail: gwk@lwl.org

Ausstellung

Blockflötenwelten

BlockBuster

Eine Ausstellung zum Schauen und Schnacken, Hören und Ausprobieren.
Mit renommierten Blockflötenbauern und -firmen, Verlagen,
Noten- und Musikalienhändlern.
Eintritt frei!

Aussteller:
Blockflötenzentrum Bremen Margret Löbner | Küng Blockflötenbau, CH | Moeck Musikinstrumente und Verlag | Ursula Kurz-Lange, Blockflötentaschen | Mollenhauer Blockflöten | Aafab bv | Rohmer-Recorders | Netsch Recorders | Blockflöten-Manufaktur Silkenat | Doris Kulossa, Blockflötenbau | Heinrichhofen's Verlag | Girolamo Musikverlag | Edition Tre Fontane | Kobliczek Musikinstrumentenbau | Blockflötenreparaturen.de Kalle Belz | PAN Verlag | Geri Bollinger, Blockflötenbau CH | Mieroprint Musikverlag | Michael Dollendorf, Musikkurse | Heinrich Köllner-Dives, Blockflötenbau | Blockflötenshop.de/Paetzold by Kunath | ERTA Verband der Blockflötenpädagogik in Deutschland e.V.
Kurs

I Look o’er Yander

BlockBuster

Willem Wander van Nieuwkerk

Lust auf neue Klänge? Auf einen besonderen Mix aus Erdkunde und Spiritualität? „I Look o’er Yander“ (2017) mischt Traditionelles aus dem Ant­werpener Liederbuch mit afro­amerika­nischen Einflüssen und landet in der Musik Jamaikas. Dabei bewegt sich Willem Wander van Nieuwkerk in seiner ganz individuellen Tonsprache und Klangwelt.
In diesem Workshop führt der Komponist selbst in seine elfstimmige Komposition
„I Look o’er Yander“ ein.

Bitte mitbringen: Blockflöten SATB, GB, Notenständer. Die Noten stehen als Leihmaterial zur Verfügung (Edition Tre Fontane, ETF 3064). Die Solostimme der Altblockflöte können Sie zu Übezwecken anfordern unter www.edition-tre-fontane.de
Teilnahmegebühr: 25 € aktiv, 15 € passiv
Kurs

The Domestication of the Animal World

BlockBuster

Prof. Han Tol

London im 17. Jahrhundert: Am Königshof (Elisabeth I., James I.) vertreibt man sich die Zeit mit Maskenspielen, teuren Multimediashows. Mit ihren Tänzen, aufwendigen Kostümen, komplexen Bühneneffekten und ihrer spektakulären Architektur, ihrer Poesie und ihrer Musik waren die maskes Wegbereiter der englischen Oper. In „The Domestication of the Animal World“ bearbeitet der Dichter und Musiker „The Lord’s Maske“ (1613), das bei den extravaganten Feiern zur Hochzeit der Tochter von König James I. aufgeführt wurde.

Bitte mitbringen: Blockflöten SATB, GB, SB, Notenständer. Die Noten stehen als Leihmaterial zur Verfügung
(Edition Tre Fontane, ETF 3053).
Teilnahmegebühr: 25 € aktiv, 15 € passiv
Konzert

Souvenirs d’Italie

BlockBuster

MAURICE STEGER Blockflöte und Leitung
LA CETRA Barockorchester Basel

Katharina Heutjer, Eva Borhi Barockvioline | Peter Barczi Viola | Fred Walter Uhlig Violone | Daniel Rosin Barockvioloncello | Daniele Caminiti Theorbe | Jermaine Sprosse Cembalo

Virtuose mit Seele, Verstand und Esprit, Performer mit strahlendstem Charisma und Charme: Maurice Stegers Spielfreude bezaubert und sie beglückt. Mit mediterraner Leidenschaft und höchster Blockflötenkunst hat der Schweizer seinem Instrument die Welt erobert und dabei Welten erschaffen. Zuletzt widmete er sich den musikalischen Souvenirs des Grafen von Harrach, erst jüngst entdeckten Manuskripten, die der österreichische Diplomat, begeisterte Mäzen und Blockflötist, der zeitweilig Vizekönig von Neapel war, im 18. Jh. auf seinen Reisen sammelte. Zusammen mit dem La Cetra Barockorchester Basel, das zu den international führenden Ensembles für Alte Musik gehört, nimmt Maurice Steger mit auf eine abenteuerreiche Reise durch Graf Harrachs musikalischen Kosmos.

Georg Friedrich Händel (1685-1759): Sonata per orchestra in G-Dur, HWV 399
Domenico Natale Sarro (1679-1744): Concerto per flauto und Orchester in a-Moll
Georg Philipp Telemann (1681-1767): Suite aus "Klingende Geographie"
Antonio Montanari (1676-1737): Concerto per flautino, zwei Violinen und b.c. in B-Dur
Arcangelo Corelli (1653-1713) bearb. Matthew Dubourg (1703-1767):
Concerto per flauto in D-Dur op. 5 Nr. 11
Georg Friedrich Händel: Sonata per orchestra in G-Dur, HWV 399 - Passacaille
Giuseppe Sammartini (1695-1750): Concerto per flautino und Orchester in F-Dur
Kurs

Friedens Seufftzer. Der Westfälische Frieden 1648

BlockBuster

Heida Vissing

Endlich Frieden! Die Spuren des Dreißig­jährigen Krieges und die Freude über den am 24. Oktober 1648 geschlossenen Frieden spiegeln sich auf vielfältige Weise in der Musik wider. Zeitzeugen wie Johann Schop, Heinrich Schütz, Johann Erasmus Kindermann und Melchior Frank haben uns beeindruckende musikalische Kunstwerke hinterlassen, die die Affekte und das Leben dieser Zeit noch heute fühlbar und lebendig werden lassen. Und vielleicht inspiriert Sie dieser Workshop auch zu einem Besuch im Friedenssaal des historischen Rathauses in Münster.

Bitte mitbringen: Blockflöten SATB, GB, SB, unbedingt eine Tenorblockflöte, Notenständer. Die Noten stehen als Leihmaterial zur Verfügung. Teilnahmegebühr: 25 € aktiv, 15 € passiv
Meisterkurs

Ein Tag mit Telemann

BlockBuster

Winfried Michel

11:00–12:00 h | Vortrag
Telemann – verborgen und verloren
Der verborgene Telemann: der Komponist als Textdichter. Der verlorene Telemann: verschollene Werke des Komponisten.

12:00–13:30 h | Workshop
"Con affetto"
Georg Philipp Telemanns (1681–1767) Verzierungskunst in den langsamen Sätzen der „12 Methodischen Sonaten“ und in den „Trietti metodichi“ (1731) für zwei Flöten (Traversflöte, Altblockflöte, Voiceflute) oder Violinen und Basso continuo ist von atemberaubender Schönheit und nimmt in der Musik des Hochbarock eine einzigartige Stellung ein. In diesem Workshop stehen die verzierten Sätze im Mittelpunkt, wobei unsere besondere Aufmerksamkeit den „Trietti metodichi“ gilt. Hier treten die konzer­tierenden Melodie­instrumente in einen kontrast- und spannungsreichen Dialog miteinander, der die Darstellung der musikalischen Affekte vor allem durch die Verzierungen zu einer künstlerischen Herausforderung für die Spieler*innen macht.
Angesprochen sind bestehende Ensembles, Solist*innen oder Spieler*innen, die ad hoc mit einem anderen Spielpartner dieses Experiment wagen möchten.
Es gibt 2 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Noten: Die Notenausgaben der „Trietti metodichi“ sind im Amadeus Verlag erschienen (Bd. 1: BP 985, Bd. 2: BP 986, Bd. 3: BP 987).

15:00–18:00 Uhr | Offener Unterricht
Der offene Unterricht widmet sich dem Solo- und Ensemblewerk Telemanns in beliebiger Besetzung (Blockflöte, Traversflöte, Oboe, Gesang, Streicher, Fagott und Basso continuo).
Den Teilnehmer*innen steht es frei, welches Werk sie erarbeiten möchten. Es gibt 4 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Bitte geben Sie bei der Anmeldung die zu erarbeitenden Werke an.

Bitte mitbringen: Instrumente, Notenständer, Notenausgaben
Teilnahmegebühr: 60 € aktiv, 40 € passiv | Begrenzte Teilnehmerzahl.
Konzert

This and That

BlockBuster

Blockflöten Open Air

Straßenmusik mit Blockflöten vor dem historischen Rathaus Münsters.
Leitung: Gudula Rosa
Konzert

Klänge der Vielfalt

BlockBuster

Wood Harmony | Wien

Die drei Wiener Blockflötenstudentinnen und Preisträgerinnen des Ensemble 2017-Wettbewerbs in Trossingen, Marlene Olbricht, Jasmin Vorhauser und Désirée Wöhrer, spielen Stücke von Sören Sieg, Viktor Fortin, Joseph Bodin de Boismortier und anderen.

Eintritt frei.
Konzert

Starwood

BlockBuster

Best of Münster

Jungstudierende der Klasse Gudula Rosa, die schon mit zahlreichen Preisen aus­gezeichnet wurden, stellen sich mit Werken von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Arcangel Corelli, Caix d’Hervelois, Moritz Eggert und Agnes Dorwarth vor. Mit: Theresia Volbers, Anna Maria Wempe, Mia Hohmann und Ronja Vollmari.

Eintritt frei.
Konzert

Recorders gone wild

BlockBuster

Flauto vivo | Hamburg

Unter Leitung von Hartmut Staszus spielen neun nicht-professionelle, aber begeisterte Blockflötist*innen im Alter von 30 bis 65 Jahren Werke von Raphael Benjamin Meyer, Sylvia Rosin, Trevor Holton, Sören Sieg, akob Manz u. a. auf der gesamten Blockflötenfamilie von Sopranino bis Subbass.

Eintritt frei.
Konzert

Anemoi - die vier Winde / Fantasie per il Flauto

BlockBuster

Doppelkonzert

Anemoi - die vier Winde
PRISMA

Franciska Anna Hajdu, Violine | Elisabeth Champollion, Blockflöte | Alon Sariel, Laute
Dávid Budai, Viola da Gamba

Vier Temperamente, so jung wie Europa, vier Winde, so alt wie die Welt - vier ausgeprägte Charaktere, historisch informiert und künstlerisch ganz von heute. PRISMA wurde 2015 in Ambronay als "Emerging European Ensemble" ausgezeichnet, seitdem ist das Quartett international gefragt. Sein Programm: expressiv-farbenfrohe und bizarre Musik aus dem 16. und 17. Jh. So auch in "Anemoi". Doch außer den Stücken der "Alten" kommen auch Improvisationen von heute zum Zug. Denn jede*r der Musiker*innen aus Deutschland, Israel und Ungarn hat einen Favoriten unter den Jahreszeiten und Winden: entweder Zefiro, den sanften Frühlings-, oder Boreas, den eisigen Nord- und Winterwind, oder aber Notos, der die Sommergewitter, oder Euros, der die herbstlichen Regengüsse bringt. In Solo-Präludien zu vier Wind-Kapiteln improvisiert jeder seinen Lieblings-anemos und führt in die Welt der barocken Meister ein. Aus ihr hinauswehn lassen sich alle gemeinsam im Sturm ihrer Medleys aus Variationen der ausdrucksvollsten Tänze des Barock.

Fantasie per il Flauto
Tabea Debus, Blockflöten


Gewagt und innovativ hat Georg Philipp Telemann in seinen "XII Fantasie per il Flauto senza Basso" diverse Musikstile zu seinem persönlichen gout réuni verwoben: deutsche Kontrapunktik, italienische Sanglichkeit und Virtuosität, Tanzformen aus Frankreich und England, Elemente polnischer Volksmusik. Aus Alt mach Neu und dein eigenes Ding - damals wie heute und morgen.
Künstlerisch so vielseitig wie möglich, in der alten wie in der neuen Musik zuhaus und darin immer ganz bei sich selbst, glaubte Tabea Debus, dass Telemanns Geniestreiche noch heute inspirieren. So lud sie zwölf Komponist*innen ein, je eine von Telemanns Fantasien für Blockflöte solo zu interpretieren. Telemann zündete tatsächlich - und fünf der neuen Werke feiern bei summerwinds Deutschlandpremiere: Penman spiegelt Zitate aus Telemanns 2. Fantasie, mutiert sein Allegro in einen jazzigen Groove, wie spontan sinnt Matthews in einer Meditation über die 12. Fantasie nach und Zabel fisselt die 11. rhythmisch, tonal und klanglich aus, Gieshoff schiebt in der Mitte der Telemannschen Fantasien einen Zwischenakt ein, und Howard erinnert der Drive von Telemanns 1. Fantasie an die Weltuntergangsuhr in Chicago, die 2017 auf 21/2 Minuten vor 12 stand. Bitterer Ernst - heiteres Spiel, präsentiert von einer mitreißenden Solistin, die vielfach ausgezeichnet wurde und 2017 ihren Abschluss an der Royal Academy of Music in London "with distinction" machte.

PROGRAMM PRISMA
Franciska Anna Hajdu: Sommer-Prélude | Marco Uccellini (1603-1680): La Luciminia contenta
Giovanni Battista Fontana (1589-1630): Sonata settima | Canario-Medley
Alon Sariel: Herbst-Prélude | Tarquinio Merula (1595-1665): La Cattarina
Dario Castello (1590-1658): Sonata duodecima | Andrea Falconieri (1585-1656): Passacalle
Tarantella-Medley | Dávid Budai: Winter-Prélude | Biagio Marini (1594-1663): Pretirata
Francesco Turini (1595-1656): Sonata chromatica | Mantovana-Medley
Elisabeth Champollion: Frühlings-Prélude | Giovanni P. da Palestrina (1524-1595): Vestiva i colli
Francesco Turini (1595-1656): Sonata "E tanto tempo hormai"
Marco Uccellini (1603-1680): Maritati insieme la Gallina e'l Cucco fanno un bel concerto
Ciaccona-Medley
PROGRAMM TABEA DEBUS
Georg Philipp Telemann (1681-1767): Fantasia per il Flauto senza Basso, TWV 40:3
Alastair Penman (*1988): Mirrored Lines *
Colin Matthews (*1946): Meditation after Telemann: 12. Fantasiex
Georg Philipp Telemann: Fantasia per il Flauto senza Basso, TWV 40:13
Fantasia per il Flauto senza Basso Nr. 11 | Frank Zabel (*1969): ...fizzling out.. *
Arne Gieshoff (*1988): Entr'acte
Georg Philipp Telemann: Alla Francese und Presto aus der Fantasia per il Flauto senza Basso, TWV 40:8, Vivace und Allegro aus der Fantasia per il Flauto senza Basso, TWV 40:2
Dani Howard (*1993): Two and a half Minutes to Midnight *

*Deutschland-Premiere, Auftragskomposition 2017 der City Music Foundation für Tabea Debus
Konzert

Piazzolla

TANGOLOGIA
Fabian Müller, Saxophon | Karl Epp, Gitarre | Max Junghanns, Violine | Olga Salogina, Klavier | Matthias Eichhorn, Kontrabass


Piazzolla ist Poesie, Sentiment und Coolness, Melancholie und Leidenschaft, Eleganz. Der porteño aus Buenos Aires revolutionierte den Tango Argentino, der in den Einwanderer-, in den Elendsvierteln und Bordellen der Hafenmetropole seinen Ursprung hat, indem er ihn mit Elementen von Klassik, Jazz und Pop zum Tango Nuevo mischte. Mit diesem eroberte er die Welt. Vor ihr und mit Blick auf Vivaldis "Vier Jahreszeiten" erklärt Piazzolla in den "Estaciones Porteñas" seiner Heimatstadt und ihren Einwohnern seine Liebe: den Stimmungen der porteños, ihrer Schwermut und ihrem Stolz, ihrer ganz besonderen Multikultur. "Tiene ángel" - der Engel ist mit ihm - sagen die Porteños von einem inspirierten Musiker. Piazzollas "Suite del Angel" beschwört und feiert diesen Geist der Inspiration.
Mit dem Engel des Tango Nuevo hebt Tangologia in Abgründe und höchste Höhen ab. Feinnervig, voller Kraft und Intensität spielt das Quintett klassisch ausgebildeter, dabei vielseitiger Toppmusiker Piazzolla - ohne Bandoneon, dafür mit Saxophon: weil dieses noch härter zupacken kann als das "Luftinstrument" Piazzollas, noch expressiver sprechen, farbiger klagen und weicher noch singen kann.

Astor Piazzolla (1921-1992): La Introducción del Angel | Decarisimo | Michelangelo 70 | La Milonga del Angel | Caliente | La Muerte del Angel | La Resurección del Angel | Tanti Anni Prima | Adios Nonino | Las Cuatro Estaciones Porteñas | Otoño Porteño | Invierno Porteño | Primavera Porteña | Verano Porteño | Libertango
Show

The Fluteman Show

GABOR VOSTEEN, Blockflöten-Comedy

Er behauptet, mit fünf, beim Tag der offenen Tür der Musikschule, von einer "mutierten Blockflöte gebissen" worden zu sein: der Blockflöten-Comedian Gabor Vosteen. Zwei Wochen später habe er halluziniert, überall Blockflöten gesehen. "Ich begann plötzlich virtuos Flöte zu spielen. Erst heimlich und nur nachts. Ich hing mir einen rotgepunkteten Umhang um und kletterte auf das Dach von dem Haus meiner Eltern. Um meine Eltern nicht zu wecken, sprang ich von Hausdach zu Hausdach und spielte Musik, die meine Mutter, während sie mit mir schwanger war, gehört hatte. Ich machte dabei die Beobachtung, dass, wenn ich Flöte mit der Nase spielte, ich Einbrüche und Diebstähle verhindern konnte. Stattdessen verbreitete ich Liebe." ...
Gabor Vosteen, "the fluteman", der auf fünf Blockflöten gleichzeitig spielen kann, wurde mit internationalen Kleinkunst- und Artistenpreisen ausgezeichnet. Er studierte Blockflöte bei Ulrich Thieme an der Hochschule in Hannover und besuchte die staatliche Zirkusschule Budapest sowie die internationale Theaterschule Lassaad in Brüssel. Mit seiner einzigartigen Konzertshow, einer Mischung aus virtuosem Blockflötenspiel und meist nonverbaler Comedy, in der er Musik von heute sowie von Bach, Mozart oder Paganini auf den Instrumenten der Blockflötenfamilie spielt, tourt er durch Deutschland und Europa, u.a. war er Hauptact im Programm "Salto Vitale" des Zirkus Roncalli.
Konzert

Création

TRIO KLAVIS
Sabina Hasanova, Klavier | Jenny Lippl, Violine | Miha Ferk, Saxophon


Création - erschaffen. Selbst bei den Göttern geht das nicht aus dem Nichts. Mit Ngama, Medere und Nkwa kreiert Milhaud die Welt. Aus der gestaltlosen Urmasse ruft er mit den afrikanischen Schöpfergottheiten riesige Vögel, Insekten und Fledermäuse, schreckliche Reptilien, die wundersame Pflanzen fressen, in seiner Ballettmusik ins Leben. Und Mann und Frau, die sogleich den Tanz der Begierde erfinden... Création: eigenständige Schöpfung sind auch die Bearbeitungen, die das Trio KlaViS auf die Bühne bringt, maßgeschneidert für seine Besetzung. Das Saxophon, das zwischen Streicher- und Bläsersound changiert, prägt den überraschenden Ensembleklang, der die alten Werke neu erschließt. So trägt auch er dazu bei, Michael Haydn aus dem Schatten seines Bruders Joseph heraus und in die Sonne zu holen, die sein Divertimento generös verströmt. Strahlend auch die "Naturtonart" Es-Dur, die Brahms einem düsteren es-Moll kontrastiert, um Naturerleben von "unendlich tiefer poetischer Empfindung" auszudrücken. Das Thema des Kopfsatzes sei ihm im Wald eingefallen, sein Adagio "eine ergreifende Klage um das Nichts des Menschenlebens. Das Finale: ein lustiges Jagdstück mit starken, pathetischen Accenten!" (H. Reimann) Mag Brahms auch an den Tod seiner Mutter gedacht haben, so schreibt der erst 17-jährige Schostakowitsch sein Klaviertrio nach dem Tod seines Vaters: martialischer Aufruhr, universale Versöhnung und lyrisches Schwelgen, am Ende Triumph.

Michael Haydn (1737-1806): Divertimento G-Dur MH 6
Johannes Brahms (1833-1897): Trio Es-Dur für Klavier, Violine und Waldhorn, Op. 40
Darius Milhaud (1892-1974): La Création du monde, Op. 81
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975): Trio Nr. 1 c-Moll
Alle bearb. von Miha Ferk für Trio Klavis
Konzert

Von Bach bis Beat Box

TRIO NERSES
Nerses Ohanyan, Flöte/Beatbox-Flöte | Miroslav Nisic, Akkordeon | Vladyslav Vorobel, Kontrabass


Klassik, Hip-Hop, Volks- und Weltmusik, Jazz - das Trio Nerses kennt keine musikalischen Grenzen und macht aus allem sein höchstpersönliches Ding. Obendrein hat es ein special, die human beatbox des klassischen Flötisten. Nerses Ohanyan beatboxt zu seinem Spiel, als sei er mit Miroslav Nisi? (Serbien) am Akkordeon und dem ukrainischen Kontrabassisten Vladyslav Vorobel zu viert auf der Bühne. Der Armenier, der, wie seine Kollegen, zuletzt an der Essener Folkwang Universität der Künste studierte, ist einer der weltweit ganz wenigen, die nicht nur wie ein Hip-Hopper aus der Bronx mit Mund und Nase, Lippen und Kehle eine Rhythmusmaschine imitieren, sondern sich beatboxend beim Flötenspiel selbst begleiten können. "Von Bach bis Beat Box" prägt das Trio Nerses einen neuen Sound. Im Groove dieses Jahrhunderts spielt es Bekanntes neu, keck adaptierend, verblüffend artistisch und mitreißend musikantisch.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Suite in h-Moll Nr. 2 BWV 1067
Giulio Briccialdi (1818-1881): The Carnival of Venice Op. 77
Randall Woolf (1959*): Native Tongues. Concerto for Beatbox Flute and Strings
Vivaldi's Jahreszeiten-Mix
Claude Bolling (*1930): Javanese. Suite for Flute and Jazz Piano Trio
Bach-Toccata und Fuge
Al Hirt (1922-1999): Green Hornet
Beethoven 5 Remix
Chick Corea (*1941): Armando's Rhumba
Mozart-Rondo
Paganini 24 in da Beat
Konzert

Trionfo dei Piffari

CAPELLA DE LA TORRE
Katharina Bäuml, Schalmei / Leitung | Birgit Bahr, Pommer | Annette Hils, Dulzian / Flöte | Tural Ismayilov, Posaune | Martina Fiedler, Orgel | Peter A. Bauer, Percussion


Von hoch oben, alta, von einem Balkon oder Turm herab, de la torre, musizierten vom 14. bis 18. Jh. die Stadtpfeifer, italienisch piffari. Es waren Rohrblatt- und Blechblasensembles, aus den Zeremonialkapellen der arabischen Welt hervorgegangen und zeitgenössisch Capella Alta genannt, denn sie klangen alta, laut und hoch. Die Musiker, zumeist Multi­instrumentalisten, waren städtische Angestellte, und die Städte wetteiferten miteinander, wer die beste Hohe Kapelle habe. Die Pfeifer mussten offizielle Festlichkeiten gestalten und verdienten sich mit Kirchenmusik und bei privaten Festen noch etwas hinzu. Glänzende Improvisateure, spielten sie aber auch komponierte zeitgenössische Stücke, in denen sich höfische und bürgerliche Musiktradition zu etwas Neuem verbanden. Die bekanntesten Blasmusikensembles der Renaissance bestanden aus Profis der deutschsprachigen Länder, die ihr Handwerk mit nach Italien, Spanien und Frankreich brachten. Ihrem Triumphzug durch Europa folgen die Musiker der Capella de la Torre, ausgewiesene Experten für historische Aufführungspraxis, die die Alte Musik für heutige Ohren lebendig machen. Die Capella de la Torre zählt zu den weltweit führenden Ensembles für Bläsermusik der frühen Neuzeit. Sie wurde 2005 von der Oboistin und Schalmei-Spezialistin Katharina Bäuml gegründet und 2016 und 2017 jeweils mit einem ECHO-Klassik ausgezeichnet.

Francesco Landini (1325-1397): Ecco la primavera
Thoinot Arbeau (1519-1595): Belle qui tiens ma vie
Claudin de Sermisy (1490-1562): Basse Danse Jouissance je vous donneray
Tylman Susato (c. 1510/15-nach 1570): Bataglia
Balthasar Resinarius (c. 1485-c. 1544): Verleih uns Frieden gnädiglich
Bartolomeo Tromboncino (c. 1470-nach 1535): Ostinato vos seguire | Gentil Donna
Josquin Desprez (1450-1521): In te Domine speravi
Niccolo Piffaro (1480-1566): Di lassar tu divo aspetto
Marchetto Cara (c. 1465-1525): Tante volte sí sí sí
Adrian Willaert (1490-1562): Vecchie letrose
u. a.
Konzert

Schalmei - Chalémie

KATHARINA BÄUML, Schalmei, Alt-, Tenorpommer
MARTINA FIEDLER, Truhenorgel


Schalmei, Chalémie, Shawm, Ciaramella? Auch wer nur gelegentlich ins Konzert geht, kennt die barocken Vorfahren der modernen Orchesterinstrumente; deren Vorgänger in Mittelalter und Renaissance aber sind wohl den wenigsten vertraut. Wer etwa hat heute den Klang einer Schalmei, der Großmutter der Oboe, im Ohr oder den des Pommers, einer tiefen Schalmei? Zwar ist die Schalmei in der Volksmusik des westlichen Mittelmeerraums, der Bretagne oder des Orients bis heute prominent, doch im europäischen Konzertsaal wurde sie ab dem 17. Jh. von der Oboe verdrängt. Dies faszinierende Instrument zu rehabilitieren, ist die führende Schalmei-Spezialistin Katharina Bäuml angetreten. Mit ihrer Duo-Partnerin Martina Fiedler an der Truhenorgel nimmt sie mit auf eine musikalische Entdeckungstour. Diverse Schalmeien, Ohrwürmer und "Popsongs": eine Stunde Klangschönheit, hochkompetent, locker und sympathisch moderiert. Erkenntnis-Lust garantiert.

Stücke aus dem Europa des 14. bis 16. Jahrhunderts und Improvisationen, u. a. von Guillaume de Machaut (1300-1377) | Francesco Landini (1325-1397) | aus dem Llibre Vermell de Montserrat (ca. 1400) und dem Cancionero de Palacio (ca. 1480) | Juan de Urreda (1430-1482) | Josquin Desprez (1450-1521) | Henry VIII (1491-1547) | Luis de Milan (1500-1561) | Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621) | Diego Ortiz (1510-1570) | Antonio de Cabezon (1510-1566) | Thoinot Arbeau (1519-1595) | Ali Gorji (*1978)
Ausstellung

Es läuft wie geschmiert

Qiwei Zhang

Sabine Bachem, Vorsitzende des Vereins Virtuell Visuell, der die Maschinenhalle regelmäßig mit Kunstausstellungen bespielt, führt in die Ausstellung "Es läuft wie geschmiert" Qiwei Zhangs ein.
"Qiwei Zhang arbeitet wie ein Bühnenbildner", so der langjährige Direktor der Kunsthalle Recklinghausen, Ferdinand Ullrich. Die Leinwand ist für Zhang "ein Ort, der Dinge ermöglicht, die außerhalb des Bildes keine Existenzmöglichkeit haben. Auf diese Weise entstehen eigene Welten und eine eigene Geschichte, die sich allein auf die Bilddinge berufen kann. Die Erzählungen sind aber eingebunden in ein Höchstmaß an malerischer Perfektion. Alle Methoden stehen dem Künstler zur Verfügung. Dabei ist immer häufiger ein konzeptuelles Moment zu beobachten. Malerei […] überschreitet die Gattungsgrenzen, etwa durch die Einbeziehung von Video." In der Bilderzählung wie auch im Bildraum "existieren sehr heterogene Dinge, und ebenso geschehen sehr widersprüchliche Ereignisse, deren einziger Ort das von Menschenhand gemachte Bild ist." Qiwei Zhang studierte bildende Kunst an den Kunstakademien in Shanghai, Bremen und Münster (Meisterschüler). Seit 2015 ist er Gastdozent an der Kunstakademie Shanghai, 2017 hatte er eine Gastprofessur an der Hochschule der bildenden Künste Essen und ist derzeit im Promotionsstudium an der Kunstakademie Münster.

In Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt Dorsten, dem Verein für Bergbau-, Industrie und Sozialgeschichte Dorsten e.V. und Virtuell Visuell e.V. | www.vhsundkultur-dorsten.de, www.bergbau-dorsten.de, www.virtuellvisuell.de
Konzert

Von Klassik bis Jazz &

DOPPELKONZERT

Von Klassik bis Jazz

KLARINETTENTRIO SCHMUCK
Sayaka Schmuck, Klarinette | Yumi Schmuck, Klarinette / Bassklarinette | Oliver Klenk, Klarinette / Bassetthorn


Eine seltene Besetzung mit höchst farbigem Programm. Die Schwestern Sayaka und Yumi Schmuck konzertieren mit Oliver Klenk seit ihrer Weimarer Studienzeit im Klarinettentrio. Ob Hits der Klassik oder Standards des Jazz, alles machen die Preisträger mehrerer Wettbewerbe sich zu eigen, verwandeln sich allem in ihrem Spiel mühelos an und schwelgen und wirbeln zu dritt im Schönklang ihrer Klarinetten. Seien es die Taktwechsel im Furiant aus Böhmen oder die Synkopen des amerikanischen Ragtime, sei's der Offbeat des Swing, der berühmteste 5/4 des letzten Jahrhunderts, Neuer Tango oder Mozarts Melodien - Bassetthorn, Bassklarinette und Klarinette brillieren und tanzen.

Wolfgang A. Mozart (1756-1791): Ouvertüre aus "Die Zauberflöte" | "Voi che sapete" aus "Die Hochzeit des Figaro" | "Là ci darem la mano" aus "Don Giovanni"
Antonin Dvorák (1841-1904): aus "Slavische Tänze"
Astor Piazzolla (1921-1992): "Nightclub 1960" aus "Histoire du Tango"
Claude Debussy (1862-1918): Little Negro
Paul Desmond (1924-1977): Take Five
Turner Layton/Benny Goodman (1894-1978): After You've Gone
Irving Berlin (1888-1989): Alexander's Ragtime Band

Der zweistimmige Bach

DUO CONTRA P
Ulrich Roloff Flöte | Hiko Iizuka, Bassflöte


"Contra P" steht für "Kontrapunkt" und "gegen Purismus", für das extravagante Duo des Querflötisten Ulrich Roloff mit dem Bassflötisten Hiko Iizuka, Gründungsmitglied der 14 Berliner Flötisten. Die beiden Virtuosen haben Bachs Inventionen für ihre Instrumente entdeckt und Roloff hat die Inventionen, die bei Bach "fehlen", nachkomponiert.
Bach schrieb seine Inventionen für Klavier. Die kleinen "Erfindungen" steigen von Stück zu Stück in Halbtonschritten aufwärts, jeweils paarig, eins in Dur, eins in Moll. Ein Flair von Leichtigkeit entströmt diesen streng zweistimmigen Dialogen, als hätte Bach sie improvisiert, aus dem Stegreif aufs Notenblatt geworfen. 1723 entstanden, mussten die Inventionen in "reiner Stimmung" stehen. Deren Manko: nicht in allen Tonarten klingen die Intervalle sauber. Diese heiklen (neun) Tonarten übersprang Bach daher. Wenig später wurde die "wohltemperierte Stimmung" erfunden, die das Problem behob - und Bach komponierte das "Wohltemperierte Klavier"…
Ulrich Roloff ließ sich von Bachs Erfindungen zu Ergänzungen seiner Inventionen in den fehlenden Tonarten inspirieren. So erklingt nun ein kleinerer Zyklus im Stil von Bachs "Wohltemperiertem Klavier" auf zwei Flöten, die die kunstvolle Führung der Stimmen höchst transparent erleben lassen.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): 15 Inventionen (BWV 772-786)
mit 9 ergänzenden Inventionen von Ulrich Roloff
Ausstellung

Philipp F. Bartscher: Wandmalereien

Freifrau und Freiherr von Korff führen durch das Erdgeschoss des Herrenhauses.
Der Eintritt ist mit Konzertkarte frei. Um eine Spende zugunsten des Fördervereins Freunde und Förderer des Denkmals Harkotten e.V. wird gebeten.
Das klassizistische Herrenhaus von Korff ist das Erstlingswerk von Adolf von Vagedes (1777-1842), der aus Münster stammt und später als großherzoglicher Baudirektor und Stadtplaner etwa von Düsseldorf (Ratinger Tor, Königsallee) und Krefeld hervortrat. Harkotten galt "als kühne Tat, nicht eines Revolutionärs, sondern eines Entdeckers" (Th. Rensing/W. Kordt). Die Innenausstattung von Haus Korff, die Kunsthistoriker und Denkmalexperten schwärmen lässt, besorgte der erfolgreiche Unternehmer, Tischler und Fürstlich Corveysche Hofmaler Philipp Ferdinand Ludwig Bartscher (1749-1823). Er entwarf die umfangreichen, 2014 erst wiederentdeckten, Wand- und Deckenmalereien und führte sie aus. Einige seiner Möbelstücke sind auch erhalten. Bartscher hatte 1792 die erste westfälische "Meublenfabricke" in Rietberg gegründet. Seine "feinen Möbel aus Westfalen", wohlproportionierte, aufwändig furnierte Stücke in warmen Farbtönen, waren bei Adel und Klerus und dem gehobenen Bürgertum begehrt. Seine Maler- und Kunstschreinerwerkstatt florierte. Er gehörte um 1800 zu den bedeutenden Dekorationsmalern Westfalens, malte Kirchen aus, fertigte Theaterkulissen und konzipierte Gesamtausstattungen für Räume im klassizistischen Stil. Als Zeitzeugnis für die Epoche der Aufklärung wurde Harkotten 2015 vom Landeskonservator als Denkmal von Nationalem Rang eingestuft.

In Kooperation mit den Freunden und Förderern des Denkmals Harkotten e.V. | www.harkotten.de
Konzert

Café Europa 2.0

VIENNA CLARINET CONNECTION
Helmut Hödl, Klarinette | Rupert Fankhauser, Klarinette | Hubert Salmhofer, Bassetthorn | Wolfgang Kornberger, Bassklarinette


Kaffee mögen sie alle, die Menschen aus West-, Mittel- und Osteuropa und dem arabischen Raum. Egal, wo sie her sind, es zieht sie ins Kaffeehaus, zum Klatsch, zum Streit, um einander das Herz auszuschütten, zur Zeitungslektüre, zum Flirten oder bloß Chatten, auf einen duftenden Espresso, den gemütlichen "Verlängerten", zum Schauen und Staunen oder auch Ins-Gespräch-Kommen mit Fremden. Wie die Zunge, die den Kaffee, die fremde Aromen überhaupt begehrt, kennt die Musik keine Grenzen. Sie sucht das Andre, integriert es, erweitert und verändert sich selbst durch es. Kein Wunder, dass die Vienna Clarinet Connection die ethno-kulturelle Vielfalt des Wiener Kaffeehauses fasziniert, zu Bearbeitungen und eigenen Kompositionen anregt. In ihrem "Café Europa" spiegeln die Virtuosen diesen gastlichen Ort: Vier hochkarätige Individualisten, die wie ein einziger Organismus atmen, spielen Musik, die von vielen Kulturen erfüllt ist, und spicken sie mit spritzigen Moderationen.

Percy Aldrige Grainger (1882-1961): Molly On The Shore
Alexander Kukelka (*1963): Czernowitzer Skizzen
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Scherzo aus "Sommernachtstraum"
Helmut Hödl (*1969): Quartett Nr. 2
Traditional: Beautiful Milka
Hubert Salmhofer (*1964): O Bijav
Franz Schubert (1797-1828): Impromptu Nr. 2 in Es-Dur
Tscho Theissing (*1959): Duna Lied
Helmut Hödl: A Tribute To Itchy Fingers
Konzert

Café Europa 2.0

VIENNA CLARINET CONNECTION
Helmut Hödl Klarinette | Rupert Fankhauser Klarinette | Hubert Salmhofer Bassetthorn | Wolfgang Kornberger Bassklarinette


Kaffee mögen sie alle, die Menschen aus West-, Mittel- und Osteuropa und dem arabischen Raum. Egal, wo sie her sind, es zieht sie ins Kaffeehaus, zum Klatsch, zum Streit, um einander das Herz auszuschütten, zur Zeitungslektüre, zum Flirten oder bloß Chatten, auf einen duftenden Espresso, den gemütlichen "Verlängerten", zum Schauen und Staunen oder auch Ins-Gespräch-Kommen mit Fremden. Wie die Zunge, die den Kaffee, die fremde Aromen überhaupt begehrt, kennt die Musik keine Grenzen. Sie sucht das Andre, integriert es, erweitert und verändert sich selbst durch es. Kein Wunder, dass die Vienna Clarinet Connection die ethno-kulturelle Vielfalt des Wiener Kaffeehauses fasziniert, zu Bearbeitungen und eigenen Kompositionen anregt. In ihrem "Café Europa" spiegeln die Virtuosen diesen gastlichen Ort: Vier hochkarätige Individualisten, die wie ein einziger Organismus atmen, spielen Musik, die von vielen Kulturen erfüllt ist, und spicken sie mit spritzigen Moderationen.

Percy Aldrige Grainger (1882-1961): Molly On The Shore
Alexander Kukelka (*1963): Czernowitzer Skizzen
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Scherzo aus "Sommernachtstraum"
Helmut Hödl (*1969): Quartett Nr. 2
Traditional: Beautiful Milka
Hubert Salmhofer (*1964): O Bijav
Franz Schubert (1797-1828): Impromptu Nr. 2 in Es-Dur
Tscho Theissing (*1959): Duna Lied
Helmut Hödl: A Tribute To Itchy Fingers
Konzert

Kontraste

KAI FRÖMBGEN, Oboe
TOBIAS BREDOHL, Klavier


Schumanns Romanzen, balladenhaft, gesanglich, elegant, klingen in Janáceks traumverlorenen Klavierstücken aus dem Zyklus "Auf verwachsenem Pfade" nach und versöhnen mit den klagenden Kantilenen, rasch sich wendenden Stimmungen und wechselnden Rhythmen eines der spannendsten Werke der Oboenliteratur: Pavel Haas, Kompositionsschüler Janáceks, der aus dem musikalischen Brauchtum seiner Heimat wie aus dem Jazz schöpft, trotzte 1939 mit seiner Suita dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Tschechoslowakei. Elegant und nordisch brillant die Sonate des kaum bekannten dänischen Oboenvirtuosen Christian Frederik Barth, wunderbar sanglich, farbig und mitreißend das Konzertstück von Julius Rietz, der stark von Mendelssohn beeinflusste wurde. Rietz war ein renommierter Dirigent, als solcher Vorgänger Robert Schumanns in Düsseldorf. Nach Schumann wurde die Düsseldorfer Musikhochschule benannt, an der der vielfach ausgezeichnete Pianist Tobias Bredohl tätig ist und Kai Frömbgen, der international als Solist und Kammermusiker gastiert, als Professor unterrichtet.

Christian Frederik Barth (1787-1861): Sonate brillant in B-Dur für Oboe und Klavier
Robert Schumann (1810-1856 ): Blumenstück op. 19 für Klavier
Pavel Haas (1899-1944): Suite op. 17 für Oboe und Klavier
Robert Schumann: Drei Romanzen op. 94 für Oboe und Klavier
Leo¹ Janácek (1854-1928 ): Aus "Auf verwachsenem Pfade" für Klavier: Unsere Abende | Die Frideker Mutter Gottes | Das Käuzchen ist nicht fortgeflogen!
Julius Rietz (1812-1877): Konzertstück f-Moll für Oboe und Klavier
Konzert

Fetén

Fetén Fetén & Jou Gonzalez
Diego Galaz, Violine / Mandoline / Strohvioline / Löffel / Pfanne / Huesera | Jorge Arribas, Akkordeon / Geierflügelknochenflöte / Kehrschaufel-Kaval / Besen-Bansuri / Campingstuhl-Flöte / Muscheln / Kastagnetten | Juo Gonzalez, Klarinette


Pop und Klasse, Folk plus Fantasie, "außerordentlich authentisch" oder "echt extraordinär": das bedeutet nicht nur der Name "Fetén Fetén", sondern das sind die Zwei tatsächlich. Speziell für summerwinds holt sich das Duo den fetén Jou Gonzalez hinzu, der alles kann: Klassik und Folk, jazzen und rocken. Die Spanier interpretieren die Volksmusik und -tänze ihrer Heimat neu, weltgewandt, inspirierend, zeitgenössisch, voller Witz, nicht nur als Könner auf ihren "ordentlichen" Instrumenten. Bleibt Jou Gonzalez herzergreifend mit seiner Klarinette im Bunde, so sind Fetén Fetén Akkorden und Violine mit selbstgebastelten (Blas-)Instrumenten untreu. Frech und frei spielen sie auf Geierflügelknochen und Campingstuhl, Kehrschaufel oder Besen. Ein fetén Spaß, eine fetén Gaudi, die sich die Volks- und Kunstmusiken von den Sinti-Manouches bis zum Balkan und nach Südamerika einverleibt - in wundersamen Dreiviertel-Taktern, Walzern, Jotas und Seguidillas, in schrägen Chotis und Foxtrotts, charmanten Pasodobles oder Habaneras.

Neue Weltmusik aus iberischer und lateinamerikanischer Tradition
Konzert

Boemo virtuoso

Collegium Marianum
Jana Semerádová, Traversflöte / künstlerische Leitung | Lenka Torgersen + Vojtech Semerád, Violine | Magdalena Malá, Viola | Petr Hamouz, Violoncello | Janko Prievoznik, Kontrabass | Kim Stockx, Fagott | Marek Cermák, Cembalo


Böhmen liegt am Meer - wenn man berühmte Konzerte Antonio Vivaldis und die Musik des Prager Barock, vor allem die Franti¹ek Jiráneks, des "böhmischen Vivaldi" erlebt. Dass die böhmischen Virtuosen nicht länger Geheimtipp bleiben, ist zuvorderst dem Collegium Marianum aus der "Goldenen Stadt" zu verdanken.
Das Ensemble für historische Aufführungspraxis, das vom International Music Council der UNESCO ausgezeichnet ist, hat jene Komponisten wiederentdeckt, die Wenzel Graf von Morzin als Mäzen im 18. Jh. in Prag an sich gebunden hatte. Fan Vivaldis, nahm er den Venezianer in Dienst, so dass der "Rote Priester" regelmäßig für die exzellenten Musiker von Morzins Hofkapelle schrieb, dem Grafen sogar seine "Vier Jahreszeiten" widmete. Jiranek, Geiger im gräflichen Ensemble, der auf Geheiß Morzins in Venedig, wahrscheinlich bei Vivaldi selbst studiert hat, mischt in seinen Werken spritzig Venezianisches mit böhmischer Musikalität. Auch Reichenauer, der viel für Morzins Virtuosenorchester komponierte und dabei Vivaldi zitiert, ist wie Jan Josef Ignác Brentner, von dem zahlreiche Werke seltsamerweise nur in Bolivien überlebten, erst seit kurzem wieder zu hören. Prag und Venedig, Vivaldi und Morzin - eine barocke Liebe, neu entzündet: Boemo virtuoso.

Antonio Vivaldi (1678-1741): Concerto "Il Gran Mogol" RV 431a
Jan Josef Ignác Brentner (1689-1742): Concerto G-Dur "Vigil Nocturnus"
Antonín Reichenauer (c. 1694-1730): Triosonate D-Dur
Frantisek Jiránek (1698-1778): Flötenkonzert D-Dur | Fagott-Konzert g-Moll
Violin-Sonate C-Dur (Jk 28)
Antonio Vivaldi: Concerto g-Moll "La notte" RV 104
Konzert

Sweet Desert

TRIO AKK:ZENT
Victoria Pfeil, Saxophon | Paul Schuberth, Akkordeon | Johannes Münzner, Akkordeon


Was ist denn das? Wie soll man das nennen: Jazz mit Ethno oder Techno, mit Balkan-, Tango-, Klezmerklängen, mit Klassik, Minimal Music und Neuer Musik, mit Pop? Zudem ist die Besetzung einmalig: zwei Akkordeons und ein Saxophon. Das ist, wenn man überhaupt eine Schublade will, "Weltmusik" von heute in Toppqualität, kein seichtes Ambient-Multikulti, sondern kraftvoll Originäres, prall von Einfall und Komplexität, zugänglich und very entertaining zugleich. Aus dem alten österreichischen Schmelztiegel geht das junge trio akk:zent hervor, das mit den Musiken der Welt seine ganz eigene macht. Die ist humor- und phantasievoll, ironisch ab und zu, immer furcht- und tabulos, unbekümmert um Grenzen und Genres und auf der Bühne gewitzt mit Moderationen gespickt.

Neue Weltmusik aus dem österreichischen Schmelztiegel
Konzert

ClarinettoMania

DUO GURFINKEL
Alexander und Daniel Gurfinkel, Klarinette
ELISAVETA BLUMINA, Klavier


Großvater und Vater sind profilierte Klarinettisten und ihre ersten Lehrer; Daniel und Alexander, die Zwillinge, sind Gurfinkel-Tradition at its best. Zwei ausgeprägte Charaktere und so verschieden wie Freunde, sind die beiden musikalisch eins. Seit Maestro Zubin Mehta die Hochbegabten 2004 in Israel entdeckte, erobern sie als Duo Gurfinkel die Bühnen und Herzen weltweit. Zu zweit und mit der ECHO-Preisträgerin Elisaveta Blumina, die in der großen Tradition der russischen Klavierschule aufwuchs und u.a. bei Evgeni Koroljov, András Schiff und Radu Lupu studierte, bringen die jungen Virtuosen ihre Klarinetten-"Manie" auf die Bühne. Da klingen beliebte Klassiker für Streicher oder Stimme, als wären sie originär für just dieses Duo geschrieben. Auch das Schtetl haben die Brüder im Blut, und die Metropolen Tel Aviv, New York, Odessa, Berlin - also den Klezmer. Dazu den neuen jüdischen Soul von Yuri Povolotsky, dem renommierten ukrainisch-israelischen Komponisten. Innige Melancholie und extrovertierte Ekstase, ergreifende Klage und rasanter Tanz: "ClarinetoMania" ist mania aus Inspiration, Leidenschaft, grenzenlos, für Musik ohne Grenzen.

Ludwig van Beethoven (1770-1827): Trio op. 11 B-Dur "Gassenhauer"
Wolfgang A. Mozart (1756-1791): Rondo aus der Sonate C-Dur für Violine und Klavier, arr. für 2 Kl. von S. Kohler
Gioachino Rossini (1792-1868): Figaros Arie, arr. für 2 Kl. von Laszlo Gaber
Camille Saint-Saens (1835-1921): Introduction und Rondo Capriccioso
Yuri Povolotsky (*1962): Monti 2.0, Paraphrase auf ein bekanntes Thema
Fazil Say (*1970): Black Earth, für Klavier solo
Yuri Povolotsky: Das Beste aus dem Album "Travelling to Klezmer":
Marsh | Nigun | Old Romanian style | Grandmother's song | Freilach in Rhythm of Swing | Klezmer's Polka | Zemer Atzuv (Chanson Triste) | Balagula | Jewish Tango | Stars above the Shtetl | Motele | Hassidic dance
Ausstellung

Unerwartete Begegnung - Gerhard Richter. Otto Modersohn.

Inspiriert

Führung durch die aktuelle Sonderausstellung
5 € | Einlass nur in Kombination mit Konzertkarte

Mit der Sonderausstellung "Unerwartete Begegnung - Gerhard Richter. Otto Modersohn" feiert das OMMT eine museale Premiere. Nie zuvor sind die Werke beider Künstler gemeinsam in einem Bild-Dialog präsentiert worden. Acht kleinformatige Gemälde Gerhard Richters, des höchstgehandelten Gegenwartskünstlers, hängen neben fünfzehn um 100 Jahre älteren Tecklenburger Landschaften des bedeutenden Landschaftsmalers Otto Modersohn (1865-1943) aus Soest. Auf den ersten Blick wirken Richters Werke radikal abstrakt. Auf den zweiten Blick entdeckt man aber zahlreiche Entsprechungen zu Modersohns Landschaftsbildern, die ebenfalls vor malerischem Temperament sprühen. Durch die Nachbarschaft der Arbeiten wird eine neue Sichtweise auf die Malerei von Modersohn wie von Richter möglich. Das OMMT ist ein modernes Schatzkästlein jener Stimmungslandschaften, die der junge Modersohn einzig in Tecklenburg und Umgebung malen konnte. Das Otto Modersohn Museum Fischerhude bringt Arbeiten aus Modersohns Frühwerk ein: Skizzenbücher, Tagebücher, Zeichnungen, Ölbilder. Leihgaben aus Privatbesitz ergänzen diese.
Konzert

Bachs Goldberg-Variationen

GOLDBERG ENSEMBLE BERLIN
Ulrich Roloff, Flöte | Matthias Höfele, Klarinette | Kim Esther Roloff, Viola | Johannes Mirow, Violoncello


Ob Graf Keyserlingk, den russischen Gesandten am Dresdner Hof und Freund der Familie Bach, des Nachts mit der Melancholie die Angst vor der Apokalypse plagte? Und waren Johann Sebastian Bachs Goldberg'sche Variationen für den notorisch Schlaflosen die Überstehenstherapie? "Einst äußerte der Graf gegen Bach", so dessen Biograph J. N. Forkel, "dass er gern einige Klavierstücke für seinen Goldberg haben möchte, die so sanften und etwas muntern Charakters wären, dass er dadurch in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert werden könnte. Bach glaubte, diesen Wunsch am besten durch Variationen erfüllen zu können, die er bisher, der stets gleichen Grundharmonie wegen, für eine undankbare Arbeit gehalten hatte." Johann Gottlieb Goldberg, Bachs hochbegabter Meisterschüler, spielte die nach ihm benannten Variationen nachts in einem Vorzimmer des Grafen auf seinem Cembalo. In der Neufassung Ulrich Roloffs, für deren Aufführung sich international gastierende Kammermusiker speziell zum Goldberg Ensemble Berlin zusammenfanden, ist das Tonmaterial von Bach unverändert übernommen. Doch im Dialog der vier unterschiedlichen Instrumente werden die einzelnen Stimmen noch transparenter. Verstärkt ihr Gesang die therapeutische Macht der Musik?

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Die Goldberg'schen Variationen BWV 988
Version für Flöte, Klarinette, Viola und Violoncello von Ulrich Roloff
Konzert

Vivat Vivaldi

MARCEAU LEFÈVRE, Fagott
Kölner Kammerorchester
Raphael Christ, Violine und Leitung


Vivat Vivaldi! Schon zu seinen Lebzeiten waren die "Quattro stagioni" ein Welthit. Wer hätte die Jahreszeiten erfindungsreicher in der Musik imitiert, Vogelstimmen etwa und sprudelnde Quellen, Bauern, die singen, einen Betrunkenen auf einem Weinfest, rollenden Donner oder Zähneklappern im Frost? Der "Prete Rosso" hat die Szenen in begleitenden Sonetten erklärt, auch dass er im Mittelsatz jeder stagione den der Jahreszeit entsprechenden menschlichen Schlaf portraitiert. Von dessen "Dunkelheit" war er wohl ebenso fasziniert wie von dem dunklen Timbre des Fagotts, dem er so viele Solokonzerte schrieb, wie niemand sonst, insgesamt 39 bis zu seinem Tod. Mit dem Kölner Kammerorchester lässt Marceau Lefèvre, Solofagottist der Brussels Philharmonics, bis vor kurzem Stipendiat der Berliner Philharmoniker und Preisträger internationaler Wettbewerbe, sämtliche Klangfarben seines Instrumentes leuchten und schillern. Die künstlerische Leitung hat Raphael Christ, der als Kammermusiker, als Solist und Konzertmeister mit großen europäischen Orchestern, u.a. unter Daniel Barenboim und Claudio Abbado, auftritt. Mit dem ältesten Kammerorchester Deutschlands evoziert der Geiger den berühmtesten Wirbel musikalischer Winde zum Schluss der "Jahreszeiten": "Scirocco, Boreas und alle Winde im Streit. - So ist der Winter, doch so, dass er auch Freuden bringt."

Antonio Vivaldi (1678-1741): Konzert für Streicher g-Moll RV 156
Fagottkonzert C-Dur RV 477
Triosonate d-Moll RV 63 "La Follia"
Die vier Jahreszeiten - "Le quattro stagioni"
Konzert

Clear Skies

RÉALTA
Conor Lamb Uilleann, Pipes / Tin Whistles / Piano | Aaron O'Hagan Uilleann, Pipes / Tin Whistles / Flöte | Deirdre Galway, Gitarre / Vocals / Piano | Dermot Mulholland, Bouzouki / Kontrabass / Vocals / Banjo | Dermot Moynagh, Bodhrán / Percussion


"Réalta" ist gälisch und bedeutet Stern, und hell leuchtet Réalta weltweit am Firmament des Irish Folk, seit die Band aus Belfast beim Referenzfestival "Celtic Connections" in Glasgow 2012 zur besten Nachwuchsgruppe gekürt wurde. In Nachfolge der legendären Bothy Band und von Planxty mixen die Fünfe traditionellen irischen Folk, seine verzwickten Melodien und drängenden Rhythmen, mit Jazz-, Klassik- und Rockelementen - auf ihre eigene unverwechselbare Art. Auch die zwei Uillean Pipes machen Réalta besonders. Zum einen, weil Conor Lamb und Aaron O'Hagan, selbst ein renommierter Ellbogen-Pipes-Bauer, Virtuosen sind, zum andern, weil ihre Instrumente faszinierende harmonische und klangliche Möglichkeiten bieten. Sie lassen sich stakkato spielen und haben, anders als die (mundgeblasenen) Great Highland Bagpipes, einen unverwechselbar sanften Sound. Zudem ist ihr Tonumfang eine ganze Oktave größer als der der schottischen Dudelsäcke, und der Spieler kann sich, über dem Bordun, zusätzlich auf drei der insgesamt sieben Pfeifen durch Akkorde begleiten… Réalta ist Tradition, originell interpretiert, inspiriert übersetzt ins Heute, oder wie das Irish Music Magazin meint: "eine kernige Extravaganza mit Dudelsäcken und Pfeifen".Der Dudelsack ist übrigens ein Holzblasinstrument: Luft wird aus dem Luftsack in Spiel- und Bordunpfeifen gedrückt, in denen Einfach- oder Doppelrohrblätter die Töne erzeugen.

Irischer Folk, Jazz- und Klassikelemente
Konzert

Romeo und Julia

JEUGDORKEST NEDERLAND
Jurjen Hempel, Dirigent


Sie sind 14 bis 20 Jahre alt, allesamt Toptalente, hochmotiviert und voller Musizierfreude, die mehr als 80 Mitglieder des JeugdOrkest Nederland. Seit einigen Jahren fluten sie für ein paar Tage im Sommer Lengerich, wo sie bei Gastfamilien wohnen und in der Gempt-Halle einen idealen Proben- und Aufführungsort finden. Auch in diesem Jahr ist es Jurjen Hempel, der das jugendliche Ungestüm in kunstvoll-künstlerisches Spiel überführt. Der erfahrene Chefdirigent spielt in der Championsleague der Dirigenten, tritt mit großen nieder- und ausländischen Orchestern und bei bedeutenden Festivals auf und arbeitet als Spezialist für zeitgenössische Musik häufig mit bekannten Ensembles für Neue Musik.

Maurice Ravel (1875-1937): Rhapsodie Espagnole
Sergei Prokofjew (1891-1953): Romeo und Julia
Und als Überraschung ein Orchesterwerk mit einem Solo für Holzbläser
Konzert

Gran Quintetto

PABLO BARRAGÁN Klarinette
GOLDMUND QUARTETT
Florian Schötz, Violine | Pinchas Adt, Violine | Christoph Vandory, Viola | Raphael Paratore, Violoncello


Drama und Komik, das Erhabene und Populäre, Leidenschaft, die angreift und zerstört, die schreit, die singt, elegant tanzt oder kollabiert, die lacht; melancholische Sehnsucht und Trauer, Traum vom exotischen Anderswo; Streit, Versöhnung, Trauma und Harmonie: Hochemotional erzählen die vielfach ausgezeichneten Streicher des cutting edge Goldmund Quartetts und der preisgekrönte Klarinettist Pablo Barragán die Geschichte(n) des Lebens. Musik, die spricht, über die Zeiten hinweg, aber zu jedem und jeder ein wenig anders. Zum Ende Humor und Witz im Gran Quintetto, das von Weber seinem Freund, dem "Clarinettgenie" Heinrich Baermann, auf den Leib schrieb: starke Dynamik, opernhaftes Belcanto, fantasieartige Soli des Bläsers, ein fröhliches Allegro als Finale, Galopp und Theatralik, heitere Streicher und die Klarinette brilliert.

Wolfgang A. Mozart (1756-1791): Streichquartett G-Dur KV 387
Pjotr I. Tschaikowski (1840-1893): Herbstlied für Kl. solo (arr. Toru Takemitsu)
Fazil Say (*1970): Streichquartett "Divorce", op. 29
Alexander K. Glazunow (1865-1936): Rêverie Orientale, op. 14
Carl M. von Weber (1786-1826): Klarinettenquintett B-Dur, op. 34, "Gran Quintetto"

Trios

TRIO LAFROYG
Robert Beck, Klarinette | Jan Vaigot, Cello | Kledia Stefani, Klavier


Drei Klassiker und eine Komponistin, die es wieder zu entdecken gilt: Louise Farrenc, zu Lebzeiten bekannte Komponistin und Klaviervirtuosin, war 1842 die erste Professorin (Klavier) am Pariser Conservatoire, an einem Konservatorium überhaupt. In ihren Kompositionen schätzte man die Schärfe der Konzeption und die erhabenen Einfälle. Farrenc verbindet romantischen Geist mit sensibler Instrumentation und jener melodischen Klarheit, die sie bei Mozart und Beethoven schätzte. Zartheit, Wärme, Intimität und ein schönes Sich-Verstehen der Partner, die einander das kunstvoll verwobene Material zuspielen, strahlt Mozarts Kegelstatt-Trio aus. Er schrieb es zur Unterhaltung im Freundeskreis, doch sicherlich nicht, wie die Legende behauptet, auf der Kegelbahn. Weil Beethoven so viele Überraschungen in den 1. Satz seines Opus 11, das ein "kühner, stolz gerichteter Grundzug" und eine "gewisse Feierlichkeit" (A. W. Thayer) durchziehen, hineinkomponierte, meinte ein Kritiker, er sei zwar begabt, schriebe aber zu ruppig und zu modern… Im 3. Satz nobilitierte der 27-Jährige (was er später bitterlich bereute) einen Opernschlager des Wieners Joseph Weigl, indem er kunstvolle Variationen über den "Gassenhauer" des heute vergessenen Komponisten schrieb. Sehr zum Genuss der Hörerinnen und Hörer - und des Trios Lafroyg, dessen mehrfach ausgezeichnete Mitglieder ab und zu gern auch einen etwas raueren Wind durch den Konzertsaal jagen.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Trio Es-Dur KV 498, "Kegelstatt-Trio"
Ludwig van Beethoven (1770-1827): Trio B-Dur, op. 11 "Gassenhauer-Trio"
Max Bruch (1838-1920): Andante und Nachtgesang aus: Acht Stücke, op. 83
Louise Farrenc (1804-1875): Trio Es-Dur, op. 44
Konzert

EastWest

DUO ALIADA
Michal Knot, Saxophon | Bogdan Laketic, Akkordeon


Seine Musik ist Tanz, sein Programm ein transatlantischer Salto von Europa, dem Osten, in den Westen, die USA. Das polnisch-serbische Duo Aliada aus Wien, preisgekrönt und in über 30 Ländern seit seiner Gründung 2013 gefeiert, packt mit expressiver Musikalität und einem außergewöhnlichen Programm. Aufwühlend sein "Coffin Ship", das der Pole Skweres 2017 für das Duo schrieb; ansteckend die Kunsttänze großer Komponisten, die sich Volksweisen Ost- und Nordeuropas anverwandeln oder, wie Gershwins Preludes, den amerikanischen Charleston und Blues, den schnellen Foxtrott. Gilt Chick Corea weltweit als "Jazzlegende", so ist einer der bedeutendsten US-amerikanischen neoklassizistischen Komponisten der Nachkriegszeit, Robert Muczynski, hier noch zu entdecken, seine energiegeladenen, jazzig-synkopisierten Rhythmen, die langen melodischen Linien, sein hintergründiger Humor und die gute Laune. Man sagt Muczynski sei von timepieces, Chronometern und Uhren, besessen und sich immer bewusst gewesen, dass alles, das Leben wie die Musik, in der Zeit existiert. Trotzdem sprüht sein "Time Piece" von hintergründigem Humor und guter Laune.

Witold Lutoslawski (1913-1994): Dance Preludes
Edvard Grieg (1843-1907): Lyrische Stücke?
Igor Stravinsky (1913-1994): Russischer Tanz aus "Petruschka"
Tomasz Skweres (*1984): Coffin Ship
Vlastimir Pavlovic (1895-1965): Improvisation | Žikino Kolo
George Gershwin (1898-1937): Three Preludes
Chick Corea (*1941): Children's songs (Auswahl)
Robert Muczynski (1929-2010): Time Pieces?
Konzert

Caught in Italian Virtuosity

4 TIMES BAROQUE
Jan Nigges, Blockflöte | Jonas Zschenderlein, Violine | Karl Simko, Violoncello | Alexander von Heißen, Cembalo


Spiegel menschlicher Gefühle und wie die Epoche extrem, fasziniert die Musik des italienischen Barock noch immer. Nimmt sie uns deshalb so gefangen, weil wir ähnlich "barocco" wie die Menschen damals empfinden? Unsrer Leidenschaften und Maßlosigkeit, innerer Gespenster und der äußeren Schrecken nicht Herr und bis zum Zerreißen zwischen Widersprüchen gespannt, jauchzen wir mitunter himmelhoch und verstummen kurz darauf, zu Tode betrübt. All das wird Musik bei den italienischen Virtuosen der Seele - und mit den "jungen Wilden" von 4 Times Baroque, die sie fulminant interpretieren, auf technischem und expressivem Topniveau, mit den historischen Aufführungsformen genauso wie mit der Popkultur vertraut, und mit zeitübergreifendem Esprit: Halt und Trost, ein großes Vergnügen, zwischendurch munter moderiert.

Georg F. Händel (1685-1759): Ouvertüre aus der Oper "Rinaldo", HWV 7
Pierre Prowo (1667-1757): Triosonate d-Moll (ehem. TWV 42: d10)
Antonio Vivaldi (1678-1741): Kammerkonzert F-Dur, RV 100
Arcangelo Corelli (1653-1713): Sonate d-Moll, op. 5 Nr. 7 | La Follia g-Moll, op. 5 Nr. 12
Giuseppe Sammartini (1695-1750): Sonata a due F-Dur
Antonio Vivaldi: Concerto g-Moll RV 104 "La Notte" (arr. 4 Times Baroque)
Tarquinio Merula (1595-1665): Ciaccona
Ausstellung

Offene Ateliers der KGW

Inspiriert

Seit 2016 wird das Josefshaus in Wettringen durch die Künstlergemeinschaft Wettringen (KGW) - mit Marcel Häkel, Knut Kargel, Ada Klar, Nina Lieven und Alexander Klar - als "Kunstkirche" neu belebt. Der profanierte Kirchenraum fungiert als Ausstellungssaal, im unteren Gebäudeteil befinden sich ebenerdig Ateliers. Die Künstler*innen sind dabei, einen Ort zu etablieren, der vielfältige Inspiration wie auch unterschiedlichste Begegnungen mit der bildenden Kunst, aber auch anderen Kunstformen ermöglicht. Am summerwinds-Tag lädt die Künstlergemeinschaft KGW ein, die besondere Atmosphäre des Ortes und der Kunstkirche zu erleben. Die Ateliers sind geöffnet, die Künstlerinnen und Künstler freuen sich auf interessante Gespräche mit ihren Gästen über ihre Kunst, über Gott und die Welt. Wer Lust hat, kann auf dem weitläufigen Außengelände lustwandeln oder bei Kaffee und Kuchen schnacken. Die Ateliers sind ab 12.00 Uhr geöffnet.

In Kooperation mit der KGW Künstlergemeinschaft Wettringen | www.kgw.st
Konzert

Entdeckt!

ENSEMBLE SCHÖNBRUNN
Marten Root, Flöte / Leitung | Josep Domènech Lafont, Oboe | Frank van den Brink, Klarinette | Elke Schulze Höckelmann, Horn | Benny Aghassi, Fagott | Alida Schat, Violine | Dorothea Vogel, Bratsche | Viola de Hoog, Cello | Richard Myron, Kontrabass


Neuigkeiten aus dem vorletzten Jahrhundert von unsern Nachbarn im Westen: Louise Farrenc, Klaviervirtuosin und femme compositeur, zu Lebzeiten für ihre Werke bewundert, erste Professorin am Konservatorium von Paris überhaupt, und der Niederländer Frans Coenen sind zu entdecken! Farrenc, die die deutsche Tradition, Beethoven, Mozart, Schubert, in Frankreich rezipierte, schrieb ihr Nonett 1849. 1850 wurde es in Paris uraufgeführt, ein durchschlagender Erfolg. Das Werk strahlt vor Heiterkeit und Leichtigkeit; lyrische Eleganz, bezaubernde Melodik verbindet es mit delikater Instrumentation und einem sprechenden Gestus, mit amüsiertem Augenzwinkern hier und da. Gesangliches auch bei Frans Coenen. Der international berühmte Violinvirtuose, Mitbegründer und erste Direktor des Amsterdamer Konservatoriums stellte sein Nonett 1858 unter das Motto: "Uns floss der rasche Strom der Stunden / In freien Melodien fort." Die Verse stammen aus Ludwig Uhlands Gedicht "Mein Gesang", das "goldne Liebeszeit", ein "Blumenjahr", das Leben als "Lustgesang" erinnert und ersehnt. So auch Coenens Nonett; es steht in D-Dur, der Tonart der Freude und Spontaneität. Unter Leitung von Marten Root, führender Spezialist für historisches Flötenspiel und für seine Entdeckerlust renommiert, bringt das Ensemble Schönbrunn Farrencs und Coenens "freie Melodien" zum Tanzen: mit großem Herz und Herzlichkeit, voller Spielfreude, von Optimismus erfüllt, inspiriert.

Louise Farrenc (1804-1875): Nonett Es-Dur op. 38
Frans Coenen (1826-1904): Nonett D-Dur
Konzert

Unter den Linden

ENSEMBLE TRIGON
Katrin Krauß, Blockflöte / Tin Whistle | Kerstin de Witt, Blockflöte / Barockvioline | Holger Schäfer, Gesang / Cembalo / Harfe


Vor 800 Jahren sang Walther von der Vogelweide das wohl verschwiegenste Tandaradei: "Küsste er mich? Wohl tausendmal! / Tandaradei" - denn nicht allein im Kuss erfüllt sich die Liebe "Under der Linden", in seinem bekanntesten Lovesong… Mal innig und poetisch, mal enthusiastisch und extrovertiert, historisch informiert, doch zugleich ganz frei und unakademisch sind die Bearbeitungen, die Trigon von seiner liebsten Alten Musik macht. Aus den Folkloren und Kunstmusiken Europas sucht es sich jenes Volkstümliche heraus, das sich nicht schnell verbrauchte, sondern zum Klassiker taugte, weil es den Nerv des Publikums über Jahrhunderte traf. Und das kann vieles sein, von Vivaldis hinreißender "Follia"-Verrücktheit bis zum irischen "Down by the Sally Garden", einem Hochzeitslied aus Sonderho oder einem Halmorakel Walthers. In seinen "trigonischen" Interpretationen trifft die Auswahl des Trios auch heute den Nerv. Denn sein Programm hat, mit Trigon gesprochen, "Herzensqualität" und den "Genießeraspekt". Zumal die Drei als international anerkannte Meister*innen ihres Faches spielen und moderieren: Holger Schäfer ist Allrounder und nicht nur wiederholt zum "Minnesänger des Jahres" gekürt; Katrin Krauß und Kerstin de Witt touren seit Jahren auch mit dem renommierten Blockflötenquartett "Flautando Köln" die Kontinente der Erde.

Lieder und Tänze aus dem Mittelalter u.a. von Walther von der Vogelweide
Traditionals aus Skandinavien, England, Schottland und Irland
John Playford (c. 1651-1721): Aus "The English Dancing Master"
Märchen und Improvisation
Antonio Vivaldi (1678 -1741): Sonata d-Moll, op. 1, Nr. 12 "La Follia"
Konzert

Timbres

TRIO LÉZARD
Stéphane Egeling, Oboe / Englischhorn / Barockoboe / klassische Oboe | Jan Creutz, Klarinette / klassische Klarinette / Bassklarinette | Stefan Hoffmann, Fagott / Kontrafagott / klassisches Fagott


Exquisite Timbres mit einem der weltweit führenden Trio d'anches: Das Trio Lézard, 2015 mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet, erobert für die erst vor 100 Jahren erfundene Rohrblatt-Besetzung neue alte Welten, von den süß-melancholischen Dolce-vita-Chansons Dufays aus der Frührenaissance bis hin zu Trenets jazzig-schmachtendem "Adieu … Bonsoir". Im Trio d'anches, mit Oboe, Klarinette und Fagott, sind auch Mozarts Terzetti und die von ihm selbst bearbeiteten Arien aus "Don Giovanni" und der "Hochzeit des Figaro", die die sog. Seisenburger Handschrift enthält, noch nie gehört. Das Trio Lézard hat das Original, das Mozart nicht auf bestimmte Instrumente festlegt, jüngst für sich arrangiert. Und weil sie einen frischen, facetten- und farbenreichen Klang im Kopf haben, der der Musik des Klassikers entspricht, spielen die mâitres sonneur diese Trios, wie auch das unbeschwerte Werk des unbekannteren Abel, auf historischen Instrumenten, solchen, wie die beiden Komponisten sie höchstwahrscheinlich selber gehört haben. Im Kontrast dazu das Solo eines jeden Virtuosen und als Ergänzung eine humorige Moderation, die gewiss die unglaubliche Geschichte von dem Schatz nicht auslässt, den ein Wanderer 1937 in der Ruine der österreichischen Seisenburg unter Mörtel, Schutt und einem umgestürzten Schrank entdeckte …

Jean Rivier (1896-1989): Petite Suite für Oboe, Klarinette und Fagott
Georg Philipp Telemann (1681-1767): Fantasie für Barockoboe
Igor Strawinsky (1882-1971): 3 Stücke für Klarinette solo
Erwin Schulhoff (1894-1942): Die Bassnachtigall für Kontrafagott
Guillaume Dufay (1397-1474): Chanson-Suite "La dolce vista" für Englischhorn, Fagott, Bassklarinette
Charles Trenet (1913-2001) & Herb Brown (1896-1964): "Vous, qui passez sans me voir" für Englischhorn, Fagott und Bassklarinette
Wolfgang A. Mozart (1756-1791): 3 Arien und Terzetti 19-25 aus den 30 Terzetti der Seisenburghandschrift, KV 439b, für Oboe, Klarinette und Fagott (historische Instrumente)
Carl Friedrich Abel (1723-1787): Trio G-Dur für Oboe, Klarinette und Fagott (historische Instrumente)
Konzert

Merry-Go-Round

SQUARE WALTZ

Square Waltz ist neue Weltmusik aus Wien, die so von vifen "Zuagrasten" nur gemacht werden kann: illustrer Walzer à la Johann Strauß, schräg improvisiert à la Balkan, Orient, Tango und Jazz oder originell squaregewalzt in einer Mischung aus allem, mit Witz und Melancholie. Dazu Selbstkomponiertes, das von den Reisen des Trios, als Ensemble auf erfolgreicher Konzerttour oder inkognito, solo und privat, in der ganzen Welt erzählt. Immer und überall sind die Drei ganz Ohr für die Musik des Ortes und bringen sie mit, den Klang seines Dufts, seines Miefs, seines Lichts und seiner Farben, seiner Menschen oder ihrer Gaumenspezialitäten. So werden etwa ein Bazar in Fernost, die Merry-Go-Round auf dem Prater Musik, ein argentinischer Milongasalon oder, als Quargelpolka, der gemeine mährische Sauermilchkäse. Square Waltz ist ein "Wiener Walzer Ensemble", wie es in keinem Buch steht. Seine Philosophie ein Schmäh, eine Lust: "We push circles into eclipses!" Auf gut Deutsch: "Für uns sind sogar Dreiecke quadratisch, verformen sich Kreise zu Ellipsen, und Pyramiden zeigen die Silhouette des Stephansdoms".
Konzert

Karneval bis Kaiserwalzer

WALTER HOFBAUER, Trompete
MARTINA BÁLKOVÁ, Fagott
SYMPHONY PRAGUE
Stefan Britvik, Dirigent


Hits und Virtuoses - ein klassischer Open-Air-Mix, der Spaß macht und staunen lässt, wo er Fagott und Trompete solistisch präsentiert. Nicht nur ausgelassen-karnevalesk, sondern als eins der schwersten Stücke für Trompete überhaupt kommt der 300 Jahre alte neapolitanische Gassenhauer "O cara mamma mia" in Arbans Variationen daher. Hierzulande kennt man ihn als "Mein Hut, der hat drei Ecken", "Ein Hund kam in die Küche" oder "Ich lieg im Bett und schwitze"... Ihr Paradestück verlangt den Trompetern fetzigen Humor, irrwitzige Zungen- und exquisiteste Fingerfertigkeit ab. Strahlend und selbstbewusst das Fagott in von Webers Konzert. Leicht instrumentiert, klingt das Stück so durchsichtig wie Mozart oder eine sternenklare Sommernacht. Das Fagott singt, singt lange Melodien auch in hoher Lage, darf ausgelassen und komisch sein, trumpft im Finale auf, triumphiert. Walter Hofbauer und Martina Bálková spielen mit der Symphony Prague, die für ihr transparentes und klug konturiertes Spiel unter Stefan Britvik europaweit bekannt ist.

Wolfgang A. Mozart (1756-1791): Ouvertüre zu "Don Giovanni"
Carl Maria von Weber (1786-1826): Fagottkonzert F-Dur, op. 75
Pjotr I. Tschaikowski (1840-1893): Aus: Serenade für Streichorchester
Georges Bizet (1838-1875): Ouvertüre zu "Carmen"
Jean-Baptiste Arban (1825-1889): Karneval in Venedig, für Orchester und Solotrompete
Bredrich Smetana (1824-1884): Die Moldau
Johann Strauß (1825-1899): Kaiserwalzer
Antonín Dvorák (1841-1904): Slawischer Tanz
Konzert

Von Monteverdi zur Improvisation

WU WEI TRIO
Wu Wei Sheng | Martin Stegner Viola | Gunars Upatnieks, Kontrabass


Als "liebliche Chineser Orgel" erregte die Sheng im 18. Jh. in Europa Aufsehen. Ihr durchdringender, zugleich spiritueller Ton, ihre Bauweise, die auch das Spiel von Akkorden ermöglicht, und dass sie mit dem Mund geblasen wird, erstaunte und begeisterte. Heute sorgt Wu Wei, einer der größten Virtuosen der chinesischen Mundorgel weltweit, im westlichen Konzertsaal für Furore. Der Wahlberliner und Professor am Musikkonservatorium Shanghai hat für die 4000 Jahre alte Sheng neue Spieltechniken entwickelt, mehr als 300 neue Werke für sie uraufgeführt und auch als Solist in klassischen Werken, die er mit den berühmtesten Orchestern und Dirigenten spielt, das Repertoire für die wundersame Mundorgel erweitert. Im Wu Wei Trio tritt er in einer einzigartigen Ménage-à-troi mit zwei Mitgliedern der Berliner Philharmoniker auf, die man, wie ihn, in keine Musik-Schublade sperren kann. Mit dem deutschen Bratschisten Martin Stegner und dem lettischen Kontrabassisten Gunars Upatnieks kreiert er einen Ensembleklang, der so noch nicht da war. Souverän ignorieren die Drei, was als musikalische Grenze gilt, und mischen die Epochen und Genres der Welt: experimentell und innovativ und überraschend.

Claudio Monteverdi (1567-1643): Arien
Johann Seb. Bach (1685-1750): Triosonaten
Antonio Vivaldi (1678-1741): Sonata d-Moll, op. 1 Nr. 12 "La Follia"
Spätromantische Lieder
Freie Improvisationen
Konzert

Wind und Meer

MAGDUS
Bartek Dus, Sopran- und Altsaxophon
Magdalena Dus, Klavier


Ob es Klänge so frei, als seien sie körperlos, spielt, als wehte ein Wind, oder melancholisch süße, auch bittre Melodien und Harmonien von existenzieller Schwere, immer prägt Könner- und Leidenschaft und ein profundes Einverständnis den Auftritt von MagDu?. Und da das preisgekrönte Duo das ganze Leben in Originalwerken und Transkriptionen für Saxophon und Klavier preist, kommen Übermut und Humor, seliger Gesang, robuste Attacken und ekstatische Eskapaden oder klassisch Beschwingtes sowie jazzig Beswingtes in seinem Programm nicht zu kurz. Wer bei "Summertime" schwelgt und bei "I've got rhythm" groovt, erlebt mit MagDu? gewiss auch Brahms' Tiefe und Heiterkeit und das, was Daniel Barenboim meinte, als er im Hinblick auf Debussys 100. Todestag in diesem Jahr über den großen französischen Neuerer der Musik (Die Welt, 25.03.2018) bemerkte: "Debussy ist, als ob Sie, wenn Sie Ihr Leben lang in den Bergen gewohnt haben, plötzlich am Meer stehen. Ohne es je vorher gesehen zu haben."

Claude Debussy (1862-1918): Präludium and Menuett aus der Suite Bergamasque
Maurice Ravel (1875-1937): Sonatine
Johannes Brahms (1833-1897): Sonate Nr. 1 f-Moll für Klarinette und Klavier op. 120
George Gershwin (1898-1937): Three Preludes
Claude Debussy: Rhapsodie für Altsaxophon und Klavier
Sergej Prokofjew (1891-1953): Suite aus dem Ballet "Romeo und Julia"
George Gershwin: A Gershwin Fantasy für Altsaxophon und Klavier
Konzert

Happy Birthday, Lenny!

SONIC.ART SAXOPHONQUARTETT
Adrian Tully, Sopran | Alexander Doroshkevich, Alt | Claudia Meures, Tenor | Annegret Tully, Bariton


Morgen wird "Lenny" 100. Am Vorabend erweist ihm das international preisgekrönte sonic.art Quartett mit einem All-American-Programm Reverenz, das emotional so intensiv ist wie Bernsteins Musik, egal, ob er komponierte oder den Taktstock schwang. Neben den unsterblichen Musical-Melodien des Jubilars steht in seinem Sinn Herzergreifend-Schönes auf dem Programm: Hypnotische Minimal Music von Philipp Glass, der sein Quartett nach seinem Soundtrack zu "Mishima" schrieb, Paul Schraders Spielfilm über die Zerrissenheit des japanischen Dichters Mishima, der die Harmonie zwischen dem Selbst, der Kunst und der Gesellschaft suchte und öffentlich Sepuku, rituellen Selbstmord, beging. Sodann Barbers berühmtes Adagio, das auch beim Begräbnis John F. Kennedys, ein enger Freund Bernsteins, oder am Jahrestag des 11. Septembers erklang und als Titelmusik Oliver Stones Antikriegsfilm "Platoon" begleitet. Dazu Gershwins unter die Haut gehende Melodien.
Seine Antwort, so Bernstein nach dem Mord an Kennedy, auf Gewalt sei dies: "noch intensiver Musik machen, noch schöner, mit mehr Hingabe als je zuvor". Bernstein glaubte daran, dass er, wenn er nur gut genug komponierte und musizierte, die Welt mit seiner Musik vielleicht heilen könnte. Und er hoffte, dass der, der die Harmonie in der Musik erlebt, sie auch im Leben verwirklichen könnte. "Wenn sich nur genügend Herzen für die Schönheit großer Musik öffneten, wäre dort kein Platz mehr für das Böse, für Gier oder Hass." Total uncool, total cool, dieser tribute an "Lenny": dramatisch, ausgelassen, hoffnungsgeladen, verzweifelt traurig und frolic and funny.

Leonard Bernstein (1918-1990): Overture to "Candide"
George Gershwin (1898-1937): Suite after "Porgy and Bess"
Philip Glass (*1937): Streichquartett Nr. 3 "Mishima"
Leonard Bernstein: Slava!
Samuel Barber (1910-1981): Adagio
George Gershwin (1898-1937): Three Preludes
Leonard Bernstein: Selections from "West Side Story"
Konzert

Der Anfang von allem

JUTTA RICHTER, Schriftstellerin
XENON SAXOPHON QUARTETT
Lukas Stappenbeck, Sopran | Anže Rupnik, Alt | Adrian Durm, Tenor | Benjamin Reichel, Bariton


"Dabei hat alles so gut angefangen": Die erste Liebesgeschichte der Welt fand in einem Garten statt. Dieser war das Paradies. Jutta Richter erzählt Adams Sehnsucht, seine große Liebe zu Eva und den Biss in den Apfel, der alles ändert, neu - aus der Erinnerung Adams, von seiner Katze klug kommentiert. Und sie erzählt die erste Familiengeschichte nach der Vertreibung aus Eden so, als trüge sie heute sich zu: Eifersucht, Vernachlässigung, Zärtlichkeit, das Glück und das Unglück mit Kain und Abel, dem starken Kämpfer und dem "Windhauchkind, dem sanften Sohn". Dazu der erste Mord, die erste unüberwindbare Trauer. Eine Geschichte voller Kraft, erzählt unterm Blick der Güte, über die Irrsal und Wirrsal des Menschseins. Poesie, die ergreift, fesselnd gelesen von der Autorin selbst, die vielfach ausgezeichnet ist. Musikalisch setzt das international preisgekrönte Xenon Saxophonquartett das Drama der (ersten) Menschen in Szene. "Sie sind seltsame Wesen, denkt die Katze" ...

KONZERT-LESUNG
Jutta Richter liest aus "Der Anfang von allem".
Im Wechsel mit der Schriftstellerin spielt Xenon.

Georg Friedrich Händel (1685-1759): Ankunft der Königin von Saba, arr. von Xenon
Edvard Grieg (1843-1907): Aus Holbergs Zeit
Iannis Xenakis (1922-2001): XA2
Modest Mussorgsky (1839-1881): Bilder einer Ausstellung, arr. von Xenon
Konzert

Hommage an Piazolla

ENSEMBLE 87
Lukas Stappenbeck, Sopransaxophon | Anže Rupnik, Altsaxophon | Adrian Durm, Tenorsaxophon | Benjamin Reichel, Baritonsaxophon | Krisztián Palágyi, Akkordeon | Sergey Markin, Klavier


Leidenschaft, raffiniert durch Kunst, kultiviert durch Form: das ist Tango Nuevo - das ist "Ensemble 87". Es zündet, wenn die jungen Tangospezialisten Astor Piazzolla ihre Reverenz erweisen, auch weil sie das in weltweit einmaliger Besetzung tun. Neben den Welthits Piazzollas steht neuster Tango aus Ost und Süd auf ihrem Programm. Die sechs Freunde aus Deutschland, Ungarn, Slowenien und Russland - Meisterstudenten an der Musikhochschule Köln, die als Solisten oder als Xenon Saxophone Quartet international gastieren und ausgezeichnet wurden - haben sich ihre Lieblingsstücke auf den Leib arrangiert und bringen sie in einzigartigem Sound auf die Bühne. Zudem spicken sie ihren Auftritt mit virtuosen Solos: Ginasteras argentinische Tänze für Klavier sind schräg, zubeißend, wild. Zubitskys "Ommagio" für Akkordeon solo reißt mit; effektvoll und orgiastisch Dargentons "Stierkampf" in Fuerte Apache (ein zwielichtiger Bezirk von Ciudadela bei Buenos Aires). Melancholie und Erotik, Lebensdrang und bodenloser Fall, Sinnlichkeit, Tiefe, schmeichelnde, kratzende, ab und zu schmerzende Harmonien: Neuer Tango ist alles und alles zugleich, ein Brennspiegel des Dramas, das unser Leben ist.

Astor Piazzolla (1921-1992): Escualo | Primavera porteña | Contrabajisimo
Vladimir Zubitsky (*1953): Omaggio ad Astor Piazzolla
Astor Piazzolla: Verano porteño | Adios nonino | Otono porteño | Four for Tango | Soledad
Juan Dargenton (*1959): Corrida en Fuerte Apache
Astor Piazzolla: Fugat | Soledad
Alberto Ginastera (1916-1983): Danzas Argentinas
Astor Piazzolla: Four for Tango | Invierno porteño
Konzert

AB-WEG-IG

TRIO CON ABBANDONO
Beate Müller, Klarinette | Claudia Quakernack, Akkordeon | Anne-Lise Cassonet, Violoncello


Die außergewöhnliche Besetzung gründet in der Freundschaft der Drei, das Crossover des Programms in ihrer grenzenlosen Musikalität. Das preisgekrönte Trio con abbandono macht mit "AB-WEG-IG" eine weltgewandte Expresstour durch Zeiten und Genres. Melancholisch und dramatisch Piazzollas "Jahreszeiten", Tango Nuevo auf Buenos Aires. Der Hafenstadt am Río de la Plata gegenüber, auf dieser Seite des Atlantik, liegt Lisboa, die weiße Stadt am Tejo, auf die Peter Ludwig seinen Neuen Tango schrieb. Kunst-Tanz auch mit Klezmer und Barock, einem französisch-italienischen Medley aus den Variationen des alten musikalischen Musters der "Folia" - nachdem Beethovens Rondo den verlornen Groschen hüpfen und kreiseln und die Wut darüber munter grollen ließ. Mit seinem Originaltitel "Alla ingharese quasi un Capriccio" hebt der 25-Jährige Beethoven auf das Kapriziös-Launenhafte und das ungarische Feuer seines Stückes ab. Erst 24 war Bernstein, als er seinen Erstling, die Klarinettensonate, publizierte. Mit diesem "echten Bernstein", schon außerhalb der "Klassik-Piste" komponiert, gratuliert das Trio als Duo mit Hingabe, "con abbandono", dem leidenschaftlichen Amerikaner zu seinem 100. Geburtstag. Und im Duett "Off Pist" des Schweden Henryson bringt es ihm ein Ständchen, das Klassik, Jazz und Rock vermischt: vertrackte Kapriolen, souverän neben der Spur, fröhlich, hip, frech.

Peter Ludwig (*1951): Lisboa
Traditional: Klezmer
Svante Henryson (*1963): "Off Pist" für Klarinette und Cello
Leonard Bernstein (1918-1990): Sonata für Klarinette und Akkordeon
Ludwig van Beethoven (1770-1827): Rondo G-Dur op. 129, "Die Wut über den verlorenen Groschen (Cent)", arr. Brack Owlbick
Marais, Corelli, Vivaldi: La Folia
Astor Piazzolla (1921-1992): Die Jahreszeiten
Konzert

Psalmen, Tänze, Kostbarkeiten

ENSEMBLE KOUTÉ
Gregor Schulenburg, Querflöte / Duduk / Kyotaku | Marion Haak-Schulenburg, Gesang / Rahmentrommel | Ian Melrose, Gitarre / Low Whistle | Mathis Mayr, Violoncello


In seinem Namen klingt das französische écouter an, als sei er die Aufforderung: "Hört her und lauscht!" und der beglückte Ausruf: "Wir haben gehört." Gehört hat das Ensemble Kouté selbst viele Musiken der Welt - und sich von ihnen zu seiner ganz eigenen Weltmusik inspirieren lassen: von Folk und Volksmusik, Liedern und ausgelassenen Tänzen aus Schweden, Irland, Deutschland etwa, von arabischen Weisen, von Psalmen oder liturgischer Musik aus Armenien, von der europäischen Klassik und experimentellen Klängen Neuer Musik, von den japanischen Honkyokus, die Zen-Mönche zur Meditation spielen. All dies interpretiert Kouté in seinen Improvisationen, Mixturen und Eigenkompositionen neu, in seinem fremd-vertrauten, originären Sound, den neben Querflöte und Tin Whistle die Bambusflöte Kyotaku und die Duduk mit ihrem weichen, bauchigen Klang prägen. Hochkarätige Musiker mit nicht nur einer künstlerischen Heimat, Weltbürger, weitgereist, durch diverse Kulturen, mentale Welten, von denen sie auch in ihrer Moderation berichten: Wer das Ensemble Kouté hört, wird inspiriert, zum Innehalten und Sich-Versenken, zu Neugier und Ausgelassenheit, zur Andacht und zum Tanz.

Psalmen, Tänze, Lieder, Improvisationen
Konzert

Flying High

BAIT JAFFE KLEZMER ORCHESTRA
Sascha Schönhaus, Saxophon / Klarinette | Andreas Wäldele, Violine / Mandoline | Niculin Christen, Klavier / Akkordeon | David Schönhaus, Kontrabass


Mehr als 25 Jahre spielt die Band "ihren" Klezmer und immer erfindet sie ihn und sich wieder neu. Von der Familiengeschichte der Brüder Schönhaus beseelt, trägt das Quartett das Feuer der archaischen osteuropäisch-jiddischen Tradition weiter: in seinem ganz eigenen Idiom. Den urtümlichen Sound der Klezmorim von vor mehr als 100 Jahren nehmen die studierten Jazzer auf und verbinden ihn, mit Mut zum Pop, zur Klassik und zu starken Gefühlen, mit der Energie und Improvisationskunst des Jazz. Musikalisch erzählen sie neue Geschichten und alte neu, etwa die der spektakulären Flucht von Großvater Beba, einem gewöhnlichen Soldaten der Roten Armee, vor den Wirren der Russischen Revolution, seinem "Flying High" 1917 im Doppeldecker. Er flog die Maschine, die er und ein Freund von der kaiserlichen deutschen Armee gekapert hatten, von Königsberg nach Berlin, wo er mit seiner Familie lebte, bis alle nach Israel auswanderten, um jedoch bald schon zurückzukehren. 1942 wurde Großvater Schönhaus in Majdanek ermordet -. Bait Jaffe, hebräisch für "schönes Haus", treibt den Klezmer weiter, kraftvoll und ergreifend, zärtlich und überraschend, im Geist der Tradition und mit dem Feeling von heute, im Höhenflug - flying high.

Eigenkomppositionen: Beba's Dream | Bielski's Bulgar | Jerusalem in the Wood | A Jingale und sain Maidele | Wus gewen, is gewen | The Mispoche u.a.
Ausstellung

Gießereiführung

Herzlich lädt Grunewald die Konzertbesucher zu einer Führung durch die Gießerei ein.

2013 nahm Grunewald seine Aluminium- und Eisengießerei neu Am Busskolk in Bocholt in Betrieb. Grunewald ist ein weltweit tätiger Werkzeug- und Formenbauer sowie Hersteller von Prototypen und gegossenen Kleinserien. Das Unternehmen arbeitet auf höchstem Qualitätsniveau, mit hochmodernen Verfahrenstechniken in der Formerei und bei der Rückgewinnung und Wiederverwertung der Ressourcen. In der Gießerei ist ein Twin Induktionsschmelzofen mit einer Schmelzleistung von 350 kg pro Stunde in Betrieb.

Bitte melden Sie sich bei der GWK an, wenn Sie vor Ihrem Konzertbesuch an einer Führung durch die Gießerei teilnehmen wollen. Frau Dettmar, GWK, nimmt Ihre Anmeldung bis Freitag, 24. August gerne an. Tel: 0251 591-3041, Email: sabrina.dettmar@lwl.org

In Kooperation mit der Grunewald GmbH & Co. KG | www.grunewald.de
Konzert

Buon divertimento!

ELSE ENSEMBLE
Niklas Liepe, Violine | Lena Eckels, Viola | Valentin Scharff, Violoncello | Peter Josiger, Kontrabass | Tim Henning Lüttge, Flöte | Shelly Ezra, Klarinette | Teddy Ezra, Klarinette / Bassethorn | Theo Plath, Fagott | Marc Gruber, Horn


Selten gespieltem und eher unbekanntem Repertoire hat sich das Else Ensemble verschrieben, mit renommierten Preisen ausgezeichnete junge Musiker*innen aus Deutschland und Israel, die international gastieren. Sie haben sich nach der expressionistischen Dichterin Else Lasker-Schüler benannt. Mit Mozarts Fragment stellt das Ensemble eine lebhafte Vorstudie zu dessen Klarinettenquintett K 581 vor, in dem der Klassiker die Ausdrucksmöglichkeiten der Klarinette radikal erweiterte. An der Klassik und frühen Romantik orientierte sich Adolphe Blanc. Der Komponist, der heute wiederentdeckt wird, bot mit seinen Kompositionen der in Paris seinerzeit vorherrschenden Opernmode die Stirn. Er schrieb "absolute Musik", die dem Publikum gefiel, und hielt damit in Frankreich die Tradition der Kammermusik aufrecht. Sehr charmant, wunderbar sanglich und empfindsam, ist sein Septett Opus 40 mit einer konzentriert-wilden Tarantella im Scherzo: einer exquisiten und originellen Miniatur, die vor rhythmisch-melodischer Energie birst. Heiter auch die Grundstimmung von Brahms' erster Serenade, die in Detmold, am Hof Prinz Leopolds II., als Nonett entstand. Der 25-Jährige ließ sich von den famosen Bläsern seines Orchesters anregen und von Haydn und Mozart, der farbenfroh-schillernden Welt ihrer klassischen Divertimenti. Buon divertimento - viel Vergnügen!

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) / Franz Beyer (*1922): Fragment F-Dur KV Anh. 90 für Klarinette, Bassetthorn und Streichtrio
Adolphe Blanc (1828-1885): Septett E-Dur op. 40
Johannes Brahms (1833-1897): Serenade Nr. 1 D-Dur, op. 11
Ereignisse Nordwestdeutsche Philharmonie Herford, Stiftbergstraße 2
Ereignisse / Konzert Bielefelder Philharmoniker Bielefeld, Brunnenstraße 3-9
Ereignisse / Konzert Sinfonieorchester Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Ereignisse / Varieté GOP Varieté Münster GmbH & Co. KG Münster, Bahnhofstr. 20-22
Fr, 22.6.2018, 20:00 Uhr
Ereignisse / Varieté GOP Varieté Münster GmbH & Co. KG Münster, Bahnhofstr. 20-22
Sa, 23.6.2018, 18:00 Uhr
Ereignisse / Varieté GOP Varieté Münster GmbH & Co. KG Münster, Bahnhofstr. 20-22
Sa, 23.6.2018, 21:00 Uhr
Ereignisse / Festival Wege durch das Land Detmold, Hornsche Str. 38
So, 24.6.2018, 14:00 Uhr
Ereignisse / Festival Wege durch das Land Detmold, Hornsche Str. 38
So, 24.6.2018, 18:00 Uhr
Ereignisse / Varieté GOP Varieté Münster GmbH & Co. KG Münster, Bahnhofstr. 20-22
So, 24.6.2018, 19:00 Uhr
Ereignisse / Festival Wege durch das Land Detmold, Hornsche Str. 38
Sa, 30.6.2018, 10:00 Uhr
Ereignisse / Festival Wege durch das Land Detmold, Hornsche Str. 38
Sa, 30.6.2018, 16:00 Uhr
Ereignisse / Festival Wege durch das Land Detmold, Hornsche Str. 38
Fr, 6.7.2018, 19:00 Uhr
Ereignisse / Festival Wege durch das Land Detmold, Hornsche Str. 38
Sa, 7.7.2018, 11:30 Uhr
Ereignisse / Festival Wege durch das Land Detmold, Hornsche Str. 38
So, 8.7.2018, 11:30 Uhr
Ereignisse / Festival Wege durch das Land Detmold, Hornsche Str. 38
So, 8.7.2018, 18:00 Uhr
Ereignisse / Festival Wege durch das Land Detmold, Hornsche Str. 38
Sa, 14.7.2018, 18:00 Uhr
Ereignisse / Festival Wege durch das Land Detmold, Hornsche Str. 38
Fr, 20.7.2018, 18:00 Uhr
Ereignisse / Festival Wege durch das Land Detmold, Hornsche Str. 38
Sa, 21.7.2018, 11:30 Uhr
Ereignisse / Festival Wege durch das Land Detmold, Hornsche Str. 38
Sa, 21.7.2018, 18:00 Uhr
Ereignisse / Kulturveranstaltung Kurhaus Bad Hamm Hamm, Ostenallee 87
Ereignisse / Varieté GOP Kaiserpalais Bad Oeynhausen Bad Oeynhausen, Im Kurgarten 8