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Theater an der Wien – Das Opernhaus

Wiens jüngstes und zugleich ältestes Opernhaus.

Und es ist nicht irgendein Theater, sondern das Haus, das Emanuel Schikaneder, vielseitiges Genie, Schauspieler, Organisationstalent und vor allem Librettist der Zauberflöte, 1801 im Geiste Mozarts in Wien erbauen ließ.

Seit Januar 2006, mit den Jubiläumsfeiern zu Mozarts 250. Geburtstag, präsentiert sich das Theater an der Wien als neues Opernhaus der Stadt Wien. Als ganzjährig bespieltes Stagione-Opernhaus eröffnet das Theater an der Wien eine neue, eigenständige Kategorie im anspruchsvollen Wiener Kulturbetrieb. Zwölf Monate im Jahr – mit monatlich einer Premiere – wird Oper im Stagione-System gespielt: das bedeutet gleich bleibende Besetzung von der ersten bis zur letzten Vorstellung und damit kontinuierliche Qualität auf höchstem internationalen Niveau.

Der moderne, offene Zugang zum Musiktheater durch Programm, Bespielung und Künstler wird durch das Haus selbst, seine Architektur und lebendige Lage betont. Ambiente und Materialien, intime Atmosphäre und ideale Akustik im historischen Theater animieren zum Öffnen der Sinne für das Schöne. Das Theater an der Wien stellt bewusst einen wechselseitigen Bezug zu seiner lebendigen Umgebung am Naschmarkt und zur jungen Kulturszene rund um das Schleifmühlviertel her.

Kontakt

Theater an der Wien – Das Opernhaus
Linke Wienzeile 6
A-1060 Wien

Telefon: +43 (1) 588 30-1010, Kartentelefon / (+43/1) 58885
Fax: +43 (1) 588 30 991010
E-Mail: info@theater-wien.at

 

Öffnungszeiten Tageskasse Theater an der Wien:
Montag – Samstag, 10 – 18 Uhr
Bewertungschronik

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Theater an der Wien – Das Opernhaus

© Monika Rittershaus
Oper

Porgy and Bess

by George Gershwin, DuBose and Dorothy Heyward and Ira Gershwin

Oper in drei Akten (1935)
Musik von George Gershwin
Libretto von Edwin DuBose Heyward

Ein Elendsviertel rund um die Catfish Row in Charleston ist Heimat vieler Afroamerikaner. Es sind arme Menschen, mehr oder weniger gescheiterte Existenzen am unteren Rand der sozialen Leiter, die versuchen, hier ihr Dasein zu fristen. Aber aufgrund der Rassentrennung haben sie keine echte Zukunftsperspektive. Unter ihnen ist der lahme Bettler Porgy, der mit einer Ziege und einem Handkarren umherzieht. An einem warmen Abend geraten beim Würfelspiel einige Männer in Streit, der aggressive Crown ersticht dabei seinen Kontrahenten und setzt sich ab. Er hat bislang mit der hübschen Bess zusammengelebt, die nun bei Porgy unterkommt – was Porgy sehr freut, hatte er doch schon immer ein Auge auf sie geworfen, aber nie geglaubt, als lahmer Krüppel von ihr jemals beachtet zu werden. Erstaunlicherweise entwickelt sich zwischen Porgy und Bess eine starke Zuneigung. Auch als ein anderer Mann, Sportin’ Life, versucht, Bess zu überreden, mit ihm nach New York zu gehen, lehnt sie ab. Sie fühlt sich jetzt zu Porgy gehörig. Bei einem Picknickausflug auf eine Insel, den die ganze Straßengemeinschaft – außer Porgy – unternimmt, taucht plötzlich Crown wieder auf, da er sich dort versteckt hält. Er bedrängt Bess heimlich, bis sie unter seinen zudringlichen Liebkosungen schwach wird und ihm in den Wald folgt. Die anderen fahren ohne sie zurück, eine Woche bleibt sie verschwunden und kehrt dann verstört und krank zu Porgy zurück. Sie erholt sich langsam, gesteht Porgy alles, beteuert ihm aber ihre Liebe. Sie will nicht, dass so etwas wieder geschieht. Er verzeiht ihr, und beide leben erneut in Harmonie. Aber einige Zeit später kehrt Crown zurück und will Bess holen. Porgy tötet Crown. Die Polizei identifiziert ihn zwar nicht als den Mörder, bringt ihn jedoch wegen eines kleinen Vergehens ins Gefängnis. Während er fort ist, hat Bess keinen Halt und glaubt Sportin’ Life, dass Porgy nie mehr aus dem Gefängnis kommen wird. Nun geht sie doch mit nach New York. Wider Erwarten darf Porgy nach einer Woche das Gefängnis verlassen und findet Bess nicht mehr. Als er hört, wohin sie aufgebrochen ist, beschließt er, ihr nachzufahren, und macht sich mit seiner Ziege und seinem Handkarren auf den Weg Richtung New York.

Musikalische Leitung: Wayne Marshall
Inszenierung: Matthew Wild
Ausstattung: Katrin Lea Tag
Co-Kostümdesignerin: Lejla Ganic
Choreografie: Louisa Talbot
Licht: Bernd Purkrabek

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Kinderprogramm

Reif für die Insel

Premiere: Mittwoch, 4. November 2020

Eine Produktion der Armin Berg Gesellschaft im Auftrag des Theater an der Wien in Zusammenarbeit mit dem Letzten Erfreulichen Operntheater LEO.

Georg Wacks entwirft nach einem Gemälde von William Tuner mit beharrlicher Unterstützung seines beispiellosen Ensembles das sehnsüchtigste Jubiläumsprogramm des historischen Kabaretts: REIF FÜR DIE INSEL.

Das zwölfte Programm steht unter dem Eindruck des Aufbruchs und des Abschieds. Zwischen Gibraltar und Honolulu, Zanzibar und Mazzesinsel, Fisch und Chips und Bing Crosby führt das Ensemble das geliebte Publikum in die schöne und bizarre Welt des historischen Kabaretts.

Erleben Sie Christoph Wagner-Trenkwitz in Rotkäppchen und die scharfe Wölfin, bestaunen Sie Martin Thoma in seinem fünften Element, bewundern Sie die Irische Volks- und Kampftanztruppe Very Good Friday, verehren Sie Elena Schreiber, die bedeutendste lebende Diva des jungen Jahrtausends und beglücken Sie sich mit Stefan Fleischhacker, dem virtuosesten Kunstpfeifers des Planeten.

Weitere Höhepunkte: die Radioübertragung der letzten Chemnitzer Tanzolympiade,

Fritz Grünbaum, Armin Berg, Rainer Maria Rilke, die Entdeckung Amerikas, die Kunst des Hula, und natürlich: The Definitely Last Night of the Proms.

Georg Wacks geleitet das coronabedingt dezimierte Publikum treffsicher durch die vom Hurrikan der historischen Ereignisse gepeitschte See.

Die aufsehenerregend kunstvolle Ausstattung von Stefan Fleischhacker und Elena Schreiber steht ganz im Zeichen der Visionen von Paul Gauguin.

Das feinfühlige Ensemble „Albero Verde“ besorgt in gewohnt vollkommenem Spiel die Musik.

Marie-Theres Arnbom präsentiert in der begleitenden Jubiläumsausstellung „Perfides Albion – Exil in Großbritannien“ Erhellendes und neu verschollene Artefakte aus den Kabaretts.

KONZEPTION & INSZENIERUNG: Georg Wacks
AUSSTATTUNG: Stefan Fleischhacker, Elena Schreiber
LICHT: Franz Tscheck

20.00 Uhr bis ca. 21:30 Uhr (keine (Pause)

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Oper

Le nozze di Figaro

Commedia per musica in vier Akten (1786)

Premiere: 12. November 2020

Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Lorenzo Da Ponte
Nach der Komödie "La folle journée ou Le mariage de Figaro" von Pierre Augustin Caron de Beaumarchias

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Neuproduktion des Theater an der Wien

Einst hatte der Graf Almaviva die bürgerliche Rosina mit Hilfe des Barbiers Figaro aus den Klauen ihres geldgierigen Vormunds Doktor Bartolo befreit und zu seiner Frau gemacht. Seitdem leben sie auf einem Schloss in der Nähe von Sevilla. Figaro gehört als Kammerdiener zur häuslichen Equipage ebenso wie seine Verlobte, Susanna, die Kammerzofe der Gräfin. Nach der für bald avisierten Hochzeit wollen sie gemeinsam das ihnen vom Grafen zugewiesene Zimmer beziehen. Während Figaro es zunächst noch für einen Vorteil hält, dass ihr Zimmer neben den gräflichen Gemächern liegt, klärt ihn Susanna über die Absichten Almavivas auf: Der Graf hat ein Auge auf sie geworfen. Seit geraumer Zeit langweilt er sich in seiner Ehe und sieht sich gerne nach neuen Objekten um. Nun soll es also Susanna sein. Aber der Graf muss List und Verführung einsetzen, denn er selbst hat das dem Adel zustehende „ius primae noctis“ – das Recht der ersten Nacht – abgeschafft. Die Gräfin weiß längst, dass ihr Gatte ihr untreu ist und spricht sich bei Susanna aus. Diese erzählt ihm von den Annäherungsversuchen des Grafen ihr gegenüber. Figaro kommt hinzu und schnell ist ein Plan geschmiedet: Einerseits soll dem Grafen vorgetäuscht werden, seine Frau hätte einen Liebhaber und andererseits wird ihm ein Stelldichein mit Susanna in Aussicht gestellt, zu dem aber der als Frau verkleidete Page Cherubino erscheinen soll. Der Plan geht nicht in vollem Umfang auf… Die Gräfin hat die Hoffnung nicht aufgegeben und will um die Liebe ihres Mannes kämpfen. Susanna und sie verabreden, nach der Hochzeit die Kleider zu tauschen – sie verfolgen nun ihren eigenen Plan. Endlich findet die Hochzeit statt. Susanna übergibt dem Grafen heimlich einen von der Gräfin vorher diktierten Liebesbrief, Figaro plagt die Eifersucht. Im nächtlichen Garten beginnt nun das Verwirrspiel: Das frisch getraute Paar führt sich gegenseitig an der Nase herum, Cherubino will die Gräfin küssen, küsst versehentlich aber den Grafen, wofür Figaro wiederum eine Ohrfeige kassiert. Schließlich erspäht der eifersüchtige Graf seine Gattin mit Figaro. In flagranti möchte er sie der Öffentlichkeit preisgeben. Aber vorher fand da doch dieser Kleidertausch statt…

Emmanuele Conegliano: 1749 geboren, 1763 vom Judentum zum Katholizismus konvertiert, 1765 niedere Weihen, 1773 Weihe zum Abbé, seit 1783 Dichter für das italienische Theater bei Joseph II. in Wien – uns besser bekannt als Lorenzo Da Ponte, kongenialer Librettist von Wolfgang Amadeus Mozart sowie ein Filou mit zahlreichen amourösen Beziehungen, Schulden und Rechtsstreitigkeiten. Wie genau die Zusammenarbeit mit Mozart – Figaro war das erste gemeinsame Werk der beiden – zustande kam, ist nicht mehr exakt rekonstruierbar. Gerüchteweise trafen sie sich schon im Jahr 1783. Es existieren zwar die Memoiren Da Pontes, allerdings sind diese als historisches Dokument wenig ernst zu nehmen. Fest steht, dass Mozart die Oper Il barbiere di Siviglia von Giovanni Paisiello kennen musste, denn sie war – als erste Vertonung von Beaumarchais’ Figaro-Trilogie – sehr erfolgreich in Wien 1783 gezeigt worden, und die beiden Komponisten hatten sich im Jahr darauf auch kennengelernt. Als dann das zweite Stück um diesen umtriebigen Barbier erfolg- und skandalreich in Paris herauskam, war die Idee, dem Erfolg Paisiellos auf der Basis des neuen Beaumarchais- Stücks nachzueifern, naheliegend. Mozart und Da Ponte mussten allerdings die politisch brisante Vorlage erheblich entschärfen, um zur Aufführung ihres Opernprojektes an der Wiener Hofoper 1786 die Erlaubnis erhalten zu können. Im Libretto hat Da Ponte vor allem die diffizilen Gefühlsbeziehungen zwischen den Figuren herausgearbeitet und Mozarts Kompositionskunst damit eine ebenbürtige Vorlage geliefert: Seine Musik vertieft die Charaktere in einem Maße, das in der Geschichte der Oper kaum mehr erreicht wurde und aus der Komödie ein Seelendrama macht. Trotz Da Pontes Entpolitisierung zeigt das Werk aber immer noch den gesellschaftlichen Umbruch vom Ancien Régime zum bürgerlichen Zeitalter – die Macht des Grafen ist gebrochen, er muss sich einer bürgerlichen Gefühlsmoral beugen. Da dieses bürgerliche Zeitalter immer noch andauert, sind die Ereignisse des Stückes für uns nach wie vor von Interesse, und Mozarts Musik bewirkt, dass uns darüber hinaus die Emotionen seiner Modellfiguren immer wieder tief anrühren.

MUSIKALISCHE LEITUNG: Stefan Gottfried
INSZENIERUNG: Alfred Dorfer
AUSSTATTUNG: Christian Tabakoff
LICHT: Benedikt Zehm

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Konzertante Aufführung

Oreste

Opernpasticcio in drei Akten (1734)
Musik von Georg Friedrich Händel
Libretto von Giovanni Gualberto Barlocci

Konzertante Aufführung in italienischer Sprache

Der Opferung durch ihren eigenen Vater Agamemnon auf Aulis konnte Iphigenie noch knapp entgehen. Dafür erdolchte ihre Mutter Klytämnestra später Agamemnon. Iphigenies Bruder Orest rächte den Vater und tötete die Mutter. Der Fluch der Tantaliden schwebt über Iphigeniens Schicksal: Solange der frevlerische Stammvater Tantalos noch Nachfahren hat, soll jeder einzelne von ihnen ein weiteres Familienmitglied töten. Zu Beginn der Saison 1734 war Händel in London einmal mehr gezwungen, ein neues Opernunternehmen zu gründen. Sein Pachtvertrag im Haymarket Theatre war abgelaufen und das Theater sollte fortan von seiner Konkurrenz, der Opera of the Nobility, bespielt werden, die zudem sämtliche in London beliebten Sängerinnen und Sänger engagiert hatte. Händel wechselte in das neue Covent Garden Theatre und stellte unter großem Zeitdruck das Pasticcio Oreste aus Teilen seiner eigenen Werke zusammen, die er im Verlauf von 27 Jahren komponiert hatte. Die Handlung folgt einem Libretto von Giovanni Gualberto Barlocci nach Euripides’ Drama Iphigenie bei den Taurern, macht aber nicht, wie später Gluck und Goethe, Iphigenie, sondern ihren Bruder zur Titelfigur. Das Händel-Pasticcio weist in der Besetzung deutliche Abweichungen zum antiken Mythos und zur späteren Goethe-Version auf, die der Pragmatik des Opernbetriebs geschuldet sind. In Oreste dient Iphigenie auf Tauris ebenfalls als Priesterin, ihr Bruder Oreste aber trifft allein ein. Sein Freund Pylades folgt mit Orestes Frau Hermione, die bei Euripides noch nicht enthalten ist und als Rolle für Händels Primadonna Anna Maria Strada konzipiert war. In Anwesenheit von König Georg II. wurde Oreste am 18. Dezember 1734 im Covent Garden Theatre, dem Vorgängerbau des heutigen Royal Opera House, zwar „mit großem Applaus“ uraufgeführt, brachte es aber nur auf zwei weitere Folgevorstellungen. Obwohl Händel den Oreste als eigenständiges, vollwertiges Drama betrachtete und die Pasticcio-Praxis im Barock weit verbreitet war, war das Werk zweieinhalb Jahrhunderte lang vollständig vergessen. Erst 1988 wurde es bei den Händelfestspielen in Halle wiederentdeckt und 1991 in die Hallische Händel-Ausgabe, die historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke Händels, aufgenommen.

MUSIKALISCHE LEITUNG: Maxim Emelyanychev
ORCHESTER: Il pomo d´oro

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Kinderprogramm

Kinder an der Wien:
Figaro und die Detektiv*innen

Interaktives Musiktheater im Großen Haus
KRIMIOPER für Kinder von 6-10 Jahren

Ab 22. November 2020 bieten wir eine neue, spannende Krimioper für Kinder an! Aufgrund der aktuellen Lage ist es nicht möglich, unsere erfolgreiche, interaktive Wanderoper Papagena jagt die Fledermaus im Dezember wiederaufzunehmen. Daher haben wir uns entschlossen, unser geplantes Konzept für Figaro und die Detektiv*innen, das ebenso mit den Kindern, den Sänger*innen und einem kleinen Ensemble durch das ganze Theater an der Wien führen sollte, vorzuziehen und „Corona-sicher“ zu verändern. Die Produktion wird im Großen Haus mit fix zugewiesenen Sitzplätzen und mit Abstand stattfinden – von ihrem Platz aus können die Kinder selbst mitraten und ermitteln.

Konzept: Anna Katharina Bernreitner & Catherine Leiter
Text: Catherine Leiter
Arrangements: Leonard Eröd
Musikalische Leitung: Raphael Schluesselberg (22.11.-22.12.2020) & Viktor Mitrevski (23.-30.12.2020)
Inszenierung: Anna Katharina Bernreitner
Ausstattung: Hannah Rosa Oellinger & Manfred Rainer
Mit: Anita Rosati, Barbara Angermaier, Said Gobechiya, Christina Sidak

Karten: info@theater-wien.at | Kinder € 8,- / Begleitperson € 20,-

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Konzert

Egmont & Fidelio

anlässlich des 250. Geburtstages von Ludwig van Beethoven am 16.12.2020

EGMONT
Schauspielmusik zu Johann Wolfgang von Goethes Trauerspiel "Egmont"

FIDELIO
aus der Oper in zwei Akten:
Ouvertüre (1814)
Arie der Leonore - „Komm, Hoffnung, lass’ den letzten Stern“ (1806)
Arie des Rocco - "Hat man nicht auch Gold beineben"
Gefangenenchor - „O welche Lust, in freier Luft“ (1814)

Ludwig van Beethoven beschäftigte sich Zeit seines Lebens mit dem Topos Freiheit, was sie für den Menschen bedeutet und wie wichtig sie für uns alle ist. In Graf Egmont, dem Protagonisten des gleichnamigen Goetheschen Dramas, fand Beethoven seinen Idealtypus des Freiheitskämpfers. Zu einer Aufführung im Wiener Burgtheater 1810 komponierte er die 10-teilige Schauspielmusik, obwohl die Handlung nur fünf Stücke verlangte. Das berühmteste Stück daraus, eigentlich eines der berühmtesten Beethoven-Stücke überhaupt, ist die Ouvertüre. Sie entstand am Ende des Kompositionsprozesses und es heißt von ihr, sie antizipiere die Ereignisse des folgenden Dramas. Einen ersten Verweis auf Spanien als Unterdrücker gibt Beethoven schon in ihrer formalen Anlage: Die Ouvertüre ist als Sarabande angelegt, einem höfischen Tanz, der ursprünglich aus Spanien stammt. Da aber im weiteren Verlauf der musikalische Bezug zu den Figuren fehlt, bleibt es spekulativ, welcher Charakter mit welchem musikalischen Motiv ausgedeutet wird.
Sehr viel konkreter geht es in Beethovens einziger Oper Fidelio zu. Diese entstand hauptsächlich in den Jahren 1804 und 1805 im und für das Theater an der Wien. Es ist die Geschichte um die mutige Liebe der Leonore, die – getarnt als Fidelio – sich bei Kerkermeister Rocco einschleicht, weil sie dort ihren zu Unrecht eingekerkerten Ehemann Don Florestan vermutet. Jedoch weiß sie nicht genau, ob es sich bei dem geheimnisvollen Gefangenen tatsächlich um ihren Gatten handelt oder nicht. Sie darf Rocco in den Kerker begleiten, um ein Grab zu schaufeln. Und dort erblickt sie in einem Schatten eine schemenhafte, ausgemergelte Gestalt, die sie nicht zu erkennen vermag. Das Leid des Gefangenen berührt sie tief, woraufhin sie entscheidet: „Wer du auch seist, ich will dich retten.“ Leonore ist bereit, ihr eigenes Leben und damit das ihres potenziell noch nicht gefundenen Gatten zu riskieren, um einer ihr unbekannten Person das Leben zu retten und Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen. Denn ein derartiges Unrecht wiegt bei jedem Menschen gleich. Dieser Moment ist schwer zu ertragen, denn er steht modellhaft für eine Haltung, die selten geworden ist.

(keine Pause)

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Kinderkonzert

Looking 4 Ludwig

Stationen-Konzert im Rahmen des Beethoven-Festes des Theater an der Wien „Beethoven 250“

Kathrin Waldner, Flöte
Anna Lesjak, Gitarre
Bojana Popovicki, Akkordeon
Christina Renghofer, Klavier
Hartmann Quartett: Maxim Tzekov, Emil Geber, Nicolás Bernal-Montaña, Domonkos Hartmann


Mit Musik von Ludwig van Beethoven

Buch: Christoph Wagner-Trenkwitz und Ksenija Zadravec

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Musiktheater

Giasone

Drama musicale in drei Akten (1649)

Premiere: 29. November 2020

Musik von Francesco Cavalli
Libretto von Giacinto Andrea Cicognini

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Neuproduktion des Theater an der Wien in der Kammeroper

Der Sonnengott freut sich über die bevorstehende Hochzeit seiner Enkelin Medea mit Giasone, während Amor zürnt, da er Giasone längst mit Isifile vereint hat. Herkules ärgert sich dagegen über Giasone, weil dieser mehr an Medea als an seine Mission, das Goldene Vlies zu beschaffen, denkt. Medea ihrerseits erfreut sich am Glück mit Giasone und schert sich nicht um das Gejammer des in sie verliebten Egeo. Sie ist dazu bereit, Giasone bei der Beschaffung des Goldenen Vlies’ zu helfen und beschwört mittels ihrer Zauberkräfte die Höllengeister, die bei Pluto erreichen sollen, dass Giasone in die Lage versetzt wird, die das Vlies bewachenden Drachen zu bezwingen. Oreste, der sich auf Geheiß Isifiles auf den Weg gemacht hat, um nach ihrem Verlobten zu suchen, muss ihr berichten, dass Giasone nun Medea heiraten wolle. Oreste schöpft Hoffnung, ist er doch selbst in Isifile verliebt, diese denkt allerdings nur an Rache. Giasone gelingt es tatsächlich mit Medeas und Plutos Hilfe, das Goldene Vlies von Gioves Altar zu stehlen, muss abermit Medea vor dem empörten Volk fliehen. Auch Giove ist über den an seinem Altar begangenen Frevel erzürnt und lässt Giasones Schiff ins Land Isifiles treiben und kentern. Dort begegnen sich die beiden Rivalinnen. Zum Schein verspricht Giasone Isifile, bei ihr zu bleiben und sie zu heiraten, gibt aber in Wahrheit auf Betreiben Medeas seinem getreuen Hauptmann den Auftrag, Isifile zu töten. Egeo, der den beiden gefolgt ist, hört plötzlich Medeas Hilferufe, hat doch der Hauptmann versehentlich nicht Isifile, sondern Medea von den Klippen ins Meer gestürzt. Es gelingt Egeo, Medea zu retten, die ihn dankbar umarmt und sich mit ihm versöhnt, aber von ihm Giasones Tod fordert. Von Gewissensbissen geplagt, ist Giasone eingeschlafen. Als Egeo ihn töten will, kann Isifile dies im letzten Moment verhindern, allerdings hält Giasone sie selbst für die Attentäterin, weil Egeo zuvor noch unentdeckt fliehen konnte. Doch da erscheint Medea und fordert Giasone auf, zu seiner Braut zurückzukehren, die er in Wahrheit noch immer liebt. Als Giasone seine alte Liebe zärtlich umarmt, sind auch die Götter zufrieden, haben doch alle von Amor bestimmten Paare zueinander gefunden.

Francesco Cavalli (1602-76) ist unter den ersten, die sich in Venedig mit unerschöpflicher Energie der neuen Gattung Oper widmen. Denn erst in Venedig, der republikanischen Weltstadt an der Adria, wird die Oper dank der Begeisterung aller zahlungsfähigen Bevölkerungsschichten zu einer populären Kunstform. Aus gelehrten Experimenten und höfischen Vergnügungen entsteht so die zentrale Kunstform des Barockzeitalters. Cavalli entwickelt den Stil Monteverdis mit einem außergewöhnlichen Melodienreichtum weiter. In Giasone finden wir bereits alle bewährten Charakteristika der später so vielfältigen venezianischen Oper, die von einer ausgewogenen Mischung aus ernsten und komischen Szenen geprägt sein wird, in denen sich expressive Rezitative mit eingängigen, schlagertauglichen Gesängen abwechseln. Da herrscht ein scheinbar chaotisches Durcheinander verschiedener Themen und Stile, die allerdings perfekt ausbalanciert sind, da finden wir eine Fülle unterschiedlicher Charaktere aus allen Schichten des Volkes und sind mit einem unvermuteten Wechsel von Tragik zu Komik konfrontiert, der staunen und schwindlig macht. Giasone wurde dadurch allerdings auch zum bevorzugten Angriffsziel der konservativen Accademia dell’Arcadia, die das Werk zum Symbol der „venezianischen Dekadenz“ erklärte. Giasone wurde 1649 erstmals am Teatro S. Cassiano aufgeführt, also an jenem Theater, das – 1637 eröffnet – als erstes öffentlich zugängliches Opernhaus Venedigs gilt. Innerhalb weniger Jahre wurde die neue Oper zu einem der meistgespielten Werke im 17. Jahrhundert; in fast jeder größeren Stadt Italiens wurde sie erfolgreich aufgeführt. Der Titelheld ist natürlich niemand anderer als jener Jason aus der Argonauten-Sage, der mit Hilfe Medeas das Goldene Vlies raubt. Doch Cavalli und sein Librettist Cicognini haben die antike Sage ziemlich eigenwillig für ihre Bedürfnisse abgeändert, denn das Publikum erwartete während des Karnevals deftige Unterhaltung, keine blutigen Tragödien, zudem ein Lieto fine, also einen glücklichen Ausgang der Handlung. Daher endet diese Version der Argonauten-Sage unerwartet und ungewöhnlich glücklich mit mehreren recht schrägen Liebespaaren.

MUSIKALISCHE LEITUNG: Benjamin Bayl
INSZENIERUNG: Georg Zlabinger
BÜHNE: Martin Zlabinger
KOSTÜM: Angelika Pichler
LICHT: Franz Tscheck

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Ballett

Platée

Ballet-bouffon in einem Prolog und drei Akten (1749)

Premiere: 14. Dezember 2020

Musik von Jean-Philippe Rameau
Libretto von Jacques Autreau
revidiert von Adrien-Joseph Valois d´Orville und Balot de Sovot

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Wiederaufnahme der Theater an der Wien-Produktion von 2014

Jupiter, oberster der Götter und untreuester aller Ehemänner, möchte seiner Gattin Juno ein für alle Mal ihre Eifersucht austreiben – um dann von ihr unbehelligt seinen außerehelichen Interessen nachgehen zu können. Zurzeit allerdings verfolgt er kein derartiges amouröses Projekt, Juno ist trotzdem voll Misstrauen und Wut auf ihren Mann und zerstört mit wilden Stürmen die Erde. Sie hat schon die gesamte Ernte ruiniert, den Menschen droht eine Hungersnot. Der Zustand ist unhaltbar und liefert Jupiter einen weiteren Grund, seine Frau von ihrer Raserei abbringen zu müssen. In seinem Auftrag schmieden Mercure und dessen Freund Cithéron einen tückischen Plan, wie sie Juno heilen und die Menschen aus der Not retten können. Cithéron wird seit einiger Zeit hartnäckig von der hässlichen Sumpfnymphe Platée mit Liebe verfolgt. Sie ist völlig davon überzeugt, dass ihrer Schönheit und Eleganz kein Mann widerstehen könnte und begreift Cithérons Abweisungen nicht. Nun sieht er die Möglichkeit, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, nämlich Juno zu beruhigen und Platée loszuwerden. Der eitlen Sumpfnymphe wird weisgemacht, Jupiter hätte sich in sie verliebt und wolle sie heiraten. Der Göttervater, in den Plan eingeweiht, spielt seine Rolle in mythologischer Tradition: Werbend erscheint er Platée als Wolke, singt ihr als Esel und als Eule zarte Liebeslieder und überwältigt sie schließlich mit seinem olympischen Glanz. Platée ist von solcher Ehre ganz hingerissen und fällt begeistert auf Jupiters vorgeheuchelte Liebe herein. Eine große Hochzeitsfeier mit viel Tanz, großem Büffet und illustren Gästen wird anberaumt. Inzwischen haben Mercure und Cithéron Juno diskret über die angebliche neue Affäre ihres Mannes informiert. Kurz vor der fingierten Trauung platzt sie in das Fest und reißt der vermeintlichen Braut wutentbrannt den Schleier herunter. Angesichts der Hässlichkeit Platées muss Juno aber sofort über ihre eigene verblendete Eifersucht lachen und versöhnt sich mit Jupiter. Auf der Erde herrscht endlich schönes Wetter, Cithéron und Jupiter haben ihre Ruhe, nur Platée sitzt wieder einsam und gedemütigt in ihrem Sumpf, als die ganze Göttergesellschaft zum Olymp zurückkehrt.

Jean-Philippe Rameaus Ballet bouffon Platée gibt formal vor, eine Tragédie, eine ernsthafte französische Oper, zu sein: Es besteht aus Prolog, drei Akten mit viel Tanz, und die Handlung stammt aus der antiken Mythologie. Auch der Entstehungsanlass hätte eigentlich ein seriöses, wenn auch gut endendes Stück verlangt, denn Rameau schrieb diese Oper für die Hochzeit des französischen Thronfolgers im März 1745 in Versailles, einem der letzten großen Feste des Ancien Régime. Aber Platée ist keine verklärende Huldigungsoper für die höfische Gesellschaft, sondern eine raffinierte Satire auf die menschlichen Eitelkeiten wie auf arrogante Überheblichkeit. Kein Wunder, dass diese Intrige um die hässliche, selbstverliebte Sumpfnymphe – en travestie von einem Tenor gesungen – in Versailles wenig Anklang fand. Erst Aufführungsserien in Paris vor einem bürgerlichen Publikum machten Platée ab 1749 zu einem der erfolgreichsten Stücke Rameaus. Man ergötzte sich an der fein komponierten, subtilkomischen Musik und den Sprach- und Lautspielen – dem Quaken der Sumpffrösche, dem I-ahen Jupiters in Eselsgestalt. Aber es sind nicht allein die laut-burlesken Elemente, die das Werk auszeichnen, Rameau stellt die ungeschickte, provinzielle Platée, die von einem glamouröseren Dasein träumt, nicht nur als dumm und zurecht gedemütigt dar, er schildert auch ihren Kummer, wenn sie so brutal ausgelacht und verhöhnt wird, und wie bemitleidenswert das böse Ende ihres unverhofften Aufstieges ist. So birgt dieses Ballet bouffon doch einen ernsten Kern, indem sich beim scheinbar heiteren Schluss die egozentrische Kaltherzigkeit der Mächtigen, Reichen und Schönen als tadelnswerter erweist als die beschränkte Eitelkeit der Sumpfnymphe. Jean-Jacques Rousseau, der sonst wenig von Rameau hielt, bejubelte Platée 1750 „als das allerbeste Musikstück, das bis heute auf unseren Bühnen zu hören war.“ In Robert Carsens Inszenierung von 2014 spielen die mythologischen Ereignisse in der Welt der Pariser Haute Couture und als Jupiter erscheint der – inzwischen wirklich in den Olymp entrückte – Modegott Karl Lagerfeld. Eine brillant-sinnfällige Übersetzung dieser satirischen Oper in unsere Zeit.

MUSIKALISCHE LEITUNG: William Christie
INSZENIERUNG: Robert Carsen
AUSSTATTUNG: Gideon Davey
LICHT: Robert Carsen und Peter van Praet
CHOREOGRAPHIE: Nicolas Paul
DRAMATURGIE: Ian Burton

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Platée

Liederabend

Tod eines Pudels

Satirischer Liederabend

Musik von Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Robert Schumann, Johannes
Brahms, Georges Bizet, Gustav Mahler, Erich Wolfgang Korngold u.a.

Wer kennt ihn nicht, den klassischen Liederabend? Der lyrische Tenor Gustav Walter begründete ihn um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Wien, indem er öffentliche Konzerte organisierte, bei denen er seine Interpretationen von Schubert-Liedern sang. Bis heute erfreut sich diese Form des Konzertabends großer Beliebtheit, ob sie nun in einem großen Konzertsaal stattfindet oder im Wohnzimmer der Künstlerin oder des Künstlers nebenan. Meist weiß das Publikum, was es erwarten kann: Vorgegebene Liederzyklen wie Beethovens An die ferne Geliebte oder Mahlers Kindertotenlieder, thematische Schwerpunkte wie Jahreszeiten, (religiöse) Feste, Länder oder Stimmungen sowie Hommagen an Persönlichkeiten (Goethe-Liederabend), Komponisten (Schubertiade) oder berühmte Sängerinnen oder Sänger. Wahlweise stellt die Sängerin oder der Sänger ein persönliches Programm zusammen, das im Idealfall nicht nur aus zufällig aneinander gestückeltem, bereits bekanntem Repertoire besteht, sondern in dem sich das künstlerische Profil der Interpretinoder des Interpreten spiegelt. Der künstlerischen Fantasie sind wenig Grenzen gesetzt und so kann diese im Grunde simple Konzertform vielgestaltig und erweiterbar auf der gesamten Welt stattfinden. Aber vielen Liederabenden ist eines gemein: Sie transportieren oft – nicht immer! – eine gewisse Ernsthaftigkeit oder Sachlichkeit. Aber es geht auch anders! In dem Liederabend Tod eines Pudels treffen sich Klassik und Komik in Form von Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager und Satiriker Alfred Dorfer auf der Bühne. Und damit nicht genug, dieses Duo lädt sich an jedem Vorstellungsabend auch noch einen singenden Überraschungsgast ein. Auf den ersten Blick versprechen die im Programm gelisteten Komponisten, angefangen bei Beethoven oder Schubert, über Schumann, Brahms bis hin zu Mahler oder Korngold, einen sehr „klassischen“ Abend – gehalten wird dies nicht. Es geht nicht nur um simples Crossover, einen Stilmix, sondern darum, was hinter der Fassade dieser geheimnisvollen Klassikbranche so passiert. Und wer könnte hier besser Auskunft geben als Angelika Kirchschlager, die schon Backstage-Bereiche von New York bis Tokio gesehen hat?

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Tod eines Pudels

Konzert

Messiah

Oratorium in drei Teilen

Musik von Georg Friedrich Händel
Libretto von Charles Jennens
Konzertante Aufführung in englischer Sprache

Georg Friedrich Händel zählt zu den wenigen Komponisten der Geschichte, dessen Musik seit seinem Tod bis heute kontinuierlich aufgeführt wird. Diese dauerhafte Beliebtheit wurzelt aber weniger in seinen Opern, die großteils erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurden, sondern hauptsächlich in seinen Chören. Bei den populären Händelfesten im 19. Jahrhundert wurden Stücke mit 300 Mitwirkenden im Chor und 250 Musizierenden im Orchester aufgeführt. Der berühmteste dieser Chöre, das bekannte „Hallelujah“, stammt aus Händels Oratorium Messiah und wurde vielfach medial wiederverwertet. In der Saison 1740 versuchte Händel noch einmal das Interesse des Londoner Publikums an der italienischen Oper zu wecken, doch seine Bestrebungen waren vergebens. Die Begeisterung an der Themse galt bereits der Gattung des Oratoriums, in der Händel 1739 mit seinem Saul einen ersten Erfolg feiern konnte. Das Libretto hatte der vermögende Grundbesitzer und Händel-Verehrer Charles Jennens verfasst, der ihm 1741 unaufgefordert einweiteres Libretto namens Messiah zusandte. Das wie ein theologisches Pamphlet aufgebaute Werk erzählt keine chronologische Geschichte, und die Titelfigur tritt ebenfalls nicht in Erscheinung. Dem gläubigen Jennens lag vielmehr daran, in der Gegenüberstellung des Alten mit dem Neuen Testament aufzuzeigen, dass Jesus tatsächlich der Messias im Sinn der prophetischen Voraussagen ist. Händel, der gerade eine gesundheitliche Krise überstanden hatte, fühlte sich von Jennens Text persönlich bewegt, er soll das Oratorium in nur 24 Tagen komponiert haben. In der abstrakten Szenenabfolge wird das Ringen um den Glauben zum zentralen Thema, und Händel findet dazu überwältigende Klänge für menschliche Ängste und Schuldgefühle, für die Hoffnung und schließlich für die prophezeite Erlösung. Die Uraufführung während einer Konzertreise im irischen Dublin wurde zwar erfolgreich aufgenommen, erzeugte aber auch heftige Kontroversen darüber, ob man ein Stück mit biblischen Texten auf einer Theaterbühne mit einem weltlichen Chor überhaupt zeigen dürfe. Händels Musik behielt die Oberhand, seit den 1750er-Jahren hält der nicht enden wollende Siegeszug seines Oratoriums ungebrochen an.

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Konzert

JET Specials | Der Fall Straus

Am Silvesterabend treffen sich fünf Singles in einer Bar. Man debattiert über die Liebe, über Treue und Untreue, über das, was war und was sein könnte. Man erzählt sich von zerplatzten Träumen, vom Glück, das zum Greifen nah schien, von Hoffnungen, die man noch nicht aufzugeben bereit ist – und kommt sich dabei Glas für Glas näher. Paare bilden sich, gehen wieder auseinander, ungeahnte Konstellationen entstehen, jeder lässt sich in dieser Nacht gerne auf ein Abenteuer ein. Erst recht, wenn dazu die unwiderstehliche Musik von Leo Fall und Oscar Straus erklingt.

Mittwoch, 30. Dezember 2020, 19:00 Uhr

Donnerstag, 31. Dezember 2020, 17:00 Uhr

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Bewertungen & Erfahrungsberichte JET Specials | Der Fall Straus

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Theater an der Wien – Das Opernhaus

Wiens jüngstes und zugleich ältestes Opernhaus.

Und es ist nicht irgendein Theater, sondern das Haus, das Emanuel Schikaneder, vielseitiges Genie, Schauspieler, Organisationstalent und vor allem Librettist der Zauberflöte, 1801 im Geiste Mozarts in Wien erbauen ließ.

Seit Januar 2006, mit den Jubiläumsfeiern zu Mozarts 250. Geburtstag, präsentiert sich das Theater an der Wien als neues Opernhaus der Stadt Wien. Als ganzjährig bespieltes Stagione-Opernhaus eröffnet das Theater an der Wien eine neue, eigenständige Kategorie im anspruchsvollen Wiener Kulturbetrieb. Zwölf Monate im Jahr – mit monatlich einer Premiere – wird Oper im Stagione-System gespielt: das bedeutet gleich bleibende Besetzung von der ersten bis zur letzten Vorstellung und damit kontinuierliche Qualität auf höchstem internationalen Niveau.

Der moderne, offene Zugang zum Musiktheater durch Programm, Bespielung und Künstler wird durch das Haus selbst, seine Architektur und lebendige Lage betont. Ambiente und Materialien, intime Atmosphäre und ideale Akustik im historischen Theater animieren zum Öffnen der Sinne für das Schöne. Das Theater an der Wien stellt bewusst einen wechselseitigen Bezug zu seiner lebendigen Umgebung am Naschmarkt und zur jungen Kulturszene rund um das Schleifmühlviertel her.
Öffnungszeiten Tageskasse Theater an der Wien:
Montag – Samstag, 10 – 18 Uhr

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Theater an der Wien – Das Opernhaus

Aufführungen / Theater Schauspielhaus Zürich Zürich, Rämistrasse 34
Aufführungen / Theater Schauspiel Köln Köln, Schanzenstr. 6-20
Aufführungen / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Wuppertal, Kurt-Drees-Straße 4
Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Theater Theater Konstanz Konstanz, Konzilstraße 11
Aufführungen / Theater Staatsschauspiel Dresden Dresden, Theaterstraße 2
Aufführungen / Oper Wiener Staatsoper Wien, Opernring 2
Aufführungen / Theater Volkstheater München München, Brienner Straße 50
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Aufführungen / Theater Vorarlberger Landestheater Bregenz, Seestr. 2
Aufführungen / Theater Theater Erfurt Erfurt, Theaterplatz 1
Aufführungen / Theater Deutsches Schauspielhaus Hamburg Hamburg, Kirchenallee 39
Aufführungen / Oper Staatsoper Stuttgart Stuttgart, Oberer Schloßgarten 3
Aufführungen / Musical Ronacher Wien Wien, Seilerstätte 9

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