zur Startseite

Berliner Philharmonie

Berliner Philharmonie

Die Philharmonie ist seit mehr als 50 Jahren das musikalische Herz Berlins. Bei der Eröffnung 1963 noch an der Peripherie West-Berlins gelegen, wurde sie nach der Wiedervereinigung Teil der neuen urbanen Mitte. Ihre ungewöhnliche, zeltartige Form und ihre weithin leuchtende, gelbe Farbe macht sie zu einem der Wahrzeichen der Stadt. An ihrer ungewöhnlichen Architektur und der neuartigen Konzeption des Konzertsaals entzündeten sich anfangs Kontroversen, mittlerweile dient sie als Vorbild für Konzerthäuser in der ganzen Welt. »Ein Mensch im Angesicht eines andern, gereicht in Kreise, in mächtig schwingendem Bogen um strebende Kristall-Pyramide.« Bereits 1920 notierte der Architekt Hans Scharoun jene Worte als Vision für den idealen Theaterraum. Aus dieser Idee entwickelte er 35 Jahre später den Großen Saal der Philharmonie, in der das Podium mit den Musikern den Mittelpunkt bildet.

Musik und Mensch im Mittelpunkt

Seit dem Eröffnungskonzert unter Leitung von Herbert von Karajan haben die Berliner Philharmoniker zusammen mit großartigen Dirigenten und Solisten ihrem Publikum viele grandiose Konzerte beschert. Im Oktober 2013 feierten das Orchester und sein Chefdirigent Sir Simon Rattle den 50. Geburtstag ihres Hauses mit drei ganz unterschiedlichen Konzertereignissen, die die besonderen akustischen Möglichkeiten der Philharmonie eindrucksvoll zur Geltung brachten: die doppelchörige Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach in der Inszenierung von Peter Sellars, das Festkonzert am 20. Oktober, das unter dem Motto »Raumklang« stand, und Arnold Schönbergs Gurre-Lieder.

Unsere Philharmonie-Sonderseite will Sie einladen, in die Geschichte, Architektur und Akustik dieses faszinierenden Hauses einzutauchen: mit Textbeiträgen aus verschiedenen Publikationen, mit einer kleinen Bildergalerie, die den Bau der Philharmonie von der Urskizze bis zur Fertigstellung dokumentiert, mit einem Video und unserer Geschichtssektion, in der Sie nicht nur viel Wissenswertes über das philharmonische Leben seid Erbauung des Konzertsaals finden, sondern einen gesamten Überblick über die Orchestergeschichte von der Gründung des »Philharmonischen Orchesters« bis heute.

Kontakt

Berliner Philharmonie

Herbert-von-Karajan-Str. 1
D-10785 Berlin

Telefon: +49 (0)30.254 88-0

 

Ticket-Hotline.: +49 (0)30.254 88-999

Anfahrtsmöglichkeiten

mit der U-Bahn:
Linie U2 - Bahnhöfe Potsdamer Platz oder Mendelssohn-Bartholdy-Park

mit der S-Bahn:
Linien S1, S2, S25 Potsdamer Platz

mit dem Bus direkt bis zur Philharmonie:
Linien 148 (Philharmonie), 200 (Philharmonie), 248 (Kemperplatz)
weitere Buslinien: 129 und 341 (Potsdamer Brücke), 348 (Kulturforum)

mit dem Auto: Auf dem Gelände der Philharmonie stehen begrenzt Parkplätze zur Verfügung.

Kammermusik

Kammermusik der Romantik mit dem Varian Fry Quartett

Varian Fry Quartett:
Philipp Bohnen, Violine
Marlene Ito, Violine
Martin von der Nahmer, Viola
Rachel Helleur-Simcock, Violoncello
Bruno Delepelaire, Violoncello


Felix Mendelssohn Bartholdy: Streichquartett Es-Dur op. 44 Nr. 3
Franz Schubert: Streichquintett C-Dur D 956

Das Varian Fry Quartett ist nach dem amerikanischen Journalisten und Freiheitskämpfer Varian Fry benannt, der im Zweiten Weltkrieg in Frankreich vielen Menschen die Flucht vor den Nationalsozialisten ermöglichte. Es wurde in der Spielzeit 2012/2013 von Philipp Bohnen und Marlene Ito (Violine), Martin von der Nahmer (Viola) sowie Rachel Helleur-Simcock (Violoncello) gegründet. Der Grundstein für diese junge Formation wurde allerdings bereits in der Spielzeit 2007/2008 gelegt: Damals fanden drei der vier Musiker noch als Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker zum Quartettspiel zusammen.

Mit Felix Mendelssohn Bartholdys Streichquartett Es-Dur op. 44 Nr. 3 widmet sich das Varian Fry Quartett einem überaus melodischen Werk, das dem Komponisten selbst »einige 100mal besser […] als die beiden andern« Werke seines Opus 44 gefiel. In ihm folgt auf einen dicht gearbeiteten Sonatenkopfsatz ein luftig-vorbeihuschendes »Elfen-Scherzo«, ein überaus poetisches Adagio sowie ein »feuriges« Finale, das mit seinen zahlreichen Anspielungen auf die anderen Sätze des Quartetts für einen krönenden Abschluss sorgt.

Anschließend steht mit dem Streichquintett C-Dur D 956 Franz Schuberts letztes und wohl bedeutendstes Kammermusikwerk auf dem Programm. Auffällig ist die Besetzung mit einem zweiten Violoncello, das – von der Bassfunktion befreit – in schönster Tenorlage melodisch zur Geltung kommt. Unterstützt wird das Varian Fry Quartett hierbei von Bruno Delepelaire, der ebenfalls Stipendiat der Karajan-Akademie war, bevor er 2013 1. Solocellist der Berliner Philharmoniker wurde.
Konzert

Orgelmatinee: Ken Cowan und Noah Bendix-Balgley

Orgel & Violine

Ken Cowan, Orgel
Noah Bendix-Balgley, Violine


Franz Liszt: Rákóczi-Marsch (Bearbeitung für Orgel von George Baker nach der Klavierfassung von Vladimir Horowitz)
Johann Sebastian Bach: Sonate c-Moll BWV 1017 (Bearbeitung für Violine und Orgel von Ken Cowan)
Franz Liszt: Mephisto-Walzer (Bearbeitung für Orgel von Ken Cowan)
Sergej Rachmaninow: Vocalise op. 34 Nr. 14 (Bearbeitung für Violine und Orgel von Ken Cowan)
Marcel Dupré: Präludium und Fuge C-Dur op. 36 Nr. 3
Sigfrid Karg-Elert: Pastorale für Violine und Orgel op. 48b Nr. 2
Camille Saint-Saëns: Danse macabre op. 40 (Bearbeitung für Orgel von Ken Cowan)
Maurice Ravel: Tzigane (Bearbeitung für Violine und Orgel von Ken Cowan)

Diesen Namen muss man sich merken: Ken Cowan. Wo immer der kanadische Organist auftritt, verleitet er sein Publikum zu Beifallsstürmen. Technische Schwierigkeiten scheinen für den 44-Jährigen einfach nicht zu existieren, wenn er mit atemberaubender Virtuosität etwa Franz Liszts Mephisto-Walzer über die Tasten wuchtet. Doch Ken Cowans Musikertum erschöpft sich nicht in Tastenakrobatik. Er ist ein sensibler und ernsthafter Künstler, der sein Publikum auch mit ruhigen Werken zu überzeugen vermag. Gelernt hat Ken Cowan sein Handwerk an zwei der renommiertesten Musikhochschulen der Vereinigten Staaten: dem Curtis Institute of Music in Philadelphia und dem Yale Institute of Sacred Music in New Haven. Ihm zur Seite steht in der heutigen Orgelmatinee Noah Bendix-Balgley, seit vier Jahren Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker.

Die Orgel und die Violine haben auf den ersten Blick zwar nicht viel gemeinsam, doch beide Instrumente sind in besonderer Weise in der Lage, Musik gewissermaßen singend zum Klingen zu bringen. Das zeigen Ken Cowan und Noah Bendix-Balgley etwa in Sergej Rachmaninows berühmter Vocalise oder in Sigfrid Karg-Elerts inniger Pastorale.

Selbstverständlich präsentiert sich der Gast aus Nordamerika mit Kompositionen von Franz Liszt, Marcel Dupré und Camille Saint-Saëns auch als Solokünstler. Am Ende erklingt Maurice Ravels berühmte und ob ihrer technischen Schwierigkeiten berüchtigte Rhapsodie Tzigane in einer Bearbeitung für Violine und Orgel. Man höre und staune.
Konzert

Zubin Mehta dirigiert "Otello"

Berliner Philharmoniker
Zubin Mehta, Dirigent
Arsen Soghomonyan, Tenor (Otello)
Sonya Yoncheva, Sopran (Desdemona)
Luca Salsi, Bariton (Jago)
Anna Malavasi, Mezzosopran (Emilia)
Francesco Demuro, Tenor (Cassio)
Gregory Bonfatti, Tenor (Roderigo)
Giovanni Furlanetto, Bass (Montano)
Federico Sacchi, Bass (Lodovico)
Mathias Tönges, Bass (Ein Herold)
Rundfunkchor Berlin
Gijs Leenaars, Chor-Einstudierung
Kinderchor der Deutschen Oper Berlin
Christian Lindhorst, Chor-Einstudierung


Giuseppe Verdi: Otello

Mit einem musikalischen Paukenschlag sondergleichen hebt Giuseppe Verdis 1887 an der Mailänder Scala uraufgeführte Shakespeare-Oper Otello an: Wenn sich der Vorhang hebt, wütet ein mit raffiniertesten instrumentatorischen und vokalen Mitteln geschilderter Sturm vor der Küste Zyperns – und lässt bereits erahnen, welch tödliche Leidenschaften im Verlauf des Dramas entfacht werden. 16 Jahre waren seit der Uraufführung der zur Eröffnung des Suezkanals komponierten Aida vergangen, als sich Verdi mit Otello erstmals wieder als Opernkomponist zu Wort meldete. Vernichtende Kritiken hatten dazu geführt, dass Verdi – von Überarbeitungen des Simon Boccanegra und des Don Carlos abgesehen – keine weiteren Bühnenwerke mehr komponieren wollte. »Ich würde doch nur wieder zu hören bekommen, ich könne nicht schreiben und sei ein Nachläufer Wagners«, erläuterte der Komponist 1878 in einem Brief: »Schöner Ruhm! Nach fast 40 Jahren Musikerlaufbahn als Nachahmer zu enden.« Erst nachdem der Verleger Giulio Ricordi eine Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller und Komponisten Arrigo Boito vorschlug, zog Verdi ein neues Opernprojekt in Erwägung. Sieben Jahre intensiver Zusammenarbeit sollten zwischen Boitos erster Skizze zu Otello und Verdis Abschluss der kompositorischen Arbeit vergehen.

Ursprüngliche Überlegungen, das gemeinsame Werk nach dem finsteren Bösewicht der Vorlage von Shakespeare »Jago« zu nennen, verwarf Verdi schließlich: »Er ist (das ist wahr) der Dämon, der alles bewegt«, argumentierte der Komponist, »aber Otello ist der, der handelt. – Er liebt, ist eifersüchtig, tötet und tötet sich selbst.« Dass Verdi mit Otello ein neues Kapitel in der Geschichte der italienischen Oper aufschlagen konnte, ist zweifelsohne auch das Verdienst seines Librettisten: Denn mit einem Textbuch, dass sich von den Traditionen der italienischen Librettistik jener Tage lossagte, schuf Boito erst die Möglichkeiten für Verdis musikalisch innovative Umsetzung des shakespeareschen Eifersuchtsdramas.

Wenige Tage nach szenischen Aufführungen bei den Osterfestspielen in Baden-Baden präsentieren die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Zubin Mehta Verdis Spätwerk an zwei Abenden konzertant in der Philharmonie. Dabei steht Dirigenten ein hochkarätiges Sängerensemble zur Verfügung. Die Chorpartie, die vom stürmischen Auftakt der Oper bis hin zu lyrischen Passagen reicht, übernimmt mit dem Rundfunkchor Berlin ein bewährter musikalischer Partner der Berliner Philharmoniker.
Konzert

Das Bundesjugendorchester und Ingo Metzmacher mit der »Alpensinfonie«

Auf Einladung der Berliner Philharmoniker

Bundesjugendorchester
Ingo Metzmacher, Dirigent


Edgard Varèse: Amériques
Richard Strauss: Eine Alpensinfonie op. 64

Das Bundesjungendorchester bietet hochbegabten Instrumentalisten zwischen 14 und 19 Jahren die Möglichkeit, erste Erfahrungen im Orchesterspiel zu sammeln – unter professionellen Bedingungen. 1969 vom Deutschen Musikrat gegründet, kann der Klangkörper in dieser Saison auf eine 50-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Denn oftmals stellen sich hier die beruflichen Weichen für die Zukunft: Nicht allein, dass viele ehemalige »BJOler« wie beispielsweise Sabine Meyer, Christian Tetzlaff oder Tabea Zimmermann heute erfolgreich als Solisten auftreten, zahlreiche Teilnehmer beschließen dank der spannenden und intensiven Proben- und Aufführungsphasen, die Laufbahn eines Orchestermusikers einzuschlagen. Auch ein großer Teil der Berliner Philharmoniker, die 2013 die Patenschaft für die junge Spitzenformation übernommen haben, gehören zu den ehemaligen Mitgliedern des Jugendorchesters.

Nach seinem Auftritt unter der Leitung von Kirill Petrenko gastiert das Bundesjugendorchester anlässlich seines 50. Geburtstags nun zum zweiten Mal in dieser Saison in der Philharmonie – mit Ingo Metzmacher am Pult. In den beiden Werken, die er dirigiert, prallen zwei gegensätzliche Welten aufeinander: Das laute, pulsierende, dynamische Großstadtleben New Yorks, das Edgard Varèse in seinem Orchesterwerk Amériques musikalisch porträtiert, und die ländliche, beschauliche, bayerische Bergwelt, die Richard Strauss in seiner Alpensinfonie beschreibt. Was beide Werke eint: der ungeheuer große Instrumentalapparat (die erste Fassung von Amériques verlangt 140 Musiker) und das Einbinden naturhafter Geräusche wie Nebelhörner und Sirenen bei Varèse sowie Kuhglocken, Windmaschine und Donnerblech bei Strauss.
Konzert

Carte blanche

Karajan-Akademie

Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker
Konzert

Lunchkonzert

Martin Stegner, Viola
Tomoko Takahashi, Klavier


Werke von Johannes Brahms

Eintritt frei.
Kammermusik

Klavierabend mit Seong-Jin Cho

Seong-Jin Cho, Klavier

Der 1994 in Seoul geborene Pianist Seong-Jin Cho ist ein Phänomen: 2011 erspielte er sich gerade 17-jährig den Dritten Preis beim Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb, vier Jahre später gewann er den renommierten Chopin-Wettbewerb in Warschau – als erster Koreaner. Heute gilt er als einer der besten Pianisten seiner Generation. Bei den Berliner Philharmonikern sprang er kurzfristig während einer Asientournee im November 2017 für den erkrankten Lang Lang ein. In seinem Klavierabend präsentiert er Schuberts Wanderer-Fantasie, Modest Mussorgskys Bilder einer Ausstellung sowie den Ersten Band der Images und Auszüge aus den Préludes von Claude Debussy.

Mit Klaviersonaten hat sich Franz Schubert lange schwer getan: Zu übermächtig war das Vorbild Beethovens, der alle Möglichkeiten der Gattung ausgelotet zu haben schienen. Allein zwischen 1815 und 1818 arbeitete Schubert an rund einem Dutzend Klaviersonaten, von denen die meisten Fragmente blieben und nicht veröffentlicht wurden. Erst 1826 war Schubert selbstbewusst genug, um sich mit der Druckausgabe seiner im Vorjahr entstandenen a-Moll-Sonate D 845 dem Vergleich mit Beethoven zu stellen. Dass er als Komponist von zyklisch konzipierten Klavierwerken längst einen eigenen Weg eingeschlagen hatte, wusste man indes schon seit seiner drei Jahre zuvor erschienenen Wanderer-Fantasie D 760. Ihre vier nahtlos ineinander übergehenden, durch Tempo, Tonart und Ausdruckscharakter aber deutlich unterschiedenen Abschnitten greifen vordergründig auf das klassische Modell der viersätzigen Sonate zurück. Durch motivische Vorwegnahmen und Rückblicke, variative Techniken und formale Verschränkungen wird die traditionelle Aufspaltung der Sonate in voneinander weitgehend unabhängige Abschnitte gleichzeitig aufgehoben.

Der 1984 in Seoul geborene Pianist Seong-Jin Cho – u. a. Erster Preisträger beim Internationalen Chopin-Wettbewerb 2015 – begeisterte mit einem fulminanten Debüt bei den Berliner Philharmonikern bereits im November 2017 Publikum und Kritik, als er für den erkrankten Lang Lang einsprang. Nun stellt er im Rahmen der philharmonischen Klavierserie in einem technisch höchst anspruchsvollen Programm Schuberts Wanderer-Fantasie in den Kontext nicht minder singulärer Klavierwerke: den Ersten Band der Images und Auszügen aus den Préludes von Claude Debussy sowie Modest Mussorgskys im wahrsten Wortsinne »fantastische« Bilder einer Ausstellung.

Franz Schubert: Fantasie C-Dur D 760 »Wanderer-Fantasie«
Claude Debussy: Images, Livre I
Claude Debussy: Le Vent dans la plaine aus Préludes, Livre 1
Claude Debussy: La Fille aux cheveux de lin aus Préludes, Livre 1
Claude Debussy: Des Pas sur la neige aus Préludes, Livre 1
Claude Debussy: Ce qu'a vu le vent d'ouest aus Préludes, Livre 1
Modest Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung
Konzert

Bernard Haitink dirigiert Mozart und Bruckner

Berliner Philharmoniker
Bernard Haitink Dirigent
Paul Lewis Klavier


Mit seiner Siebten Symphonie gelang Anton Bruckner nach vielen Misserfolgen endlich ein Triumph. Ob in New York, London oder Amsterdam: Überall wollte man das bis heute populärste Werk des Komponisten mit seinem ergreifenden Adagio-Satz hören. In dieser Aufführung ist mit Bernard Haitink eine der großen Bruckner-Autoritäten zu erleben. In Mozarts introvertierten, melancholischem Klavierkonzert Nr. 26 debütiert darüber hinaus Paul Lewis als Solist bei den Berliner Philharmonikern.

Als Pianist war Paul Lewis ein Spätstarter. Er spielte nämlich erst Violoncello, bevor er im Alter von 12 Jahren regelmäßigen Klavier­unterricht erhielt. Dann ging es allerdings Schlag auf Schlag: Mit 15 studierte er an der Chetham’s School of Music, einer Talentschmiede für junge Musiker in Manchester. Später wechselte er an die renommierte Guildhall School of Music and Drama in London. Dort präsentierte sich der 1972 in Liverpool geborene Musiker im Rahmen eines Meisterkurses Alfred Brendel, der ihn ab 1993 für die nächsten sieben Jahre unterrichtete. Nach diversen Wettbewerbserfolgen debütierte Paul Lewis 2002 in der Londoner Wigmore Hall, die ihn für die Rising-Stars-Serie der führenden europäischen Konzerthäuser nominierte. Heute ist der britische Pianist, der neben Till Fellner und Kit Armstrong der bekannteste Brendel-Schüler ist und in namhaften Konzerthäusern und bei allen großen Festivals regelmäßig gastiert, längst aus dem Schatten seines Lehrers herausgetreten. Als eine Art »Erbe« Brendels hat er sich ohnehin nie verstanden: »Ich bin ein anderer Mensch. Ich bin auch anders als Musiker.« Und weiter: »Es gibt nichts zu vergleichen. Mein Klang ist verschieden von seinem und auch die Art, wie die Botschaft der Musik herüberkommt. Auch wenn es zwei, drei Ähnlichkeiten gibt, scheue ich den Vergleich nicht.«

Bei seinem Debüt als Solist bei den Berliner Philharmonikern hat Paul Lewis mit dem eher introvertiert-melancholischen B-Dur-Konzert KV 595 das letzte Klavierkonzert im Gepäck, das Mozart geschrieben hat. Dirigent des Abends ist Bernard Haitink, der sich nach der Pause Anton Bruckners Siebter Symphonie widmet. Sie bescherte dem Komponisten endlich jenen durchschlagenden Erfolg, den er sich Zeit seines Lebens erhofft hatte: Im Leipziger Gewandhaus, wo Arthur Nikisch am 30. Dezember 1884 die Uraufführung leitete, war die Zustimmung noch verhalten. Bei der zweiten Aufführung am 10. März 1885 in München unter Hermann Levi waren die Hörer dann ebenso begeistert wie die meisten Kritiker. Doch nicht nur in München, auch in Wien wurde die Aufführung von Bruckners Siebter gefeiert: »Schon nach dem ersten Satze 5 – 6 stürmische Hervorrufe und so gings fort, nach dem Finale endloser, stürmischer Enthusiasmus und Hervorrufe, Lorbeerkranz vom Wagner-Verein und Festtafel« (Bruckner). Innerhalb von drei Jahren hatte es die Symphonie auf die Spielpläne in Chicago, New York, London, Amsterdam und Berlin geschafft. Wohl deshalb blieb der Komponist von den sonst üblichen »Verbesserungsvorschlägen« verschont: Das Werk, das auch heute noch das am meisten aufgeführte Bruckners ist, liegt in nur einer einzigen Fassung vor.

Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klavier und Orchester B-Dur KV 595
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 7 E-Dur
Kammermusik

Philharmonischer Salon

Die »Wikinger« in Deutschland

Thomas Thieme, Sprecher
Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker
Bumjun Kim Violoncello, Anna Maria Filochowska Violine, Megumi Okaya Violine, Xingyuan Xu, Viola
Cordelia Höfer, Klavier
Götz Teutsch, Programmgestaltung


Im 19. Jahrhundert erhielten die meisten schwedischen, norwegischen, dänischen und finnischen Komponisten ihre musikalische Ausbildung im Ausland. Eine der wichtigsten Institutionen hierbei war das renommierte Leipziger Konservatorium, das u. a. Niels Gade und Edvard Grieg besuchten. Eine ähnlich bedeutende Rolle spielte auch Berlin, wohin es Franz Berwald und Jean Sibelius verschlug. Dieser Philharmonische Salon wandelt auf den Spuren der Nordländer. Unter dem Motto »Die ›Wikinger‹in Deutschland« liest Thomas Thieme Texte u. a. von Henrik Ibsen, Knut Hamsun und August Strindberg. Für die Musik sorgen Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker sowie Cordelia Höfer (Klavier).

Im 19. Jahrhundert wurde das skandinavische Musikleben lange Zeit von den stilistischen Einflüssen europäischer Musikzentren wie Wien, Paris, Leipzig oder Berlin beherrscht. Denn die meisten der schwedischen, norwegischen, dänischen und finnischen Komponisten erhielten ihre musikalische Ausbildung im Ausland. Eine der wichtigsten Institutionen hierbei war das renommierte Leipziger Konservatorium, das seit seiner Gründung auf Betreiben Felix Mendelssohn Bartholdys im Jahr 1843 zahlreiche angehende Tonkünstler aus den nordischen Ländern besuchten.

Zu ihnen zählten neben Niels Gade und Edvard Grieg auch Halfdan Kjerulf, Johan Severin Svendsen, Johan Halvorsen, Christian Sinding und Robert Kajanus. Eine ähnlich bedeutende Rolle spielte auch Berlin, wohin es Franz Berwald für mehr als 10 Jahre verschlug. Bei Heinrich Barth am Konservatorium der preußischen Musikmetropole schloss Wilhelm Stenhammar seine Pianistenausbildung ab. Jean Sibelius studierte hier bei Albert Becker, während Ture Rangström bei Hans Pfitzner in die Lehre ging. Alle stürzten sich enthusiastisch ins Leipziger bzw. Berliner Konzertleben, lernten unzählige neue Werke kennen, unternahmen Pilgerfahrten nach Bayreuth und – genossen die gastronomischen Angebote in vollen Zügen. Nicht zuletzt wegen ihrer Trinkfestigkeit wurden die skandinavischen Musikstudenten in den einschlägigen Etablissements auch als »Wikinger« bezeichnet.

In seinem Philharmonischen Salon lässt uns Götz Teutsch auf den Spuren der Nordländer wandeln. Unter dem Motto Die »Wikinger« in Deutschland liest Thomas Thieme Texte von Henrik Ibsen, Knut Hamsun, Herman Bang, August Strindberg und anderen. Stipendiaten der Kaajan-Akademie der Berliner Philharmoniker sowie Cordelia Höfer (Klavier) spielen Werke von Berwald, Sibelius, Stenhammar, Rangström, Gade und Grieg.

Musik von Edvard Grieg, Jean Sibelius, Franz Berwald, Ole Bull, Felix Mendelssohn Bartholdy, Wilhelm Peterson-Berger, Wilhelm Stenhammar u. a.

Texte von August Strindberg, Greger Anderson, Hans von Bülow, Franz Berwald, Volker Tarnow, Adolf Paul, Marek Fiałek und Bo Wallner
Kammermusik

Karajan-Akademie

Blechbläsermusik mit Stefan Dohr und der Karajan-Akademie

Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker
Mitglieder der Berliner Philharmoniker
Stefan Dohr, Leitung


Festliche Sakralklänge, affirmative Fanfaren und schmissige Bigband-Sounds: Die Blechblasinstrumente spielen in den unterschiedlichsten Musikgenres eine exponierte Rolle. In diesem Konzert treffen unter der Leitung des philharmonischen Solohornisten Stefan Dohr die Blechbläser der Berliner Philharmoniker auf jene der Karajan-Akademie. Zu hören sind u. a. Werke von Paul Dukas, Claude Debussy, Henri Tomasi, Leonard Bernstein und Vito Žuraj.

Festliche Sakralklänge, affirmative Fanfaren und schmissige Bigband-Sounds: Die Blechblasinstrumente spielen in den unterschiedlichsten Musikgenres eine exponierte Rolle. Bei kaum einer Instrumentengruppe dürfte die klangliche Vielfalt so groß sein wie bei ihnen, vereint die Instrumentenfamilie doch Klangerzeuger recht unterschiedlichen Charakters. Da wäre zunächst die Trompete, die aufgrund ihrer durchdringenden Strahlkraft frühzeitig zum idealen Repräsentationsinstrument avancierte.

Von ganz anderem Klangcharakter ist die Posaune, über die Felix Mendelssohn Bartholdy gesagt haben soll, sie sei zu heilig, um häufig eingesetzt zu werden. Und gibt es noch zwei weitere wichtige Vertreter, nämlich zum einen das Horn, von dem Richard Strauss schwärmte, es sei »immer von besonders hervorleuchtender Wirkung«. Als jüngstes Mitglied der Blechbläserfamilie ist schließlich noch die Tuba anzuführen, die als »Kontrabass der Harmonie-Musik« (Berlioz) für ein kraftvolles und wohlklingendes Bassfundament sorgt. »Man kann sich keinen Begriff von der Wirkung einer größeren Anzahl von Basstuben in starken Militärmusikchören machen«, so der französische Komponist.

In diesem Konzert treffen unter der Leitung des philharmonischen Solohornisten Stefan Dohr die Blechbläser der Berliner Philharmoniker auf jene der Karajan-Akademie. Zu hören sind u. a. Werke von Paul Dukas, Claude Debussy, Henri Tomasi, Leonard Bernstein und Vito Žuraj, der 2016 Preisträger des Claudio-Abbado-Kompositionspreises war, den die Stiftung Berliner Philharmoniker vergibt.

Akademie VI

Werke von Paul Dukas, Olivier Messiaen, Claude Debussy, Thierry de Mey, Henri Tomasi, Aaron Copland, Chou Wen-Chung, Vito Žuraj und Leonard Bernstein
Jugendprogramm

Vokalhelden-Chorprojekt

»LIFE«: Education-Chorprojekt mit den Vokalhelden

Projektteilnehmer
Vokalhelden Jugendchor Level 3
Mitglieder der Berliner Philharmoniker und Gäste
Kate Royal, Sopran
Toby Spence, Tenor
Anna Henckel-Donnersmarck, Videoinstallation
Simon Halsey Künstlerische, Leitung


Ein modernes Oratorium über einen tragischen Todesfall: Jonathan Doves There was a Child ist eine Hommage an den Sohn einer befreundeten Familie, der bei einem Tauchunfall in Thailand im Alter von 19 Jahren ums Leben kam. Der Komponist zeichnet darin das Panorama eines jungen Menschenlebens nach – charmante Ungezogenheit, sorglose Verspieltheit, kindlicher Kummer, jugendliche Abenteuerlust… Bei diesem Chorprojekt des Education-Programms stehen der Vokalhelden Jugendchor, Laiensängerinnen und -sänger sowie Mitglieder der Berliner Philharmoniker und Gäste zusammen auf der Bühne.

Jonathan Doves There was a Child ist eine Hommage an den Sohn einer befreundeten Familie, der bei einem tragischen Tauchunfall in Thailand im Alter von 19 Jahren ums Leben kam. Der Komponist hat dazu eine Vielzahl von Texten ausgewählt u.a. von John Keats, Emily Dickinson, William Shakespeare und Walt Whitman, die das Panorama eines jungen Menschenlebens nachzeichnen. Die verschiedenen Facetten des Heranwachsens werden dabei heraufbeschworen – charmante Ungezogenheit, sorglose Verspieltheit, kindlicher Kummer, jugendliche Abenteuerlust, kindsköpfiger Unfug und kräftetestende Eskapaden im Freien - bis zu dem einen schrecklichen Moment, in dem ein junges Leben mitten in einem Abenteuer endet.

Und dennoch war es für die Mutter, die dieses Stück in Auftrag gegeben hat, wichtig, sich trotz allem mehr an all die Freude zu erinnern, die das kurze Leben ihres Sohnes für sie brachte. Am Ende dieses 50-minütigen warmherzigen und modernen Oratoriums im Geist von Britten und Vaughan Williams bleibt das strahlende, farbenfrohe Bild eines Kindes, das alles um sich herum aufnimmt und sich mit der ganzen Welt verbindet. Bei diesem Konzertprojekt haben auch in dieser Saison Laiensängerinnen und -sänger Gelegenheit, mit Profis zusammen auf der Bühne zu stehen.

Jonathan Dove: There Was a Child für Solisten, Erwachsenenchor, Kinderchor und Orchester
Nico Muhly: Auszüge aus Friday Afternoons (Arrangement für Kinderchor und Ensemble)
Konzert

Vokalhelden-Schulklassenkonzert

Für Schulklassen der Stufen 2 bis 5 nach vorheriger Anmeldung

Vokalhelden Kinderchöre Level 1
Mitglieder der Berliner Philharmoniker


Die Vokalhelden laden Schulkinder aus ganz Berlin für ein gemeinsames Konzerterlebnis in den Großen Saal der Berliner Philharmonie ein. Zusammen mit den Schulklassen, den Vokalhelden sowie Musikerinnen und Musikern der Berliner Philharmoniker bringen wir den Konzertsaal zum Klatschen und Klingen, Tanzen und Singen! Neben Stücken zum Zuhören gibt es Lieder zum Mitmachen und Mitsingen.

Wenn die Vokalhelden zum Schulklassenkonzert einladen, dann ist eines sicher: Nicht nur der Chor auf dem Podium, sondern auch die im Publikum sitzenden Schulkinder bekommen die Möglichkeit, aus voller Kehle zu singen. Zu singen bedeutet Spaß, Freude und gute Laune!

Das Programm besteht aus bekannten Liedern des internationalen Repertoires. Zur Vorbereitung erhalten die Lehrerinnen und Lehrer ausgewählte Lieder mit Noten sowie eine Aufnahme der Begleitung. So kann ein Teil des Programms im Vorfeld im Schulunterricht oder in der Schulchorprobe erarbeitet werden; der andere Teil wird im Konzert gemeinsam spielerisch einstudiert. Eine Band bestehend aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker und Gästen begleitet die jungen Sängerinnen und Sänger.

Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten die Schulklassen Probematerial zur Vorbereitung in der Schule.

Das Konzert wird von der Digital Concert Hall aufgezeichnet und kann ein paar Tage später im Archiv der Plattform abgerufen werden.
Ausflug

Unboxing Mozart

Entdecken Sie Mozart auf interaktive Weise!

Sie wollten schon immer in einem Orchester Trompete spielen oder den Klang des Kontrabasses aus nächster Nähe genießen? Dann haben Sie genau jetzt die Möglichkeit! Das Mahler Chamber Orchestra hat gemeinsam mit zwei Spieledesignern ein Format entwickelt, bei dem Zuhörer selber zu Orchestermitgliedern werden. Jeder Teilnehmende erhält von den 37 Musikern eine eigene Soundbox mit Tablet, mit der er in Mozarts Klavierkonzert Nr. 20 eintauchen, die Musik sowie die Instrumente erforschen und zusammen mit anderen Teilnehmenden das Klavierkonzert selber spielen kann. Sie haben kaum Erfahrung mit Orchesterspiel? Kein Problem, die Musikerinnen und Musiker des MCO helfen gern und erzählen in kurzen Videos über die Geheimnisse und Tricks ihrer Instrumente – und natürlich über ihre schönsten musikalischen Momente.

Die Tour beginnt gegen 18 Uhr und endet gegen 19.45 Uhr. Im Anschluss spielen Leif Ove Andsnes und das Mahler Chamber Orchestra Mozarts Klavierkonzert im Kammermusiksaal. Und eines ist garantiert: Sie werden das Werk ganz anders hören als bisher – mit vielen spannenden und neuen Facetten.

Ein Angebot der Stiftung Berliner Philharmoniker in Kooperation mit dem Mahler Chamber Orchestra und den Spieledesignern Josa Gerhard und Sebastian Quack vom Netzwerk Invisible Playground.

Das Projekt UNBOXING MOZART wird von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien aus dem Programm »Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland« auf der Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
Kammermusik

In memoriam Claudio Abbado

Unboxing Mozart

Mahler Chamber Orchestra
Matthew Truscott, Violine und Leitung
Leif Ove Andsnes, Klavier
Solisten des Mahler Chamber Orchestra


»Sie lieben es zusammenzuspielen und das spürt man bei jedem Ton«, schwärmt Leif Ove Andsnes über die Musiker des Mahler Chamber Orchestra. Sich selbst bezeichnen die Mitglieder des Klangkörpers als ein Kollektiv musikbesessener Nomaden, die frei und selbstbestimmt zusammenkommen, um auf der ganzen Welt einzigartige künstlerische Projekte zu realisieren. Das Mahler Chamber Orchestra wurde 1997 von Claudio Abbado und ehemaligen Mitwirkenden des Gustav Mahler Jugendorchesters gegründet und gilt heute als eines der führenden Kammerorchester unserer Zeit. Sein Auftritt im Kammermusiksaal bildet den Schluss einer Konzertreihe, die die Stiftung Berliner Philharmoniker anlässlich des fünften Todestags von Claudio Abbado veranstaltet.

Das Programm mit Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn nimmt auf subtile Weise Bezug auf diesen Jahrestag. So wird das Konzert mit der Maurerischen Trauermusik eröffnet, die Mozart, seit 1784 Mitglied im Bund der Freimaurer, für die Totenfeier zweier adeliger Logenbrüder schrieb. Außerdem stehen sämtliche Werke des Konzerts in düsteren, trauernden Moll-Tonarten. Was die Stücke darüber hinaus noch gemeinsam haben? Das Entstehungsjahr 1785. In ihm schrieb Joseph Haydn für eine Pariser Konzertreihe seine Symphonie Nr. 83, die wegen ihres »gackernden« Seitenthemas später den Beinamen »La Poule« erhielt. Mozart erlebte in diesem Jahr nicht nur großartige künstlerische und finanzielle Erfolge, sondern beschritt auch kompositorisch neue Wege: Mit dem Klavierquartett KV 478 begründete er eine neue kammermusikalische Gattung, während er mit KV 466 das erste seiner großen symphonischen Klavierkonzerte schuf. Den Klavierpart in beiden Werken übernimmt der eingangs zitierte Leif Ove Andsnes. Matthew Truscott führt das Mahler Chamber Orchestra von Konzertmeisterpult aus.

In Vorfeld dieses Konzerts findet unter Mitwirkung des Mahler Chamber Orchestra und des Pianisten Leif Ove Andsnes eine Veranstaltung mit dem Titel Unboxing Mozart statt. Dabei werden Teilnehmer zum Akteur in einem künstlerischen Erlebnisraum an der Schnittstelle von Musik, Urban Gaming und Performance. Mit Hilfe einer digitalen Soundbox erleben sie auf spielerische Weise, was es heißt, selbst Teil eines Ensembles zu sein. Für die technische Betreuung sorgen Josa Gerhard und Sebastian Quack vom Netzwerk Invisible Playground. Anfangszeit und der Ort dieses Experiments standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Wolfgang Amadeus Mozart: Maurerische Trauermusik c-Moll KV 477
Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierquartett g-Moll KV 478
Joseph Haydn: Symphonie Nr. 83 g-Moll »La Poule«
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klavier und Orchester d-Moll KV 466

Mit freundlicher Unterstützung der Aventis Foundation.
Konzert

Herbert Blomstedt und Yefim Bronfman

Berliner Philharmoniker
Herbert Blomstedt, Dirigent
Yefim Bronfman, Klavier


Im Juli 2017 wurde Herbert Blomstedt, der Doyen unter den großen Dirigenten, 90 Jahre alt, und nach wie vor ist er international aktiv – auch als Gast der Berliner Philharmoniker, mit denen ihn eine enge musikalische Partnerschaft verbindet. Letzteres gilt auch für Yefim Bronfman, der zuletzt mit Beethovens Drittem Klavier­konzert in den philharmonischen Konzerten vertreten war. Nun wird sich der amerikanische Pianist dem B-Dur-Konzert op. 19 widmen, das Beethoven sich selbst »in die Finger« geschrieben hat.

Der Komponist avancierte bald nach seiner Übersiedlung von Bonn nach Wien zu einem der bedeutendsten Klaviervirtuosen der Zeit – brachte er doch laut den Erinnerungen seines späteren Schülers Carl Czerny »auf dem Clavier Schwierigkeiten und Effecte hervor, von denen wir uns nie etwas haben träumen lassen«. Zahlreiche dieser »Schwierigkeiten und Effecte« bietet auch das B-Dur-Klavierkonzert, das erst nach dem später begonnenen C-Dur-Konzert op. 15 fertiggestellt und 1801 als Opus 19 gedruckt wurde. Allerdings überraschte Beethoven mit zahlreichen Neuerungen auch manchen Zeitgenossen wie etwa den Pianisten, Komponisten und Musikschriftsteller Wenzel Johann Tomaschek, der bemerkte: »Das Sonderbare und Originelle schien ihm bei der Komposition die Hauptsache zu sein.«

Nach der Pause steht die selten gespielte Zweite Symphonie von Wilhelm Stenhammar auf dem Programm, der u. a. in Berlin studierte und seine Konzertouvertüre Excelsior! 1896 den Berliner Philharmonikern widmete. Bereits am 10. Dezember 1894 hatte der schwedische Komponist und Pianist sein Klavierkonzert b-Moll op. 1 unter der Leitung von Richard Strauss in den philharmonischen Konzerten präsentiert. Auch für die Verbreitung der brillant instrumentierten Zweiten, deren Themen größtenteils auf alten schwedischen Volksliedern und -tänzen basieren und an deren Abschluss ein mitreißendes Fugenfinale steht, gibt es in den Worten Herbert Blomstedts viele gute Gründe. Mit ihr hatte Stenhammar 1915 »eine nüchterne, ehrliche Musik ohne viel Aufhebens« schreiben wollen – erklärtermaßen mit weniger »Richard Strauss und dessen Nachbetern«, sondern mit mehr Bach und Beethoven. »Stenhammars Zweite Symphonie«, so Blomstedt, »ist unzweifelhaft sein größtes Werk, aber ich habe sie erst vor drei Jahren das erste Mal dirigiert. Ich muss gestehen, ich habe deshalb ein schlechtes Gewissen. [...] Es wäre eigentlich nur natürlich, wenn ich als schwedischer Dirigent, der in der Welt tätig ist, diese Musik auch aufführte. Aber ich kam nicht dazu. Mit 87 habe ich dann gedacht: Jetzt oder nie, jetzt muss es passieren!«

Yefim Bronfman ist ein Musiker, der in seinem kraftvollen, zupackenden Spiel und seiner brillanten Technik die große russische Pianistentradition des 20. Jahrhunderts nachwirken lässt. An diesem Abend interpretiert er Beethovens Zweites Klavierkonzert. Dirigent ist der charismatische Herbert Blomstedt, der aus seiner schwedischen Heimat zudem Wilhelm Stenhammars Zweite Symphonie mitbringt: eine spätromantische Entdeckung von faszinierender nordischer Klangfärbung.

Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 19
Wilhelm Stenhammar: Symphonie Nr. 2 g-Moll op. 34
Kammermusik

Jordi Savall auf den Spuren keltischer Musik

Diálogos Celticos

Jordi Savall, Gamben und Leitung
Carlos Núñez, Sackpfeifen, Hirtenflöten und Irische Blockflöte
Pancho Álvarez, Gitarre und Drehleier
Xurxo Núñez, Perkussion
Andrew Lawrence-King, Irische Harfe und Salterio
Frank McGuire, Irische Rahmentrommel


Jordi Savall ist ein Doyen der Alten Musik, der mit seinen Programmen das Publikum immer wieder in ferne Welten entführt und Fenster zu anderen Kulturen öffnet. In diesem Konzert lädt er unter dem Motto »El Hombre y la Naturaleza« zur Entdeckung der keltischen Musiktraditionen ein – zur musikalischen Reise nach Irland, in die schottischen Highlands, nach Wales, in die Bretagne sowie ins nordspanische Galicien. Unterstützt wird Jordi Savall u. a. von dem galicischen Celtic-Folk-Musiker Carlos Núñez, dem spanischen Gitarristen und Violinisten Pancho Álvarez und dem Barockharfen-Virtuosen Andrew Lawrence-King.

Jordi Savall ist der Doyen der Alten Musik, der mit seinen Programmen das Publikum immer wieder in ferne Welten entführt und Fenster zu anderen Kulturen öffnet. In diesem Konzert lädt er unter dem Motto »El Hombre y la Naturaleza« zur Entdeckung der keltischen Musiktraditionen ein – zur musikalischen Reise nach Irland, in die schottischen Highlands, nach Wales, in die Bretagne sowie ins nordspanische Galicien: »Die keltische Musik ist eines der reichhaltigsten und prächtigsten Besitztümer aller lebenden Musiktraditionen unserer Zeit«, bemerkt Savall, der bei seiner Suche in Archiven und Manuskripten auf Werke von so abenteuerlichen Musikern wie Turlough O’Carolan, einem blinden Harfner, stieß sowie auf die von Niel Gow, dem berühmtesten schottischen Fiedler des 18. Jahrhunderts und James Macpherson, einer Art schottischer Robin Hood, der noch unter dem Galgen sein eigenes »Lament« fiedelte.

Unterstützt wird Jordi Savall von dem galicischen Celtic-Folk-Musiker Carlos Núñez, dem spanischen Gitarristen und Violinisten Pancho Álvarez (der die Technik der fahrenden Fiddle-Spieler beherrscht, die ihr Instrument in die Ellbogenkehle stützten) und dem Barockharfen-Virtuosen Andrew Lawrence-King, der auch als Continuo-Spieler und Dirigent von Barockopern und Oratorien in Erscheinung tritt. Ebenfalls mit von der Partie: Xurxo Núñez, der seinen großen Bruder schon seit Jahren rund um den Globus auf so ziemlich jedem erdenklichen Schlagwerk begleitet sowie der schottische Perkussionist Frank McGuire, der schon frühzeitig in diversen Pipe-Bands spielte.

El Hombre y la Naturaleza − Keltische Musiktraditionen in Irland, Schottland, Wales, der Bretagne und im nordspanischen Galicien
Konzert

Paavo Järvi dirigiert Berg und Bruckner

Berliner Philharmoniker
Paavo Järvi, Dirigent
Hanna-Elisabeth Müller, Sopran


Sinnlich-delikate Klangschönheit, geschaffen von zwei Wegbereitern der Moderne: Das erleben wir in diesem Konzert mit Paavo Järvi. So gibt es Anton Weberns farbenreiche Bearbeitung eines Ricercars von Bach, gefolgt von Alban Bergs Sieben frühen Liedern (Solistin: Hanna-Elisabeth Müller), die die zärtliche Stimmung einer jungen Liebe einfangen. Den Abschluss markiert Bruckners Zweite Symphonie – ein Frühwerk, das bereits unverkennbar Bruckner’sche Wucht besitzt.

Das Jahr 1907 war für Alban Berg in mehrfacher Hinsicht bedeutungsvoll: Der damals 22-Jährige, der seit 1904 Kompositionsschüler von Arnold Schönberg war, erhielt im Rahmen dieses Unterrichts die Möglichkeit, drei seiner Lieder in einem Schülerkonzert öffentlich aufzuführen. Und nicht nur das: Er lernte die schöne, umschwärmte und mit einer wunderbaren Stimme ausgestattete Helene Nahowski kennen, die er später heiratete. Die drei aufgeführten Werke, »Nachtigall«, »Liebesode« und »Traumgekrönt«, bildeten den Kern einer Sammlung, die Berg 21 Jahre später unter dem Titel Sieben frühe Lieder herausgab. In ihr überarbeitete und orchestrierte er sieben seiner Jugendwerke und fügte sie zu einem geschlossenen Lieder­zyklus zusammen. Meisterhaft instrumentiert, transportieren diese Stücke, die in diesem Programm von Hanna-Elisabeth Müller gesungen werden, die innige, zärtliche, verwirrte und romantische Stimmung einer jungen Liebe. Gleichzeitig ist der Einfluss von Gustav Mahler, Richard Strauss und Hugo Wolf auf den jungen Komponisten unüberhörbar.

1877, also genau 30 Jahre vor der ersten öffentlichen Aufführung der drei bergschen Lieder, vollendete Anton Bruckner die zweite Fassung seiner Symphonie c-Moll. In diese Version seiner nach offizieller Zählung Zweiten Symphonie flossen die Erfahrungen ein, die er durch die Uraufführung der Erstfassung im Oktober 1873 anlässlich der Wiener Weltausstellung und einer weiteren Aufführung im Februar 1876 gemacht hatte. Innerhalb von Bruckners Schaffen steht dieses Werk bis heute im Schatten seiner anderen Symphonien. Weniger innovativ und kühn gestaltet als die Erste, setzt die Zweite jedoch konsequent den von Bruckner beschrittenen Weg zum eigenen Personalstil fort: Erstmals entsteht das Hauptthema über jenem geheimnisvollen Tremolo, das typisch für seine Symphonieanfänge werden sollte. Die durch Generalpausen getrennten thematischen Blöcke und das Aufeinanderprallen kontrastierender Abschnitte sind gleichfalls charakteristische Merkmale für Bruckners ureigene Art des Komponierens. Was diese Symphonie als Besonderheit ausweist: Immer wieder nimmt Bruckner auf seine f-Moll-Messe Bezug, deren erfolgreiche Uraufführung genau in die Entstehungszeit der Erstfassung fällt.

Die Berliner Philharmoniker spielten Bruckners Symphonie Nr. 2 erstmals im Oktober 1902 unter Leitung ihres damaligen Chefdirigenten Arthur Nikisch, der ein großer Bewunderer des Komponisten war. In den philharmonischen Konzerten wird das Stück jedoch eher selten aufgeführt. Zuletzt erklang es im April 2007 in einer Interpretation von Seiji Ozawa. In dieser Saison widmet sich Paavo Järvi der Zweiten Symphonie, der sich bei den Berliner Philharmonikern erstmals mit einem Werk Anton Bruckners präsentiert.

Johann Sebastian Bach: Musikalisches Opfer BWV 1079, daraus: Nr. 2 Ricercar a 6 (Arrangement: Anton Webern)
Alban Berg: Sieben frühe Lieder (Fassung für Sopran und Orchester)
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 2 c-Moll (2. Fassung von 1877)
Familienprogramm

Familientag: Meet the orchestra

Die Höhepunkte des Tags auf einen Blick

Ein musikalischer Tag mit vielen Überraschungen: Von 11 bis 16 Uhr gibt es im Foyer und im Großen Saal viele Projekte rund um das Thema »Orchester«. Die Philharmonie wird zu einem kunterbunten Ort voller Klangexperimente, Spiele und Bastelecken. Ob Jung oder Alt, alle können den Facettenreichtum der Orchestermusik und des Orchesterspiels kennenlernen. Zu den Höhepunkten des Tages gehören zwei Auftritte Berliner Schulorchester und das Familienkonzert Kurt Murks und die Schrottroboter.

An diesem Tag ist für jeden in der ganzen Familie etwas dabei: Neben den verschiedenen Konzertteilen im Großen Saal wird die Philharmonie zu einem kunterbunten Ort voller Klangexperimente, Spiele und Bastelecken rund um das Thema »Orchester«. Ob Jung oder Alt, alle können den Facettenreichtum der Orchestermusik und des Orchesterspiels kennenlernen, neu oder anders erleben und Instrumente ausprobieren.

Ein besonderer Programmpunkt ist das Projekt Meet the SchoolOrchestra − das große Treffen der Berliner Schulorchester im Großen Saal, welches schon zu den guten Traditionen des Education-Programms zählt. Es ermöglicht regelmäßig Schulorchestern, auf der großen Bühne der Philharmonie aufzutreten und die während des Schuljahrs erarbeiteten Orchesterwerke einem großen Publikum vorzustellen. Höhepunkt ist die gemeinsame Aufführung eines vorher einstudierten Stückes unter der Leitung eines renommierten Dirigenten. In diesem Jahr konnten wir Paavo Järvi gewinnen, die Leitung des Schüler-Mammutorchesters zu übernehmen.

Als Programmabschluss findet im Großen Saal das Familienkonzert statt, bei dem die Zuschauer aktiv ins Geschehen mit hineingezogen werden: Kim und Konrad treffen in den Sommerferien den kauzigen Kurt Murks. Er sammelt in der alten Sägemühle im Wald den ganzen Müll und Schrott, den die Leute allerorten »entsorgen«. Murks bastelt an monströsen Schrottmaschinen, die er gemeinsam mit dem Publikum zum Leben erweckt. Wie schräg die aussehen und wie komisch die klingen! – Aber was hat Kurt Murks nur mit diesen Schrottrobotern vor ...?

11:00 Uhr: Schulorchestertreffen I
Die Schulorchester stellen sich vor

13:00 Uhr: Schulorchestertreffen II
Gesamtorchester unter Paavo Järvi

15:00 Uhr: Familienkonzert Kurt Murks und die Schrottroboter
Komponist: Philipp Matthias Kaufmann
Künstlerische Leitung: Stanley Dodds
Sprecher: Clemens Giebel
Mitglieder der Berliner Philharmoniker und Gäste

Eintritt frei
Jazz

Jazz at Berlin Philharmonic

Tango Night

Orquesta Típica »El Afronte«
Javier Girotto Trio:
Javier Girotto, Baritonsaxofon
Gianni Iorio, Bandoneon
Alessandro Gwis, Klavier und Elektronik
Émile Parisien, Saxofon
Vincent Peirani, Akkordeon


In dieser Tango Night der Reihe Jazz at Berlin Philharmonic begegnen sich die Tangoschulen Südamerikas und Frankreichs. Da präsentiert sich zunächst mit dem Orquesta Típica »El Afronte« ein herausragendes Ensemble aus Buenos Aires. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es den klassischen Tango wie den von Astor Piazzolla repräsentierten Tango Nuevo zwar verinnerlicht hat, aber ausschließlich eigene neue Kompositionen spielt. Auf ihre ganz eigene Weise widmen sich auch der Akkordeonist Vincent Peirani und der Sopransaxofonist Émile Parisien, zwei Shootingstars der französischen Jazzszene, dem Tango. Der argentinische Saxofonist Javier Girotto und sein Trio spielen ein Remake mit Stücken aus dem berühmten Album Tango Nuevo von Astor Piazzolla und Gerry Mulligan.

Argentinien, Uruguay und Frankreich streiten sich seit jeher darum, wer die Wiege des Tangos sei, jener leidenschaftlichen Musik, die der Komponist Enrique Santos Discépolo einmal »einen traurigen Gedanken, den man tanzen kann« genannt hat. Für die erste Tango Night in der Reihe Jazz at Berlin Philharmonic wird das keine Rolle spielen; hier begegnen sich die Tangoschulen Südamerikas und Frankreichs ganz in der Gegenwart und im harmonischen Miteinander.

Da präsentiert sich zunächst mit dem Orquesta Típica »El Afronte« ein herausragendes Ensemble aus Buenos Aires. Seinen besonderen Rang hat es sich damit erarbeitet, dass es den klassischen, von Carlos Gardel verkörperten Tango wie den von Astor Piazzolla repräsentierten Tango Nuevo zwar verinnerlicht hat, aber ausschließlich eigene neue Kompositionen spielt. In der Stammbesetzung mit Cello, Kontrabass, Klavier, drei Violinen und vier Bandoneons rund um den Sänger Marco Bellini schreibt »El Afronte« neue Kapitel im »Great Songbook« des Tangos – in Buenos Aires jeden Sonntag öffentlich auf der Plaza Dorrego und in den Konzertreihen Bendita-Milonga und Maldita-Milongain San Telmo.

Auf ihre ganz eigene Weise werden sich auch der Akkordeonist Vincent Peirani und der Sopransaxofonist Émile Parisien dem Tango widmen. Die beiden Shootingstars des französischen Jazz gehören zu den großen Stilisten des jungen europäischen Jazz, die ihren unverwechselbaren Stil aus den unterschiedlichsten musikalischen Elementen und Genres entwickelt haben. Und dazu gehört, schon durch die Bezüge in der französischen Klassik, in der Musette wie auch in Sidney Bechets Jazz, auch der Tango.
Gespräch

Philharmonischer Diskurs

Gero von Boehm und Ulrich Tukur

Ulrich Tukur
Gero von Boehm


In diesem Philharmonischen Diskurs unterhält sich Gero von Boehm mit Ulrich Tukur, den die meisten als beeindruckenden Theater- und Filmschauspieler kennen. Dabei ist Ulrich Tukur auch ein großartiger Musiker. Seine große Leidenschaft zur Musik der frühen 1920er bis späten 1940er Jahre begann bereits zu Studienzeiten in Tübingen, wo er als Straßenmusikant auftrat. 1995 gründete Ulrich Tukur die Tanzkapelle Die Rhythmus Boys, die für das Album Wunderbar, dabei zu sein mit dem German Jazz Award ausgezeichnet wurde.

Ulrich Tukur, vielfach ausgezeichnet, ist einer der bekanntesten deutschen Theater- und Filmschauspieler. Mitte der 1980er-Jahre wurde Peter Zadek auf ihn aufmerksam, woraus sich eine fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit entwickelte. Am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg war Tukur von 1985 bis 1995 als Ensemblemitglied in zahlreichen Hauptrollen zu erleben.

Seine große Leidenschaft für die Musik der frühen 1920er- bis späten 1940er-Jahre begann bereits zu Studienzeiten in Tübingen, wo er als Straßenmusikant auftrat. 1995 gründete Ulrich Tukur die Tanzkapelle Die Rhythmus Boys, die für das Album Wunderbar dabei zu sein mit einem Jazz Award ausgezeichnet wurde.Ulrich Tukurs Gesprächspartner ist der Autor, Regisseur und Fernsehproduzent Gero von Boehm.

Zur Person…− Ulrich Tukur im Gespräch mit Gero von Boehm

Lunchkonzert

Konzert

Michael Sanderling dirigiert Haydn und Schostakowitsch

Berliner Philharmoniker
Michael Sanderling, Dirigent
Bruno Delepelaire, Violoncello


Joseph Haydns Zweites Cellokonzert ist das bedeutendste der Wiener Klassik. Es besticht durch einen warmen, singenden Solopart, der spannungsreich zwischen Melancholie und heiterer Laune changiert. An diesem Abend wird er von Bruno Delepelaire, Erster Solocellist der Berliner Philharmoniker, gespielt. In seinem philharmonischen Debüt dirigiert Michael Sanderling ferner Schostakowitschs Leningrader Symphonie: ein alptraumhaft-brutales Panorama des Zweiten Weltkriegs.

»Ich erinnere mich noch sehr gut an mein erstes Konzert mit den Berliner Philharmonikern. Damals war ich Stipendiat der Karajan-Akademie und wir spielten Beethovens Dritte Symphonie unter Bernard Haitink. Die Energie, die von dem Orchester ausging, war unglaublich. Ich fühlte mich sofort von dieser Energie mitgerissen. Es war ein Traum! Für meine Zeit in der Karajan-Akademie bin ich sehr dankbar. Ich lernte von Anfang an, mich an den besonderen Klang der Philharmoniker anzupassen.« Dass ­Bruno Delepelaire Cellist werden wollte, stand frühzeitig fest: Seine Großmutter war eine begeisterte Amateurcellistin, und dieses Instrument wollte der Fünfjährige auch erlernen. Seit 2013 ist der Musiker 1. Solocellist der Berliner Philharmoniker; in diesen Konzerten wird er jedoch als Solist in Joseph Haydns Zweitem Cellokonzert nicht im, sondern vor dem Orchester Platz nehmen.

Haydns Konzert wurde in Gustav Schillings Encyclopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften von 1837 noch dem Cellisten Anton Kraft zugeschrieben, der sich allerdings nicht als Urheber, sondern als Widmungsträger erwies. Kraft war damals Erster Cellist im Orchester des Fürsten Esterházy und wurde später zu den größten Virtuosen Wiens gezählt. Insofern konnte Haydn sein Konzert ausgesprochen brillant anlegen, mit diffizilem Spiel in hohen Lagen, vertrackten Sechzehntel-Triolen und rauschenden Zweiunddreißigstel-Passagen. Dirigent ist Michael Sanderling, der früher selbst lange als Solocellist tätig war und mit diesen Konzerten sein Debüt am Pult der Philharmoniker gibt.

Nach der Pause steht Dmitri Schostakowitschs Siebte Symphonie auf dem Programm, die im direkten Umfeld der Kampfhandlungen in und um Leningrad entstand, als die Stadt während des Zweiten Weltkriegs von deutschen Truppen am 30. August 1941 eingekreist und für zweieinhalb Jahre belagert wurde: »Bis heute«, so Schostakowitsch rückblickend, »weiß ich alle Daten: Den ersten Satz beendete ich am 3. September, den zweiten am 17. und den dritten am 29. Ich arbeitete Tag und Nacht. Manchmal fielen Bomben rundherum und die Flugabwehr trat in Aktion. Aber ich unterbrach meine Arbeit nicht für einen Augenblick.« Über die sogenannte »Invasionsepisode« des Kopfsatzes, in der im Verlauf von zwölf Wiederholungen ein von den kleinen Trommeln begleitetes Thema zu immer größerer Brutalität gesteigert wird, bemerkte Schostakowitsch: »Unausgelastete Kritiker werden mir den Vorwurf machen, dass ich den Boléro von Ravel nachahmen würde. Sollen sie mir den Vorwurf machen, so jedenfalls klingt in meinen Ohren der Krieg.«

Joseph Haydn: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 D-Dur Hob. VIIb:2
Dmitri Schostakowitsch: Symphonie Nr. 7 C-Dur op. 60 »Leningrad«
Konzerte / Konzert Tonhalle Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1
Konzerte / Konzert Gürzenich-Orchester Köln Köln, Bischofsgartenstr. 1
Konzerte / Konzert Philharmonie Luxembourg Luxembourg, 1, Place de l'Europe
Konzerte / Konzert Duisburger Philharmoniker Duisburg, König-Heinrich-Platz
Konzerte Glocke Bremen Bremen, Domsheide 6-8
Konzerte / Konzert Hochschule für Musik und Tanz Köln Köln, Unter den Krahnenbäumen 87
Konzerte / Musik Hochschule Luzern Luzern, Zentralstr. 18
Konzerte / Konzert Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar Weimar, Platz der Demokratie 2/3

Sie haben noch keinen Login? Dann registrieren Sie sich gleich hier!

Bitte schauen Sie in Ihrem E-Mail-Postfach nach der Registrierungsmail und klicken Sie auf den darin enthaltenen Link.