SALZBURGER LANDESTHEATER
Das Salzburger Landestheater hält als Dreispartenhaus ein breit gefächertes Programmangebot bereit: klassische und zeitgenössische Oper, Schauspiel aus Vergangenheit und Gegenwart, Spitzen-Ballett und modernes Tanztheater sowie Kinderstücke.
Von September bis Juni hebt sich (fast) jeden Tag der Vorhang, an sehr vielen Tagen sogar zweimal.
Spielzeit 2011/12
Imeneo
Georg Friedrich Händel
Premiere: 05. Februar 2012, Salzburger Landestheater
Der Wunsch, Gutes zu tun, ist manchmal nicht ganz ungefährlich. So wollen die attischen Jungfrauen, darunter Rosmene, lediglich ein Opfer bringen und werden auf ihrer Seereise überfallen und gefangen genommen. Glücklicherweise ist unter den Gefangenen auch der verkleidete Imeneo, der die Seeräuber im Schlaf übermannt und die Frauen nach Athen zurückbringt. Dennoch führt der Opferwille in diesem Falle nicht zum Glück, sondern vielmehr zum Unglück: Der Befreier fordert Rosmene zum Lohn, die doch eigentlich in Tirinto verliebt ist. Tirinto, der nicht einmal eine Chance hatte, zur Suche aufzubrechen, ist von nun an im Hintertreffen. Nicht, dass Rosmene an Imeneo Gefallen fände, das Volk jedoch ergreift eindeutig Partei für den Helden. Nach vielerlei Drängen wird die Entscheidung Rosmene überlassen – der Druck ist immens, hat Imeneo die geliebten Töchter der Stadt doch allesamt vor dem Grauen errettet.
Nachdem sich Händel mit der Komposition zahlreicher Oratorien fast schon von der Oper verabschiedet hatte, wendet er sich der Gattung mit „Imeneo“ wieder zu und findet eine Überschrift, wie sie passender nicht sein könnte: den Ehebund. Gemeinsam mit dem Namensgeber der Oper, dem Gott der Hochzeit, bekräftigt er so die alte Liaison zwischen ihm und der Oper und schafft in einer Phase des Experimentierens ein Werk von rührender Tiefe und überwältigendem Farbenreichtum. Rosmene schwankt zwischen Untreue und Undankbarkeit. Händel selbst gibt ein flammendes Treuebekenntnis zu einer Gattung ab, in der er all sein Können vereint. Mit Nina Kühner, Hanna Zimmermann und Claudia Caséra nimmt sich das bewährte „Liebestrank“-Team nun der Barockoper an.
Musikalische Leitung: Matthew Halls
Inszenierung: Nina Kühner
Bühne: Hanna Zimmermann
Kostüme: Claudia Caséra
Mozarteumorchester Salzburg
Ort:
Salzburger Landestheater
Termine:
So, 5.2.2012, 19:00 | Premiere |



Do, 23.2.2012, 19:30 |



So, 26.2.2012, 15:00 |



So, 4.3.2012, 19:00 |



Mo, 12.3.2012, 19:30 |



Mi, 14.3.2012, 19:30 |



So, 18.3.2012, 19:00 |


Das weite Land
Arthur Schnitzler
Premiere: 25. Februar 2012, Salzburger Landestheater
Im Mittelpunkt der 1911 uraufgeführten Tragikomödie steht der in eine Lebenskrise geratene Fabrikant Friedrich Hofreiter, ein erfolgreicher Unternehmer und pas-sionierter Ehebrecher. Seine Gemahlin Genia erduldet leidend seine Seitensprünge. Gerade hat er die Affäre mit der Bankiersgattin Adele Natter beendet, da erschießt sich ein junger Pianist aus unerfüllter Liebe zu Genia. Der tugendhafte Verzicht seiner Frau erscheint Hofreiter in dieser Situation als Anklage gegen sein eigenes Leben. Soll er sich bei ihr bedanken? Ist sie nicht Schuld am Tod dieses unglücklichen jungen Mannes? Gerade durch die Treue seiner Frau fühlt Hofreiter sich von ihr entfremdet. Dem Konflikt entzieht er sich durch Flucht und unternimmt eine Reise in die Dolomiten. Auf einer Bergtour macht Hofreiter der blutjungen Erna im Höhenrausch einen Heiratsantrag. Zurückgekehrt in seine Villa, wird er Zeuge, wie Genia, herausgefordert durch die Scheinliberalität ihres Mannes, einen jungen Liebhaber erhört, worauf er ihn zum Duell fordert, aber, wie er versichert, nicht aus Eifersucht, sondern weil er sich durch seinen „frechen jungen Blick“ herausgefordert gesehen habe.
Das Wien des Fin de siècle ist Schnitzlers Kulisse, die ausgebreitete Seele sein Terrain und eine hedonistische, nach Ablenkung strebende Gesellschaft sein Spielfeld. Zwischen Tennis, Tee und Tanz entfaltet er ein Spiel um gekränkte Eitelkeiten und kalt geheuchelte Lügen, aber auch tiefer Selbst- und Welterkenntnis und scheinbar auswegloser Einsamkeit. „Die Seele ist ein weites Land“ attestiert der Doktor von Aigner im Stück, und der Menschenkenner Schnitzler ist ein klarer Analytiker einer dekadenten Gesellschaft, die an nichts Mangel leidet - außer an Sinn und der Fähigkeit, der reifen Melancholie, die jene Erfahrung der Schönheit und Tiefe des Daseins begleitet, durch eine befreiende Tat zu entkommen.
Inszenierung: Werner Schneyder
Bühne: Christian Rinke
Kostüme: Birgit Hutter
Musik: Johannes Pillinger
Dramaturgie: Tobias Hell
Ort:
Salzburger Landestheater
Termine:
Sa, 25.2.2012, 19:00 | Premiere |



Di, 28.2.2012, 19:30 |



Do, 1.3.2012, 19:30 |



Fr, 2.3.2012, 19:30 |



Mi, 21.3.2012, 19:30 |



Sa, 24.3.2012, 19:00 |



Do, 19.4.2012, 19:30 |



Do, 26.4.2012, 19:30 |



Di, 8.5.2012, 19:30 |



Sa, 12.5.2012, 15:00 |


Krankheit der Jugend
Ferdinand Bruckner
Premiere: 04. März 2012, Kammerspiele
„Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur aufrecht zu erhalten.” (Keilschrift auf babylonischer Tontafel, um 1000 vor Chr.)
Kranke Jugend? Krank aus Angst vor dem Leben, dem Ungewissen, dem Alleinsein, auf der Suche nach Halt und Orientierung. An der Schwelle zum Erwachsenwerden erprobt eine Gruppe von Studenten exzessiv ihre eigenen Lebensentwürfe. Orientierungslosigkeit und ein ungestillter Hunger nach Liebe lässt die jungen Männer und Frauen in einem Beziehungschaos versinken, das bis zur Selbstzerstörung führt.
An dem Tag, an dem die Medizinstudentin Marie promoviert, verlässt ihr Freund Petrell, ein Möchtegern-Poet, sie für die ambitionierte Kommilitonin Irene: Auftakt für einen Reigen der Verführung, des Verliebens, Verlassens und des Betruges. Marie flüchtet verzweifelt in die Arme der exaltierten, adligen Desirée. Deren Lebensgier hat der ewige Student Freder mit seinem zynischen Machoverhalten jedoch längst in einen Selbstzerstörungstrieb verkehrt. In der Zwischenzeit verführt Freder das naiv in ihn verliebte Zimmermädchen Lucy dazu, sich für ihn zu prostituieren.
Ferdinand Bruckner gelang mit „Krankheit der Jugend“ 1926 der Durchbruch als Dramatiker. Das Schauspiel spielt im Nachkriegs-Wien der 20er Jahre und muss damals sowohl spektakulär als auch skandalös gewirkt haben. Der Regisseur Marco Dott, Leiter der Sparte Junges Land, holt die zeitlose Geschichte in die Gegenwart und beleuchtet eine Jugend zwischen Anpassung und der Erprobung von Grenzen. Ein aufrüttelndes Gesellschaftsbild, voller Intensität und Dramatik.
Inszenierung: Marco Dott
Ausstattung: Manuela Weilguni
Ort:
Kammerspiele
Termine:
So, 4.3.2012, 19:00 | Premiere |



Fr, 9.3.2012, 19:30 |



So, 18.3.2012, 19:00 |



Fr, 23.3.2012, 19:30 |



Mi, 4.4.2012, 19:30 |


Aschenputtel im Schloss
Gioachino Rossini
Premiere: 01. April 2012, Salzburger Landestheater
Aschenputtel ist eines der beliebtesten Märchen für Kinder. Erklingt die Geschichte auch noch in der wunderbaren Komposition Rossinis, wird es zum wahren Ohrenschmaus. Speziell für unser jüngstes Publikum wird auch in dieser Spielzeit wieder eine große Oper für Kinder adaptiert – unter Mitwirkung unseres Opernensembles und des voll besetzten Mozarteumorchesters.
Die Kinder verfolgen das tugendhafte Aschenputtel auf dem Weg vom Haus der bösen Stiefmutter in das Schloss des Prinzen und können sich von der prachtvollen Ballwelt bezaubern lassen. Dort wartet auch schon der Prinz, der sich unsterblich in sie verliebt hat. Bevor die beiden zusammenfinden gilt es jedoch, das Verwechslungsspiel und den Wirrwarr an Verkleidungen aufzulösen, denn um die wahre Tugendhaftigkeit zu prüfen, hat sich der Prinz zu Beginn als sein eigener Diener ausgegeben.
Märchen trifft auf komische Oper und schafft spielerisch den Einstieg in die Welt der großen Gefühle.
Ort:
Salzburger Landestheater
Termine:
So, 1.4.2012, 16:00 |



So, 20.5.2012, 16:00 |


Elements
Peter Breuer
Die vier Temperamente, die vier Elemente, die vier Jahreszeiten, die vier Lebensalter – die Vier scheint eine magische Zahl zu sein im Menschenleben. Sie sagt uns vor allem, dass jedes Ding – und jeder Mensch – nicht nur seine zwei Seiten hat, sondern mindestens vier-, wenn nicht vielfältig ist. Dass jedes Ding seine Zeit hat und sich wandelt. Dass jeder Mensch dem Wandel unterworfen ist und sein Schicksal sich wenden kann.
Diese Vielgesichtigkeit von allem, was ist, macht Peter Breuer zum Ausgangspunkt seines neuen abendfüllenden Balletts. Mit tänzerischer Virtuosität wirft er die Dinge in die Luft und lässt sie in Elementarteilchen zerfallen, wirbelt sie durcheinander und setzt sie neu zusammen. Menschliche Beziehungen sind elementar, die Elemente der Liebe fügen sich zusammen, wie sie wollen und versetzen den Menschen in elementare Gemütszustände.
Erde, Luft, Feuer und Wasser als die Grundelemente des Irdischen haben positive und negative Eigenschaften. Das Feuer gibt uns die Wärme zum Leben, die Erde trägt und birgt uns, das Wasser ist das Lebenselement, ohne das wir nicht auskommen können, von der Luft zum Atmen gar nicht zu reden.
Die Erde war ein Paradies, doch der Mensch wurde daraus vertrieben. Wer von der Erde verschüttet wird, dem drohen Ersticken und Erdrücktwerden. Und wenn die Erde ausgeplündert wird, bleibt Ödnis übrig. Immer wieder erleben wir die zerstörerische Wucht von Luft, Wasser und Feuer. Eine Feuersbrunst frisst sich rasend schnell durch Häuser und Wälder und verbrennt den Fliehenden. Und es braucht kein Tsunami zu sein, wenn eine Wasserflut Mensch und Tier mit sich reißt und ersäuft. Auch Stürme reißen alles hinweg, was ihnen in den Weg kommt. Da denken wir lieber an einen hübschen Fächer, mit dem wir uns im Sommer sanft zufächeln, um in einer linden Luft selig zu seufzen.
Idee | Choreographie: Peter Breuer, Maren Zimmermann
Bühne: Andreas Lungenschmid
Kostüme: Alois Dollhäubl
Ort:
Salzburger Landestheater
Termine:
Sa, 4.2.2012, 15:00 |



Di, 7.2.2012, 19:30 |



Fr, 10.2.2012, 19:30 |



Sa, 11.2.2012, 19:00 |



Di, 14.2.2012, 19:30 |



Mi, 15.2.2012, 19:30 |



Fr, 17.2.2012, 19:30 |



Mi, 29.2.2012, 19:30 |



Sa, 10.3.2012, 19:00 |



Do, 22.3.2012, 19:30 |



Do, 17.5.2012, 19:00 |


Türkisch Gold
Tina Müller
Aus „Türkisch Gold” sind die Ohrringe, die Jonas seiner besten Freundin Luiza aus den Sommerferien mitgebracht hat. Aber die Freude daran wird getrübt, denn Jonas hat sich in Aynur verliebt, eine Türkin, die ausgerechnet in die Parallelklasse von Luiza geht. Ihre Eifersucht lässt sich Luiza nicht anmerken, schließlich haben die beiden am Strand ja nur stundenlang geredet und sich nicht einmal geküsst. Luiza konfrontiert Jonas mit sämtlichen Klischees und Vorurteilen, die eine Beziehung zwischen einem deutschen Jungen und einer in Deutschland geborenen Türkin als unmöglich erscheinen lassen. Was würde wohl Aynurs Bruder Kerim dazu sagen, und was erst dessen Freunde? Wie würde sich Aynurs Familie verhalten, wie die Klassenkameraden, der eigene Vater? Gibt es nicht Ehrenmorde bei den Türken? Muss Jonas jetzt Angst haben und am besten gar ein Moslem werden? Luiza und Jonas geraten über das Für und Wider einer solchen Liebe in einen Streit, der sie in ein Rollenspiel treibt. Mal übernimmt Jonas Aynurs Rolle, mal ist es Luiza. Sie schlüpfen in fiktive Figuren, die des Bruders, der Großmutter, des Vaters, und sind doch in jeder selbst präsent, mit ihren Vorurteilen, ihren Ängsten, mit ihren Hoffnungen und Wünschen. Eine wahre Berg- und Talfahrt der ständig widerstreitenden Gefühle durchlebt Jonas und wird sich seiner Liebe immer unsicherer. Aber er verteidigt sie, denn: „Kennst du das, wenn es hier drin so voll sticht? ... Kurze Zeit dachte ich, ich hab' n Herzfehler." Dass es bei Luiza auch sticht, und zwar doppelt, bemerkt er nicht.
„Türkisch Gold" wurde von der 1980 in Zürich geborenen und inzwischen mehrfach preisgekrönten Autorin Tina Müller geschrieben. Mit viel Einfühlungsvermögen gelingt ihr ein Spiel im Spiel, das alles wandelbar und offen lässt, besonders die eigene Identität. Denn nichts ist labiler und so schwer zu finden wie diese, gerade wenn man sechzehn ist und zum ersten Mal verliebt.
Für Jugendliche ab 12 Jahren geeignet.
Ort:
Kammerspiele
Termin:
Mi, 8.2.2012, 19:30 |


Verlorene Täume
„Es war ein großgewachsener junger Mann mit langen Tänzerbeinen und mit dem Gesicht eines alten, erfahrenen Wiesels, für das kein Hühnerstall eine uneinnehmbare Festung war ...“
Die elegante, bunte und glitzernde Welt der Flapper Generation: Stilvolle Helden, die von inneren Dämonen aufgefressen werden. Hinreißende und exzentrische Damen, die immer nahe am Abgrund stehen. Über allem bleischwer das Trauma des ersten großen Krieges des 20. Jahrhunderts. Und bei aller teils erzwungenen Fröhlichkeit, der ausschweifenden Vergnügungssucht dämmert bereits die nächste Katastrophe herauf. Der Soundtrack, zu dem diese verlorene Generation trotzig ihrem Schicksal entgegentanzt: die mal swingende, mal schwerblütige Musik von Duke Ellington und Louis
Armstrong. Der amerikanische Schriftsteller F. Scott Fitzgerald wusste diese faszinierende Epoche einzufangen wie kein zweiter, war sein Leben doch ebenso illuster wie das seiner literarischen Figuren.
Das Salzburger Landestheater widmet ihm daher eine Reihe musikalischer Leseabende, in deren Fokus Fitzgeralds Kurzgeschichten und Erzählungen stehen. Jeder Abend ist in sich geschlossen, jeder Monat bringt neue Texte. In der intimen Atmosphäre des Kammerfoyers lesen wechselnde Mitglieder des Schauspielensembles, begleitet am Klavier von jazziger Improvisation und Stücken der Zeit.
Jeden Monat eine kleine Zeitreise zurück in die Roaring Twenties!
Szenische Konzeption: Astrid Großgasteiger
Ort:
Kammerfoyer
Termin:
Fr, 10.2.2012, 22:00 |


Ein Sommernachtstraum
William Shakespeare
In einer dunklen Nacht entführt Shakespeare die Menschen in die Zauberwelt des Athener Waldes, in dem sie auf unterhaltsame, verwirrende und auch grausame Weise in die Fabelwelt eines streitenden Götterpaares geraten. Aus Rivalität um einen Götterliebling hat Titania im Kampf mit ihrem Gatten die Ordnung der Natur erschüttert. Der gekränkte Elfenkönig Oberon schwört Rache. Seine Elfe Puck soll einen Zaubersaft besorgen, der – ins Auge eines Schlafenden geträufelt – bewirkt, dass der Erwachende sich in das erstbeste Wesen verliebt.
Er denkt dabei an Titania, aber der Fluch trifft ein Menschenkind. Denn vier junge Liebende, aus Athen geflohen, geraten in das Reich des Elfenkönigs. Bei Demetrius und Lysander, beide in Hermia verliebt, entflammt Puck durch seinen Zaubersaft die Liebe zur verschmähten Helena. Puck kann der Verlockung und dem Spiel mit der Macht, die ihm Oberon verlieh, nicht widerstehen.
So entfaltet sich die Macht der Liebe mit aller Gewalt und Blindheit unter den Menschen, die mit der Liebe eigentlich nicht spielen wollten. Und Titania verliebt sich in einen zum Esel verwandelten Handwerker, der mit seinem Trupp im Wald ein Theaterstück für die Hochzeit des Herrschers von Athen einstudieren wollte – alles wird zum Theater, wo Götter allzu menschlich und Menschen sich göttlich fühlen. Aus Liebe wird Hass und aus Abscheu Begehren und die Komik dieser Verwechslungen wirft ein beunruhigendes Licht auf das Rätsel des Lebens. Ist die Liebe im Rausch der Nacht und des Waldes wahrhaftiger als bei Lichte besehen? War das alles wirklich nur ein Traum in einer lauen Sommernacht? Carl Philip von Maldeghem bringt mit seinem Ensemble Licht ins Dunkel jener von Geistern durchwebten Nacht und zeigt Shakespeares Wald als Welt von heute.
Inszenierung: Carl Philip von Maldeghem
Ausstattung: Bettina Richter
Ort:
Landestheater
Termin:
So, 12.2.2012, 19:00 |


Leopolds Lieder
Ein Mäusedrama von Gunilla Hällström
Die schüchterne Maus Leopold weiß, dass sie fast alles tun kann. Zumindest so lange es auf einer Liste steht. Leopold schreibt Listen, um jeden seiner Schritte zu planen und sein Leben zu organisieren. Als ihn eines Tages eine neue Nachbarin begrüßt, würde er gerne „Hallo“ sagen, aber es steht nicht auf seiner Liste.
Was wird wohl passieren, wenn der vorsichtige Leo-pold auf die unbeschwerte Albertina trifft, die mit Leidenschaft das Unbekannte erforscht? Die quirlige Nachbarin Albertina schafft es, den ernsten Leopold mit ihrer Lebensfreude langsam für sich zu gewinnen und eröffnet ihm eine Welt unerwarteter Abenteuer, voller Musik und anderer Vergnügen, wie Malen, Boxen und Reisen, die ihm vorher unbekannt waren. Duette werden von einem Hausdach gesungen. Wichtige Listen gehen verloren. Eine mutige Rettungsaktion zum Flughafen findet statt. Zwei sehr verschiedene Stimmen harmonieren in einer überraschenden Einheit. Eine unerwartete Freundschaft zwischen zwei Charakteren entsteht, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine Freundschaft, bei der sich Leopolds Schwächen sogar manchmal als Vorzüge herausstellen.
„Leopolds Lieder“ ist eine Geschichte über Herausforderungen, vor denen Kinder täglich stehen. Und darüber, wie schwierig und beängstigend es sein kann, etwas zu wagen und Gewohnheiten zu brechen. Aber auch, wie unerwartet einfach es manchmal ist und vor allem, wie viel Spaß es macht, seine eigenen Grenzen zu überschreiten.
Die Regisseurin und Schauspielerin Gunilla Hällström steht mit ihren zauberhaften Inszenierungen in der großen Tradition des schwedischen Kindertheaters. In der Spielzeit 2009|2010 begeisterte sie Kinder ab 4 Jahren mit der liebevollen Geschichte „Mama Muh und die Krähe“ über Freundschaft und Selbstvertrauen.
Inszenierung, Konzept, Raum: Gunilla Hällström
Dramaturgie: Tobias Hell
Ort:
Kammerspiele
Termine:
Sa, 4.2.2012, 16:00 |



So, 5.2.2012, 16:00 |



Mi, 8.2.2012, 11:00 |



Di, 14.2.2012, 16:00 |


Pterodactylus
Nicky Silver
Der Pterodactylus ist eine ausgestorbene Sauriergattung. Das langsame Aussterben der Familie Duncan dokumentiert die absurd-böse Komödie des amerikanischen Autors Nicky Silver. Sein Stück erhellt mit schwarzem Humor, absurden Situationen und temporeichen, grotesken Dialogen eine finstere Hölle namens Familie. Mit dem Satz: „Ich habe Aids“ kehrt der verlorene Sohn Todd nach Jahren zurück. Doch im Weghören ist Mutter Duncan groß: „Wir machen ein kaltes Büfett. Das wird nett.“ Für die Mutter ist die Krankheit nur ein Problem, solange sie noch nicht das richtige Kleid für die Beerdigung besitzt. Dass Todd Aids hat, ist nur ein weiteres der unzähligen zu verdrängenden Probleme der Familie Duncan. Da sind die Neurosen der Tochter, die Alkoholsucht der Mutter, die Grobheit des Vaters und das Coming-out des zukünftigen Schwiegersohns, das die anstehende Hochzeitsfeier gefährdet. Während man bemüht ist, die Fassade einer heilen Welt aufrecht zu erhalten, legt Todd im Garten der Familie das Skelett eines Pterodactylus frei und baut es im Wohnzimmer zusammen. Je tiefer er dafür gräbt, umso mehr kommen die Leichen im Keller der Familiengeschichte ans Licht.
„Pterodactylus“ provoziert durch die Beiläufigkeit, mit der das Thema Aids behandelt wird, und es offenbart ganz nebenbei auch die Untergangssymptome der so genannten gesunden Welt. Der Pterodactylus war eine prähistorische Flugechse, kein Saurier, zu denen er dennoch zählt, und genau so ist der aidskranke Todd ein Mitglied seiner Familie, aber ohne wirkliche Zugehörigkeit.
Ein grandioser Autor wie Nicky Silver vermag es, dass wir durch das Lachen begreifen, woran wir sonst verzweifeln müssten. Er war Broadway-Autor des Jahres 2007 und „Pterodactylus“ ist die Salzburger Premiere des meistgespielten Autors der USA.
Inszenierung: Marco Dott
Ausstattung: Manuela Weilguni
Dramaturgie: Angela Beyerlein
Ort:
Kammerspiele
Termine:
Mo, 13.2.2012, 19:30 |



Mi, 15.2.2012, 19:30 |



Fr, 17.2.2012, 19:30 |



Di, 21.2.2012, 19:30 |


Bei Anruf: Geld
Michael Cooney
Vor zwei Jahren hat Eric Swan seinen Job verloren. Seine Frau weiß nichts davon, denn wenn sie morgens zur Arbeit fährt, behauptet er, das Gleiche zu tun. In Wirklichkeit aber kassiert er die Arbeitslosenunterstützung, die das ahnungslose Sozialamt an seinen früheren, längst ausgewanderten Untermieter schickt. Im Laufe der Zeit hat Swan immer neue Hilfen beantragt und dafür weitere bedürftige Familienmitglieder und Mitbewohner erfunden. Ein lukratives Geschäft: Er bezieht verschiedene Renten, Krankengeld, Kindergeld, Wohngeld und überhaupt alles, was ein Sozialstaat zu bieten hat. Nicht einmal auf den Zuschuss zur Schulmilch der nicht vorhandenen Kinder kann er verzichten.
Doch heute, so hat Eric Swan beschlossen, soll Schluss sein mit den Lügen und Betrügereien. Er teilt dem Amt den Tod seines Untermieters mit, um die Zahlung des Arbeitslosengeldes zu stoppen. Allerdings hat er da die Rechnung ohne das Amt gemacht. Es schickt just an diesem Tag einen Außenprüfer und ihm folgen eine Beerdigungsunternehmerin, die den verstorbenen Untermieter bestatten soll, eine Sozialarbeiterin, die sich um dessen Hinterbliebene kümmern will, und ein Ehetherapeut, den seine Frau zu Hilfe gerufen hat. Das Fiasko nimmt unaufhaltsam aber unterhaltsam seinen Lauf, als der reale Untermieter erfährt, dass er heute Nacht verstorben ist. Und wo bitte schön, fragt sich Herr Swan, bekommt er nun so schnell tote oder lebendige Familienangehörige mit mehrfachen Behinderungen her?
Für das Publikum entfaltet sich in diesem langsam aber stetig einstürzenden Lügengebäude Boulevardtheater auf höchstem Niveau, voller Situationskomik und unglaublichen Wendungen und Verwechslungen.
Der in Los Angeles lebende Engländer Michael Cooney gilt als ein Meister dieses Genres und ist ein ebenso erfolgreicher Autor von Dreh- und Kinderbüchern.
Inszenierung: Georg Clementi
Bühne: Friedrich Despalmes
Kostüme: Manuela Weilguni
Dramaturgie: Tobias Hell
Ort:
Salzburger Landestheater
Termine:
Do, 9.2.2012, 19:30 |



Sa, 18.2.2012, 19:00 |



Di, 6.3.2012, 19:30 |


Nightfever
Peter Squenz & Friends
Sie kennen „Peter Squenz & Friends“ nicht? Aber sicher doch! Ihren prominentesten Auftritt hat diese Truppe von mehr oder weniger begabten Laienschauspielern in Shakespeares „Sommernachtstraum“. Dort führen sie zur Hochzeit von Theseus, dem Herrscher ihrer Heimatstadt Athen und Hippolyta, einer Amazonenkönigin, ein Theaterstück auf: „Die höchst klägliche Komödie und der höchst grausame Tod des Pyramus und der Thisbe“.
Die Darsteller heißen Squenz, Zettel, Schnock, Flaut, Schnauz und Schlucker – allesamt solide Handwerker im normalen Leben. Im Übrigen spielen sie nicht nur Theater, sie sind auch sehr sangesfreudig. In der Szene gelten sie mittlerweile als ein Geheimtipp. Wenn überhaupt treten sie nur in kleinen Kellerclubs auf und verwandeln diese in Discotempel vergangener Zeiten. Eine wilde Mischung der größten 70er und 80er Hits, von A wie Abba bis Z wie Zappa, lassen die alten Zeiten wieder aufleben. Dann tauschen sie ihre Arbeitskluft gegen Schlaghosen, viel zu enge Hemden und Plateauschuhe. Vielleicht treffen Sie im „Boogie Wonderland“ dann auf die „Dancing Queen“ und „Daddy Cool“.
Finden Sie es heraus, denn gelegentlich gastiert diese illustre Schar in den Kammerspielen des Salzburger Landstheaters. Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil, wenn Ihnen diese ungewöhnliche Truppe unter dem Motto „Nightfever“ ordentlich einheizt. Eines steht fest: Nachts lebt diese Blaumann-Brigade ihre Träume! Auch außerhalb des Sommers.
Musikalische Leitung: Johannes Pillinger
Inszenierung: Angela Hercules-Joseph
Bühne und Kostüme: Manuela Weilguni
Dramaturgie: Maren Zimmermann
Ort:
Kammerspiele
Termine:
Fr, 10.2.2012, 19:30 |



Sa, 11.2.2012, 19:00 |



Sa, 17.3.2012, 19:00 |


Fräulein Julie
August Strindberg
Es ist Mittsommernacht. Auf einem abgelegenen Herrensitz wird getanzt und gelacht. Fräulein Julie, die Tochter des Grafen, will es heute Nacht wissen. Mannstoll umgarnt sie den jungen Diener Jean. Kokett weckt sie die Lust des sich sträubenden Knechtes.
Julie, die ihm hemmungslos schmeichelt, verführt ihn nach den Regeln der Kunst. „Wissen Sie, was Liebe ist?“ fragt Fräulein Julie, und Jean gibt ihr zur Antwort: „Glauben Sie, ich mache das zum ersten Mal?“
Ein grenzüberschreitendes Miteinander mit verhängnisvollen Folgen nimmt seinen Lauf. Auf eine rauschhafte Nacht folgt der nächste Morgen mit einer bitteren Ernüchterung. Ein Regelwerk ist durcheinander geraten. Die Liebe erscheint als ein Balanceakt zwischen Selbstaufgabe und Siegeswillen, auf beiden Seiten wechseln die Gefühle zwischen Zärtlichkeit und Verachtung, Bewunderung und Hass. Die praktischen Lebensansichten des Domestiken kollidieren mit den schwärmerischen Ansprüchen der Grafentochter. Ihre Verachtung für seinen Stand trifft auf seinen Zynismus. Beide haben eine soziale Grenze überschritten. „Knecht ist Knecht!“ schreit Julie und Jean erwidert: „Hure ist Hure.“ Es sind die immerwährenden Motive von Aufstieg und Fall, Macht und Unterlegenheit, Herrschaft und Knechtschaft, die sich hier spiegeln und letztendlich zu einem erbitterten Kampf führen.
Im Vorwort zu dem 1889 uraufgeführten „naturalistischen Trauerspiel“ über Sehnsucht und Begehren, Kontrollverlust und Tabubruch schreibt Strindberg: „Wenn ein Geschlecht untergeht, so bedeutet dies ja ein Glück für ein anderes Geschlecht, das nun emporkommen kann.“ Strindbergs Ehe mit seiner ersten Frau, der Schauspielerin Siri von Essen, scheiterte nicht zuletzt auch aufgrund der Standesunterschiede. In der Uraufführung ließ er sie als Fräulein Julie am Zusammenprall von Gesellschaftsordnung und Sexualität zugrunde gehen.
Inszenierung: Agnessa Nefjodov
Bühne und Kostüme: Eva Musil
Dramaturgie: Tobias Hell
Ort:
Kammerspiele
Termine:
Do, 8.3.2012, 19:30 |



Do, 29.3.2012, 19:30 |



Fr, 30.3.2012, 19:30 |



Sa, 31.3.2012, 17:00 |


The Sound of Music
Richard Rodgers | Oscar Hammerstein
Es ist das Erfolgsmusical, das seit Jahren Menschen in aller Welt begeistert und die Stadt Salzburg auf dem Globus bekannt gemacht hat: „The Sound of Music“! Zum ersten Mal wird das Rodgers & Hammerstein-Musical in der Stadt, mit der die Geschichte der Familie von Trapp untrennbar verbunden ist, ab 23. Oktober 2011 im Salzburger Landestheater zu erleben sein.
Die Novizin Maria wird dem Witwer Baron von Trapp und seinen sieben Kindern als „guter Geist“ zugewiesen. Schnell gewinnt sie mit ihrer couragierten, engagierten und liebevollen Art die Herzen der Kinder – aber nicht nur diese: Maria und Baron von Trapp heiraten. Während am Horizont dunkle politische Wolken aufziehen, erkennt Maria die Chance der musikalisch begabten Kinder und gründet den legendären Familienchor, der später auch in den USA äußerst erfolgreich sein wird.
Produktionsleitung: Andreas Gergen
Regie: Christian Struppeck
Ausstattung: Court Watson
Choreographie: Kim Duddy
Musikalische Leitung: Peter Ewaldt
Ort:
Salzburger Landestheater
Termine:
Di, 20.3.2012, 19:30 |



Do, 29.3.2012, 19:30 |



Fr, 30.3.2012, 19:30 |



Sa, 31.3.2012, 17:00 |



Di, 3.4.2012, 19:30 |



Mi, 4.4.2012, 19:30 |



Do, 5.4.2012, 19:30 |



So, 8.4.2012, 19:00 |



Fr, 13.4.2012, 19:30 |


La Cenerentola
Gioacchino Rossini
Im Sommer 1816, als Rossinis Musik zum ersten Mal nördlich der Alpen zu hören war, nahm ein bis heute andauerndes Phänomen seinen Ausgang: Das Rossinifieber. In diesen Siegeszug fällt auch „La Cenerentola“. Grundlage ist das berühmte Märchen von Aschenputtel, das, unterdrückt von ihrer Stiefmutter und den beiden Schwestern, aufgrund ihrer Tugend von einem Prinzen zur Frau gewählt wird.
Für Rossini eröffnete sich mit dem Märchenstoff eine Fülle von Möglichkeiten: Er konnte nicht nur die rührende Unschuld des armen Mädchens in Musik setzen, sondern zugleich die Bösartigkeit der Familie karikieren. Den Prinzen wiederum lässt er in der Verkleidung eines Knappen auftreten, während der falsche Prinz von einem Diener gespielt wird – und das mit aller Aufmüpfigkeit und Übertreibung, die die beliebten Dienerfiguren der Commedia dell’ arte mit sich bringen. Trotz des Wirrwarrs an Verkleidungen finden Cenerentola und der kostümierte Prinz schnell zueinander. Ihre gegenseitige Zuneigung und Liebe muss jedoch einigen Belastungsproben standhalten. Dabei gilt es nicht nur die erste Unbeholfenheit und Aufregung zu überwinden, denn noch wissen beide nicht um die wahre Identität des Anderen. Den Höhepunkt bildet die prachtvolle Ballszene. Bezeichnend aber ist, dass die Liebe gerade nicht aufgrund der Äußerlichkeiten des Balls entflammt, sondern bereits lange zuvor…
Rossinis Variante des Aschenputtels bietet intimste Momente neben klassischen Komödiensituationen. Hier trifft Märchen auf komische Oper, noch dazu mit dem moralischen Anstrich des Rührstücks. Denn Cenerentola vergibt am Ende auch der eigenen Familie und so triumphiert die Herzensgüte.
Musikalische Leitung: Leo Hussain
Inszenierung: Carl Philip von Maldeghem
Ausstattung: Christian Floeren
Choreinstudierung: Stefan Müller
Dramaturgie: Andreas Gergen
Ort:
Salzburger Landestheater
Termine:
Di, 21.2.2012, 15:00 |



Mi, 28.3.2012, 19:30 |



Sa, 7.4.2012, 19:00 |



Di, 10.4.2012, 19:30 |



Do, 12.4.2012, 19:30 |



Fr, 20.4.2012, 19:30 |

