KUNSTHAUS ZÜRICH

Das Kunsthaus Zürich ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Schweiz.

1787 traf sich erstmals jener Kreis von Künstlern und Liebhabern, aus dem die Zürcher Kunstgesellschaft hervorging. 1910 wurde der Museumsbau eröffnet, seither mehrfach erweitert und von 2001 bis 2005 komplett saniert.

Heute beherbergt das Kunsthaus Zürich eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Schweiz und präsentiert attraktive Ausstellungen. Seine hochkarätige Sammlung reicht vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart:

Zu den internationalen Schwerpunkten gehören die grösste Munch-Sammlung ausserhalb Norwegens sowie die bedeutendste und umfangreichste Werksammlung Alberto Giacomettis. Weiter finden sich im Kunsthaus Bilder von Picasso, Monet, Chagall und der Expressionisten Kokoschka, Beckmann und Corinth. Neben der fast schon klassisch zu nennenden Pop Art (z.B. Warhol oder Hamilton) sind u.a. Arbeiten von Rothko, Merz, Twombly, Beuys und Baselitz vertreten.

Mittelalterliche Skulpturen und Tafelbilder (z.B. von Hans Leu d. Ä.), Gemälde des niederländischen und italienischen Barock (z.B. Domenichino und Rembrandt) sowie Höhepunkte der Schweizer Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts wie Johann Heinrich Füssli, Giovanni Segantini, Ferdinand Hodler oder Félix Vallotton. Auch Zürcher Konkrete (z.B. Max Bill, Fritz Glarner, Verena Loewensberg) und zeitgenössische Schweizer Künstler wie Pipilotti Rist und Peter Fischli / David Weiss sowie Fotografie und Installationen sind vertreten.

Regelmässig finden Veranstaltungen wie z.B. die Kunsthausnächte statt, an denen das Museum mit Workshops, Performances, Musik und Führungen einen Blick hinter die Kulissen bietet.

Zwischen 2011 und 2015 soll ein Erweiterungsbau mit einer Nutzfläche von 13000 Quadratmetern entstehen, der einer Vergrösserung des Kunsthauses um 60 Prozent entspricht. Mit dem Zuzug der Stiftung E.G. Bührle Sammlung entsteht dann der neue Schwerpunkt Französische Malerei und Impressionismus.

Bild: 1. Monet
Französischer Impressionismus
Foto © www.jpg-factory.com


AKTUELLE AUSSTELLUNGEN

Thomas Struth

Fr, 11.6.2010 - So, 12.9.2010

Spätestens seit dem Erfolg seiner «Museumsbilder» Anfang der neunziger Jahre zählt Thomas Struth (*1954) neben Andreas Gursky und Jeff Wall zu den weltweit wichtigsten und einflussreichsten Fotokünstlern. Neben Städtebildern und den Museumsbildern umfasst das fotografische Werk Struths die klassischen Gattungen Porträt (speziell die berühmt gewordenen Familienporträts) sowie Architekturaufnahmen und Landschaften.

Struths in grossen Formaten und mit langem Atem in thematischen Serien entwickelte Arbeit bewegt sich zwischen Dokument und Interpretation, zwischen sozialer Studie und psychologischer Deutung. Die nachdenkliche Behutsamkeit, die seine Methode auszeichnet, verbindet Struths Werk nicht nur mit der Geschichte der klassischen Fotografie, sondern – durch sein ständiges Befragen der eigenen Techniken der Repräsentation – ebenso mit der zeitgenössischen Kunst. Nachdem eine Retrospektive 2002 durch die wichtigsten Museen der USA reiste, ist das Kunsthaus Zürich 2010 die erste Station von Struths erster grossen europäischen Übersichtsausstellung; im Anschluss wird sie in Düsseldorf, London und in Porto gezeigt. Die Ausstellung bietet mit rund 90 Werken einen umfassenden Überblick über Thomas Struths Schaffen der letzten drei Jahrzehnte. Ausserdem wird in Zürich erstmals eine Gruppe neuer Werke vorgestellt.

Eine Ausstellung des Kunsthaus Zürich in Zusammenarbeit mit K20, Kunstsammlung Nordrhein Westfalen, Düsseldorf.

Abb.: Thomas Struth: Paradise 1, 1998
Kunsthaus Zürich, © 2010 Thomas Struth

Die Lange Nacht im Kunsthaus Zürich

Sa, 4.9.2010, 19:00 | Fest

Verführungskünste

«Verführungskünste» lautet dieses Jahr das Motto der Langen Nacht der Zürcher Museen. Und die teilnehmenden Häuser haben sich so einiges einfallen lassen, um Sie zu überraschen.
Im Kunsthaus Zürich gibt es unter dem Motto «Verführungskünste» vom Abend bis zum frühen Morgen viel zu erleben: Tanzperformance, Live-Musik, Bildverführungen, Malatelier, Lounge & Party und kulinarische Köstlichkeiten.

Tanzperformance mit Irina Lorez & Co
20 und 22 h
«still» zeigt in der Figur einer Tänzerin (Irina Lorez) und eines Tänzers (Tonatiuh Diaz) zwei Gegenpole, die sich sowohl faszinieren und verführen wie auch abstossen und konkurrieren. Es geht um Kräfte, die in uns wirken, um deren Faszination und Entgegnung, um die Kunst der Verführung und der Gegenwehr.
Tonatiuh Diaz stürmt die anfänglich ruhige Szene der in sich gekehrten Tänzerin mit seiner starken körperlichen Präsenz und reisst sie aus ihrer Versunkenheit. Es kommt zum Kampf (der Geschlechter): individuelle Stärken und Schwächen prallen aufeinander. Das stete Wechselspiel von Dominanz und Submission wird durch die Physis der Tanzenden gesteigert und überhöht. Dominiert die zierliche Lorez, wirkt Diaz wie ein grosses Kind. Wo die Tänzer es schaffen, in die Welt des andern einzubrechen, ihr Gegenüber zu verführen, entstehen Phasen des Synchronen. Dann sind sie sich scheinbar ganz nah.
Domenico Ferraris Musik fliesst durch den Raum. Wie ein dritter, unsichtbarer Tänzer unterstützt er die Choreographie, interveniert und manipuliert die Stimmung.
Konzept: Irina Lorez, Tanz & Choreografie: Irina Lorez & Tonatiuh Diaz, Electronics live: Domenico Ferrari

Bildverführungen
20/21/22 h: L’heure bleue à Paris. Vallottons Intérieurs, mit Madeleine Witzig
20.30/21.30/23 h: T rau’ keinem über Dreissig! Franz Gertsch: Franz und Luciano, mit Kerstin Bitar
22.30/23.30/24 h: Kein Blick zurück! Matthia Preti: Orpheus und Eurydike, mit Valeria Jakob Tschui

Farbenlust
19 – 24 h
Welche Farbe verführt Sie dazu, den Pinsel in die Hand zu nehmen, welcher Wunschtraum, ihn zu Papier zu bringen? Das besondere Ambiente im Museum, die verlockenden Malwände und das bunte Material in unserem Atelier haben schon viele Menschen verzaubert und zum Malen angeregt.

Lounge & Party
Live Act: Heligonka «Abstract Camping»

19 – 23 h
Das Quartett Heligonka aus Luzern und Zürich macht nicht ganz gerade Musik zu Filmen, die es nur im Kopf gibt. Hauptdarsteller sind selbst gedrehte Stücke mit Vornamen von Alfredo bis Zora: Alfredo will zum Zirkus. Ali hat Heimweh. Bill übt Lasso. Consuela mag Samba. Costas macht Urlaub. Doris strickt einfach. Dragana nimmt den Zug. Engelbert mag Möven. Esmeralda findet Elefanten süss. Fredi ist Melancholiker. Gregor lernt Gitarre. Hector ist hektisch. Heligonka pfeift gälisch. Jack lebt gefährlich. Jo-Ann hat einen Götti. Kaspar ist lustig. Leila hat die Melodie. Max braucht den Blues. Molly hat leicht zugenommen. Mustafa wäre eigentlich ein Rocker. Sancho heiratet mexikanisch. Sigurdur tickt seriell. Terence liebt die Prärie. Walter tanzt Walzer. Wesley ist mittleren Alters. Zora schläft gut.
Lieder sind die besten Freunde! Heligonka huldigt ihnen in Form akustischer Panorama-Landschaften und bedient sich aller Stilschubladen von Folk bis Experimental, auch wenn manche zu klemmen scheinen.
Von und mit: Stefan Haas (Banjo, Gitarren, Schlagwerk), Christof Steinmann (Kontrabass, Strom), Jesco Tscholitsch (Akkordeon, Vibraphon, Takt), Beat Unternährer (Posaune, Gitarre, Spielzeug)
Die Visuals dazu werden von Buffet für Gestaltung entwickelt.

Party mit DJ Lexx
23 – 4 h
In der Lounge sorgt DJ Lexx bis 4 Uhr früh für gepflegt-energetisierenden Sound. Für die Nachtschwärmer und Schlaflosen dieser Stadt.
Japan Tobacco International präsentiert die JTI Smoker’s Lounge.
Das Catering übernimmt auch dieses Jahr wieder Gaucho Delux. Kalte Köstlichkeiten aus bestem argentinischem Rindfleisch: Roastbeef mit Chimichurri-Remoulade, Tatar klassisch mit Peppadews oder die vegetarische Variante mit grilliertem Gemüse und Sesamsauce.

Museum bis 2 Uhr – Lounge & Party bis 4 Uhr

Ticket mit Einlass in alle beteiligten Museen: CHF 25.-
Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre

Die Lange Nacht im Kunsthaus Zürich wird von Japan Tobacco International unterstützt.

Kunsthaus Zürich

Heimplatz 1
CH-8001 Zürich

Telefon: +41 (0) 44 253 84 84
Fax: +41 (0) 44 253 84 33
E-Mail: info@kunsthaus.ch

Öffnungszeiten

Allgemein
Sa/So/Di 10–18 Uhr
Mi–Fr 10–20 Uhr
Montag geschlossen

Gruppen und Schulklassen nur gegen Voranmeldung
Tel. +41 (0)44 253 84 84

Bibliothek
Montag bis Freitag 13–18 Uhr
Samstag und Sonntag geschlossen
Studiensaal der Grafischen Sammlung
Montag bis Freitag nach Voranmeldung.

Kunsthaus Zürich Foto © Anita Affentranger