SALZBURGER LANDESTHEATER

Das Salzburger Landestheater hält als Dreispartenhaus ein breit gefächertes Programmangebot bereit: klassische und zeitgenössische Oper, Schauspiel aus Vergangenheit und Gegenwart, Spitzen-Ballett und modernes Tanztheater sowie Kinderstücke.
Von September bis Juni hebt sich (fast) jeden Tag der Vorhang, an sehr vielen Tagen sogar zweimal.

Spielzeit 2010/11

Nathan der Weise

von Gotthold Ephraim Lessing

Premiere 18. September 2010, Landestheater

Toleranz und Vernunft, die Grundpfeiler der Aufklärung, bilden bis heute die wichtigsten Säulen des menschlichen Zusammenlebens – und doch werden gerade diese Maximen zumeist schmerzlich vermisst. Im ausgehenden 18. Jahrhundert schrieb Gotthold Ephraim Lessing „Nathan der Weise“, in dessen Zentrum die berühmte Ringparabel steht. Sie gilt bis heute als ein Schlüsseltext der Aufklärung und bringt das humanistische Denken Lessings auf den Punkt. Sie ist die Antwort des Juden Nathan auf die Frage, welcher Glaube ihm am meisten einleuchte. Doch wertet Nathan nicht zwischen Judentum, Christentum und Islam, sondern stellt sie vielmehr gleichberechtigt nebeneinander und setzt damit ein leuchtendes Beispiel gegenseitiger Akzeptanz. Der Konflikt entzündet sich dennoch: Nathan hat ein elternloses Christenmädchen aufgenommen, dem er zwar die christliche Abstammung verschwiegen, das er jedoch keineswegs im eigenen Glauben als vielmehr nach den Gesetzen der Vernunft erzogen hat. Nachdem sie von einem jungen Tempelherrn aus den Flammen eines brennenden Hauses errettet wird, verlieben sich die beiden. Eine Ehe zwischen Jüdin und Christ ist einfach nicht denkbar, doch die Gesellschafterin des Mädchens gibt das Geheimnis preis: Recha ist eine Christin. Es entspinnt sich ein Gewirr aus Nachforschungen, Vermutungen und Verleumdungen, bis sich der christliche Retter und die ‚jüdische’ Gerettete zuletzt als leibliche Geschwister entpuppen – die zudem im herrschenden Sultan ihren Onkel finden. Der brennenden Aktualität des aus rührenden, ernsten und komischen Elementen bestehenden Familiendramas widmet sich Tim Kramer, Schauspieldirektor in St. Gallen, der in Österreich und der Schweiz schon zahlreiche Inszenierungen auf die Bühne gebracht hat.

Inszenierung: Tim Kramer
Bühnenbild: Gernot Sommerfeld
Kostüme: Natascha Maraval
Bühnenmusik: Heinz Fallmann
Dramaturgie: Heiko Voss

Ort:

Landestheater

Termin:

Sa, 18.9.2010, 19:00 | Premiere

Die Glasmenagerie

von Tennessee Williams

Premiere 24. September 2010, Kammerspiele

Der amerikanische Autor Tennessee Williams bezeichnete sein 1944 uraufgeführtes, stark autobiographisch geprägtes Familiendrama als ein „Spiel der Erinnerungen“. Doch es sind nicht nur Erinnerungen, mit denen der Autor sein Spiel treibt – im Mittelpunkt seiner Innenansicht des Amerikanischen Traums stehen Amanda und ihre zwei erwachsenen Kinder Tom und Laura. Tom findet das Abenteuer seines Lebens nicht in der beruflichen Karriere, obgleich er durch seine Arbeit als Lagerist für den Unterhalt der Familie sorgt, sondern im Traum vom Schreiben und der allabendlichen Flucht in die Welt des Kinos. Amanda, die ihre glücklichen Tage verklärt und die Umgangsformen der besseren Gesellschaft aufrechterhält, muss hilflos beobachten, wie das Leben ihrer Kinder keine ihrer Hoffnungen einlöst. Denn auch Laura, Toms gehbehinderte Schwester, lebt einsam und abgekapselt im Kosmos ihrer Sammlung aus kleinen, zerbrechlichen Glasfiguren, die allesamt so fragil sind wie sie selbst. Doch dann bricht mit aller Kraft und Lebensfreude das reale Leben in dieses Haus der Träume: Toms Arbeitskollege Jim bringt Laura zum Tanzen und schenkt ihr den Glauben an ihre eigene Schönheit und Würde. Für eine kurze Zeit scheint es ihm, der den Amerikanischen Traum lebt, zu gelingen, die toten Geister dieser Familie zu vertreiben. Tennessee Williams hatte „Die Glasmenagerie“ als Drehbuch in Hollywood eingereicht. Es wurde abgelehnt. So entstand eines der bewegendsten und besten Theaterstücke Amerikas, das sein Durchbruch als Autor war und schließlich ein Welterfolg wurde. Volkmar Kamm und Konrad Kulke haben sich mit der Erfolgsproduktion „Homo Faber“ dem Salzburger Publikum vorgestellt.

Inszenierung: Volkmar Kamm
Ausstattung: Konrad Kulke

Ort:

Kammerspiele

Termin:

Fr, 24.9.2010, 19:30 | Premiere

Die kleine Zauberflöte

Kinderoper von Wolfgang Amadeus Mozart
ab 6 Jahren

Premiere 25. September 2010, Landestheater

Nach dem „Figaro für Kinder“ gibt es in dieser Spielzeit wieder eine Oper speziell für unser jüngstes Publikum. Und natürlich bleiben wir dem Komponisten auf der Spur, der das Bild der gesamten Stadt geprobt hat und dessen Melodien bereits die Kleinsten kennen: Wolfgang Amadeus Mozart. Gemeinsam mit dem Mozarteumorchester Salzburg begibt sich das Opernensemble mit Papageno, Papagena, Tamino und Pamina auf die Suche nach der Liebe in den zwei Welten von Königin der Nacht und Sarastro. Die „Zauberflöten“-Hits wie „Der Vogelfänger bin ich ja“ oder die Rache-Arie dürfen natürlich nicht fehlen! Mit ihren Spielszenen und Arien ist „Die kleine Zauberflöte“ wie kaum ein anderes Stück geeignet, den Kindern den Einstieg in die Welt der großen Oper zu ebnen.

Musikalische Leitung: Adrian Kelly
Inszenierung: Marco Dott
Bühne: Manuela Weilguni / Marco Dott
Kostüme: Manuela Weilguni
Dramaturgie: Bernd Feuchtner / Angela Beyerlein

Ort:

Landestheater

Termin:

Sa, 25.9.2010, 18:00 | Premiere

Pizza? Basta!

Liederabend von Paola Ponte

Premiere 2. Okober 2010, Kammerfoyer

Urlaub ist teuer, doch die Sehnsucht ist groß. Um diese gelegentlich zu befriedigen, geht man in unseren Breiten in eine Pizzeria, und hofft, der Wirt wird einen mit Handschlag und einem „Buona sera!“ begrüßen, die Tische werden zusammengerückt, und der Kellner bringt, noch bevor man etwas bestellt hat, frisches Ciabatta und Olivenöl. Aus der Küche hört man einen der Küche Adriano Celentanos „Azzurro“ trällern und bereits beim ersten Glas Wein ist der graue Alltag samt Regen vergessen. Klingt gut? Dann kommen Sie in unsere kleine, hauseigene Pizzeria! Denn hier finden sie einen Service der Extraklasse: singende und musizierende Küche und Kellner. Hier verbindet sich Ihre Sehnsucht nach dem Mittelmeer mit den nostalgischen Heimatgefühlen unseres Personals, und natürlich soll der Tisch reich gedeckt sein. Doch ist guter Rat teuer, wenn der Pizzaofen aus unerfindlichen Gründen diesmal kalt bleibt. Bis Rettung naht, kredenzen die Mitarbeiter der Pizzeria ein Potpourri bekannter Lieder, von großer italienischer Oper bis zum Gassenhauer, von „’O sole mio“ über „Ti amo“ bis „Buona sera, Signorina“. Italien ist das Land der Leidenschaft und der Sonne, des guten Essens und der großen Liebe, der Improvisation und Lebenskunst – Lieder von Paolo Conte bis Gianna Nannini oder Eros Ramazotti nehmen Sie mit auf eine Reise und verwandeln singende Küchenjungs in Künstler von Welt. Vermutlich bleibt kein Auge trocken und hoffentlich kein Magen leer. Während Sie darauf warten müssen, dass der Pizzaofen wieder brennt, werden Sie mehr erleben, als Sie erwartet haben.

Musikalische Leitung: Peter Ewaldt
Inszenierung: Astrid Großgasteiger
Ausstattung: Manuela Weilguni
Dramaturgie: Bettina Oberender

Ort:

Kammerfoyer

Termin:

Sa, 2.10.2010, 10:00 | Premiere

Der Fliegende Holländer

Romantische Oper von Richard Wagner

Premiere 14. Oktober 2010, Großes Festspielhaus

Mit dieser Oper fand Richard Wagner erneut zu sich selbst, nachdem er mit „Rienzi“ einen Ausflug in die franz?ische Grand Opéra à la Meyerbeer gemacht hatte. Doch nun wurde wieder Carl Maria von Webers „Freischütz“ sein Leitstern, die erste Oper der deutschen Romantik. Das hört man nicht nur dem Auftritts-Monolog des Holländers an, der deutlich an die Arie des Max „Durch die Wälder, durch die Auen“ aus dem „Freischütz“ erinnert. Doch hier ist alles ins Große gesteigert – die Vorlage verdankte der Komponist, der sich das Libretto selbst schrieb, Heinrich Heine. Der Holländer führt ein Geisterschiff verlorener Seelen, die zu einer ewigen Reise der das Weltmeer verurteilt sind. Nur er selbst darf alle sieben Jahre an Land, um nach einer treuen Frau zu suchen, die ihn erlösen könnte. Diesmal jedoch trifft er auf den norwegischen Seefahrer Daland, der ihm gegen eine Schatztruhe bereitwillig seine Tochter Senta überlässt. Senta kennt das Bild des Holländers seit ihrer Kindheit und hat viele Stunden träumend davor verbracht. In großer Dichte jagt die Handlung am Zuschauer vorbei – schon die Ouvertüre versetzt das Publikum in atemlose Spannung, und danach wird es mit jeder Szene dramatischer. Am Pult des Mozarteumorchesters Salzburg steht Ivor Bolton, der mit Richard Wagners Oper ein neues Feld seines Schaffens betritt. Die Produktion im Großen Festspielhaus ist ein Bekenntnis des Salzburger Landestheaters zur großen Oper mit internationalen Solisten.

Eine Kooperation mit der Salzburger Kulturvereinigung
im Rahmen der Salzburger Kulturtage

Musikalische Leitung: Ivor Bolton
Inszenierung: Aron Stiehl
Bühne: Jürgen Kirner
Kostüme: Nicole von Graevenitz
Dramaturgie: Bernd Feuchtner
Mozarteumorchester Salzburg

Ort:

Großes Festspielhaus

Termin:

Do, 14.10.2010 | Premiere

Salzburger Landestheater

Schwarzstraße 22
A-5020 Salzburg

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