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Mülheimer Theatertage NRW

ZwischenStücke 18/19

Damit die Zeit zwischen den „Stücken“ nicht zu lang wird, haben wir die Veranstaltungsreihe „ZwischenStücke“ ins Leben gerufen. Seit 2016 gibt es auch außerhalb der drei Festivalwochen Aufführungen und Lesungen von Gegenwartsdramatik.
Die Gastspiele ergänzen das während des Festivals gezeigte Programm um Inszenierungen aktueller Theatertexte von Autor*innen, die bereits mit anderen Stücken bei den Theatertagen vertreten waren – oder es künftig sein könnten – und stellen fremdsprachige Gegenwartsdramatiker*innen vor.
In den Lesungen lesen Dramatiker*innen nicht nur aus ihren Stücken, sondern gewähren auch Einblick in Texte aus anderen Genres, reflektieren ihr Schreiben oder bringen noch Unveröffentlichtes zu Gehör.

Die „ZwischenStücke“ sind eine Kooperation der Mülheimer Theatertage NRW mit der Stadtbibliothek und dem Theater an der Ruhr.

Kontakt

Mülheimer Theatertage NRW
Theater- und Konzertbüro Mülheim an der Ruhr
Akazienallee 61
D-45478 Mülheim an der Ruhr

Telefon: +49 (0)208-4554113
E-Mail: steinberg@stuecke.de

Schauspiel

Das Böse

Die AZUBIS

Theatergastspiel | Ab 9 Jahren
Termine 4. - 6. Februar 2019, Veranstaltungsort: Mülheimer Klassenzimmer

Rotkäppchen sitzt am Brunnen. Glück gehabt! Im letzten Moment hat der Jäger sie aus dem Bauch des Wolfes befreit und das Gute hat gesiegt. Aber was ist das? Stöhnend und ächzend hievt der Wolf sich aus dem Brunnen: „Ich armer Wolf, mir ist zum heulen.“
Angeekelt vom Selbstmitleid des Wolfes kommt Rotkäppchen mit ihm ins Gespräch – über das Böse im Wolf und das Gute im Rotkäppchen, über Schuld und Unschuld, Gerechtigkeit und Strafe. Und schließlich wetten sie, ob im bösen Wolf nicht doch etwas Gutes steckt. Sie machen sie sich auf den Weg durch den Märchenwald und entdecken den Reiz des Bösen und Böses im Namen des Guten. Sie treffen auf den besorgten Jäger von Nebenan und Schneewittchens vergifteten Apfel. Und am Schluss müssen sich die Zuschauer entscheiden, auf welcher Seite sie stehen.
Die Klassenzimmerstück „Das Böse“ ist ein philosophischer wie rasanter Ritt durch den grimm‘schen Märchenklassiker. Mit Schattentheater, Musik und den Mitteln des Erzähltheaters untersuchen wir die Fragen: Was ist das Böse? Wer entscheidet darüber, was gut oder böse genannt wird? Gibt es böse Menschen, oder nur böse Taten?
In einer Zeit, in der das Böse omnipräsent erscheint und Gewalttaten an der Tagesordnung sind, trauen wir den Kindern zu, die Ambivalenz des Themas zu erkunden. In einem stetigen Wechsel von theatralem Vor- und partizipativem Mit-Spiel führen Kai Fischer und Christopher Weiß durch die Aufführung und beziehen die SchülerInnen dabei in die Handlung ein – trashig, humorvoll und poetisch.

Regie, Text und Spiel: Die AZUBIS (Kai Fischer und Christopher Weiß)
Dramaturgie und Produktionsleitung: Caroline Heinemann

gefördert durch: Hamburgische Kulturstiftung, Stiftung Maritim Hamburg, Rudolf Augstein Stiftung, Kulturbehörde Hamburg

Karten: 6 Euro / 3 Euro
Schauspiel

Prinzessin Hamlet

von E. L. Karhu, aus dem Finnischen von Stefan Moster
Schauspiel Leipzig

Theatergastspiel

Prinzessin Hamlet kann und will diese Vorstellung ihrer Mutter Gertrud nicht bestätigen. Im Gegenteil, sie verweigert sich radikal allen Rollen, die für sie im Familien-, Gesellschafts- und Staatsgefüge vorgesehen sind. Die Vehemenz, mit der sie die Strukturen hinterfragt, ist lebens- und systemgefährdend: Für das Zeichen, das sie setzen will, ist sie bereit ihr Leben zu geben.
Prinzessin Hamlet wird als scheinbar Wahnsinnige von ihrer Mutter aus dem Königreich entfernt und im Buckingham Palace einquartiert, wo sie im Palastchor singt und von Mitpatient Ofelio vergöttert wird. Ihre beste Freundin Horatia versucht sie zu retten und endet doch schließlich als Spielball Gertruds, die sie benutzt, um die gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

Das Stück der finnischen Theaterautorin und Dramaturgin E. L. Karhu greift Shakespeares Themen wie Wahrheit, Liebe, Verrat und Macht auf, ist dabei aber ein komplett eigenständiges Werk, eine feministische Hamlet-Überschreibung mit Anklängen an Sarah Kane und Heiner Müllers „Hamletmaschine“. Das Motiv der in Wahnsinn mündenden Verausgabung steht zentral sowie die Frage nach dem (nicht)funktionierenden Subjekt innerhalb der Logik, welche die Gesellschaft bereithält, und nach jenen, die ihr eigenes Leben stattdessen in ein weithin sichtbares Zeichen verwandeln wollen.

Das thematische Interesse von E. L. Karhus Stücken kreist vielfach um die Ethik menschlichen Handelns sowie um das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft. Die Autorin untersucht in ihrem Schreiben neue dramatische Formen und die Grenzen der Bühnensprache. In ihrem neuesten Stück „Prinzessin Hamlet“ experimentiert sie mit einer comichaften Bildsprache. Es wurde im Februar 2017 am Q-teatteri in Helsinki uraufgeführt.

Mit: Alina-Katharin Heipe, Anna Keil / Nicole Widera, Bettina Schmidt, Tilo Krügel, Andreas Dyszewski
Regie: Lucia Bihler
Bühne & Kostüme: Josa Marx
Musik: Planningtorock
Künstlerische Beratung: Sonja Laaser
Dramaturgie: Christin Ihle
Licht: Jörn Langkabel

Karten: 23,50 Euro / 9 Euro
Schauspiel

Ich, Ikarus

von Oliver Schmaering und Sanzhar Baiterekov
Theater an der Parkaue, Junges Staatstheater Berlin

Theatergastspiel | Ab 9 Jahren

Ikarus liegt am Grund des Meeres, schon seit einer Ewigkeit. Das Meeresrauschen weckt ihn wieder auf. Jetzt erzählt Ikarus seine Version der Sage über den Traum vom Fliegen:
Mit seinem Vater Dädalus sitzt Ikarus im Labyrinth auf der Insel Kreta fest. Einziger Weg zurück nach Hause ist der Luftweg. Aus Bienenwachs und Federn baut der Vater ihnen Flügeln und sie heben ab. Ikarus hört noch, wie sein Vater ruft: „Flieg nicht zu hoch, auch nicht zu tief, immer schön in der Mitte.“ Aber Ikarus hört nicht mehr auf ihn. Das ist der Moment, in dem er sich von seinem Vater befreit. Ein Moment, nur für ihn. Adrenalin im ganzen Körper, Sehnsucht und Freiheitswille im Herzen. Er missachtet die Warnung des Vaters. Ikarus: Trial and Error. Reset?
Das für das THEATER AN DER PARKAUE entwickelte Musiktheaterstück „Ich, Ikarus“ macht Ikarus zum Erzähler seiner eigenen Geschichte und die Musik zum Mitspieler auf der Bühne. Für eine Geschichte über die Unvernunft, braucht es unvernünftige Töne. Der kasachische Komponist Sanzhar Baiterekov hat solche Töne im Kosmos der „Neuen Musik“ gefunden. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat diese musikalische Strömung das konventionelle Musikverständnis erweitert und dessen Regeln gleichzeitig radikal gebrochen.

Mit: Florian Pabst (Schauspiel), Eun-Joo Borgwardt-Lee (Violine), Sabine Grüner (Cello), Jan Heinke (Naturinstrumente), Ulf Mengersen (Kontrabass), Robert Zimmermann (Akkordeon)
Regie: Annette Jahns
Komposition: Sanzhar Baiterekov
Bühne + Kostüme: Tom Böhm
Dramaturgie: Sarah Wiederhold
Theaterpädagogik: Sarah Kramer

Das Stück und die Inszenierung werden im Rahmen von ‚Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater‘, einem Kooperationsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland und des Deutschen Literaturfonds e.V., mit Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien sowie durch den Freundeskreis des THEATER AN DER PARKAUE gefördert. Kompositionsauftrag finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung.
Ereignisse / Festival Salzburger Festspiele Salzburg, Herbert von Karajan Platz 11
Ereignisse / Festival Mozartwoche Salzburg Salzburg, Schwarzstraße 26
Ereignisse / Konzert Tonhalle Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1
Ereignisse / Festival Lucerne Festival Luzern, Hirschmattstr. 13
Ereignisse / Festival Museumsnacht Bern Bern 8, Postfach
Ereignisse / Festival Händelfestspiele Halle Halle, Große Nikolaistraße 5
Ereignisse / Messe ART KARLSRUHE Rheinstetten, Messeallee 1
Ereignisse / Festival Szenenwechsel Luzern Luzern, Zentralstrasse 18
Ereignisse / Festival Salzburger Pfingstfestspiele Salzburg, Herbert von Karajan Platz 11
Ereignisse / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Wuppertal, Kurt-Drees-Straße 4
Ereignisse / Blues Blues Festival Basel Basel, Rebgasse 12
Ereignisse / Festival Domstufen-Festspiele Erfurt Erfurt,
Ereignisse / Festival Richard-Strauss-Festival Garmisch-Partenk., Schnitzschulstr. 19