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JazzFest Berlin

31.10. bis 3.11.2019

Rund um stilbildende Ikonen des Jazz wie auch junge Positionen aus verschiedensten Stilrichtungen entwirft das Jazzfest Berlin ein Festivalprogramm voller kreativer Grenzgänge und kollektiver Visionen.

Kontakt

JazzFest Berlin
Berliner Festspiele
Schaperstraße 24
D-10719 Berlin

Telefon: +49 (0)30 254 89-0
Fax: +49 (0)30 254 89-111
E-Mail: jazzfest@berlinerfestspiele.de

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Jazz

Anthony Braxton’s Sonic Genome

Deutschlandpremiere

Anthony Braxton’s Sonic Genome:
Anthony Braxton, James Fei & Chris Jonas conductors
Kyoko Kitamura vocals
Anne Rhodes vocals
Georgina Darvidis vocals
Cymin Samawatie vocals
Defne Sahin vocals
Cansu Tanrikulu vocals
Dora Osterloh vocals

Jean Cook violin
Lizzy Welsh violin
Fabiana Striffler violin
Erica Dicker violin, baritone violin
Gregoire Simon violin
Jessica Pavone viola
Anil Eraslan cello
Isabelle Klemt cello
Judith Hamann cello
Chris Dahlgren double bass, viola da gamba
Jacques Emery double bass
Antonio Borghini double bass
Ralf Schwarz double bass

Aviva Endean clarinet, flute
Sabine Vogel flutes
Vincent Bababoutilabo flutes
Susanne Fröhlich bass recorder flute
Tilmann Dehnhard flutes
Mona Matbou-Riahi clarinet
Anat Cohavi clarinet
Michael Thieke clarinet
Milian Vogel bass clarinet
Davide Lorenzon clarinet, sax
Viktor Wolf clarinet, sax
Ingrid Laubrock saxes
Andrew Raffo Dewar saxes
Paul Berberich sax
Daniel Glatzel sax
André Vida baritone, sax
Sara Schoenbeck bassoon
Katie Young bassoon

Peter Knight trumpet
Brad Henkel trumpet
Johannes Böhmer trumpet
Magnus Schriefl trumpet
Till Künkler trombone
Matthias Müller trombone
James Macauley trombone
Hilary Jeffery trombone
Robin Hayward tuba
Dan Peck tuba

Naoko Kikuchi koto
Bassem Alkhouri kanun
Mahan Mirahab oud, guitar
Kalle Zeier e-guitar
Julia Wacker harp
Adam Matlock accordion
Alexander Hawkins piano, melodica
Niko Meinhold piano
Maria Schneider vibraphone, percussions


Zur Eröffnung des Jazzfest Berlin 2019 verwandelt Anthony Braxton gemeinsam mit 60 Musiker*innen aus Australien, Deutschland, UK und USA den Gropius Bau für sechs Stunden in einen musikalischen Erfahrungskosmos.

Der Komponist, Multiinstrumentalist und Pädagoge Anthony Braxton ist eine überragende Größe in der Musikszene. Sein ungeheures Interesse an allen Klangdisziplinen verbindet er mit einem starken gesellschaftlichen Engagement. Als eines der ersten Mitglieder der Chicagoer Association for the Advancement of Creative Musicians setzte er im Lauf seiner Karriere bereits ausgesprochen ambitionierte Projekte um, die nur durch Zutun seines umfänglichen Zirkels aus Kolleg*innen und Anhänger*innen realisiert werden konnten. Kaum eines davon war jedoch so ambitioniert wie die immersive Durational Performance „Sonic Genome“. Nach einer mehrtägigen Probenphase wird das Werk in Berlin erst zum dritten Mal überhaupt aufgeführt, wobei 14 Musiker*innen aus Braxtons engstem Umfeld sowie 45 Musiker*innen aus der diversen Musikszene Berlins (darunter Vertreter*innen der Echzeitmusikszene und Mitglieder vom Andromeda Mega Express Orchestra, Trickster Orchestra und KIM Collective) und sechs Mitglieder des Australian Art Orchestra an der transatlantischen Kooperation beteiligt sind. Über einen Zeitraum von sechs Stunden werden sich mehrere kleine Ensembles unter der Leitung von Mitgliedern aus Braxtons engerem Umfeld mit bis zu 450 seiner Kompositionen beschäftigen sowie mit seinem improvisatorischen Prinzip „Ghost Trance Music“, wobei sie von Werk zu Werk wechseln und das Spiel benachbarter Gruppen aufnehmen oder eben auch ignorieren können. Wie lebendige Organismen spalten sich die Gruppen auf, bewegen sich durch den weiträumigen Gropius Bau und schließen sich in anderen Besetzungen wieder zusammen, verbinden sich zu kleinen Zellen oder zum dirigierten Großensemble. Auch die Besucher*innen bewegen sich frei im Raum und entscheiden selbst, welchen neuen oder kombinierten Zusammensetzungen sie zuhören möchten.

€ 29, ermäßigt € 20

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Jazz

Beyond Individualism? – Communities & Kollektive in Jazz und improvisierter Musik

Mit Angel Bat Dawid, Jean Cook, Peter Knight, Liz Kozack, Julia Neupert, Emma Warren

Das Künstler*innengespräch widmet sich dem Stellenwert von Kollektiven und Communities in der heutigen Musiklandschaft.

Haus der Berliner Festspiele,

Individuelle (Selbst-)Behauptung und kollektive Dynamik – dieses Spannungsverhältnis spielt in Jazz und improvisierter Musik nicht nur auf musikalischer Ebene eine Schlüsselrolle. Selten konfliktfrei, erweist sich die Auseinandersetzung zwischen starken eigenständigen künstlerischen Stimmen oft als kreativer Motor interessanter Bands, Ensembles und Szenen. Spätestens seit sich im Chicago der 1960er Jahre eine Gruppe von afroamerikanischen Avantgarde-Musiker*innen – darunter auch Anthony Braxton – zur Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM) zusammenschloss, organisieren sich solche individuellen Charaktere immer wieder in Kollektiven, die Produktionsbedingungen und Aufführungspraxis ihrer Musik (mit)gestalten und Freiräume kreativer Autonomie und Gemeinschaftlichkeit gegen den Druck der Verwertungssysteme positionieren.

Welche Ziele verfolgen zeitgenössische Kollektive in Jazz und Improvisierter Musik? Wie werden künstlerische Motivationen, gemeinschaftliche Ideale und materielle Herausforderungen in verschiedenen Szenen und Netzwerken ins Verhältnis gesetzt? Wie viel experimentelle Freiheit und individuelle Eigenständigkeit, wie viel Solidarität oder Subversion lässt sich in künstlerischen Communities und Kollektiven unter den gegenwärtigen Produktionsbedingungen verwirklichen?

Julia Neupert (SWR) diskutiert diese und weitere Fragen mit Musiker*innen aus unterschiedlichen Szenen und Kollektiven in Deutschland, den USA und Australien.

Keynote Emma Warren
Künstler*innengespräch mit Angel Bat Dawid, Jean Cook, Peter Knight, Liz Kozack, Emma Warren
Moderation Julia Neupert

In englischer Sprache

Eintritt frei

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Jazz

Brian Marsella / Christian Lillinger’s „Open Form for Society“ / Australian Art Orchestra feat. Julia Reidy

Außergewöhnliches am Freitagabend: der Pianist Brian Marsella mit einem seiner seltenen Solokonzerte, der Schlagzeuger Christian Lillinger mit der erst zweiten Aufführung von „Open Form for Society“ sowie das Australian Art Orchestra mit Kompositionen von Peter Knight und Julia Reidy.

Brian Marsella Deutschlandpremiere

Der Pianist Brian Marsella wuchs in Philadelphia auf und verfolgte in seinen Anfängen eine ungewöhnliche Kombination aus Klassik und R&B. Erst als er nach New York zog, wo er die renommierte New School besuchte, kam seine aufkeimende Liebe zum Jazz zu voller Blüte. Seiner Leidenschaft für brasilianische Musik ging er in Cyro Baptistas Gruppe Beat the Donkey nach, und im Quartett MAST traf sein Interesse an Funk auf die Kompositionen von Thelonious Monk, dem Urvater des Bebop. Sein Talent für Jazz zeigte sich aber vor allem im New Yorker Post-Bop-Quintett The Flail, mit dem er in den letzten zehn Jahren hauptsächlich zusammenspielte. Und zu seiner Hochform lief er mit einem Trio auf, das ursprünglich gegründet wurde, um die Musik von John Zorn zu spielen. Gemeinsam mit dem Bassisten Trevor Dunn und dem Schlagzeuger Kenny Wollesen spielte Marsella zwei hervorragende Alben mit Kompositionen von Zorn ein, auf denen der Pianist in halsbrecherischem Tempo den Geist von unterschätzten Vertreter*innen des Bebops aus den 1950er Jahren, wie Elmo Hope und Herbie Nichols, heraufbeschwört. Im vergangenen Jahr tat er sich mit dem Bassisten Christian McBride und dem Schlagzeuger Anwar Marshall zusammen, um mit dem Album „Outspoken: The Music of the Legendary Hasaan“ die Musik eines weiteren verkannten Klaviergenies zu feiern. Beim Jazzfest Berlin 2019 wird Brian Marsella sein Deutschlanddebüt mit einem seiner seltenen Solokonzerte geben.

Christian Lillinger: Open Form for Society

Der Berliner Komponist Christian Lillinger gehört zu den profiliertesten Schlagzeugern und Bandleadern; sein Ansatz, Rhythmen in ständig wechselnde, treibende Untereinheiten aufzuteilen, ist unverwechselbar. In diesem Jahr stellt er sein bisher ambitioniertestes Projekt vor, eine akribisch ausgearbeitete Symphonie aus Beats, Keyboard-Patterns und Streicher-Elementen, die auf die improvisatorische Kreativität seines herausragenden Ensembles trifft. Seine eigenen stotternden Drumbeats werden durch die fraktalen Linien von Klavier, Bass, Cello, Perkussion und Synthesizer zu einer bewegten Landschaft aus abstrakten elektronischen Klanggebilden und herausfordernden Melodien ergänzt, die ebenso von zeitgenössischer Klassik und Hip-Hop beeinflusst ist wie von Jazz. Durch eine intensive Nachbearbeitung reduzierte Lillinger zusammen mit Johannes Brecht das im Studio eingespielte Material, eliminierte jeden überflüssigen Ton und schuf so einen verdichteten, kraftvollen Strom musikalischer Bewegungen. Nach der Premiere in Donaueschingen im Oktober spielt das Ensemble diese Musik beim Jazzfest Berlin zum erst zweiten Mal überhaupt gemeinsam in Echtzeit.

Australian Art Orchestra feat. Julia Reidy

Das Australian Art Orchestra wurde 1994 gegründet und verfolgt seit Jahrzehnten ein breites und vielseitiges musikalisches Spektrum. Inspiriert durch experimentierfreudige, jazzaffine Ensembles wie das Art Ensemble of Chicago und das Vienna Art Orchestra hat das Orchester eine ganz eigene, eklektische Identität entwickelt. Über die Jahrzehnte hinweg hat das Ensemble, nun schon seit längerem unter der Leitung des Trompeters Peter Knight, verblüffend detailreiche Adaptionen entwickelt, die sich unter anderem der Musik des australischen Aborigine-Stamms der Yolngu, europäischen Volks- und Kunstliedern der 1930er Jahre, Volksmelodien und Straßengeräuschen aus der chinesischen Provinz Sichuan sowie der „Matthäus-Passion“ von Johann Sebastian Bach widmen. All diese Arbeiten sind von kühnen Improvisationen und packenden, oft humorvollen Arrangements geprägt. Bei ihrem Jazzfest-Berlin-Debüt wird das Australian Art Orchestra mit der Aufführung zweier Kompositionen von Peter Knight zu erleben sein: „The Sharp Folds“ und „The Plains“, letztere basierend auf Gerald Murnanes gleichnamigem Roman. Außerdem bringt das Ensemble das neue Auftragswerk einer wunderbar eigensinnigen Gitarristin und Wahlberlinerin zur Uraufführung, die sich ebenso wie ihre australischen Kolleg*innen, mit denen sie sich die Bühne teilen wird, jeder Orthodoxie verweigert: Julia Reidy, eine überzeugte Experimentalistin, deren Musik Post-Pop-Autotune-Effekten und freien Improvisationen ebenso ihren Platz einräumt wie ihrer Post-John-Fahey-Fingerstyle-Spieltechnik.

18:00
Brian Marsella (USA)
Brian Marsella piano solo

18:30
Christian Lillinger (D / GR / SVN / AUT / UK / SWE)
Open Form for Society

Christian Lillinger composition, drums, concept
Cory Smythe piano
Kaja Draksler upright piano
Elias Stemeseder synth, piano
Christopher Dell vibraphone
Roland Neffe marimba, vibraphone, glockenspiel
Lucy Railton cello
Petter Eldh double bass, e-bass
Robert Landfermann double bass

Pause

20:00
Australian Art Orchestra feat. Julia Reidy (AU) Deutschlandpremiere
Compositions by Peter Knight and Julia Reidy

Julia Reidy guitar
Simon Barker drums
Jacques Emery double bass
Andrea Keller piano
Tilman Robinson electronics
Georgina Darvidis vocals
Lizzy Welsh violin
Aviva Endean clarinet, flute
James Macauley trombone
Peter Knight trumpet, electronics
Jem Savage technical producer

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Jazz

Elliot Galvin / melting pot

Am Freitagabend sind im A-Trane der britische Pianist Elliot Galvin mit einem Solokonzert und die europäische Kooperationsinitiative melting pot zu erleben, die seit 2013 junge Improvisationsmusiker*innen zusammenbringt.

Elliot Galvin

Er ist zwar noch nicht einmal 30 Jahre alt, aber der britische Pianist Elliot Galvin hat die britische Jazzszene bereits maßgeblich beeinflusst, ob als Gastmusiker bei Laura Jurds Dinosaur oder Emma-Jean Thackrays Walrus, im Duo mit dem Saxofonisten Binker Golding oder als Leader seines eigenen Trios. Galvin ist zwar der musikalischen Tradition des Jazz eng verbunden, lässt in seiner Musik aber auch Raum für Einflüsse aus zeitgenössischer Klassik (Helmut Lachenmann, Harrison Birtwistle) und Hip-Hop. Galvin setzt sich über Genregrenzen hinweg: Musikalische Neugier und atemberaubende Präzision kennzeichnen seine Musik ebenso wie Humor, Gefühl und eine geradezu beiläufige Virtuosität. Auf seinem kürzlich erschienenen Album „Modern Times“ trat sein Interesse an elektronischen Experimenten vorläufig in den Hintergrund. Er entwickelte einen akustischen Trio-Sound, der an den eklektischen Spirit des amerikanischen Trios The Bad Plus erinnert, dabei aber ohne überflüssige Verzierung auskommt und sich ganz darauf verlässt, dass die instinktive Raffinesse seiner bewährten Mitspieler dem Ganzen Witz und Energie verleiht. Der Zeitschrift Down Beat sagte er: „Ich versuche in jeder Situation, einfach mit einer Klangvorstellung zu reagieren, von der ich glaube, dass sie funktioniert, anstatt zu sehr zu analysieren und mich dadurch einzuschränken, dass ich die Dinge in Schubladen stecke.“

melting pot
Creation

Die europäische Kooperationsinitiative melting pot bringt seit Jahren immer wieder diverse Gruppen junger Improvisationsmusiker*innen zusammen, die ohne lange Probenzeit neue Ensembles bilden. In diesem Jahr arbeiten das Jazzfest Berlin, Handelsbeurs Concertzaal, Jazztopad, Nasjonal jazzscene und das Internationale Jazzfestival Saalfelden zusammen, wobei jede*r Veranstalter*in eine*n Musiker*in aus der eigenen Region zur Teilnahme einlädt. Saxofonistin Mia Dyberg (Berlin), Schlagzeugerin Katharina Ernst (Saalfelden), Bassist Kobe Boon (Gent), Bassist Zbigniew Kozera (Breslau) und Saxofonistin Signe Emmeluth (Oslo) – allesamt Musiker*innen mit unverwechselbaren Charakteren – trafen im August in Saalfelden zum ersten Mal aufeinander. Der große Reiz und die Besonderheit der Improvisation liegen darin, dass sich ganz unterschiedliche Künstler*innen ohne den Zwang gemeinsamer Kontexte zusammentun können; dass fünf Musiker*innen, die einander zumeist nicht kennen, unterschiedliche Stile und Herkunftsgeschichten symbolisch überbrücken, um etwas Neues zu entwickeln.

21:00
Elliot Galvin

Elliot Galvin piano

Pause

22:20
melting pot Creation

Mia Dyberg sax (Berlin)
Signe Emmeluth sax (Oslo)
Kobe Boon bass (Ghent)
Zbigniew Kozera bass (Wroclaw)
Katharina Ernst drums (Saalfelden)

€ 16, ermäßigt € 12

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Jazz

Angel Bat Dawid & The Brothahood

Deutschlandpremiere

Angel Bat Dawid & The Brothahood (USA):
Angel Bat Dawid clarinet, vocals, keys
Adam Zanolini double bass, flutes, saxes, percussions
Isaiah Collier drums, sax
Xristian Espinoza sax, percussion
Norman W. Long electronics
Julian Otis vocals
Viktor Le Givens vocals


Angel Bat Dawid hat mit ihrem Anfang 2019 erschienenen Debütalbum „The Oracle“ enormes Aufsehen erregt. Beim Jazzfest Berlin feiert die Multiinstrumentalistin, Komponistin und Sängerin mit ihrer Chicagoer Band The Brothahood ihre Deutschlandpremiere.

Die Multiinstrumentalistin, Sängerin und Komponistin Angel Bat Dawid aus Chicago etablierte sich erst mit Anfang 30 in der Musikszene der Stadt. In den letzten Jahren hat sie allerdings deutlich gemacht, dass man sie nicht unterschätzen sollte. In Workshops des leidenschaftlich unabhängigen Instrumentalisten und Community-Aktivisten David Boykin entdeckte sie Chicagos Freie Musikszene und befreite sich von den Konventionen des traditionellen Jazz. Mit ihrem selbstproduzierten Debüt „The Oracle“ – das sie mit einem Handy aufgenommen und für das sie nahezu alle Instrumente selbst eingespielt hat – sorgte sie für großes Aufsehen. Ihre Musik wurde durch die Selbstbestimmtheit der Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM) ebenso inspiriert wie durch die spirituelle Sehnsucht, die sich in der Musik von Künstler*innen wie Yusef Lateef und Alice Coltrane ausdrückt. Sie arbeitet eng mit ihrer Chicagoer Band The Brothahood zusammen, deren kollektive Ästhetik an die des Art Ensemble of Chicago und des Sun Ra Arkestra anknüpft. Angel Bat Dawid ist eine außergewöhnlich charismatische Musikerin, deren Spielfreude und Begeisterungsfähigkeit auf ihre Mitmusiker*innen unweigerlich ansteckend wirkt.

€ 16, ermäßigt € 12
Late Night Plus: Angel Bat Dawid & The Brothahood + Late Night Lab 1: € 28

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Jazz

Late Night Lab 1

Kaos Puls / Moskus Trio / Mopcut

Das Format der Late Night Labs bietet eine Plattform für interdisziplinäre Zusammenarbeit und präsentiert am Freitagabend drei bestehende, eigenständige Trios – Kaos Puls, Mopcut und Moskus –, die in stets wechselnden Formationen die Arenabühne des Jazzfest Berlin bespielen.

Late Night Lab
Creation

Jazz und improvisierte Musik setzen nicht nur auf Gemeinschaftssinn, sie sind geradezu darauf angewiesen. Etablierte Bands bilden zwar durchaus kleine, eigenständige Gemeinschaften für sich, aber erst in der Improvisationskultur konnten sich zahllose Musiker*innen zu einer wahrlich globalen Community zusammenfinden und – in ihrer geteilten Fähigkeit zuzuhören, zu reagieren und miteinander zu kommunizieren – Klang als genuine Lingua franca entdecken. Das Format der Late Night Labs bietet eine Plattform für interdisziplinäre Zusammenarbeit und präsentiert am Freitag drei bestehende, eigenständige Trios: Kaos Puls, Mopcut und Moskus. Während dieser Begegnung werden die Musiker*innen in stets wechselnden Formationen für ca. 100 Minuten die Arenabühne des diesjährigen Jazzfests bespielen. Alle drei Gruppen am Freitag haben ihre jeweils eigene, unverwechselbare Identität und werden diese während der Performance auch präsentieren. Der eigentliche Fokus liegt aber darauf, zu sehen, was geschieht, wenn es zu musikalischen Kollisionen und Überschneidungen kommt.

Kaos Puls

Der schwedische, in Berlin ansässige Bassist und Produzent Petter Eldh geht mit seinem außergewöhnlich vielseitigen Musikverständnis unerwartete Verbindungen zwischen den Genres ein, die Spaß machen, hart einschlagen und faszinierende Einblicke in den musikalischen Prozess bieten. Eldh ist ein zentraler musikalischer Partner des britischen Pianisten Django Bates und Eckpfeiler des explosiven Klaviertrios Punkt.Vrt.Plastik mit Pianistin Kaja Draksler und Schlagzeuger Christian Lillinger, das beim Jazzfest Berlin 2017 zu erleben war. Bei diesem neuen Trio aus Petter Eldh, dem schwedischen Saxofonisten Otis Sandsjö und dem österreichischen Schlagzeuger und Multiinstrumentalisten Lukas König trifft spannungsgeladene Improvisation auf schlanke Grooves – weitreichend inspiriert von innovativen Produktionen von Musiker*innen wie Jameszoo und J Dilla. Ähnliches Terrain betrat Petter Eldh bereits als Bassist und Produzent von Sandsjös großartigem Debütalbum „Y-OTIS“ aus dem Jahr 2018 und als musikalischer Architekt des Quintetts Koma Saxo. Die drei Musiker von Kaos Puls stellen jedoch ganz den Beat in den Mittelpunkt, während sie entfesselte Improvisationen aus tanzbaren Rhythmen hervorgehen lassen – und erschließen den Club auf diese Weise als neues musikalisches Experimentierfeld.

Moskus Trio Deutschlandpremiere

Seit ihrem Debütalbum im Jahr 2012 unterwandert diese lebhafte, reiselustige Gruppe aus Norwegen spielerisch den klassischen Klaviertrio-Sound und potenziert ihre Improvisationslust mit leidenschaftlicher Spielfreude. Die Grooves von Schlagzeuger Hans Hulbækmo (Atomic) und Bassist Frederik Luhr Dietrichson dehnen sich aus, stottern und swingen, passen sich ganz organisch den expandierenden Strukturen ihrer kernigen Kompositionen an. Gleichzeitig bedient die Pianistin Anja Lauvdal ein stetig wachsendes Arsenal an Instrumenten, mit denen sie reduzierte melodische Phrasen und prägnante narrative Linien formt. Das akustische Klavier ist zwar weiterhin ein wichtiges Element ihres musikalischen Repertoires, aber sie lässt nun auch die aus dem Pop inspirierten Synthesizer-Patterns, die sie in ihrem Duo Skrap erprobt hat, in die Klangwelt von Moskus einfließen. „Mirakler“, das jüngste Album der Gruppe und lyrischer Kontrapunkt im freitägigen Late Night Lab zu Mopcuts schrill-lauter Soundattacke, löst sich in seiner Klangfarbe mutig aus der Jazzorthodoxie und kombiniert die Plastizität der Elektronik mit einfachen Klängen von Flöte oder Singender Säge. Die ausgeklügelte Kommunikation des Trios kommt vor allem in Momenten des spontanen Zusammenspiels zum Vorschein: ein klarer innerer Austausch in einer durch und durch heutigen Klangsprache.

Mopcut Deutschlandpremiere

Auf ihrem kürzlich erschienenen Debütalbum „Accelerated Frames of Reference” warten Mopcut mit einem brodelnden, treibenden Klanggemisch auf, in dem elektronische Sounds, schneidende Noise-Elemente und sprunghafte Grooves eine spannungsgeladene Verbindung mit den stimmlichen Abstraktionen der in Berlin lebenden Amerikanerin Audrey Chen eingehen. Zusammen bevorzugen der französische Gitarrist Julien Desprez und der österreichische Schlagzeuger und Synthesizer-Spieler Lukas König in ihrer schrill-lauten Attacke einen harten Improvisationsansatz, einen klanglichen Temperamentsausbruch, der die Luft peitscht und seine Gestalt unablässig verändert. Diese Mischung aus zerschrammtem Noise und Beats bietet Chen eine abwechslungsreiche Klanglandschaft, in der sie ihren extremen Untertongesang, ihren rituellen Kirchengesang und ihre jenseitigen Beschwörungen mit den Klängen ihrer Mitstreiter kollidieren lässt und geschickt verwebt. Die drei Musiker*innen arbeiten jeweils in verschiedenen Formationen (darunter Chens schon lange bestehendes Duo mit dem britischen Sänger Phil Minton, Desprez’ groß angelegtes Kollektiv Tournesol und Königs experimenteller Solo-Act Koenig), in Mopcut fanden sie jedoch zu einem tiefen gegenseitigen Verständnis.

Kaos Puls (SWE / AUT)

Petter Eldh bass
Lukas König drums
Otis Sandsjö sax

Moskus Trio (NO) Deutschlandpremiere

Anja Lauvdal piano, synth
Fredrik Luhr Dietrichson double bass
Hans Hulbækmo drums

Mopcut (FR / AUT / USA) Deutschlandpremiere

Julien Desprez e-guitar
Lukas König drums
Audrey Chen vocals, electronics, cello

€ 19, ermäßigt € 15
Late Night Plus: Angel Bat Dawid & The Brothahood + Late Night Lab 1: € 28

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Jazz

The Young Mothers

Deutschlandpremiere

The Young Mothers

Zwischen Kontemplation und Raserei bewegen sich Ingebrigt Håker Flaten und seine texanischen Bandkollegen von The Young Mothers am Freitagabend im Quasimodo mit ihrer ganz eigenen, auf Intuition basierenden Formensprache.

Mit seinen Bandkollegen von The Young Mothers teilt Bassist und Bandleader Ingebrigt Håker Flaten eine polyglotte Musikkonzeption, an der er seit Jahren feilt, zum Beispiel als Mitglied von Bands wie The Thing und Atomic. Resultat ist ein schlagkräftiger Sound, der unzertrennbar mit den Musiker*innen aus seiner Wahlheimat im texanischen Austin verbunden ist. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Frank Rosaly spielt Flaten knallharte Grooves und entwickelt eine musikalische Formensprache, die organisch zwischen Funk, Hip-Hop, Punkrock und Free Jazz changiert. Jawwaad Taylor steuert sowohl Lyrics als auch sichelscharfe Trompetenmelodien bei, während der von Albert Ayler inspirierte Saxofonist Jason Jackson, der Vibist Stefan González und der Elektrogitarrist Jonathan F. Horne zwischen gefühlvollen Improvisationen, eindringlichen Soli und lockerem Zusammenspiel wechseln. All das ergibt mehr als die Summe seiner Einzelteile. Das Spiel ist von einer wilden Leidenschaft geprägt und die intuitiven Kompositionen erlauben es der Gruppe, beinah nahtlos zwischen Kontemplation und Raserei zu wechseln, wobei sich die Musiker in jedem der unterschiedlichen Stile bestens auskennen und so noch die rasanteste Wendung richtig und notwendig erscheint.

The Young Mothers (USA / NO) Deutschlandpremiere

Jawwaad Taylor vocals, trumpet, electronics
Stefan Gonzalez vibraphone, drums, vocals
Ingebrigt Håker Flaten bass
Jason Jackson saxes
Jonathan Horne guitar
Francisco Rosaly drums

€ 16, ermäßigt € 12

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Film

Ornette: Made in America

Film von Shirley Clarke

Die US-amerikanische Regisseurin Shirley Clarke beschreibt in ihrem Film den Werdegang von Ornette Coleman – dem Urvater des Free Jazz – anhand unterschiedlicher Aufführungen seines bekannten Stücks „Skies of America“.

USA, 1985
85 min
In englischer Sprache

Eintritt frei

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Jazz

Back to the Future? – Musik und soziale Utopie

Mit Hanna Bächer, Guilherme Granado, Felix Klopotek, Joachim Kühn, Mette Rasmussen

Erleben wir gerade eine Repolitisierung des Jazz oder braucht das 21. Jahrhundert neue musikalische Utopien? Eine Keynote von Felix Klopotek und ein Künstler*innengespräch gehen der Frage nach, was aus dem utopischen Impuls von progressivem Jazz und freier Improvisation geworden ist.

In den 1960er und 1970er Jahren, zu einer Zeit politisch umkämpfter gesellschaftlicher Um- und Aufbrüche, kultureller Öffnung und allgemeiner Politisierung, laden viele Künstler*innen und Musiker*innen ihr Werk mit einer utopischen Dimension auf. In Kunst und Kreativität sehen sie eine wesentliche Kraft gesellschaftlicher Veränderung, im Kampf um Freiheit, Gleichberechtigung, Emanzipation oder Solidarität. Experimenteller Jazz und frei improvisierte Musik sind in dieser dynamischen Zeit von einer Aura der Rebellion und des Aufruhrs, von Spiritualität und Transzendenz, nonkonformistischer Verweigerung und libidinöser Entfesselung umgeben.

Das Panel „Back to the future?“ stellt die Frage, was aus dieser Energie und ihren utopischen Dimensionen in unserer von Kreativitätsimperativen, Innovationsökonomie und musikalischer Überproduktion beherrschten Gegenwart geworden ist, welche subversiven Potenziale in der Praxis experimenteller Musik uneingelöst bleiben und welche gegebenenfalls neu freizulegen sind.

Im Resonanzraum des Oktobers
Keynote von Felix Klopotek

Vom emanzipatorischen Weckruf der „October Revolution in Jazz“ im New York der 1960er Jahre spannt Felix Klopotek einen Bogen zu aktuellen Schrumpfformen von „Improvisation“ und fluiden Prozessen im gesellschaftlichen Mainstream und der betriebswirtschaftlichen Ideologie von heute.

Gespräch mit Joachim Kühn, Mette Rasmussen, Guilherme Granado, Felix Klopotek

Erleben wir gerade eine substanzielle Repolitisierung des Jazz – oder braucht das 21. Jahrhundert neue musikalische Utopien? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Gesprächs mit der deutsch-deutschen Jazzkoryphäe Joachim Kühn, der dänischen Free Jazz-Saxofonistin Mette Rasmussen und dem brasilianischen Experimentalmusiker Guilherme Granado.

Keynote Felix Klopotek
Gespräch mit Guilherme Granado, Felix Klopotek, Joachim Kühn, Mette Rasmussen
Moderation Hanna Bächer

In deutscher und englischer Sprache

Eintritt frei

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Gespräch

Anthony Braxton und James Fei

Moderation Diedrich Diederichsen

Das Jazzfest Berlin lädt Anthony Braxton zum Gespräch über eine ereignisreiche Karriere, tri-zentrische Sichtweisen und: Musik. Mit von der Partie wird der Komponist, Saxofonist und ehemalige Braxton-Schüler James Fei sein, der als Präsident der Tri-Centric Foundation und enger Vertrauter Braxtons dessen Schaffen aus nächster Nähe begleitet.

Multiinstrumentalist, Komponist, (Musik-)Philosoph, Mentor: Seit über fünf Jahrzehnten treibt Anthony Braxton die Pionierarbeit an seinem ideenreich schillernden Werk-Kosmos mit ungebrochener Produktivität voran. Grenzen zwischen Weltanschauungen, Kulturen und Genres – am wichtigsten vielleicht die von ihm nie akzeptierte Trennlinie zwischen Jazz und zeitgenössischer E-Musik – erscheinen dabei lediglich als produktive Hindernisse, die mit innovativen Musiksystemen, begrifflicher Originalität und holistischen Deutungsansätzen überschritten werden. Der ewige „Student of Music“, als der sich Braxton noch heute sieht, hat als Lehrer und Vorbild eine ganze Generation von Avantgarde-Musiker*innen geprägt und einige der kreativsten Köpfe des zeitgenössischen Jazz wie John Zorn und Mary Halvorson maßgeblich beeinflusst.

Mit Anthony Braxton und James Fei (Tri-Centric Foundation)
Moderation Diedrich Diederichsen

In englischer Sprache

Eintritt frei

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Konzert

Eve Risser / Ambrose Akinmusire / hr-Bigband feat. Joachim Kühn & Michel Portal

Neben den Deutschlandpremieren „Après un rêve“ der einfallsreichen Pianistin Eve Risser und Ambrose Akinmusires „Origami Harvest“ wird am Samstagabend die hr-Bigband featuring Joachim Kühn und Michel Portal mit der Hommage „Melodic Ornette“ zu erleben sein.

Eve Risser: Après un rêve
Deutschlandpremiere

Die französische Pianistin Eve Risser erkundet ihr Instrument unermüdlich auf der Suche nach neuen klanglichen Möglichkeiten innerhalb der improvisierten Musik – ganz gleich, ob mit dem Pariser Orchestre National de Jazz, in dem sie fünf Jahre lang Mitglied war, oder im vierhändigen Duett mit der slowenischen Pianistin Kaja Draksler. Unabhängig vom jeweiligen Kontext zeigt Risser am präparierten Klavier stets großes Können und lässt das Instrument mit ihren Fähigkeiten wie eine ganze Symphonie aus vorwiegend perkussiven Sounds, dröhnenden Schwingungen und einer Vielzahl an Summgeräuschen klingen, wobei sie stets nach strikter kompositorischer Logik vorgeht. Beim Jazzfest Berlin präsentiert sie gemeinsam mit dem Sounddesigner Adrian Bourget eine neue Arbeit für präpariertes Klavier, die auf ihrem Soloalbum „Des Pas Sur La Neige“ aus dem Jahr 2015 aufbaut. Darin baut sie das erweiterte Vokabular ihres Instruments zu einem fesselnden Erzählfluss voll Drama, Geheimnis und Unergründlichkeit aus.

Ambrose Akinmusire: Origami Harvest
Deutschlandpremiere

Der Trompeter Ambrose Akinmusire hat sich als einer der nachdenklichsten und innovativsten Köpfe der internationalen Jazzszene einen Namen gemacht, indem er seine elektrisierende Musik mit beißenden politischen Untertönen durchtränkt. „Origami Harvest“ gilt als seine bislang ambitionierteste Arbeit, in der sich seine anhaltende Liebe zum Hip-Hop mit beeindruckender Könnerschaft in kammermusikalischer Komposition paart. Seine dynamische Rhythmusgruppe um Pianist Sam Harris und Schlagzeuger Justin Brown erzeugt schlichte Grooves mit starken Boom-bap-Zügen, die hervorragend zu der selbstbewussten, emotional aufgeladenen Musik passt, die der Trompeter für das Mivos Quartett komponiert hat – eines der führenden zeitgenössischen Ensembles der USA. Der Rapper Kool A.D. von Das Racist steuert skurril-bissige Kommentare bei, auf die der Bandleader unter anderem mit ausgedehnten Soli reagiert. Die stärksten Vocals stammen jedoch von Akinmusire selbst: sie sind auf „Free, White and 21“ zu bewundern, der letzten in einer Reihe von Elegien für afroamerikanische US-Amerikaner*innen, die von der Polizei getötet wurden. Beim Jazzfest Berlin wird das Ensemble durch den Rapper Koyaki ergänzt, einen erfahrenen MC aus Washington D.C. mit Wurzeln in der Go-Go-Szene (Go-Go ist ein afroamerikanischer Musikstil, der Funk- und R&B-Elemente kombiniert) der Stadt.

hr-Bigband feat. Joachim Kühn & Michel Portal: Melodic Ornette
Deutschlandpremiere

Auf „Something Else!!!!“, dem phänomenalen Debütalbum des Free-Jazz-Urvaters Ornette Coleman aus dem Jahr 1958, spielte Walter Norris Klavier. Danach sollte es Jahrzehnte dauern, bis Coleman wieder mit einem Tasteninstrumentalisten zusammenarbeiten würde. Wohl kein anderer Pianist hatte einen so engen Draht zu dem Saxofonisten wie Joachim Kühn: Zusammen spielten sie zwischen 1995 und 2000 16 Duokonzerte, von denen eines auf dem fantastischen Album „Colors: Live from Leipzig“ dokumentiert wurde. Coleman hat Kühn lange stark beeinflusst und brachte ihn in den 1960er- Jahren zum Free Jazz. In diesem Jahr feierte der Pianist seinen 75. Geburtstag und veröffentlichte das Soloalbum „Melodic Ornette Coleman“, eine lyrische, liebevolle Hommage an sein altes Idol, auf dem zwölf der 170 Stücke zu hören sind, die Coleman für das Duo geschrieben hatte, die aber nie zuvor aufgenommen wurden. Gemeinsam mit Jim McNeely hat Joachim Kühn nun einige dieser Stücke für die hr-Bigband arrangiert. Gleich mehrere Anhänger von Colemans einzigartiger musikalischer Vision werden bei diesem Konzert zu erleben sein, darunter eine herausragende Rhythmusgruppe um den Schlagzeuger Joey Baron und den Bassisten François Moutin sowie der grandiose französische Klarinettist Michel Portal.

18:00
Eve Risser (FR) Deutschlandpremiere
Après un rêve

Eve Risser prepared upright piano, composition
Adrian Bourget sound design

18:30
Ambrose Akinmusire (USA) Deutschlandpremiere
Origami Harvest

Ambrose Akinmusire trumpet
Koyaki voice
Sam Harris piano
Justin Brown drums

Mivos String Quartet
Maya Bennardo violin
Olivia de Prato violin
Victor Lowrie viola
Tyler Borden cello

Pause

20:00
hr-Bigband feat. Joachim Kühn & Michel Portal (D)
Melodic Ornette

Joachim Kühn piano
Michel Portal clarinet, bass clarinet
François Moutin bass
Joey Baron drums
Jim McNeely conductor

hr-Bigband
Frank Wellert trumpet
Thomas Vogel trumpet
Martin Auer trumpet
Axel Schlosser trumpet
Günter Bollmann trombone
Janning Trumann trombone
Christian Jaksjö trombone
Manfred Honetschläger trombone
Heinz-Dieter Sauerborn sax
Oliver Leicht sax
Tony Lakatos sax
Steffen Weber sax
Rainer Heute sax
Martin Scales guitar

€ 29 – 39, ermäßigt € 20

Eve Risser / Ambrose Akinmusire / hr-Bigband feat. Joachim Kühn & Michel Portal bewerten:

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Installation

KIM Collective

Garden of Hyphae
Klanginstallation

KIM Collective:
Max Andrzejewski, Paul Berberich, Brad Henkel, Simon Kanzler, Liz Kosack, Raphael Meinhart, Dora Osterloh, Julia Reidy, Otis Sandsjö, Max Santner, Georg Schütky, Elias Stemeseder, Dan Peter Sundland, Laura Winkler
Jonas Hinz sound


In diesem Jahr steigt das KIM Collective als selbsternanntes Pilzgeflecht des Jazzfest Berlin aus der Unterwelt empor und breitet seine Wurzeln im Foyer des Festspielhauses zu einer zweitägigen, sich ständig weiterentwickelnden Installation aus. Am Freitagabend präsentiert das KIM Collective eine Collage aus vorab aufgenommenen Klängen, Textschnipseln und Musikmaterial des Jazzfest Berlin.

Das 2013 gegründete KIM Collective besteht aus 13 Improvisator*innen und Komponist*innen aus den unterschiedlichsten Communities der Berliner Musikszene, die sich allesamt jeglichen stilistischen und hierarchischen Einschränkungen verweigern. Das Kollektiv spielte zumeist in kleineren Untergruppen zusammen, bis es beim Jazzfest Berlin 2018 zum ersten Mal in kompletter Besetzung auftrat. In einer spektakulären installativen Performance auf der Unterbühne im Haus der Berliner Festspiele verwoben die Musiker*innen – mit aufwändigen Masken geschmückt, die ihre Kollegin Liz Kosack entworfen hatte – Live-Sounds von Konzerten, die über ihnen stattfanden, mit ihrem eigenen Spiel in Echtzeit und erschufen so unvergessliche Erlebnisse zwischen und nach den Sets im Stockwerk über ihnen.

Eintritt frei

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Jazz

Melissa Aldana Quartet

Melissa Aldana Quartet (CL / USA / NO)
Melissa Aldana sax
Pablo Menares bass
Kush Abadey drums
Lage Lund guitar


Die chilenische Tenorsaxofonistin Melissa Aldana lässt sich von Sonny Rollins und Joe Henderson inspirieren und entwickelt dabei ihren ganz eigenen musikalischen Ausdruck.

Über die vergangenen zehn Jahre hat sich die gebürtige Chilenin Melissa Aldana als prägnante Tenorsaxofonistin etabliert. Sie greift auf das Vermächtnis von Größen wie Sonny Rollins und Joe Henderson zurück und erfindet dabei ihren ganz eigenen klaren, reduzierten Sound. Nach zwei beeindruckenden Trio-Aufnahmen widmet sie sich in jüngster Zeit ihrer ersten thematisch strukturierten Suite: „Visions“. Dabei bedient sie sich der Ästhetik der mexikanischen Malerin Frida Kahlo und leitet ein Quintett mit Klavier und Vibraphone, welches durch ein formvollendetes Zusammenspiel ihren harmonischen Ideen zum Ausdruck verhilft – tief verwurzelt in der Post-Bop-Tradition. Bei diesem Jazzfest-Berlin-Debüt wird Melissa Aldana mit ihrem bewährten Partner am Bass, Pablo Menares, zusammenspielen, ebenso wie mit dem Schlagzeuger Kush Abadey und dem gefeierten norwegischen Gitarristen Lage Lund.

€ 16, ermäßigt € 12

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Jazz

Melez

Weltpremiere

Melez

Das brillante neue Trio der in Berlin seit Jahren viel beachteten türkischen Vokalistin Cansu Tanrıkulu feiert seine Weltpremiere beim Jazzfest Berlin mit einer „Suite“.

Die türkische Vokalistin Cansu Tanrıkulu hat in den letzten Jahren in der Berliner Musikszene für Furore gesorgt. Sie wirkte in einer Reihe ganz unterschiedlicher Projekte mit und setzte mit ihrem faszinierenden Stil verschiedenste Arten von Musik um. So brachte sie zum Beispiel liedhafte Klarheit in Max Andrzejewskis Band Hütte oder verwendete in abstrakteren musikalischen Kontexten Linien und Farbfelder mit der Brillanz einer Malerin. Ihren bisherigen musikalischen Höhepunkt erreicht sie mit Melez, einem hervorragenden neuen Trio mit Schlagzeuger Jim Black (Human Feel, AlasNoAxis) und Keyboarder Elias Stemeseder. Das Ensemble feiert beim Jazzfest Berlin seine Weltpremiere mit einer „Suite“, die ihre musikalische Gestalt ständig verändert und fließend durch kontinuierlich wechselnde Stimmungen, Ansätze und Techniken gleitet – überzeugend zusammengehalten durch den unglaublichen Stimmumfang und die charismatische Präsenz der Sängerin. Abgeklärt-melancholische Akustikpassagen treffen auf Momente von großer Schlagkraft, wenn Stemeseder sein Arsenal von Synthesizern und Soundprozessoren einsetzt und Black seine unkonventionellen Grooves beisteuert. Die Zuhörer*innen erwartet eine Klangreise, die das Poetische mit dem Konkreten, das Euphorische mit dem Furchterregenden und das Reale mit dem Fantastischen verschmilzt.

Melez (TUR / USA / AUT) Weltpremiere

Cansu Tanrıkulu vocals
Jim Black drums
Elias Stemeseder keys

€ 16, ermäßigt € 12
Late Night Plus: Melez + Late Night Lab 2: € 28

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Jazz

Late Night Lab 2

T(r)opic / São Paulo Underground / COCO

Das Format der Late Night Labs bietet eine Plattform für interdisziplinäre Zusammenarbeit und präsentiert am Samstagabend drei Projekte mit sich überschneidenden Besetzungen – T(r)opic, São Paulo Underground und COCO –, die in stets wechselnden Formationen die Arenabühne des Jazzfest Berlin bespielen.

Late Night Lab
Creation

Das Jazzfest Berlin stellt mit den Late Night Labs eine neue Plattform für multidisziplinäre Zusammenarbeit vor, auf der sich am Samstag drei zusammenhängende Projekte mit sich überschneidenden Besetzungen begegnen. T(r)opic, ein Nonett unter der Leitung des Trompeters Rob Mazurek und des Gitarristen Julien Desprez, die beide im Programm des Jazzfest Berlin 2018 vertreten waren, wurde Anfang 2019 zunächst von Sons d’hiver in Auftrag gegeben und bildet den Kern dieses Late Night Labs. Im Laufe der 120-minütigen Performance werden sich zwei weitere Gruppen der beiden Leader dazugesellen, die stark durch brasilianische Musik beeinflusst sind: Mazureks São Paulo Underground und Desprezʼ COCO werden Bestandteil einer umfassenderen Struktur. Ganz wie beim Late Night Lab am Freitag werden sich die Musiker*innen um T(r)opic in immer wieder neuen Unter-Gruppierungen zusammenfinden und dabei bereits existierende, eigenständige Ensemble-Konfigurationen ebenso wie gänzliche neue Konstellationen durchlaufen. Im Lauf des Abends wird das Ensemble zwar immer wieder auf komponierte Ausgangsmaterialien zurückgreifen, das eigentliche Ziel besteht aber darin, ein Kaleidoskop fließender Improvisationen zu schaffen – sowohl im Hinblick auf die kreativen Beiträge einzelner Musiker*innen als auch darauf, wie die einzelnen Elemente ineinanderfließen oder produktive Störungen produzieren. Die Performance der Musiker*innen und Tänzer*innen wird darüber hinaus durch aufwendige LED-Lichteffekte – ausgelöst von den akustischen Impulsen, die im musikalischen Bühnengeschehen entstehen – um eine zusätzliche visuelle Komponente bereichert.

T(r)opic
Deutschlandpremiere

Seit sie sich in dem transatlantischen Netzwerk The Bridge kennenlernten, verbindet den Chicagoer Trompeter Rob Mazurek und den Pariser Gitarristen Julien Desprez eine enge musikalische Freundschaft. T(r)opic wurde Anfang 2019 von Sons d‘hiver in Auftrag gegeben und stellt ihr bisher anspruchsvollstes Projekt dar: ein multidisziplinäres Zusammenspiel von Bewegung und Sound mit einigen der weltweit renommiertesten Improvisator*innen. Das Ensemble erarbeitet seine Performances auf der Grundlage von grafischen Partituren, komponierten Themen und von Mazurek und Desprez verfassten Texten, die zum Teil in 3D projiziert und für das Publikum mittels 3D-Brillen erlebbar gemacht werden. „Das komponierte Material wird in Choralform eingerichtet, als melodische Intervallstrukturen, die mithilfe von speziellen Harmonien und Formen gespielt und improvisiert werden können“, sagt der Trompeter. Die Musiker haben bereits in zahlreichen Formationen zusammengespielt und ein intuitives Gefühl füreinander entwickelt; dadurch ist es ihnen möglich, aus der vielteiligen Partitur endlose Variationen und Kombinationen zu weben. Als Ensemble bevorzugen T(r)opic puren Sound und klare Strukturen als Ausdrucksform und verbinden darin melodische Kontrapunkte, extreme Sprünge in der Dynamik und eine elektrisierende Körperlichkeit.

São Paulo Underground

Während eines längeren Aufenthalts im brasilianischen Amazonasgebiet zu Beginn des Jahrtausends knüpfte der Kornettist und Komponist Rob Mazurek aus Chicago diese Verbindung mit zwei vielseitigen und flexiblen Musikern aus São Paulo: dem Perkussionisten Mauricio Takara und dem Keyboarder Guilherme Granado. In den zehn Jahren ihrer Zusammenarbeit schufen die Künstler eine außergewöhnliche Synthese verschiedener Traditionen: vom investigativen Global Jazz eines Don Cherry bis zu den Rhythmen der Straßen von Pernambuco. Die Musik des Trios São Paulo Underground zeichnet sich durch eine originelle Symbiose aus prägnanten Melodien, üppig geschichteten elektronischen Strukturen und modernen Formelementen aus, darunter Hip-Hop-Breakbeats und tänzelnde Sambo-Grooves. Diese Mischung ist von weiten Freiräumen durchsetzt, die es den Musikern erlauben, raffiniert zwischen den verschiedensten Codes zu wechseln. Auf seinem letzten Album, „Cantos Invisíveis“, experimentiert das Trio mit neuen Sounds, wie zum Beispiel kreisenden, melodischen Formen aus dem Fernen Osten oder zartem, kosmischem Pop wie dem der Beach Boys. All das wird meisterhaft zu einem aufregenden Klanggemisch verarbeitet, das noch in seinen zerbrechlichsten Momenten eine unaufhaltsame Bewegung auszudrücken scheint.

COCO
Deutschlandpremiere

Der französische Gitarrist Julien Desprez konzipierte dieses multidisziplinäre Projekt, das nach seiner Weltpremiere auf dem Festival Musica in Straßburg beim Jazzfest Berlin erst zum zweiten Mal überhaupt zu erleben sein wird, als dynamische Kollision von unterschiedlichen Sounds und Stilen. Die zeitgenössischen Tänzerinnen Pauline Simon und Ana Rita Teodoro sind im traditionellen brasilianischen Tanz Coco geschult, einer lebendigen Volkstradition aus der nordöstlichen Region des Landes, die aus der Sklaverei stammt und sich durch rhythmisches Stampfen auszeichnet. In ihrer Performance werden sie mit einer Soundattacke aus Julien Desprezʼ effektgeladener, noise-lastiger E-Gitarre und der abstrakten, auf Reibung basierenden Perkussion von Julien Loutelier konfrontiert. Dieses Trommelfeuer aus fehlgezündeter, stockender Bewegung und Struktur lässt sich auf den ersten Blick kaum mit der uralten Choreografie, die gleichzeitig stattfindet, auf einen Nenner bringen. Doch durch die Verstärkung werden die Gesten der Tänzerinnen zu Musik, während die Körperlichkeit des elektrischen Sounds wie eine unsichtbare und doch spürbare Präsenz durch den Raum jagt und die Unterscheidung zwischen Musiker*innen und Tänzerinnen obsolet werden lässt.

T(r)opic (PT / DK / SWE / BR / USA / FR / NO) Deutschlandpremiere

Susana Santos Silva trumpet
Mette Rasmussen sax
Isabel Sorling vocals, electronics
Lotte Anker sax
Mauricio Takara e-percussions
Gerald Cleaver drums
Ingebrigt Haker Flaten bass
Rob Mazurek trumpet, cornet, electronics
Julien Desprez e-guitar

São Paulo Underground (BR / USA)

Mauricio Takara e-percussions
Guilherme Granado keys, electronics
Rob Mazurek trumpet, cornet, electronics

COCO (reduced version) (FR / PT) Deutschlandpremiere

Julien Desprez e-guitar
Julien Loutelier percussion
Pauline Simon dance, performance
Ana Rita Teodoro dance, performance

Mathieu Constans 3D video maker / lighting designer

19, ermäßigt € 15
Late Night Plus: Melez + Late Night Lab 2: € 28

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Jazz

James Brandon Lewis UnRuly Quintet

Deutschlandpremiere

James Brandon Lewis UnRuly Quintet

Mit der Deutschlandpremiere „An UnRuly Manifesto“ sind James Brandon Lewis und seine Ausnahmeband Samstagnacht im Quasimodo zu erleben. Mit dabei ist unter anderem die Trompeterin Jaimie Branch.

In einem Zeitalter der Spezialist*innen hält der New Yorker Saxofonist James Brandon Lewis an einem umfassenden Jazz-Verständnis fest und lässt sich in seinen musikalischen Entscheidungen einzig von seinen persönlichen Überzeugungen und seinem künstlerischen Gewissen leiten. Er ist ein leidenschaftlicher Improvisationskünstler, hält aber durchaus das Erbe seiner Vorgänger wie Ornette Coleman, Charlie Haden (mit dem er studierte) und James „Blood“ Ulmer in Ehren, wenn er den rhythmischen Prämissen des Hip-Hop in seiner Musik nachgeht. Anfang des Jahres veröffentlichte er seine bisher stärkste Aufnahme, „An UnRuly Manifesto“, eine Quintett-Einspielung von großer Widerspenstigkeit und Schönheit, die sich zwischen Avant-Funk, Free Jazz und hypermelodischem Post Bop bewegt und auf der zeitlose Themen immer wieder in meisterhaft modulierte Improvisationen münden. Angetrieben durch eine kraftvolle Rhythmusgruppe mit Luke Stewart am Bass und Warren Trae Crudup III am Schlagzeug, schalten James Brandon Lewis und seine Frontline-Partnerin, die Trompeterin Jaimie Branch, mühelos zwischen elegischen Unisono-Melodien voll bittersüßer Lyrik, flinken Schlagabtauschen und rasanten, ausgedehnten Solopassagen. Die bezaubernde Gitarristin Ava Mendoza rundet das Line-up beim Jazzfest-Berlin-Debüt der Ausnahmeband ab.

James Brandon Lewis UnRuly Quintet (USA) Deutschlandpremiere
An UnRuly Manifesto

James Brandon Lewis tenor sax, composition
Jaimie Branch trumpet
Ava Mendoza electric guitar
Luke Stewart electric bass
Warren Trae Crudup III drums

€ 16, ermäßigt € 12

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Jazz

Kiezkonzerte

Mit Max Andrzejewski, Paul Berberich, Brad Henkel, Isabelle Klemt, Miles Okazaki, Dora Osterloh, Julia Reidy, Otis Sandsjö, Fabiana Striffler, Dan Peter Sundland

Das Jazzfest Berlin lässt etablierte Konzertorte hinter sich und trägt das Festival hinein in die Nachbarschaft. Zum Musikhören und -machen geht es zusammen mit den Künstler*innen in den Kiez: in ein Wohnzimmer, eine kleine Galerie, eine Weinhandlung und einen Friseurladen rund um den Fasanenplatz in unmittelbarer Festspielhausnähe.

Eintritt frei, Anmeldung erforderlich

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Jazz

Sinikka Langeland

Deutschlandpremiere

Sinikka Langeland: Sauna Cathedral

Sinikka Langeland präsentiert bei ihrem Jazzfest-Berlin-Debüt ihr neues Werk im atmosphärischen Ambiente der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, das für ihre meditativen Klänge wie geschaffen ist.

Es gehört zu den faszinierendsten Eigenschaften zeitgenössischer Musik aus Norwegen, dass sie jahrhundertealte Traditionen aufs Innovativste mit der Formenvielfalt des Jazz zu verbinden vermag. Kaum ein*e Musiker*in setzt diese hybriden Musikformen mit größerer Schönheit und Sorgfalt um als die finnisch-norwegische Sängerin und Komponistin Sinikka Langeland. Sie stammt aus Norwegens lebendiger Folkszene, wo sie die Kantele, ein zitherähnliches Zupfinstrument, spielte. Ihre Musik änderte sich jedoch dramatisch, als sie begann, eigene Kompositionen zu entwickeln und mit einigen der originellsten Jazzmusiker*innen ihres Heimatlandes zusammenzuspielen – vor allem auf einer Reihe außergewöhnlicher Alben für ECM. In ihren hauchzarten Arrangements interpretiert Sinikka Langeland traditionelle finnische Volksrunen grundlegend neu und verleiht ihnen mit ihrem eindringlichen Gesang einen durch und durch zeitgenössischen Klang, der von fließenden rhythmischen Impulsen und sorgfältig arrangierten musikalischen Linien von Trompete und Holzbläsern unterlegt ist. Bei ihrem Jazzfest-Berlin-Debüt präsentiert sie ihr neues Werk mit einem fantastischen Ensemble im atmosphärischen Ambiente der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, das für die wunderbar meditativen Klänge Langelands wie geschaffen ist.

Sinikka Langeland (NO)
Sauna Cathedral Deutschlandpremiere

Eivind Lønning trumpet
Maja S.K. Ratkje harmonium, electronics
Trygve Seim soprano & tenor sax
Mats Eilertsen double bass
Markku Ounaskari drums
Sinikka Langeland vocals, kantele

€ 16, ermäßigt € 12

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Gespräch

Listening Session

Hearing / Discussing / Understanding Braxton

Die Listening Session ist der Versuch, ein differenziertes Hören von Braxtons Musik und ihre Schlüsselprinzipien zu erschließen sowie Zusammenhänge von Komposition, Performance und Theorie im kreativen Prozess erfahrbar zu machen.

Hört man das? Anthony Braxtons Creative Music und sein kompositorisches Denken wurzeln in einer vielschichtig-idiosynkratischen Musik- und Gesellschaftsphilosophie. Es drängt sich die Frage auf, mit welchen Ideen und Konzepten er musikalisch arbeitet und inwiefern sich diese hörend nachvollziehen lassen. Braxton setzt auf wache, wohlwollende und erfahrungsbereite Musiker*innen und Hörer*innen: „friendly experiencers“. Die Listening Session ist der Versuch, ein differenziertes Hören von Braxtons Musik und ihre Schlüsselprinzipien zu erschließen sowie Zusammenhänge von Komposition, Performance und Theorie im kreativen Prozess erfahrbar zu machen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den hierzulande weniger bekannten Werkkomplexen der letzten Jahrzehnte wie „Ghost Trance Music“, „ZIM Music“, „Sonic Genome“ und den „Trillium“-Opern. Neben Einspielungen von Hörbeispielen interpretieren die Musiker*innen und langjährigen Braxton-Weggefährt*innen Ingrid Laubrock und Chris Jonas Grundelemente seines Werkes. Eingeführt und moderiert wird die Listening Session von Braxton-Experte Timo Hoyer.

Mit Chris Jonas, Ingrid Laubrock
Moderation Timo Hoyer

Eintritt frei

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Preisverleihung

Preisverleihung an Paul Lovens

Albert-Mangelsdorff-Preis

Paul Lovens drums
Florian Stoffner guitar


In diesem Jahr vergibt die Deutsche Jazzunion zum 14. Mal den Albert-Mangelsdorff-Preis. 2019 geht der Preis an den Schlagzeuger Paul Lovens, der anlässlich der Preisverleihung mit dem Gitarristen Florian Stoffner improvisieren wird.

Der deutsche Schlagzeuger Paul Lovens ist aus der freien Improvisationsszene heute kaum noch wegzudenken. In der Interaktion mit seinen vielfältigen musikalischen Partner*innen hat er eine ganz eigene, unergründliche Sprache entwickelt, in der er sein Gegenüber mal herausfordert, mal antreibt – und mit seiner ebenso musikalischen wie störenden Präsenz in Echtzeit antwortet. Seine Verwurzelung in der Jazztradition ist klar erkennbar; was sein Spiel aber einzigartig macht, ist die Kombination der Fähigkeiten, spontan Chaos zu verursachen und gleichzeitig eine präzise Ensembleorientierung aufrecht zu erhalten. Er war Mitglied bei einer Reihe der wichtigsten und experimentierfreudigsten Gruppen Europas, darunter das Globe Unity Orchestra, Alexander von Schlippenbachs Trio und die September Band – von seinen Ad-hoc-Kollaborationen mit Musiker*innen wie Mats Gustafsson, Philip Wachsmann, Günter Christmann und Thomas Lehn ganz zu schweigen. Anlässlich der Preisverleihung wird er mit dem jungen Schweizer Gitarristen Florian Stoffner improvisieren, dessen scharfkantiger, karger Stil sich auf dem Album „Mein Freund der Baum“ (2017) hervorragend mit Lovens’
Perkussion und den Melodielinien von Rudi Mahalls Bassklarinette verband.

Eintritt frei, Anmeldung erforderlich

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Jazz

KIM Collective / Anthony Braxton’s ZIM Music / Marc Ribot

Eine multimediale „Fungus Opera“ des Kim Collective, eine Kostprobe von Braxtons jüngstem Kompositionssystem „ZIM Music“ und Marc Ribots neues Quartett formen einen vielschichtigen, abwechslungsreichen Abschlussabend des diesjährigen Festivals.

KIM Collective: The Mass of Hyphae
Creation

Das KIM Collective ist der Fungus des Jazzfest Berlin. Nach ihrer Performance in der Unterbühne des Berliner Festspielhauses beim Jazzfest 2018 quillt es nun aus allen Ritzen des Festspielhauses empor auf die Große Bühne. Die 13 Musiker*innen und einige Gäste präsentieren in der Carte Blanche eine facettenreiche Performance aus eigens dafür geschaffenen Kompositionen in Kombination mit Improvisationen, Live-Surround-Elektronik, choreografischen Elementen, gesprochenen sowie gesungenen Texten, ausgeklügeltem Lichtdesign und Multi-Screen-Videoprojektionen. Das „Mass of Hyphae“-Leitthema wird von den einzelnen KIM-Collective-Mitgliedern individuell verkomponiert und im Vorfeld geführte Interviews werden elektronisch verarbeitet. Das Ganze wird vom über mehrere Festivaltage wachsenden „Garden of Hyphae“ im Foyer des Festspielhauses umrahmt.

Seit 2013 arbeiten die Musiker*innen des KIM Collective mit Konsequenz und Dringlichkeit an ihrem Entwurf einer genreübergreifenden, entschubladisierten und inklusiven Improvisations- und Kompositionsmusik. Fünf Jahre konstanten KIM-Umtriebs in Neukölln führten zu einer Konzertreihe und fünf Festivals, und damit zu fast 100 Konzerten mit Musiker*innen aus 20 Ländern. 2019 zieht das KIM Collective zum zweiten Mal nach Charlottenburg und setzt sein Schaffen in den heiligen Hallen der Hochkultur fort. Mit schonungsloser akustischer Subversion, Masken, Installationen, und: Party.

Anthony Braxton’s ZIM Music

Der legendäre Instrumentalist, Komponist, Musikdidakt und Denker Anthony Braxton findet, seit er sich 1966 Chicagos Association for the Advancement of Creative Musicians angeschlossen hat, kontinuierlich neue Wege des musikalischen Ausdrucks. Gemeinsam mit einem außergewöhnlich besetzten Septett präsentiert er nun sein jüngstes Kompositionsprinzip „ZIM Music“. Seit mehreren Jahrzehnten arbeitet Braxton an seinem dynamischen System einer „language music“– bestehend aus zwölf Kategorien bzw. Parametern, die für seine Kompositionen von zentraler Bedeutung sind. „ZIM Music“ orientiert sich an Nummer elf: „gradient formings“, wobei in diesem Fall Lautstärke und Intensität im Vordergrund stehen. Braxton und die Mitglieder seines Ensembles können innerhalb solcher Prinzipien aber immer auch aus dem reichen kompositorischen Schatz seines umfangreichen Œuvres schöpfen – dem Repertoire seiner „Ghost Trance Music“ etwa oder dem epischen „Trillium“-Opernkomplex. Bei der Aufführung kommen grafische Partituren zum Einsatz, die oft gebogene Linien in verschiedenen Farben darstellen und dabei auf Dynamik, Klangfarbe und Tonhöhe verweisen. „ZIM Music“ ist zwar ein relativ junger Ansatz in Braxtons musikalischer Welt, aber im dichten, vielschichtigen Resultat scheint seine Handschrift ebenso unverkennbar durch wie in den von Freude, Erregung und Schmerz geprägten Melodielinien, die er als Interpret beisteuert.

Marc Ribot featuring Dunston/Rodriguez/Taylor

Marc Ribots dreckiger, scharfkantiger Gitarrensound hat sich über die Jahrzehnte hinweg in diversen Settings – sowohl in Formationen, in denen Ribot als Gastmusiker bei Tom Waits, Elvis Costello oder John Zorn spielte, als auch in seinen eigenen Projekten – als unverwechselbar erwiesen. Doch erst seitdem er sich verstärkt improvisationsbasierten Kontexten zugewandt hat, ist Ribots Spiel spürbar von politischem Bewusstsein geprägt. 2018 erweckte er mit Musiker*innen wie Steve Earle und Meshell Ndegeocello klassische Protestsongs zu neuem Leben, und auch in seiner neuen Formation bezieht er sich stark auf das nordamerikanische Folk-Repertoire – unter anderem auf die Musik von Ribots früherem Mentor, dem haitianischen Komponisten Frantz Casséus, und auf die bissigen Lieder von Woody Guthrie –, wobei er Bruchstücke dieser Melodien abstrahiert und sie in spannungsgeladene Gruppenarrangements verwandelt. Bei seinem Jazzfest-Berlin-Debüt präsentiert er sein neues Quartett, zu dem der Schlagzeuger Chad Taylor (der mit Ribot eine Bearbeitung der Musik von Albert Ayler erstellte), der erfahrene und vielseitige Multiinstrumentalist Jay Rodriguez (Groove Collective) sowie der junge Bassist Nick Dunston gehören.

19:00
The Mass Of Hyphae – a KIM Collective Fungus Opera Creation

KIM Collective:
Max Andrzejewski, Paul Berberich, Brad Henkel, Simon Kanzler, Liz Kosack, Raphael Meinhart, Dora Osterloh, Julia Reidy, Otis Sandsjö, Max Santner, Dan Peter Sundland, Laura Winkler
Georg Schütky stage director
Jonas Hinz sound
Daniela Imhoff video
Irene Selka light

Pause

20:45
Anthony Braxton’s ZIM Music (USA)

Anthony Braxton alto sax, soprano sax, sopranino sax
Ingrid Laubrock tenor sax, baritone sax
Erica Dicker violin
Adam Matlock accordion
Jacqueline Kerrod harp
Brandee Younger harp
Dan Peck tuba

Pause

22:30
Marc Ribot feat. Dunston/Rodriguez/Taylor (USA)

Marc Ribot guitar
Nick Dunston bass
Jay Rodriguez sax, flute
Chad Taylor drums

€ 29 – 39, ermäßigt € 20

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Film

Marc Ribot – The Lost String

Film von Anaïs Prosaïc

Marc Ribot ist eine Legende in der New Yorker Szene: Komponist, Improvisator und gefragter Gastmusiker bei den größten internationalen Popstars – und außerdem einer der erfindungsreichsten Gitarristen seiner Generation. Anhand von Konzertmitschnitten aus den Clubs der New Yorker Lower East Side und von seiner Europatournee sowie von Archivaufnahmen und Gesprächen erkundet dieser Film der französischen Filmemacherin Anaïs Prosaïc die vielfältigen musikalischen Welten dieses inspirierten Virtuosen und engagierten Künstlers.

FR, 2007
52 min
In englischer Sprache

Eintritt frei

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Jazz

Miles Okazaki

Work (Music by Thelonious Monk)

Der Gitarrist Miles Okazaki feiert mit „Work“ das Genie des Pianisten Thelonious Monk und bringt zugleich seine ganz eigene Vision zum Vorschein – unverkennbar originell und vereinnahmend zugleich.

Miles Okazaki: Work (Music by Thelonious Monk)
Deutschlandpremiere

Seit Jahrzehnten versuchen sich Musiker*innen am Œuvre von Thelonious Monk, so zum Beispiel der Pianist Alexander von Schlippenbach, der beim Jazzfest Berlin 2002 das unvergessliche Projekt „Monk‘s Casino“ ins Leben rief, oder sein Kollege Frank Kimbrough, der im letzten Jahr ein Quintett durch „Monk’s Dream“ führte. Der New Yorker Gitarrist Miles Okazaki, enger musikalischer Weggefährte von Steve Coleman und Dan Weiss und selbst ein erfahrener Bandleader, setzte im vergangenen Jahr neue Maßstäbe mit „Work“, einer bemerkenswerten Gesamtaufnahme aller 70 Kompositionen Monks auf sechs CDs. Die Musik von Thelonious Monk ist seit Jahren fester Bestandteil der gängigen Aufführungspraxis im Jazz, aber Monks Repertoire – ausgerechnet auf der Gitarre – einer so markanten Wendung zu unterziehen und dabei dennoch seine melodische und harmonische Identität zu wahren, ist eine beachtliche Leistung. Miles Okazaki hat beinahe fünf Stunden überwältigender Musik produziert, die das Genie des Pianisten feiert, während sie Okazakis ganz eigene Vision zum Vorschein bringt – unverkennbar originell und einnehmend zugleich.

Miles Okazaki (USA) Deutschlandpremiere
Work (Music by Thelonious Monk)

Miles Okazaki guitar solo

16, ermäßigt € 12

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Jazz

Leïla Martial BAA Box

Zum Abschluss des Jazzfest Berlin ist die französische Sängerin Leïla Martial in einer Deutschlandpremiere mit ihrem Trio Baa Box im Quasimodo zu erleben.

Leïla Martial BAA Box
Detuschlandpremiere

Vor zehn Jahren stand die vielseitig talentierte Französin Leïla Martial an einem Scheideweg und gab schließlich der Musik den Vorzug vor der Schauspielerei. Wie sie mit ihrem Trio Baa Box (benannt nach dem Blöken von Schafen) jedoch eindrücklich unter Beweis stellt, hat sie sich ein gehöriges Maß an Theatralität erhalten: Spielerisch schickt sie ihr gesangsakrobatisches Repertoire aus oft wortlosem Gurren, Schreien, stimmlichen Sinkflügen und Grunzgeräuschen auf eine magische Reise in ein Land, wo kein Genre existiert. Unterstützt von den tanzbaren Rhythmen des Schlagzeugers Eric Pérez und den strahlenden Klangfarben und Kontermelodien des Gitarristen Pierre Tereygeol impft Martial ihren elastischen Strukturen, die live durch originelle Looptechniken erzeugt werden, ein sprudelndes Pop-Gefühl ein. Auf „Warm Canto“, dem kürzlich erschienenen Album des Trios, lassen sich in den überbordenden Arrangements ohne weiteres Einflüsse von wagemutigen Gesangsexperimentalist*innen wie Björk, Camille und Maria João vernehmen, wobei Spielfreude und musikalische Abenteuerlust zuweilen über die subtile Virtuosität der Gruppe hinwegtäuschen. Martial und ihre Bandkollegen verstehen den Jazz als eine Plattform, auf der sie neue melodische und rhythmische Ideen ausprobieren können. Sie feilen so lange an ihren täuschend einfachen Songs, bis sie zu strahlen beginnen und ihr Publikum begeistern und überraschen.

Leïla Martial BAA Box (FR) Deutschlandpremiere

Leïla Martial lead vocals, glockenspiel
Pierre Tereygeol guitars, vocals
Eric Perez drums, vocal bass, guitar, sampler

€ 16, ermäßigt € 12

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Musik

DJ Amir

DJ-Set

Der Wahl-Brooklyner DJ Amir lässt die Turntables kreisen, die Maschinen rhythmisch rauschen und schlägt Schneisen in die Novembernacht. Auf der ständigen Suche nach Verknüpfungen in der Musik mixt er Hip-Hop und Rap mit Jazz, Gospel, Soul und Disco, den Sounds seiner Jugend.

DJ Amir ist bereits vorher in den Pausen bei KIM Collective / Anthony Braxton’s ZIM Music / Marc Ribot im Oberen Foyer zu hören.

Eintritt frei

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Bewertungen & Erfahrungsberichte DJ Amir

Ereignisse / Festspiele Salzburger Pfingstfestspiele 29.5. bis 1.6.2020
Ereignisse / Festival Kölner Theaternacht am 2.10.2019
Ereignisse / Festival Jazztage Dresden 23.10. bis 24.11.2019
Ereignisse / Festival Residenzwoche München 11. bis 20.10.2019
Ereignisse / Festival Festival Herbstgold Eisenstadt 11. bis 22.9.2019
Ereignisse / Festival Zwischentöne Engelberg Kammermusikfestival 25. bis 27.10.2019
Ereignisse / Festival SPiELART Theaterfestival München 25.10. bis 9.11.2019
Ereignisse / Festival Donaueschinger Musiktage 17. bis 20.10.2019
Ereignisse / Festival Kasseler Musiktage 24.10. bis 3.11.2019
Ereignisse / Festival MünsterlandFestival 10.10. bis 10.11.2019
Ereignisse / Messe ART Salzburg Contemporary 27. bis 29.9.2019
Ereignisse / Ausstellung For Forest Klagenfurt 8.9. bis 27.9.2019
Ereignisse / Festspiele Domstufen-Festspiele Erfurt 10.7. bis 2.8.2020
Ereignisse / Festival Lucerne Festival Luzern, Hirschmattstr. 13
Ereignisse / Messe Discovery Art Fair Frankfurt 1. bis 3.11.2019

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