ÖSTEREICHISCHES THEATERMUSEUM
Das Österreichische Theatermuseum präsentiert Ausstellungen zu den großen Themen der Theatergeschichte – vom Sprechtheater bis zum Tanz, vom Puppenspiel bis zum Film und von der Pantomime bis zur Oper.
Es versammelt mehr als 100.000 Handzeichnungen, knapp 1.000 Bühnenbild- und Architekturmodelle, über 700.000 Fotos, rund 2.000 Andenken an berühmte Schauspieler, Autoren und Komponisten, Autographen u.a. von Beethoven, Goethe und Mahler, Klimts Gemälde „Nuda Veritas“ sowie Kostüme, u.a. nach Entwürfen von Kokoschka und Wotruba. Mit fast 2 Millionen Objekten in seinen Sammlungen ist es wohl das größte Museum seiner Art und bietet ein unschätzbares Archiv für Wissenschafter und alle am Theater Interessierten. Die Bibliothek umfasst etwa 80.000 Bücher und Zeitschriften.
Ein eigener Raum ist dem Jugendstilkünstler Richard Teschner (1879–1948) und seinem revolutionären Figurentheater, dem sogenannten Figurenspiegel, gewidmet.
Zu den Besonderheiten des Theatermuseums gehört nicht zuletzt sein Standort nächst der Hofburg, das prächtige, barocke Palais Lobkowitz mit seinem berühmten Eroica-Saal, in dem Beethoven einst zahlreiche Konzerte gab.
Ausstellungen
GUSTAV MAHLER UND WIEN:
„leider bleibe ich ein eingefleischter Wiener“
Do, 11.3.2010 - So, 3.10.2010
Gustav Mahler (1860–1911) gilt als Genie des Fin de Siècle und zu gleichen Teilen als Vollender der romantischen Symphonie und als Wegbereiter der Neuen Musik. Die 150. Wiederkehr seines Geburtstags nimmt das Österreichische Theatermuseum zum Anlass, dem Komponisten und Hofoperndirektor in seinen vielfältigen Beziehungen zu Wien nachzuspüren.
Von der Ausbildung des hochbegabten 15-Jährigen über die bahnbrechende Opernreform gemeinsam mit dem Bühnenbildner Alfred Roller und die internationalen Erfolge als Dirigent bis zur Heimkehr des Todkranken erzählt die Ausstellung von Leben und Werk einer paradigmatischen Künstlerpersönlichkeit, die – geprägt vom fruchtbaren Spannungsfeld der „Wiener Moderne“ – die Welt der Musik weit über den Tod hinaus beeinflusst hat.
Die Ausstellung wurde von Reinhold Kubik und Thomas Trabitsch kuratiert und von Blaich + Delugan gestaltet. Sie entstand in Kooperation mit der Internationalen Gustav Mahler Gesellschaft, dem Arnold Schönberg Center, der Gesellschaft der Musikfreunde, der Österreichischen Nationalbibliothek, den Wiener Philharmonikern u. a. Wichtige Leihgaben verdankt sie weiters der Morgan Library and Museum New York, dem Magyar Nemzetí Múzeum in Budapest, der Médiatèque Musicale Mahler in Paris und dem Richard-Wagner-Museum in Bayreuth.
Abb.: Gustav Mahler, Direktor der Hofoper 1897–1907
Photo Moritz Nähr, © Österreichisches Theatermuseum
Ort:
Österreichisches Theatermuseum | Lobkowitzplatz 2 | 1010 Wien
Spielräume
Bühnenformen im Modell
Do, 11.11.2010 - Fr, 31.12.2010
Acht Beispiele aus der Sammlung des Österreichischen Theatermuseums
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich die unterschiedlichsten Formen von Bühnen- und Zuschauerräumen. Je nach Epoche und Weltbild sind Stellenwert und optische Gestaltung der Theaterräume mannigfaltig: Im Mittelalter bilden sakrale oder profane Orte die Spielbühne, auf der Zuschauer und Darsteller gemeinsam agieren. Das Kirchenschiff oder der Marktplatz kennzeichnen die Spielorte, zu denen Publikum und Darsteller gemeinsam ziehen, um der meist liturgischen Handlung zu folgen (Simultanbühne).
Erst in der Renaissance und in der Barockzeit ließen Herrscher, adelige Familien oder reiche Kaufleute und Stadtherren als Machtdemonstration und zu Repräsentationszwecken eigene Gebäude für den Theaterspielbetrieb erbauen. Der Zuschauerraum wird nun durch das Proszenium vom Bühnenraum getrennt. Es entstand die Guckkastenbühne, wie sie auch heute noch in den großen Opern- und Sprechtheatern präsent und prominent ist. Bis in das 20. Jahrhundert blieb diese Bühnenform der Rahmen für illusionistisches Dekor zur Illustration der Handlung.
Für einen raschen Szenenwechsel werden bemalte Leinwände (Kulissen) auf fahrbare Rahmen gespannt und hintereinander gestaffelt in den „Guckkasten“ gesetzt und hin- und herbewegt (Kulissenbühne); der Bühnenboden als Scheibe auf drehbare Konstrukte gestellt, intensiviert und fördert einen ungebrochenen Handlungsablauf (Drehbühne).
Programmatische Schriften, Theaterarbeiten engagierter Architekten und Theateravantgardisten sowie nicht zuletzt technische Errungenschaften, wie die Einführung des elektrischen Lichts in den Theatern, ließen Experimente im Umgang mit dem Bühnenraum zu. Das Modell der Raumbühne von Friedrich Kiesler oder die Idee von Hans Fritz, aus Würfeln und anderen geometrischen Formen ein Bühnenbild zu abstrahieren, stehen stellvertretend für Versuche einer Neuorientierung im Bühnen- und Theaterbau.
Exemplarisch können die ausgewählten Modelle nicht nur einige formale Kriterien der Spielräume, sondern auch die unterschiedlichen Positionen des Publikums zur Bühne zeigen. Wie sich der Darstellungsstil im Zusammenhang mit der Bühnenform verändert – vom Simultanspiel über das Rampenspiel zum Raumspiel – kann so anschaulich erläutert und nachvollzogen werden.
Abb.: Modell der Raumbühne von Friedrich Kiesler 1924
Rekonstruktion Thomas Weingraber, 1987
Modellbau: Karl Schwarz, Lindenholz
Ort:
Österreichisches Theatermuseum | Lobkowitzplatz 2 | 1010 Wien
Sammlungen
Die ständige Schausammlung des Österreichischen Theatermuseums wurde 2009 geschlossen.
Die Ausstellungsräume werden von Grund auf saniert, um den aktuellen Erfordernissen des Museumsbetriebs zu entsprechen.
Das Österreichische Theatermuseum befindet sich bereits in den Vorbereitungen für eine große Ausstellung anlässlich der 150. Wiederkehr des Geburtstages von Gustav Mahler, welche im März 2010 im dann renovierten 1. Stock eröffnet werden wird.
Der Bibliotheksbesuch und alle Aktivitäten für Kinder und Jugendliche werden weiterhin angeboten.
Gemälde
Rund sechshundert Porträts, Rollen- und Szenenbilder in verschiedenen Techniken sind Zeugnisse der Faszination, die das Theater auf bildende Künstler wie Alfred Hrdlicka oder Anton Kolig ausübte.
Sammlung von Fotografien
Die Fotosammlung des Österreichischen Theatermuseums ist mit ihren weit über 700.000 Exponaten die wichtigste und umfangreichste Fotothek zur österreichischen Theatergeschichte.
Kostüme
Die Sammlung der Theaterkostüme, Requisiten und des Theaterschmucks enthält Objekte von einzigartiger Qualität.
Handzeichnungen
Die Sammlung der Handzeichnungen ist eine der bedeutendsten Spezialsammlungen der Welt zum Thema Theater und umfasst mehr als 100.000 Blatt.
Bühnenbildmodelle
Der Bestand an Bühnenbild- und Architekturmodellen aus dem 18. bis 20. Jahrhundert zählt fast 1.000 Stück.
Handschriften und Nachlässe
In der Autographen-Sammlung befinden sich Originale von Ludwig van Beethoven, Johann Wolfgang von Goethe, Fanny Elßler, Richard Wagner, Richard Strauss, Gustav Mahler usw.
Veranstaltungsprogramm
Alles Theater!
Theater ist eine unvergleichlich lebendige, aber auch flüchtige Kunst. Aufbewahren lässt sich vom Sprechtheater bis zum Tanz, von der Pantomime bis zum Film und vom Puppenspiel bis zur Oper nur das, was vom Theater übrig bleibt, wenn der Vorhang fällt. Diesen Schätzen neues Leben einzuhauchen, ist die Aufgabe der Abteilung Museum und Publikum.
Führungen, Workshops, Lesungen, Konzerte, Theater, Kabarett, Puppenspiel und Filmvorführungen bemühen sich um dieses Ziel. Alle Veranstaltungen, die fixe Termine haben, z.B. die Rahmenprogramme zu unseren Sonderausstellungen, die Nachmittage für die Theaterkids, Theaterworkshops für jugendliche, Pantomime für Schulklassen und Fortbildung für Lehrerinnen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.
Spiel, Spaß und Wissenswertes rund ums Theater für Kinder und Jugendliche in Schule und Freizeit; Angebote, die je nach Vereinbarung zu von Ihnen gewünschten Terminen wahrgenommen werden können, finden Sie auf dieser Seite.
Österreichisches Theatermuseum
Lobkowitzplatz 2
A-1010 Wien
Telefon: +43 1 525 24- 3460
E-Mail:
info@theatermuseum.at
Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 10 - 18 Uhr
Einlass ist jeweils bis eine halbe Stunde vor Schließzeit!
Öffnungszeiten der Bibliothek
Dienstag bis Freitag 10 - 13 Uhr und 14 - 16:45 Uhr
Samstag 10 - 13 Uhr