Pfauen         Schiffbau    

Schauspielhaus Zürich | Schiffbau

Spielzeit 2017/18

Hello, Mister MacGuffin!

von René Pollesch

Uraufführung: 03. März 2018, Schiffbau/Box

„Es gibt ihn in fast jedem Film. Es ist der Falke aus dem ‚Malteser Falken‘, es ist der Tesserakt aus den ‚Avengers‘. Es ist immer das Ding, um das die Schauspieler auf der Leinwand besorgt sind, aber um das sich das Publikum wenig schert. Alfred Hitchcock hat ihm den Namen gegeben. Es ist ein Gegenstand, der seine Prominenz also seiner Bedeutungslosigkeit verdankt. Der MacGuffin wird gegen Ende des Films auch für die handelnden Personen ziemlich irrelevant. Und das würde ich gerne verhindern. Ich bin schliesslich ... also mein Name ist MacGuffin.“ René Pollesch

Erstmals inszeniert René Pollesch eine seiner avantgardistischen Komödien in einem Bühnenbild der in Zürich bestens bekannten Bühnenbildnerin Anna Viebrock. Das Stück verwebt Polleschs eigentümlichen Sprachwitz mit Slapstick und Zitaten aus Revue und Filmklassikern. Die SchauspielerInnen untersuchen Phänomene rund um Liebe, Alltag und Selbstausbeutung in Zeiten des modernen Kapitalismus.

Regie: René Pollesch
Bühne und Kostüme: Anna Viebrock

Ort:

Schiffbau/Box

Termine:

Sa, 3.3.2018, 20:15 | Uraufführung |
Di, 6.3.2018, 20:15 |
Mi, 7.3.2018, 20:15 |
So, 11.3.2018, 19:15 |
Mo, 12.3.2018, 20:15 |
Mi, 14.3.2018, 20:15 |
Fr, 16.3.2018, 20:15 |

Liebe Grüsse... oder Wohin das Leben fällt

Uraufführung: 14. März 2018, Schiffbau/Matchbox

für Kinder ab 8 Jahren und Erwachsene

Welche Spuren hinterlasse ich in meinem Leben? Wie soll man über mich reden, wenn ich nicht mehr da bin? Welche Spielregeln gibt es im Leben? Aus der Perspektive verschiedener Lebensabschnitte untersucht der Autor und Regisseur Theo Fransz zusammen mit seinem Ensemble diese Fragen. Aus spielerischen und musikalischen Improvisationen, biografischem Material aller Inszenierungsbeteiligten sowie dem Recherchematerial, das einerseits die Kinder der „first classes“ in ihren Familien zusammengetragen haben und das uns andererseits von unserem Publikum übergeben wurde, entsteht ein neues Stück.

„Ich schreibe nicht über Themen wie Armut, Krieg, Selbstmord. Bei mir läuft es über die Dialoge: Wenn ich schreibe, ist es meistens so, dass jeder Satz den nächsten auslöst. Ich weiss nie, wie es endet, ich schreibe nie mit einem Konzept. Es ist so wie Rätsel zu lösen.“ Theo Fransz

Regie: Theo Fransz
Bühne und Kostüme: Bettina Weller
Musik: Octavia Crummenerl Gloggengiesser

Ort:

Schiffbau/Matchbox

Termine:

Mi, 14.3.2018, 18:00 | Premiere |
Do, 15.3.2018, 14:00 |
Fr, 16.3.2018, 18:00 |
Sa, 17.3.2018, 18:00 |
So, 18.3.2018, 18:00 |
Di, 3.4.2018, 14:00 |
Mi, 4.4.2018, 15:00 |
Do, 5.4.2018, 10:00 |

Zur schönen Aussicht

Eine Komödie von Ödön von Horváth

Ein morbides Hotel mit dem Namen „Zur schönen Aussicht“ am Rande eines mitteleuropäischen Dorfs: „Eine mächtige alte Karte Europas hängt an der Wand. In der Ecke eine vergilbte Palme. Alles verstaubt und verwahrlost. Im Zimmer über der Halle spielt ein Grammofon Südseeweisen.“ Das Personal dieses gespenstischen Orts: Der kleinkriminelle Kellner Max, welcher die kaum vorhandenen Gäste vorzugsweise barfuss bedient, sowie der windige Chauffeur Karl, der schon mindestens einen Menschen totgeschlagen hat. Der Direktor des Hotels, Strasser, ein abgesetzter Offizier und abgehalfterter Leinwandstar, ist längst nicht mehr liquide. Dementsprechend abhängig ist er von dem einzigen zahlenden Dauergast, der Baronin Ada Freifrau von Stetten, „ein aufgebügeltes, verdorrtes weibliches Wesen mit Torschlusspanik“, das seine Macht als zahlungskräftige Frau geradezu diktatorisch für ihre sexuellen und emotionalen Bedürfnisse zu nutzen weiss. Bis eine junge, hellsichtige Gestalt namens Christine auftaucht und das finstere Idyll stört.

Regie: Barbara Frey
Bühne: Bettina Meyer
Kostüme: Bettina Walter

Ort:

Halle

Termine:

Di, 20.2.2018, 20:00 |
So, 25.2.2018, 19:00 |
Mi, 28.2.2018, 20:00 |
Do, 1.3.2018, 20:00 |
Fr, 2.3.2018, 20:00 |
So, 4.3.2018, 19:00 |
Di, 6.3.2018, 20:00 |
Mi, 7.3.2018, 20:00 |

Rechnitz (Der Würgeengel)

von Elfriede Jelinek

In „Rechnitz (Der Würgeengel)“ haben die Boten das Wort. Sie berichten – mal im Rückblick wie Zeugen, mal live wie bei einer Mauerschau – von einem Massaker und seinen Folgen, geschehen in den letzten Kriegstagen 1945 an der österreichisch-ungarischen Grenze. Die Gräfin Margit von Batthyany hatte auf Schloss Rechnitz die lokalen SS- und Gestapo-Männer zu einem so genannten Gefolgschaftsfest eingeladen. Zeitgleich wurde eine Massenerschiessung beim nahe gelegenen „Kreuzstadel“ vorbereitet. 180 jüdische Zwangsarbeiter, die für die Deportation ins Landesinnere zu entkräftet waren, wurden schliesslich von einer Gruppe Festgäste erschossen. Schon wenige Tage später brannte Schloss Rechnitz und die Gräfin floh vor der Roten Armee mit zwei Begleitern, dem SS-Ortsgruppenführer Podezin und dem Schlossverwalter Oldenburg. Ihr Ziel: die Schweiz, namentlich die Villa Favorita am Luganer See, wo Margits Bruder Heini Thyssen lebte, mit den Nazis Geschäfte machte und Kunst sammelte. Die Boten bleiben zurück und mit ihrem Wissen allein, in Umkehrung von Bunuels Film „Der Würgeengel“, wo es die (Dienst-)Boten sind, die die Herrschaft im Stich lassen.

Elfriede Jelinek lässt in ihrem Stück viele Quellen ineinander fliessen. Es sprechen Zeitzeugen, wie sie in den Rechnitz-Prozessen der Nachkriegsjahre ausgesagt haben; Dorfbewohner und ehemalige Dienstboten, wie sie in dem Dokumentarfilm „Totschweigen“ aussagen bzw. sich ausschweigen; antike Boten, die aus den „Bakchien“ entsprungen sein könnten; ein aufgeklärter deutscher Bote von heute, der über unseren „Sündenstolz“ nachdenkt; schliesslich spricht der „Kannibale von Rotenburg“, ein Menschenfresser von heute. In der Aufführung des Schauspielhauses steht eine Botin stellvertretend für alle. Eine Zofe ohne Herrin? Die Herrin als Zofe?

Regie: Leonhard Koppelmann
Raum/Licht: Nadia Schrader
Kostüme: Agnes Raganowicz
Licht: Sascha Haenschke
Dramaturgie: Roland Koberg
Regieassistenz: David Koch

Termin:

Mi, 21.2.2018, 20:30 |

Schauspielhaus Zürich / Schiffbau

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Öffnungszeiten Theaterkasse Pfauen (Rämistrasse 34):
Montag bis Samstag 11–19 Uhr

An der Theaterkasse im Pfauen-Foyer können Sie Karten für alle Veranstaltungen des Schauspielhauses erwerben, für den Pfauen wie für den Schiffbau.