Veranstaltungen Ausstellungen

LITERATURHAUS SALZBURG


Veranstaltungen

Robert Kleindienst & Alexander Peer
„Literarische Landkarten“

Buchpräsentationen & Lesungen

„,Metzgertobel’, ,Mohnenfluh’, ,Omeshorn’ ... Als ich die Karte des Arlbergs entfalte, erzählt sie mir von Namen, die mich in die Landschaft eines Fantasyromans führen. Richtig tollkühn!
Welches Horn mag wohl geblasen worden sein, einst auf dem Omes? Und von wem? Wofür? Welcher verwunschene Prinz hat seine ganze Lungenluft zusammengepresst und hinausgepustet? Wem galt sein tiefer, erschöpfter Ton?“
So verwegen phantasierend nähert sich die Stimme in Alexander Peers essay-istischer Erzählung „Wir Omeshornbläser“ seiner Umgebung und vermisst mit der Beschreibung seiner Umwelt auch seine Innenwelt neu.

In seinem Debütroman „Später vielleicht“ (Skarabäus 2009) erzählt Robert Kleindienst die Geschichte eines Besessenen: Ein junger Mann ist besessen davon, einen Roman zu schreiben. Alles, was um ihn herum geschieht und was ihn bewegt, gerinnt ihm zu Sequenzen einer Geschichte, die sich ihrerseits wiederum in seinen Alltag einschreibt. Er geht in seinen Texten ein und aus, ein Wanderer in beiden Welten, die zu Schauplätzen seiner Liebesgeschichte verschmelzen. Hier wie dort stürzt er sich in eine Affäre in der Hoffnung auf neue Impulse. Hier wie dort versucht er, sich der Verantwortung seiner langjährigen Beziehung und den gemeinsamen Erinnerungen zu entziehen.
Kleindienst liest aus dem Roman, Kurzprosa und Lyrik.

Robert Kleindienst, geb. 1975 in Salzburg. Mehrere Auszeichnungen, u.a. Georg-Trakl-Förderungspreis für Lyrik (1997), Rauriser Förderungspreis (2007). www.robertkleindienst.at

Alexander Peer, geb. 1971 in Salzburg. Lebt derzeit als nomadisierender Autor, Journalist und Vortragender. Bücher: u.a. „Land unter ihnen“, „Herr,
erbarme dich meiner!“ und „Ostseeatem“. www.peerfact.at

Eintritt: E 6/5/4
Veranstalter: Salzburger Autorengruppe

Ort:

Literaturhaus Salzburg

Termin:

Di, 14.9.2010, 20:00

Tom Segev
„Simon Wiesenthal. Die Biographie“

Gespräch & Lesung

Vom Tag seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Mauthausen an machte Simon Wiesenthal (1908 – 2005) es sich zur Lebensaufgabe, NS-Verbrecher aufzuspüren und vor Gericht zu bringen. Fünf Jahre nach seinem Tod legt nun der bekannte israelische
Historiker und Journalist Tom Segev die erste aus Originalquellen erarbeitete Biographie – aus dem Hebräischen übersetzt von Markus Lemke (Siedler Verlag, 2010) – dieser Jahrhundertgestalt vor, enthüllt zahlreiche bisher unbekannte Tatsachen und erzählt eindrucksvoll das Leben des „Nazi-Jägers“, der selbst auch zeitlebens ein Verfolgter blieb.

Als Simon Wiesenthal im Alter von 97 Jahren in Wien starb, betrauerte die Welt einen unermüdlichen Kämpfer gegen das Böse. Hollywood verklärte ihn als Helden, gleichwohl hatte er zeit seines Lebens auch Ablehnung und Anfeindungen erfahren, viele sahen in ihm einen unversöhnlichen Störenfried. Er entfachte die Phantasie von Menschen auf der ganzen Welt, fesselte und beängstigte sie, belastete ihr Gewissen und verlieh ihnen doch einen tröstlichen Glauben an das Gute. Anhand von zahlreichen Briefen, Geheimdienstdossiers und anderen, bislang unbekannten Quellen zeichnet Tom Segev die faszinierende Biographie Simon Wiesenthals nach: die spannende Lebensgeschichte eines überaus mutigen Mannes, der eine Reihe atemberaubender Aktionen initiierte und dabei fast ganz auf sich allein gestellt arbeitete, in einer kleinen Wohnung zwischen hohen Stapeln alter Zeitungen und vergilbter Karteikarten.

Tom Segev, geboren am 1. März 1945 in Jerusalem, wo der Historiker und einer der profiliertesten Journalisten Israels lebt. In Deutschland wurde er durch sein Buch „Die siebte Million. Der Holocaust und Israels Politik der Erinnerung“ (1995) bekannt. Für „Es war einmal ein Palästina“ (2005) wurde er mit dem National Jewish Book Award ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihm „Die ersten Israelis. Die Anfänge des jüdischen Staates“ (2008).

Eintritt: E 8/7/6
Veranstalter: Verein Literaturhaus, Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte, Israelitische Kultusgemeinde

Ort:

Literaturhaus Salzburg

Termin:

Do, 16.9.2010, 20:00

„18. liteRADtour“
Auf den Spuren von Dichtern

1993 entstand die Idee, mit dem Fahrrad auf den Spuren von Schriftstellern durch die Stadt Salzburg zu radeln und deren Leben und Geschichten nachzuspüren. Der Erfolg – mehrfach im In- und Ausland kopiert – führte zu jährlichen „liteRADtouren“ im September und gipfelte 2001 in dem längst vergriffenen Buch „salzburger literatouren. literarische wege durch stadt und land salzburg“ (Edition Eizenbergerhof).

Zur diesjährigen 18. liteRADtour wurden drei Touren ausgewählt, auf denen die Teilnehmer/innen in einer spannenden Mischung aus Information und Anekdotischem Wissenswertes über Salzburger Autorinnen und Autoren und deren Werke erfahren.

Folgende Touren bieten wir 2010 an:
1. Auf den Spuren von Thomas Bernhard (Matthias Part)
2. Auf den Spuren von Gerhard Amanshauser (Hildemar Holl)
3. Auf den Spuren von Georg Trakl (Hans Weichselbaum)

Treffpunkt ist um 14 Uhr vor dem Eizenbergerhof. Mit kundigen Führern radeln wir in kleinen Gruppen durch Salzburg. Um ca. 17 Uhr kehren wir wieder zum Literaturhaus zurück, wo eine kleine Jause wartet. Bei schlechtem Wetter entfällt die „liteRADtour“.

Telefonische Auskunft am Tag der Veranstaltung ab 13 Uhr im Literaturhaus unter 0662-422411.

Teilnahme: frei
Veranstalter: Verein Literaturhaus

Ort:

Literaturhaus Salzburg

Termin:

So, 19.9.2010, 14:00

„¡lesen lassen!“
round table

für Schreibende und kritische ZuhörerInnen

¡lesen lassen! ist eine Veranstaltungsreihe, die aus dem readers´ round table hervorgegangen ist und Autoren und Autorinnen die Möglichkeit bieten soll, mehr über die Qualität eigener Texte im Rahmen einer interessierten Öffentlichkeit zu erfahren. Sie ist ein Forum für ambitionierte Schreibende, bei dem sie von Literaturinteressierten außerhalb ihres Freundeskreises unterschiedliche Reaktionen und konstruktive Kritik erhalten.

Die Lesenden sollen sich eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn im Café des Literaturhauses anmelden und 3 Texte vorbereitet haben (Lesedauer: eine Minute, 5 Minuten und 10 Minuten). Auf Wunsch des Autors/der Autorin werden die Texte für alle Anwesenden kopiert.

In zwei Runden wird ein Sieger oder eine Siegerin des Abends ermittelt, der oder die von erostepost am Montag, 6. Dezember, zu einer bezahlten Lesung eingeladen wird.
In einer ersten Runde lesen die Autor/inn/en ihre einminütigen oder fünfminütigen Texte. Danach stimmen alle Anwesenden darüber ab, wer in die zweite Runde kommen soll.
Die drei Besten lesen nun ihre 10-minütigen Texte, und nach einer abschließenden halbstündigen Diskussion wird durch erneutes Abstimmen der/die Gewinner/in ermittelt.

Eintritt: 1 Kugelschreiber
Veranstalter: erostepost

Ort:

Literaturhaus Salzburg

Termin:

Mo, 20.9.2010, 20:00

Ayse Kulin
„Der schmale Pfad / Bir Gün“

Lesung & Gespräch (türk./dt.)

Ayse Kulin machte in der Türkei als Autorin von Biographien von sich reden. Mit ihrem siebten Roman „Der schmale Pfad“ (Unionsverlag, 2010, übersetzt von Angelika Gillitz-Acar und Angelika Hoch) legt sie nicht nur den Finger in die blutende Wunde des türkisch-kurdischen Konflikts, sondern weist auch den Weg zu einer friedlichen Lösung. Moderation und Übersetzung im Literaturhaus: Sabine Adatepe. Deutsche Lesung: Alexandra Tichy.

Die Journalistin Nevra Tuna steckt in einer privaten und beruflichen Krise. Ihre ganze Hoffnung setzt sie auf ein Interview mit der inhaftierten kurdischen Politikerin Zelha Bora, das ihre Karriere retten soll. Doch zwischen den beiden Frauen, deren Lebensverhältnisse unterschiedlicher nicht sein könnten, stehen nur Vorurteile und Vorwürfe. Kurz bevor das Gespräch zu scheitern droht, entdecken sie: In ihrer Kindheit waren die beiden engste Freundinnen, nun versuchen sie, die vergangenen Jahre heraufzubeschwören und ungelöste Rätsel zu lösen. Letzten Endes ist es die wiedergefundene Freundschaft der beiden Frauen, die politische Gräben überbrückt.
Ayse Kulin, geboren 1941 in Istanbul als Tochter eines Bosniers und einer Tscherkessin. Kulin wuchs in Ankara auf, verbrachte die Sommermonate aber bei der Familie ihrer Mutter in Istanbul, die noch dem traditionellen osmanischen Kodex verpflichtet war – beide Welten beeinflussten gleichermaßen ihr Schreiben. Sie arbeitete als Redakteurin und Reporterin für diverse türkische Zeitungen und Zeitschriften, als Produzentin für Fernsehen, Werbespots und Kinofilme. Für ihre Erzählung „Fotografien von Sabah“ („Foto Sabah Resimleri“) erhielt sie 1996 den Sait-Faik-Preis für Kurzgeschichten. Einige Male wurde sie als „Autorin des Jahres“ ausgezeichnet, viele ihrer Erzählungen und Romane wurden verfilmt und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Seit 2007 ist sie ehrenamtliche UNICEF-Botschafterin.

Eintritt: E 6/5/4
Veranstalter: Verein Literaturhaus, SATÖB (Türkischer Studentenverein Salzburg)

Ort:

Literaturhaus Salzburg

Termin:

Di, 21.9.2010, 20:00

Cvetka Lipuš
„Belagerung des Glücks“

Buch und SALZ-Präsentation

Einführung und Moderation: Anton Thuswaldner

„Wie brüchig sind die Wirbel des Alltags. Jeder Schritt/kann die Zeit in Spalten brechen, durch die wir/in gefährliche Wasser gleiten. Noch lange pressen wir/jegliche Erinnerung aus uns heraus, damit die Not,/allzu sehr vor Augen, nicht den freundlichen Blick blendet.“ In ihrem Gedichtband „Obleganje srece! Belagerung des Glücks“ (Ü: Klaus Detlev Olof) lotet Cvetka Lipus topographisch Erinnerungen und Körperwahrnehmungen aus, bewegt sich in ihren Gedichten „Von Nirgends nach Nirgendwo“.
In seinem Vorwort zur slowenischen Ausgabe schreibt Tomaz Toporisic: Ihre Sprache „ist durchlässig, mit ihr und durch sie fließen verschiedene Intertexte: dichterische Figuren, alltägliche Slogans, aufgelesene Passagen aus man weiß nicht mehr welchen Büchern.“
„Cvetka Lipus’ Gedichte sind filigrane, lakonische Wortgebilde, rhythmisch austariert und von leiser Tonart. ... ausgehend von einem Ich, das seine Wahrnehmungen und Gefühle in Metaphern hüllt, ... entstehen gleichsam schwebende Momentaufnahmen.“ (Neue Zürcher Zeitung)

Im Anschluss an die Lesung wird die neue Ausgabe der Zeitschrift SALZ präsentiert: Unter dem Titel „HYPOtheken & HYPOthesen“ haben Doris Moser und Fabjan Hafner Texte Kärntner Autorinnen und Autoren versammelt, u.a. von Peter Clar, Lilian Faschinger, Svetka Lipus und Lydia Mischkulnig, die beweisen, dass die Dichter und Dichterinnen ein wertgesichertes Guthaben sind, sie könnten langfristige Anlagen sein im Land der Seen und Flüsse, Berge und Bühnen, Stadien und Banken.

Cvetka Lipus, geboren in Bad Eisenkappel/Zelezna Kapla, studierte in Klagenfurt Vergleichende Literaturwissenschaft und Slawistik, ab 1995 lebte und arbeitete sie in den Vereinigten Staaten, wo sie an der Universität Pittsburgh das Studium der Bibliotheks- und Informationswissenschaften absolvierte; seit 2009 lebt sie in Salzburg. Bisher veröffentlichte sie sieben Gedichtbände, in dt. Übersetzung von Klaus Detlev Olof erschien zuletzt „Belagerung des Glücks“ (Drava Verlag, 2010).

Eintritt: E 6/5/4
Veranstalter: Salzburger Literaturforum Leselampe

Ort:

Literaturhaus Salzburg

Termin:

Mi, 22.9.2010, 20:00

Julian Schutting & Salzburger Autor/inn/en
„Wenn Schreibende reisen tun oder wandern, dann haben sie was zu schreiben“

Lesungen

Mit Julian Schutting besucht einer der bedeutendsten Dichter des Landes das Café Wernbacher. Von der Literaturkritik wird Julian Schutting regelmäßig für seinen „überlegten und kunstvollen Umgang mit der Sprache“ gepriesen und als „begnadeter Stilist“ gefeiert, dessen Meisterschaft sich vor allem in der „peniblen Beschreibung kleiner Dinge“ und der „Ästhetik des Alltäglichen“ zeige.

An diesem Abend geht es um das Thema, mit dem sich Julian Schutting in seinen bezaubernden Miniaturen „Auf der Wanderschaft“ (2009) auseinandersetzte, das Wandern und Reisen.

Besonderheit des Abends: Der geschätzte Dichter aus Wien hat sich unter anonymen Zusendungen drei SalzburgerInnen ausgesucht, die mit ihm den Abend bestreiten werden und die sich auf den Kontakt mit dem Poeten freuen.

Gerald Endstrasser und Wolfgang Pointner unterlegen den Abend mit feinen jazzigen Tunes.

Julian Schutting lebt als freier Schriftsteller in Wien, Publikationen seit den frühen 70er Jahren, v.a. im Residenz Verlag. Inzwischen sind an die 50 Buchpublikationen erfolgt und mit allen wichtigen Preisen des Landes bedacht worden. Zuletzt erschienen „Zu jeder Tageszeit“, ein Hohelied auf die platonische Liebe, „An den Mond“ und „Auf der Wanderschaft“.

Eintritt: E 5
Veranstalter: Salzburger Autorengruppe

Ort:

Café Wernbacher, Franz-Josef-Straße

Termin:

Sa, 25.9.2010, 19:30

Ludwig Laher
„Einleben“

zeitenWENDEzeit

Ginge es nach der Statistik, dann dürfte Steffi eigentlich gar nicht existieren, denn dann hätte ein Arzt im Rahmen einer Schwangerschaftsuntersuchung nach der Diagnose Johanna eine Abtreibung wahrscheinlich nahe gelegt. Doch Steffi, so scheint es, hat diese Logik erfolgreich hintertrieben und ist da, samt ihrem atypischen Chromosom.
Ludwig Laher ist ein unsentimentaler Chronist von genau recherchierten Lebensgeschichten, in seinem neuen Roman „Einleben“ erzählt er vom immer wieder überraschenden Alltag einer Mutter und deren Tochter, bei der das Down-Syndrom diagnostiziert wurde. Aus eindringlichen Momentaufnahmen, tastenden Reflexionen und unerwarteten Bezügen formt er einen vielschichtigen Roman.
„,Einleben’ ist eine Geschichte über einen vollkommenen Perspektivenwechsel, ein Buch, das einen Blick wirft in die Welt eines Kindes, in dem sich die Entwicklungen langsamer und mit weniger Worten, aber darum nicht weniger einprägsam vollziehen. Ludwig Lahers Erzählstimme macht daraus Literatur.“ (J. Kospach, Die Presse)

Ludwig Laher, geboren 1955 in Linz, studierte Germanistik, Anglistik und Klassische Philologie in Salzburg, dissertierte mit einer Arbeit über die Gegenwartsliteratur Grenadas, seit 1998 freier Schriftsteller und Übersetzer, lebt im oberösterreichischen St. Pantaleon, veröffentlicht Prosa, Lyrik, Essays, Hörspiele, Drehbücher, Übersetzungen; er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. Robert-Musil-Stipendium 2005. Zuletzt erschien „Einleben“ (Haymon Verlag, 2009).

Eintritt: frei
Veranstalter: Bibliothek Elixhausen, Salzburger Literaturforum Leselampe

Ort:

Bibliothek Elixhausen, Mattseer Landstraße 12

Termin:

Mo, 27.9.2010, 20:00

Drago Jancar
„Der Baum ohne Namen“

Lesung & Gespräch (slowenisch / deutsch)

Ein Verwirrspiel von Liebe, Krieg und unerfüllter Sehnsucht stellt der neue Roman von Drago Jancar dar, eine gekonnte Vermischung von Geschichte, Gegenwart und Mythos, von Realem und Fantastischem, von individuellen und kollektiven Schicksalen.

Der Archivar Janez Lipnik wird in den Bann der Memoiren eines nach Australien emigrierten Erotomanen gezogen. Er beginnt, sich mit dessen Bekenntnissen zu befassen, und gerät in den Sog einer Geschichte, die im besetzten Jugoslawien 1940 ihren Ausgang nimmt: Ein verirrter Flüchtling findet Schutz im Haus einer Lehrerin und wird dort Zeuge eines Gewaltaktes ihres Freundes, des Offiziers Aleksij, des späteren Verfassers der Memoiren. Mehr und mehr wird der Archivar Lipnik selbst Teil der Geschichte, während sein eigenes reales Leben zunehmend auseinander-bricht.

„Damit, wie sich Jancars Erzählungen einlassen auf Gesellschaft und Geschichte, sind sie eine Verteidigung des Individuums mit allen Mitteln großer Erzählkunst“ (Die Presse)

„Drago Jancar (...) ist ein Erzähler und Essayist von europäischem Rang“ (Karl-Markus Gauß, Süddeutsche Zeitung)

Drago Jancar, geboren 1948 in Maribor, zählt zu den wichtigsten Autoren Sloweniens. Er studierte Jura und hat sich mit seiner publizistischen Tätigkeit gegen die ehemalige jugoslawische Regierung gestellt. Heute lebt er in Ljubljana als Autor und Publizist. Seine Romane, Essays und Stücke sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Auf Deutsch u.a.: „Rauschen im Kopf“ (1999); „Kurzer Bericht über eine lange belagerte Stadt – Gerechtigkeit für Sarajewo“ (1996); „Die Erscheinung von Rovenska“ (2001); „Luzias Augen“ (2005) und „Katharina, der Pfau und der Jesuit“ (2007); Jancar erhielt zahlreiche Preise, u.a. den Europäischen Preis für Kurzprosa und den Jean-Améry-Preis für Essayistik.

Eintritt: E 6/5/4
Veranstalter: prolit

Ort:

Literaturhaus Salzburg

Termin:

Di, 28.9.2010, 20:00

Karl-Markus Gauß
„Reisen.Schreiben“

Vernissage & Autorenlesung

Dem österreichischen Schriftsteller Karl-Markus Gauß widmet das Salzburger Literaturhaus nicht nur seine Herbst-Ausstellung, bei der Vernissage werden gleich zwei Neuerscheinungen vorgestellt:

„Im Wald der Metropolen“ ist der jüngste Band des in Salzburg lebenden Autors – und ebenfalls 2010 haben Daniela Strigl und Herbert Ohrlinger das Buch „Grenzgänge. Der Schriftsteller Karl-Markus Gauß“ herausgegeben. Der Autor wird lesen, Herbert Ohrlinger spricht mit ihm.

In seinem neuen Buch „Im Wald der Metropolen“ erprobt sich Gauß in verschiedenen Genres und erfindet dabei ein neues: „Das Gesicht der Welt“ ist eine große Erzählung über eine Reise, die von Burgund nach Transsilvanien, von der Kleinstadt in Thüringen auf die Insel in Griechenland führt, eine Reportage in dreizehn Stationen, die von den Straßen von Bukarest berichtet, im Niemandsland an der Grenze zwischen Slowenien und Kroatien haltmacht, den Geräuschen von Istanbul und der Stille auf einem Militärfriedhof in Italien nachspürt; es ist eine Kulturgeschichte Europas, wie wir sie, so reich an Zusammenhängen und ungeahnten Verwandtschaften, bisher noch nicht gekannt haben.

Karl-Markus Gauß, geboren am 14. Mai 1954 in Salzburg, wo er als Schriftsteller, Essayist und Herausgeber der Literaturzeitschrift „Literatur und Kritik“ lebt. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den „Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik“ (1994), den „Manès-Sperber-Preis“ (2005), den „Mitteleuropa-Preis“ (2007) und den „Donauland-Sachbuchpreis“ (2009). Viele Bücher, zuletzt: „Zu früh, zu spät“ (2007), „Die fröhlichen Untergeher von Roana – Unterwegs zu den Assyrern, Zimbern und Karaimen“ (2009).

Eintritt: frei
Veranstalter: Verein Literaturhaus

Ort:

Literaturhaus Salzburg

Termin:

Do, 30.9.2010, 19:30

Schreibwerkstatt Leben in Zeiten des Friedens

In Zusammenarbeit mit dem Salzburger Friedensbüro plant der Verein Literaturhaus eine Schreibwerkstatt für SchülerInnen der 11.-13. Schulstufe.
Dabei sollen in drei Einheiten und verschiedenen Gestaltungsformen persönliche Erfahrungen und Gedanken zu Frieden und Nicht-Frieden zur Sprache kommen: Wie lässt sich das Wort mit Inhalten füllen? Und wie können Erfahrungen von Gewalt in ihren vielfältigen Formen mitteilbar gemacht werden? Welche Visionen von Frieden sind denkbar, wie sind sie gestaltbar?

Geplant ist, dass einige der in der Schreibwerkstatt entstandenen Texte in einem „Lesebuch des Friedensbüros“ (Texte und Fotos) aufgenommen werden, das zum 25-jährigen Bestehen des Friedensbüros 2011 herausgegeben und am Dienstag, dem 12. April 2011, um 10 und 20 Uhr, im Literaturhaus präsentiert wird.
Jede/r SchülerIn, die/der an der Werkstatt teilnimmt, erhält zwei Exemplare des Buchs.

Themen und Arbeitsschwerpunkte des Friedensbüros:
● Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention (in Schule, außerschulischer
Jugendarbeit, Erwachsenenbildung)
● Krieg, Migration, Flucht
● Antikriegs-Bewegung
● Erinnerungskultur
● Kommunale Friedensarbeit (Gewalt im öffentlichen Raum, interkulturelle Konflikte,
Jugendkulturen)

Zielgruppe: SchülerInnen der 11.– 13.Schulstufe
TeilnehmerInnen: 12 – 15
Teilnahme: kostenlos; bei Anmeldung bitten wir jedoch um kontinuierliches Mitmachen
Anmeldung und weitere Informationen: Peter Fuschelberger
0699 17 422 411; fuschelberger@literaturhaus-salzburg.at

Termine für die Schreibwerkstätten sind:
Montag, 27. September 2010, 8:30 bis 12:30 Uhr, Literaturhaus Salzburg
Mittwoch, 29. September 2010, 15 bis 18:30 Uhr, Literaturhaus Salzburg
Dienstag, 5. Oktober 2010, 8:30 bis 12:30 Uhr, Literaturhaus Salzburg

Termin der Buchpräsentation:
Dienstag, dem 12. April 2011 um 10 und 20 Uhr im Literaturhaus

Leiterin der Schreibwerkstatt:
Petra Nagenkögel, Schriftstellerin und Literaturvermittlerin

Termine:

Mo, 27.9.2010, 08:30 - 12:30
Mi, 29.9.2010, 15:00 - 18:30
Di, 5.10.2010, 08:30 - 12:30

Semier Insayif
„Poetische Entgrenzungen“

Schreibwerkstatt - Poesieworkshop

Grenzziehungen und Entgrenzungen sind in der Welt der Poesie immer ein zentrales Moment. Formale wie inhaltliche Verschränkungen bedeuten strenge Erfüllung genauer poetischer Forderungen und deren bewusste Durchbrechung und Erweiterung. Kein literarisches Phänomen ist bis ins kleinste Detail so formbewusst und daher mit dem Thema „Ent/Grenzungen“ ursächlich und konstitutiv verbunden, wie es das Gedicht ist. Es gibt viele Möglichkeiten, sich im poetischen Akt des Schreibens aller Fesseln zu entledigen. Von Liebesgedichten, mystischen, humorvollen, provokanten Gedichten bis zu Dialekt- und Lautgedichten und wieder zurück. Es wird besonders dann produktiv, wenn zuerst Grenzen aufgespürt werden, um sie anschließend bewusst und lustvoll zu verändern oder zu erweitern.
In diesen Tagen soll also Zeit sein, um am Ton der eigenen Poesie zu arbeiten und gemeinsam mit Offenheit, Freude und Lust über Inspiration, Produktion und die entstandenen Werke zu sprechen und zu reflektieren. Das Lesen und Rezitieren der eigenen Gedichte soll dabei ebenso Platz haben wie die Kunst der lautlichen Performance, um gemeinsam die Begeisterung und Freude an der Poesie teilen zu können, der eigenen Kreativität Raum zu geben, den entstandenen Gedichten und Texten auf respektvolle Art näherzurücken, ohne auf ernsthafte und produktive Kritik verzichten zu müssen.

Leitung: Semier Insayif, geb. 1965, lebt in Wien als freier Schriftsteller. Konzeption, Organisation und Moderation zahlreicher literarischer Veranstaltungen, Leitung von Schreibwerkstätten, Lesungen und Sprachperformances im In- und Ausland, Gestalter kunstübergreifender Projekte, zahlreiche Kunst- und Literaturpublikationen. Zuletzt erschienen „Unter Schall“ (Offizin S., 2007) und der Roman „Faruq“ (Haymon, 2009). www.semierinsayif.com

Kosten: Euro 80,-
Anmeldung unbedingt erforderlich an: Literaturforum Leselampe, Strubergasse 23, Telefon 42 27 81, FAX - 27 , e-mail: leselampe@literaturhaus-salzburg.at

Veranstalter: Salzburger Literaturforum Leselampe

Ort:

Bibliothek des Literaturhauses

Termine:

Fr, 1.10.2010, 17:00 - 19:30
Sa, 2.10.2010, 10:00 - 18:00
So, 3.10.2010, 10:00 - 13:00

Ilse Gottschall
„Lachen in Dur und Moll“

Lesewerkstatt - Literatur

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ – eine weit verbreitete Redensart. Worüber lachen wir in der Literatur?
Über Kontraste und Konflikte, wie in der Komödie, die scheinbare Werte entlarvt und menschliche Schwächen bloßlegt. Über eine witzige Pointe, die unsere gespannte Erwartung in eine andere Richtung lenkt, eine unerwartete, komische eben. Über Satirisches, das durch Übertreibung und mitunter beißenden Spott Zustände anprangert und der Lächerlichkeit preisgibt.

Lachen schafft Distanz. Wenn man über Irrtümer oder missliche Situationen scherzen kann, erleichtert das. Es hilft auch beim Nachdenken über neue Wege, hilft über Enttäuschendes hinwegzukommen, tötet die Macht der Vergangenheit.

Nicht zuletzt amüsiert uns das geistreiche Spiel mit Worten, mit deren Doppeldeutigkeit oder Klangähnlichkeit, woraus sich witzige Effekte ergeben können. Auch abseitige Assoziationen und freche Kombinationen im Sprachlichen, wie sie etwa H.C. Artmann, Ernst Jandl und Karl Valentin einfielen, reizen zum Lachen. Dasselbe gilt für Dialektgedichte und ihren Kontrast zwischen scheinbar schlichter Sprache und verqueren Gedanken. Guter Humor ist oft hintergründig.

Anhand unterschiedlichster Texte, vom Dialektgedicht über das Dramolett bis zum Roman, besteht die Möglichkeit, sich an fünf Abenden in der Literaturwerkstatt mit Ilse Gottschall lachend mit
launigen Autor/inn/en auseinanderzusetzen. Von Amanshauser und Brandstetter über Fian und Genazino reicht das Angebot, bis zu Berger, Hotschnig, Vertlib und manch anderen.

Ilse Gottschall, zuletzt Lehrtätigkeit, seit 1977 Wahl-Salzburgerin und langjährige Leiterin der Lesewerkstatt-Literatur.

Anmeldung (schriftlich oder telefonisch): Literaturforum Leselampe, Strubergasse 23, Telefon 42 27 81, FAX - 27 , e-mail: leselampe@literaturhaus-salzburg.at
Weitere Termine: Montag, 18. Oktober, 8., 22. und 29. November, jeweils 18.30 Uhr
Kosten für alle 5 Abende (inkl. Unterlagen): € 45,-
Veranstalter: Salzburger Literaturforum Leselampe

Ort:

Bibliothek des Literaturhauses

Termin:

So, 3.10.2010, 18:30

Verein Literaturhaus
Literaturhaus Salzburg

Strubergasse 23 / H.C. Artmann-Platz
A-5020 Salzburg

Telefon: +43 662 / 422 411
Fax: +43 662 / 422 411-13
E-Mail: info@literaturhaus-salzburg.at

Anreise

BUS
vom Zentrum Salzburg mit den Linien 7 und 8, Haltestelle „Strubergasse“ und der Linie 24, Haltestelle „Wallnergasse“, vom Bahnhof mit der Linie 2, Haltestelle „Gaswerkgasse“.

PKW
(von allen Richtungen)
Autobahnausfahrt "Salzburg Mitte", Richtung Zentrum
Sie fahren ca. 2,8 km auf der Hauptstraße. Diese heißt zuerst "Münchner Bundesstraße", dann "Ignaz-Harrer-Straße".
letzten Ampel vor der Salzach – rechts abbiegen (Rechtsabbiegespur) in die "Gaswerkgasse" (Markante Punkte vorher: Blumengeschäft, Schlecker, Korianisches Lokal namens Hibiskus).
Nach 200-300 m nächste Ampel – rechts abbiegen in die "Strubergasse".
Nach ca. 100 m (unmittelbar nach der medizinischen Privatuniversität), befindet sich auf der linken Seite das LITERATURHAUS SALZBURG. Das Literaturhaus ist etwas von der Straße zurückversetzt, ein 400 Jahre altes rostrotes Gebäude, davor Grünfläche mit Bäumen und Parkplätze

ZUG
vom Hauptbahnhof mit Taxi ca. 10 Minuten

FLUGZEUG
vom Salzburg Airport mit Taxi ca. 15 Minuten, vom Flughafen München mit Bahn-Direktverbindung in ca. 2 Stunden oder Busshuttel