Museum Strauhof

Der Strauhof steht mitten in der Zürcher Altstadt, jedoch unweit der Einkaufsmeile an der Bahnhofstrasse. Seine Räume haben den Charakter eines Wohnhauses bewahrt, das Raumprogramm ist durch den Grundriss des historischen Gebäudes gegeben.

In den sechziger und siebziger Jahren als städtische Kunstgalerie geführt, wurde der Strauhof seit den achtziger Jahren als Ort für kulturgeschichtliche Ausstellungen genutzt. Im Verlaufe der Jahre hat sich das Haus mehr und mehr auf literarische Ausstellungen konzentriert.
Heute ist diese thematische Beschränkung Programm: der Strauhof soll eines der wenigen Häuser im deutschsprachigen Raum sein, welches regelmässig literarische Ausstellungen präsentiert. Im Vordergrund stehen Eigenproduktionen. Der Strauhof will als eine „Schule des Lesens“ literarische Themen im Medium der Ausstellung vermitteln. Das bedeutet, dass die Themen sowohl sorgfältig recherchiert wie auch mediengerecht dargestellt werden. Zusätzlich bemüht sich der Strauhof, seine Ausstellungen – wenn immer möglich in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen – durch Rahmenprogramme wie Lesungen, Konzerten, Filmreihen usw. zu begleiten.

Geschichte
Das Haus zum Strauhof ist seit Mitte des 16. Jahrhunderts geschichtlich bezeugt. Seine jetzige bauliche Form geht auf das Jahr 1772 zurück. Trotz verschiedenen späteren Eingriffen sind sein Äusseres und Inneres im wesentlichen intakt geblieben.
In zwei Stockwerken auf drei Ebenen beherbergt das barocke Bürgerhaus Räume unterschiedlichen Charakters. Bemerkenswert sind vor allem die Säle im Erdgeschoss mit teilweise reichen Deckenstuck-Arbeiten.
Seit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts wird der „ Strauhof“ vom Präsidialdepartement der Stadt Zürich, welches sich im Rahmen der kommunalen Verwaltung mit den kulturellen Belangen befasst, für Veranstaltungen genutzt.
Zunächst widmete sich die „Städtische Kunstkammer zum Strauhof“ genannte Galerie dem Schaffen lokaler bildender Künstlerinnen und Künstler. Nach umfassender Renovation und der Installation moderner Klima- und Sicherheitsanlagen wurde Anfang 1989 das neue Museum eröffnet.

Museum Strauhof Literaturausstellungen

Die Geheimnisse des Charles Dickens (1812-1870)

Mi, 14.12.2011 - So, 4.3.2012

Wer vor nichts staunt, der soll Dickens lesen, dann wird er schon staunen lernen.
Robert Walser

Als der zwölfjährige Charles Dickens 1824 in einer von Ratten wimmelnden Londoner Fabrik Büchsen voller schwarzer Schuhwichse etikettiert, ahnt kein Mensch, welch glanzvolle Zukunft dem Knaben leuchtet.

Wie später sein Held Oliver Twist, so lässt sich auch der kleine Charles nicht mit jenem dünnen Haferschleim abspeisen, den ihm das knauserige Schicksal zugeteilt hat, sondern verlangt vom Leben mehr – unendlich viel mehr!

Nur ein Dutzend Jahre nach der schmachvollen Plackerei in der Fabrik avanciert Dickens zum meistgelesenen Autor seiner Epoche: eine Schriftstellerlaufbahn, wie sie unwahrscheinlicher nicht sein könnte. Und er beglückt die Welt dabei mit mehr als nur dem Oliver Twist – mit unendlich viel mehr! Fünfzehn meist sehr umfangreiche Romane, fünf grosse Weihnachtserzählungen, zwei Reisebücher sowie Abertausende Seiten an Briefen und journalistischen Texten zeugen von einer geradezu manischen Energie, die Dickens’ Zeitgenossen mal fesselt, mal vor den Kopf stösst … und bis heute Rätsel aufgibt.

Doch nicht nur mit seinen Kräften geht der Autor wenig haushälterisch um, sondern auch mit seiner überschiessenden Phantasie – eine Verschwendungssucht, die ihn früh altern, aber auch ein Werk schaffen lässt, das an Fabulierlust und Bilderreichtum kaum seinesgleichen hat. Und weil fast alle Bücher mit Originalillustrationen von Meistern ihres Faches wie George Cruikshank und Hablôt Knight Browne erscheinen, graben sich Figuren wie Fagin, Pecksniff, Micawber und Mrs. Gamp noch tiefer ins kollektive Bewusstsein ein.

Dass das Adjektiv Dickensian Eingang in die Alltagssprache gefunden hat, ist nur einer von vielen Belegen für die in der angelsächsischen Welt bis heute ungebrochene Popularität dieses Autors. Gleichzeitig manifestiert sich in einer solchen Wortmarke aber auch ein Problem: Das Klischee des schaurig-gemütlichen Dickens von "Oliver Twist" oder "A Christmas Carol" verstellt oft genug den Blick auf die immer galliger und präziser werdende Gesellschaftskritik in den gewaltigen Tableaus der letzten beiden Lebensjahrzehnte.

Die Ausstellung folgt Dickens’ Lebensweg und lässt in zahlreichen Film- und Tondokumenten jene unnachahmliche «Stimme» seines Stils aufleben, von der Nabokov einst sagte, man müsse sich ihr einfach überlassen. Zur Sprache kommen aber auch all jene Geheimnisse, an denen das Leben dieses Autors so reich ist wie sein Werk.

Museum Strauhof

Augustinergasse 9
CH-8001 Zürich

Telefon: +41 (0)44 412 31 39
E-Mail: ktr-literatur@zuerich.ch

Öffnungszeiten :
Dienstag - Freitag 12-18 Uhr
Samstag - Sonntag 10-18 Uhr
Montag geschlossen

Eintritt
CHF 10.-/CHF 8.- (ermässigt)
Ermässigung für Legi, AHV
Kinder bis 16 Jahre und Arbeitslose gratis