Oper Stuttgart

Spielzeit 2017/2018

Hänsel und Gretel

von Engelbert Humperdinck

Altersempfehlung

»Herrgott, wirf Geld herab! Nichts hab ich zu leben, kein Krümchen, den Würmern zu essen zu geben« – der verzweifelte Ausruf von Hänsels und Gretels Mutter bringt die Situation der Familie auf den Punkt. Der Hunger zehrt an allen, die Kinder müssen arbeiten und dürfen nicht spielen, der Vater betäubt seine Situation mit Alkohol. Kein Wunder, dass die Kinder, in die Wildnis geschickt und unter Ängsten dort eingeschlafen, eine Gegenwelt vor sich sehen – ein komplett essbares Haus, scheinbar für sie allein. Aber dieses Haus ist nicht zum Verzehr für sie gedacht, im Gegenteil: Hier sollen die Kinder selbst verspeist werden.

Engelbert Humperdinck und Adelheid Wette schufen in den frühen 1890er Jahren nicht nur die berühmteste aller Märchenopern, sondern auch eine präzise Darstellung sozialer Not. So arm, dass es an Essen fehlt? Solche Armut kennen wir seit Jahrzehnten nicht mehr, wir haben sie in andere Länder »ausgelagert«. Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov sucht sie dort, wo wir sie vermuten und wohin unser Schuldgefühl sie projiziert: in Afrika. »Wenn die Not aufs Höchste steigt, Gott der Herr die Hand uns reicht« verspricht das Libretto von Adelheid Wette. Aber wie können wir verhindern, dass das Lebkuchenhaus zum Schlachthaus wird? Und wen müssen wir dafür in den Ofen schieben?

Musikalische Leitung: Georg Fritzsch
Regie, Bühne und Kostüme: Kirill Serebrennikov
Video: Ilya Shagalov
Licht: Reinhard Traub
Kinderchor: Christoph Heil
Dramaturgie: Ann-Christine Mecke

in deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termine:

Sa, 2.12.2017, 19:00 |
Mi, 13.12.2017, 19:00 |
Sa, 16.12.2017, 19:00 |
Di, 26.12.2017, 14:00 |
Di, 26.12.2017, 18:00 |
So, 7.1.2018, 14:00 |

Benjamin

von Gion Antoni Derungs

Oper für alle ab 14 Jahren

Text von Giovanni Netzer in rätoromanischer, lateinischer, italienischer und deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Benjamin, der Jüngste in Jakobs Sippe, ist stummer Beobachter eines Familiendramas. Der Verlust seiner Mutter führt zu brutalen Brüderkämpfen, Isolation und anschließendem Aufstieg eines Familienmitglieds in der Fremde. Neid, Lust, Überlebenskampf, Trauer und Ortlosigkeit bewegen die Figuren in ihrer Auseinandersetzung mit Gott und der Gemeinschaft. Die Josef-Erzählung berichtet sowohl im Alten Testament als auch im Koran von einer historischen Begegnung umherziehender Nomadenstämme mit der hochentwickelten Kultur Ägyptens. In Konzentration auf die menschliche Stimme lässt Gion Antoni Derungs spirituelle Intimität und theatrale Energie entstehen.

Musikalische Leitung: Jan Croonenbroeck
Regie: Neco Çelik
Bühne: Stephan von Wedel
Kostüm: Valentin Köhler
Chor: Benjamin Hartmann
Dramaturgie: Johanna Danhauser

Ort:

Kammertheater

Termin:

So, 19.11.2017, 17:00 |

Sitzkissenkonzert: Das kleine Ich-bin-Ich

Musikalisches Erzähltheater von Elisabeth Naske
für Kinder von 2 bis 5 Jahren

Text von Mira Lobe, Buchidee und Zeichnung von Susi Weigel
Szenische Realisation: Elena Tzavara

Voller Freude über das Leben spaziert ein kleines buntes Tier über eine Blumenwiese. Plötzlich wird sein Frieden von einem vorbeihüpfenden Laubfrosch gestört. „Wer bist denn du?“, fragt es den verdutzt dreinblickenden Frosch, der mit der Antwort überfordert ist. Enttäuscht macht sich das namenlose Wesen auf den Weg, in der Hoffnung, dass ihm jemand sagen kann, wer es ist. Es trifft auf verschiedene Tiere, denen es in bestimmten Merkmalen ähnelt. Hat es doch wehende Haare wie ein Pferd, die kurzen „Stampfer-Beine“ der Nilpferde und lange Ohren wie ein Dackel. Trotzdem bestreiten alle Befragten, dass es so sei wie sie. Mitleidig muss selbst das Nilpferd gestehen, dass es nicht weiß, wie das kleine Wesen heißt. So fühlt sich das bunte Tier traurig als „kleiner Irgendeiner“. Aber auf einmal sieht es die Antwort vor Augen, die so nahe liegend scheint und dem bunten Tier die Freude am Leben und an der Vielfältigkeit der Natur zurückbringt...

Ort:

Opernhaus

Termine:

Sa, 25.11.2017, 14:00 |
Sa, 25.11.2017, 15:30 |
Mo, 27.11.2017, 09:30 |
Mo, 27.11.2017, 11:00 |
Sa, 2.12.2017, 14:00 |
Sa, 2.12.2017, 15:30 |

Figaros Hochzeit

Wolfgang Amadeus Mozart

Am Hochzeitsmorgen von Figaro und Susanna eröffnet Susanna ihrem Bräutigam, dass ihr Dienstherr, Graf Almaviva, Figaros Beförderung sowie die großzügige Mitgift an eine Bedingung geknüpft hat: Susanna soll sich ihm noch vor der Hochzeitsnacht hingeben. Da Figaro um seine Stellung fürchten muss, wagt er keinen direkten Protest. Doch es sind weniger seine Intrigen als die klugen Listen Susannas und der Gräfin, die am Ende eines »tollen Tages« den Grafen zum Aufgeben bewegen.

Mozart selbst suchte sich 1786 Beaumarchais’ verbotenes Theaterstück Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit aus und verwandelte es in eine ebenso geistreiche wie bewegende Opernkomödie.

Musikalische Leitung: Uwe Sandner
Regie, Bühne und Kostüme: Nigel Lowery
Licht: Pat Collins
Chor: Christoph Heil
Dramaturgie: Juliane Votteler

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termine:

Fr, 24.11.2017, 19:00 |
Fr, 1.12.2017, 19:00 |

Don Giovanni

Von Wolfgang Amadeus Mozart

Don Giovanni – Inbegriff des unwiderstehlichen Verführers, der unbeschwert von einer Eroberung zur nächsten eilt. Treibende Kraft des Geschehens in der heiter-ironischen Inszenierung von Andrea Moses sind jedoch die auf ihn fixierten Frauen. Von ihnen wird Don Giovanni nicht wirklich geliebt, vielmehr ist er Spiegel- und Projektionsfläche ihrer Bedürfnisse: die in strenger väterlicher Obhut erzogene Donna Anna sucht in ihm das Abenteuer, die allen Bindungen entflohene Donna Elvira emotionale Stabilität, das Unterschichtenmädchen Zerlina den sozialen Aufstieg. sie machen es dem Verführer leicht, entwickeln sich jedoch zu wahren Rache-Engeln, als sie ihn nicht halten können.

Musikalische Leitung: Willem Wentzel
Regie: Andrea Moses
Bühne und Kostüme: Christian Wiehle
Choreografie: Jacqueline Davenport
Licht: Reinhard Traub
Chor: Christoph Heil
Dramaturgie: Hans-Georg Wegner, Moritz Lobeck

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termin:

Fr, 19.1.2018, 19:00 |

Madame Butterfly

von Giacomo Puccini

Cio-Cio-San, genannt Butterfly, geht die Ehe mit dem amerikanischen Marineleutnant Pinkerton ein. Während er in dieser Verbindung hauptsächlich sein eigenes Vergnügen sucht, nimmt Butterfly dafür Isolation und den radikalen Bruch mit der eigenen Vergangenheit in Kauf. Pinkerton lässt sie schwanger und im Glauben an eine gemeinsame Zukunft in Japan zurück. Nach drei Jahren kehrt er wieder – um das Kind zu sich und seiner neuen amerikanischen Ehefrau zu nehmen. Cio-Cio-San wählt den Tod.

Puccinis 1904 uraufgeführte »japanische Tragödie«, deren musikalische Exotik sich als Kehrseite des Kolonialismus offenbart, seziert Lebensentwürfe und Illusionen vor dem Hintergrund der Fremdheit, mit der sich Kulturen begegnen.

Musikalische Leitung: Roberto Rizzi Brignoli
Regie: Monique Wagemakers
Bühne: Karl Kneidl
Kostüme: Silke Willrett
Licht: Reinhard Traub
Chor: Christoph Heil
Dramaturgie: Prof. Klaus Zehelein

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termine:

So, 19.11.2017, 19:00 |
Sa, 25.11.2017, 19:00 |

Oper Stuttgart

Oberer Schloßgarten 3 (Staatsoper Stuttgart)
D 70173 Stuttgart

Telefon: +49 (0)7 11-20 32-0
Fax: +49 (0)7 11-20 32-3 89