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Mülheimer Theatertage NRW

ZwischenStücke 18/19

Damit die Zeit zwischen den „Stücken“ nicht zu lang wird, haben wir die Veranstaltungsreihe „ZwischenStücke“ ins Leben gerufen. Seit 2016 gibt es auch außerhalb der drei Festivalwochen Aufführungen und Lesungen von Gegenwartsdramatik.
Die Gastspiele ergänzen das während des Festivals gezeigte Programm um Inszenierungen aktueller Theatertexte von Autor*innen, die bereits mit anderen Stücken bei den Theatertagen vertreten waren – oder es künftig sein könnten – und stellen fremdsprachige Gegenwartsdramatiker*innen vor.
In den Lesungen lesen Dramatiker*innen nicht nur aus ihren Stücken, sondern gewähren auch Einblick in Texte aus anderen Genres, reflektieren ihr Schreiben oder bringen noch Unveröffentlichtes zu Gehör.

Die „ZwischenStücke“ sind eine Kooperation der Mülheimer Theatertage NRW mit der Stadtbibliothek und dem Theater an der Ruhr.

Kontakt

Mülheimer Theatertage NRW
Theater- und Konzertbüro Mülheim an der Ruhr
Akazienallee 61
D-45478 Mülheim an der Ruhr

Telefon: +49 (0)208-4554113
E-Mail: steinberg@stuecke.de

Lesung

Thomas Köck:
die zukunft reicht uns nicht

Autorenlesung

Bei den Stücken 2018 gewinnt Thomas Köck mit „paradies spielen (abendland. ein abgesang)“ den Mülheimer Dramatikerpreis. Nun kommt er erneut nach Mülheim und liest Passagen aus seinen
Stücken unter anderem aus „die zukunft reicht uns nicht (klagt, kinder, klagt!)“, das 2017 am Schauspielhaus Wien uraufgeführt wurde. Außerdem wird er Texte des Literaturkollektivs Nazis & Goldmund (Extern) vorstellen, das er 2016 gemeinsam mit anderen Autor*innen gründete. Auf der Plattform nazisundgoldmund.net bloggen sie gegen rechts.
Thomas Köck arbeitet als Autor, Theatermacher und Musiker.

Eintritt frei
Lesung

Thilo Reffert
Linie 912

Autorenlesung | Ab 9 Jahren

In "Linie 912" erzählt Thilo Reffert die Geschichte einer halben Stunde am Morgen, zwischen halb acht und acht. Alles, was passiert, geschieht in einem Bus der Linie 912 - oder steuert darauf zu. Und für jeden sieht die Welt nach dieser halben Stunde anders aus: Zehn Lebensläufe sind in einer halben Stunde verschlungen, verwoben und verknotet. So wird die Fahrt auf der Linie 912 zu einer Rätseltour und Spurensuche für die Zuhörer*innen, denn nur sie können ergründen und erfahren, wie alles mit allem zusammenhängt. "Linie 912" erscheint im Frühjahr 2019, noch ist nichts gedruckt, der Autor freut sich auf die Anregungen der jungen Zuhörer*innen.

Eintritt frei

Die Lesung findet im Rahmen von "24 KulTÜRchen" stattt.
Schauspiel

All about Nothing

pulk fiktion

Theatergastspiel | Ab 12 Jahren

Wie werde ich zu der, die ich bin, durch das was ich habe? Kann ich alles werden, wenn ich nur fest genug an mich glaube? Oder ist Armut erblich? Oder ist Geld nur eine Erfindung? Was heißt es, mitten im Überfluss arm zu sein?
"All about Nothing" sensibilisiert Zuschauer ab 12 Jahren für die sozialen Machtstrukturen einer kapitalistisch geprägten Gesellschaft und schafft eine Öffentlichkeit für die Perspektive von Kindern und Jugendlichen in Armut. Dabei richtet pulk fiktion den Blick auf deren Sichtbarkeit sowie Unsichtbarkeit im sozialen Leben.
Die performative Collage, basierend auf einer intensiven Recherche mit Kindern und Jugendlichen, sucht nach unerwarteten und überraschenden Sichtweisen jenseits von Stigma und Romantisierung. Mit unterschiedlichen Mitteln wie Sprache, Tanz, Zeichnungen, Projektionen, Musik und nicht zuletzt den O-Tönen der Kinder und Jugendlichen selbst, wird eine fiktive Armutsbiografie entworfen. Dabei wird die soziale Dimension von Kinderarmut und ihre kulturell und medial geprägten Bilder aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und szenisch erforscht. Assoziativ-poetische Bilder stehen neben schmerzlich realen.

Mit: Norman Grotegut, Elisabeth Hofmann, Manuela Neudegger, Sebastian Schlemminger
Konzept: pulk fiktion
Regie: Hannah Biedermann und Eva von Schweinitz
Ausstattung: Stephanie Zurstegge
Choreografie: Elisa Hofmann
Sounddesign und computergesteuerte Elemente: Sebastian Schlemminger

Eine Koproduktion von pulk fiktion mit dem FFT Düsseldorf und dem Theater Bonn. In Kooperation mit dem Freien Werkstatt Theater Köln. Gefördert durch die Stadt Köln, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Fonds Darstellende Künste.

Karten: 6 Euro / 3 Euro
Schauspiel

der herzerlfresser

von Ferdinand Schmalz
Staatstheater Mainz

Theatergastspiel

Vor den Toren einer Kleinstadt soll ein Einkaufscenter eröffnet werden. Ein Prestigeprojekt des Bürgermeisters, das die Stadt attraktiver machen soll. Doch kaum steht der Bau, gibt es erste Risse im Beton, das Moorwasser aus dem Untergrund bahnt sich seinen Weg zurück an die Oberfläche. Und dann macht auch noch ein Serienmörder den Eröffnungsplänen des Politikers zu schaffen. Im Moor findet man nacheinander Frauenleichen, in deren Brust anstelle des Herzens nur noch ein sumpfiges Loch mit Bissspuren an den Rändern klafft. Um die Eröffnungsfeier nicht zu gefährden, beauftragt der ambitionierte Bürgermeister einen Nachtwächter mit verdeckten Ermittlungen. Dieser plant, dem Herzerlfresser eine Falle zu stellen. Und womit ginge das besser als mit einem Frauenherz?
Ferdinand Schmalz ist dem Stücke-Publikum bereits gut bekannt. Schon dreimal war er für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert, zuletzt 2017 mit „der thermale widerstand“ in der Inszenierung des Schauspielhaus Zürich. Mit „der herzerlfresser“ hat er vor dem Hintergrund einer Mordserie in der Steiermark im Jahr 1786 eine tragikomische Farce über Liebe, Kapitalismus und Perversion geschrieben.

Mit: Daniel Mutlu, Sebastian Brandes, Gesa Geue, Johannes Schmidt, Anna Steffens
Regie: Mark Reisig
Ausstattung: Viviane Niebling
Musik: David Rimsky-Korsakow
Licht: Jürgen Sippert
Dramaturgie: Rebecca Reuter

Eine Koproduktion mit der HfMDK Frankfurt

Karten: 23,50 Euro / 9 Euro
Schauspiel

Das Böse

Die AZUBIS

Theatergastspiel | Ab 9 Jahren
Termine 4. - 6. Februar 2019, Veranstaltungsort: Mülheimer Klassenzimmer

Rotkäppchen sitzt am Brunnen. Glück gehabt! Im letzten Moment hat der Jäger sie aus dem Bauch des Wolfes befreit und das Gute hat gesiegt. Aber was ist das? Stöhnend und ächzend hievt der Wolf sich aus dem Brunnen: „Ich armer Wolf, mir ist zum heulen.“
Angeekelt vom Selbstmitleid des Wolfes kommt Rotkäppchen mit ihm ins Gespräch – über das Böse im Wolf und das Gute im Rotkäppchen, über Schuld und Unschuld, Gerechtigkeit und Strafe. Und schließlich wetten sie, ob im bösen Wolf nicht doch etwas Gutes steckt. Sie machen sie sich auf den Weg durch den Märchenwald und entdecken den Reiz des Bösen und Böses im Namen des Guten. Sie treffen auf den besorgten Jäger von Nebenan und Schneewittchens vergifteten Apfel. Und am Schluss müssen sich die Zuschauer entscheiden, auf welcher Seite sie stehen.
Die Klassenzimmerstück „Das Böse“ ist ein philosophischer wie rasanter Ritt durch den grimm‘schen Märchenklassiker. Mit Schattentheater, Musik und den Mitteln des Erzähltheaters untersuchen wir die Fragen: Was ist das Böse? Wer entscheidet darüber, was gut oder böse genannt wird? Gibt es böse Menschen, oder nur böse Taten?
In einer Zeit, in der das Böse omnipräsent erscheint und Gewalttaten an der Tagesordnung sind, trauen wir den Kindern zu, die Ambivalenz des Themas zu erkunden. In einem stetigen Wechsel von theatralem Vor- und partizipativem Mit-Spiel führen Kai Fischer und Christopher Weiß durch die Aufführung und beziehen die SchülerInnen dabei in die Handlung ein – trashig, humorvoll und poetisch.

Regie, Text und Spiel: Die AZUBIS (Kai Fischer und Christopher Weiß)
Dramaturgie und Produktionsleitung: Caroline Heinemann

gefördert durch: Hamburgische Kulturstiftung, Stiftung Maritim Hamburg, Rudolf Augstein Stiftung, Kulturbehörde Hamburg

Karten: 6 Euro / 3 Euro
Schauspiel

Prinzessin Hamlet

von E. L. Karhu, aus dem Finnischen von Stefan Moster
Schauspiel Leipzig

Theatergastspiel

Prinzessin Hamlet kann und will diese Vorstellung ihrer Mutter Gertrud nicht bestätigen. Im Gegenteil, sie verweigert sich radikal allen Rollen, die für sie im Familien-, Gesellschafts- und Staatsgefüge vorgesehen sind. Die Vehemenz, mit der sie die Strukturen hinterfragt, ist lebens- und systemgefährdend: Für das Zeichen, das sie setzen will, ist sie bereit ihr Leben zu geben.
Prinzessin Hamlet wird als scheinbar Wahnsinnige von ihrer Mutter aus dem Königreich entfernt und im Buckingham Palace einquartiert, wo sie im Palastchor singt und von Mitpatient Ofelio vergöttert wird. Ihre beste Freundin Horatia versucht sie zu retten und endet doch schließlich als Spielball Gertruds, die sie benutzt, um die gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

Das Stück der finnischen Theaterautorin und Dramaturgin E. L. Karhu greift Shakespeares Themen wie Wahrheit, Liebe, Verrat und Macht auf, ist dabei aber ein komplett eigenständiges Werk, eine feministische Hamlet-Überschreibung mit Anklängen an Sarah Kane und Heiner Müllers „Hamletmaschine“. Das Motiv der in Wahnsinn mündenden Verausgabung steht zentral sowie die Frage nach dem (nicht)funktionierenden Subjekt innerhalb der Logik, welche die Gesellschaft bereithält, und nach jenen, die ihr eigenes Leben stattdessen in ein weithin sichtbares Zeichen verwandeln wollen.

Das thematische Interesse von E. L. Karhus Stücken kreist vielfach um die Ethik menschlichen Handelns sowie um das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft. Die Autorin untersucht in ihrem Schreiben neue dramatische Formen und die Grenzen der Bühnensprache. In ihrem neuesten Stück „Prinzessin Hamlet“ experimentiert sie mit einer comichaften Bildsprache. Es wurde im Februar 2017 am Q-teatteri in Helsinki uraufgeführt.

Mit: Alina-Katharin Heipe, Anna Keil / Nicole Widera, Bettina Schmidt, Tilo Krügel, Andreas Dyszewski
Regie: Lucia Bihler
Bühne & Kostüme: Josa Marx
Musik: Planningtorock
Künstlerische Beratung: Sonja Laaser
Dramaturgie: Christin Ihle
Licht: Jörn Langkabel

Karten: 23,50 Euro / 9 Euro
Schauspiel

Ich, Ikarus

von Oliver Schmaering und Sanzhar Baiterekov
Theater an der Parkaue, Junges Staatstheater Berlin

Theatergastspiel | Ab 9 Jahren

Ikarus liegt am Grund des Meeres, schon seit einer Ewigkeit. Das Meeresrauschen weckt ihn wieder auf. Jetzt erzählt Ikarus seine Version der Sage über den Traum vom Fliegen:
Mit seinem Vater Dädalus sitzt Ikarus im Labyrinth auf der Insel Kreta fest. Einziger Weg zurück nach Hause ist der Luftweg. Aus Bienenwachs und Federn baut der Vater ihnen Flügeln und sie heben ab. Ikarus hört noch, wie sein Vater ruft: „Flieg nicht zu hoch, auch nicht zu tief, immer schön in der Mitte.“ Aber Ikarus hört nicht mehr auf ihn. Das ist der Moment, in dem er sich von seinem Vater befreit. Ein Moment, nur für ihn. Adrenalin im ganzen Körper, Sehnsucht und Freiheitswille im Herzen. Er missachtet die Warnung des Vaters. Ikarus: Trial and Error. Reset?
Das für das THEATER AN DER PARKAUE entwickelte Musiktheaterstück „Ich, Ikarus“ macht Ikarus zum Erzähler seiner eigenen Geschichte und die Musik zum Mitspieler auf der Bühne. Für eine Geschichte über die Unvernunft, braucht es unvernünftige Töne. Der kasachische Komponist Sanzhar Baiterekov hat solche Töne im Kosmos der „Neuen Musik“ gefunden. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat diese musikalische Strömung das konventionelle Musikverständnis erweitert und dessen Regeln gleichzeitig radikal gebrochen.

Mit: Florian Pabst (Schauspiel), Eun-Joo Borgwardt-Lee (Violine), Sabine Grüner (Cello), Jan Heinke (Naturinstrumente), Ulf Mengersen (Kontrabass), Robert Zimmermann (Akkordeon)
Regie: Annette Jahns
Komposition: Sanzhar Baiterekov
Bühne + Kostüme: Tom Böhm
Dramaturgie: Sarah Wiederhold
Theaterpädagogik: Sarah Kramer

Das Stück und die Inszenierung werden im Rahmen von ‚Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater‘, einem Kooperationsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland und des Deutschen Literaturfonds e.V., mit Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien sowie durch den Freundeskreis des THEATER AN DER PARKAUE gefördert. Kompositionsauftrag finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung.
Ereignisse / Konzert Mozartwoche Salzburg Salzburg, Schwarzstraße 26
Ereignisse / Konzert Tonhalle Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1
Ereignisse / Jazz Jazztage Dresden Dresden, Tännichtgrundstr. 10
Ereignisse / Konzert RAINY DAYS LUXEMBOURG Luxembourg, 1, Place de l'Europe
Ereignisse / Messe ART Innsbruck Innsbruck, Gutenbergstraße 3
Ereignisse / Festival Festival Dialoge Salzburg Salzburg, Schwarzstraße 26
Ereignisse / Festival euro-scene Leipzig Leipzig, Gottschedstraße 16
Ereignisse / Messe Kunstmesse HalArt Halle (Saale), Salzgrafenplatz 1
Ereignisse / Oper Salzburger Pfingstfestspiele Salzburg, Herbert von Karajan Platz 11
Ereignisse / Tanz Dresden Frankfurt Dance Company
Ereignisse / Festival Salzburger Festspiele Salzburg, Herbert von Karajan Platz 11
Ereignisse / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Wuppertal, Kurt-Drees-Straße 4
Ereignisse / Blues Blues Festival Basel Basel, Rebgasse 12
Ereignisse / Festival Domstufen-Festspiele Erfurt Erfurt,