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Wiener Konzerthaus

Konzerte der Wiener Konzerthausgesellschaft

Das Wiener Konzerthaus zählt zu den bedeutendsten Institutionen des internationalen Musiklebens. Gemeinsam mit Staatsoper und Musikverein bildet es jene prominente Trias, die den weltweiten Ruf Wiens als führende Musikmetropole begründet, und ist dank seiner wohl einmaligen Verbindung von Traditionsbewusstsein und Innovationsfreude längst unentbehrlich für das lebendige kulturelle Klima Wiens.

Kontakt

Wiener Konzerthaus
Lothringerstraße 20
A-1030 Wien

Telefon: +43 1 242002
Fax: +43 1 24200-110
E-Mail: ticket@konzerthaus.at

 

Infotelefon: +43 1 24200-100
Konzert

Musicbanda Franui / Fritsch / Bechtolf

"Arthur Schnitzler: Reigen"

Musicbanda Franui
Johannes Eder, Klarinette, Bassklarinette
Andreas Fuetsch, Tuba
Romed Hopfgartner, Altsaxophon, Klarinette
Markus Kraler, Kontrabass, Akkordeon
Angelika Rainer, Harfe, Zither, Gesang
Bettina Rainer, Hackbrett, Gesang
Markus Rainer, Trompete, Gesang
Martin Senfter, Ventilposaune, Gesang
Nikolai Tunkowitsch, Violine
Andreas Schett, Trompete, Gesang, Moderation, Leitung
Regina Fritsch, Lesung
Sven-Eric Bechtolf, Lesung


Arthur Schnitzler: Reigen

Musikalische Bearbeitung und Komposition: Markus Kraler/Andreas Schett nach Motiven und Musikstücken von Franz Schubert, Franz Liszt, Giuseppe Verdi, Johann Strauß (Sohn), Gustav Mahler, Erik Satie, Anton Webern u. a.

Dramaturgie: Sven-Eric Bechtolf, Andreas Schett

VERANSTALTER & VERANTWORTLICHER: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Wiener Symphoniker / Haefliger / Mälkki

"Karfreitagszauber"

Wiener Symphoniker
Andreas Haefliger, Klavier
Susanna Mälkki, Dirigentin


Richard Wagner: Karfreitagszauber (Parsifal) (1877–1882)
Béla Bartók: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 Sz 119 (1945)
Richard Strauss: Also sprach Zarathustra. Tondichtung frei nach Friedrich Nietzsche op. 30 (1896)

Im zweiten Konzert ihrer Personale widmet sich Dirigentin Susanna Mälkki mit Wagners »Karfreitagszauber« aus »Parsifal« und Strauss' »Zarathustra« zwei spätromantischen Klassikern. Andreas Haefliger brilliert in Bartóks drittem Klavierkonzert, dessen Uraufführung der Komponist selbst nicht mehr miterleben sollte.

VERANSTALTER & VERANTWORTLICHER: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Belcea Quartet

Belcea Quartet
Corina Belcea, Violine
Axel Schacher, Violine
Krzysztof Chorzelski, Viola
Antoine Lederlin, Violoncello


Joseph Haydn: Streichquartett G-Dur Hob. III/41 (1781)
Leoš Janáček: Streichquartett Nr. 1 »Kreutzersonate« (1923)
Joseph Haydn: Streichquartett d-moll Hob. III/76 »Quintenquartett« (1797)
Leoš Janáček: Streichquartett Nr. 2 »Intime Briefe« (1928)

VERANSTALTER & VERANTWORTLICHER: Wiener Konzerthausgesellschaft
Kinderprogramm

Triolino "wirbelstreich"

Darian Trio
Anaïs Tamisier, Violine
Barbara Palma, Viola
Alison Frilingos, Violoncello
Julia Ruthensteiner-Schwarz, Musikvermittlung
Silvia Scheibelhofer, Kunstvermittlung
Sarah Jeanne Babits, Schauspiel, Konzept, Inszenierung


Werke von Ludwig van Beethoven u. a.

Drei zartbesaitete Klangzauberinnen wirbeln durch Raum und Zeit. Auf Seifenblasen tanzen sie und stricken Klänge um die Wette. Doch was treibt Triolino?

Empfohlen für Kinder von 3 bis 6 Jahren

VERANSTALTER & VERANTWORTLICHER: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Wiener Symphoniker / Mälkki

"Im Klang"

Wiener Symphoniker
Ulla Pilz, Moderation
Susanna Mälkki, Dirigentin


Richard Strauss: Also sprach Zarathustra. Tondichtung frei nach Friedrich Nietzsche op. 30 (1896)

Ein innovatives Konzertformat, das außergewöhnliches Hören ermöglicht: Mitten im Klang der Wiener Symphoniker ist ein Teil des Publikums verteilt. Diesmal kommt es u. a. in den Genuss, Richard Strauss’ Tondichtung »Also sprach Zarathustra« aus einer anderen Perspektive zu entdecken. Ein Erlebnis!

VERANSTALTER & VERANTWORTLICHER: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Jacky Terrasson & Stéphane Belmondo

"TerraMondo"

Jacky Terrasson, Klavier
Stéphane Belmondo, Trompete, Flügelhorn


Das musikalische Reaktivieren einer Freundschaft, die vor etlichen Jahren ihren Anfang nahm, mündet auf ihrem Duo-Album »Mother« in einem ausdrucksstarken Dialog: Lange zuvor schlugen der Pianist Jacky Terrasson und der Trompeter Stéphane Belmondo nach ihrer gemeinsamen Zeit in Paris und Seite an Seite in der Band von Dee Dee Bridgewater getrennte Wege ein, um nun an vielen Erfahrungen reicher wieder zusammenzukommen. Dabei entstehen lyrische Erzählungen und ergreifende Klanglandschaften, wenn tiefschürfend im behutsamen Aufeinander-Reagieren Chanson-Melodien auf Jazzthemen wie »In Your Own Sweet Way« oder auf Stevie Wonders Hit »You Are the Sunshine of My Life« treffen – der perfekte Stoff für ein unplugged-Konzert.

VERANSTALTER & VERANTWORTLICHER: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Wiener KammerOrchester / He / Hattori

Great Talent

Wiener KammerOrchester
Ziyu He, Violine
präsentiert im Rahmen des Förderprogramms »Great Talent«
Joji Hattori, Viola, Dirigent


Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonia concertante Es-Dur K 320d für Violine, Viola und Orchester (1779–1780)
Jean Sibelius: Valse triste op. 44/1 (Kuolema) (Bearbeitung für Streicher: Joji Hattori) (1904)
Josef Suk: Serenade Es-Dur op. 6 für Streichorchester (1892)

Mit dem »Great Talent«-Förderprogramm präsentieren wir sieben der wohl begabtesten Nachwuchshoffnungen der österreichischen Klassikszene. Im April zu Gast: Der 20-jährige Violinist Ziyu He widmet sich Seite an Seite mit Dirigent Joji Hattori an der Viola und dem Wiener KammerOrchester der herrlichen Sinfonia concertante Mozarts. Diese besticht durch ihren Kontrast zwischen symphonischen Tutti und den zwei Solisten.

VERANSTALTER & VERANTWORTLICHER: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Dianne Reeves

Dianne Reeves, Gesang
Peter Martin, Klavier, Musikalische Leitung
Romero Lubambo, Gitarre
Reginald Veal, Bass
Terreon Gully, Schlagzeug


Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme gehört Dianne Reeves nicht nur zu den erfolgreichsten, sondern auch zu den vielseitigsten Sängerinnen des Jazz. Mit mehreren Grammys ausgezeichnet, kommen im Schaffen der einst von Clark Terry entdeckten Reeves verschiedene Inspirationen und Stile zur Geltung – von R’n’B über Pop bis Reggae. Dies ist keineswegs ein Widerspruch der in der Jazztradition verwurzelten US-Amerikanerin, sondern das Resultat einer weitverzweigten Weltkarriere.

VERANSTALTER & VERANTWORTLICHER: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Camerata Salzburg / Goerne

Komm, lieber Mai!

Camerata Salzburg
Matthias Goerne, Bariton
Gregory Ahss, Konzertmeister


»Wie im Morgenglanze, Du rings mich anglühst, Frühling, Geliebter!« Der Lenz kann kommen mit solch verheißungsvollen Worten, gerade wenn sie von Matthias Goerne gesungen werden. Seine Interpretationen der Schubert-Lieder, die er mit der Camerata Salzburg zu Gehör bringt, gelten als herausragend. Tschaikowskys gefühlvolle Serenade op. 48 vervollkommnet das Konzert im Wonnemonat.

Franz Schubert: Des Fischers Liebesglück D 933 (1827)
Das Heimweh D 456 (1816)
Ganymed D 544 (1817)
Abendstern D 806 (1824)
Pilgerweise D 789 (1823)
Alinde D 904 (1827)
Peter Iljitsch Tschaikowsky: Serenade C-Dur op. 48 für Streichorchester (1880)

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Yuja Wang and Igudesman & Joo in: The Clone

Yuja Wang is "The Clone"

Aleksey Igudesman, Violine, Schauspiel, Gesang und vieles andere
Hyung-ki Joo, Klavier, Schauspiel, Gesang und vieles andere
Yuja Wang, Klavier, Schauspiel, Gesang und vieles andere


Die Zukunft landet in Wien! In Hyung-ki Joo und Aleksey Igudesman vereint sich die Gabe, Comedy mit höchster Musikalität zu verbinden – und zwar so, dass kein Auge trocken bleibt. Mit (unvorhersehbarer) Situationskomik nehmen sie in ihrem bevorstehenden Programm »The Clone« die Perfektionslust aufs Korn. Als Dritte im Bunde schlüpft Ausnahmepianistin Yuja Wang in die Rolle eines Klons, der wahrlich »alle Stückerl’n spielt« und das Publikum in pures Staunen versetzt: eine perfekte Musikmaschine sozusagen, die jegliches Üben obsolet macht und überdies die Kunst der Imitation beherrscht. Ein Hauch von Science Fiction weht durch den Großen Saal!

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Castalian Quartet

Castalian Quartet
Gewinner des Merito String Quartet Award und Valentin Erben Prize
Sini Simonen, Violine
Daniel Roberts, Violine
Charlotte Bonneton, Viola
Christopher Graves, Violoncello


Das jüngst mit dem Merito String Quartet Award und dem Valentin Erben Prize ausgezeichnete Castalian Quartet ist gerade dabei, die internationale Kammermusikszene im Sturm zu erobern. 2011 gegründet und in London beheimatet, begeistern die vier jungen Musikerinnen und Musiker mit Stilsicherheit und makelloser Technik.

Joseph Haydn: Streichquartett D-Dur Hob. III/79 (1797)
Benjamin Britten: Streichquartett Nr. 2 C-Dur op. 36 (1945)
Franz Schubert: Streichquartett a-moll D 804 »Rosamunde« (1824)

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Klavierkonzert

Klavierabend Oleg Maisenberg

Oleg Maisenberg, Klavier

Wolfgang Amadeus Mozart: Fantasie c-moll K 475 (1785)
Franz Schubert: Sonate c-moll D 958 (1828)
Frédéric Chopin: Nocturne Fis-Dur op. 15/2 (1830–1831)
Claude Debussy: Estampes (1903)
Alexander Skrjabin: Deux poèmes op. 32 (1903)
Poème fantasque C-Dur op. 45/2 (Drei Stücke) (1904)
Poème alié H-Dur op. 51/3 (Vier Stücke) (1906)
Masque op. 63/1 (Deux poèmes) (1911–1912)
Etrangeté op. 63/2 (Deux poèmes) (1911–1912)
Vers la flamme. Poème op. 72 (1914)

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

ORF Radio-Symphonieorchester Wien / Schmid / Măcelaru

ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Benjamin Schmid, Violine
Cristian Măcelaru, Dirigent


Dieter Kaufmann: Tolleranza 2016 (UA)
Erich Wolfgang: Korngold
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 (1945)
Rodion Schtschedrin: Carmen-Suite für Schlagzeug und Streicher (1967)

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Wiener Philharmoniker / Welser-Möst

"Mahler: Symphonie Nr. 8"

Wiener Philharmoniker
Wiener Sängerknaben
Einstudierung: Jimmy Chiang
Wiener Singverein
Einstudierung: Johannes Prinz
Wiener Singakademie
Einstudierung: Heinz Ferlesch
Erin Wall, Sopran
Emily Magee, Sopran
Regula Mühlemann, Sopran
Wiebke Lehmkuhl, Alt
Jennifer Johnston, Alt
Giorgio Berrugi, Tenor
Peter Mattei, Bariton
Georg Zeppenfeld, Bass
Franz Welser-Möst, Dirigent


Gustav Mahlers Achte, im Vorfeld ihrer Uraufführung in München im Jahr 1910 als »Symphonie der Tausend« beworben, gelangt alleine schon wegen ihrer riesenhaften Besetzung nur zu ganz besonderen Anlässen zur Aufführung. Im Wiener Konzerthaus etwa war sie zuletzt 2010 einer der Höhepunkte des 19. Wiener Frühlingsfestivals, 2007 und zuvor 1989 bildete sie den Abschluss des 33. beziehungsweise des 24. Internationalen Musikfestes, und im September 1975 eröffnete Leonard Bernstein mit ihr die damalige Konzerthaus-Saison. Auch 1983 und 1967 setzte dieses Werk dem 21. beziehungsweise dem 13. Internationalen Musikfest besondere Glanzlichter auf, nachdem bereits das 4. Internationale Musikfest der Wiener Konzerthausgesellschaft im Jahr 1951 mit seinen feierlichen Schlussakkorden verklungen war. Alleine schon diese enge Verbindung der Historie von Aufführungen des Werkes im Wiener Konzerthaus mit dessen größtem und traditionsreichstem Festival zeigt, dass Mahlers Achte in den letzten Jahrzehnten einen ähnlichen Status erlangt hat, wie ihn zuvor einzig und allein Beethovens Neunte hatte: den der Festmusik schlechthin. Seine endgültige Bestätigung findet ihr überragender Rang nun, wenn die Wiener Philharmoniker, die zum ersten Mal seit den erwähnten Aufführungen im Jahr 1975 mit dieser Symphonie im Wiener Konzerthaus zu erleben sind, unter der Leitung von Franz Welser-Möst mit der Achten das 39. Internationale Musikfest eröffnen. Weitere Mitwirkende sind der Wiener Singverein, die Wiener Singakademie und die Wiener Sängerknaben sowie eine erlesene Schar von Solistinnen und Solisten.

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 8 Es-Dur in zwei Sätzen für großes Orchester, acht Solisten, zwei gemischte Chöre und Knabenchor (1906–1907)

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Il Giardino Armonico / Chor des Bayerischen Rundfunks / Antonini

"Haydn: Die Schöpfung"

Il Giardino Armonico
Chor des Bayerischen Rundfunks
Anna Lucia Richter, Sopran
Maximilian Schmitt, Tenor
Florian Boesch, Bassbariton
Giovanni Antonini, Dirigent


»Es werde Licht!«
»Es werde Licht!« Dieser Schlachtruf der Aufklärung, diese Kampfansage eines Zeitalters der leuchtenden Vernunft gegen das Dunkel despotischen Absolutismus’ und Aberglaubens, bereitet zum Klang gedämpfter Streicher als geflüstertes Gotteswort den ersten überwältigenden Höhepunkt von Haydns Oratorium »Die Schöpfung« vor: Den »Fortissimo-Lichteinfall« des Chores und gesamten Orchesters in strahlendem C-Dur! Mittels jähen dynamischen Kontrasts und denkbar einfachster Kadenz nach einer vage suchenden »Vorstellung des Chaos« schuf Haydn nicht nur eines der erhabensten Beispiele musikalischer Sonnenaufgänge. Er gab damit vor allem der unerschütterlichen Gewissheit überzeugenden Audruck, dass Gottes Wort sich auch erfülle.

Diese oftmals – Haydns Handwerk und Weltanschauung verwechselnd – als »naiv« bezeichnete Wirkungsästhetik ist für eine Kunst insgesamt charakteristisch, die von serener Gläubigkeit erfüllt ist und durchweg einen »gesunden« Optimismus verrät. Haydn, der Unpolitische, verkörpert so den aufgeklärten Gegenentwurf zu Voltaires zutiefst politischem Skeptizismus oder auch zum späteren Napoleon-Kult des revolutionären Bürgertums.

Vielleicht verlohnt ein kurzer Seitenblick auf Salvatore Viganòs und Ludwig van Beethovens zeitnah zu Haydns »Schöpfung« entstandenes Ballett »Die Geschöpfe des Prometheus «: Hier ist es ein völlig anderer Lichtbringer, der uns in Gestalt des ketzerischen Titanen anblickt – nicht Gott selbst, sondern ein selbsbewusst tätiger Halbgott. Beethovens pantomimisches Ballett hält Haydns Oratorium zudem die Verherrlichung der Instrumentalmusik entgegen, der neuen, vom Titanen aus Bonn auf den Schild gehobenen Symphonik.

»›Nun, gestern habe ich Ihr Ballett gehört, es hat mir sehr gefallen!‹ soll sich Haydn gegenüber Beethoven – einer verbreiteten Anekdote nach – auf offener Straße vernehmen haben lassen. Beethoven erwiderte hierauf: ›O, lieber Papa! Sie sind sehr gütig, aber es ist doch noch lange keine Schöpfung!‹ Haydn, durch diese Antwort überrascht und beinahe verletzt, sagte nach kurzer Pause: ›Das ist wahr, es ist noch keine Schöpfung, glaube auch schwerlich, daß es dieselbe je erreichen wird‹ – worauf sich beide – etwas verblüfft – gegenseitig empfahlen.« Genauso könnte sich diese kleine Episode an einer Weggabelung der Musikgeschichte im Wien um 1800 ereignet haben, als die Sonne hell im Mittag stand. Mit Mitteln der historischen Aufführungspraxis ein neues Licht auf Haydns Musik zu werfen, ist das erklärte Ziel Giovanni Antoninis, der sich mit seinem Ensemble bereits für 2032 rüstet, wenn anlässlich von Haydns 300. Geburtstag eine Gesamtaufnahme seiner Symphonien erscheinen soll. »Haydns Welt ist ein Universum«, denkt Antonini, und lässt somit für seine Interpretation der »Schöpfung« im Wiener Konzerthaus Großes erwarten.

Joseph Haydn: Die Schöpfung. Oratorium für Soli, Chor und Orchester Hob. XXI/2 (1796–1798)

Dieses Konzert können Sie auch online im Live-Stream erleben und bis zu 30 Tage nach der Veranstaltung anhören.

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Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia – Roma / Pappano

"Mahler: Symphonie Nr. 6"

Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia – Roma
Sir Antonio Pappano, Dirigent


»Ich habe versucht, Dich in einem Thema festzuhalten – Du musst Dir’s schon gefallen lassen«, erinnerte sich Alma Mahler an die Ankündigung ihres Ehemannes Gustav Mahler von einer Melodie des ersten Satzes der sechsten Symphonie. Das war in einem glücklichen Sommer der Eheleute in Maiernigg am Wörthersee. »Kein Werk ist ihm so unmittelbar aus dem Herzen geflossen wie dieses«, schrieb Alma über die Entstehung der Sechsten, »damals war er heiter, seines großen Werkes bewusst und seine Zweige grünten und blühten.« Unmittelbares Erleben des Liebesund Familienglücks wird in der Symphonie im Kontrast zu existentialistischen Schärfen, Trauermärschen und Hammerschlägen ausgedrückt.

Die Spielanweisungen in der Partitur offenbaren die zwei Seiten des monumentalen Werkes. »Heftig«, »wuchtig«, »wie wütend dreinfahren«, »alles mit roher Kraft«, »marcato«, »sehr energisch«, »immer streng im Takt« – so klingt die ahnungsvolle Tragik der Existenz. Demgegenüber singt die Symphonie von der Liebe, nicht nur im Alma-Thema des ersten Satzes, das »schwungvoll« und »drängender« gespielt werden soll, sondern auch besonders im Andante, dessen Liebesgesang Mahler »immer mit bewegter Empfindung«, »zart, aber ausdrucksvoll« und »fließend« musiziert haben wollte. Gerade italienische Musiker erfühlen den Melodiker Mahler wunderschön, man erinnere sich nur an Claudio Abbados Interpretationen. So darf man nun auch vom Orchester der Musikheiligen aus Rom und dem Briten Pappano, dessen Vater ein italienischer Gesangslehrer war, blühende Kantabilität inmitten des heftigen Existenzkampfes erwarten.

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 6 a-moll (1903–1904)

Veranstalter & Verantwortlicher Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia – Roma / Batiashvili / Pappano

Musik der Liebe

Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia – Roma
Lisa Batiashvili, Violine
Sir Antonio Pappano, Dirigent


Modest Mussorgski: Ivanova noch na Lisoy gore »Eine Nacht auf dem kahlen Berge« (1867)
Béla Bartók: Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 Sz 36 (1907–1908)
Nikolai Rimski-Korsakow: Scheherazade. Suite symphonique op. 35 (1888)

Béla Bartóks erstes Violinkonzert ist eine Musik der Liebe. Der damals 25-jährige Musiker komponierte es im Gefühl seiner Zuneigung zu der sieben Jahre jüngeren, weltweit erfolgreich konzertierenden ungarischen Geigerin Stefi Geyer. Bartók lernte sie in der Budapester Musikakademie kennen. Im Sommer 1907 reiste er ihr in die Große Ungarische Tiefebene nach, wo sie bei Verwandten die Ferien verbrachte. Die sommerliche Begegnung inspirierte Bartók zu einem Violinkonzert. Das eröffnende Leitmotiv der Violine mit drei aufsteigenden Terzen charakterisiert die geliebte Geigerin. Auf den pastoralen und hymnischen ersten Satz folgt ein oft den Charakter wechselnder Schnellsatz, in dem Bartók auch die Melodie eines Kinderliedes (»Der Esel ist ein dummes Tier«) anklingen lässt. Vielleicht die Erinnerung an einen vergnüglichen Tag mit der Geliebten.

Ein halbes Jahr später beendete Stefi Geyer die Beziehung. Der Komponist übersandte ihr daraufhin das Manuskript mit zwei vollendeten Konzertsätzen und der Anmerkung:»Mein Bekenntnis: Für Stefi aus immer noch glücklichen Zeiten. Es war freilich nur ein halbes Glück.« Bis kurz vor ihrem Tod hielt Geyer die Partitur unter Verschluss und spielte das Violinkonzert nie öffentlich. Erst zwei Jahre nach ihrem Tod 1956 erlebte es in Basel seine Uraufführung. Die georgische Geigerin Lisa Batiashvili, die das Violinkonzert nun im Wiener Konzerthaus spielen wird, vermutet, dass Bartók einen geplanten dritten Satz nicht mehr ausgeführt hat. Aber auch in seiner zweisätzigen Gestalt sei das Konzert»ein Schatz«, so Batiashvili.

Schließlich erzählen Pappano und das römische Orchester Märchen aus 1001 Nacht, besser gesagt, die Prinzessin Scheherazade erzählt in der fantasievollen Tonsprache Nikolai Rimski-Korsakows dem von der Untreue der Frauen überzeugten Sultan Schahriar ein spannendes Märchen nach dem anderen, um ihn von seiner Mordlust abzubringen. Die ewig sich fortspinnenden Melodien der Prinzessin ziehen den anfangs mit furchterregender Machtmusik erscheinenden Sultan immer tiefer in die Geschichten von der Liebe. Am Ende klingt der Sultan besänftigt, aus dem Orchester der Santa Cecilia wird sein Thema als liebevolle Cello-Kantilene hervortreten und mit dem betörenden Violingesang der Prinzessin verschmelzen.

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Artemis Quartett extended

Abschied und Neuanfang

Artemis Quartett
Vineta Sareika, Violine
Suyoen Kim, Violine
Gregor Sigl, Viola
Harriet Krijgh, Violoncello
Anthea Kreston, Viola
Eckart Runge, Violoncello


Johannes Brahms: Streichsextett Nr. 1 B-Dur op. 18 (1859–1860)
Alban Berg: Sonate op. 1 für Klavier (Bearbeitung für Streichsextett: Heime Müller) (1907–1908)
Bedřich Smetana: Streichquartett Nr. 1 e-moll »Aus meinem Leben« T 116 (1876)

Selten gibt es die Möglichkeit, Abschied und Neuanfang innerhalb eines Konzerts zu erleben. Zu seinem 30-jährigen Bestehen steht dem Artemis Quartett in seinen zwei Konzertabenden genau das bevor: Zwei Mitglieder verlassen das Quartett, zwei neue Mitglieder werden begrüßt. Als »Artemis Quartett extended« spielt die alte Besetzung im Sextett mit den beiden »Neuzugängen« Suyoen Kim und Harriet Krijgh Werke von Brahms und Berg. Die neue Besetzung ist anschließend mit Klängen aus der Feder Bedrich Smetanas zu hören. Eine einmalige, zweimalige Gelegenheit!

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Jazz

Thomas Gansch Big Band

"A Tribute to Thad Jones & Mel Lewis"

Thomas Gansch Big Band
Thomas Gansch, Trompete, Flügelhorn, Leitung
Thorsten Benkenstein, Trompete
Tobias Weidinger, Trompete
Matthieu Michel, Trompete
Stefan Zimmermann, Trompete
Dominik Stöger, Posaune
Adrian Maers, Posaune
Alois Eberl, Posaune
David Taylor, Bassposaune
Florian Trübsbach, Altsaxophon
Mauro Negri, Altsaxophon
Thomas Kugi, Tenorsaxophon
Roman Schwaller, Tenorsaxophon
Gary Smulyan, Baritonsaxophon
Oliver Kent, Klavier
Joshua Ginsburg, Kontrabass
Mario Gonzi, Schlagzeug


In den 1960er-Jahren trafen der Trompeter Thad Jones und der Schlagzeuger Mel Lewis in New York aufeinander – eine folgenreiche Begegnung, die den Grundstein für eines der bedeutendsten Jazzorchester der Post-Swing-Ära legen sollte. Selbst gut 50 Jahre nach Gründung sorgt dieses in seiner Geschichte eng mit dem Traditionsclub Village Vanguard verbundene Ensemble noch für Nachhall. Dies verdeutlicht der Trompeter und Konzerthaus-Porträtkünstler Thomas Gansch mit einem einzigartigen Projekt, mit dem er seine Wertschätzung gegenüber dem Schaffen von Thad Jones und Mel Lewis zum Ausdruck bringt. Dabei lässt sich ein solches Vorhaben wohl kaum treffender realisieren als mit einer eigens zu diesem Zweck zusammengestellten Big Band. Thomas Gansch zögert nicht lange und präsentiert mit einem exklusiv für den Abend im Wiener Konzerthaus handverlesenen Ensemble seine Hommage an das Thad Jones-Mel Lewis Orchestra.

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Diana Damrau / Xavier de Maistre

Diana Damrau, Sopran
Xavier de Maistre, Harfe


Felix Mendelssohn Bartholdy: Auf Flügeln des Gesanges op. 34/2 (Sechs Gesänge) (1835)
Pagenlied op. posth. (Zwei Gesänge) (1832)
Suleika op. 34/4 (Sechs Gesänge) »Ach, um deine feuchten Schwingen« (1834)
Der Mond op. 86/5 (1851)
Des Mädchens Klage (1825)
Lied ohne Worte A-Dur op. 62/6 »Frühlingslied« (1842)
Franz Liszt: Le rossignol S 250/1 (Bearbeitung für Harfe solo von Henriette Renie nach dem Lied »Die Nachtigall« von Alexander Aljabjew) (1823/1842)
Sergej Rachmaninoff: Siren' »Flieder« op. 21/5 (1902)
Noc' pecal'na »Die Nacht ist traurig« op. 26/12 (15 Lieder) (1906)
Oni otvechali »Die Antwort« op. 21/4 (1902)
Sumerki »Dämmerung« op. 21/3
Zdes' khorosho »Hier ist es schön« op. 21/7 (1902)
Vladimir Vlasov: Bakhchisaraysky fontan »Die Brunnen von Bachtschyssaraj«
Reynaldo Hahn: Fêtes galantes (Mélodies, Band 1 Nr. 11) (1891)
Mai »Depuis un mois«
Nocturne
L'Énamourée
Maurice Ravel: Vocalises-étude en forme de habanera (1907)
Henriette Renié: Légende für Harfe solo
Francis Poulenc: La courte paille S 178 (1960)
Les chemins de l'amour S 106 (1940)

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Great Voices: Aida Garifullina

ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Aida Garifullina, Sopran
Jochen Rieder, Dirigent


Aida Garifullinas warme, modulationsfähige, betörend auf­blühende Sopranstimme hat die Wahl-Wienerin schon binnen weniger Jahre an die Weltspitze geführt. Ihr Wiener Konzert ist als eindrucksvolle Retrospektive des bis jetzt Erreichten konzipiert und wird zahlreiche Highlights ihrer bisherigen Karriere enthalten. Die in der tatarisch-russischen Metropole Kasan aufgewachsene Tochter einer Dirigentin – der Vorname kommt nicht von ungefähr! – gewann 2013 Plácido Domingos Operalia-Wettbewerb. 2014 trat sie ihr Engagement an der Wiener Staatsoper an, wo sie zu Beginn selbst in kleinen Partien aufhorchen ließ. Bald wurden Garifullina an ihrem (danubischen) Stammhaus prominente Aufgaben wie Gilda in Rigoletto, Juliette in Roméo et Juliette, Susanna in Le nozze di Figaro, Musetta in La Bohème und Irina in Eötvös' Tri Sestri übertragen. Für Musetta und die Titelpartie von Rimski-Korsakows Schneeflöckchen wurde sie an die Pariser Opéra verpflichtet. In Barcelona war sie Gounods Juliette. Zukünftige Engagements führen sie für Bizets Perlenfischer zu den Salzburger Festspielen, für Don Giovanni an die New Yorker Met und für Prokofjews Die Verlobung im Kloster an die Berliner Oper unter den Linden. Werke aus vielen dieser Opern werden sich an ihrem Abend im Wiener Konzerthaus wiederfinden.

Adolphe Adam: Ouverture zu »Si j'etais Roi« (1852)
Charles Gounod: Ah! Je veux vivre »Ich will leben in dem Traume« (Walzerlied der Julia aus »Romeo und Julia«) (1867)
Vincenzo Bellini: Ouverture zu »Norma« (1831)
Casta Diva »Keusche Göttin« (Arie der Norma aus »Norma«) (1831)
Nikolai Rimski-Korsakow: Ouverture zu »Mainacht«
Großer Zar! Frag mich hundert Mal (Sterbeszene des Schneeflöckchens aus »Schneeflöckchen«) (1880–1881/1895)
Antonín Dvořák: Karneval. Ouverture op. 92 (1891)
Měsíčku na nebi hlubokém »Lied an den Mond« (Arie der Rusalka aus »Rusalka« op. 114) (1900–1903)
Charles Gounod: Le sommeil de Juliette (Romeo und Julia)
Dieu! Quel frisson court dans mes veines (Arie aus »Romeo und Julia«)
Dmitri Kabalewski: Ouverture zu »Colas Breugnon« op. 24
Peter Iljitsch Tschaikowsky: Serenade op. 63/6 (Sechs Romanzen) »O ditja, pod okoshkom tvoim« (1887)
Jules Massenet: Sous les tilleuls (Suite Nr. 7 »Scènes alsaciennes«) (1882)
Élégie »Ô, doux printemps d’autrefois« (Bearbeitung für Sopran, Violoncello und Orchester: Matthias Spindler)
Ruggero Leoncavallo: Mattinata

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Wiener Symphoniker / Janoska Ensemble / Rachlin

"The Vienna Connection"

Wiener Symphoniker
Janoska Ensemble
Ondrej Janoska, Violine
Roman Janoska, Violine
František Janoska, Klavier
Julius Darvas, Kontrabass
Julian Rachlin, Dirigent

Im Anschluss an das Konzert im Großen Foyer:

Julian Rachlin, Violine
Janoska Ensemble
Ondrej Janoska, Violine
Roman Janoska, Violine
František Janoska, Klavier
Julius Darvas, Kontrabass


Ein künstlerisches Spitzentreffen ist garantiert, wenn die Wiener Symphoniker dem Janoska Ensemble und Julian Rachlin begegnen. Mit Klängen aus Tschaikowskys »Romeo und Julia«, Strauss’ »Die Fledermaus« à la Janoska sowie einer Uraufführung von František Janoskas »Variations along the Danube« ist ein musikalisch fantastischer Feierabend gewiss. Rachlin, als Geiger und Bratschist gefeiert, bestreitet dabei sein Debüt als Dirigent bei den Wiener Symphonikern. Das sollten Sie nicht verpassen!

Peter Iljitsch Tschaikowsky: Fantasieouverture h-moll »Romeo und Julia« (1869)
František Janoska: Die Fledermaus-Ouverture à la Janoska (nach Themen von Johann Strauß Sohn)
Symphonie Nr. 1 »Impressions along the Danube« (UA)
Tarantella vs. Niška Banja (nach Themen von Pablo de Sarasate und eines serbischen Volkslieds)
Rumba for Amadeus. Hommage à Wolfgang Amadeus Mozart
Paganinoska (nach Themen aus Niccolò Paganinis Caprice Nr. 24)

Im Anschluss an das Konzert im Großen Foyer:
Ausklang im Großen Foyer mit Julian Rachlin und dem Janoska Ensemble

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Kammermusik

Faszination Kammermusik: Blom / Artemis Quartett

Philipp Blom, Gespräch
Artemis Quartett, Streichquartett, Gespräch
Vineta Sareika, Violine
Suyoen Kim, Violine
Gregor Sigl, Viola
Harriet Krijgh, Violoncello


Interpretation – einem Geheimnis auf der Spur: Philipp Blom im Gespräch mit Mitgliedern des Artemis Quartetts

Franz Schubert: Streichquartett d-moll D 810 »Der Tod und das Mädchen« (1824)

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Klavierkonzert

Klavierabend Sir András Schiff

Les Adieux

Sir András Schiff, Klavier

Robert Schumann: Thema mit Variationen Es-Dur WoO 24 »Geistervariationen« (1854)
Johannes Brahms: Drei Intermezzi op. 117 (1892)
Wolfgang Amadeus Mozart: Rondo a-moll K 511 (1787)
Johannes Brahms: Sechs Klavierstücke op. 118 (1893)
Johann Sebastian Bach: Präludium und Fuge 24 h-moll BWV 869 (Das wohltemperierte Klavier, Band I) (1722)
Johannes Brahms: Vier Klavierstücke op. 119 (1893)
Ludwig van Beethoven: Sonate Es-Dur op. 81a »Les Adieux« (1809–1810)

Sir András Schiff umkreist in seinem fein gewobenen Programm die introspektiven späten Klavierstücke op. 117–119 von Brahms mit Werken von Bach, Mozart, Beethoven und Schumann, die allesamt auf die eine oder andere Weise mit dem titelgebenden Thema von Beethovens »Les Adieux«-Sonate, dem Abschied, zusammenhängen.

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Film

ORF Radio-Symphonieorchester Wien / Strobel

Murnau: Der letzte Mann

ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Frank Strobel, Dirigent


Film »Der letzte Mann« (Regie: Friedrich Wilhelm Murnau, D 1924)

Giuseppe Becce: Musik zu »Der letzte Mann« (Regie: Friedrich Wilhelm Murnau, D 1924) (Bearbeitung: Detlev Glanert, 2002) (1924)

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Orchestre de Paris / Harding

"Britten: War Requiem"

Orchestre de Paris
Wiener Singakademie
Schülerinnen und Schüler der Opernschule der Wiener Staatsoper, Kinderchor
Einstudierung: Johannes Mertl
Albina Shagimuratova, Sopran
Andrew Staples, Tenor
Christian Gerhaher, Bariton
Daniel Harding, Dirigent


Klingendes Mahnmal für den Frieden
»Alles, was ein Dichter heute tun kann, ist warnen«: Benjamin Brittens ergreifendes »War Requiem« beweist mit prominenten Künstlerinnen und Künstlern aus England, Deutschland, Frankreich, Russland und Österreich unter der Leitung von Daniel Harding erneut seine Ausdruckskraft und ungebrochene Aktualität.

»Let us sleep now«, singen Tenor und Bariton gegen Ende in sanfter Entrückung, wenn alle irdische Last von ihnen abgefallen ist: Zwei Soldaten, die sich im Leben als Feinde begegnen mussten und doch nichts anderes waren als Opfer des Krieges, scheinen im Tode nun friedlich vereint. Knabenstimmen lassen aus der Ferne ein transzendentales Wiegenlied erklingen – und der Chor bittet neuerlich um die ewige Ruhe. Durch die herbe Tritonusspannung Fis-C der Totenglocken, die als Keimzelle, Leid- und Leitmotiv das ganze Werk bestimmt, scheint diese Ruhe allerdings unerreichbar. Doch die bange Stimmung löst sich – ein stets aufs Neue berührender Effekt – zum dritten und letzten Mal in friedvoll leuchtendes F-Dur auf: »Amen«. Mit solch kunstvoll ausgeklügelter Schlichtheit endet Benjamin Brittens »War Requiem«, dieses einzigartige, aufrüttelnde Bekenntnis zu Frieden, Menschlichkeit und Miteinander angesichts der Schrecken des Krieges.

Entstanden ist das »War Requiem« im Gedenken der Opfer aller Nationen für die Einweihung der neuen Kathedrale von Coventry im Jahr 1962. Deren 500 Jahre alter, kulturhistorisch unschätzbarer Vorgängerbau war 1940 von der deutschen Wehrmacht zerstört worden – zusammen mit Fabriken, Wohnvierteln und Krankenhäusern im Bombenhagel einer einzigen Nacht. 550 Tote und mehr als doppelt so viele Verletzte waren zu beklagen: »Coventrieren« galt im Nazijargon seither als Synonym für »dem Erdboden gleichmachen« – und eine rote Linie im Luftkrieg war überschritten …

Inspiriert auch von der modernen Architektur der neuen Kathedrale, die neben dem Torso der alten errichtet wurde, verbindet Brittens Partitur drei klar voneinander geschiedene Klangsphären, die am Ende desto ausdrucksvoller zusammenfinden: Für die lateinische Totenmesse setzt er Sopransolo, den bis zu achtstimmigen Chor und das große Orchester ein. Dabei fallen insbesondere die Schrecken des Jüngsten Gerichtes, wie sie der mittelalterliche Text im »Dies irae« beschwört, mit der Realität des Schlachtfeldes zusammen. Die konkrete, wenn auch dichterisch überhöhte Seelenpein der Soldaten findet dagegen ihren Ausdruck in den Soli von Tenor und Bariton, die von einem Kammerensemble begleitet werden: Es war Brittens geniale Idee, die Abstraktion des Requiems mit der Lyrik von Wilfred Owen zu kombinieren. 1918 mit nur 25 Jahren in Frankreich gefallen, gilt der Dichter als einzigartiger literarischer Zeitzeuge des Ersten Weltkriegs. Von ihm stammt auch das Motto, das Britten dem Werk voranstellt: »Mein Thema ist der Krieg und das Leid des Krieges. Die Poesie liegt im Leid … Alles, was ein Dichter heute tun kann, ist warnen.« Als dritte Sphäre kommt noch ein entrückt wirkender, gesondert postierter Knabenchor mit Orgel hinzu, der das Mysterium von Unschuld und Reinheit versinnbildlicht.

Brittens Lebensgefährte Peter Pears stand als Tenor der Uraufführung fest, Dietrich Fischer-Dieskau war der Bariton und Galina Vishnevskaja, Bolschoi-Diva und Gattin des Cellisten Mstislav Rostropovich, wollte den Sopran singen – allesamt allürenfreie Stars von Brittens und Pears’ Aldeburgh Festival, dieser herzlich-familiären Begegnungszone internationaler Spitzenkräfte. Doch im letzten Moment verweigerten die Sowjets Vishnevskaja die Ausreise: trauriger Indikator des Kalten Krieges. Erst bei einer späteren Aufführung nebst Plattenaufnahme konnte sie dabei sein.

Ist die Menschheit seither klüger geworden? Sind die alten Grenzen überwunden? Haben wir nicht längst neue, erbittert umkämpfte Fronten gezogen? Im Wiener Konzerthaus jedenfalls werden nun wieder erste Kräfte aus den einst feindlichen Nationen einander musikalisch die Hände reichen: am Pult der willensstarke Daniel Harding, dazu Albina Shagimuratova, zuletzt in Salzburg als Königin der Nacht gefeiert, der vielseitige Andrew Staples sowie Christian Gerhaher, dieser Inbegriff von musikalischer Klugheit und Intensität. Zusammen mit dem Orchestre de Paris, der Wiener Singakademie und den Kindern der Opernschule der Staatsoper bringen sie Brittens Vision der Versöhnung zum Klingen.

Benjamin Britten: War Requiem op. 66 (1962)

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Klavierkonzert

Klavierabend Pierre-Laurent Aimard

Bach: Goldberg-Variationen

Pierre-Laurent Aimard, Klavier

Johann Sebastian Bach: Aria mit verschiedenen Veränderungen. Clavier-Übung IV BWV 988 »Goldberg-Variationen« (1741–1742)

Einem Monolithen der Klavierliteratur von einzigartigem Zuschnitt und Rang widmet sich Porträtkünstler Pierre-Laurent Aimard am letzten der drei Abende, die ihn diese Saison ins Wiener Konzerthaus geführt haben werden: »Die ›Goldberg-Variationen‹ sind ein eminent geschichtshaltiges Werk«, schreibt der Musikwissenschaftler Andreas Traub in seiner Monographie darüber. »Zweihundert Jahre Musikgeschichte sind in sie eingegangen, und sie wirken bis heute in die Musikgeschichte hinein.« Kein Wunder also, dass ein Künstler wie Aimard, der nicht nur mit seinen atemberaubenden Interpretationen fasziniert, sondern auch mit der historischen Perspektive, in die er diese zu rücken weiß, sich von einem solchen Werk gleichsam magnetisch angezogen fühlt. Zwei der großen Klavierzyklen des 20. Jahrhunderts hat er im Wiener Konzerthaus diese Saison schon eindrucksvoll dargestellt und dabei nicht zuletzt überzeugend gezeigt, in welchen Traditionen diese – bei all ihrer Innovativität – auch stehen. Gleiches gilt selbstverständlich erst recht für die 1741 im Druck erschienenen »Goldberg-Variationen«, die weit in die Vergangenheit zurückweisen und zugleich bis auf den heutigen Tag weiter und weiter aktualisiert werden wollen.

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzert

Camerata Salzburg / Bell / Manze

Sehnsuchtsvolle Töne

Camerata Salzburg
Joshua Bell, Violine
Andrew Manze, Dirigent


Jean Sibelius: Rakastava »Der Liebende«. Suite op. 14 für Streichorchester, Pauken und Triangel (1893/1911)
Antonín Dvořák: Konzert für Violine und Orchester a-moll op. 53 (1879–1882)
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 36 (1801–1802)

Frühlingshaft mitreißend sind die Werke, denen sich das Kammerorchester im Mai widmet: Sibelius entzückend herzhafte Streicher-Suite op. 14 sowie Beethovens bewegende zweite Symphonie. In Dvořáks einzigem Violinkonzert brilliert Joshua Bell, der den sehnsuchtsvollen Tönen der Violine Glanz verleiht. Genauso wie einst ein Biograf des Komponisten es auszudrücken vermochte: »Als sänge eine Lerche über duftenden Heimatfluren.«

Veranstalter & Verantwortlicher: Wiener Konzerthausgesellschaft
Konzerte / Festival classic.Esterhazy Eisenstadt Eisenstadt, Esterházyplatz 5
Konzerte / Konzert Salzburger Konzertgesellschaft mbH Wien, Karlsplatz
Do, 25.4.2019, 20:15 Uhr
Konzerte / Konzert Salzburger Konzertgesellschaft mbH Wien, Karlsplatz
Fr, 26.4.2019, 20:15 Uhr
Konzerte / Konzert Salzburger Konzertgesellschaft mbH Wien, Karlsplatz
Sa, 27.4.2019, 20:15 Uhr
Konzerte / Konzert Pandolfis Consort
So, 28.4.2019, 17:00 Uhr
Konzerte / Konzert Musik am 12ten Wien, Severin-Schreiber-Gasse 3
Konzerte / Kirchenmusik Konzerte Karlskirche Wien Salzburg, Innsbrucker Bundesstr. 47/9
Konzerte / Kammermusik Pandolfis Consort Wien Wien, 1010

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