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Schauspielhaus Zürich / Pfauen

Das Schauspielhaus Zürich ist die grösste Sprechtheaterbühne der Schweiz und eines der renommiertesten Theater im deutschsprachigen Raum. Mit dem traditionsreichen Pfauen in Zürich-Hottingen und dem 2000 eröffneten Schiffbau in Zürich-West verfügt es heute über zwei grosse Häuser in zwei Stadtteilen. Jede Saison stehen rund zwanzig Neuinszenierungen auf dem Spielplan, im Pfauen mit seinen 750 Plätzen wird fast täglich Repertoire geboten, im Schiffbau stehen die Halle (je nach Bestuhlung 400 bis 600 Zuschauer) und die Box (200) für Vorstellungsserien zur Verfügung. Hinzu kommen Inszenierungen in der Kammer im Untergeschoss des Pfauen (70 Plätze), die Produktionen des Jungen Schauspielhauses in der Matchbox im Schiffbau (70 Plätze), sowie Wiederaufnahmen, Gastspiele, Extras und Fremdveranstaltungen. Im Jahr zeigt das Schauspielhaus rund 600 Vorstellungen, bei einer täglichen Gesamtkapazität von bis zu 1500 Plätzen.

Der Pfauen, gegenüber vom Kunsthaus am Heimplatz/Rämistrasse gelegen, ist die grösste Bühne des Schauspielhauses. Architektonisch eine so genannte Guckkastenbühne, bietet der Pfauen – im Parkett, im Rang und in den Logen – bis zu 750 Zuschauern Platz. Zehn Neuinszenierungen pro Saison stehen auf dem Spielplan, fast täglich wird auf der Pfauenbühne gespielt. Neben bekannten Klassikern – Antike, Shakespeare-Zeit, deutsche Klassik und klassische Moderne – sind vermehrt auch neue Stücke und Uraufführungen Teil des Pfauen-Repertoires.

Im Untergeschoss des Pfauen betreibt das Schauspielhaus eine weitere kleine Theaterbühne – die Kammer: Im Sommer 2006 wurde sie umgebaut und neu ausgestattet und bietet nun Platz für ca. 70 Zuschauer. Junge Regisseure und Regieassistenten haben hier die Möglichkeit, mit dem Ensemble eigene Handschriften zu erproben.

Kontakt

Schauspielhaus Zürich / Pfauen
Rämistrasse 34
CH-8001 Zürich

Telefon: +41 (0)44 258 77 77
Fax: +41 (0)44 259 77 77
E-Mail: theaterkasse@schauspielhaus.ch

 

Öffnungszeiten Theaterkasse:
Montag bis Samstag 11–19 Uhr

An der Theaterkasse im Pfauen-Foyer können Sie Karten für alle Veranstaltungen des Schauspielhauses erwerben, für den Pfauen wie für den Schiffbau.

Theater

Ich weiss nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)

von René Pollesch

Uraufführung: 14. Dezember 2018

Mit seiner mittlerweile neunten Arbeit am Schauspielhaus Zürich kehrt René Pollesch ab dem 14. Dezember mit „Ich weiss nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)“ in den Pfauen zurück. Die Idee zu der Produktion am Schauspielhaus Zürich und der Titel „Ich weiss nicht was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)“ entstand 2017. Martin Wuttke und René Pollesch sprachen über den Ort „Volksbühne“, wo mit der Intendanz Chris Dercon gerade die Ära Castorf zuende ging – die Pollesch und Wuttke stark mitgeprägt hatten. Sie sprachen auch über den Prater als Ort und ob man diese konkreten Orte braucht oder ob es eher Zusammenhänge sind von Leuten, die eine künstlerische Zusammenarbeit verbindet.

„Das, was hier gesagt wird, ist nun mal an einem bestimmten Ort entstanden. Und wenn man das sagt, dann wird von der gegnerischen Seite eine Meinung dazu formuliert. Unterschrieben von mehreren Leuten. Und wie darf man sich das vorstellen, wie hat das ausgesehen? Auf welcher Party haben die sich getroffen? Wo haben sie sich ausgetauscht? Was für ein Gebäude ist das gewesen? Was für ein Ort? Gibts den? Haben die an einem Tisch gesessen? Gibts überhaupt einen Ort, von dem aus die schreiben? Nein, es gibt was ganz anderes. Einen ganz anderen Zusammenhang. Also das ist erst mal kein Ort, von dem aus die sprechen, kein physischer Ort. Da äussert sich nämlich eine Klasse. Und zwar jenseits eines unmittelbaren Interesses an dem Vorgang. Es ist die Äusserung einer Klasse, die das, was hier an einem bestimmten Ort gesagt wird, sofort markieren kann als zu einer anderen Klasse gehörend.“ (René Pollesch)

Regie: René Pollesch
Bühne: Barbara Steiner
Kostüme: Sabin Fleck
Licht: Markus Keusch
Theater

Frankenstein

von Dietmar Dath

Uraufführung: 10. Januar 2019

Vor 200 Jahren erfand Mary Shelley am Genfersee die Geschichte von Dr. Frankenstein und seinem namenlosen Geschöpf – und begründete damit das Genre des Science Fiction. Inspiriert durch einen Blitzschlag setzte sich Shelley mit einer Zeit im wissenschaftlichen Umbruch auseinander, deren Konflikte bis in die Gegenwart strahlen: der unreflektierte Fortschrittsglaube, die Entfremdung zwischen Mensch und Kreatur und die Überwindung des Todes. Science-Fiction-Autor Dietmar Dath und Regisseur Stefan Pucher, die gemeinsam Ibsens „Ein Volksfeind“ aufsehenerregend aktualisiert haben, nähern sich dem Stoff bildgewaltig vor dem Hintergrund unserer heutigen Entwicklung von künstlichem Leben und Bewusstsein.

Regie: Stefan Pucher
Bühne: Barbara Ehnes
Kostüme: Annabelle Witt
Video: Chris Kondek
Mitarbeit: Video Ruth Stofer
Gamedesign: Victor Morales
Musik: Christopher Uhe
Licht: Frank Bittermann
Theater

Versetzung

von Thomas Melle

Premiere: 25. Januar 2019

Der Lehrer Ronald Rupp befindet sich auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere. Bei den SchülerInnen beliebt, möchte ihn Schuldirektor Schütz als seinen Nachfolger vorschlagen. Auch in seinem Privatleben stehen grosse Veränderungen an, denn seine Frau Kathleen ist schwanger. Doch Ronald hat eine Schwachstelle: er ist bipolar. Und obwohl er stabil ist, sehen seine NeiderInnen im Kollegium ihre Chance, ihn endlich zu Fall zu bringen. In der Konfrontation beginnt Ronald den Halt zu verlieren. Die junge Regisseurin Clara Dobbertin hinterfragt die Normativität von Normalität und Wahrnehmung. Wie tolerant ist unsere Gesellschaft gegenüber der Abweichung? Ab wann wird ein Mensch untragbar?

Regie: Clara Dobbertin
Bühne: Marie Hartung
Kostüme: Sabrina Bosshard
Licht: Robin Huwiler
Kinderprogramm

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch

von Michael Ende

Familienstück ab 7 Jahren

Es ist Silvesterabend und der geheime Zauberrat Prof. Dr. Irrwitzer und seine Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl, haben versäumt, ihr Soll an bösen Taten für dieses Jahr zu erfüllen. Mindestens zehntausend Bäume sollten sie zum Absterben bringen, fünf Flüsse nachhaltig vergiften, diverse Tierarten ausrotten und einiges mehr. Gäbe es doch nur ein Zaubermittel, um die Zerstörung zu beschleunigen! Da fällt Tyrannja das Rezept für den satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch in die Hände, welches all ihre Probleme bis Mitternacht lösen kann. Doch der Rabe Jakob Krakel und der Kater Maurizio di Mauro kommen den beiden auf die Schliche und behindern ihre teuflischen Pläne. Vielleicht lässt sich die Zerstörung unserer Erde doch noch aufhalten? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
„Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ ist eines der letzten grossen Werke des Autors Michael Ende, äusserst aktuell, hochkomisch und mit einem rasanten Plot. Christina Rast inszenierte zuletzt „Das doppelte Lottchen“ am Schauspielhaus.

Regie: Christina Rast
Bühne und Kostüme: Franziska Rast
Musik: Patrik Zeller
Theater

Endstation Sehnsucht

von Tennessee Williams

Die Wahrheit scheut Blanche ebenso wie grelles Licht, das ihrer zarten, alternden Schönheit die Falten ins Gesicht wirft. Sie flieht vor der bitteren Realität – der Familienbesitz ist unter ihrer Hand zerronnen, sie hat ihre Anstellung verloren und ist dem Alkohol verfallen – zu ihrer Schwester Stella. Sie kann
dort unterkommen, aber der grob-zupackende Charakter ihres Schwagers Stanley und ihre eigene zart-verblendete Welt vertragen sich nicht. Blanche verliert den Halt. Die Begegnung
mit einem Freund Stanleys lässt Hoffnung aufglimmen, aber
als er sie fallen lässt, verliert sie über diese letzte Demütigung den Verstand. Sie schreitet der Endstation ihrer Sehnsucht entgegen. 
Der amerikanische Autor Tennessee Williams schrieb das Stück unter dem Eindruck einer neu aufsteigenden Arbeiter–klasse,
die dem verfallenden Südstaatenadel den Rang ablief. Das kulturkritische Stück, 1949 am Schauspielhaus Zürich in deutscher Sprache erstaufgeführt, war einer der grössten Erfolge des Autors. Der Regisseur Bastian Kraft führte im Pfauen zuletzt bei „Homo faber“ und „Buddenbrooks“ Regie.

Regie: Bastian Kraft
Bühne: Peter Baur
Kostüme: Sabin Fleck
Musik: Arthur Fussy
Video: Jonas Link
Theater

Hamlet

von William Shakespeare

Claudius hat seinen Bruder, den König, im Schlaf ermordet, um dessen Thron zu übernehmen. Doch der Geist des ermordeten Kriegers erscheint seinem Sohn, enthüllt dem rechtmässigen Thronfolger das Verbrechen und fordert ihn zur Rache auf. Hamlet lässt ein Stück aufführen, in dem ein König ermordet wird und der Mörder die Königin heiratet. Tatsächlich offenbart König Claudius’ Reaktion seine Schuld, doch vermag ihn Hamlet nicht zu töten. Seine Jugendfreunde entpuppen sich als Spitzel des Königsmörders, selbst seine Geliebte Ophelia scheint Teil eines Komplotts gegen ihn zu sein. Wahn mutiert zu Wirklichkeit. Hamlet tötet, in der Annahme, es handle sich um König Claudius, schliesslich den Falschen. König Claudius schickt den „Verrückten“ nach England, um seine Hinrichtung einzufädeln. Hamlet kann diese abwenden und kehrt rachehungrig zurück. Der bis dahin nahezu handlungsunfähige Zweifelnde zeigt sich nun als entschlossener Täter. Auf einem Fest im Thronsaal nimmt das Rachegemetzel einen unvorhergesehenen Lauf. Hamlets Figur bleibt bis zuletzt widersprüchlich; seine existenziellen Fragen zu Identität und Spiel, Wahrheit und Maskerade bleiben ungelöst.

Regie: Barbara Frey
Bühne: Bettina Meyer
Kostüme: Esther Geremus
Musik: Iñigo Giner Miranda
Theater

Wahlverwandtschaften

von Johann Wolfgang von Goethe

Das Ehepaar Eduard und Charlotte, beide in zweiter Ehe miteinander verheiratet, lädt zwei Gäste ein. Der rational handelnde Hauptmann soll dem impulsiven, schnell gelangweilten Eduard Gesellschaft leisten. Und die tatkräftige Charlotte lädt sich ihre Ziehtochter, die junge Ottilie, ein. Doch Eduard verliebt sich hemmungslos in Ottilie und der Hauptmann und Charlotte kommen sich ebenfalls gefährlich nah. In einer letzten Liebesnacht von Charlotte und Eduard entsteht ein Kind, aber der Betrug ist nicht mehr zu deckeln. Ein Arrangement wird gesucht. Es kommt zur tödlichen Katastrophe; nur eines der Paare überlebt. In seinem Roman „Die Wahlverwandtschaften“ wendet Goethe ein chemisches Experiment seiner Zeit auf menschliche Beziehungen an: Was geschieht, wenn bestimmte Stoffe eine so starke Affinität zueinander aufweisen, dass sie eine neue Verbindung eingehen müssen? Mit diesem Text wirft der Künstler und Lebensforscher Goethe einen radikal modernen Blick auf den Menschen, seinen Umgang mit sich selbst und mit der Natur. Die Regisseurin Felicitas Brucker stellt sich mit dieser Premiere dem Zürcher Publikum vor.

Regie: Felicitas Brucker
Bühne: Viva Schudt
Kostüme: Sara Schwartz
Musik: Marcel Blatti
Theater

Hans Schleif

von Matthias Neukirch und Julian Klein

Hans Schleif war Architekt, Archäologe, Familienvater und ranghohes Mitglied der SS. Sein Enkel Matthias Neukirch, seit dieser Spielzeit Mitglied im Ensemble des Schauspielhauses, begibt sich auf die Suche nach dessen Biografie. Mit dem Versuch, Vergangenheit und Gegenwart zu verknüpfen, macht seine sehr persönliche Arbeit, die für den Friedrich-Luft-Preis nominiert wurde, die Geschichte unmittelbar greifbar.

Regie: Julian Klein
Theater

Zündels Abgang

nach dem Roman von Markus Werner

„„Zündels Abgang“ verstehe ich als eine poetische Beschreibung eines Unwohlseins, die subtile Beobachtung eines Ausbruchs. Eine Spurensuche nach einem Menschen, der sich irgendwann verliert. Eine Spurensuche nach einem Selbst, die sich irgendwann auszulöschen beginnt.“ Zino Wey

Keiner weiss, wie es eigentlich zum Verschwinden von Zündel gekommen ist. Am allerwenigsten er selbst. Ab einem gewissen Punkt begann sich etwas zu verschieben und in andere Bahnen zu laufen. Obwohl sein Leben vorher gleichförmig und ereignislos verlaufen war, mit Magda seiner Frau, seinem Beruf als Lehrer, dem gemeinsamen Alltag. Vielleicht war es nur eine Beziehungskrise, in die sie hineingeraten sind? Und mit ein wenig Distanz würde man alles wieder ins Lot bringen. Zündel entschliesst sich zu einer Reise nach Italien. In den verwinkelten Gassen von Genua trifft er auf Matrosen, Gangster und leichte Frauen, dort lockt die Unterwelt mit ihren eigenen Gesetzen und er lässt sich treiben, betrügen und verführen, bis sein altes Leben in weite Ferne rückt und an eine Rückkehr kaum zu denken ist.

Das tragikomische Debüt des Schweizer Schriftstellers Markus Werner, dessen Roman „Am Hang“ zu einem der beliebtesten und erfolgreichsten Romane avancierte, ist die höchst amüsante und bitterernste Geschichte eines modernen Antihelden, der versucht, Klarheit in sein Leben zu bringen und stattdessen zunehmend in Verwicklungen gerät – bis er sich am Ende selbst abhandenkommt.

Der junge Schweizer Regisseur Zino Wey, dessen poetische und stimmungsvolle Inszenierung von Philipp Löhles „Kollaps“ letzte Spielzeit in der Kammer zu sehen war, arbeitet u. a. am Nationaltheater Mannheim, an den Münchner Kammerspielen und an der Kaserne Basel.

Regie: Zino Wey
Bühne und Kostüme: Davy van Gerven
Musik: Benjamin Brodbeck
Theater

Die Physiker

von Friedrich Dürrenmatt

Die Komödie „Die Physiker“ entstand im Jahr 1961 und wurde am 20. Februar 1962 unter der Regie von Kurt Horwitz am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. 1980 überarbeitete Dürrenmatt das Theaterstück zu einer Endfassung für seine Werkausgabe. Diese ist Grundlage der Inszenierung von Herbert Fritsch am Schauspielhaus Zürich. Dürrenmatt widmete „Die Physiker“ der Schauspielerin Therese Giehse, die die Rolle der Mathilde von Zahnd bei der Uraufführung übernahm.
Die Komödie spielt im Salon der Villa einer Irrenanstalt. Im Salon tummeln sich drei Patienten – zufälligerweise sind alle drei Physiker. Herrscherin der Anstalt ist Fräulein Dr. Mathilde von Zahnd. Da sich in der Anstalt gerade der zweite Mord ereignet hat, ermittelt Inspektor Voss dort. Ernesti, ein Physiker, der sich für Einstein hält, hat „seine“ Krankenschwester ermordet. Zuvor mordete Newton, der zweite Physiker namens Beutler. Auch „seine“ Krankenschwester musste sterben. Während Voss über den Ermittlungen verzweifelt, kommt Frau Rose zu Besuch. Sie wiederum ist die Frau von Möbius, dem dritten Physiker, die sich gerade scheiden liess und dem Ex-Mann ihren neuen Missionars-Gatten, die mittlerweile fast erwachsenen Söhne und ihren neuen Lebensplan präsentiert: Auswandern nach den Marianen. Möbius beginnt den Irren zu spielen, um die Familie loszuwerden. „Seine“ Krankenschwester gesteht ihm daraufhin ihre Liebe und präsentiert ebenfalls einen Plan: vom gemeinsamen Leben in Freiheit. Auch Möbius erdrosselt „seine“ Schwester, Voss resigniert über den Ermittlungen. Hünengleiche Pfleger bewachen von nun an die Villa. Die Türen werden geschlossen und die Fenster vergittert. Newton gesteht daraufhin den beiden Physikerkollegen, dass er eigentlich Kilton ist und ein westlicher Spion. Daraufhin gibt Einstein zu, dass auch er nicht verrückt ist. Er heisse Eisler und auch er sei ein Spion, allerdings aus dem Osten. Zuletzt gibt auch Möbius zu, dass er nicht verrückt ist. Da er aber glaube, dass seine Forschungsergebnisse für die Menschheit verheerende Folgen hätten, sei er in die Anstalt geflohen. Ausserdem habe er, Möbius, seine Manuskripte zum Wohle der Menschheit verbrannt. Da kommt Fräulein von Zahnd ins Spiel und die Physiker müssen erkennen, dass ihre wahre Identität längst bekannt und die Herrscherin der Anstalt die wirklich Irre ist.

Regie: Herbert Fritsch
Bühne: Herbert Fritsch
Kostüme: Victoria Behr
Licht: Ginster Eheberg
Dramaturgie: Sabrina Zwach
Theater

Missionen der Schönheit

Holofernesmomente
von Sibylle Berg

Schweizer Erstaufführung
Close Up
Festspiele Zürich

Judit ist das alttestamentarische Symbol der schönen und reinen jungen Frau, die im Kontext einer männlich geprägten Geschichtsschreibung als Witwe jeglicher Zukunftsperspektive und Status entbehrt und ihr von Belagerung und Barbarei bedrohtes Volk zu erlösen versucht, indem sie sich ins Lager des gefürchteten Feldherrn Holofernes einschleicht, ihn verführt und im volltrunkenen Schlaf enthauptet. Triumphierend kehrt sie mit seinem Kopf als Trophäe heim und wird fortan von ihrem Volk als Erlöserin und Heilige gefeiert. Judit in Sibylle Bergs „Missionen der Schönheit“ ist 12 und lebt in Brüssel, sie ist 18 und lebt in Berlin, 23 in Kinshasa, 30 in Kiew, 38 in São Paulo, 40 in Neapel, 54 in Johannesburg und 75 in Betulia.

All diese Frauenfiguren, die auf den ersten Blick in keiner Beziehung zueinander stehen, arbeiten sich ab an den Rollenzuschreibungen unserer Gesellschaft, die Mädchen und Frauen bis heute allzu tief eingeprägt sind. In der Geschichte haben Männer die Macht und Frauen die Schönheit inne. Wie gehen wir damit um? Was geschieht, wenn Schönheit als Machtmittel eingesetzt wird, wenn sich das Wissen um den eigenen Körper als Projektionsfläche, das sich einer äußeren, männlichen Beurteilungsmatrix bewusste Zur-Verfügung-Stellen, sowie das Bedienen eines Voyeurismus verselbstständigen?

Wir begegnen Frauenfiguren, die sich auszeichnen durch ihre Kraft und Stärke, ihren Humor und die Fähigkeit zur bedingungslosen Liebe. Die gleichzeitig aber auch tief verunsichert sind durch ein vermeintlich mangelhaftes Äußeres, unfähig den Selbstwert von optischen Makeln oder alternder Schönheit abzukoppeln. Frauen, die auf der fortwährenden Suche nach Selbstoptimierung sind, bereit zur physischen wie psychischen Selbstzerstörung. Der religiöse Fanatismus, der die Protagonistin in der Bibel antreibt und unweigerlich Assoziationen zu terroristischen AkteurInnen der Gegenwart aufdrängt, äussert sich bei Bergs Figuren als Fanatismus im Kampf gegen das eigene Selbst, als Sehnsucht sich vom eigenen Ich abzulösen. Dieses Selbst zerbricht zwischen den Bedürfnissen, einerseits gesellschaftliche Erwartungen an ein von außen eingefordertes Frauenbild zu erfüllen und andererseits für sich selbst einzustehen, der Angst vor der eigenen Kraft und dem Wunsch, sich von alledem endlich freimachen zu können.

Die Choreografin Salome Schneebeli, die Videokünstlerin Heta Multanen und die Schauspielerin Lisa-Katrina Mayer näheren sich diesem feministischen Text in einem interdisziplinären Arbeitsprozess, der zeitgenössischen Tanz, Video, Livemusik und Schauspiel umfasst. Inspiriert von der Auseinandersetzung mit der Ikone Judit in der Musik- und Kunstgeschichte, erkunden die drei Künstlerinnen ausgehend von Körper- und Textarbeit die acht Protagonistinnen und schlagen gleichzeitig eine Brücke zur Lebens- und Arbeitsrealität der Performerin selbst. Diese ist immer zuallererst Projektionsfläche und kann sich überhaupt erst durch den Blick eines Publikums als Figur definieren. Sie generiert den kreativen Antrieb stets aus sich selbst und auch, wenn sie sich ganz und gar einem Text, einer Figur und Geschichte zur Verfügung stellt, wenn sie Wege sucht, die Performerin von der Bühnenfigur abzukoppeln – wird sie dennoch immer sie selbst bleiben. Der Körper, den wir sehen, bleibt immer der Körper, den wir sehen – und trotzdem vermag er sich doch fortwährend zu verwandeln.

Regie: Salome Schneebeli, Heta Multanen
Musik: Jojo Büld
Theater

Super Food Heroes

von Clara Dobbertin und Ensemble

Kammer machen! Die Assistentenreihe am Schauspielhaus

Wir tun es jeden Tag, mehrmals: Essen. Nur, was ist tatsächlich in unserem Essen drin? Kann uns das, was wir uns einverleiben, verändern? Und kann Essen politisch sein? Clara Dobbertin, Regieassistentin am Schauspielhaus, schickt drei Superhelden auf die Mission, die menschliche „Essistenz“ zu retten. Wird es ihnen gelingen, die gustatorische Katastrophe zu verhindern?

Regie: Clara Dobbertin
Bühne: Sandra Antille, Selina Puorger
Kostüme: Tiziana Angela Ramsauer
Aufführungen / Konzert Berliner Philharmoniker Berlin, Herbert-von-Karajan-Str. 1
Aufführungen / Theater Theater an der Wien Das neue Opernhaus Wien, Linke Wienzeile 6
Aufführungen / Theater Schauspiel Köln Köln, Schanzenstr. 6-20
Aufführungen / Konzert Philharmonie Luxembourg Luxembourg, 1, Place de l'Europe
Aufführungen / Konzert Duisburger Philharmoniker Duisburg, König-Heinrich-Platz
Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Theater Theater Konstanz Konstanz, Konzilstraße 11
Aufführungen / Theater Staatsschauspiel Dresden Dresden, Theaterstraße 2
Aufführungen / Konzert Gürzenich-Orchester Köln Köln, Bischofsgartenstr. 1
Aufführungen / Oper Wiener Staatsoper Wien, Opernring 2
Aufführungen Glocke Bremen Bremen, Domsheide 6-8
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Aufführungen / Theater Vorarlberger Landestheater Bregenz, Seestr. 2
Aufführungen / Theater Lofft Leipzig Leipzig, Lindenauer Markt 21
Aufführungen / Theater Theater im Pfalzbau Ludwigshafen Ludwigshafen, Berliner Str. 30
Aufführungen / Oper Oper Köln Köln, Offenbachplatz
Aufführungen / Theater Theater Erfurt Erfurt, Theaterplatz 1
Aufführungen / Theater Deutsches Schauspielhaus Hamburg Hamburg, Kirchenallee 39
Aufführungen / Oper Staatsoper Stuttgart Stuttgart, Oberer Schloßgarten 3