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Mülheimer Theatertage NRW

43. Mülheimer Theatertage NRW - Stücke 2018
vom 12.5. bis 2.6.2018


Die besten Stücke im Wettbewerb um den Mülheimer Dramatikerpreis.

Seit 1976 wird Mülheim an der Ruhr jedes Jahr im Mai/Juni zum Zentrum der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik. Im Rahmen der Mülheimer Theatertage NRW „Stücke“ werden hier jährlich sieben bis acht Stücke in der jeweils wirksamsten Aufführung, meist der Uraufführung, gezeigt. Im Fokus stehen in Mülheim eindeutig die Stücktexte, nicht deren Inszenierung. Diese Konzentration auf den Text macht das Mülheimer Festival einzigartig.
Dabei sind die „Stücke“ stets offen für neue Formen der Autorschaft. Mehrfach waren in der Vergangenheit Arbeiten von Künstler*innen wie Yael Ronen, René Pollesch oder Rimini Protokoll eingeladen und prämiert, denen ein erweitertes Verständnis vom Theatertext zugrunde liegt. So wie sich die Gesellschaft wandelt, wandelt sich auch das Schreiben fürs Theater. Die Mülheimer Theatertage NRW tragen dem Rechnung, indem sie auch den neuesten Entwicklungen Raum geben.
Die Auswahl trifft ein unabhängiges Gremium aus den in der jeweiligen Saison uraufgeführten deutschsprachigen Stücken.
Am Ende der Theatertage vergibt eine Jury aus fünf Kritiker*innen und Theaterschaffenden den mit 15.000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikerpreis an den besten Autor oder die beste Autorin.

Jury für den Mülheimer Dramatikerpreis 2018:
- Jürgen Berger (Sprecher des Auswahlgremiums, freier Theater- und Literaturkritiker)
- Till Briegleb (Autor u. a. für die Süddeutsche Zeitung und das Kunstmagazin art)
- Ludwig Haugk (Leitender Dramaturg des Maxim Gorki Theater, Berlin)
- Angela Obst (Dramaturgin am Residenztheater München)
- Lars-Ole Walburg (Intendant des Schauspiel Hannover)

Die 43. Mülheimer Theatertage NRW „Stücke 2018“ werden veranstaltet vom Theater- und Konzertbüro der Stadt Mülheim an der Ruhr und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Kontakt

Mülheimer Theatertage NRW
Theater- und Konzertbüro Mülheim an der Ruhr
Akazienallee 61
D-45478 Mülheim an der Ruhr

Telefon: +49 (0)208-4554113
E-Mail: steinberg@stuecke.de

 

Der Vorverkauf für die "Stücke 2018" beginnt voraussichtlich am 22. März 2018.

Tickets sind dann bei allen reservix-Vorverkaufsstellen (Extern) und online (Extern) erhältlich
Hotline 0180 – 670 07 33 (0,20 Euro/Anruf, Mobilfunkpreis max. 0,60 Euro)

In Mülheim:
Touristinfo im MedienHaus
Synagogenplatz 3, 45468 Mülheim an der Ruhr
Tel. +49 (0)208-960 960
Aufführung

Beben

Maria Milisavljevic
Theater und Orchester Heidelberg

Es hätte so ein schöner Weltuntergang werden können. Maria Milisavljevic entwirft in Beben sehr heutige, egozentrisch weltvergessene Figuren und konfrontiert diese unversehens mit einer neuen, brutalen Realität. Erst ist da ein unheimliches Dröhnen, dann ein Beben, dann Krieg – mitten in den Straßen der eigenen wohlstandsdeutschen Seifenblasen-Kindheit. Über die Plot-Schnipsel im Stil einer Facebook-Timeline legt Milisavljevic weitere Zeit- und Erzählspuren. Die werden nach Bedarf hoch- und runtergefahren, vor- und zurückgespult. Da wird jemand von Schuld gebeutelt, jemand von Trauer. Eine Kontrollinstanz zwingt zum Weiterleben. Ein Level muss fertig gespielt werden. Und dann sitzt da noch dieser „Mann an der Kante von Ulro“. Er ist eine Anleihe bei William Blake, ein menschenverachtender Weltenlenker, der dem Kapitalismus verdammt ähnlich sieht. Regisseur Erich Sidler und Choreograf Valentí Rocamora i Torà haben ihre beeindruckend präzise Inszenierung in Heidelberg aus den dunklen, zwanghaften Elementen des Textes entwickelt. Die Körper performen Fitnesstraining, Yoga oder Elektroschocks, die Worte kämpfen und kämpfen um Gehör. Alles wunderbar negativ also. Aber dann besitzt Milisavljevic die Dreistigkeit, die schicksalhafte Abwärtsspirale durch einen Moment ganz naiver Menschlichkeit auszubremsen – und damit gelingt ihr ein irritierender Volltreffer.
(Cornelia Fiedler)

Heidelberger Premiere am 28.4.2017, Theater und Orchester Heidelberg, Zwinger

Mit: Dominik Lindhorst-Apfelthaler, Benedict Fellmer, Raphael Gehrmann, Sophie Melbinger, Hendrik Richter, Nanette Waidmann
Regie: Erich Sidler
Choreografie: Valentí Rocamora i Torà
Bühne und Kostüme: Dirk Becker
Dramaturgie: Sonja Winkel

Aufführungsdauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Aufführungsrechte: S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main
Stückabdruck in Theater heute 8/9 / 2017

www.theaterheidelberg.de
Aufführung

Versetzung

Thomas Melle
Deutsches Theater Berlin

Ronald Rupp ist motiviert, ein engagierter und beliebter Lehrer eines Gymnasiums, seine Frau schwanger und er soll Schuldirektor werden. Es läuft gut für ihn. Doch vor über zehn Jahren wurde ihm eine bipolare Störung diagnostiziert, die er beim Schuleintritt dem Amtsarzt verschwiegen hatte. Auch wenn er seit Jahren stabil und medikamentös gut eingestellt ist, wird ihm dies an der Schwelle zum Karrieresprung zum Verhängnis. Neider, Unsicherheiten, dunkle Erinnerungen treten auf.
Dass Thomas Melle die Spaltung der Wirklichkeit eines Manisch-Depressiven so präzise beschreiben kann, mag mit seiner eigenen Krankheitserfahrung, die er in seinem autobiographischen Roman Die Welt im Rücken zum Thema gemacht hatte, zusammenhängen. In Versetzung erzählt er in schnellen, prägnanten Szenen nicht nur den (Krankheits-)Fall eines Lehrers und die Zersetzung seines sozialen wie institutionellen Umfelds, sondern auch die Sprache und die Struktur des Textes verrücken zusehends. Rupp missversteht, was gesagt wird, er verhört sich und fängt selbst an, in Reimen zu sprechen. Die Wahrnehmung kippt. Diese Perspektivenänderung schließt sukkzesive das Bühnenpersonal und selbst das Publikum ein. Was ist wahr, was ist wirklich, worauf ist noch Verlass? Wie auf einem Spielbrett bewegen sich die Figuren in der Uraufführungsinszenierung von Brit Bartkowiak und zeigen eine Gesellschaft, die sich zunehmend selbst abhanden kommt.
(Dagmar Walser)

Uraufführung am 17. November 2017, Deutsches Theater Berlin, Kammerspiele

Mit: Christoph Franken, Michael Goldberg, Daniel Hoevels, Judith Hofmann, Helmut Mooshammer, Linn Reusse, Anja Schneider, Caner Sunar, Birgit Unterweger
Regie: Brit Bartkowiak
Bühne: Johanna Pfau
Kostüme: Carolin Schogs
Musik/Sounddesign: Joe Masi
Chor-Einstudierung: Bernd Freytag
Dramaturgie: David Heiligers

Aufführungsdauer: 2 Stunden 5 Minuten, keine Pause

Aufführungsrechte: schaefersphilippen Theater und Medien GbR, Köln
Stückabdruck in Theater heute 1/2018

www.deutschestheater.de
Aufführung

paradies spielen (abendland. ein abgesang)

Thomas Köck
Nationaltheater Mannheim

Die Erde wird zur Eiswüste. Ein Zug rast ungebremst durch die Reste der Zivilisation. Die letzten Menschen im „ewigen ICE der Spätmoderne“ schwanken zwischen komischer Verzweiflung und noch komischerer Verdrängung. War nicht am Bahnsteig noch alles wie immer? Tja, wenn man die Klimakatastrophe lange genug ausblendet, kommt sie eben plötzlich. paradies spielen ist der dritte und stärkste Teil der Klimatrilogie des Dramatikers Thomas Köck. Wieder verschneidet Köck die menschengemachte, globale (finale?) Tragödie mit Szenen ungleich schmerzlicherer persönlicher Verluste. Da ist die verstörende Geschichte einer Selbstverbrennung im Hobbykeller. Die der Unfähigkeit zu trauern. Und die von hoffnungsvollem Aufbruch und ernüchternder Ankunft. Den philosophischen Rahmen setzt ein schillernd zwischenweltlicher, an Paul Virilios Theorie des „rasenden Stillstands“ geschulter, singender Zugbegleiter. Regisseurin Marie Bues kombiniert in ihrer Mannheimer Uraufführung drei ebenso eingängige wie unterschiedliche Erzähl- und Spielweisen zum kohärenten Porträt einer Weltgesellschaft im kapitalistischen Geschwindigkeitsrausch.
(Cornelia Fiedler)

Uraufführung am 15. Dezember 2017, Nationaltheater Mannheim

Mit: Anton Berman, Katharina Hauter, Julius Forster, Anne-Marie Lux, Reinhard Mahlberg, David Müller, Ragna Pitoll, Sven Prietz, Carmen Witt
Regie: Marie Bues
Ausstattung: Pia Maria Mackert
Musik: Anton Berman
Licht: Björn Klaassen
Choreinstudierung: Claudia Sendlinger
Video: Regina Hess
Dramaturgie: Carolin Losch

Aufführungsdauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Aufführungsrechte: Suhrkamp Theater Verlag, Berlin

www.nationaltheater-mannheim.de
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