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Berliner Philharmonie

Berliner Philharmonie

Die Philharmonie ist seit mehr als 50 Jahren das musikalische Herz Berlins. Bei der Eröffnung 1963 noch an der Peripherie West-Berlins gelegen, wurde sie nach der Wiedervereinigung Teil der neuen urbanen Mitte. Ihre ungewöhnliche, zeltartige Form und ihre weithin leuchtende, gelbe Farbe macht sie zu einem der Wahrzeichen der Stadt. An ihrer ungewöhnlichen Architektur und der neuartigen Konzeption des Konzertsaals entzündeten sich anfangs Kontroversen, mittlerweile dient sie als Vorbild für Konzerthäuser in der ganzen Welt. »Ein Mensch im Angesicht eines andern, gereicht in Kreise, in mächtig schwingendem Bogen um strebende Kristall-Pyramide.« Bereits 1920 notierte der Architekt Hans Scharoun jene Worte als Vision für den idealen Theaterraum. Aus dieser Idee entwickelte er 35 Jahre später den Großen Saal der Philharmonie, in der das Podium mit den Musikern den Mittelpunkt bildet.

Musik und Mensch im Mittelpunkt

Seit dem Eröffnungskonzert unter Leitung von Herbert von Karajan haben die Berliner Philharmoniker zusammen mit großartigen Dirigenten und Solisten ihrem Publikum viele grandiose Konzerte beschert. Im Oktober 2013 feierten das Orchester und sein Chefdirigent Sir Simon Rattle den 50. Geburtstag ihres Hauses mit drei ganz unterschiedlichen Konzertereignissen, die die besonderen akustischen Möglichkeiten der Philharmonie eindrucksvoll zur Geltung brachten: die doppelchörige Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach in der Inszenierung von Peter Sellars, das Festkonzert am 20. Oktober, das unter dem Motto »Raumklang« stand, und Arnold Schönbergs Gurre-Lieder.

Unsere Philharmonie-Sonderseite will Sie einladen, in die Geschichte, Architektur und Akustik dieses faszinierenden Hauses einzutauchen: mit Textbeiträgen aus verschiedenen Publikationen, mit einer kleinen Bildergalerie, die den Bau der Philharmonie von der Urskizze bis zur Fertigstellung dokumentiert, mit einem Video und unserer Geschichtssektion, in der Sie nicht nur viel Wissenswertes über das philharmonische Leben seid Erbauung des Konzertsaals finden, sondern einen gesamten Überblick über die Orchestergeschichte von der Gründung des »Philharmonischen Orchesters« bis heute.

Kontakt

Berliner Philharmonie

Herbert-von-Karajan-Str. 1
D-10785 Berlin

Telefon: +49 (0)30.254 88-0

 

Ticket-Hotline.: +49 (0)30.254 88-999

Anfahrtsmöglichkeiten

mit der U-Bahn:
Linie U2 - Bahnhöfe Potsdamer Platz oder Mendelssohn-Bartholdy-Park

mit der S-Bahn:
Linien S1, S2, S25 Potsdamer Platz

mit dem Bus direkt bis zur Philharmonie:
Linien 148 (Philharmonie), 200 (Philharmonie), 248 (Kemperplatz)
weitere Buslinien: 129 und 341 (Potsdamer Brücke), 348 (Kulturforum)

mit dem Auto: Auf dem Gelände der Philharmonie stehen begrenzt Parkplätze zur Verfügung.

Konzert

Andris Nelsons dirigiert Mahlers Zweite Symphonie

Berliner Philharmoniker
Andris Nelsons, Dirigent
MDR Rundfunkchor Leipzig
Risto Joost, Chor-Einstudierung
Lucy Crowe, Sopran
Gerhild Romberger, Alt


Maija Einfelde: Lux aeterna für gemischten Chor, Glockenspiel und Vibrafon
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 2 c-Moll »Auferstehung«

Ausgerechnet bei der Totenfeier von Hans von Bülow, dem ersten großen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, kam Gustav Mahler die zündende Idee für seine Zweite Symphonie. Nichts weniger als das gesamte Universum sollte diese Komposition abbilden: das Hohe und das Niedrige, Tradition und Avantgarde, Kontemplation und Drama, pastorale Heiterkeit und dämonische Groteske, Trauermarsch und Tanz, Lied und Choral, Tod und Auferstehung. Lange Zeit suchte Mahler die passende Form für sein Universalkunstwerk. Und dann nahm er an dieser Totenfeier teil: »Da intonierte der Chor von der Orgel den Klopstock-Choral Auferstehen«, schrieb er. »Wie ein Blitz traf mich dies und alles stand ganz klar und deutlich vor meiner Seele!« Klopstocks Worte bestätigten ihm, was ihn schon lange umtrieb: im Finalsatz einen Chor einzusetzen, zusammen mit einer Sopran- und Altsolostimme.

Mahler vereint in dieser fünfsätzigen Symphonie verschiedene Gattungen – Symphonie, Symphonische Dichtung, Symphonie-Kantate – und sprengt damit das damals übliche Formschema. Der Anfangssatz, den ein düsteres, marschähnliches Hauptthema und ein lyrisches, überirdisch anmuten­des Seitenthema prägen, beschreibt die Totenfeier für einen geliebten Menschen. Er bildet das Pendant zu dem großen Chorfinale, das nach apokalyptischen Tönen in Klopstocks hymnisches Gedicht Auferstehen mündet. Die drei kurzen Mittelsätze führen in ganz andere Welten: in eine heitere Tanzveranstaltung, ans Wasser zu den Fischen und in die Gebetsszene einer naiven, gläubigen Seele. Mahler hat im dritten und vierten Satz zwei seiner Wunderhorn-Lieder, Des Antonius von Padua Fischpredigt und Urlicht, integriert. Für die Uraufführung engagierte der Komponist die Berliner Philharmoniker, die im März 1895 zunächst die ersten drei Sätze, im folgenden Dezember die gesamte Symphonie präsentierten. Die Presse reagierte auf das monumental besetzte Werk mit Unverständnis. Das sei keine Musik, sondern »Lärm, Skandal, Unfug, Umsturz«.

Mit Andris Nelsons – der neben seiner Chefposition beim Boston Symphony Orchestra seit Februar 2018 auch Gewandhauskapellmeister in Leipzig ist – steht in diesem Konzertprogramm, bei dem der MDR Rundfunkchor Leipzig sowie die Sopranistin Lucy Crowe und die Altistin Gerhild Romberger mitwirken, ein Dirigent am Pult der Berliner Philharmoniker, der sich schon früh für die Musik Gustav Mahlers begeistert hat. »Mahlers Musik berührt mich sehr«, bekennt er. »Sie enthält alles, von naiver Kindlichkeit bis zur größten Katastrophe. Seine Symphonien bilden die gesamte Welt ab.«

Vokalhelden-Weihnachtskonzert

Vokalhelden Kinderchöre Level 1

Berliner Philharmoniker
Konzert

Wunderbare Flötentöne

14 Berliner Flötisten
Andreas Blau, Leitung
Sarah Willis, Moderation


Werke von Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi, Ermanno Wolf-Ferrari, Amilcare Ponchielli, Camille Saint-Saëns, Maurice Ravel, Leonard Bernstein, Isao Matsushita und Henry Mancini

Hector Berlioz attestierte der Flöte neben »einer ganz besonderen Fähigkeit für den Ausdruck […] der Demut und Entsagung« auch Klänge von »ernstem und träumerischem Charakter«. Das wohl größte Kompliment machte dem Blasinstrument allerdings Wolfgang Amadeus Mozart, wenn er Tamino in seiner Zauberflöte singen lässt: »Wie stark ist nicht dein Zauberton, / weil, holde Flöte durch dein Spielen / selbst wilde Tiere Freude fühlen.« Dem verzaubernden Flötenton haben sich die Berliner Flötisten verschrieben, die 1996 von Andreas Blau, dem damaligen Soloflötisten der Berliner Philharmoniker, gegründet wurden.

Um eine Formation zusammenstellen zu können, in der das gesamte Klangspektrum von der Piccoloflöte über die große Flöte und die Altflöte bis hin zu den Kontrabass- und Subkontrabassflöten vertreten sein würde, brauchte er außer sämtlichen philharmonischen Flötisten auch Kollegen aus den anderen Berliner Orchestern: der Staatskapelle, dem Deutschen Symphonie-Orchester, den Orchestern der Deutschen und der Komischen Oper sowie dem damaligen Rundfunk-Sinfonieorchester.

Seitdem lassen die Musikerinnen und Musiker den sanften, nuancenreichen und brillanten Flötenton in 14-facher Verstärkung erklingen, innerhalb eines Spektrums von nicht weniger als sieben Oktaven! Das Programm dieses Konzerts besteht aus Werken von Händel, Mozart, Verdi, Wolf-Ferrari, Ponchielli, Saint-Saëns, Ravel, Bernstein, Matsushita und Mancini und enthält Bearbeitungen, die im unverwechselbaren Sound des Ensembles erklingen, sowie Originalwerke, die für die 14 Flötisten entstanden sind.
Konzert

Vertrautes von Bach, Unbekanntes von Mendelssohn

Karajan-Akademie

Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker
Raphael Alpermann, Leitung
Vocalconsort Berlin
Carolin Widmann, Violine und Leitung


Akademie III:
Johann Sebastian Bach: »Nun komm, der Heiden Heiland«, Kantate BWV 62
Felix Mendelssohn Bartholdy: Konzert für Violine und Orchester d-Moll
Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur BWV 1050
Johann Sebastian Bach: »Herz und Mund und Tat und Leben«, Kantate BWV 147

In den Konzerten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker geht es in der Regel darum, hochbegabte junge Musikerinnen und Musiker kennenzulernen. Und das ist natürlich auch diesmal der Fall. Darüber hinaus gibt es in diesem Konzert aber auch noch eine musikalische Entdeckung zu machen: ein Violinkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy. Freilich nicht das berühmte, 1844 fertiggestellte in e-Moll, das gemeinhin als einziger Gattungsbeitrag des Komponisten angesehen wird, sondern ein Frühwerk: Denn schon 1822 komponierte Mendelssohn Bartholdy – damals gerade einmal 13 Jahre alt! – ein Konzert für Violine und Streicher in d-Moll, das zu Lebzeiten des Komponisten indes nie im Druck erschien. Im Vergleich zu seinem späteren Schwesterwerk ist dieses Violinkonzert noch stärker klassischen Traditionen verhaftet, stellt dennoch aber ein wunderbares Beispiel für das überragende kompositorische Talent des seinerzeit als musikalisches Wunderkind gehandelten Mendelssohn Bartholdy dar.

Solistin in diesem äußerst selten gespielten, erst 1951 durch keinen Geringeren als Yehudi Menuhin »wiederbelebten« Werk ist die für ihren Pioniergeist international gefeierte Geigerin Carolin Widmann. Umrahmt wird ihre Interpretation des d-Moll-Konzerts von Werken aus der Feder eines Komponisten, den Mendelssohn Bartholdy wie kaum einen zweiten verehrte: Johann Sebastian Bach, von dem es u. a. das Fünfte Brandenburgische Konzert zu hören gibt. Musikalisch geleitet werden die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Karajan-Akademie von Carolin Widmann (Mendelssohn Bartholdy) und Raphael Alpermann (Bach), der als Dirigent und Cembalist (Akademie für Alte Musik, Concerto Melante, Berliner Barock Solisten) ein versierter Kenner der historisch informierten Aufführungspraxis ist.
Konzert

Carte blanche

Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker
Konzert

Lunchkonzert

Else Ensemble:
Lena Eckels, Viola
Daniela Shemer, Violoncello
Shelly Ezra, Klarinette
Naaman Wagner, Klavier


Anna-Amalia von Sachsen-Weimar: Divertimento für Klavier, Klarinette, Viola und Violoncello
Robert Kahn: Serenade für Klarinette, Viola und Klavier op. 73
Arnon Zimra: Wozzeck-Variationen für Klarinette, Viola und Violoncello
Joachim Stutschewsky: Hassidic Fantasy für Klarinette, Violoncello und Klavier

Bei den Lunchkonzerten sind grundsätzlich Besucher aller Altersgruppen herzlich willkommen. Bitte beachten Sie aber, dass – anders als bei den Familien- und Kinderkonzerten unserer Education-Abteilung – die Konzeption der Lunchkonzerte nicht explizit auf Kinder ausgerichtet ist.

Mit Rücksicht auf die ausführenden Künstler und die anderen Konzertgäste bitten wir interessierte Eltern, vor dem Besuch eines Lunchkonzertes abzuwägen, ob ihr Kind ca. 45 Minuten still sitzen kann und möchte.
Konzert

Iván Fischer und Christian Gerhaher

Berliner Philharmoniker
Iván Fischer, Dirigent
Christian Gerhaher, Bariton


Antonín Dvořák: Legenden für Orchester op. 59: Nr. 6 Allegro con moto
Antonín Dvořák: Legenden für Orchester op. 59: Nr. 10 Andante
Hugo Wolf: Gedichte von Goethe: Nr. 1 Harfenspieler I
Hugo Wolf: Gedichte von Goethe: Nr. 2 Harfenspieler II
Hugo Wolf: Gedichte von Goethe: Nr. 3 Harfenspieler III
Hugo Wolf: Gedichte von Mörike: Nr. 24 In der Frühe
Hugo Wolf: Gedichte von Mörike: Nr. 44 Der Feuerreiter
Hugo Wolf: Gedichte von Mörike: Nr. 46 Gesang Weylas
Hugo Wolf: Gedichte von Goethe: Nr. 11 Der Rattenfänger
Hugo Wolf: Gedichte von Goethe: Nr. 29 Anakreons Grab
Franz Schubert: Symphonie Nr. 8 C-Dur D 944

»So sehr ich Schuberts Lieder auch schätze, so schätze ich seine Instrumentalwerke doch noch höher«, sagte Antonín Dvořák einmal: »Wenn alle seine Kompositionen zerstört werden sollten bis auf zwei, so würde ich für die Rettung der letzten beiden Symphonien eintreten.« Es war eine erstaunliche Stellungnahme, die der schon zu Lebzeiten als einer der großen Symphoniker seiner Zeit anerkannte Dvořák abgab. Denn Franz Schubert galt lange nicht unbedingt als Meister symphonischer Kompositionen – schon gar nicht während seines kurzen, nur 31 Jahre währenden Lebens. Das erklärt, warum die von Dvořák angesprochenen letzten beiden Symphonien Schuberts erst lange nach dem Tod ihres Schöpfers aufgeführt wurden: Die in den Jahren 1825/1826 entstandene C-Dur-Symphonie D 944 etwa, die Robert Schumann mit einem »dicken Roman in vier Bänden« verglich, erlebte ihre erste historisch dokumentierte Aufführung erst 1839 in einem von Felix Mendelssohn Bartholdy geleiteten Konzert am Leipziger Gewandhaus. Mit einem Schlag verstand die Nachwelt, dass der bislang vor allem als »Liederfürst« und Komponist von Klavier- und Kammermusik bekannte Schubert zudem ein Symphoniker ersten Ranges war – eine Erkenntnis, die rund ein Vierteljahrhundert später durch die Entdeckung von Schuberts zweisätziger Symphonie h-Moll D 759, der Unvollendeten, untermauert wurde und peu à peu auch das Interesse an den früheren, zwischen 1813 und 1818 komponierten Symphonien des Komponisten weckte.

Iván Fischer – von 2012 bis Sommer 2018 Chefdirigent des Konzerthausorchesters Berlin und nach wie vor Leiter des Budapest Festival Orchestra – kombiniert bei seinem Gastauftritt am Pult der Berliner Philharmoniker Schuberts C-Dur-Symphonie D 944 mit zwei kleineren Orchesterwerken des Schubert-Verehrers Dvořák: den Legenden Nr. 6 und Nr. 10 aus dem 1881 entstandenen Opus 59 des böhmischen Komponisten. Dieses ursprünglich für Klavier zu vier Händen geschriebene, später von Dvořák selbst dann auch für Orchester gesetzte Werk widmete der Komponist dem Wiener Kritiker Eduard Hanslick. Dieser wiederum war einer der schärfsten Kritiker von Hugo Wolf, der im Mittelteil des Programms mit einer Reihe von Orchesterliedern vertreten ist. Solist dieses facettenreichen romantischen Programms ist der Bariton Christian Gerhaher, dessen mittlerweile 15 Jahre währende musikalische Partnerschaft mit den Berliner Philharmonikern durch die Ernennung zum Artist in Residence der Saison 2013/2014 einen besonderen Höhepunkt erfuhr.
Konzert

Silvesterkonzert mit Daniel Barenboim

Berliner Philharmoniker
Daniel Barenboim, Dirigent


Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klavier und Orchester D-Dur KV 537 »Krönungskonzert«
Maurice Ravel: Rapsodie espagnole
Maurice Ravel: Alborada del gracioso
Maurice Ravel: Pavane pour une infante défunte (Orchesterfassungen)
Maurice Ravel: Boléro

Als Daniel Barenboim am 12. Juni 1964 zum ersten Mal als Solist in Béla Bartóks Erstem Klavierkonzert bei den Berliner Philharmonikern gastierte, war er erst 21 Jahre alt und stand am Anfang seiner steilen Karriere. Seit diesem fulminanten Debüt verbinden den Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden und die Berliner Philharmoniker eine langjährige künstlerische Partnerschaft, wobei er seit seinem Dirigenteneinstand im Juni 1969 mit Werken von Haydn, Beethoven und Schumann auch regelmäßig am Pult des Orchesters zu erleben ist. Für die diesjährigen Silvesterkonzerte hat Daniel Barenboim Musik von Maurice Ravel und Wolfgang Amadeus Mozart ausgewählt – von letzterem dessen feierliches Klavierkonzert D-Dur KV 537, bei dem der Maestro selbst am Flügel Platz nehmen wird. Eine hintersinnige Kombination, da es Ravel, wie er in den 1956 postum in der Revue de Musicologie veröffentlichten Lettres bekannte, hinsichtlich seines Musikverständnisses ganz mit Mozart hielt: »Er [Mozart] beschränkte sich auf die Feststellung, dass es nichts gebe, was die Musik nicht versuchen, wagen oder darstellen könne, vorausgesetzt, sie höre nicht auf zu bezaubern und bleibe stets Musik.«

Dass Ravel »bezaubern« wollte, merkt man seinen Kompositionen deutlich an – etwa seinem »iberischen« Orchesterstück Alborada del gracioso, das nach dem tölpelhaften Spaßmacher der spanischen Komödie des 17. Jahrhunderts benannt ist. Sein morgendliches Ständchen wird von raffiniert imitierten Gitarren- bzw. von stimmungsvollen Tamburin- und Kastagnettenklängen begleitet. Ein anderes Spanien-Bild entwirft die Orchestermeditation Pavane pour une infante défunte, in der Ravel den zeremoniellen höfischen Schreittanz mit der Vorstellung einer schönen Prinzessin verband, die gestorben ist: Vor dem inneren Auge des Hörers beschwört die Musik in ungeahnter Plastizität die Welt des kastilisch-habsburgischen Hofzeremoniells sowie das faszinierende Ambiente des Escorial-Palastes Philipps II. herauf. Mit der Rapsodie espagnole schuf Ravel ein brillantes Orchestertriptychon, dessen erste beiden Sätze Malagueña und Habanera nach spanischen Tänzen benannt sind. Die abschließende Feria verweist demgegenüber auf Jahrmärkte im südfranzösisch-nordspanischen Grenzgebiet, die mit entsprechend ausgelassener Musik in Verbindung stehen. Natürlich darf an einem solchen Abend auch Ravels atemberaubender Boléro nicht fehlen, dessen narkotisierender musikalischer Sog vom nahezu unhörbaren Grundtakt der kleinen Trommel zu Beginn bis zur gigantischen Apotheose aller Orchesterinstrumente am Ende führt.
Liederabend

Liederabend mit Matthias Goerne und Daniil Trifonov

Matthias Goerne, Bariton
Daniil Trifonov, Klavier


Alban Berg: Vier Gesänge op. 2
Robert Schumann: Dichterliebe op. 48
Hugo Wolf: Drei Michelangelo-Lieder
Dmitri Schostakowitsch: Suite auf Verse von Michelangelo Buonarroti op. 145: Nr. 6 Dante
Dmitri Schostakowitsch: Suite auf Verse von Michelangelo Buonarroti op. 145: Nr. 10 Tod
Dmitri Schostakowitsch: Suite auf Verse von Michelangelo Buonarroti op. 145: Nr. 9 Nacht
Johannes Brahms: Vier ernste Gesänge op. 121

Als Liedbegleiter ist Daniil Trifonov, in dieser Saison Artist in Residence der Berliner Philharmoniker, nicht oft zu erleben. Dass der Starpianist jedoch auch diese Aufgabe bravourös beherrscht, zeigt er in einem gemeinsamen Liedprogramm mit dem Bariton Matthias Goerne. »Goernes kraftvolle stimmliche Statur […] bot den mächtigen Widerpart zu Trifonovs wandlungsfähiger Eleganz. Eine Sternstunde mit zwei starken Individualisten, die im besten Sinne traumwandlerisch interagierten«, lobte der Spiegel das ungewöhnliche Duo, das bereits u. a. bei den Salzburger Festspielen und in der Carnegie Hall zu erleben war. Das Programm ist allerdings nichts für schwache Nerven: Es geht um Schmerz, Verzweiflung, unerfüllte Liebe und Todessehnsucht.

Die Vier Lieder op. 2 nach Gedichten von Friedrich Hebbel und Alfred Mombert, die der 25-jährige Alban Berg während seiner Studienzeit bei Arnold Schönberg schrieb, besingen den Schlaf – als Metapher für den Tod. Kongenial gelingt es dem jungen Komponisten, der in diesem Werk bereits die Grenzen der Tonalität sprengt, Musik und Text zu einer stimmigen Einheit zu verschmelzen. Um den Tod und die Vergänglichkeit des Lebens kreisen auch die Vier ernsten Gesänge, in denen Johannes Brahms, das eigene Ende ahnend, Texte aus dem Alten Testament vertonte. Zwischen diesen Programmpunkten führen Matthias Goerne und Daniil Trifonov Robert Schumanns Dichterliebe auf, jenen Zyklus, der als einer der wichtigsten Beiträge zum romantischen Kunstlied gilt und das schmerzvolle Erleben einer nicht erwiderten Liebe beschreibt. Außerdem interpretieren sie Lieder von Hugo Wolf und Dmitri Schostakowitsch. Beide Komponisten verwendeten in ihren Werken Verse eines Dichters, den man eher als Bildhauer kennt: Michelangelo Buonarroti, der in seinen Zeilen eine ganz eigene Sicht auf die Liebe, das Leben und den Tod vermittelt.
Konzert

Lunchkonzert

Aufführungen / Theater Schauspielhaus Zürich Zürich, Rämistrasse 34
Aufführungen / Theater Theater an der Wien Das neue Opernhaus Wien, Linke Wienzeile 6
Aufführungen / Theater Schauspiel Köln Köln, Schanzenstr. 6-20
Aufführungen / Konzert Philharmonie Luxembourg Luxembourg, 1, Place de l'Europe
Aufführungen / Konzert Duisburger Philharmoniker Duisburg, König-Heinrich-Platz
Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Theater Theater Konstanz Konstanz, Konzilstraße 11
Aufführungen / Theater Staatsschauspiel Dresden Dresden, Theaterstraße 2
Aufführungen / Konzert Gürzenich-Orchester Köln Köln, Bischofsgartenstr. 1
Aufführungen / Oper Wiener Staatsoper Wien, Opernring 2
Aufführungen Glocke Bremen Bremen, Domsheide 6-8
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Aufführungen / Theater Vorarlberger Landestheater Bregenz, Seestr. 2
Aufführungen / Theater Lofft Leipzig Leipzig, Lindenauer Markt 21
Aufführungen / Theater Theater im Pfalzbau Ludwigshafen Ludwigshafen, Berliner Str. 30
Aufführungen / Oper Oper Köln Köln, Offenbachplatz
Aufführungen / Theater Theater Erfurt Erfurt, Theaterplatz 1
Aufführungen / Theater Deutsches Schauspielhaus Hamburg Hamburg, Kirchenallee 39
Aufführungen / Oper Staatsoper Stuttgart Stuttgart, Oberer Schloßgarten 3