Musikfestspiele Potsdam Sanssouci

Sehnsucht nach der Ferne

Fr, 11.6.2010 - So, 27.6.2010

Vom Reiz des Exotischen in der Musik

Das Maskenspiel mit fernen Ländern und Kulturen ist so alt wie die Entdeckung der Erdteile. Das Exotische, das in Reiseberichten und mit ebenso kostbaren wie seltsamen Waren Europa erreicht, bringt die Fantasie zum Blühen. In sagenhafter Ferne locken den Kaufmann Gold und Gewürze, während vor dem Gelehrten neue Gestade auftauchen: fernöstliche Riesenreiche, von Weisheit regiert und in Frieden lebend. Ein fernes Paradies.

Drei Sphären beflügeln den europäischen Traum von der Weite: Das von den Missionaren bereiste ferne Asien, die von den Spaniern unterworfene Neue Welt und Afrika, der schwarze Kontinent. Während das Exotische – als Chinoiserie, Aztekengold und Arabeske – fast durchgängig Einfluss auf Mode, Architektur und Kunsthandwerk übt, setzt die musikalische Auseinandersetzung immer wieder Höhepunkte: Von den Türken-, Indien- und China-Opern im 17. und 18. Jahrhundert über die orientalischen Maskeraden, etwa in Rimsky-Korsakows »Scheherazade«, bis hin zu Debussys Spiel mit dem fernöstlichen Kolorit im 20. Jahrhundert.

Rund um die Opernproduktion von Carl Heinrich Grauns »Montezuma« nach einer Idee Friedrichs II. und die zahlreichen architektonischen Exotismen in Potsdam folgen die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2010 den Spuren, die die Sehnsucht nach der Ferne in der Musik von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert gezogen hat. Und schnell wird klar, dass Europa eigentlich nur seine Utopien in weite Ferne verlegt hat.

Programm

Le Cinesi

Oper im Schlosstheater

Glucksgriff: Europas Theater durch die chinesische Brille

Premiere: Freitag, 11. Juni 2010 | 17.00 Uhr

Musiker und Solisten der
CHINA NATIONAL PEKING OPERA COMPANY
Sänger und Ensemble L’ARTE DEL MONDO
Musikalische Leitung: Werner Ehrhardt
Regie und Ausstattung: Igor Folwill


Opernserenade (1754) von Christoph Willibald Gluck (1714–1787)
Libretto: Pietro Metastasio
Intermezzi im Stil der Pekingoper des 18. Jahrhunderts
Kompositorische Bearbeitung: Karsten Gundermann (*1966)
Libretto: Kui Sheng (*1935) / Karsten Gundermann

2010 werden die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci mit Oper und Konzert an einem Tag eröffnet. Während in der Friedenskirche das renommierte französische Orchester LE POÈME HARMONIQUE auf eine barocke Weltreise entführt (vgl. Nr. 2), wird die Opernpremiere die Sehnsucht nach der Ferne gleich doppelt einlösen. Im Schlosstheater des Neuen Palais und in historischer Aufführungspraxis erleben die Zuschauer mit Glucks erfrischender Opernserenade einen Dreisprung: Ein europäischer Komponist fantasiert sich drei Chinesinnen, die aus Neugier dem europäischen Theater auf den Zahn fühlen möchten, Kulturkritik durch die chinesische Brille sozusagen. Doch in Potsdam geht es noch weiter: Erstmalig wird 2010 Glucks Original mit Elementen des chinesischen traditionellen Musiktheaters des 18. Jahrhunderts vereinigt.

Entstanden ist die Serenade 1754 für einen Besuch des Kaiserpaars Maria Theresia und Franz I. im niederösterreichischen Schlosshof. In Metastasios Libretto dringt Silango, ein junger Mann, in ein chinesisches Frauengemach ein, wo gerade noch gepflegte Fadesse herrschte. Da er sich vor Einbruch der Nacht nicht ungesehen davonmachen kann, beschließen er und die drei Frauen, sich europäisches Theater vorzuspielen, denn Silango ist gerade von einer Studienreise zurückgekommen. Die drei ausprobierten Spielarten der Tragödie, Pastorale und Komödie werden zu einem hintersinnigen Wettstreit der drei Frauen um Silangos Aufmerksamkeit.

In der Potsdamer Neuinszenierung trifft die hochartifizielle Chinoiserie Glucks auf echte Chinesen und echte Verständnisschwierigkeiten, in den Elfenbeinturm ästhetischer Gespräche bricht die Realität ein. Als motivische Vorlage dient der Einfall der Mongolen in China von 960-1270, der hier quasi zeitgleich zum Zimmertheater im Hintergrund voranschreitet. Die Invasion der höfischen Gesellschaft der Serenadensänger wird mit den überwältigenden szenischen und akrobatischen Mitteln der Pekingoper dargestellt, das Ende ist genauso überraschend wie befreiend.

Eine gemeinsame Produktion des Ensembles L’ARTE DEL MONDO
mit der CHINA NATIONAL PEKING OPERA COMPANY, den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci und dem Theater Winterthur

52,- | 38,- | 27,-* | 16,-* EUR
* Plätze z. T. mit Sichteinschränkung

Ort:

Schlosstheater, Neues Palais von Sanssouci
Am Neuen Palais, 14469 Potsdam

Termine:

Fr, 11.6.2010, 17:00 | Premiere | Tickets
Sa, 12.6.2010, 16:00 | Tickets
Sa, 12.6.2010, 20:00 | Tickets

Eröffnungskonzert

Kirchenkonzert

Weltreise um 1700: Wie sich das barocke Europa einmal um den Globus träumt

LE POÈME HARMONIQUE auf historischen Instrumenten
Claire Lefilliâtre, Sopran
Jean-François Lombard, Countertenor
Serge Goubioud, Tenor
Arnaud Marzorati, Bariton
André Morsch, Bass
Musikalische Leitung: Vincent Dumestre


Jean-Baptiste Lully (1632-1687)
Entrée des Italiens, des Éspagnoles, des Françaises (Europa) und Cérémonie turque (Türkei), aus: Le Bourgeois Gentilhomme
Entrée de deux marchands Mores (Arabien)

Francesco Cavalli (1602-1676): Duo über die Passacaglia, aus: L’Ormindo (Marokko)
Sigismondo D’India (um 1582-1629): Il Ballo del Re della Cina (China)
Carlo Francesco Pollarolo (ca. 1653-1723): Rezitativ, aus: Il color fà la Regina (Kambodscha)
Henry Purcell (1659-1695): The Indian Queen (Mexiko)
u.a.

Eine Weltreise im Barock? Das war wohl eher die Ausnahme. Gut, Marco Polo bereiste schon 1271 Peking, Kolumbus steht 1492 in der Brandung der Westindischen Inseln und Magellan bringt 1519 die erste Weltumsegelung auf den Weg. Die übrigen Europäer können von der Ferne nur träumen, aber auch diese Fantasien reichen einmal um die Welt – und zwar als Musik!
Ausgehend von der wohl berühmtesten Maskerade - Lullys „Bürger als Edelmann“, der sich zum Ehrentürken ausstaffieren lässt – hat das renommierte französische Orchester LE POÈME HARMONIQUE exklusiv zur Eröffnung der Musikfestspiele ein neues Programm zusammengestellt: Eine abenteuerliche und wahrhaft weltumspannende Expedition in Tönen.

Eine Koproduktion mit dem MAfestival Brügge
Barocke Höhepunkte aus europäischen Opern und Balletten als Fantasiereise in ferne Länder.

35,- | 30,- | 20,-* | 10,-* EUR
* Plätze z. T. mit Sichteinschränkung

Ort:

Friedenskirche Sanssouci
Am Grünen Gitter, 14469 Potsdam

Termin:

Fr, 11.6.2010, 20:00 | Tickets

China und das höfische Europa

Führung

Das Chinesische Haus im Park Sanssouci und seine Umgebung

Klaus Dorst

Treffpunkt: Eingang Chinesisches Haus (max. 25 Personen)

9,- EUR

Ort:

Chinesisches Haus, Park Sanssouci
Schloss Charlottenhof, Geschwister-Scholl-Straße 34a, 14471 Potsdam

Termin:

Sa, 12.6.2010, 14:00 | Tickets

Spaziergang durch den neuen Garten

Gartenführung

Reise durch die Gartenwelt des „Vielgeliebten“

Ulrich Hermann

9,- EUR

Ort:

Neuer Garten
Im Neuen Garten, 14467 Potsdam

Termin:

Sa, 12.6.2010, 15:00 | Tickets

In Achtzig Tagen um die Welt

Schlosskonzert

Welt-Literatur: Jules Vernes visionärer Reiserausch

Friedhelm Ptok, Lesung
Peter A. Bauer, Schlaginstrumente aus aller Welt
(Marimbaphon, Gong, Tamburin, TamTam, etc.)

Jules Verne (1828-1905): Reise um die Welt in 80 Tagen


Kaum ein Autor war so von der Sehnsucht nach der Ferne getrieben wie der Franzose Jules Verne. Von der Tiefsee bis auf den Mond, immer träumte Verne vom Vorstoß in unerforschte Bereiche. Der Amerikaner George Francis Train, der 1870 eine achtzigtägige Reise antrat, um die Vorzüge moderner Verkehrsmittel unter Beweis zu stellen, war das Vorbild für einen Roman, der am Beginn unseres Zeitalters der Mobilität steht. Klar, dass Jules Vernes englischer Dandy Phileas Fogg, der sich in eine haarsträubende Wette verstricken lässt, auf der Reise um die Welt in achtzig Tagen auch seiner großen Liebe begegnet. Doch dies ist das einzige zeitlose Motiv einer Erzählung, die scheinbar unablässig vom Ticken der Taschenuhr begleitet wird.
Für diese Lesung verwandeln die Musikfestspiele den Palmensaal des Neuen Gartens in einen englischen Club der Kolonialzeit: das Grammophon knistert und der Tee wird serviert. Friedhelm Ptok, bekannter Schauspieler und Sprecher zahlreicher Hörspiele und Lesungen, nimmt - mit einer Prise britischer Ironie - die Zuhörer zur tea time mit auf eine Fantasiereise von Paris bis Kalkutta, von Yokohama nach New York und wieder zurück nach London. Ausgestattet mit einem Sammelsurium an Instrumenten, lässt Peter A. Bauer die Stationen der Weltreise zu Musik werden.
22,- | 18,- | 10,-* EUR
* Plätze z. T. mit Sichteinschränkung

Ort:

Palmensaal, Neuer Garten
Marmorpalais, Im Neuen Garten, 14467 Potsdam

Termin:

Sa, 12.6.2010, 17:00 | Tickets

Von Konstantinopel nach Venedig

Führung

Die Serenissima und ihre Nachbarn – Zum Mosaik in der Friedenskirche Sanssouci

Philipp Schubert / Klaus Dorst

Treffpunkt: Grünes Gitter (max. 25 Personen)
9,- EUR

Ort:

Friedenskirche Sanssouci
Am Grünen Gitter, 14469 Potsdam

Termin:

Sa, 12.6.2010, 17:00 | Tickets

Savalls Morgenerwachen

Kirchenkonzert

Rebab und Rebec – als Morgen- und Abendland noch Brüder waren

Jordi Savall, Rebab (14. Jh) / Rebec (15. Jh) / Lira d’arco (16. Jh)
Pedro Esteban, Perkussion


Mittelalterliche Tänze zwischen Orient und Okzident
Morgendämmerung (Araboandalusisch)
Lamento (Sephardisch)
Nastaran (Afghanistan)
Ductia (Galizien)
Berevsân Nikriz usüles (Türkei, 16. Jh)
Tanz des Windes (Algerien)
Saltarello (Italien, 14. Jh), u.a.

Wenn Jordi Savall freiwillig seine Gambe zuhause lässt, dann muss das schon einen besonderen Grund haben: Gemäß seiner Idee eines Dialogs der Kulturen und Religionen macht sich der Katalane Savall mit diesem Konzertabend auf die Suche nach Musik einer Zeit, als Orient und Okzident sich gegenseitig befruchteten. Von der zarten „Morgendämmerung“ bis zum „Tanz des Windes“ verfolgt er in Tänzen die Tradition vom arabischen Rebab, das über Sizilien und Spanien auf den Handelsrouten des späten Mittelalters nach Europa gelangte und dort Vorbild wurde für das europäische Rebec, Vorläufer der Violinen und wichtigstes Streichinstrument der Spielleute ab dem 13. Jahrhundert.
Den wohl einzig stimmigen Hintergrund für solch ein Programm bildet das venezianische Mosaik im byzantinischen Stil aus dem 13. Jahrhundert, als die Tänze entstanden. Sein Gold füllt die Apsis der mit Kerzen erleuchteten Friedenskirche, deren Name an diesem Abend im besten Sinne wörtlich genommen wird.

Konzert ohne Pause; der Besuch des Open-Air-Konzerts ist möglich (siehe Konzert 7).
32,- | 28,- | 18,-* | 10,-* EUR
* Plätze z. T. mit Sichteinschränkung

Ort:

Friedenskirche Sanssouci
Am Grünen Gitter, 14469 Potsdam

Termin:

Sa, 12.6.2010, 19:30 | Tickets

Affe in Borneo oder Beamter in Preussen?

Führung

Chinoiserien und Orientalisches in den Räumen des Neuen Palais

Burkhardt Göres

Treffpunkt: Eingang Schlosstheater Neues Palais (max. 20 Personen)
9,- EUR

Ort:

Neues Palais von Sanssouci
Am Neuen Palais, 14469 Potsdam

Termin:

Sa, 12.6.2010, 18:00 | Tickets

Einmal um die Tanze Welt

OpenAir im Schlosspark

Von Flamenco bis Derwisch - der richtige Dreh für eine Sommernacht

L’ARPEGGIATA
Christina Pluhar, Theorbe, Barockgitarre
Lucilla Galeazzi, Gesang
Elisabeth Seitz, Psalterium
Marcello Vitale, Chitarra battente, Barockgitarre
Eero Palviainen, Laute, Barockgitarre
Doron Sherwin, Zink
Veronika Skuplik, Barockvioline
Boris Schmidt, Violone
Sergey Saprichev, Perkussion

Tarantella: Anna Dego (theaterdanza, Italien)
Tanzender Derwisch: Talip Elmasulu (Türkei)
Klassischer indischer Tanz: Shany Mathew (Indien)
Bolero/Flamenco: Choreographie Antonio Pérez (Spanien)

Musikalische Leitung: Christina Pluhar

Feuerwerk: Olaf Gödeke
Technik: Marc Mattukat, aem Potsdam
Bühne: StageCo Deutschland GmbH


Einen bunten Wirbel aus Tänzen vom Barock bis heute, aus Passacaillen, Flamencos und rasend schnellen Tarantellas entfacht das Ensemble L’ARPEGGIATA unter Christina Pluhar. Der Auftritt der Durchstarter, die 2009 den begehrten ECHO-Klassik-Preis abräumten und spätestens seither mit ihrem einzigartigen und lebendigen Instrumentalstil aus zahlreichen Saiteninstrumenten wie Psalterium, Gitarre und Theorbe in aller Munde sind, gerät vor der beeindruckenden historischen Kulisse der Orangerie Sanssouci zu einer wahren Weltreise des Tanzes. Schließlich haben sie neben europäischen Tänzern auch befreundete Künstler aus Indien und die einzigartigen tanzenden Derwische aus der Türkei zu ihrem Konzert eingeladen, um die Vielfalt und Vitalität der Rhythmen rund um den Erdball zu präsentieren.

25,- EUR GR | JFT
GR Gruppenrabatt für Openair-Konzerte: Bei einer Bestellung von mindestens 10 Karten pro Openair-Konzert erhalten Sie einen Rabatt von 10 %. Der Gruppenrabatt kann nur im Vorverkauf (außer CTS eventim und Internet-Ticketing) und nur pro Bestellung, also nicht rückwirkend oder auf mehrere Bestellungen verteilt, gewährt werden!

NEU JFT - Junges Festspielticket: 10,- € Einheitspreis für junge Leute bis 25 Jahre (begrenztes Kontingent)

Ort:

Terrassen Orangerie Sanssouci, Maulbeerallee
Orangerieschloss und Turm, An der Orangerie 3-5, 14469 Potsdam

Termin:

Sa, 12.6.2010, 22:00 | Tickets

Im Reich des Goldenen Drachen

OpenAir im Schlosspark

Als Kind im Fernen Osten: Mit Basteln, Riechen, Kosten

Familienfest (für Kinder ab 5 Jahren)

Habt ihr Lust, einmal in weite Ferne zu verreisen? Wie wäre es, für zwei Stunden den Fernen Osten zu besuchen und sich beim Zuhören oder Mitmachen ins „Reich des Goldenen Drachens“ zu begeben? Das Traumbild des fernen Asien regte schon im 18. Jahrhundert die Gemüter an, als man nicht viel mehr von diesem schlafenden Riesenreich kannte (und wissen wollte), als vom Tee und vor allem dem begehrten Porzellan.
Davon zeugt auch das Drachenhaus im Schlosspark Sanssouci, das mit dem Fernen Osten eigentlich gar nichts zu tun hat. Es wurde 1770 als Wohnung für einen Soldaten erbaut, aus purer Lust an der Fantasie und Freude am „asiatischen“ Stil.

Wir laden euch zu einem bunten Fest an dem mit Lampions ausgeschmückten Drachenhaus! Ihr könnt Lampions basteln und bemalen, einmal die chinesische Tuschmalerei versuchen oder euch asiatisch Schminken. Es gibt akrobatische Turner und die typischen Tellerjongleure. Natürlich darf auch der Tee nicht fehlen, der in China so eine große Rolle spielt. Wem das nicht schmeckt, der kann seinen Durst an „Drachenblut“ mit Himbeergeschmack löschen. Es wird gesungen, ihr könnt große chinesische Gongs ausprobieren, und eine Märchenerzählerin liest euch die Geschichte vom Kaiser und der Nachtigall vor. Eure Eltern können inzwischen im Drachenhaus auch ein Kännchen Tee trinken und Drachentorte dazu essen. Zum Schluss gibt es einen bunten Umzug mit einem echten chinesischen Drachen – kommt alle mit!

Einlass: ab 15.00

12,- EUR (Erw.) | 6,- EUR (Kinder)

Ort:

Drachenhaus, Park Sanssouci
Restaurant & Café Drachenhaus, Maulbeerallee 4a, 14469 Potsdam

Termin:

So, 13.6.2010, 15:30 | Tickets

Rundgang über die Pfaueninsel

Führung

Ein Besuch bei den exotischen Orten und den Stationen der Luisenverehrung im Jubiläumsjahr

Susanne Fontaine

Treffpunkt: Fährhaus Pfaueninsel, inselseitig (max. 30 Personen)
9,- EUR

Ort:

Pfaueninsel
Schloss, Nikolskoerweg, 14109 Berlin

Termin:

So, 13.6.2010, 15:00 | Tickets

Teehaus-Serenade

OpenAir im Schlosspark

Rush Hour oder Tempelgarten? Chinoiserie mit allen Sinnen

Jenny Lin, Klavier

Pianistische Chinafantasien und sinnliches Rahmenprogramm im und am Chinesischen Haus

François Couperin (1668-1733): Les Chinois
Gioacchino Rossini (1792-1868): Petite Polka chinoise
Feruccio Busoni (1866-1924): Turandots Frauengemach (Intermezzo)
Zhou Long (* 1953): Pianogongs (für Klavier und zwei chinesische Gongs)
John Adams (*1947): China Gates
u.a.

Spätestens seit dem 18. Jahrhundert waren die europäischen Künstler aller Sparten magisch angezogen vom Reiz Chinas. Während das Land in Rossinis Werken noch wie eine Ansichtskarte aus weiter Ferne wirkt, nutzt Busoni die Traumwelt des chinesischen Märchens, um ein Feuerwerk an Farben und pianistischer Virtuosität zu entfachen - wobei auch ein europäisches Volksliedzitat nicht zu stören scheint.
Die taiwanesisch-amerikanische Pianistin Jenny Lin, die heute in New York lebt, hat für ihr exklusives Konzert am Chinesischen Haus ein Programm auf den Spuren westlicher Chinabegeisterung zusammengestellt und dem Publikum etliche rare Drachenperlen mitgebracht.
Lassen Sie vor dem Konzert und in der Pause noch ein bisschen die Seele im Fernen Osten baumeln! Folgen Sie einer spannenden Führung mit Erläuterungen zu den Chinoiserien, Figurengruppen und Malereien im und am Chinesischen Haus, probieren das Getränk des Ostens bei der einzigartigen Teetischdame oder schauen Sie sich Pflanzenexoten wie Tee- und Maulbeerbäume (Seidenraupenzucht) aus nächster Nähe an.

Einlass: 18.00 Uhr

Bei Regen findet die Serenade im Nikolaisaal Potsdam statt.
In Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten, Universität Potsdam.
25,- EUR

Ort:

Chinesisches Haus, Park Sanssouci
Am Grünen Gitter, 14469 Potsdam

Termin:

So, 13.6.2010, 19:00 | Tickets

West-Köstliches Soirée

Fürstliches Vergnügen

Das weise Lächeln: Goethe in chinesischer Verkleidung

Hans-Jochen Röhrig, Lesung
Pan Jing, Pipa (chinesische Laute)
Menü und Catering: Restaurant & Café Drachenhaus/ Peter und Alexander Hortig
Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)
Chinesisch-deutsche Jahres- und Tageszeiten (1827),
und andere Gedichte aus dem Spätwerk


Die Chinesische Flöte
(Nachdichtungen klassischer chinesischer Lyrik)

Als Johann Wolfgang Goethe nach seiner gedanklichen Orientreise den Staub aus dem Mantel klopft, hat er den gewichtigen „West-Östlichen Divan“ in der Tasche. Viel unbekannter ist, dass er sich als Achtundsiebzigjähriger nochmals auf den Weg machte, diesmal nach China. Seine „Chinesisch-deutschen Jahres- und Tageszeiten“ – gerade einmal vierzehn Gedichte, in denen Goethe als Mandarin in seinem Gartenhaus Erholung vom Hofdienst schöpft – atmen in Vollendung den Geist klassischer chinesischer Lyrik. Und man kann sich vorstellen, wie er nach Abschluss des Zyklus und seiner „Rückkehr“ nach Europa – weise lächelte. Für das Literarische Menü treffen Goethes Gedichte in Hans-Jochen Röhrigs warmem Timbre auf Chinesische Vorbilder. Und auch das fünfgängige Menü spielt genießerisch mit Goethes sächsischem Weimar und dem Fernen Osten.


West-köstliches Menü

Entensalat
mit Erdnüssen, Bambus & Lotuswurzelchip
***
Sauer-Scharfsuppe mit Fass-Sauerkraut
***
Tatar von der Riesengarnele
mit Oystersauce auf Batatenrösti
***
Gekräutertes pochiertes Schweinefilet
Okraschotenkompott & sächsischer Kartoffelkuchen
***
Dresdner Quarkkeulchen
mit Honig-Pflaumen & Sternanis


Eine gemeinsame Veranstaltung der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci mit dem Restaurant & Café Drachenhaus.

75,- | 65,-* EUR
*Plätze z.T. mit Sichteinschränkung
Kartenpreis inkl. Menü, exklusive Getränke

Einlass ab 19.00 Uhr

Ort:

Drachenhaus, Park Sanssouci
Restaurant & Café Drachenhaus, Maulbeerallee 4a, 14469 Potsdam

Termin:

So, 13.6.2010, 19:30 | Tickets

Von der Pflanze in die Tasse

Führung

Auf den Spuren des Kaffees vom Botanischen Garten in die Kaffeeküche des Schlosses Sanssouci

Königlicher Hofkoch F. A. Tamanti (alias: Michael Adam)

Treffpunkt: Eingang Tropenhaus, Botanischer Garten, Maulbeerallee (max. 20 Personen)

9,- EUR

Ort:

Botanischer Garten, Sanssouci
Maulbeerallee 2, 14469 Potsdam

Termin:

Mi, 16.6.2010, 18:00 | Tickets

Aus der Neuen Welt

Schlosskonzert

Auswanderer: Gitarre und Violine entdecken einen Kontinent

Manfredo Kraemer, Violine, Rabeca
Eduardo Egüez, Theorbe, Gitarre, Bombo


19.00 Uhr, Ovidgalerie
Einführung: Manfredo Kraemer im Gespräch mit Carsten Hinrichs
Vom europäischen Barock mit Werken
von Wilhelm Brade und Antonio Bertali
bis zur Unterhaltungsmusik Nord- und Südamerikas im 20. Jahrhundert
bei Abel Fleury, Ariel Ramirez, Pixinguinha und Darol Anger

Kaum hatte die Violine im 17. Jahrhundert den Zink als Melodieinstrument endgültig abgelöst, sprang sie – so richtig in Fahrt – gleich noch über den großen Teich. Im Handgepäck der Auswanderer erreicht sie die Neue Welt, und ein ganzer Kontinent liegt ihr zu Füßen. Nach der barocken Theorbe fand dort die von den Spaniern in Amerika eingeführte Gitarre ganz natürlich an ihre Seite.
Manfredo Kraemer, in Buenos Aires geboren und mit der typisch südamerikanischen Mischung aus Temperament und Melancholie begabt, war Gründungsmitglied von CONCERTO KÖLN, spielte bei MUSICA ANTIQUA KÖLN und ist seit vielen Jahren Konzertmeister in Jordi Savalls HESPÈRION XXI. In seinem Kammermusikprogramm reist er vom barocken Europa zurück in seinen Heimatkontinent, begleitet von Landsmann Eduardo Egüez: Wir erleben die Violinsongs des nordamerikanischen Darol Anger, swingen im Brasilien Pixinguinhas und landen schließlich im Argentinien der wehmütigen Tangos bei Abel Fleury und Ariel Ramirez – dem Komponisten der berühmten "Missa Criolla".

28,- | 25,- EUR

Ort:

Ovidgalerie, Neue Kammern, Sanssouci
Maulbeerallee, 14469 Potsdam

Termin:

Mi, 16.6.2010, 20:00 | Tickets

Neapolitanisches Fricassée

Schlosskonzert

Am Vesuv ist angerichtet: Ein pikantes Ragout der Kulturen

DOULCE MÉMOIRE
Véronique Bourin, Clara Coutouly, Sopran
Paulin Bündgen, Philippe Barth, Alt
Hugues Primard, Oliver Coiffet, Tenor
Marc Busnel, Philippe Roche, Bass
Pasquale Boquet, Miguel Henry, Laute und Renaissancegitarre
Musikalische Leitung: Denis Raisin Dadre


Italienische Vokalmusik, mit einem Hauch commedia dell’arte, Fricassées in Fantasiearabisch (Moresche), dazu eine deftige Mischung aus Griechisch (Gregesche, Stradiote) und Venezianisch (Giustiniane) von Orlando di Lasso, Orazio Vecchi, Luca Marenzio u.a.

Wenn vom “Fricassée” die Rede ist, läuft jedermann das Wasser im Mund zusammen: Nur beste Zutaten wie Huhn, Spargel und Erbsen in einer samtig-crèmeweißen Sauce. Dasselbe Prinzip ließ sich auch auf Musik übertragen, wo das Fricassée im 16. Jahrhundert eine der beliebtesten volkstümlichen Gattungen war: Mehrere verschiedene Texte, gleichzeitig verbunden in einem eher deftig-pikanten vierstimmigen Milieu. In Italien parodierte man im Stil der commedia dell’arte gern auch das Leben der Straße, und die Handelspartner, die Mauren, Griechen und Deutschen, wurden kräftig auf die Schippe genommen. Als ein junger Niederländer, später bekannt als Orlando di Lasso, in Neapel Anstellung fand, war er völlig berauscht vom prallen Leben der Stadt am Vesuv und tauchte ein in die volkstümlich-derbe Welt der Villanelle und der Fricassées. Das französische Ensemble DOULCE MÉMOIRE, berühmt für seine rasanten, fast szenischen Aufführungen italienischer Vokalmusik, steht am Kochtopf. Auf dem Speiseplan: Fricassées von höchster Raffinesse.

28,- | 25,- EUR

Ort:

Raffaelsaal, Orangerie Sanssouci
An der Orangerie 3-5, 14469 Potsdam

Termin:

Do, 17.6.2010, 20:00 | Tickets

Ägypten in Preussen

Gartenführung

Ein Rundgang zu den Orten der Ägyptenrezeption

Christian Tietze

Treffpunkt: Ägyptisches Portal, Orangerie Neuer Garten (max. 25 Personen)

9,- EUR

Ort:

Neuer Garten
Meierei – Brauhaus, Im Neuen Garten 10, 14469 Potsdam

Termin:

Fr, 18.6.2010, 18:00 | Tickets

Lord Nelson am Nil

Schlosskonzert

Die Liebe als Schlachtfeld - Haydn malt die Pyramiden

Dorothee Mields, Sopran
Daniel Sepec, Violine
Gesine Queyras, Violoncello
Christine Schornsheim, Hammerflügel
Dominik Maringer, Lesung


Joseph Haydn (1732-1809): Lines from the Battle of the Nile ("Nelson-Arie"), Hob.XXVIb:4, Klaviertrio d-moll, Hob. XV:23 u.a.
Ferdinand Kauer (1751-1831): Nelsons große See-Schlacht für Violine, Violoncello und Hammerflügel
Johann Baptist Vanhal (1739-1813): Die große Seeschlacht bei Abukir
Theodor Fontane (1819-1898): aus: Ein Sommer in London (Verteidigung der Lady Hamilton, 1854)

In der Schlacht vor Abukir in der Nilmündung wird am 12. August 1798 aus dem einfachen Seemann Horatio Nelson der größte englische Seeheld. Die französische Flotte ist komplett vernichtet. In Neapel trifft Nelson auf Ex-Hausmädchen und Botschaftergattin Lady Hamilton. Die beiden Kämpfernaturen werden das berühmteste Skandalpaar des 19. Jahrhunderts. Anlässlich ihres gemeinsamen Aufenthalts in Esterházy komponiert Haydn der leidenschaftlichen Sängerin Hamilton eine Lobesarie auf "ihren" Lord Nelson.
Für ihren Besuch im Palmensaal, den man stilecht durch das Ägyptische Portal betritt, haben die preisgekrönten Musikerinnen Christine Schornsheim und Dorothee Mields gemeinsam mit den nicht minder gefeierten Kollegen Daniel Sepec und Gesine Queyras eine wehrhafte Formation eingenommen. Sie ergänzen Haydns Beschreibung der Schlacht bei Abukir um andere Triumphmusiken auf Nelsons Sieg in Ägypten.

28,- | 25,- | 10,-* EUR
* Plätze z. T. mit Sichteinschränkung

Ort:

Palmensaal, Neuer Garten
Marmorpalais, Im Neuen Garten, 14467 Potsdam

Termin:

Fr, 18.6.2010, 20:00 | Tickets

Winnetou I

Potsdams Historische Mitte

Livehörspiel mit Bärentöter: Wie Karl May Nordamerika erfand

Regine Ahrem, Hörspielbearbeitung
Hans Helge Ott, Regie
Rudolf Schmücker, Musik
Arna Vogel, Produktionsleitung

Reiner Schöne, Erzähler
Konstantin Graudus, Old Shatterhand
Martin Seifert, Sam Hawkens
Max Hopp, Winnetou
Anna Thalbach, Nscho-Tschi
Joachim Bliese, Intschu-Tschuna
Jens Wawrczeck, Klekhi Petra/ Tangua
Peter Kaempfe, Rattler/Santer/Ingenieur

Max Bauer, Geräusche
DEUTSCHES FILMORCHESTER BABELSBERG


Livehörspiel nach dem gleichnamigen Roman von Karl May (1842-1912)
Pferdegetrappel, Schlägereien, Lagerfeuerromantik: Bei diesem Livehörspiel entstehen wie von Zauberhand Bilder in den Köpfen des Publikums – durch einen Geräuschemacher auf der Bühne. Und nur vor Ort blicken Sie der hochkarätigen Sprecherriege und dem Filmorchester Babelsberg über die Schulter, wenn im Nikolaisaal entsteht, was live auf Radio Eins und Radio Bremen tausende Hörer in seinen Bann ziehen wird. Seien Sie dabei, wenn aus einem Greenhorn Karl Mays berühmtester Held, Old Shatterhand, wird, der bei profitgierigen Westmännern und Indianern lernt, zwischen gut und böse auf beiden Seiten zu unterscheiden.
Wohl kein literarischer Traum von der Ferne ist von mehr dankbaren Menschen mitgeträumt worden, als Karl Mays grandiose Abenteuerromane. Ohne Nordamerika bereist zu haben, zeichnet er ein so farbiges Porträt der Pionierzeit, dass für viele begeisterte Leser bis heute das Bild vom Wilden Westen mehr durch Mays Fantasie als von Tatsachen geprägt wird.

Eine Koproduktion der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci mit dem Rundfunk Berlin Brandenburg und Radio Bremen.

Liveübertragung auf Radio Bremen, präsentiert von Radio Eins.

22,- | 18,- | 15,- | 11,- EUR | JFT
NEU JFT - Junges Festspielticket: 10,- € Einheitspreis für junge Leute bis 25 Jahre (begrenztes Kontingent)

Ort:

Nikolaisaal Potsdam

Termin:

Fr, 18.6.2010, 20:00 | Tickets

Piraten!

Fürstliches Vergnügen

Ein Hoch auf Käpt’n Kid: Kleine Freibeuter entern die Orangerie

Die Piratenmusiker:
RED PRIEST
Piers Adams, Blockflöte
Julia Bishop, Violine
Angela East, Violoncello
Howard Beach, Cembalo

Die Piratencrew:
INCANTO Erlebenskunst

Die Piratenküche:
Labsal Bio, Deli & Bistro Potsdam


Ein Piratenfest für alle Abenteuerlustigen ab 5 Jahren

Wilde Schlachtgesänge, blanke Säbel und Schätze unter Palmen: Für zwei Stunden kehrt das Goldene Zeitalter der Piraten zurück, und zwar in Sanssouci! Als Freibeuter und Seemansbräute schleicht ihr euch, – wild und piratengerecht verkleidet – an den Gouverneurspalast (die Orangerie Sanssouci), nehmt ihn im Sturm und feiert ein prachtvolles und wildes Gelage. Dem überrumpelten und gefesselten Gouverneur bleibt nur noch übrig, euer wildes Treiben zu begleiten und euch viel Wissenswertes über das wahre Leben in der Karibik zu erzählen.
Es gibt freche Piratenbrötchen und „Rum“ aus der Buddel. Außerdem halten viele Spiele euch bei Laune, wie Enterhakenwerfen, Würfeln auf dem Fass und Tauziehen. Ein barockes Piratenkonzert des Ensembles RED PRIEST, wilde Piratentänze, Kunststücke als Kraftprobe der Piratencrew und eine große Schatzsuche gehören zum Leben an Deck und an Land, und gutmütige Raufereien natürlich zum Umgangston. Eure Eltern könnt ihr inzwischen in unserer Hafenspelunke vor Ort abgeben, um die wird sich dort schon gekümmert, denn: Es lebe die Freiheit der Meere!

20,- EUR inkl. 1 Erw.
Der Eintrittspreis ist gültig für ein Kind mit einem Erwachsenen. Kein Eintritt für Erwachsene ohne Kind.

Treffen (Einlass): 14.30 Uhr

Ort:

Pflanzenhalle und Säulenhof, Orangerie Sanssouci
An der Orangerie 3-5, 14469 Potsdam

Termin:

Sa, 19.6.2010, 15:00 | Tickets

Karibische Nacht

Fürstliches Vergnügen

Heiße Sommernacht unter den Palmen von Sanssouci

Eröffnungscocktail und Konzert:
PIRATES OF THE BAROQUE

RED PRIEST
Piers Adams, Blockflöte
Julia Bishop, Violine
Angela East, Violoncello
Howard Beach, Cembalo


Gestohlene Meisterwerke und lang verlorene Juwelen des Barock, vorgetragen mit verwegener Virtuosität von der einzigen barocken Piratencombo der Welt!

François Couperin (1668-1733): La jour des Pirates
Giovanni Paolo Simonetti (18. Jhd): Sonata c-moll, op. 5/II Der Seesturm
Antonio Vivaldi (1676-1741): Concerto G-Dur, RV 433 (La tempesta di mare /Der Seesturm)

Zum Sonnenuntergang:
SUNSETLOUNGE
Köstlichkeiten der karibischen Küche und Rum-Cocktails,
Meeresrauschen und Liegestühle unter Palmen

Karibische Küche:
Labsal Bio, Deli & Bistro Potsdam

Zum Einbruch der Nacht:
"BAL KONSÉR" – KARIBISCHE RYTHMEN
Tänze der französischen Antillen zum Genießen,
Ausprobieren und Mitmachen

Orchester und Tänzer des Ensembles
DIFÉ KAKO
Künstlerische Leitung: Chantal Loïal


Nur wenige Landstriche heizen das Fernweh so stark an, wie das tiefblaue Meer, die weißen Strände und saftig-grünen Palmen der Karibik. Und nur wenige Flecken haben so eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Tauchen Sie im exklusiven Ambiente des Orangerieschloss Sanssouci ein in eine Zeitreise zum Mythos der Karibik, von damals bis heute!

Im 16. Jahrhundert ist die Karibik der Ort für das Goldene Zeitalter der Piraterie. Bis heute lässt sich die Filmindustrie vom Piraten inspirieren. Freiheit und die unermesslichen Goldschätze der Kolonien locken in die Neue Welt, Henry Morgan und Blackbeard sind die berüchtigtsten Schrecken der Meere. Die preisgekrönten englischen Haudegen des Ensembles RED PRIEST lassen zum Einstandscocktail in der Gouverneursvilla noch einmal die barocke Piraterie musikalisch auferstehen.Unterstützt werden die Musiker in der eigens dafür ausgestatteten Orangerie Sanssouci von einer kampferprobten Piratencrew aus Raufbolden und Spelunkenflittchen.

Nach dem Konzert taucht der Sonnenuntergang die Palmen und Oleandersträucher vor der Orangerie in sanfte Sommerfarben. Das ist die Stunde, zu der die SunsetLounge öffnet: Leises Meeresrauschen und Liegestühle laden zu einem betörend-coolen Rumcocktail ein. Dazu gibt es Köstlichkeiten aus der karibischen Küche: Verführerische Düfte von zartem Fleisch und frischem Fisch aus dem Bananenblatt mit den typischen Aromen der Region: Süße Mangos, feurige Chilis, Zitronengras und Kokosmilch sind die kulinarischen Koordinaten der Inseln.

Auch nach Einbruch der Nacht wird es nicht merklich kühler, und das heisere Zirpen der Zikaden heizt die Erwartung an. Zu recht: Die Tänzer der Gruppe DIFÉ KAKO locken mit ihrem bunten Defilée das Publikum in die Karibik von heute, zu Samba, Rumba und Reggae. Die Musiker des Ensembles von den französischen Antillen verbreiten mit ihren schweißtreibenden Rhythmen die lässige Lebensart der karibischen Inseln. Eine tropisch heiße Mittsommernacht ist angebrochen, und alle Besucher sind zum Genießen, Zuhören und Mittanzen eingeladen.

50,- EUR (freie Platzwahl)
Preis inkl. Begrüßungscocktail und aller Speisen; exkl. Getränke

Einlass ab 20.00 Uhr

Ort:

Pflanzenhalle und Säulenhof, Orangerie Sanssouci

Termin:

Sa, 19.6.2010, 20:30 | Tickets

Exotisches am Königshof

Führung

Der Kammertürke Aly zu fremdländischen Festen und Köstlichkeiten ...

Kammertürke Aly (alias: Gerhard Vondruska)

Treffpunkt: Chinesisches Haus (max. 25 Personen)

9,- EUR

Ort:

Chinesisches Haus, Park Sanssouci
Am Grünen Gitter, 14469 Potsdam

Termin:

Sa, 19.6.2010, 18:00 | Tickets

On The Road To Mozart's Harem

Kirchenkonzert

Reizvoll: Der klassische Blick ins orientalische Serail

Violet Noorduyn, Sopran
Antonio Abete, Bass
B’ROCK, Orchester auf historischen Instrumenten
Cembalo und musikalische Leitung: Frank Agsteribbe


19.00 Uhr, Kaminzimmer der Superintendentur
Einführung: Frank Agsteribbe und Tomas Bisschop (MAfestival Brügge)
im Gespräch mit Dr. Andrea Palent

Ouvertüren, Orchesterstücke und Arien aus
Johann Adolph Hasse (1699-1783): Solimano
Christoph Willibald Gluck (1714-1787): Der betrogene Kadi, Die Pilger von Mekka
Joseph Haydn (1732-1809): L’incontro improvviso
Joseph Martin Kraus (1756-1792): Soliman
u.a.

Das Ensemble B’Rock, Belgiens feinstes Barockorchester und für seine brillante Mischung aus Schwung und Präzision berühmt, schlägt ein verführerisches Kapitel der Wiener Klassik auf: Den Besuch im orientalischen Harem.
Als die Osmanen 1683 nach langer Belagerung Wien den Rücken kehren, macht sich Erleichterung breit – und Neugier! Ein regelrechtes Türkenfieber bricht aus, alles muss in türkischem Geschmack sein, vom Kaffee einmal ganz abgesehen. So ist auch das Sujet der "Türkenoper" auf allen Bühnen verbreitet. Joseph Haydns "Incontro improvviso" von 1775 hat übrigens starke Ähnlichkeit mit dem wohl berühmtesten Vertreter, einem deutschen Singspiel von 1782, das im Harem spielt. Komponiert von...wem? Fehlt ja nur noch einer! Ein Programm mit prominentem Überraschungsgast inklusive.

Eine Koproduktion mit dem Opernfestival Rotterdam und dem MAfestival Brügge

26,- | 22,- | 15-* EUR
* Plätze z. T. mit Sichteinschränkung

Ort:

Friedenskirche Sanssouci
Am Grünen Gitter, 14469 Potsdam

Termin:

Sa, 19.6.2010, 20:00 | Tickets

Fahrradkonzert

Weltreise per Rad

Ihre Reise um die Welt an einem Tag, an 22 Orten, mit 13 Konzerten, diversen Schloss-, Museums- und Gartenbesichtigungen in und um ganz Potsdam!

Stellen Sie sich aus einer Fülle von Angeboten Ihre ganz persönliche Lieblingsfahrradtour und Konzertroute zusammen. Abgesehen von frei zugänglichen Orten dauern alle Programmpunkte ca. 30 Minuten und wiederholen sich regelmäßig – Sie entscheiden selbst über Ihre Stationen.

Mittagessen in Bayern oder Sizilien, Kakaopflanzen bestaunen in Afrika oder doch lieber zum Tee nach China, Vesperkompositionen in Venedig oder orientalische Klavierfantasien unter Palmen? Ihre Fantasie bestimmt, wie weit Sie kommen. Auch für gemütliche Radler bietet die Innenstadt genügend Nahziele.

Junge Menschen bis 14 Jahre sind uns besonders herzlich willkommen – und sind schon für 2,- € dabei!

CHECK-IN & START
Luisenplatz Potsdam zwischen 11.30 und 13.00 Uhr
Hier tauschen Sie Ihr Ticket gegen den Tagesausweis und Ihre persönlichen Reiseunterlagen mit allen aktuellen Informationen.
Erst damit haben Sie freien Zutritt in die exotischen Bauwerke und zu allen Konzerten, Lesungen, Führungen wie auch Vergünstigungen auf Speisen im Drachenhaus | Meierei Neuer Garten | Alte Försterei vom Bayrischen Haus | Freiluft-Pasta-Restaurant Luisenplatz.
Die Einhaltung der ausgewiesenen Fahrradwege im Stiftungsareal ist Ehrensache!

CHECK-OUT & ABSCHLUSSKONZERT
Luisenplatz Potsdam 16.00 bis 18.00 Uhr
DI GRINE KUZINE (Eastern Roots – Western Beats)

KONZERTE
Luisenplatz: Musikalischer Startschuss (Potsdamer Big Band)
Friedenskirche: »Venezianische Vesper in San Marco«, DIE KLEINE CAMMERMUSIK POTSDAM, D.M. Sandmann (Sopran) – Kreuzgang: »Fegende Mönche« und Gong-Meditation
Chinesisches Haus: »Klingendes China«, Klanginstallation, Kinderführungen, Teetischdame
Neues Palais, Marquis-d’Argens-Wohnung: »Hofkonzert«, Lesung (K. Büstrin), mit französischer Kammermusik (S. Semeradova, S. Erdmann)
Alte Försterei vom Bayerischen Haus: »Aufg’spuit!«, Brotzeit mit bayrischer Hausmusik für Zither & Akkordeon (Jaksch Duo)
Tropenhaus des Botanischen Gartens, Park Sanssouci: »Dschungelkonzert« für vier Blockflöten (BERLIN RECORDER QUARTET)
Stibadium, Botanischer Garten: »Die Gewürzharfe«, Werke für Harfe solo (S. Aichhorn)
Dampfmaschinenhaus (Moschee): »Istanbul an der Havel«, türkisches Konzert mit Ud & Ney (N. Karademirli, M. Terzi)
Holländisches Viertel: »Blaskapelle auf Tandem«, niederländische Musik-Comedy (T’BRABANTS FIETSHARMONISCH ORKEST)
Freundschaftsinsel: »Tee-Zeremonie«, chinesisches Teeritual (X. Zhang)
Museum Alexandrowka, Russische Kolonie: »Russische Seele«, Gesang, Balalaika & Akkordeon (CABARET RUSSE)
Dampfmaschinenhaus, Park Babelsberg: »Singendes Metall«, Perkussionperformance
Palmensaal Neuer Garten: »Concert orientale«, Klavierfantasien von W. A. Mozart, C. Saint-Saëns, u.a. (K. Dasch)
Luisenplatz: DI GRINE KUZINE

FÜHRUNGEN | BESICHTIGUNGEN
Friedenskirche – Chinesisches Haus – Chinesisches Kabinett, Neues Palais – Sizilianischer Garten – Botanischer Garten – Stibadium – Freundschaftsinsel Staudengarten – Museum Alexandrowka – Jan Bouman Haus – Pyramide Neuer Garten – Marmorpalais, Orientalisches Kabinett – Dampfmaschinenhaus (Moschee)

20,- EUR (Erw.) | JFT | 2,- EUR (Kinder bis 14 Jahre)
NEU: JFT - Junges Festspielticket: 10,- EUR Einheitspreis für junge Leute bis 25 Jahre (begrenztes Kontingent)

Ort:

In, um und rund um Potsdam herum

Termin:

So, 20.6.2010, 11:30 | Tickets

Traumschloss eines Romantikers

Führung

Führung durch das Orangerieschloss, Blick vom Turm auf den Park Sanssouci

Hofdame Editha von Haacke (alias: Maja Das Gupta)

Treffpunkt: Eingang Orangerieschloss (max. 20 Personen)

9,- EUR

Ort:

Orangerie Sanssouci
An der Orangerie 3-5, 14469 Potsdam

Termin:

So, 20.6.2010, 16:00 | Tickets

Blühende Zitronen

OpenAir im Schlosspark

Nichtsnutz auf Bildungsurlaub: Eichendorffs Roman zur Italiensehnsucht

Wolfram Berger, Lesung

PASSION DES CUIVRES
Robert Wintzen, Kornett
Helen Barsby, Kornett
Steffen Launer, Horn
Bernhard Meier, Posaune
Erhard Schwartz, Ophikleide


Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857): Aus dem Leben eines Taugenichts (Auszüge)
Friedrich Theodor Fröhlich (1803-1836): Wem Gott will rechte Gunst erweisen
Volksweise (Herders Stimme der Völker, 1778): Wenn ich ein Vöglein wär’
Hugo Wolf (1860-1903): Wer in die Fremde will wandern
Ludwig Wilhelm Maurer (1789-1878): Morgengruß, 12 kleine Stücke für Blechbläserquintett

Man kann schwer von "Sehnsucht nach der Ferne" sprechen, ohne auch einmal bei der deutschen Romantik Halt zu machen. Der bekannteste Roman zur Italiensehnsucht, die um 1800 viele Maler, aber auch Kunstinteressierte wie Goethe und Winckelmann über die Alpen zog, ist Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“. Der poetisch-volkstümliche Ton, in dem Eichendorff von der Wanderung und Begegnung seines Müllerburschen mit den Wundern unter südlicher Sonne erzählt (allen voran natürlich die Liebe!), hat auch viele Komponisten inspiriert.
Das Ensemble PASSION DES CUIVRES spielt auf Blechblasinstrumenten und in Kostümen der Eichendorff-Zeit. Und wo sonst könnte solch eine Lesung stattfinden, als in den Römischen Bädern Sanssouci, der elegantesten Ausprägung preußischer Italienromantik.

25,- EUR (freie Platzwahl)

Ort:

Römische Bäder, Sanssouci
Park Sanssouci, 14471 Potsdam

Termin:

So, 20.6.2010, 18:00 | Tickets

'Mein Siam'

Führung

Schloss Charlottenhof, oder: Wo Friedrich Wilhelm IV. sich König von Siam nannte

Antje Adler

Treffpunkt: Eingang Schloss (max. 15 Personen)

9,- EUR

Ort:

Schloss Charlottenhof, Sanssouci
Geschwister-Scholl-Straße 34a, 14471 Potsdam

Termin:

So, 20.6.2010, 18:00 | Tickets

Französischer Pavillon

Schlosskonzert

Weltausstellung, 1889: Debussys fernöstliche Klangrevolution

Claire Chevallier, Klavier
(Pianoforte von Érard, 1905, Sammlung Chevallier)

Camille Saint-Saëns (1835-1921): Souvenir d’Ismaïlia, op. 100
Erik Satie (1866-1925): 3 Gymnopédies, 3 Gnossiennes
Claude Debussy (1862-1918): Danse (Tarantelle styrienne),
Pagodes, Soirée dans Grenade (aus: Estampes), u.a.

Weit muss Claude Debussy nicht gerade laufen, um sich von den romantischen Orientfantasien eines Camille Saint-Saëns zu befreien und die fernöstliche Klarheit der „Pagodes“ für sich zu entdecken. Nachdem man jahrhundertelang von der Ferne nur träumen konnte, eröffnet eine Sensation die Weltausstellung 1889 in Paris: Erstmals kommen südostasiatische Gamelanspieler zu Besuch und lassen sich quasi vor der Haustür bestaunen - umso weiter ist dafür der Gedankensprung für die französischen Schüler des Conservatoire in die musikalische Neue Welt Javas. Doch durch Debussy bekommt Europa nun die hauchzarten Farben des Fernen Ostens als Geschenk und webt sich ein schillerndes pentatonisches Kleid aus Licht: Der Impressionismus ist geboren.
Die belgische Pianistin Claire Chevallier ist die wohl renommierteste Kennerin und Sammlerin historischer Klaviere an der Wende zum 20. Jahrhundert. Für ihr Konzert mit pianistischen Fantasien des Fin-de-siècle rund um die Weltausstellung von 1889 bringt sie exklusiv den kostbaren Flügel der Firma Érard von 1905 in den Raffaelsaal.

Eine Koproduktion mit dem MAfestival Brügge

28,- | 25,- EUR

Ort:

Raffaelsaal, Orangerie Sanssouci
An der Orangerie 3-5, 14469 Potsdam

Termin:

So, 20.6.2010, 20:00 | Tickets

Flamenco Barocco

Schlosskonzert

Spaniens ganzer Stolz – ein Nationalgefühl und seine Wurzeln

Rafael Bonavita, Barockgitarre
Rafael Catalá, Klassische und Flamencogitarre


Santiago de Murcia (1682-1732): Jácaras de la Costa, Bailad Caracoles, Folías gallegas
Ramón Montoya (1880-1949): Soléa
Rafael Catalá (*1960): Rumba del Minotauro, Improvisación en forma de Seguiriya
Rafael Bonavita (*1967): Fandango

Der Flamenco, ein Tanz, der für spanisches Temperament und Nationalgefühl steht: Glutvolle Blicke, der leidenschaftlich geschleuderte Rocksaum, Kastagnetten, rhythmisches Klatschen und das Stampfen harter Absätze. Doch die Wurzeln des Tanzes sind in Wirklichkeit sehr breit gestreut: Maurische, kastilische und sogar nordafrikanische Einflüsse sind nachweisbar und reichen zeitlich weit zurück. Entstanden ist der Flamenco mit seinen vielfältigen Unterarten wie Fandago oder Rumba nämlich im kulturellen Schmelztiegel Andalusiens, das über siebenhundert Jahre unter maurischer Herrschaft stand.
Für seine Suche nach musikalischen Spuren in der spanischen Vergangenheit hat sich der renommierte Barockgitarrist Rafael Bonavita an den im Flamencofach nicht minder berühmten Kollegen Rafael Catalá gewandt. Ganz ohne Konkurrenzgefühle und mit viel Spielfreude entwickelten sie ein rasantes Programm, das mit Hilfe von Improvisationen und atemberaubender Schlagtechnik von den perkussiven Gitarrentänzen eines Santiago de Murcia bis in die heutige Zeit reicht. Für alle, denen im Juni noch nicht heiß genug ist!

In Zusammenarbeit mit dem MAfestival Brügge

28,- | 25,- EUR

Ort:

Ovidgalerie, Neue Kammern, Sanssouci
Maulbeerallee, 14469 Potsdam

Termin:

Di, 22.6.2010, 20:00 | Tickets

Montezuma

Oper im Schlosstheater

PREMIERE: Mittwoch, 23. Juni 2010 | 19.30 Uhr

Des Königs forsche Regierungserklärung: Opernreform in Berlin

Montezuma - Florin Cezar Ouatu (Mezzosopran)
Eupaforice - Mireille Delunsch (Sopran)
Erissena - Raquel Andueza (Sopran)
Tezeuco - Makoto Sakurada (Tenor)
Pilpatoè - Mark Chambers (Sopran)
Cortes - Paolo Lopez (Sopran)
Narvès - Gerald Thompson (Sopran)

KAMMERAKADEMIE POTSDAM auf historischen Instrumenten
Musikalische Leitung und Fagott: Sergio Azzolini
Regie: Geoffrey Layton
Ausstattung: Anna Eiermann
Dramaturgie: Micaela von Marcard


18.30 Uhr, Marquis-d’Argens-Wohnung
Einführung: Mitglieder des Inszenierungsteams im Gespräch mit Micaela von Marcard
Opera seria (1755) in drei Akten von Carl Heinrich Graun (1704–1759)
auf ein italienisches Libretto von Giampetro Tagliazucchi, nach einem französischen Entwurf von Friedrich II. von Preußen

Am 8. November 1519 erreicht der Spanier Hernán Cortés das Ufer des Sees in dem Tenochtitlan, die Hauptstadt der Azteken liegt. Zwei Jahre wird erbittert um diese Stadt gekämpft, bei dem auch der Azteken-König Moctezuma den Tod durch seine eigenen Leute findet. Er hat mit den Spaniern kollaboriert. 237 Jahre später marschiert Friedrich II. in Sachsen ein. Der Siebenjährige Krieg bricht aus. Was haben diese Daten miteinander zu tun? 1755 findet die Uraufführung der Oper "Montezuma" von Carl Heinrich Graun in der Berliner Hofoper Unter den Linden statt. Libretto: Friedrich der Große.

Ein Monarch beschäftigt sich mit dem Untergang eines anderen Monarchen. Spiegelt sich der König also im Bildnis des fremden, fernen Königs, das er selbst erschafft? In der Tat: Friedrichs Figur des Montezuma verkörpert das Ideal eines aufgeklärten Herrschers, sanft ist er, großmütig mit seinen Untertanen, seiner Verlobten liebend zugewandt, friedfertig, ja, pazifistisch. Den Aggressoren, die sein Land und seine Herrschaft bedrohen, streckt er nicht nur die Hand entgegen, er beschenkt sie sogar mit Gold, statt sie zu bekämpfen. Daher ist er in den Augen des erfahrenen europäischen Feldherrn, der bereits die beiden Schlesischen Kriege hinter sich hat, auch ein Schwächling, ein Versager, der die Gefahr nicht richtig einschätzt. Ein solcher Herrscher, das ist die logische Konsequenz für Friedrich, muss untergehen. So wollte der preußische König nicht sein.

Utopie und Realpolitik, das ist die desillusionierende Feststellung des mächtigen Potentaten Friedrich II., klaffen weit auseinander. Die Geschichte um das vernichtete Aztekenreich ist ihm eine verklausulierte Rechtfertigung für den eigenen Angriffskrieg. Dies werden seine Zeitgenossen spätestens eineinhalb Jahre nach der Uraufführung des "Montezuma" in Berlin am 6. Januar 1755 verstanden haben. Ende August 1756 fällt der Preußenkönig in Sachsen ein, um einem geplanten Angriff der alliierten Nachbarstaaten, unter anderem Österreich, Russland und Frankreich, auf Preußen zuvorzukommen.
Ist Friedrich also nicht vielmehr ein Cortés?

"Liebste Schwester! Ich erlaube mir, Dir einen Mexikaner zu Füßen zu legen, der noch nicht ganz kultiviert ist. Ich habe ihm Französisch beigebracht; jetzt soll er Italienisch lernen. [...] Die Mehrzahl der Arien soll kein Dacapo erhalten; nur die zwei Arien des Kaisers und der Eupaforice sind dazu bestimmt." Was Friedrich der Große seiner Schwester Wilhelmine ankündigt und Carl Heinrich Graun in Noten setzt, ist nichts weniger als eine Reform der starren Form der italienischen Oper, wie sie in Deutschland vor allem durch Hasse, Händel und Graun selbst etabliert wurde. Die strenge Folge von Rezitativen und Arien wird aufgebrochen, wie auch das rhetorische A-B-A. Doch die Autoren des "Montezuma" übertreten auch das eiserne Gesetz der Gattung nach einem happy end, in dem der auftraggebende Monarch verherrlicht werden sollte. Wo zum Beispiel noch Vivaldi 20 Jahre zuvor ein unhistorisches lieto fine konstruieren musste, geht in Berlin das Aztekenreich als prächtiger Bühneneffekt in Flammen unter. Der Herrscher muss sich an keine Gesetze halten, auch nicht an die einer Gattung.

Eine Koproduktion der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci mit der KAMMERAKADEMIE POTSDAM

65,- | 40,- | 27,-* | 16,-* EUR
* Plätze z. T. mit Sichteinschränkung

Ort:

Schlosstheater, Neues Palais von Sanssouci
Am Neuen Palais, 14469 Potsdam

Termine:

Mi, 23.6.2010, 19:30 | Premiere | Tickets
Do, 24.6.2010, 19:30 | Tickets
Sa, 26.6.2010, 17:00 | Tickets
So, 27.6.2010, 16:00 | Tickets

Der musikalische König

Führung

Führung in der Wohnung Friedrichs des Großen im Neuen Palais

Sonja Puras

Treffpunkt: Eingang im Ehrenhof Neues Palais (max. 20 Personen)

9,- EUR

Ort:

Neues Palais, Sanssouci
Am Neuen Palais, 14469 Potsdam

Termin:

Do, 24.6.2010, 17:30 | Tickets

Filmtag der Ferne:
'Die Geschichte vom kleinen Muck'

Potsdams Historische Mitte

Mit Babelsberg und Hollywood in die weite weite Welt

"Die Geschichte vom kleinen Muck"
(R: Wolfgang Staudte, DDR 1953, 96 Min)

Das schönste an Reiselust und Fernweh ist wohl, dass sie mühelos exotische Klänge, Gerüche, vor allem aber Bilder der Ferne vor dem inneren Auge entstehen lassen – ohne die eigenen vier Wände verlassen zu müssen. Als die Traumfabrik Hollywood die Arbeit aufnahm, standen von Anfang an auch exotische Motive und Geschichten im Mittelpunkt der Illusionsmaschinerie – ganz großes Kino eben! Auch im heimischen Babelsberg, als nach dem Krieg Träume das Kostbarste überhaupt waren, vermochte man mit einiger Anstrengung die Märchenwelt des Orients in Wolfgang Staudtes berühmtem "Kleinen Muck" zum Leben zu erwecken und für Millionen von kleinen Fans zum Greifen nah werden zu lassen. In Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Potsdam präsentieren die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci einen Filmtag der Ferne, der nicht nur verschiedene Kontinente aufsucht, sondern auch zeitlich einen Bogen spannt, von den Pionierjahren des Kinos bis in unsere Tage.

Eine Kooperation der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci mit dem Filmmuseum Potsdam.

5,- EUR (Erw.) | 2,50 EUR (Kinder)

Ort:

Filmmuseum, Marstallgebäude
Breite Straße 1A / Marstall am Lustgarten, 14467 Potsdam

Termin:

Do, 24.6.2010, 10:00 | Tickets

Filmtag der Ferne:
'Die Abenteuer des Prinzen Achmed'

Potsdams Historische Mitte

Mit Babelsberg und Hollywood in die weite weite Welt

„Die Abenteuer des Prinzen Achmed“
(R: Lotte Reininger, D 1923-26, 66 Min)
Märchenstummfilm in Scherenschnitttechnik,
an der Welte-Kinoorgel: Carsten-Stephan Graf von Bothmer

Das schönste an Reiselust und Fernweh ist wohl, dass sie mühelos exotische Klänge, Gerüche, vor allem aber Bilder der Ferne vor dem inneren Auge entstehen lassen – ohne die eigenen vier Wände verlassen zu müssen. Als die Traumfabrik Hollywood die Arbeit aufnahm, standen von Anfang an auch exotische Motive und Geschichten im Mittelpunkt der Illusionsmaschinerie – ganz großes Kino eben! Auch im heimischen Babelsberg, als nach dem Krieg Träume das Kostbarste überhaupt waren, vermochte man mit einiger Anstrengung die Märchenwelt des Orients in Wolfgang Staudtes berühmtem „Kleinen Muck“ zum Leben zu erwecken und für Millionen von kleinen Fans zum Greifen nah werden zu lassen. In Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Potsdam präsentieren die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci einen Filmtag der Ferne, der nicht nur verschiedene Kontinente aufsucht, sondern auch zeitlich einen Bogen spannt, von den Pionierjahren des Kinos bis in unsere Tage.

Eine Kooperation der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci mit dem Filmmuseum Potsdam.

7,- EUR (Erw.) | 4,- EUR (Kinder)

Ort:

Filmmuseum, Marstallgebäude
Breite Straße 1A / Marstall am Lustgarten, 14467 Potsdam

Termin:

Do, 24.6.2010, 18:00 | Tickets

Filmtag der Ferne:
'Tiger and Dragon'

Potsdams Historische Mitte

Mit Babelsberg und Hollywood in die weite weite Welt

„Tiger and Dragon“
(R: Ang Lee, D: Chow Yun-Fat, Michelle Yeoh, Hongkong/ Taiwan/ USA 2000, 120 Min)

Das schönste an Reiselust und Fernweh ist wohl, dass sie mühelos exotische Klänge, Gerüche, vor allem aber Bilder der Ferne vor dem inneren Auge entstehen lassen – ohne die eigenen vier Wände verlassen zu müssen. Als die Traumfabrik Hollywood die Arbeit aufnahm, standen von Anfang an auch exotische Motive und Geschichten im Mittelpunkt der Illusionsmaschinerie – ganz großes Kino eben! Auch im heimischen Babelsberg, als nach dem Krieg Träume das Kostbarste überhaupt waren, vermochte man mit einiger Anstrengung die Märchenwelt des Orients in Wolfgang Staudtes berühmtem „Kleinen Muck“ zum Leben zu erwecken und für Millionen von kleinen Fans zum Greifen nah werden zu lassen. In Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Potsdam präsentieren die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci einen Filmtag der Ferne, der nicht nur verschiedene Kontinente aufsucht, sondern auch zeitlich einen Bogen spannt, von den Pionierjahren des Kinos bis in unsere Tage.

Eine Kooperation der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci mit dem Filmmuseum Potsdam.

5,- EUR

Ort:

Filmmuseum, Marstallgebäude
Breite Straße 1A / Marstall am Lustgarten, 14467 Potsdam

Termin:

Do, 24.6.2010, 20:00 | Tickets

Europäische Verbindlichkeiten

Führung

Die Welt zu Gast in Preußen: Verwandtschaft und hohe Diplomatie im Neuen Palais

Evelyn Friedrich

Treffpunkt: Eingang Schlosstheater Neues Palais (max. 20 Personen)

9,- EUR

Ort:

Neues Palais von Sanssouci
Am Neuen Palais, 14469 Potsdam

Termin:

Fr, 25.6.2010, 17:30 | Tickets

Konzert der Nationen

Schlosskonzert

Europa in guter Verfassung: Hier hat jeder eine Stimme

CAPRICCIO STRAVAGANTE
Sophie Gent, Violine
Tuomo Suni, Violine
Josh Cheatham, Viola da gamba
Skip Sempé, Cembalo


18.30 Uhr, Marquis-d’Argens-Wohnung
Einführung: Skip Sempé im Gespräch mit Carsten Hinrichs

François Couperin (1668-1733):
Sonaten aus der Suitensammlung Les Nations
La Françoise – La Piemontoise – L’Espagnole

Jean-Philippe Rameau (1683-1764):
Air grave pour les Incas de Perou
Air Polonois
Air pour les Esclaves Africaines
Les Sauvages

u.a.

Das Konzert zur brandneuen europäischen Verfassung: Schon zu Zeiten François Couperins war man ängstlich besorgt, dass im Zusammenspiel der Nationen niemand die Oberhand über den anderen gewinne. Französicher goût oder italienischer gusto: Nicht nur eine Frage des guten Geschmacks. Doch wenn zwei sich streiten – freut sich der Brite! Also stellte Couperin die Buchstaben seines Namens um, auf dass er italienisch klinge und servierte dem Publikum 1726 quasi anonym mit „Les Nations“ eine Frechheit: Eine italienische Sonate eröffnet die Suite „La Françoise“. Da wird man geschnaubt haben, doch das Rezept ist genial: Wer sich nicht entscheiden kann, kombiniert einfach das Beste von allem miteinander. Und so machte der so genannte „vermischte Geschmack“ Schule in Europa. Bei Skip Sempé und seinem renommierten Ensemble CAPRICCIO STRAVAGANTE bekommt daher ganz demokratisch jeder mal eine Stimme, sogar die fernen Kolonien.

Eine Koproduktion mit dem MAfestival Brügge

32,- | 25,- | 18,-* | 12,-* EUR
* Plätze z. T. mit Sichteinschränkung

Ort:

Schlosstheater, Neues Palais von Sanssouci
Am Neuen Palais, 14469 Potsdam

Termin:

Fr, 25.6.2010, 19:30 | Tickets

Ein Türkenzelt im Preussenschloss

Führung

Fremde Welten im Marmorpalais, Führung u.a. zum Orientalischen Kabinett

Anna Krawczyk

Treffpunkt: Eingang Marmorpalais (max. 20 Personen)

9,- EUR

Ort:

Marmorpalais, Neuer Garten
Im Neuen Garten, 14467 Potsdam

Termin:

Fr, 25.6.2010, 18:00 | Tickets

Morgenlandfahrt

Schlosskonzert

Runter vom Divan: Romantiker auf der Reise in den Orient

Andreas Wolf, Bassbariton
Christoph Ulrich Meier, Klavier


Lieder von Aufbruch und Wanderschaft
und auf Gedichte aus
Johann Wolfgang Goethes "West-östlicher Divan" (1819)
von
Franz Schubert (1797–1828),
Robert Schumann (1810–1856),
Carl Loewe (1796–1869),
Peter Cornelius (1824–1874),
Hugo Wolf (1860–1903) u.a.

"Gottes ist der Orient, Gottes ist der Okzident!" – wohl niemand pochte so vehement auf die Verwandtschaft von Ost und West, wie Goethe in seiner 1819 veröffentlichten Gedichtsammlung "West-östlicher Divan". Abgesehen vom zärtlich-poetischen Versteckspiel mit der anderweitig verheirateten Marianne von Willemer – Deckname "Suleika" – war seine Inspirationsquelle vor allem der Geist des alten Orients. Den hatte Goethe in persischer Lyrik kennengelernt und pries ihn als rein und weltweise. Während die Zeitgenossen von seiner überschwänglichen Orientbegeisterung überfordert waren - noch in Goethes Todesjahr lag die Erstausgabe des "Divan" wie Blei in den Regalen der Buchhändler –, nahmen sich die Komponisten der Romantik des Fernwehs umso leidenschaftlicher an.
Der exzellente, junge Bassbariton Andreas Wolf, den William Christie mit der Aufnahme in sein Stimmennachwuchsprogramm adelte, hat zusammen mit Christoph Ulrich Meier einen musikalischen Reisebericht zusammengestellt: Im orientalisch verzierten Palmensaal präsentieren sie Lieder von Aufbruch, Wanderschaft und der staunenden Begegnung mit dem "reinen Osten".

28,- | 25,- | 10,-* EUR
* Plätze z. T. mit Sichteinschränkung

Ort:

Palmensaal, Neuer Garten
Marmorpalais, Im Neuen Garten, 14467 Potsdam

Termin:

Fr, 25.6.2010, 19:30 | Tickets

Seidenstraße nach Schloss Charlottenburg

Führung

Luxuswaren des Barock, Rundgang durch das Alte Schloss

Michaela Völkel

Treffpunkt: Eingang Altes Schloss Charlottenburg (max. 20 Personen)

9,- EUR

Ort:

Schloss Charlottenburg, Berlin
Spandauer Damm 10-22, 14059 Berlin

Termin:

Fr, 25.6.2010, 18:00 | Tickets

Persischer Marsch

Schlosskonzert

Globale Gambe: Tartaren, Mandarine und der Zar tanzen französisch

Vittorio Ghielmi, Viola da gamba/ Pardessus de viole
Luca Pianca, Laute


Marin Marais (1656-1728): Marche tartare, Marche persanne, Marche a la turque, L’Ameriquaine
und andere Charakterstücke für Gambe und Basso continuo von
Louis de Caix d’Hervelois (1680-1760),
Antoine Forqueray (1672-1745) und aus dem
Livres de pardessus de Madame La Rochette (Nantes, 1758)

Ein wahres Panoptikum der Kulturen für die Westentasche lässt sich aus den Gambenbüchern extrahieren, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Frankreich beliebt waren - allen voran Marais’ „Suite im fremdländischen Geschmack“ aus seinem Vierten Buch der „Pièces de Viole“. Hier marschieren Tartaren, Türken, Amerikaner, Mandarine, Russen, Korsaren und ungarische Waldbewohner zum Takt des Persischen Marschs. Vittorio Ghielmi und sein kongenialer Lautenpartner Luca Pianca haben den bekannten Kompositionen Marais’ noch die selten zu hörenden Werke von Caix d’Hervelois und Madame La Rochette an die Seite gestellt – kostbare Raritäten, die es mit dem feinen Porzellan in den Chinoiserie-Sammlungen von Schloss Charlottenburg durchaus aufnehmen können. Freundliche Führer stehen bereit, Flanierenden die angrenzende Goldene Galerie in der Pause zu erläutern.

28,- | 25,- EUR

Ort:

Weißer Saal, Goldene Galerie, Schloss Charlottenburg

Termin:

Fr, 25.6.2010, 20:00 | Tickets

Affe in Borneo oder Beamter in Preussen?

Führung

Chinoiserien und Orientalisches in den Räumen des Neuen Palais

Burkhardt Göres

Treffpunkt: Eingang Schlosstheater Neues Palais (max. 20 Personen)

9,- EUR

Ort:

Neues Palais, Sanssouci
Am Neuen Palais, 14469 Potsdam

Termin:

Sa, 26.6.2010, 15:00 | Tickets

Aussen Moschee, innen Maschinenhalle

Führung

Das Dampfmaschinenhaus in maurischem Stil

Adelheid Pupka

Treffpunkt: Dampfmaschinenhaus, Breite Straße (max. 20 Personen)

9,- EUR

Ort:

Dampfmaschinenhaus „Moschee“, Potsdam
Breite Straße 28, 14471 Potsdam

Termin:

Sa, 26.6.2010, 18:00 | Tickets

Missa Mexicana

Kirchenkonzert

Eine ganz Neue Welt: Tanzrhythmen füllen Mexikos Kathedralen

THE HARP CONSORT
Tuuli Lindberg, Clara Sanabras, Sopran
Jennie Cassidy, Veera Railio, Alt
Julian Podger, Ian Honeyman, Tenor
Alfredo Grandini, Paul Willenbrough, Bass
Leif Meyer, Orgel
Steven Player, Gitarre, Barocktanz
David Yacus, Barockposaune
Paolo Tognon, Bajòn
Ricardo Padilla, Schlagzeug, Muschelhorn

Barockharfe und musikalische Leitung: Andrew Lawrence-King


19.00 Uhr, Kaminzimmer der Superintendentur
Einführung: Andrew Lawrence-King im Gespräch mit Carsten Hinrichs

Juan Gutiérrez Padilla (1590-1664): Missa Ego flos campi
Sowie Xacáras, Negrillas, Marizápalos und Cumbées von
Juan García de Zéspedes (1590-1664),
Joan Cererols (1590-1664),
Santiago de Murcia (1590-1664)

Die Verwendung bunter Villancicos (volkstümlicher Gesänge und Tänze) in der Messe, wie sie im 17. Jahrhundert immer beliebter wurde, muss man sich im Stil heutiger Gospelmessen vorstellen: Bunt, beschwingt und fröhlich. Doch die Messe als Ort der Freude war der Kurie ein Dorn im Auge. Anders lag der Fall in der Neuen Welt – ohne die Hinzunahme der vertrauten Rhythmen waren die Einwohner der verschiedensten Kulturen gar nicht zum Messbesuch zu motivieren. Juan Gutiérrez Padilla, der 1629 den Kapellmeisterposten der Kathedrale von Puebla de Los Angeles übernahm und damit die größte Kapelle der Kolonien, lädt in seiner doppelchörigen Messe „Ego flos campi“ mit den Rhythmen von Xácara, Guaracha, Negrilla und Cumbée alle Spanier, Indios und Schwarzafrikaner gemeinsam und im Tanzschritt an den fröhlichen Gabentisch. Olé!

32,- | 28,- | 18,-* | 10,-* EUR
* Plätze z. T. mit Sichteinschränkung

Ort:

Friedenskirche Sanssouci
Am Grünen Gitter, 14469 Potsdam

Termin:

Sa, 26.6.2010, 20:00 | Tickets

Fandango

Schlosskonzert

Klappern als Handwerk: Wie man Spanien auf die Claviatur zwingt

Christine Schornsheim, Cembalo
Andreas Staier, Cembalo
Luz Martín Léon-Tello, Kastagnetten


Antonio Soler (1729-1783): Fandango (bearb. für zwei Cembali)
Luigi Boccherini (1743-1805): Grave assai – Fandango
(aus dem Gitarrenquintett G 448, bearb.für zwei Cembali)
Variazioni sopra "La Ritirata di Madrid"
(aus dem Gitarrenquintett G 418, bearb. für zwei Cembali)
Félix Máximo Lopez (1742-1821): Fandango
Domenico Scarlatti (1685-1757): Sonaten E-Dur, K215 und h-moll, K87

Der berühmteste Nicht-Potsdamer der Musikgeschichte ist wahrscheinlich Luigi Boccherini. Zwar komponierte er für ein fürstliches Salair zwölf Werke pro Jahr für seinen Dienstherren Friedrich Wilhelm II., doch die Stadt selbst hat er nie besucht. Der Italiener verbrachte ganze zwei Drittel seines Lebens in Spanien, und machte im Umkreis des Königshofs das spanische Kolorit in seiner Kammermusik unvergessen. So auch in seinem berühmten "Fandango"-Satz, oder dem Aufmarsch der königlichen Wachmannschaft in „La Ritirata di Madrid“ aus seinen Gitarrenquintetten.
Einen vor Stolz starrenden Konzertabend haben Christine Schornsheim und Andreas Staier an zwei Cembali dem wohl spanischsten Tanz überhaupt gewidmet, dem Fandango. Sie zeigen in ihren virtuosen Arrangements, dass man die Gitarre zwar auch getrost beiseite lassen kann - ohne Kastagnetten geht es aber natürlich nicht!

28,- | 25,- EUR

Ort:

Raffaelsaal, Orangerie Sanssouci
An der Orangerie 3-5, 14469 Potsdam

Termin:

Sa, 26.6.2010, 20:00 | Tickets

Zu Gast in Fürst Pücklers Zauberpark

Fürstliches Vergnügen

Expedition in die Lausitz zum Gartengestalter und Orientexperten

Lesung Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871)
"Aus Mehemed Ali’s Reich" (Reisebeschreibungen, 1844)

Peter Pagel, Lesung
Anna Fusek, historischer Flügel des Fürsten


Gondelfahrt durch den Landschaftsgarten

Führung durch die Sonderausstellung

Fürst-Pückler-Menü (3 Gänge)
Menü
Sommersalat mit Sauce Vinaigrette und Knuspercroutons
***
Putenbraten mit Dattelfeigensauce und Herzoginkartoffeln
***
Fürst-Pückler-Parfait mit frischen Früchten

Seien Sie bei einer Landpartie Gast im fürstlichen Schloss zu Branitz, erleben Sie, vorbei an vielen liebevollen Ausstellungsstücken und durch die Sonderausstellung zum Leben von Lucie Fürstin von Pückler-Muskau geführt, die Weltläufigkeit des orientfahrenden Gastgebers. Lassen sie sich von einer Lesung mit Peter Pagel - hochkarätigem Ensemblemitglied des Deutschen Theaters Berlin und diese Spielzeit auch am Potsdamer Hans-Otto-Theater zu erleben - auf den Spuren Pückler-Muskaus nach Karthum und an den Hof des ägyptischen Vizekönigs Muhammad Ali Pascha entführen. Dazu erwartet Sie Musik am originalen Hammerflügel des Fürsten (Breitkopf&Härtel, ca. 1840 – einer von weltweit drei erhaltenen und noch bespielbaren dieser Produktion). Sie erleben auf einer Gondelfahrt auf dem ausgeklügelten Parkkanal und vorbei an den berühmten Pyramiden den Landschaftsgarten von Branitz. Und natürlich schwelgen sie auch bei einem 3-Gang-Menü, dass sich an Tafelbüchern des Schlossherrn orientiert, in fürstlichen Genüssen. Die Stationen werden in Gruppen zu max. 40 Personen erlebt, dadurch sind Sie jederzeit nah am Geschehen!

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Fürst Pückler Museum Park und Schloss Branitz

Menü und Catering: Restaurant "Cavalierhaus"/ Steffi Behrens
Kartenpreise inkl. Busexkursion mit Reiseleitung, Führung, Gondelfahrt, Lesung, Konzert und Menü, exklusive Getränke

*Abfahrt 10.00 Uhr: Haltestelle Yorckstraße/ Wilhelm-Staab-Straße
Beginn: 12.00 Uhr
Rückkehr gegen 18.00 Uhr

85,- EUR inkl. Bustransfer | 65,- EUR bei eigener Anreise

Ort:

Schloss Branitz bei Cottbus
Robinienweg 5, 03042 Cottbus

Termin:

So, 27.6.2010, 12:00 | Tickets

Sanssouci Prom Concert: In 80 Minuten um die Welt

OpenAir im Schlosspark

Abschlusskonzert mit Feuerwerk

Ulrich Wickert, Moderation
Garda Thór Cortes, Tenor
Frauenstimmen des FILMCHORES BERLIN
DEUTSCHES FILMORCHESTER BABELSBERG
Musikalische Leitung: Scott Lawton

Feuerwerk: Olaf Gödeke
Technik: Marc Mattukat, aem Potsdam
Bühne: StageCo Deutschland GmbH


Ouvertüre aus: In 80 Tagen um die Welt (1956, V. Young)
China:
Nessun dorma, aus Turandot (G. Puccini)
Summchor, aus: Madame Butterfly (G. Puccini)
Filmmusik zu Tiger and Dragon (2000, T. Dun)
Nordamerika:
Pacific 231 (A. Honegger)
Filmmusik zu Die Glorreichen Sieben (1960, E. Bernstein)
Orient:
Shéhérazade (N. Rimsky-Korsakoff)
Aladdin-Suite (C. Nielsen)
Filmmusik zu Disneys Aladdin (1992, A. Menken)
Spanien:
Suite nach Georges Bizets Carmen (R. Shchedrin)
Afrika:
Triumphmarsch, aus Aida (G. Verdi)
Filmmusik zu African Queen (1951, A. Gray)
und vieles mehr...

Das Abschlusskonzert vor dem Neuen Palais schürt 2010 das Fernweh und macht Lust auf eine Sommerfrische: Auf den Spuren Jules Vernes geht es mit dem DEUTSCHEN FILMORCHESTER BABELSBERG auf eine Reise "In 80 Minuten um die Welt". Große romantische Orchesterwerke wie Rimsky-Korsakoffs "Shéhérazade", die schönsten Momente aus Puccinis "Madame Butterfly" und das berühmte "Nessun dorma" aus "Turandot" reihen sich mit Klassikern der Filmmusik zu einer Weltkarte der Reiselust: Vom geheimnisvollen Orient bis in die Verbotene Stadt Peking, von den Western Saloons in weiter Prärie bis ins pulsierende New York. Die Rückkehr des Publikums nach Potsdam feiert das traditionelle große Feuerwerk vor dem erleuchteten Schloss. Zum Sommerurlaub eine Weltreise in Tönen.

25,- EUR | JFT
NEU: JFT - Junges Festspielticket: 10,- € Einheitspreis für junge Leute bis 25 Jahre (begrenztes Kontingent)

Ort:

Neues Palais von Sanssouci
Am Neuen Palais, 14469 Potsdam

Termin:

So, 27.6.2010, 21:00 | Tickets

Musikfestspiele Sanssouci und Nikolaisaal Potsdam gGmbH

Wilhelm-Staab-Str. 10/11
D-14467 Potsdam

Telefon: +49-(0)331-28 888 0
Fax: +49-(0)331-28 888 29
E-Mail: info@musikfestspiele-potsdam.de

Tickets: 0049-331-28 888 28