Gessnerallee Zürich

Die Gessnerallee Zürich ist einer der wichtigsten Produktions- und Präsentationsorte für Performative Künste in der Schweiz und international.

Das Haus tritt als Koproduzent ausgewählter Projekte auf, ansonsten ist es Veranstalter von Produktionen aus dem In- und Ausland, von thematischen Schwerpunkten zwischen Wissenschaft und Kunst und von internationalen Festivals. Das Programm steht für Experimentierlust, innovative Spielformen, unangestrengten Crossover und für einen hohen Qualitätsanspruch und macht die Gessnerallee zu einem zentralen Begegnungsort für ein breites kulturinteressiertes Publikum jeden Geschlechts, Alters, Status, Nationalität und Religion. Das Haus steht allen Sparten der Darstellenden Kunst offen, insbesondere für Gruppen aus Zürich, aber auch der ganzen Schweiz und dem Rest der Welt.

Durch den niedrigen Einheitspreis von 16 Franken ist die Gessnerallee ein Ort an dem Theater, Tanz, Bildende Kunst, Musik und mehr für ein grosses Publikum erschwinglich ist.

Work

Phil Hayes

Sechs Personen in einem gewöhnlichen Grossraumbüro. «Work» ist symbolische Forschung zur zeitgenössischen Arbeitskultur. Wenn die allermeiste Arbeit darin besteht, die Arbeit anderer Menschen zu organisieren, wo und von wem wird dann die eigentliche Arbeit gemacht? Wie fallen Entscheidungen, wenn niemand eigentlich verantwortlich ist?

Phil Hayes und seine grossartigen Perfomer_innen laden uns ein Zeug_innen ihres durchchoreografierten Treibens zu sein. Welche ungeschriebenen Regeln gelten, wenn zwischen haufenweise Telefonen anscheinend wichtige Unterlagen von einem auf den anderen Stapel wandern? Wilhelm Busch sagt: Der eine trägt Holz, der andere wärmt sich daran.

Ort:

Halle

Termine:

Do, 23.11.2017, 20:00 |
Sa, 25.11.2017, 20:00 |
So, 26.11.2017, 18:00 |
Di, 28.11.2017, 20:00 |
Mi, 29.11.2017, 20:00 |

Das Kongo Tribunal / Filmvorführung und Symposium

Ein Film von Milo Rau

Seit über 20 Jahren verwandelt der Kongokrieg ein Gebiet von der Grösse Westeuropas in die Hölle auf Erden. Längst geht es nicht mehr um ethnische Gegensätze, sondern um die Kontrolle über die zahlreichen Vorkommen wichtigster High-Tech-Rohstoffe. Die Toten gehen in die Millionen, die Täter bleiben straffrei. Mitten im ostkongolesischen Bürgerkriegsgebiet realisierte Milo Rau sein bisher ambitioniertestes Theaterprojekt, versammelte Opfer, Täter_innen, Zeug_innen und Analytiker_innen des Konflikts zu einem einzigartigen zivilen Volkstribunal.

Nach Aufsehen erregenden Filmvorführungen und anschliessenden Symposien im Ostkongo im Juli 2017 und der gefeierten Premiere beim 70. Filmfestival in Locarno wird der Dokumentarfilm «Das Kongo Tribunal» pünktlich zum Kinostart (23. November) in einer Sondervorstellung an der Gessnerallee Zürich gezeigt, begleitet von einer Virtual Reality-Installation einem Symposium mit prominenten Gästen. Eingeladen sind: Sylvestre Bisimwa (Untersuchungsleiter), Jean-Louis Gilissen (Chefankläger), Linda Polman (Autorin «Die Mitleidsindustrie», NGO-Kritikerin), Milo Rau (Drehbuch und Regie) und Marc-Antoine Vumilia (Jury-Mitglied).

Ort:

Halle

Termin:

Do, 30.11.2017, 20:00 |

Oh Magic

Simon Mayer / Kopf hoch

In kraftvoll kontrollierter Extase beginnen die Roboter und Performer_innen in Simon Mayers neuem Stück «Oh Magic» ihre Reise in die Welt von theatraler und technischer Magie. Auf der Suche nach einem sinfonischen Zusammenklang von Performance, Tanz, Musik, Sound, Robotik, Licht und visueller Kunst werden wir Zeug_innen eines Livekonzerts bei dem die Genregrenzen zunehmend verschwimmen. Futuristischen Fantasien verschmelzen mit der Magie des Theatralen und thematisieren dabei auch unsere zweischneidige Beziehung zu Robotik und Technologie.

Simon Mayer ist Performer, Tänzer, Choreograf und Musiker. Als Tänzer arbeitete er mit den bekannten Choreografen unserer Zeit, Anne Teresa de Keersmaker, Wim Vandekeybus und Zita Swoon. Seit 2014 begeistert er mit eigenen Stücken, zunächst lotete er mit seinem Solo «SunBengSitting», dann mit «Sons of Sissy» tänzerisch/musikalisch Heimatgefühle und Provinz aus, mit «Oh Magic» wagt er sich mit seinem ihm eigenen Humor nun in die rituelle Welt der technischen Mythen vor.

«…ein Genre sprengender, technisch manipulierender Befreiungsschlag… Ein betörendes, einander begegnendes Spiel mit Robotik, Licht, Schatten, Sound, Nähe, Distanz, Körperlichkeit und dieser einzigartigen, ritenbehafteten Magie, die man nur auf der Bühne erlebt.»
Kleine Zeitung

Ort:

Halle

Termine:

Sa, 2.12.2017, 20:00 |
So, 3.12.2017, 18:00 |

Maria Marshal («international»): / Die Kunstfigur als interferierendes Identitätskonstrukt zwischen Kunst, Wissenschaft und Dschungelcamp - und warum das SRF meine Idee kopiert hat (in schlecht)

Ein Vortrag über Kunstfiguren von Kunstfigur Maria Marshal

Das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Kunstfigur: Lady Gaga, Maria Marshal oder Conchita prägen ganze Generationen. Politik und Poetik – ein Unterschied von nur drei Buchstaben – Kunstfiguren verbinden beides. «Die verwandelnde Kraft», die nach Antonin Artaud und Georg Fuchs das Theater haben sollte, für Kunstfiguren ist sie eine Selbstverständlichkeit.
Mithilfe künstlerischer und ethnographischer Methoden forscht Maria Marshal nicht nur über dieses Phänomen, sie selbst ist das Phänomen. In ihrem Vortrag stellt sie ihr neustes künstlerisch-ethnografisches Modell der Welt vor. Im Sinne von Robert Merton lädt sie die Zuschauerinnen (die sie auch liebevoll ihre «Zwerge und Zwerginnen» nennt) ein, sich metaphorisch auf ihre Schulter zu stellen, und die einmalige Möglichkeit zu nutzen, die Welt aus ihrer Perspektive zu betrachten.

Maria Marshal ist die einzige anerkannte Expertin für Kunstfiguren im deutschsprachigen Raum. UND: Die weltweit erste Kunstfigur, die über Kunstfiguren promoviert! Als Kunstmäzenin setzt sie sich darüber hinaus für die Förderung von Kunst, Kultur und Literatur ein, beispielsweise als erstes Gesicht des internationalen «Keine Disziplin» Festivals 2017 der Gessnerallee Zürich.

Ort:

Uni Zürich-Zentrum, Rämistrasse 71, CH-8006 Zürich, KOL-F-104

Termin:

Di, 5.12.2017, 19:30 |

Egoisten

Schauplatz International

Künstler sind Egoisten, denkt man, sind es sogar gerne oder sehen sich am liebsten selber so. Nur wer eigensinnig ist, kann ein Genie sein.
Getrieben von der Angst, ihr Paradies, das Zentrum ihrer Kunst zu verlieren, hält die Kunstfigur der Künstlerin Runeberg, die skandinavischen Schären malerisch gegen das Vergessen fest. Die Geschichte eines künstlerisch-intimen Egotrips, spinnt Schauplatz International mit Textbruckstücken, Gedichten ohne Mass, Songs ohne Musik. Schritt für Schritt.

Nach «Idealisten» (2014) und «Fundamentalisten» (2015) ist «Egoisten» der letzte Teil einer Trilogie, die sich mit Haltungen auseinandersetzt, welche Künstlern gerne zugeschrieben werden, in die sie sich aber auch gerne selbst flüchten – auch wenn sie ihnen Angst machen.

Ort:

Halle

Termine:

Mi, 6.12.2017, 20:00 |
Do, 7.12.2017, 20:00 |

NÓS, tupi or not tupi?

Fabrice Ramalingom

Brasilien, brasilianischer Tanz, das ist Samba, Karneval und Capoeira. Der französische Choreograf Fabrice Ramalingom interessiert sich für dieses Klischee nicht . Seine drei Tänzer sind junge Virtuosen des Hip Hop. Was ist brasilianisch? Was heißt es brasilianischer Tänzer zu sein? Was heißt es heute Hip Hop-Tänzer in Brasilien zu sein?

Gemeinsam mit ihnen kreiert er ein Stück, weder zeitgenössische Choreografie noch HipHop Hommage, ist es eine Einladung sich selbst zu vergessen. Eine Herausforderung den Tanz zu nutzen, um aus der eigenen Intimität auszubrechen, sich im eigenen Können vollends zu offenbaren. «NÓS, tupi or not tupi?» legt ein einzigartiges, tiefgreifendes und ernsthaftes Zeugnis ab über drei junge Männer, talentierte Tänzer, die Beziehung zu ihren Körpern, zueinander, zur Welt, zur Politik und zur Intimität.

Ort:

Halle

Termine:

Sa, 9.12.2017, 20:00 |
So, 10.12.2017, 18:00 |

Comme des Garçons: / Solo for Julie Laporte

Lucie Tuma

Es gibt Lieder, die gehen einem nicht aus dem Kopf und Kleidungsstücke die einen ein Leben lang begleiten. Julie Laportes Solo «Comme des Garçons» ist wie so ein Lieblingsteil. Es sitzt mal so oder anders an ihrem Körper, durch das jahrelange Tragen vertraut, ein Stück von ihr, bleibt es doch immer etwas fremd. Sie tanzt es für die nächsten 30 Jahre, für immer oder solange, wie sie am Leben bleibt. Jährlich gibt es mindestens eine Show. Der Soundtrack ist immer derselbe. Nur ein Track wird jeweils gegen etwas gerade erst erschienenes ausgewechselt.

Die Züricher Tänzerin und Choreografin Lucie Tuma, zuletzt mit ihrer Produktion «On the Rocks» in der Gessnerallee zu sehen, lädt zu einem Showing als Abschluss eines zweiwöchigen, intensiven Probenprozesses in die Südbühne der Gessnerallee ein.

Ort:

Südbühne

Termin:

So, 10.12.2017, 20:00 |

Einsneunachtvier

HotAirProduction

Hoch über der Bühne schwebt das alles sehende Auge von Big Brother. Bedrohlich ruft es die bekannte Vorlage von George Orwell wach, die uns dieser Tage fast wie eine Blaupause der Gegenwart erscheint. «Fake News» sind in aller Munde, dazu Forderungen nach immer mehr Sicherheit. Dann werden wir stutzig: Sieht nicht der Schauspieler, der da auf der Bühne auftritt, diesem grossen Bruder zum Verwechseln ähnlich?

Klar, warum auch nicht?! Mit theatraler Spielfreude reflektiert HotAirProduction den heutigen sich freiwillig selbstüberwachenden Menschen. Bei «Einsneunachtvier» sucht er einen Ausweg aus dem System, im Wissen, dass es keinen gibt. Sein Monolog wird zum Selbstgespräch. Er bittet zum fulminanten Solo, in dem die nach wie vor bedrohliche Vorstellung vom gläsernen Menschen ebenso Platz findet, wie der virtuose, heldenhafte Hacker.

Ort:

Halle

Termine:

Do, 14.12.2017, 20:00 |
Fr, 15.12.2017, 20:00 |

Together

Nils Amadeus Lange

Die Welt streitet. Die Menschen driften auseinander. Immer weniger Gesellschaft steht immer mehr Alleinsein gegenüber. Im sicheren Hafen der selbstgewählten Isolation wächst die Furcht vor Diversität und Vermischung. Dazwischen immer wieder oft peinliche Rufe nach Gemeinschaft: «Come together!». Doch, lässt sich so die zunehmende Entfremdung der Gesellschaft aufhalten?
«Together» überwindet die Peinlichkeit. Zeigt, wie wir die Welt heilen können auf dem schmalen Grat zwischen Zärtlichkeit und Absturz. Die homogenen Bewegungen der Körper, die nur im Netz funktionieren und die längst zum Sinnbild unserer gegenseitigen Abhängigkeit geworden sind, weichen der physischen Sichtbarkeit des Zusammenhalts und den gemeinsam kreierten Geschichten einer Gruppe von Menschen. Leben wir «togetherness». Lassen wir uns von Beethovens neunter Symphonie, der «Hymne der Brüderlichkeit» tragen. Wir sind die Forderung, die Gemeinschaft durch Vertrauen zu leben.

Ort:

Gessnerallee

Termine:

Sa, 13.1.2018, 20:00 |
So, 14.1.2018, 18:00 |
Mo, 15.1.2018, 20:00 |
Di, 16.1.2018, 20:00 |
Mi, 17.1.2018, 20:00 |

Gessnerallee Zürich

Gessnerallee 8
CH 8001 Zürich

Telefon: +41 44 225 81 11
E-Mail: tickets@gessnerallee.ch

Ticketinfo
16 Franken für alle!
Solidarisch zahlt jeder Zuschauer und jede Zuschauerin denselben Preis. Auf Freikarten und Kategorisierungen wird verzichtet. 16 Franken pro Ticket, 160 Franken für ein Jahresabo und wenn Ihnen 16 Franken zu wenig erscheinen, sind Gönnertickets zu 32 und Gönnerjahresabos zu 320 Franken erhältlich, mit denen Sie das Haus zusätzlich unterstützen können. Jahresabos und Gönnerabos können Sie an der Abendkasse beziehen.

Ticketreservationen
Tel. +41 44 225 81 11
tickets@gessnerallee.ch
Abendkasse
2 Stunden vor Beginn der Vorstellung
(in Ausnahmefällen können andere Öffnungszeiten gelten)
Südbühne: 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn