Aufführungen         Festival Osterklang    

OsterKlang

Sa, 31.3.2012 - So, 8.4.2012

Das sechzehnte OsterKlang-Festival spannt in der Zeit von 31. März bis 8. April seinen musikalischen Bogen von Jacques Offenbachs Opéra fantastique Les contes d’Hoffmann bis hin zu Werken von Ludwig van Beethoven, Anton Bruckner und Györgi Ligeti sowie der Johannes- und Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. Während der Osterwoche werden das Theater an der Wien, die Minoritenkirche und der Musikverein bespielt. Das traditionelle Eröffnungskonzert des Festivals findet 2012 zum zweiten Mal im Theater an der Wien statt.

Renommierte SängerInnen wie Johan Botha, Gerald Finley, Camilla Nylund, Kurt Streit, Ian Bostridge und Dirigenten wie Georges Prêtre, Philippe Jordan, Riccardo Frizza, Stephen Layton, Martin Haselböck sowie die Wiener Philharmoniker, die Wiener Symphoniker, das Orchestra of the Age of Enlightenment, die Wiener Akademie und das Bach Consort Wien präsentieren ein auserlesenes Konzert- und Opernprogramm. Jordi Savall präsentiert Höhepunkte der Gambenkunst aus dem 17./18. Jahrhundert in der Minoritenkirche.

Im Fokus der ausgewählten Werke des Festivals stehen sowohl die Passionsgeschichte, Fragen über Glaube und Hoffnung, Tod und Auferstehung, als auch der Kampf von Gut gegen Böse und letztendlich die Erlösung.

Programm 2012

Les contes d'Hoffmann

Opéra-fantastique in fünf Akten (1881)

Premiere: 19. März 2012, Theater an der Wien

Musik von Jacques Offenbach
Libretto von Jules Barbier nach dem Schauspiel von Jules Barbier und Michel Carré
Herausgegeben von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck

E. T. A. Hoffmann schuf Erzählungen voll skurriler, witziger, teils beängstigender Fantasie. Die heimelige Welt des deutschen Bürgers bevölkerte er mit Dämonen, Zauberern oder Wechselbälgern. Manchmal wirkt eine solche Begegnung beglückend, manchmal zerstörend. Dabei bleibt oft unsicher, ob die Geschehnisse real sind oder nur im Kopf der Figuren stattfinden. Wie kein anderer thematisierte Hoffmann die Frage nach der Wahrnehmung der Welt. In Frankreich war Hoffmanns Werk beliebter als in seiner Heimat. Michel Carré und Jules Barbier machten 1851 in dem Drama Les contes d’Hoffmann den sonderbaren Dichter zum Helden seiner eigenen Abenteuer. Jacques Offenbach fand in diesem Stück eine inspirierende Vorlage für sein letztes großes Bühnenwerk.

Hoffmann wartet mit seinem Freund Nicklausse und einigen Studenten in der Kneipe Lutter & Wegner auf seine Geliebte, die Sängerin Stella, die gerade als Donna Anna im benachbarten Theater brilliert. Um die Wartezeit zu verkürzen, erzählt er seine unglücklichen Liebesabenteuer: Olympia, Antonia und Giulietta – alle drei leidenschaftlich geliebte Frauen hat er unter sonderbaren Umständen verloren. Immer wieder schien sein Glück von einem Bösewicht hintertrieben worden zu sein, der ihn unter wechselnden Identitäten verfolgt. Und auch jetzt erkennt Hoffmann seinen Widersacher in dem Rat Lindorf unter den Zuhörern. Nun ist der Bösewicht hinter Stella her. Als Hoffmanns Erzählungen enden, führt Lindorf wirklich die von dem verwirrten Dichter verstoßene Sängerin mit sich fort. Ist jener Verfolger ein Mensch oder der Teufel? Und Hoffmanns treuer Nicklausse, ist
das ein Mann, eine Frau, die hilfreiche Muse oder auch ein Geschöpf des Teufels? Als Muse verheißt sie am Ende dem einsamen Hoffmann großen Dichterruhm, aber ist das ein ausreichender Ersatz für die Liebe?

Jacques Offenbach starb kurz vor der Uraufführung von Les contes d’Hoffmann, und das Werk kam daher nur stark gekürzt auf die Bühne, ein großer Teil der Handschrift verschwand. Vor nicht allzu langer Zeit tauchten wichtige Dokumente wieder auf, und die von Offenbach geplante Konzeption kann nun weitgehend nachvollzogen werden. Das Theater an der Wien präsentiert zum ersten Mal in Wien Les contes d’Hoffmann in der rekonstruierten Urfassung.

Wiener Symphoniker, Orchester
Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner), Chor

Ort:

Theater an der Wien

Termin:

Mo, 19.3.2012, 19:00 | Premiere |

Christus am Ölberge

Philippe Jordan, Musikalische Leitung
Johan Botha, Jesus
Gerald Finley, Petrus
Camilla Nylund, Seraph
Wiener Philharmoniker
Arnold Schoenberg, Chor (Ltg. Erwin Ortner)


Ludwig van Beethoven (1770-1827): Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 36
Christus am Ölberge, Oratorium für drei Solostimmen, Chor und Orchester

Auf dem Programm des Eröffnungskonzertes zum fünfzehnten OsterKlang-Festival steht Ludwig van Beethovens einziges Oratorium Christus am Ölberge, das er anlässlich seiner Ernennung zum Hauskomponisten des Theater an der Wien komponierte. Da aufgrund der Fastenzeit die Aufführung von Opern damals verboten war, wählte er die Gattung Oratorium für dieses Ereignis. Gemeinsam mit der zweiten Symphonie gelangte das Werk bei der von Beethoven veranstalteten Akademie am 5. April 1803 im Theater an der Wien erstmals zur Aufführung.

Das Oratorium entstand „in 14 Tagen zwischen allem möglichen Tumult und anderen unangenehmen ängstigenden Lebensereignissen“, schrieb der Komponist an seinen Verlag Breitkopf & Härtel. Für das Libretto wählte Franz Xaver Huber einen szenenartig aufgebauten Ausschnitt aus dem Passionsgeschehen, der die Verlassenheit Jesu im Garten Gethsemane und seine Gefangennahme schildert.

Termin:

Sa, 31.3.2012, 15:30 |

Johannes-Passion

Stephen Layton, Musikalische Leitung
Ian Bostridge, Evangelist & Tenor
Neal Davies, Christus
Carolyn Sampson, Sopran
Iestyn Davies, Counter-Tenor
Derek Welton, Pilatus & Bass
Orchestra of the Age of Enlightenment, Orchester
Polyphony, Chor


Johann Sebastian Bach (1685-1750): Johannes-Passion

In meines Herzens Grunde
Dein Nam´ und Kreuz allein
Funkelt all´ Zeit und Stunde,
Drauf kann ich fröhlich sein.

Die konzise, schnörkellose Johannes-Passion ist die frühere der beiden von Johann Sebastian Bach erhaltenen Passionen. Sie wurde am 7. April, dem Karfreitag des Jahres 1724, in der Nicolaikirche in Leipzig uraufgeführt. Bach schildert die Ereignisse um Jesu Leiden von seiner Gefangennahme bis zur Grablegung in ergreifend schlichter Klarheit und direkter Dramatik.

Die musikalische Tiefe erreicht Bach durch ein besonders vielfältig besetztes Orchester, Oboen und Streichinstrumente, die in reicher Variationsbreite eingesetzt werden. Das Ineinander von eindringlicher Darstellung der Passionshandlung durch die SolistInnen und kontemplativen Chorpartien erwirkt intensive Versenkung in den emotionalen Nachvollzug vom Opfertod Christi.

Ort:

Theater an der Wien

Termin:

Di, 3.4.2012, 19:00 |

La cena del Signore

Franco Fagioli, Countertenor
Bach Consort, Orchester


Johann Joseph Fux: Il Fonte della Salute, La Cena del Signore
Francesco Bartolomeo Conti: Dio sul Sinai, L´Osservanza della divina legge
Antonio Caldara: Morte e Sepultura di Christo, La Passione di Giesú Christo

Am Mittwoch der Karwoche bringt der argentinische Countertenor Franco Fagioli Arien aus selten gespielten Werken von Johann Joseph Fux, Francesco Bartolomeo Conti und Antonio Caldara mit dem Bach Consort Wien unter der Leitung von Rubén Dubrovsky zur Aufführung. Der italienische Soprankastrat Domenico Genovesi, der von 1717 bis 1752 Mitglied der kaiserlichen Hofkapelle war, sang diese Arien am Wiener Hof unter Karl VI. in der Osterzeit.

„Domenico Genovesi hatte eine der schönsten Sopranstimmen, die ich jemals gehört habe. Sie war voll, durchdringend und rein intonierend”, schrieb Johann Joachim Quantz. Franco Fagioli, der 2011 mit dem vielbeachteten Premio Abbiati als „bester Sänger des Jahres“ ausgezeichnet wurde, steht in technischer Perfektion seinem historischen Vorgänger bestimmt in Nichts nach und lässt diese barocken Arienjuwelen von Neuem erstrahlen.

Ort:

Minoritenkirche

Termin:

Mi, 4.4.2012, 19:30 |

Des rêves et des pleurs

Jordi Savall, Viola da gamba á 7 cordes

Des rêves et des pleurs


Die Viola da gamba in der Zeit von Marin Marais und Monsieur de Sainte-Colombe in fünf Kapiteln

mit Werken von Karl Friedrich Abel, Johann Sebastian Bach, Monsieur De Machy, Marin Marais, Monsieur de Sainte-Colombe, Monsieur de Sainte-Colombe le fils und Jon Schenck

Vom 15. bis ins 18. Jahrhundert war die Viola da gamba, einst in Spanien entwickelt, ein in der Kammermusik wie auch im großen Orchester zentrales Instrument, für das viele Kompositionen entstanden. Jordi Savall, 1941 in Katalonien geboren, ist der Wiederentdecker und gleichzeitig der wichtigste Virtuose der Viola da gamba im 20. und 21. Jahrhundert. In seinem Programm für den OsterKlang 2012 präsentiert er Kompositionen für dieses Instrument, die auf dem Höhepunkt der Gambenkunst in der zweiten Hälfte des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts entstanden sind.

Der Musiktheoretiker Jean Rousseau schrieb 1687: „Die Gambe ist ein Instrument, wo die Melodie über die Harmonie zu dominieren hat, da ihr Geist in der Zartheit ihres Gesangs ruht…“ Die Synthese zwischen der Melodie und einer unterstützenden Harmoniebegleitung wird endgültig von den Meistern dieser Zeit erreicht: Der Reiz der Gambe erfährt die reinste Ausprägung in den Werken von Marin Marais, Monsieur de Sainte-Colombe und Johann Sebastian Bach.

Ort:

Minoritenkirche

Termin:

Do, 5.4.2012, 19:30 |

Matthäus-Passion

Martin Haselböck , Musikalische Leitung
Wiener Akademie, Orchester
Tilman Lichdi, Evangelist | Tenor
Suzie Leblanc und Agnes Scheibelreiter, Sopran
Carlos Mena und Ida Aldrian, Alt
James Oxley und Jan Petryka, Tenor
Marcus Niedermeyr, Jesus | Bass
José Antonio López, Bass


Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion

O Haupt voll Blut und Wunden,
Voll Schmerzen und voller Hohn!
O Haupt zu Spott gebunden
Mit einer Dornenkron´!

Ein fast musiktheatrales Werk schuf Bach mit seiner Matthäus-Passion 1728/29. Mit opernhafter Wucht vollzieht sich der Leidensweg Christi in dieser Komposition, die er völlig gegensätzlichzu seiner Johannes-Passion mit geradezu barockem Formenreichtum sinnebezwingend gestaltet. Er zeigt eine schier unglaubliche Einfallskraft in der Virtuosität der Instrumentalbegleitung, findet zu einer völlig neuen harmonischen Kühnheit.

Martin Haselböck präsentiert das Werk allerdings ohne Chor, dafür mit neun SolistInnen, die die Chorpartien ausfüllen. Seinen Erkenntnissen nach bedeutete die Partiebezeichnung „Chor“ zu Bachs Zeiten nicht einen „Chor“ im Sinne von vielen SängerInnen, sondern nur „Chor“ als dramatische Funktionsbezeichnung, so dass im Extremfall auch nur ein einzelner Sänger der „Chor“ sein konnte. Diese Aufführung ist der spannende Versuch, sich dem aus jenen Forschungserkenntnissen angenommenen Originalklangbild der Bachzeit – das allerdings von unseren Hörgewohnheiten teils sehr weit entfernt ist – anzunähern

Ort:

Minoritenkirche

Termin:

Fr, 6.4.2012, 18:00 |

Lux aeterna

Johannes Hiemetsberger, Musikalische Leitung
Ensemble Tonus, Orchester
Chorus Sine Nomine, Chor


Ola Gjeilo: Ubi caritas et amor für Chor a capella
Anton Bruckner: Messe Nr. 2 in e-Moll für achtstimmigen Chor und Bläser,
Motetten für Chor a acapella, Aequale für drei Posaunen
Györgi Ligeti: Lux aeterna für 16stimmigen Chor a capella
Morton Lauridsen: Ubi caritas et amor für Chor a acapella

Lux aeterna luceat eis – das ewige Licht möge ihnen, den Verstorbenen, leuchten. Mit dieser Formel wird im Verlauf der lateinischen Totenmesse, dem Requiem, die Kommunion begleitet, womit an Jesu Opfertod erinnert wird, der den Verstorbenen jenen Weg zur Erlösung und zum ewigen Licht öffnet. Das Konzert am Karsamstag gedenkt nicht mehr dem Sterben Jesu, der Passion, sondern dem Zustand des Todes, in dessen erschreckende Dunkelheit Jesus Hoffnung und Licht aufgrund seiner Güte und Liebe („Caritas et amor“) gebracht hat.

Ort:

Minoritenkirche

Termin:

Sa, 7.4.2012, 19:30 |

OsterKlang ´12: Frühling in Wien

Georges Prêtre, Musikalische Leitung
Wiener Symphoniker, Orchester
Anton Sorokow, Violine


Franz von Suppé: Ouvertüre zur Operette Leichte Kavallerie
Alexander Borodin: Polowetzer Tänze
Nr. 1 Presto, Nr. 2 Introduzione: Andantino, Nr. 4 Allegro, Nr. 7 Presto, Nr. 8 Allegro con spirito
George Gershwin: An American in Paris Symphonische Dichtung
Ambroise Thomas: Ouvertüre zur Oper Mignon
Manuel de Falla: Ritueller Feuertanz aus der Suite El amor brujo
Pablo de Sarasate: Zigeunerweisen, für Violine und Orchester op. 20
Georges Bizet: L´Arlésienne, Suite Nr. 1, I Prélude, Suite Nr. 2, IV Farandole

Der legendäre Georges Prêtre begrüßt mit „seinem“ Orchester den Frühling musizierend in Wien – französisches Sentiment trifft auf Wiener Charme zur schönsten Zeit des Jahres. ORFKultur-Moderatorin Barbara Rett führt durch ein internationales Programm, welches unter anderem die Ouvertüre zu einer k.&k. Militärparodie, Tänze der Kyptschaken, einen andalusischen Liebeszauber, einen provençalischen Volkstanz oder gar den Einsatz von Pariser Taxihupen erwarten lässt. Für nun neugierig Gewordene bleibt – frei nach Karl Farkas – nur mehr die Aufforderung: „Das müssen Sie gehört haben!“

Ort:

Musikverein Großer Saal

Termin:

So, 8.4.2012, 19:30 |

Theater an der Wien

Linke Wienzeile 6
A-1060 Wien

Telefon: (+43/1) 58885 Kartentelefon / (+43/1) 58830-660
Fax: (+43/1) 58830-650
E-Mail: oper@theater-wien.at

Kassenöffnungszeiten Theater an der Wien:
Montag – Sonntag, 10 – 19 Uhr