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Theater an der Wien - Das Opernhaus

Wiens jüngstes und zugleich ältestes Opernhaus.

Und es ist nicht irgendein Theater, sondern das Haus, das Emanuel Schikaneder, vielseitiges Genie, Schauspieler, Organisationstalent und vor allem Librettist der Zauberflöte, 1801 im Geiste Mozarts in Wien erbauen ließ.

Seit Januar 2006, mit den Jubiläumsfeiern zu Mozarts 250. Geburtstag, präsentiert sich das Theater an der Wien als neues Opernhaus der Stadt Wien. Als ganzjährig bespieltes Stagione-Opernhaus eröffnet das Theater an der Wien eine neue, eigenständige Kategorie im anspruchsvollen Wiener Kulturbetrieb. Zwölf Monate im Jahr – mit monatlich einer Premiere – wird Oper im Stagione-System gespielt: das bedeutet gleich bleibende Besetzung von der ersten bis zur letzten Vorstellung und damit kontinuierliche Qualität auf höchstem internationalen Niveau.

Der moderne, offene Zugang zum Musiktheater durch Programm, Bespielung und Künstler wird durch das Haus selbst, seine Architektur und lebendige Lage betont. Ambiente und Materialien, intime Atmosphäre und ideale Akustik im historischen Theater animieren zum Öffnen der Sinne für das Schöne. Das Theater an der Wien stellt bewusst einen wechselseitigen Bezug zu seiner lebendigen Umgebung am Naschmarkt und zur jungen Kulturszene rund um das Schleifmühlviertel her.

Kontakt

Theater an der Wien - Das Opernhaus
Linke Wienzeile 6
A-1060 Wien

Telefon: +43 (1) 588 30-1010, Kartentelefon / (+43/1) 58885
Fax: +43 (1) 588 30 991010
E-Mail: info@theater-wien.at

 

Öffnungszeiten Tageskasse Theater an der Wien:
Montag – Samstag, 10 – 18 Uhr
Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Theater an der Wien - Das Opernhaus

Schließung vom 22.11. bis 12.12.2021

Wir möchten Sie darüber informieren, dass die österreichische Bundesregierung aufgrund der aktuellen Situation und zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus einen bundesweiten Lockdown beschlossen hat.

Aus diesem Grund können leider ab Montag, 22. November 2021 bis vorerst Sonntag, 12. Dezember 2021 keine Veranstaltungen im Theater an der Wien und in der Kammeroper stattfinden.

Bitte bewahren Sie Ihre Tickets auf. Sobald bekannt ist, ab wann die Theater wieder öffnen, melden wir uns bei Ihnen bezüglich Ersatzterminen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an info@theater-wien.at.

Wir danken für Ihr Verständnis und hoffen, Sie schon bald wieder in unseren Häusern begrüßen zu dürfen!

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Bewertungen & Berichte Schließung vom 22.11. bis 12.12.2021

Oper

Giulio Cesare in Egitto

Dramma per musica in drei Akten (1724)
Musik von Georg Friedrich Händel
Libretto von Nicola Francesco Haym nach Giacomo Francesco Bussani

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere: 14.12.2021
Neuproduktion des Theater an der Wien

Giulio Cesare hat seinen politischen Widersacher Pompeio besiegt und den Flüchtenden nach Ägypten verfolgt. Als Cesare dort ankommt – begleitet von Pompeios Frau Cornelia und deren Sohn Sesto –, wird er vom Volk gefeiert. Aber er betritt ein zerrissenes Land. Die Geschwister Tolomeo und Cleopatra sollten gemeinsam Ägypten beherrschen, beide beanspruchen jedoch die Alleinherrschaft für sich. Tolomeo glaubt, den starken Mann aus Rom für sich gewinnen zu können, indem er ihm den Kopf des Pompeio überreichen lässt. Der Schutzsuchende fiel sofort Tolomeos Machtbestrebungen zum Opfer. Das Geschenk hat nicht den gewünschten Effekt: Cesare ist angeekelt, Cornelia und Sesto fordern Rache. Dabei verliebt sich Tolomeos intriganter Ratgeber Achilla in Cornelia und schmiedete finstere Pläne, sie in seinen Besitz zu bringen. Auch Cleopatra versucht Cesare für sich zu nutzen, sie aber setzt ihre Schönheit ein: Inkognito als von Tolomeo bedrängte „Lydia“ appelliert sie an Cesares Beschützerinstinkt. Dabei belauscht sie Cornelias undSestos Rachepläne und verschafft ihnen Zugang zu Tolomeo. Ihr Anschlag misslingt jedoch, und die beiden werden festgenommen. Achilla will Cornelia und Sesto freilassen, wenn Cornelia sich ihm hingib. Sie lehnt ab. Indessen ist auch Tolomeo für Cornelia entbrannt und will sie für sich. Mit einem großartigen Auftritt erobert Cleopatra Cesare endgültig: Kostümiert als Personifikation der Tugend singt sie ihm ein berückendes Liebeslied. Cesares und „Lydias“ Rendezvous wird brutal gestört, denn Tolomeo greift mit seinen Truppen Cesares Armee an. Cleopatra enthüllt aufgebracht ihre wahre Identität und ihre nun echte Liebe, und der verblüffte Cesare eilt in den Kampf. Zunächst scheint alles schief zu gehen: Cesare kann sich nur durch einen Sprung ins Hafenbecken seinen Feinden entziehen, Cleopatra wird gefangengenommen und Cornelia von Tolomeo sexuell bedrängt. Aber Sesto erdolcht Tolomeo, und Achilla wechselt mitten in der Schlacht die Seiten – aus Wut darüber, dass Tolomeo ihm Cornelia nicht gönnte. Cesare kann sich schwimmend retten, er geht als Held an Land, setzt Cleopatra als Königin ein und die Liebenden werden vom Volk gefeiert.

Musikalische Leitung: Ivor Bolton
Inszenierung: Keith Warner
Co-Regie: Katharina Kastening
Ausstattung: Ashley Martin-Davis
Licht: Mark Jonathan
Video: David Haneke
Choreografie: Mandy Demetriou
Giulio Cesare: Bejun Mehta
Cleopatra: Louise Alder
Tolomeo: Christophe Dumaux
Cornelia: Patricia Bardon
Sesto: Jake Arditti
Achilla: Günther Groissböck
Nireno: Konstantin Derri
Orchester: Concentus Musicus Wien

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Kindertheater

Figaro und die Detektiv*innen

Interaktives Musiktheater im Großen Haus
KRIMIOPER für Kinder von 6-10 Jahren

Wir befinden uns im Anwesen des Grafen Almaviva aus Le nozze di Figaro, wo die Hochzeit zwischen seinem Friseur Figaro und der Gärtnerin Susanna ansteht. Zu Beginn misst Figaro wie bei Mozart vergnügt das Zimmer aus, doch dann vermisst er Susanna, die plötzlich verschwunden ist. Der Graf beschwichtigt seinen Friseur, die Gärtnerin liebe Pflanzen mehr als Männer und werde wieder auftauchen.
Figaro misstraut seinem adeligen Arbeitgeber und wendet sich an das Detektivbüro der Bassa-Bande, die nach Figuren aus der Entführung aus dem Serail gestaltet sind. Koko, Blondchen und Belmonte übernehmen die Ermittlungen. Gemeinsam mit den Kindern entschlüsseln sie Geheimschriften, verhören Verdächtige, suchen Spuren und kombinieren Hinweise. Wer könnte die/der Täter*in sein: die grimmige Marcellina, der Meisterkoch Bartolo, der schöne Graf oder der Spitzbub Cherubino?

Zu hören ist Musik von Wolfgang Amadeus Mozart (aus Die Entführung aus dem Serail und Le nozze di Figaro) und Gioachino Rossini (Il barbiere di Sevilla), dargeboten von SängerInnen, Blas- und Streich- Ensemble.

KONZEPT & TEXT: Anna Katharina Bernreitner & Catherine Leiter
ARRANGEMENTS: Leonard Eröd
MUSIKALISCHE LEITUNG: Raphael Schluesselberg
REGIE: Anna Katharina Bernreitner
AUSSTATTUNG: Hannah Rosa Oellinger & Manfred Rainer

Kinder € 8,- / Begleitperson € 20,-

Dauer: ca. 75 Minuten (keine Pause)

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Konzertante Aufführung

Messiah

Oratorium in drei Teilen (1742)
Musik von Georg Friedrich Händel
Libretto von Charles Jennens

Konzertante Aufführung in englischer Sprache

Georg Friedrich Händel schuf viele überragende Meisterwerke, jedoch hat vor allem Messiah zu seinem Ruhm über die wechselnden musikalischen Entwicklungen und Moden der letzten 250 Jahre beigetragen. Händel schrieb das Oratorium 1741 in London, begab sich dann für zehn Monate nach Dublin, wo er es 1742 im Rahmen eines Benefizkonzertes zur Uraufführung brachte. Diese erste Darbietung war ein enormer Erfolg, in der Zeitung wurde gebeten, „Herren mögen ohne Schwert und Damen ohne Reifröcke kommen, um so Platz für ein größeres Publikum zu ermöglichen und damit höhere Einkünfte für die guten Zwecke zu schaffen“. Edward Synge, Bischof von Elphin, schrieb überwältigt: „Obwohl Mr Händel mit seinen Oratorien ohnehin schon alle anderen Komponisten übertrifft, scheint er sich in Messiah selbst übertroffen zu haben. Es scheint mir eine spezielle Art von Musik zu sein, ganz anders als alle andere.“ In London hingegen war die Begeisterung zunächst mäßig, aber bald verbreitete sich das Werk über England und den Kontinent.Händel selbst passte die Musik immer wieder den jeweiligen neuen Aufführungskonditionen an, so dass heute etliche Varianten bekannt sind, aber nicht die genaue Gestalt der Urfassung. Über die Jahre wurde die Menge der Mitwirkenden immer größer, es gab gigantische Aufführungen mit über 500 Musikerinnen und Musikern, die den Lobpreis des Erlösers immer überwältigender zelebrierten. Das Libretto fußt auf Bibeltexten, die Händels Freund und Gönner Charles Jennens zusammengestellt hatte. Das Oratorium schildert allerdings nicht die Geschichte von Jesu Leben und Sterben – wie man denken könnte –, sondern ist mehr eine abstrakte, theologische Erörterung darüber, dass Jesus auch wirklich der von den Propheten angekündigte Messias war. Er selbst tritt nicht in Erscheinung. Aussagen des Alten Testaments werden christologisch gedeutet und auf Jesus, wie ihn das Neue Testament beschreibt, bezogen. Der Grundgestus der Texte ist das Ringen um den christlichen Glauben. Händels Musik findet überwältigenden Ausdruck für menschliche Ängste und Hoffnungen, Schuldgefühle, Zerknirschung und jubelnde Erlösungsgewissheit: „And he shall reign for ever and ever. Hallelujah!“

Musikalische Leitung: Paul McCreesh
Sopran: Mary Bevan
Alt: Caitlin Hulcup
Tenor: Benjamin Hulett
Bass: Ashley Riches
Orchester: Kammerorchester Basel
Chor: Gabrieli Choir

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Oper

Thérèse Raquin

Oper in zwei Akten (2001, Kammerfassung 2006)
Musik von Tobias Picker
Libretto von Gene Scheer
nach dem gleichnamigen Roman von Emile Zola

Die Premiere und Aufführungen von „Thérése Raquin“ am 6., 9. & 11.12. in der Kammeroper werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Österreichische Erstaufführung: 6.12.2021
Neuproduktion des Theater an der Wien in der Kammeroper

Thérèse ist mit Camille Raquin, ihrem kränklichen Cousin, mit dem sie aufgewachsen ist, verheiratet. Ihr Vater hatte sie nach dem Tod ihrer eigenen Mutter bei der Tante einfach abgegeben. Von klein an wurde sie zur Betreuung des schwachen Buben eingesetzt, ihn zu heiraten, war logische Folge – dabei ist sie mehr Pflegerin als Ehefrau. Beider Leben wird weiter von der stets um ihren Sohn besorgten Madame Raquin bestimmt. Camille ist inzwischen immerhin kräftig genug, zusammen mit seinem Jugendfreund Laurent in einem Büro Dienst zu tun. Anders als Camille ist Laurent mit der Büroarbeit unzufrieden, er will ein großer Maler werden. Deshalb hat er mit seinem Vater gebrochen und ist finanziell ständig knapp. Derzeit malt er an einem Portrait von Camille und ist oft bei den Raquins. Thérèse gibt vor, dass ihr seine Anwesenheit missfällt, aber in Wahrheit hat sie ein obsessives sexuelles Verhältnis mit dem vitalen Möchtegernkünstler. An dem Abend, an dem er das Porträt vollendet, will er sich von Thérèse trennen, denn er hat keine Zeit mehr für heimliche Treffen, da er Geld verdienen muss. Thérèse verzweifelt. Ein paar Tage später machen Thérèse, Laurent und Camille einen Ausflug an die Seine. Spontan entsteht zwischen Thérèse und Laurent die Idee, dass sie Camille loswerden müssen, um offen glücklich zusammen sein zu können – mithilfe des kleinen Vermögens, das Camille zu vererben hat. Sie fahren mit einem Boot auf den Fluss hinaus, und Laurent ertränkt Camille. Elf Monate später heiraten Thérèse und Laurent endlich. Das ersehnte Glück bleibt jedoch aus, in der Hochzeitsnacht kann Thérèse Laurent nicht mehr lieben, sie ist längst von Gewissensbissen zerfressen. Madame Raquin ahnt inzwischen, dass Camille nicht versehentlich ertrunken ist. Zufällig belauscht sie das schuldige Paar, als es von der Tat redet und erleidet vor Schreck einen Schlaganfall. Gelähmt überlebt sie als mahnende Erinnerung an den Mord, und das Paar reibt sich zusehens aneinander auf, die Liebe wird zu Hass. Als Thérèse es nicht mehr aushält und Laurent bei der Polizei als Mörder anzeigen will, bereitet er Gift für sie vor. Aber wahnsinnig vor Schuld ersticht sie sich vor seinen Augen, voll Entsetzen trinkt Laurent sein eigenes Gift.

Musikalische Leitung: Jonathan Palmer Lakeland
Inszenierung: Christian Thausing
Ausstattung: Christoph Gehre
Licht: Franz Tscheck

Thérèse Raquin: Valentina Petraeva
Camille Raquin: Andrew Morstein
Madame Raquin: Juliette Mars
Laurent: Timothy Connor
Suzanne: Miriam Kutrowatz
Olivier: Ivan Zinoviev
Monsieur Grivet: Hyunduk Kim
Orchester: Wiener KammerOrchester

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Oper

JET Specials | Der Fall Straus

Wenn Paare emotional auseinanderstreben, gibt es Hilfe: Man kann sich zusammen auf die Couch in einer Psychotherapiepraxis legen. Als Therapeut*in kann man da Erstaunliches erleben. Unerschrockenheit tut not, aber oft kann eine, wenn manchmal auch ungewöhnliche Problemlösung gefunden werden. Unser JET-Special zeigt zu Silvester – passend als Ermutigung fürs Neue Jahr, Probleme entschlossen anzugehen – die beziehungstechnischen Härtefälle einer tapferen Therapeutin. Eine Psycho-Revue, ironisch und voll Esprit mit Musik von Leo Fall und Oscar Straus.

Musikalische Leitung: Christoph Huber
Szenische Einrichtung: Anna Katharina Bernreitner
Sopran: Valentina Petraeva
Sopran: Miriam Kutrowatz
Mezzosopran: Sofia Vinnik
Tenor: Andrew Morstein
Bariton: Timothy Connor
Orchester: Wiener Salonmusiker

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Oper

Tosca

Oper in drei Akten (1900), Musik von Giacomo Puccini
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
nach dem Drama La Tosca von Victorien Sardou

Premiere: 18.1.2022
Neuproduktion des Theater an der Wien

Rom, 1800: Cesare Angelotti konnte aus der Engelsburg, dem berüchtigten Staatsgefängnis, fliehen, wo er als politischer Gefangener seine Tage fristen musste. Er sucht Zuflucht in der Kirche Sant’Andrea della Valle und trifft dort auf seinen Freund, den Maler Mario Cavaradossi. Plötzlich erscheint dessen Geliebte, Opernsängerin Floria Tosca: Sie ist misstrauisch, weil die Kirchentüre versperrt war, und eifersüchtig, weil Cavaradossis Madonnen-Gemälde einer realen Dame sehr ähnlich sieht. Aber Cavaradossi kann die Situation entschärfen. Tosca geht. Wieder alleine schmieden Angelotti und Cavaradossi Fluchtpläne – da signalisiert ein Kanonenschuss, dass Angelottis Flucht bemerkt wurde. Sie verlassen beide die Kirche. Während die Kantorei probt, platzt Polizeichef Scarpia herein und lässt die Kirche nach dem flüchtigen Angelotti durchsuchen. Auch Tosca kommt erneut in die Kirche. Scarpia ist über das Verhältnis zwischen ihr und Cavaradossi unterrichtet und will sie eifersüchtig machen. Es gelingt ihm. Später lockt er Tosca zu sichin den Palazzo Farnese, und auch der festgenommene Cavaradossi wird ihm vorgeführt. Cavaradossi soll so lange gefoltert werden, bis Tosca das Versteck Angelottis verrät, was sie auch tut und was Cavaradossi erzürnt. Scarpia befiehlt Cavaradossis Erschießung, wenn sich Tosca ihm aber hingäbe, ließe er Cavaradossi frei. Sie willigt ein, und Scarpia verspricht, dass es eine Erschießung zum Schein wird. Tosca handelt sich von Scarpia noch einen Geleitbrief aus, damit sie und Cavaradossi Rom verlassen können. Während er diesen Brief schreibt, ersticht sie ihn. Daraufhin reinigt sie ihre Hände, nimmt Scarpia den Brief aus den toten Fingern, richtet ihr Haar und geht. In der Engelsburg berichtet sie Cavaradossi, dass die Erschießung nur vorgetäuscht werde, und sagt ihm, was er zu tun habe: Nämlich nach dem ersten Schuss zu Boden fallen und liegen bleiben. Jedoch ist es kein Scheinkommando, Scarpia hatte Anweisung gegeben, Cavaradossi wirklich zu töten. Die Polizei hat mittlerweile auch Scarpias Leiche gefunden und ist hinter Tosca her. Als sie begreift, dass Cavaradossi wirklich tot ist, stürmt sie auf die Spitze der Engelsburg und stürzt sich von dort in den Tod.

Giacomo Puccini legte mit seiner fünften Oper Tosca ein Werk vor, das ihm zwar Erfolg brachte, die Gesellschaft aber spaltete. Dass überhaupt Victorien Sardous Drama La Tosca (1887, Paris) Basis für eine Oper sein sollte, war vermutlich Puccinis Idee. Im Jahr 1889 besuchte er eine Aufführung von La Tosca und bat daraufhin seinen Verleger Ricordi, sich die Rechte für eine Vertonung bei Sardou zu sichern. Weil er mit anderen Aufträgen ausgelastet war, erkundigte sich Puccini erst im Jahr 1895 wieder bei Ricordi über den Stand der Dinge im Fall Tosca. Die Rechte waren gesichert, Luigi Illica war als Librettist vorgesehen, Giuseppe Giacosa wurde noch hinzugezogen und sogar Victorien Sardou soll an dem Libretto maßgeblich mitgewirkt haben. Nach Fertigstellung des Librettos – es war eine reichlich schwierige Zusammenarbeit der Autoren –, begann Puccini im Sommer 1898 mit der Vertonung. Im September 1899 beendete er Tosca laut eigenem Tagebucheintrag. Die erfolgreiche Uraufführung fand am 14. Jänner 1900 im Teatro Costanzi in Rom unter Leopoldo Mugnone statt. Den ersten wirklich triumphalen Erfolg brachte dann die Erstaufführung an der Mailänder Scala unter Arturo Toscanini gute zwei Monate später. Seitdem ist Tosca aus dem Repertoire nicht wegzudenken. Nun war der Verismo keine Neuheit mehr, aber derart brutal ist es wohl selten in einer Oper zugegangen: Mord, Folter und Liebe, Eifersucht und Leidenschaft – alles ist im Übermaß vorhanden. Daher löste dieser Politkrimi in Musik erhebliche Kontroversen aus: Hauptvorwurf gegenüber dem Verismo war, es sei eine Form des Sensationstheaters platter Machart; Effekthascherei, wäre der heutige Begriff dafür. Julius Korngold nannte Tosca ein „Quälodrama“, Richard Specht „verlogenstes Kolportagetheater“. Die einhellige Meinung der zeitgenössischen Kritiker war: musikalisch zu derb und zu wenig poetisch. Erst nach 1945 wurde die Geschichte um die tief gläubige Tosca, den leidenschaftlichen Cavaradossi und den sadistischen Scarpia psychologisch interpretiert. Zu dem Drama auf der Bühne erklingen im Orchestergraben pointierte Charakterzeichnungen der Figuren, aber – wie gewohnt bei Puccini – auch lyrische Wendungen und wunderschöne Melodien, die diesen Opern-Schocker einmalig machen.

Musikalische Leitung: Ingo Metzmacher
Inszenierung: Martin Kušej
Bühne: Annette Murschetz
Kostüme: Su Sigmund
Licht: Reinhard Traub
Dramaturgie: Regula Rapp

Einführungsmatinee: 16. Jänner 2022, 11.00 Uhr

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Oper

Orfeo

Dramma per musica in drei Akten (1736)
Musik von Nicola Antonio Porpora
Libretto von Paolo Antonio Rolli

Konzertante Aufführung

Der Neapolitaner Nicola Antonio Porpora war der führende Gesangslehrer des 18. Jahrhunderts und bildete in seiner Heimatstadt legendäre Kastratensänger wie Farinelli aus. 1733 wurde er als künstlerischer Leiter an die Opera of the Nobility nach London berufen und trat damit in Konkurrenz zum Opernunternehmen von Georg Friedrich Händel. Porpora setzte in seinen Werken ganz auf die Virtuosität der Sänger, und es gelang ihm, einige seiner einstigen Schüler nach London zu holen. Vier Saisonen lang konkurrierten Porpora und Händel zum Gefallen des Londoner Publikums, doch durch den hohen Aufwand, den beide Kompanien betrieben, machten sie schließlich gleichzeitig Bankrott. Das Arbeitspensum für einen Opernkomponisten des Barock war hoch, Porpora und Händel komponierten pro Saison mindestens eine, häufig zwei Opern. In dieser Situation war Effizienz wichtig: Beide verwendeten eigene, schon geschriebene Arien für ihre neuen Opern wieder und integrierten Arien von anderen Komponisten in die neuen Stücke –Urheberrechte gab esdamals noch nicht. Für seine Bearbeitung des Orpheus-Stoffes hatte Porpora ein berühmtes Sängerensemble zur Verfügung und griff bei Werken anderer Komponisten ausgiebig zu. Der berühmte Farinelli übernahm die Rolle des Orpheus, als Eurydike trat mit Francesca Cuzzoni eine der berühmtesten Sopranistinnen des Barock auf. Für Farinellis Rivalen Senesino wurde eigens die Rolle des Aristeo erfunden, der als Orpheus’ Nebenbuhler fungiert, und um den antiken Mythos gänzlich zu verdrehen, wurde das Ende mit einer Doppelhochzeit versehen. Nach der Premiere 1736 in London noch gefeiert, verschwand Porporas Orfeo danach jahrhundertelang in den Archiven. Erst in den 1980er Jahren begann die Auswertung bislang unberücksichtigter Dokumente und mehr als eineinhalb Dutzend Arien konnten seither ihren eigentlichen Komponisten zugeordnet werden. Der Großteil des Pasticcios stammt von Porpora selbst, für den Rest hat er sich bei Arpaia, Hasse, Veracini, Vinci und Giacomelli bedient. Solche Zusammenstellungen waren im 18. Jahrhundert üblich, sie entstanden aus Zeitdruck, ermöglichten den Ensemble - mitgliedern aber auch, mit Arien zu brillieren, die genau ihren Fertigkeiten entsprachen.

Orchester: La Lira d‘Orfeo
Musikalische Leitung: Dmitry Sinkovsky

In italienischer Sprache

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Konzertante Aufführung

Psyché

Tragédie lyrique in einem Prolog und fünf Akten (1678)
Musik von Jean-Baptiste Lully
Libretto von Thomas Corneille und Bernard Le Bovier de Fontenelle

Der Dichter Apuleius (123 - ca. 170 n.Chr.) machte Amor und Psyche in seinen Metamorphosen – heute auch unter dem Titel Der goldene Esel bekannt – zu Hauptfiguren im einzigen vollständig erhaltenen Roman der römischen Antike. Da keine griechische Vorlage bekannt ist, dürfte es sich um Apuleius’ eigene Schöpfung handeln, und für einmal endet eine Metamorphose uneingeschränkt glücklich. Im barocken Paris wandte sich Molière der Geschichte zu und arbeitete 1671 am Tragédie-ballet Psyché, für die sein langjähriger musikalischer Partner Lully die Musik komponieren sollte. Molière stand unter Zeitdruck und engagierte die Dichter Pierre Corneille und Philippe Quinault dazu, die ihm beim Libretto helfen sollten. Es kam aber zum Bruch zwischen Molière und Lully, der fortan mit Quinault als Librettisten arbeitete. Nach Molières Tod 1673 griff Lully den Stoff erneut auf. Corneilles jüngerer Bruder Thomas, der damals selbst ein bekannter Dichter war, und der Frühaufklärer Fontenelle kürzten das Stück, wandelten die starren Alexandriner des gesprochenen Dialogs in rezitativtaugliche Verse um und erstelltenso eine neue Textvorlage. Sie änderten für die Tragédie lyrique auch Molières Handlung: Venus intrigiert gegen die sterbliche Psyché, die sich daraufhin aus Gram und Liebeskummer in einen Fluss stürzt. Auf Geheiß Jupiters aber darf Psyché in den Himmel aufsteigen, wo sie mit Amor ewige Liebe erlebt. Über den Erfolg der Uraufführung in der Pariser Oper gehen die historischen Zeugnisse gravierend auseinander. Die Zeitschrift Le Mercure galant beschreibt die Oper als ein weiteres perfektes Werk von Lully. Dieser Aussage kann misstraut werden, denn Librettist Thomas Corneille war einer der Herausgeber des Mercure. Die Brüder Parfaict wiederum, bedeutende Theaterhistoriker des 18. Jahrhunderts, sprachen voll Verachtung von Psyché. Als Bewunderer von Quinault dürfte ihr Urteil aber großteils in ihrer Ablehnung von Thomas Corneille begründet liegen. Lullys Psyché wurde aufgrund dieser Haltung lange Zeit übersehen, erst im 21. Jahrhundert wandten sich Dirigenten diesem außergewöhnlichen Werk Lullys zu, in dem neben der obligaten Huldigung an den Sonnenkönig auch der satirische Geist des späten Molières steckt.

Musikalische Leitung: Christophe Rousset
Orchester: Les Talens Lyriques

In französischer Sprache

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Liederabend

Winterreise

Franz Schubert

Ein Zyklus von Liedern für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte (1828)
nach Gedichten von Wilhelm Müller

Ein Jahr vor seinem Tod vollendete Schubert den Liederzyklus Winterreise nach Texten von Wilhelm Müller. Das Thema der Wanderschaft durchzieht die ganze Romantik, und dass das Wandern des Müllers Lust sein soll, geht direkt auf den literarisch bis heute im Schatten von Heinrich Heine stehenden Dichter Wilhelm Müller zurück. Die schöne Müllerin, Schuberts erster Liederzyklus, ebenfalls nach Wilhelm Müller, lässt noch eine chronologische Handlung erkennen. Die fünf Jahre später entstandene Winterreise ist eine Reihe von Assoziationen, die einem Reisenden auf seiner Wanderung begegnen. Das Sujet scheint unter der Betrachtung von Müllers Biografie nicht gänzlich zufällig: Als freiwilliger Gardejäger der preußischen Armee wurde der junge Wilhelm Müller rasch zum Leutnant ernannt und ebenso rasch unehrenhaft entlassen, als er sich in Brüssel in eine jüdische Kaufmannsgattin verliebte. Müller marschierte aller Hoffnung beraubt mitten im Winter allein und zu Fuß von Brüssel nach Berlin zurück. Der todgeweihte Schubert übertrug Müllers Grundstimmung kongenial in Musik: Im Herzen des Wanderers herrscht permanenter Winter, nur nächtens erinnert er sich an glücklichere Tage, schwankt zwischen Erstarrung und vergeblicher Sehnsucht nach einem besseren Leben. Als Schubert im Februar 1827 mit der Vertonung von Müllers Gedichten begann, war er bereits unheilbar an Syphilis erkrankt. Sein Freund und Förderer Joseph von Spaun erlebte Schubert in dieser Zeit düster gestimmt, und körperlich schien er ihm angegriffen. Als Schubert im privaten Kreis seinen Freunden die Winterreise „mit bewegter Stimme“ vorsang war Spaun „über die düstere Stimmung dieser Lieder ganz verblüfft“. Schubert selbst, der die Winterreise als „einen Zyklus schauerlicher Lieder“ angekündigt hatte, gefielen „diese Lieder mehr als alle, und sie werden euch auch noch gefallen.“ Im weiten Repertoire des Baritons Florian Boesch nimmt das Lied einen ganz besonderen Stellenwert ein, ihm gilt seine persönliche Leidenschaft. Boesch sucht in seinen Liederabenden nicht die Pose, sondern seinen subtilpersönlichen Zugang: „Die Winterreise ist sängerisch keine Herausforderung, sondern interpretatorisch.“

Szenische Einrichtung: Ingo Kerkhove
Licht: Franz Tscheck
Bariton: Florian Boesch
Klavier: Malcolm Martineau

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Oper

Jenůfa

Oper in drei Akten (1904), Musik und Libretto von Leoš Janáček
nach dem Schauspiel Ihre Ziehtochter von Gabriela Preissová

Premiere: 16.2.2022
Neuproduktion des Theater an der Wien

Angstvoll wartet Jenůfa, ob Števa, der Mann, den sie liebt und von dem sie heimlich ein Kind erwartet, in die Armee eingezogen wird oder nicht. Wenn ja, könnte er sie nicht heiraten, das Kind hätte keinen Vater und dieser Schande könnte sie sich nur durch Selbstmord entziehen. Števa wird aber nicht eingezogen und kommt tanzend mit anderen Rekruten zurück ins Dorf. Diese Feier wird von der Küsterin, Jenůfas Ziehmutter, unterbrochen. Sie stellt dem betrunkenen Števa ein Ultimatum: Erst wenn er ein Jahr lang nüchtern sei, dürfe er Jenůfa heiraten. Dass Števa nun bleibt, stört Laca sehr, denn er ist schon seit langem in Jenůfa verliebt, sie hat allerdings nur Verachtung für ihn übrig. Als sie alleine sind, bricht seine Eifersucht hervor, und er verletzt sie an der Wange mit einem Messer. Ein halbes Jahr später – es ist Winter – hat Jenůfa heimlich ihr Kind zur Welt gebracht. Während sie schläft, holt die Küsterin Števa ins Haus und verlangt von ihm, Verantwortung für Jenůfa und sein Kind zu übernehmen. Ihn interessiert das alles abernicht, außerdem ist er von Jenůfas Anblick abgestoßen, seit Laca sie entstellt hat. Er könne lediglich Geld für das Kind geben, zudem sei er nun mit Karolka, der Tochter des Dorfrichters, verlobt. Kaum hat Števa das Haus verlassen, kommt Laca. Er will Jenůfa immer noch, aber Števas Kind ist ein Problem, und so bedient sich die Küsterin einer Lüge: Das Kind sei tot. Aus Angst, das Kind verbaue Jenůfas Zukunft, lässt die Küsterin die Lüge wahr werden und ertränkt das Neugeborene. Jenůfa erzählt sie, das Kind sei gestorben, während sie im Fieber lag. Als sie sieht, wie zärtlich Laca Jenůfa tröstet, versucht sie sich einzureden, sie habe das Richtige getan. Aber es mehren sich Anzeichen, dass ihre Tat sie zunehmend verstört … Es ist Frühling und Jenůfas und Lacas Hochzeit steht bevor; die Küsterin aber ist nervlich am Ende. Števa und Karolka sind gekommen, die Dorfmädchen singen ein Hochzeitslied. Plötzlich sind Schreie zu hören: Die Leiche eines Kindes ist unter dem schmelzenden Eis aufgetaucht. Jenůfa erkennt es als ihres und wird des Mordes verdächtigt. Die Küsterin bekennt jedoch ihre Schuld und erklärt ihre Beweggründe. Jenůfa vergibt ihr.

Leoš Janáček war schon 62 Jahr alt, als er breite Anerkennung als Komponist erfuhr. Seinen späten Erfolg hatte er dem Schriftsteller, Theaterund Musikkritiker Max Brod zu verdanken, der 1916 am Prager Nationaltheater seine Oper Její pastorkyňa (Ihre Ziehtochter) sah und sich fortan für ihn einsetzte. Das Libretto erarbeitete Janáček auf Basis des gleichnamigen Schauspiels von Gabriela Preissová. Nach ersten Arbeiten in den Jahren 1894/95 und längerer Unterbrechung beendete Janáček seine dritte Oper 1903. Erfolglos versuchte er, sein neues Werk in Prag unterzubringen. Die Uraufführung fand 1904 in Brünn statt, für weitere Aufführungen musste Janáček noch Überarbeitungen vornehmen: Er bemühte sich erneut um eine Aufführung in Prag, was schließlich – angeblich durch Vermittlung von Freunden – 1916 glückte, allerdings unter der Bedingung, dass Karel Kovařovic, Direktor des Nationaltheaters, das Werk einer sorgfältigen Revision unterziehen würde. Jenůfas trauriges Leben, das aufgrund ihres getöteten Kindes sogar tragisch wird, findet in einem kleinen Dorf mit komplexen Strukturen statt: Zentrum dieser Verwicklungen ist die Dorfmühle, in der die alte Burya mit ihren Enkeln, den Stiefbrüdern Števa und Laca, ihrer Schwiegertochter, der Küsterin, und deren Ziehtochter Jenůfa lebt. Die engen familiären Beziehungen der handelnden Personen zueinander befeuern deren Emotionalität; das zeigt sich sowohl an Lacas Eifersuchtsausbruch, als auch an der Entscheidung der Küsterin, ihre Notlüge wahr zu machen und Jenůfas Kind zu töten. Die sehr rigiden Wert- und Moralvorstellungen der Dorfgemeinschaft tun ihr Übriges – eine Flucht aus diesen Strukturen ist nicht vorgesehen. Její pastorkyňa ist eine Tragödie voll von expressiver Musik, die Janáček teils durch repetitive Strukturen, deren Verzerrung und Steigerung erreicht. Als herausragend gilt Janáčeks musikalische Ausformung der tschechischen Sprache. Das wiederum erschwerte Aufführungen in anderen Sprachen. Für die deutschsprachige Erstaufführung an der Wiener Hofoper verfasste Max Brod eine deutsche Übersetzung, und Janáček modifizierte Teile der Gesangspartien. Auch unter einem neuen – international tauglichen – Titel wurde die Aufführung ein großer Erfolg und aus Její pastorkyňa wurde in Wien schließlich: Jenůfa.

Musikalische Leitung: Marc Albrecht
Inszeneirung: Lotte de Beer
Bühne: Christof Hetzer
Kostüme: Jorine van Beek
Licht: Alex Brok
Dramaturgie: Peter te Nuyl

Einführungsmatinee: 13. Februar 2022, 11.00 Uhr

In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Jenůfa bewerten:

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Bewertungen & Berichte Jenůfa

Konzertante Aufführung

L'Orfeo

Favola in musica in einem Prolog und fünf Akten (1607)
Musik von Claudio Monteverdi, Libretto von Alessandro Striggio

Im 16. Jahrhundert machte es sich die Florentiner Camerata zum Ziel, die antike griechische Tragödie wieder zum Leben zu erwecken. Da diese humanistisch gebildeten Adeligen davon ausgingen, dass die Dramen der Antike bei den Aufführungen gesungen worden waren, beschäftigten sie sich mit dem Verhältnis von Sprache und Musik. Sie wählten bevorzugt Stoffe, in denen Gesang plausibel erschien, und auf keine andere Figur trifft dieser Ansatz besser zu als auf den Sänger Orpheus. Die Academia degli invaghiti in Mantua beauftragte 1607 den Komponisten Claudio Monteverdi, der im Dienst der Fürsten von Mantua stand, ein musikalisches Orpheus-Drama zu erschaffen. Der Dichter Alessandro Striggio richtete für Monteverdi das Libretto ein, das Orpheus’ Bittgesang vor den Göttern der Unterwelt in den Mittelpunkt stellte. Monteverdi fand für das Verhältnis von Text und Musik eine progressive Lösung, welche die Zukunft der Oper prägen sollte: Er definierte zwei Ebenen des dramatischen Gesangs, einerseits das Rezitativ für den allgemeinen Dialog undandererseits musikalisch geschlossene Formen für die Momente, in denen die Musik im Mittelpunkt stehen sollte. Es gelang ihm, den Text mit musikalischen Mitteln affektiv zu verstärken, und mit dieser Technik sorgte er für die entscheidende Initialzündung für eine Gattung, zu deren Beginn ein Irrtum stand, denn im antiken Theater wurden die Dialoge gesprochen. Im Zentrum von Monteverdis Favola in musica steht der Titelheld. Von den Freuden vollkommenen Liebesglücks stürzt er in die restlose Verzweiflung über den Tod seiner ihm eben erst angetrauten Eurydike. Orpheus ist nicht bereit, diesen Schicksalsschlag zu akzeptieren, doch nachdem er dann den endgültigen Verlust seiner Gattin selbst verursacht, bleibt er in völliger Einsamkeit zurück. Mit dem Prolog und dem Ende zeigt Monteverdi, wie uneingeschränkt er der Musik in der neuen Theatergattung vertraute. Tritt zu Beginn die personifizierte Musik selbst auf, um Orpheus’ Taten anzukündigen, greift am Ende sein Vater Apollo, Gott der Musik, in die Handlung ein, und gemeinsam steigen sie singend in den Himmel auf, wo Orpheus das Ebenbild seiner Eurydike in der Sonne und in den Sternen wiedersehen darf.

Orfeo: Ian Bostridge
Euridice: Monica Piccinini
Orchester: Europa Galante
Chor: RIAS Kammerchor
Musikalische Leitung: Fabio Biondi

In italienischer Sprache

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Konzert

Halleluja

Der Arnold Schoenberg Chor im Theater an der Wien 2006 - 2022

Zum 50jährigen Jubiläum präsentiert der Arnold Schoenberg Chor unter dem Dirigat seines künstlerischen Gründers und Leiters Erwin Ortner gemeinsam mit dem Wiener Kammerorchester die schönsten Chorstücke seiner Tätigkeit im Theater an der Wien.

Im Programm erklingen unter anderem Kompositionen von Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Carl Maria von Weber, Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy, Giuseppe Verdi, Jules Massenet, Francis Poulenc und Benjamin Britten.

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Konzertante Aufführung

L'Olimpiade

Dramma per musica in drei Akten (1734), Musik von Antonio Vivaldi
Libretto von Pietro Metastasio, bearbeitet von Bartolomeo Vitturi

Eine bittere Intrige überschattet den olympischen Gedanken und auch den erhofften Sieg in einem der berühmtesten Libretti von Pietro Metastasio: Der kretische Prinz Licida bittet seinen Freund Megacle aus Athen, unter seinem Namen an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Als Megacle erfährt, dass der Sieger der Spiele die Königstochter Aristea zur Frau erhält, findet er sich in einem moralischen Dilemma wieder, denn Aristea ist die Frau, die er seit langem liebt. Doch aus Loyalität zu seinem Freund tritt Megacle bei den Spielen an und gewinnt. Nach dem Sieg ist die Verwirrung für Aristea perfekt: Sie glaubt, dass sie nun mit Megacle glücklich sein könne, er eröffnet ihr aber, dass er die Spiele für einen Freund gewonnen hat – Aristea muss nun Licida heiraten. Aber auch Licida hat eine Geliebte, die kretische Dame Argene, die in Verkleidung als Hirtin Licori mit von der Partie ist… Schließlich können die Konflikte um Liebe, Freundschaft und sogar einen verlorenen Sohn glücklich aufgelöst werden. Die ursprünglichen Paare finden sich und dürfen in dergewünschten Konstellation ihr zukünftiges Leben miteinander verbringen. Der seit 1730 als Hofdichter für Kaiser Karl VI. in Wien tätige und in der Michaelerkirche bestattete Pietro Metastasio war sicher der berühmteste Librettist seiner Zeit. Die Geschichte über den wirklichen Wert von Sieg und Niederlage schuf er 1733 für seinen Kollegen, den Hofkomponisten Antonio Caldara. Das turbulente Libretto erhielt Antonio Vivaldi – seit 1726 musikalischer Leiter und Composer in residence am Teatro Sant’Angelo in seiner Heimatstadt Venedig – noch im gleichen Jahr. In einer Bearbeitung von Bartolomeo Vitturi und mit neuer Musik Vivaldis wurde L’Olimpiade zum Abschluss der Karnevalssaison am 17. Februar 1734 im Teatro Sant’Angelo uraufgeführt. Jedoch war der Stern des einst bekanntesten Musikers von Europa im Sinken begriffen – Zeitgenossen beurteilten die Musik von L’Olimpiade als eher unmodern, und tatsächlich brachten die 1730er Jahre eine musikalische Stilwende. Für uns heute ist das insofern irrelevant, als L’Olimpiade ein musikalisch mitreißender Vivaldi ist, der die flirrende Atmosphäre zwischen Altar und Arena packend vermittelt.

Musikalische Leitung: Jean-Christophe Spinosi
Orchester: Ensemble Matheus

In italienischer Sprache

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Online

Video on demand

Stöbern Sie in unserem umfangreich Angebot

In Kooperation mit internationalen Livestreaming-Plattformen wie z. B. fidelio und sonostream.tv bietet das Theater an der Wien bereits aufgestrahlte Opernproduktionen Video on demand an.

Ziel ist, einem größeren Opernpublikum die Neuproduktionen des Theater an der Wien und der Kammeroper für einen längeren Zeitraum in HD-Qualität zugänglich zu machen.

Aktuell bieten der unabhängige Online-Anbieter Sonostream.tv und die Streaming-Plattform fidelio folgende Theater an der Wien- und Kammeroper-Produktionen kostenpflichtig VOD an.

Zusätzlich bieten wir Ihnen eine Auswahl unser Kinder- und Jugendprojekte der letzten Jahre kostenlos auf unserem Youtube-Kanal an.

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Massenet: Thaïs

Comédie lyrique in drei Akten und sieben Bildern (1898)
Libretto von Louis Gallet nach dem gleichnamigen Roman von Anatole France

Jules Massenet schrieb seine Oper um die reuige Kurtisane für seine Geliebte, die kalifornische Sopranistin Sybil Sanderson. Das Libretto basiert auf dem gleichnamigen, 1890 erschienenen Skandalroman von Anatole France. In Massenets Oper treten dessen antiklerikale, satirische Elemente zurück, er zeigt die beiden Hauptfiguren in tragischer Selbsttäuschung befangen. Trotz eines skandalösen Busenblitzers von Sanderson war die Uraufführung 1894 nicht besonders erfolgreich. Erst nach einer gründlichen Überarbeitung wurde die zweite, 1898 aufgeführte Fassung zu einem Welterfolg, es entstand sogar ein Stummfilm nach der Oper – mit SängerInnen. Auf der Bühne hängt der Erfolg jeweils an der Interpretin der Titelfigur. Thaïs ist in sängerischer und darstellerischer Hinsicht eine schwierige Rolle. Massenets Musik ist von dem Stil des Fin de siècle geprägt, verführerisch, poetisch und melancholisch. Aber sie ist mehr als nur schillernde, gleißend-elegante Oberfläche – dies Vorurteil stand einem weiteren Erfolg nach 1930 lange im Weg. Massenet gibt mit seiner subtilen psychologischen Zeichnung von Anfang an Hinweise, dass weder Athanaëls Keuschheit noch Thaïs’ Verderbtheit wirklich unumstößlich sind. In der berühmten Méditation werden die inneren Vorgänge während ThaÏs’ Bekehrung geschildert. Die Ausgefeiltheit zeigt sich zudem in einem Netz von musikalischen Motiven, die in der Méditation und im tragischen Ende kulminieren. In der Spiegelarie, Thaïs’ Reflexion über ihr Leben, die ihre Bekehrung vorbereitet, erreicht Massenet eine für die französische Oper beispielhafte Verschmelzung von Wort und Ton, die spätere Komponisten wie Debussy beeinflusste. Strukturell knüpft Massenet bei Thaïs mit den großen Szenen, den Balletten an die Grand-Opéra an, aber eigentlich erlebt man das persönliche Drama zweier Menschen und ihrer fehlgeleiteten, missverstandenen Gefühle zueinander. Ihre Schicksale sind nicht wie bei Rossinis Guillaume Tell oder Verdis Don Carlos mit der großen Politik verknüpft. Man sieht vielmehr, wie die sozialen Festlegungen der Rollen von Mann und Frau in dieser patriarchalischen Gesellschaft menschliche Beziehungen unmöglich machen.

Musikalische Leitung: Leo Hussain
Inszenierung: Peter Konwitschny
Ausstattung: Johannes Leiacker
Licht: Guido Petzold

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Entgegen unserer letzten Ankündigung vor Weihnachten, in der wir Ihnen freudig angekündigt hatten, dass die Vorstellungsserie von Thaïs ab dem 19. Jänner 2021 stattfinden kann, müssen wir Ihnen aktuell mitteilen, dass die Premiere am 19.1. sowie die Vorstellungen am 21. und 23.1. aufgrund der aktuellen Situation nicht stattfinden können. Wir hoffen, dass wir Ihnen bald Ersatztermine nennen können. KarteninhaberInnen werden direkt von unserem Kartenbüro kontaktiert. Unsere MitarbeiterInnen sind bemüht, Ihre Rückabwicklungen zeitnah zu bearbeiten.

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Rameau: Platée

Jupiter, oberster der Götter und untreuester aller Ehemänner, möchte seiner Gattin Juno ein für alle Mal ihre Eifersucht austreiben – um dann von ihr unbehelligt seinen außerehelichen Interessen nachgehen zu können. Zurzeit allerdings verfolgt er kein derartiges amouröses Projekt, Juno ist trotzdem voll Misstrauen und Wut auf ihren Mann und zerstört mit wilden Stürmen die Erde. Sie hat schon die gesamte Ernte ruiniert, den Menschen droht eine Hungersnot. Der Zustand ist unhaltbar und liefert Jupiter einen weiteren Grund, seine Frau von ihrer Raserei abbringen zu müssen. In seinem Auftrag schmieden Mercure und dessen Freund Cithéron einen tückischen Plan, wie sie Juno heilen und die Menschen aus der Not retten können. Cithéron wird seit einiger Zeit hartnäckig von der hässlichen Sumpfnymphe Platée mit Liebe verfolgt. Sie ist völlig davon überzeugt, dass ihrer Schönheit und Eleganz kein Mann widerstehen könnte und begreift Cithérons Abweisungen nicht. Nun sieht er die Möglichkeit, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, nämlich Juno zu beruhigen und Platée loszuwerden. Der eitlen Sumpfnymphe wird weisgemacht, Jupiter hätte sich in sie verliebt und wolle sie heiraten. Der Göttervater, in den Plan eingeweiht, spielt seine Rolle in mythologischer Tradition: Werbend erscheint er Platée als Wolke, singt ihr als Esel und als Eule zarte Liebeslieder und überwältigt sie schließlich mit seinem olympischen Glanz. Platée ist von solcher Ehre ganz hingerissen und fällt begeistert auf Jupiters vorgeheuchelte Liebe herein. Eine große Hochzeitsfeier mit viel Tanz, großem Büffet und illustren Gästen wird anberaumt. Inzwischen haben Mercure und Cithéron Juno diskret über die angebliche neue Affäre ihres Mannes informiert. Kurz vor der fingierten Trauung platzt sie in das Fest und reißt der vermeintlichen Braut wutentbrannt den Schleier herunter. Angesichts der Hässlichkeit Platées muss Juno aber sofort über ihre eigene verblendete Eifersucht lachen und versöhnt sich mit Jupiter. Auf der Erde herrscht endlich schönes Wetter, Cithéron und Jupiter haben ihre Ruhe, nur Platée sitzt wieder einsam und gedemütigt in ihrem Sumpf, als die ganze Göttergesellschaft zum Olymp zurückkehrt.

Ab dem 24. April ist die bereits im Dezember 2020 aufgezeichnete Wiederaufnahme der Erfolgsproduktion Platée aus dem Jahr 2014 mit dem niederländischen Tenor Marcel Beekman in der Titelpartie, begleitet von Les Arts Florissants und unter der musikalischen Leitung von William Christie in einer Inszenierung von Robert Carsen auf der digitalen Klassikplattform fidelio zu erleben.

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Mozart: Le nozze di Figaro

Commedia per musica in vier Akten (1786)

Einst hatte der Graf Almaviva die bürgerliche Rosina mit Hilfe des Barbiers Figaro aus den Klauen ihres geldgierigen Vormunds Doktor Bartolo befreit und zu seiner Frau gemacht. Seitdem leben sie auf einem Schloss in der Nähe von Sevilla. Figaro gehört als Kammerdiener zur häuslichen Equipage ebenso wie seine Verlobte, Susanna, die Kammerzofe der Gräfin. Nach der für bald avisierten Hochzeit wollen sie gemeinsam das ihnen vom Grafen zugewiesene Zimmer beziehen. Während Figaro es zunächst noch für einen Vorteil hält, dass ihr Zimmer neben den gräflichen Gemächern liegt, klärt ihn Susanna über die Absichten Almavivas auf: Der Graf hat ein Auge auf sie geworfen. Seit geraumer Zeit langweilt er sich in seiner Ehe und sieht sich gerne nach neuen Objekten um. Nun soll es also Susanna sein. Aber der Graf muss List und Verführung einsetzen, denn er selbst hat das dem Adel zustehende „ius primae noctis“ – das Recht der ersten Nacht – abgeschafft. Die Gräfin weiß längst, dass ihr Gatte ihr untreu ist und spricht sich bei Susanna aus. Diese erzählt ihm von den Annäherungsversuchen des Grafen ihr gegenüber. Figaro kommt hinzu und schnell ist ein Plan geschmiedet: Einerseits soll dem Grafen vorgetäuscht werden, seine Frau hätte einen Liebhaber und andererseits wird ihm ein Stelldichein mit Susanna in Aussicht gestellt, zu dem aber der als Frau verkleidete Page Cherubino erscheinen soll. Der Plan geht nicht in vollem Umfang auf… Die Gräfin hat die Hoffnung nicht aufgegeben und will um die Liebe ihres Mannes kämpfen. Susanna und sie verabreden, nach der Hochzeit die Kleider zu tauschen – sie verfolgen nun ihren eigenen Plan. Endlich findet die Hochzeit statt. Susanna übergibt dem Grafen heimlich einen von der Gräfin vorher diktierten Liebesbrief, Figaro plagt die Eifersucht. Im nächtlichen Garten beginnt nun das Verwirrspiel: Das frisch getraute Paar führt sich gegenseitig an der Nase herum, Cherubino will die Gräfin küssen, küsst versehentlich aber den Grafen, wofür Figaro wiederum eine Ohrfeige kassiert. Schließlich erspäht der eifersüchtige Graf seine Gattin mit Figaro. In flagranti möchte er sie der Öffentlichkeit preisgeben. Aber vorher fand da doch dieser Kleidertausch statt…

Emmanuele Conegliano: 1749 geboren, 1763 vom Judentum zum Katholizismus konvertiert, 1765 niedere Weihen, 1773 Weihe zum Abbé, seit 1783 Dichter für das italienische Theater bei Joseph II. in Wien – uns besser bekannt als Lorenzo Da Ponte, kongenialer Librettist von Wolfgang Amadeus Mozart sowie ein Filou mit zahlreichen amourösen Beziehungen, Schulden und Rechtsstreitigkeiten. Wie genau die Zusammenarbeit mit Mozart – Figaro war das erste gemeinsame Werk der beiden – zustande kam, ist nicht mehr exakt rekonstruierbar. Gerüchteweise trafen sie sich schon im Jahr 1783. Es existieren zwar die Memoiren Da Pontes, allerdings sind diese als historisches Dokument wenig ernst zu nehmen. Fest steht, dass Mozart die Oper Il barbiere di Siviglia von Giovanni Paisiello kennen musste, denn sie war – als erste Vertonung von Beaumarchais’ Figaro-Trilogie – sehr erfolgreich in Wien 1783 gezeigt worden, und die beiden Komponisten hatten sich im Jahr darauf auch kennengelernt. Als dann das zweite Stück um diesen umtriebigen Barbier erfolg- und skandalreich in Paris herauskam, war die Idee, dem Erfolg Paisiellos auf der Basis des neuen Beaumarchais- Stücks nachzueifern, naheliegend. Mozart und Da Ponte mussten allerdings die politisch brisante Vorlage erheblich entschärfen, um zur Aufführung ihres Opernprojektes an der Wiener Hofoper 1786 die Erlaubnis erhalten zu können. Im Libretto hat Da Ponte vor allem die diffizilen Gefühlsbeziehungen zwischen den Figuren herausgearbeitet und Mozarts Kompositionskunst damit eine ebenbürtige Vorlage geliefert: Seine Musik vertieft die Charaktere in einem Maße, das in der Geschichte der Oper kaum mehr erreicht wurde und aus der Komödie ein Seelendrama macht. Trotz Da Pontes Entpolitisierung zeigt das Werk aber immer noch den gesellschaftlichen Umbruch vom Ancien Régime zum bürgerlichen Zeitalter – die Macht des Grafen ist gebrochen, er muss sich einer bürgerlichen Gefühlsmoral beugen. Da dieses bürgerliche Zeitalter immer noch andauert, sind die Ereignisse des Stückes für uns nach wie vor von Interesse, und Mozarts Musik bewirkt, dass uns darüber hinaus die Emotionen seiner Modellfiguren immer wieder tief anrühren.

Inszenierung: Alfred Dorfer, Kateryna Sokolova
Musikalische Leitung: Stefan Gottfried

Neuproduktion des Theater an der Wien, 2020

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Leoncavallo: Zazà

Commedia lirica in vier Akten (1919)

Ruggero Leoncavallos Ruhm gründet sich auf einer einzigen Oper, auf Pagliacci – Der Bajazzo. 1892 uraufgeführt, ist der Welterfolg ein Initialwerk des Verismo. Besser Informierte wissen vielleicht, dass Leoncavallo auch eine Version von La bohème in Konkurrenz zu Giacomo Puccini geschrieben hat. Mit Zazà hatte er jedoch zu Lebzeiten auch einen veritablen Erfolg. Nach der Uraufführung 1900 am Teatro Lirico in Mailand wurde Zazà international häufig gespielt, vorausgesetzt, es gab eine Primadonna, die der anspruchsvollen Titelpartie gewachsen war. Den größten Erfolg konnte Zazà sogar in den 1920er Jahren an der Metropolitan Opera New York verbuchen. Auch Zazá gehört stilistisch zum Verismo und spielt im schillernden Künstlermilieu, allerdings nicht wie der Bajazzo bei einer fahrenden Commedia dell’arte-Truppe, sondern unter semi-sesshaften Varietékünstlern, deren Reputation aber kaum besser ist als die ihrer vazierenden Kollegen. Die Schilderungen von halbseidenen Unterhaltungsshows und bürgerlichem Pariser Heim boten Leoncavallo musikalisch vielfältige Möglichkeiten. Im ersten Akt evoziert er anschaulich die Atmosphäre hinter der Bühne, für die er eine Art von damals experimenteller, moderner Collage-Technik entwickelt. Verschiedene Musiken und Musikstile überlagern sich: Der deklamatorisch-rezitativische Stil der Gespräche hinter der Bühne mischt sich mit den Musikdarbietungen auf der Bühne. Ähnlich schiebt er im dritten Akt in Paris die Gespräche, Totòs Klavierspiel und den durch das Fenster von der Seine in den bürgerlichen Salon hineindringenden Gesang der Wäscherinnen übereinander. In dem prinzipiell an Wagner orientierten Deklamationsfluss blitzen auch immer wieder arienhafte Momente hervor, wachsen sich aber nie zu einer schlagertauglichen Melodie aus – was sicherlich die Popularität von Zazà eingedämmt hat. Leoncavallo kannte aus eigener Erfahrung die Atmosphäre der Varietés, das Leben der Sängerinnen und die bürgerliche Doppelmoral, die sein Stück vorführt, denn vor seinem großen Erfolg mit dem Bajazzo verdiente er sich als Pianist in solchen Etablissements in Paris sein Geld. Kurz vor seinem Tod 1919 straffte er Zazà im Sinne einer stringenteren Dramatik. Am Theater an der Wien zeigen wir diese zweite Fassung, ergänzt um drei Einlagen aus der Erstfassung von 1900.

Inszenierung: Christof Loy
Musikalische Leitung: Stefan Soltész

Neuproduktion des Theater an der Wien, 2020

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Beethoven: Fidelio

Oper in zwei Akten (1806)

Schon seit zwei Jahren ist Florestan verschwunden. Seine Frau Leonore vermutet, dass er in einem geheimen Gefängnis eingekerkert ist, denn er war ein Gegner des Gouverneurs Don Pizarro, der zu seinem Machterhalt ein System aus Korruption und willkürlicher Gewalt etabliert hat. Sie glaubt, dass Florestan in dem gleichen Staatsgefängnis sitzt, in dem auch andere politische Gefangene ihr Dasein fristen. Als Mann verkleidet und unter dem Decknamen „Fidelio“ hat sie sich beim dortigen Kerkermeister Rocco als Gehilfe anstellen lassen. Durch diese Position hofft sie, herausfinden zu können, ob ihr Mann wirklich in diesem Gefängnis sei. Rocco schätzt den Arbeitseifer und Geschäftssinn von Fidelio sehr. Seine Tochter Marzelline hat sich sogar in den Jüngling verliebt und sich von ihrem bisherigen Verlobten Jaquino abgewandt. Zwar ist Leonore die Täuschung des Mädchens unangenehm, aber immer mehr erhärtet sich ihr Verdacht, es könnte sich bei einem geheimnisvollen Gefangenen, den Rocco allein betreuen muss, umFlorestan handeln. So stimmt sie als Fidelio einer baldigen Verbindung mit Marzelline zu, um Roccos Vertrauen zu erlangen. Nun kann sie ihren zukünftigen Schwiegervater bitten, ihn in den geheimen Kerker begleiten zu dürfen. Die Zeit wird knapp, denn überraschend trifft Pizarro ein und erfährt von einer bevorstehenden Überprüfung der Gefängnisse. Er will nun dringend den geheimen Gefangenen beseitigen. Da Rocco sich weigert, dies zu tun, entscheidet er, die Tat selbst auszuüben. Rocco schaufelt mit Fidelios Unterstützung lediglich in dem unterirdischen Gefängnis ein Grab. Es stellt sich heraus, dass dieser, schon kurz vor dem Hungertod stehende Gefangene, tatsächlich Florestan ist. Als Pizarro in den Kerker stürmt, um seinen Gegner zu töten, wirft sich Leonore mit einer Pistole dazwischen und enthüllt ihre wahre Identität. Die Schrecksekunde Verzögerung reicht, um dem inspizierenden Minister und seinen Leuten Zeit zum Eingreifen zu geben. Der Minister ist ein Freund Florestans, der Pizarros Machenschaften nun erkennt und bestraft. Mit Florestan kommen auch alle anderen Opfer von Pizarros Willkür frei. Die Liebe Leonores hat gesiegt.

Inszenierung: Christoph Waltz
Musikalische Leitung: Manfred Honeck

Neuproduktion des Theater an der Wien, 2020

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Moniuszko: Halka

Tragische Oper in vier Akten

Stanisław Moniuszko gelang es, mit Halka 1858 musikalisch einen spezifisch polnischen Ton zu definieren – Halka gilt auch deshalb bis heute als polnische Nationaloper. Der durchschlagende Erfolg beruhte auf der klugen Einbindung polnischer Tänze wie der Mazurka, der Polonaise und den Volkstänzen der Goralen, einer ethnischen Minderheit, die in der Hohen Tatra bis heute lebt. Polen war als eigener Staat seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr existent, umso wichtiger war es für die unter russischer, preußischer oder österreichischer Herrschaft lebenden Polen, eine Identität in ihrer Kultur zu finden. Die Oper zeigt das traurige Ende der Liebesgeschichte zwischen dem reichen jungen Gutsherrn Janusz und einer seiner Untergebenen, dem Goralen-Mädchen Halka, und spiegelt so die zu dieser Zeit aktuelle soziale Struktur der Bevölkerung der Gebiete, in der Polen lebten. Dort war der Staat streng hierarchisch organisiert, und es gab in weiten Teilen noch Leibeigenschaft. Immer wieder flammten Aufstände gegen die feudalistische Gesellschaftsordnung und die Fremdherrschaft auf. In diesem Sinne ist Halka bewusst von Moniuszko und seinem Librettisten Włodzimierz Wolski als hochpolitische Oper entworfen und vom Publikum auch so aufgefasst worden – sie erlangte den Status einer Nationaloper nicht nur aufgrund der Verarbeitung musikalisch traditioneller Motive. Mazurka und Polonaise waren damals auch die Tänze des Adels und wurden somit im Gesamtzusammenhang der Oper eher negativ konnotiert verwendet; die Volksmusik der unteren Stände aus dem bäuerlichen Milieu der Goralen sind positiv dagegen gesetzt. Halkas Weg zur Nationaloper war nicht problemlos: Moniuszko war ein schlecht bezahlter Kapellmeister in Wilna, als er zusammen mit Wolski die Oper konzipierte. Zuerst hatte Halka nur zwei Akte, und keiner wollte sie aufgrund ihres damals explosiven Inhalts aufführen. Es kam 1848 in Wilna erst zu einer konzertanten Aufführung, 1854 gelangte sie dort endlich auch szenisch auf die Bühne und der Erfolg war triumphal. Für die vier Jahre später erfolgende Aufführung in Warschau erweiterte Moniuszko sein Werk auf vier Akte, und in dieser Form erlangten Halka und ihre Schöpfer ihren verdienten Ruhm.

An der Spitze des hochkarätigen Sängerensembles steht Weltstar KS Piotr Beczała, ebenfalls Preisträger des International Opera Awards 2018, die Titelrolle wird von der amerikanischen Sopranistin Corinne Winters verkörpert. Alexey Tikhomirov singt den Stolnik, Natalia Kawałek seine Tochter Zofia. Als ihr Verlobter Janusz wird – neben den Hausdebüts von Piotr Beczała und Corinne Winters – KS Tomasz Konieczny zum ersten Mal am Theater an der Wien zu erleben sein, den Haushofmeister Dziemba übernimmt Lukas Jakobski, der vergangene Saison höchst erfolgreich als Leuthold in Guillaume Tell am Theater an der Wien gastierte. Die Rolle des Dudarsz wird von dem Bassbariton Sreten Manojlović verkörpert. Es spielt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien und singt der Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner).

Inszenierung: Mariusz Treliński
Musikalische Leitung: Łukasz Borowicz

Neuproduktion des Theater an der Wien in Koproduktion mit dem Teatr Wielki Warschau, 2019

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Theater an der Wien - Das Opernhaus

Wiens jüngstes und zugleich ältestes Opernhaus.

Und es ist nicht irgendein Theater, sondern das Haus, das Emanuel Schikaneder, vielseitiges Genie, Schauspieler, Organisationstalent und vor allem Librettist der Zauberflöte, 1801 im Geiste Mozarts in Wien erbauen ließ.

Seit Januar 2006, mit den Jubiläumsfeiern zu Mozarts 250. Geburtstag, präsentiert sich das Theater an der Wien als neues Opernhaus der Stadt Wien. Als ganzjährig bespieltes Stagione-Opernhaus eröffnet das Theater an der Wien eine neue, eigenständige Kategorie im anspruchsvollen Wiener Kulturbetrieb. Zwölf Monate im Jahr – mit monatlich einer Premiere – wird Oper im Stagione-System gespielt: das bedeutet gleich bleibende Besetzung von der ersten bis zur letzten Vorstellung und damit kontinuierliche Qualität auf höchstem internationalen Niveau.

Der moderne, offene Zugang zum Musiktheater durch Programm, Bespielung und Künstler wird durch das Haus selbst, seine Architektur und lebendige Lage betont. Ambiente und Materialien, intime Atmosphäre und ideale Akustik im historischen Theater animieren zum Öffnen der Sinne für das Schöne. Das Theater an der Wien stellt bewusst einen wechselseitigen Bezug zu seiner lebendigen Umgebung am Naschmarkt und zur jungen Kulturszene rund um das Schleifmühlviertel her.
Öffnungszeiten Tageskasse Theater an der Wien:
Montag – Samstag, 10 – 18 Uhr

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Bewertungen & Berichte Theater an der Wien - Das Opernhaus

Aufführungen / Theater Schauspielhaus Zürich Zürich, Rämistrasse 34
Aufführungen / Theater Schauspiel Köln Köln, Schanzenstr. 6-20
Aufführungen / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Wuppertal, Kurt-Drees-Straße 4
Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Theater Theater Konstanz Konstanz, Konzilstraße 11
Aufführungen / Theater Staatsschauspiel Dresden Dresden, Theaterstraße 2
Aufführungen / Oper Wiener Staatsoper Wien, Opernring 2
Aufführungen / Theater Volkstheater München München, Tumblingerstraße 29
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Aufführungen / Theater Vorarlberger Landestheater Bregenz, Seestr. 2
Aufführungen / Theater Theater im Pfalzbau Ludwigshafen Ludwigshafen, Berliner Str. 30
Aufführungen / Theater Theater Erfurt Erfurt, Theaterplatz 1
Aufführungen / Theater Deutsches Schauspielhaus Hamburg Hamburg, Kirchenallee 39
Aufführungen / Oper Staatsoper Stuttgart Stuttgart, Oberer Schloßgarten 3
Aufführungen / Musical Ronacher Wien Wien, Seilerstätte 9
Konzerte / Konzert Tonhalle Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1
Ereignisse / Tanz Dresden Frankfurt Dance Company Dresden / Frankfurt
Ausstellungen / Museum GRASSI Museum für Völkerkunde Leipzig Leipzig, Johannisplatz 5-11
Ereignisse / Festspiele Mozartwoche Salzburg 27.1. bis 6.2.2022
Familie / Theater Junges Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Ereignisse / Festspiele Domstufen-Festspiele Erfurt 15.7. bis 7.8.2022
Konzerte / Konzert Festival Strings Lucerne Luzern, Dreilindenstr. 89
Familie / Festival Mülheimer Theatertage das Forum deutschsprachiger Gegenwartsdramatik
Bildung / Kurs Tanzschule Grenke Kiel Kiel, Deliusstraße 3-5

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