Festspiele 2010 Oper Schauspiel Konzert

90 JAHRE SALZBURGER FESTSPIELE

So, 25.7.2010 - Mo, 30.8.2010

2010 ist für uns ein Jubiläumsjahr, wir feiern 90 Jahre Salzburger Festspiele.
Die Mythen werden als Thema Oper, Konzert und Schauspiel programmatisch verbinden. Aber auch die Festspiele selbst sind in diesen neun Jahrzehnten längst zu einem Mythos geworden. Schwere Hypothek oder starker Auftrag für Gegenwart und Zukunft? Erdacht und gegründet wurden die Salzburger Festspiele von Anfang an als Projekt gegen die Krise, die Sinnkrise, den Werteverlust, die Identitätskrise des einzelnen Menschen, aber auch ganzer Völker.
Mitten im Ersten Weltkrieg reifte in den Gründervätern, Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt, Richard Strauss, Alfred Roller und Franz Schalk, der Entschluss, die gegeneinander gehetzten Völker durch Festspiele miteinander zu versöhnen, ihnen ein vereinendes Ziel zu geben.
Im „ersten Aufruf zum Salzburger Festspielplan“ (1919) stehen daher – unvergleichlich formuliert von Hugo von Hofmannsthal – der Friede und der Glaube an Europa im Mittelpunkt, „an einen Europäismus, der die Zeit von 1750 bis 1850 erfüllt und erhellt hat“.
Welch anderes Festspiel darf, muss einen so zeitlos gültigen Gründungsauftrag erfüllen?
2009 gelang uns das geradezu idealtypisch, als Daniel Barenboim mit seinem West-Eastern Divan Orchestra die Befreiungsoper Fidelio aufführte.
2010 wird Valery Gergiev mit dem vom unvergesslichen Sir Georg Solti gegründeten World Orchestra for Peace einen wichtigen Festspielabend bestreiten. Seine Überzeugung war: „politicians do their job [for peace], but musicians are able to be the most potent voices. Music doesn’t have borders – it is immediate, effective and very truthful“.
Bei unserer Wahl zum Dichter zu Gast hatten wir offensichtlich eine schöne Vorahnung. Claudio Magris, in der Frankfurter Paulskirche im Oktober 2009 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet, wird im kommenden Festspiel-Sommer in Salzburg leben und arbeiten. Ein Zitat aus seiner Preisrede passt auch gut als Auftrag an uns als Festspielmacher: „Viele Utopien von einem Paradies auf Erden sind verflogen, doch nicht verflogen ist die Forderung, dass die Welt nicht nur verwaltet, sondern vor allem auch verändert werden muss. ‚Ändere die Welt, sie braucht es!‘, forderte Bertolt Brecht. Ändere sie auch, wenn alles dich drängt zu glauben, dass dies unmöglich sei.“
So klar im Festspielplan die politische Botschaft formuliert war, so – vergleichsweise – lapidar hieß es zur Dramaturgie: „Oper und Schauspiel, von beidem das Höchste“. Diese Formulierung stellte sich jedoch als Glücksfall heraus – sie gab und gibt den späteren Festspielverantwortlichen programmatische Freiheit bei höchstem Qualitätsanspruch.

Mit welchen Inhalten Intendanten, Direktorien, Künstler und Künstlerinnen 90 Jahre Festspielgeschichte schrieben, wollen wir ihnen in einer die Festspiele begleitenden Ausstellung im Sommer 2010 zeigen. Ab 17. Juli soll ganz im Sinne Max Reinhardts die ganze Stadt Bühne werden.
Zu unserer großen Freude haben zahlreiche Salzburger Institutionen unsere Idee aufgegriffen und bereichert. Ein Ausstellungsreigen unter dem Titel „Das große Welttheater“ wird daher die wechselvolle Geschichte der wichtigsten Festspiele der Welt nicht nur in unseren eigenen Häusern darstellen, sondern in einer großen multimedialen Schau unter anderem im Salzburg Museum, in der Residenzgalerie, in St. Peter und in Mozarts Geburtshaus dokumentieren.
„Alle Entwicklung vollzieht sich in Spiralen“, schrieb Hugo von Hofmannsthal. Möge es uns gelingen, gerade auch im Jahr 2010 eine Spirale aus herrlichen Hörerlebnissen, interessanten Gedanken, eindrucksvollen Bildern erlebbar zu machen.

Helga Rabl-Stadler, Jürgen Flimm, Gerbert Schwaighofer
Markus Hinterhäuser, Thomas Oberender


SALZBURGER FESTSPIELE

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Montag bis Samstag: 9.30 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr
27.7. - 31.08.2007:
täglich: 9.30 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr