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    <title>CULTURall: Deutsches Theater Berlin</title>
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    <language>de-de</language>
    <pubDate>Sun, 6 Sep 2026 02:17:38 GMT</pubDate>
    <lastBuildDate>Sun, 6 Sep 2026 02:17:38 GMT</lastBuildDate>
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    <category>Aufführungen</category>
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      <title>CULTURall</title>
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      <title>Heute: Sophie Rois fährt gegen die Wand im Deutschen Theater (nach dem Roman "Die Wand" von Marlen Haushofer)</title>
      <description><![CDATA[Bühnenfassung von Clemens Maria Schönborn<br /><br />"Ich kann mir erlauben, die Wahrheit zu schreiben; alle, denen zuliebe ich mein Leben lang gelogen habe, sind tot."<br /><br />Die Katastrophe kommt, weil wir sie träumen. Und wir träumen sie, weil wir sie fürchten und uns nach ihr sehnen. Wenn die Katastrophe eintritt, hören die peinigenden Phantasien auf. "Dass man weder empfinden noch denken darf, sondern handeln muss, ist die beste Therapie, wenn der Mensch an den Produkten des eigenen Vorstellungsvermögens irre wird." (Wolfgang Pohrt)<br /><br />Regie / Bühne: Clemens Maria Schönborn<br />Kostüme: Tabea Braun<br />Musik: Max Knoth<br />Licht: Cornelia Gloth<br />Dramaturgie: Bernd Isele<br /><br />Dauer: 1 Stunde 5 Minuten, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Sun, 6 Sep 2026 18:00:00 GMT</pubDate>
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      <title>Premiere: Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste (von Jakob Hein)</title>
      <description><![CDATA[<b>Premiere: 25.9.2026</b><br /><br />Grischa Tannberg kommt als Absolvent der Hochschule für Ökonomie Bruno Leuschner frisch ausgebildet nach Berlin, um seine erste Stelle in der Staatlichen Plankommission anzutreten. Er ist hochmotiviert und fest entschlossen, seine Arbeitskraft dem sozialistischen Fortschritt zur Verfügung zu stellen. Nur gibt es in seiner Abteilung zunächst vor allem eines: nichts zu tun.<br /><br />Doch die Dienstanweisung seines Vorgesetzten, sich im kunstvollen Warten zu üben, ignoriert er. Er liest, rechnet, denkt – und entwickelt einen Plan für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Demokratischen Republik Afghanistan.<br /><br />Afghanistan braucht Waren aus der DDR. Die DDR braucht Devisen. Und Afghanistan besitzt ein landwirtschaftliches Produkt, über das man in Amtsstuben lieber nicht zu laut spricht. Aus einer verwegenen Idee wird ein Vorgang, aus dem Vorgang eine Arbeitsgruppe, aus der Arbeitsgruppe ein Pilotprojekt. Bald sind nicht nur die Staatliche Plankommission, sondern auch Grenztruppen, Ministerien, westdeutsche Behörden und politische Spitzenkreise mit einer Frage beschäftigt, auf die niemand vorbereitet war: Was passiert, wenn eine absurde Idee plötzlich funktioniert?<br /><br />Jakob Hein, geboren in Leipzig und aufgewachsen in Ost-Berlin, hat eine besondere Gabe für diese Art von historischer Schräglage: Er nimmt die großen Systeme ernst genug, um ihre Komik freizulegen. In seinem Roman wird Geschichte nicht korrigiert, sondern probeweise anders zusammengesetzt.<br /><br />Eine deutsch-deutsche Komödie über Akten, Grenzübergänge und große Politik. Über eine Idee, die zu gut funktioniert. Und über die Frage, ob Weltgeschichte manchmal nicht aus Überzeugung entsteht, sondern aus Zuständigkeit, Zufall und der falschen Person am richtigen Schreibtisch.<br /><br />Regie: Wilke Weermann]]></description>
      <pubDate>Fri, 25 Sep 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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      <title>Premiere: Deutscher Herbst (von Christopher Rüping mit Texten von Stig Dagerman, Caspar David Friedrich und Blümchen)</title>
      <description><![CDATA[<b>Premiere: 26.9.2026</b><br /><br />In seiner neusten Theaterarbeit <i>Deutscher Herbst</i> nimmt der gefeierte Regisseur Christopher Rüping einen Text aus dem Herbst 1946 und weitere Herbste zum Anlass, um von den Verlusten der Gegenwart zu erzählen: vom Verschwinden der Erinnerung, vom Ende gemeinsamer Erzählungen, aber auch von möglichen Utopien, die sich hinter diesem Ende auftun. Dafür legen Christopher Rüping und sein Ensemble das Ohr an die Geschichte. Romantik und Kriege antworten aufeinander und auf den Herbst 2026. Eine Tochter begegnet ihrem Vater, Trauer trifft auf Trost. Der Abend entsteht in Koproduktion mit dem Kunstfestival Ruhrtriennale und kommt am 17. September in der Jahrhunderthalle Bochum zur Uraufführung. Schon wenige Tage später ist er dann in Berlin zu sehen.<br /><br />Wer <i>Deutscher Herbst</i> hört, denkt wohl zuallererst an das Jahr 1977. Der Terror der RAF und die Reaktion des Staates prägten eine ganze Generation. Aber vielleicht ruft der Begriff noch andere Herbste auf? Den Mauerfall, ein Lied aus der Schulzeit, ein Gemälde von Caspar David Friedrich? Während sich die Geschicke anderer Nationen im Frühling wenden, hat Deutschland seinen Herbst. Herbste sind Phasen, in denen sich unsere Geschichte verdichtet. <br /><br />Der Theaterabend von Christopher Rüping leiht sich seinen Titel im Herbst 1946. In diesem Jahr reist der 23 Jahre junge schwedische Autor Stig Dagerman durch Deutschland. In seiner Heimat ist er ein Shootingstar; für die Tageszeitung <i>Expressen</i> besucht er Berlin, Hamburg, Frankfurt, das Ruhrgebiet: Städte und Regionen, die in Elend, Hunger und Ruinen liegen. Seinen literarischen Reisebericht nennt Dagerman <i>Deutscher Herbst</i>. Es regnet unaufhörlich, die Herbstblätter fallen – und der junge Schwede stellt sich die Frage: werden diese Menschen, die so zerbrechlich zwischen Ende und Anfang taumeln, in die Freiheit finden oder stolpernd untergehen?<br /><br />Seit dem Herbst 1946 sind achtzig Jahre vergangen. Der Theaterabend <i>Deutscher Herbst</i> nimmt diesen Abstand zum Anlass für eine Bildbeschreibung der Gegenwart. Die Menschen, die Stig Dagerman zwischen Ruinen getroffen hat, werden bald nicht mehr Teil dieses Bildes sein oder sind es schon jetzt nicht mehr. Trotzdem sind die Fragen geblieben oder wieder da. Der heutige Mensch lebt im Gefühl der Orientierungslosigkeit. Wir wohnen dem Verlust einer Ordnung bei – und je mehr wir uns festhalten, desto mehr taumeln wir. Das macht uns Angst. Gleichzeitig markiert dieser Schwindel eine Schwelle. Er ist das Gefühl, in dem sich unsere Gegenwart selbst erkennt. Denn der Taumel macht uns um die Erfahrung reicher, dass wir nicht auf festem Boden stehen.<br /><br /> Regie: Christopher Rüping <br />Bühne: Jonathan Mertz <br />Kostüme: Lene Schwind <br />Musik: Christoph Hart <br />Video: Emma Lou Herrmann <br />Licht: Robert Grauel <br />Dramaturgie: Bernd Isele ]]></description>
      <pubDate>Sat, 26 Sep 2026 17:00:00 GMT</pubDate>
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      <title>Die Physiker (Eine Komödie in zwei Akten von Friedrich Dürrenmatt)</title>
      <description><![CDATA[Stellen Sie sich vor, Sie entdecken die Weltformel. Eine Erkenntnis, die in den falschen Händen den Untergang der Menschheit bedeuten könnte. Was tun? Verkünden? Verbergen? Oder den Wahnsinn vortäuschen, um die Welt zu retten?<br /><br />Der Physiker Möbius entscheidet sich für den inszenierten Wahnsinn. Um diese Formel vor Missbrauch zu schützen, zieht er sich in ein Sanatorium – unter der Leitung von Dr. Mathilde von Zahnd – zurück. Dort kommt es zu zwei mysteriösen Morden an Krankenschwestern. Die Täter scheinen schnell gefunden. Doch bald zeigt sich: Nichts ist, wie es scheint. Dürrenmatt schrieb sein Stück im Schatten des Kalten Krieges und der atomaren Bedrohung und doch ist das Stück heute aktueller denn je. Die „Weltformel“ bleibt Symbol für jene wissenschaftlichen Erkenntnisse, deren Folgen sich nicht mehr kontrollieren lassen. In einer Zeit, in der Wissen Macht bedeutet – und Macht selten moralisch ist – stellt das Stück die unbequeme Frage: Wer trägt Verantwortung für das, was denkbar ist?  Mit Werken wie <i>Romulus der Große, Der Besuch der alten Dame</i> und <i>Die Physiker</i> wurde Dürrenmatt zu einem der prägenden Dramatiker des 20. Jahrhunderts.<br /><br />Regisseur Bastian Kraft, der am Deutschen Theater Berlin bereits Max Frischs <i>Biografie: Ein Spiel</i>, George Bernard Shaws <i>Pygmalion</i> sowie <i>Tod eines Handlungsreisenden</i> (2017), <i>Der Besuch der alten Dame</i> (2014) inszenierte, widmet sich dem Dürrenmatt-Klassiker, mit feinem Gespür für das Tragikomische und einem präzisen Blick auf die Abgründe unter der Oberfläche. Die Handlung entfaltet sich mit der Spannung eines Kriminalstücks; jede Szene ein Auslöser für die nächste, wie in einer Kettenreaktion. Im Zentrum steht die zentrale Frage: Ist eine Katastrophe noch aufzuhalten, wenn sie erst einmal als Möglichkeit in den Raum gestellt wurde? Und so wird Dürrenmatts Stück selbst zur dramatischen Kettenreaktion, in der das Unvermeidliche unaufhaltsam Form annimmt.<br /><br />Regie: Bastian Kraft <br />Bühne: Peter Baur <br />Kostüm: Jelena Mileti&#263; <br />Musik: Björn SC Deigner <br />Video: Jonas Link <br />Licht: Cornelia Gloth <br />Dramaturgie: Christopher-Fares Köhler <br /><br />empfohlen ab Klasse 10<br /><br />Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, 0 Pausen]]></description>
      <pubDate>Tue, 8 Sep 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Kirill &amp; Friends Company: Apocalypse Tomorrow ( von Mikhail Durnenkov und Ensemble)</title>
      <description><![CDATA[Was macht man ein paar Tage vor dem Weltuntergang?<br /><br />Sechs Fremde mit unterschiedlichem Hintergrund sitzen gemeinsam in der Falle, während die Apokalypse näher rückt. Angst, Hoffnung, Schuldgefühle, unerwartete Solidarität – und jede Menge Humor – prallen in dieser physischen Theatergeschichte über die letzten Momente vor dem Ende aufeinander.<br /><br /><i>Apocalypse Tomorrow</i> verwebt Text, Bewegung und Musik zu einer düster-komischen und emotionalen Reise über Zeit, Verlust und die Entscheidungen, die wir treffen.<br /><br />In der Regie von Evgeny Kulagin und mit Choreografie von Ivan Estegneev verbindet <i>Apocalypse Tomorrow</i> physisches Theater, Musik und Text. Der Text der Aufführung entstand in einem kollektiven Improvisationsprozess unter der Leitung des Dramatikers Mikhail Durnenkov und schuf einen Raum, um Ängste, Hoffnungen und Emotionen zu erforschen, die sich oft der Sprache entziehen.<br /><br />Regie: Evgeny Kulagin <br />Choreografie: Ivan Estegneev <br />Bühne: Ksenia Peretrukhina <br />Musik: Anthony Rouchier <br />Sound Designer: Viacheslav Kasianov <br />Licht: Ilya Pashnin, Daniil Moskovich <br />Dramaturgie: Anna Shalashova<br /><br /> auf Englisch, ohne Untertitel<br /><br /> ab 18 Jahren<br /><br />Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, 0 Pausen]]></description>
      <pubDate>Tue, 8 Sep 2026 18:00:00 GMT</pubDate>
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      <title>Schicklgruber (von Neville Tranter und Jan Veldman)</title>
      <description><![CDATA[Mit diesem vage österreichisch klingenden Namen, <i>Schicklgruber</i>, weiß auf Anhieb kaum jemand etwas anzufangen. Dabei hieß so ursprüngliche eine später unter einem Künstlernamen sehr bekannt gewordene Persönlichkeit: Schicklgruber war der bürgerliche Name von Adolf Hitler. Das Stück von Jan Veldman und Neville Tranter schildert Hitlers letzte Tage kurz vor seinem Selbstmord im Führerbunker in Berlin. Trotz der düsteren Thematik ist dieses Puppenstück aber natürlich ganz im Tranter-Stil ein grotesk-skurriler Abend, der zwar ins Herz der Finsternis führt, aber auch die beruhigende Tatsache zeigt, dass der Tod vor nichts und niemandem Halt macht – selbst vor dem Bösen nicht.<br /><br />Die beiden Puppenspieler Neville Tranter und Nikolaus Habjan verbindet über die Generationen hinweg seit vielen Jahren eine Freundschaft. Mit The Hills are Alive, das in der vergangenen Spielzeit im Deutschen Theater zu sehen war, erfüllten beide sich einen langgehegten Traum und standen das erste Mal gemeinsam auf der Bühne. Und im April 2024 erlebten wir einen bewegenden Moment, als Neville Tranter nach einer letzten Hills-Vorstellung seinen Abschied von der Bühne nahm. Der Altmeister des Klappmaul-Puppenspiels war in den 70er Jahren maßgeblich daran beteiligt, die Kunstform Puppenspiel für ein erwachsenes Publikum zu erschließen. Nach seiner aktiven Zeit als Puppenspieler übergibt er nun sein vielleicht bekanntestes Stück und die darin mitspielenden Puppen als Regisseur in die Hände von Nikolaus Habjan (und Manuela Linshalm), der damit das Werk seines Mentors weiterführt.  <br /><br />Regie: Nikolaus Habjan, Neville Tranter <br />Puppenbau: Neville Tranter <br />Bühne: Julius Theodor Semmelmann <br />Kostüme: Lisa Zingerle <br />Dramaturgie: Karla Mäder <br /><br />Koproduktion zwischen dem Deutschen Theater und dem Theater in der Josefstadt Wien<br /><br />empfohlen ab Klasse 10<br />Wir bitten Lehrende sich im Vorfeld des Theaterbesuches mit dem geschichtlichen Kontext der Handlung auseinanderzusetzen.<br /><br />Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Thu, 10 Sep 2026 18:00:00 GMT</pubDate>
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      <title>Der erste fiese Typ (nach dem Roman von Miranda July aus dem Englischen von Stefanie Jacobs in einer Fassung von Sarah Kurze)</title>
      <description><![CDATA[Cheryl ist eine aufgeräumte Person. Denkt sie zumindest über sich selbst: Schließlich hat sie dank ihrer selbsterfundenen Methode zur Alltagsorganisation (keine unnötigen Gänge im Haus, Geschirrverzicht durch Verzehr direkt aus Topf und Pfanne, Bücherlesen am Regal statt Chaos in der Wohnung) ihr Leben voll im Griff. Doch die Obsession zur Selbstkontrolle kann nicht über die emotionale Leere in ihrem Leben hinwegtäuschen, wie sie sich anfühlt, die Liebe, das weiß sie auch mit Anfang vierzig noch immer nicht so richtig. In ihrer Fantasie führt sie zwar eine hocherotische Beziehung zu Philipp, einem Vorstandsmitglied der Firma, in der sie arbeitet (dort werden Selbstverteidigungsvideos für Frauen vertrieben), doch dieser alte Sack ist seinerseits verknallt in eine viel zu junge Frau und fragt für diese Liebe ausgerechnet bei Cheryl mit obszönen SMS um Erlaubnis. Da ist es verständlicherweise ein nahezu seismischer Schock, als plötzlich Clee bei ihr einzieht, eine Frau halb so jung wie Cheryl, mit langen, blonden Haaren, stinkenden Füßen und einer, gelinde gesagt, recht unverstellten Art. Erst macht sie sich nur auf dem Sofa breit, wenig später stellt sie Cheryls gesamtes Leben in Frage: Ist es möglich, dass sie sich etwa in diese Frau verliebt hat? <br /><br />Regie: Sarah Kurze <br />Bühne: Diana Berndt <br />Kostüme: Katharina Achterkamp <br />Musik: Marcel Braun, Samuel Wiese <br />Licht: Kristina Jedelsky <br />Dramaturgie: Johann Otten <br /><br />Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Fri, 11 Sep 2026 18:00:00 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Unter Vögeln (von Caren Jeß)</title>
      <description><![CDATA[Die Autorin Caren Jeß veröffentlichte 2019 ihr dramatisches Kompendium <i>Bookpink</i>, eine Sammlung von sieben Miniaturen über menschliche Abgründe, soziale Gefüge und gesellschaftliche Debatten, deren Protagonisten Vögel waren. Nach dem ATT-Atelier 2024 wächst das <i>Bookpink</i>-Universum weiter – Caren Jeß stellt die Neuankömmlinge in der Vogelwelt, die unserer allzu ähnlich ist, vor: voll Machtfantasien, fragilen Ordnungen und dem seltsamen Verschwinden von Fantasie.<br /><br />Da ist der Adler, der sein Küken verachtet. Eine Mutter ohne weibliche Form, aber mit strengem Weltbild: Stärke zählt, Schwäche schadet dem Ruf. Also ab mit dem kleinen, „missratenen” Sohn ins Reservat für auffällige Arten. Neue Eier, neue Hoffnung, alte Härte.<br /><br />Dann Frau Pétain, ein quirliges Kolibriweibchen, das sich sterilisieren lassen will, um ihr Leben selbst zu bestimmen. Doch der Eingriff misslingt – und die ärztliche Zaunkönigin findet das sogar ganz richtig so.<br /><br />Und Nikki die Kanarie: leuchtend gelb, gefangen in einer Voliere, die eher wie ein hübscher Käfig als ein Zuhause wirkt. Ihr Mensch Cord liegt im Sterben, das Zimmer ein Kaleidoskop aus Glas und Licht. Am Fenster wartet der Zilpzalp auf den Moment, in dem sich die Tür öffnet und Nikki vielleicht wieder singt.<br /><br /><i>Unter Vögeln</i> ist ein Abend über Macht, Fürsorge, Fantasie – und darüber, was passiert, wenn man Vögel zu ernst nimmt. Oder genau ernst genug.<br /><br /> Regie: Jorinde Dröse <br />Bühne: Kathrin Frosch <br />Kostüme: Juliane Kalkowski <br />Musik: Lars Wittershagen <br />Licht: Thomas Langguth <br />Dramaturgie: Jasmin Maghames <br /><br />empfohlen ab Klasse 11<br /><br />Dauer: 1 Stunde 40 Minuten, 0 Pausen]]></description>
      <pubDate>Sat, 12 Sep 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Böhm (von Paulus Hochgatterer )</title>
      <description><![CDATA[Dirigenten sind faszinierende Menschen: Musikalisch von höchster Sensibilität, gebieten sie als gottähnliche Alleinherrscher über riesige Klangkörper. Sie müssen sowohl Empfindsamkeit als auch Führungsstärke mitbringen und sind bisweilen tyrannische, selbstherrliche Despoten, deren Seelenregungen oder Fingerzeige eine Hundertschaft in Bewegung zu setzen vermögen. So wie Karl Böhm, einer der größten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Zwischen Geburt und Begräbnis liegen fast 87 Lebensjahre, die von einem tiefen Zwiespalt geprägt sind: Einerseits war Böhm ein großer Künstler, andererseits war er ein Mensch, der sich mit dem Nationalsozialismus gemein machte, um seine Karriere voranzutreiben.<br /><br />Auf Fürsprache Hitlers wurde Böhm 1934 an die Semperoper in Dresden berufen, um Nachfolger des Dirigenten Fritz Busch zu werden, den das NS-Regime zum Rücktritt und zur Emigration genötigt hatte. 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, wurde Böhm Direktor der Wiener Staatsoper. 1945 entfernten ihn die alliierten Besatzungsbehörden wegen zu großer Nähe zum Nazi-Regime aus dem Amt des Direktors und belegten ihn mit einem Auftrittsverbot. Nach Ende der Besatzungszeit bis 1956 wurde er dann ein zweites Mal mit diesem Amt betraut.<br /><br />Der begnadete Puppenspieler und Puppenbauer Nikolaus Habjan beschäftigt sich in Böhm erneut mit dem finstersten Kapitel europäischer Geschichte, das ihn auch in anderen Stücken umtreibt, wie z.B. in <i>F. Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig</i>. Böhm stammt aus der Feder des Wiener Autors Paulus Hochgatterer, der Nikolaus Habjan und dessen Puppen die Rollen auf den Leib geschrieben hat.<br /><br />Regie: Nikolaus Habjan<br />Regiemitarbeit: Martina Gredler <br />Bühne: Julius Theodor Semmelmann <br />Kostüme: Cedric Mpaka <br />Dramaturgie: Karla Mäder, Elisabeth Geyer <br /><br />Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause<br /><br />voraussichtlich empfohlen ab Klasse 9]]></description>
      <pubDate>Sat, 12 Sep 2026 18:00:00 GMT</pubDate>
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      <title>Prima Facie (von Suzie Miller)</title>
      <description><![CDATA[Aus dem Englischen von Anne Rabe<br /><br />Trotz Bestnoten, Einser-Abi und ausgezeichnetem Bachelor-Abschluss: Zwei Drittel aller Studierenden der Top Law School werden ihr Studium nicht abschließen. Von denen, die es schaffen, wird nur die Hälfte als Jurist:in arbeiten. Und nur fünf davon als Anwält:in. Aber Tessa hat es geschafft. Aus dem Arbeiterkind, das sich seinen Platz hart erkämpft, wird eine erfolgreiche Strafverteidigerin, die mit Stolz ihre Rosshaarperücke trägt. Wie alle Strafrechtsanwälte glaubt Tessa an das Gesetz, an das System und an die Unschuldsvermutung, die für sie keine Floskel ist, sondern das Fundament einer zivilisierten Gesellschaft. Deshalb verteidigt auch sie die Angeklagten, sucht nach Lücken in der Anklage und prüft akribisch die Aussagen von Opfern und Zeugen. Und Tessa ist eine der Besten in ihrem Job.<br /><br />Ob Drogenprozesse, Korruptionsvorwürfe oder sexuelle Übergriffe: Tessa geht es um die juristische Wahrheit und den Beweis, mithilfe dessen ihre Angeklagten vor dem Gesetz für „unschuldig“ erklärt werden. Im Kreuzverhör spielen Sympathien keine Rolle, jede und jeder muss sich den scharfen Fragen der Anwältin stellen, auch Opfer vermeintlicher sexueller Übergriffe, deren Aussagen vor Gericht analysiert und auseinandergenommen werden. Bis zu dem Tag, an dem etwas passiert, was Tessa nie für möglich gehalten hätte: Ihr Kollege, mit dem sie eine Affäre hat, wird nach einem Date sexuell übergriffig. Während ihr Leben vor ihren Augen zusammenbricht, wird Tessa von der Strafverteidigerin zur Anklägerin und erlebt die Vorgänge im Gerichtssaal von der anderen Seite.<br /><br />"Prima facie" ist ein juristischer Terminus, der auf Deutsch Anscheinsbeweis heißt und so viel bedeutet wie "bis auf Widerruf" oder "solange sich keine neuen Evidenzen einstellen". Kann das System, an das Tessa so sehr geglaubt hat, sie schützen – oder lässt es sie am Ende im Stich?<br /><br />Der preisgekrönte Monolog der australischen Autorin Suzie Miller wurde 2019 in Sidney uraufgeführt und hat bereits erfolgreich im Londoner Westend und jüngst am Broadway Premiere gefeiert.<br /><br />Regie: András Dömötör<br />Bühne und Kostüme: Moïra Gilliéron<br />Musik: Tamás Matkó<br />Dramaturgie: Jasmin Maghames<br /><br />Wir weisen darauf hin, dass dieses Theaterstück auch sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung und Traumabewältigung thematisiert.<br /><br />In diesem Stück kommen Stroboskop-Effekte zum Einsatz.<br /><br />Dauer: 1 Stunde 35 Minuten, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Die Räuber. Der Ort der Geschichte ist Deutschland (ein Schauspiel von Friedrich Schiller)</title>
      <description><![CDATA[Die Welt ist aus den Fugen. Nicht nur, dass die Vorboten der französischen Revolution die Gesellschaft durch Klassenkämpfe und Gewalt erschüttern, auch die familiäre Ordnung des alten Grafen von Moor droht zu zerbersten. Franz, der zweitgeborene Sohn, fühlt sich um die väterliche Gunst betrogen und will Rache nehmen. Er ersinnt eine Intrige gegen den älteren, begünstigten Bruder Karl, woraufhin jener vom Vater verstoßen wird. Gekränkt von der Zurückweisung des Vaters schließt sich Karl einer Bande von Räubern an, um gegen die Ungerechtigkeit in der Gesellschaft zu kämpfen. Während sich Karl für die Freiheit des Einzelnen und die Emanzipation vom tyrannischen Staat einsetzt, offenbart Franz die dunklen Seiten des Machtstrebens. Die Situation gerät außer Kontrolle, der Kampf um individuelle Freiheit wird zum Zündstoff eines schonungslosen Zerstörungswerks. Hass, Selbstbezogenheit und entfesselte Gewalt greifen um sich. <br /><br />Als Schillers Schauspiel Die Räuber am 13. Januar 1782 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt wurde, reagierte das Publikum geradezu elektrisiert. Schillers neuer Bühnenton wirkte rasant, wortgewaltig und respektlos. „Das Theater glich einem Irrenhause, rollende Augen, geballte Fäuste, stampfende Füße, heisere Aufschreie im Zuschauerraum! Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme. Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Thüre. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht!”  <br /><br />Am Deutschen Theater spürte die Regisseurin Claudia Bossard bereits in ihrer gefeierten Uraufführung von Rainald Goetz‘ Baracke dem Zusammenhang von Familie und Gewalt im bürgerlichen Milieu nach. Indem sie Schillers berühmten Klassiker als mentalitätsgeschichtliches Zeitdokument liest, setzt sie ihre Auseinandersetzung mit der deutschen bürgerlichen Gesellschaft fort und ergründet das Zusammenspiel von Kunst, Ethik und Politik im Terror der Festung Familie. <br /><br />Regie: Claudia Bossard <br />Bühne: Elisabeth Weiß <br />Kostüm: Andy Besuch <br />Musik: Annalena Fröhlich <br />Licht: Cornelia Gloth <br />Dramaturgie: Daniel Richter <br /><br />empfohlen ab Klasse 11<br /><br />Dauer: 2 Stunden, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Mon, 14 Sep 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Liebe, einfach außerirdisch (von René Pollesch)</title>
      <description><![CDATA[Unsere Mission wird beendet??? Nein, Wir müssen ZURÜCK??? NEIN!!!!!!! Ich kann nicht glauben, dass man uns abberuft. Glaubst du, ich werde sie nicht vermissen, die Leute, die ich hier liebgewonnen habe? Die Art, wie die Menschen ihren Blick abwenden, wenn ich auf sie zugehe? Oder die da oben im zweiten Rang, die mich sowieso nicht sehen?<br /><br />Regie: René Pollesch<br />Bühne: Barbara Steiner<br />Kostüme: Tabea Braun<br />Video: Roman Kuskowski<br />Dramaturgie: Bernd Isele<br />Licht: Matthias Vogel<br /><br />Dauer: 1 Stunde 25 Minuten, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Tue, 15 Sep 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Der Liebling (von Svenja Viola Bungarten )</title>
      <description><![CDATA[Die gigantischen Konzerne <i>Never </i>und <i>Immer</i>  ringen um die Monopolstellung auf dem Markt und um die Erfindung des nächsten innovativen Frauenhygieneartikels. Die CEOs Franka und Bettina wollen die Firma der jeweils anderen aufkaufen und sich gegenseitig an den Kragen. Ihre Kinder buhlen um das Erbe und um die Zuneigung ihrer Mütter, während deren Vertraute, Beraterinnen und Praktikantinnen eigene Karrierechancen wittern. Vielschichtige Intrigen und Affären entspinnen sich, genauso wie unerwartete Allianzen.<br /><br />Inspiriert von popkulturellen Referenzen wie den Filmen <i>The Favourite, Der Teufel trägt Prada</i> oder der Serie <i>Succession</i> untersucht die Dramatikerin Svenja Viola Bungarten Spielarten von Macht und Solidarität unter Frauen. Was sind die Kosten von Erfolg? Auf welche Weisen arbeiten Frauen am Patriarchat mit? Was macht Macht mit Feminismus, und welche Macht braucht Feminismus?<br /><br />Auf die Bühne gebracht wird der Text in der Regie von Anita Vulesica, die sich in der Spielzeit 2023/24 bereits mit der Inszenierung von Georges Perecs <i>Die Gehaltserhöhung</i> am Deutschen Theater auf tiefgründige und zugleich irrwitzige Weise mit dem Themenkomplex von Arbeit und Lohn befasst hat. <br /><br />Regie: Anita Vulesica <br />Bühne: Henrike Engel <br />Kostüme: Janina Brinkmann <br />Musik: Carolina Bigge <br />Choreografie: Mirjam Klebel <br />Video: Phillip Hohenwarter <br />Licht: Kristina Jedelsky <br />Dramaturgie: Lilly Busch <br /><br />empfohlen ab Klasse 10<br /><br />Dauer: 2 Stunden, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Tue, 15 Sep 2026 18:00:00 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Ach, Mom! (Eine nichteuklidische Seifenoper von Nico Sauer)</title>
      <description><![CDATA[Es beginnt in einem Wohnzimmer, wie in jeder Sitcom. Und endet im Delirium.  <br /><br /><i>Ach, Mom!</i> ist eine choreografierte Multicam-Inszenierung für vier Schauspieler:innen, bei der Techniken aus der musikalischen Komposition auf das Vokabular des Schauspiels übertragen werden. Komplexe Erzählmuster entstehen nicht durch Handlung, sondern durch rhythmische Überlagerung, Phasenverschiebung und fein getimte Körperinteraktionen. Gesten werden von ihren Funktionen entkoppelt, Objekte verlieren ihre Subjekte, Stimmen schweben zwischen Lip-Sync und realer Sprache. Die Kamera übernimmt nicht länger die Rolle des neutralen Beobachters, sondern emanzipiert sich – zoomt, verpasst, insistiert. Was als Sitcom beginnt, endet im Rausch einer neuen, grotesken Theatersprache. <br /><br />Ach, Mom! ist keine Erzählung über Familie – sondern eine Partitur über ihre Zeichen. Ein Delirium aus Rhythmen, Blicken, Routinen und Brüchen. Eine Sitcom, die sich selbst zum Explodieren bringt, um aus ihren Trümmern ein neues Modell performativer Erzählung zu bauen.  <br /><br />Der Komponist, Multimediakünstler und Regisseur Nico Sauer untersucht in seinen Projekten zwischen Musiktheater, bildender Kunst und Performance die Grenzen musikalischer Komposition und theatraler Genres und konnte mit seinem Projektvorhaben Ach, Mom! die Jury des Open Calls überzeugen.  <br /><br />„Ich bin es gewohnt durch's Raster zu fallen.” Nico Sauer spricht im Interview über Verblüffung, das Wandeln zwischen den Sparten und das Loslassen lernen.<br /><br />Regie: Nico Sauer <br />Ausstattung: Maria Magdalena Emmerig <br />Dramaturgie: Johann Otten <br /><br />empfohlen ab Klasse 11]]></description>
      <pubDate>Wed, 16 Sep 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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      <title>Tagebuch eines Wahnsinnigen (von Nikolai Gogol)</title>
      <description><![CDATA[aus dem Russischen von Kai Borowsky<br /><br />Poprischtschin ist ein kleiner Beamter im Staatsdienst. Jeden Tag müht er sich in seinem grauen Alltag ab, ist unglücklich in seinem Beruf und auch noch hoffnungslos in die Tochter seines höchsten Chefs verliebt. Er träumt vom sozialen Aufstieg und zieht sich mehr und mehr aus der ihn demütigenden Realität zurück, um sich schließlich komplett in eine Scheinwelt zu flüchten.<br /><br />Nikolai Gogol beschreibt in <i>Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen</i> die Situation eines Mannes, der keine Chance mehr hat auf Karriere und Aufstieg in der Gesellschaft, sich aber weigert, dies zu akzeptieren. Stattdessen versucht er, seinen Minderwertigkeitskomplex durch ein bis zum Größenwahn gesteigertes Omnipotenzgefühl zu bewältigen. Samuel Finzi spielt den Wahnsinnigen, der mit 42 Jahren eine neue Karriere startet.<br /><br />Regie: Hanna Rudolph<br />Bühne: Mareile Krettek<br />Kostüme: Geraldine Arnold<br />Musik: Jacob Suske<br /><br />Dauer: 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Fri, 18 Sep 2026 18:00:00 GMT</pubDate>
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      <title>Fake Jews (von Noam Brusilovsky)</title>
      <description><![CDATA[1995 erscheint bei Suhrkamp ein Band mit Erinnerungen eines lettischen Holocaustüberlebenden. Die Veröffentlichung erhält zahlreiche Preise und wird als bewegendes Zeitdokument bestens besprochen. Bis nur drei Jahre später ein schweizerisch-jüdischer Journalist aufdeckt: Der Autor dieser angeblichen Memoiren ist weder Jude, noch war er je vom Terror der Nationalsozialisten betroffen, sondern schreibt aus einer erfundenen Perspektive, hat sich seine jüdische Biographie also nur ausgedacht.<br /><br />Allerdings: Diese Aneignung einer jüdischen Opferbiografie ist keineswegs ein Einzelfall, und was aufgrund der fiktiven Biografie des Binjamin Wilkomirski anschließend als „Wilkomirski-Syndrom” beschrieben wird, erfährt seit dem zweiten Weltkrieg regelrecht Konjunktur. Insbesondere im Land der Täter und der nicht flächendeckend aufgearbeiteten Familiengeschichten finden sich zahlreiche Figuren, die sich einen Vorteil durch die Behauptung einer Verfolgungsbiographie versprechen, unter ihnen eine bekannte Bloggerin, ein langjähriger Vorsitzender einer jüdischen Gemeinde bei Hamburg oder ein einflussreicher Journalist. <br /><br />In einer Gegenwart, in der die eigene Identität für die Sichtbarkeit und Relevanz einer Aussage zunehmendes Gewicht erhält, werden bestimmte Biographien zum Privileg: Ist die Aneignung jüdischer Identität also ein Karrierevorteil? Ein Verkaufsargument? Oder wird vielmehr nicht allzu genau überprüft, ob das Behauptete stimmt, wenn es historisch so sensibel ist? Noam Brusilovsky untersucht diese Fragen in einem Monologprojekt und beleuchtet die blinden Flecken der deutschen Erinnerungskultur in einer sich zunehmend polarisierenden Gegenwart.<br /><br />Regie: Noam Brusilovsky <br />Ausstattung: Julia Plickat <br />Musik: Tobias Purfürst <br />Dramaturgie: Johann Otten<br /><br />Dauer: 1 Stunde 35 Minuten, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Sat, 19 Sep 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Polaris (ein Projekt von Jan-Christoph Gockel )</title>
      <description><![CDATA[„Nervenzusammenbruch in der Antarktis&#8201;–&#8201;russischer Forscher sticht Kollegen nieder“&#8201;–&#8201;titelte das Focus-Magazin im Oktober 2018. Beide Männer, Oleg B. und Sergeij S., waren begeisterte Leser, und füllten so die langen Stunden in der antarktischen Einsamkeit. Eines Tages hatte Oleg seinem Kollegen den Ausgang eines Buches verraten, worauf dieser ihn mit einem Messer lebensgefährlich verletzte. Was zunächst wie ein ungewöhnlicher Streit um Bücher und Spoilern klingt, offenbart eine komplexe Geschichte über menschliche Grenzen in der unendlichen Weite der Antarktis.<br /><br />Als staatenloses „Niemandsland” ist die Antarktis einer der letzten gemeinsamen Räume der Menschheit, die vom Menschen noch weitgehend unbeeinflusst ist. Ihr ungestörter natürlicher Zustand bietet außergewöhnliche Bedingungen für wissenschaftliche Forschung und internationale Zusammenarbeit. Allerdings ist die Antarktis in einem neuen Zeitalter des Imperialismus fragil geworden. Daher ist sie nicht nur ökologisch, sondern auch politisch ein besonderer, ein utopischer Ort.<br /><br />Auf den Spuren des Verbrechens in dieser einzigartigen Landschaft reist der Regisseur Jan-Christoph Gockel, der zuletzt am DT den gefeierten Theatermarathon Hospital der Geister inszenierte, im Januar 2026 mit dem Dokumentarfilmer Lion Bischof und den Schauspieler:innen Julia Gräfner und Wolfram Koch auf die Neumayer-Station III in die Antarktis. Am Ende der Reise steht ein surreales Mocumentary-Theaterstück zwischen Fiktion und filmischer Dokumentation, in dem die weiße Landschaft der Antarktis nicht nur zur Landkarte des Erzählens wird, sondern auch zum Spiegel der menschlichen Seele.<br /><br />Eine Koproduktion des Deutschen Theater Berlin mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen und dem Théâtre National du Luxembourg, in Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut, gefördert vom DT Freundeskreis und mit freundlicher Unterstützung des Goethe-Instituts.<br /><br />Regie: Jan-Christoph Gockel <br />Bühne und Kostüme: Julia Kurzweg <br />Dokumentarfilm, Video, Kamera: Lion Bischof <br />Musik: Anton Berman <br />Licht: Marco Scherle <br />Recherche: Serge Okunev <br />Dramaturgie: Daniel Richter <br /><br />Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, 0 Pausen]]></description>
      <pubDate>Sat, 19 Sep 2026 18:00:00 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Bunbury. Ernst sein is everything! (von Oscar Wilde)</title>
      <description><![CDATA[Deutsch von Claudia Bossard<br /><br />Um ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen entfliehen und inkognito ihre geheimen Wünsche und Sehnsüchte – ihr wahres Ich? – ausleben zu können, führen die beiden Dandys Algernon und Jack ein Doppelleben. Algernon erfindet einen kränklichen Freund namens Bunbury, der regelmäßig auf dem Land besucht werden muss, während Jack vorgibt, sich um seinen leichtlebigen Bruder Ernst zu kümmern, um möglichst oft in die Stadt reisen zu können. Dort führt er als ebenjener Ernst ein ausschweifendes Leben, während er auf seinem Landsitz das moralisch unantastbare Vorbild für sein Mündel Cecily gibt. Diese wiederum hat es sich – ebenso wie Algernons Cousine Gwendolen, um die Jack bei seinen Besuchen in der Stadt wirbt – in den Kopf gesetzt, ausschließlich einen Mann namens Ernst zu heiraten. Als Algernon in der Rolle von Jacks vermeintlichem Bruder Ernst auf dem Landsitz auftaucht, nehmen die komischen Verwicklungen ihren Lauf.<br /><br /><i>Bunbury</i> (im Original: <i>The Importance of Being Earnest</i>) ist Oscar Wildes berühmteste Komödie – und zugleich seine letzte: Kurz nach der Uraufführung wurde er 1895 im Zuge eines öffentlichen Prozesses wegen homosexueller Handlungen zu zwei Jahren Zuchthaus mit schwerer körperlicher Arbeit verurteilt. Gesundheitlich, finanziell und gesellschaftlich ruiniert, verstarb der Autor 1900 im Alter von 46 Jahren in Paris. Oscar Wildes eigenes Doppelleben, das im Gegensatz zu dem seiner Protagonisten kein glückliches Ende nahm, schreibt sich aus heutiger Perspektive unweigerlich in diese perfekt gebaute Komödie ein.<br /><br />In der rasanten Fassung der Regisseurin Claudia Bossard wird Oscar Wildes mit Sprachwitz gespickte Komödie zum queeren Theaterspaß, der im metropolitanen Society-Talk nicht nur die Sprachgrenzen zwischen Deutsch und Englisch verflüssigt, sondern auch im spielerischen Wirbelsturm Gender- und Identitätsbilder aus ihrem viktorianischen Gesellschaftskorsett befreit.<br /><br />Regie: Claudia Bossard<br />Bühne und Kostüme: Elisabeth Weiß<br />Kostümmitarbeit: Matthias Dielacher<br />Choreografie: Marta Navaridas<br />Sounddesign: Annalena Fröhlich<br />Dramaturgie: Elisabeth Tropper, Daniel Richter<br />Licht: Viktor Felligi, Kristina Jedelsky<br />Maske: Andreas Müller<br /><br />Dauer: 2 Stunden, keine Pause<br /><br />empfohlen ab Klasse 9<br /><br />Mit englischen Übertiteln]]></description>
      <pubDate>Sun, 27 Sep 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Sonne und Beton (nach dem Roman von Felix Lobrecht)</title>
      <description><![CDATA[Ein Sommer zwischen Plattenbauten. Hitze, Langeweile, Gewalt. Zu wenig Geld, zu wenig Platz in der Familie. Und ab und zu auch Schule. Der 16-jährige Lukas wird in einen Konflikt zwischen Dealergruppen verstrickt. Gibt der Klügere nach? Oder tritt der Klügere nach? Beides scheinen schlechte Optionen. Ein neuer Mitschüler aus Marzahn-Hellersdorf hat eine geniale Idee und in einem schwindelerregenden Moment beschließen Lukas und seine Freunde, die nagelneuen Computer zu stehlen, die der Senat seiner „Problemschule“ gestiftet hat – ohne dass die Jungs zu Ende denken, wie man sie eigentlich unauffällig zu Geld machen könnte. Ein rasanter Wettlauf gegen alle Wahrscheinlichkeiten beginnt.<br /><br />Autor Felix Lobrecht ist Comedian und Host eines der erfolgreichsten deutschen Podcasts: Gemischtes Hack. Sein autobiografisch inspirierter Kult-Roman erzählt im Neuköllner Slang zugleich humorvoll, drastisch und berührend vom Aufwachsen in Berlin-Gropiusstadt. DT Jung* bringt Sonne und Beton in einer mobilen Uraufführung von Karsten Dahlem nach ganz Berlin: in die Klassenzimmer der verschiedensten Bezirke, genauso aber auch ins Jugendzentrum, in den Nachbarschaftsgarten oder die Vereinskantine. Wir packen die Inhalte und Figuren ein und bringen das Theater in alle Ecken dieser Stadt. Abgerundet wird die Aufführung mit einem anschließenden Nachgespräch vor Ort.<br /><br />Regie: Karsten Dahlem <br />Ausstattung Justina Jaszczuk <br />Musik: Hajo Wiesemann <br />Dramaturgie: Lilly Busch <br />Assistenz, Theaterpädagogik: Caroline Ader <br />Künstlerische Vermittlung: Viola Novak <br /><br />empfohlen ab Klasse 8<br />______________________________________<br /><br /><i>Sonne und Beton</i> kommt zu Ihnen!<br /><br />Sie möchten diese Produktion von DT Jung* mit Ihrer Klasse, im Jugendclub, Stadtteilzentrum oder Nachbarschaftsgarten erleben? Theater Mobil bringt das Theater direkt zu Ihnen in die Schule und an andere Orte.<br /><br />    Dauer: 90 Minuten, inklusive Nachgespräch<br />    Kosten: 6 Euro pro Schüler:in<br />Sollten Einzelne sich den Preis nicht leisten können, unterstützen die DT Freunde den Besuch!<br /><br />Bitte beachten Sie: Die mobilen Aufführungen im Oktober sind bereits alle vergeben.<br /><br />Über weitere Termine informieren wir Sie hier sowie im monatlichen DT Jung* Newsletter. Jetzt anmelden und als Erste:r von neuen Vorstellungsterminen erfahren.<br /><br />empfohlen ab Klasse 8]]></description>
      <pubDate>Sun, 27 Sep 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Leichter Gesang (von Nele Stuhler)</title>
      <description><![CDATA[„Ich verstehe Bus / Ich verstehe U-Bahn / Ich verstehe Bus-Bahn-Hof / Ich versteh an Halte-stelle!”<br /><br />Was bedeutet es, etwas zu verstehen oder nicht zu verstehen? Welche Sprache braucht es für Verständigung? Und was geschieht, wenn genau dieser Versuch das Verstehen, das Missverstehen selbst zum Thema eines Theaterabends wird? Autorin Nele Stuhler und Regisseur FX Mayr begeben sich gemeinsam mit Schauspieler:innen des DT und des inklusiven RambaZamba Theaters auf eine poetische Forschungsreise: ins Innere des Sprechens, des Schreibens und in das produktive Missverständnis. <br /><br /><i>Leichter Gesang</i> ist ein Theatertext, der nicht vorgibt, alles zu wissen, sondern sich bewusst im Nicht-Wissen verortet. Der in der Sprache selbst sein Material findet und sie gleichzeitig in Frage stellt. Nele Stuhler arbeitete dabei auch mit Elementen der Leichten Sprache, ohne sie eins zu eins zu übernehmen. Stattdessen nutzte sie deren Prinzipien. Herausgekommen ist eine Sprache, die zugleich einfach und komplex ist. Eine Sprache, die allen fremd ist und damit alle gleichermaßen einlädt, sich ihr zu nähern. Eine Inszenierung über Sprache, über ihre Macht und ihre Grenzen. Über das, was verständlich erscheint; und was sich im nächsten Moment wieder entzieht. Die Begriffe neu sortiert, Fragen stellt, statt Antworten zu geben. Ein Text, der erklingen will, im Sprechen, im Singen, im Spiel. Und der dabei erfahrbar macht, dass Verständigung nicht im Beherrschen von Sprache liegt, sondern im gemeinsamen Versuch.<br /><br />Verstehen? Nicht verstehen! In unserem Spielzeitmagazin sprechen Autorin Nele Stuhler und Regisseur FX Mayr über ihr Projekt Leichter Gesang und die Frage, wie ein Stücktext neue Begegnungen ermöglichen kann.<br /><br />Regie: FX Mayr <br />Bühne: Anna Wohlgemuth <br />Kostüm: Korbinian Schmidt <br />Musik: Matija Schellander <br />Licht: Thomas Langguth <br />Dramaturgie: Christopher-Fares Köhler <br />Projektmitarbeiterin: Inklusive Kunstpraxis Joy von Wienskowski<br /><br />Dauer: 1 Stunde 10 Minuten, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Mon, 28 Sep 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>fünf minuten stille ( von Leo Meier)</title>
      <description><![CDATA[Drei Menschen finden sich in einem Raum wieder, den sie nicht mehr verlassen können. Alles, was sie wollen, sind fünf Minuten Ruhe. Dem Wind im Kornfeld lauschen. Den Vögeln im Geäst. Vielleicht sogar dem eigenen Herzschlag.<br /><br />Fünf Minuten ohne Meinungen, ohne Haltungen. Doch das stetige Rauschen der Welt zum Verstummen zu bringen, erweist sich als schwerer als gedacht. Kaum kehrt Stille ein, drängt sich die Welt von draußen wieder dazwischen – mit all ihren Stimmen, Gewissheiten und Widersprüchen. In einem jedoch scheinen sie sich einig: Die Hölle, das sind die anderen da draußen.<br /><br />Leo Meiers Stück <i>zwei herren von real madrid</i> wurde 2022 beim Heidelberger Stückemarkt mit dem Publikumspreis sowie dem SWR2-Hörspielpreis ausgezeichnet. Sein Stück auf der suche nach dem verlorenen bagger ist zu den Autor*innenTheaterTagen 2026 am Deutschen Theater eingeladen.<br /><br />Regie: Giulia Lancellotti <br />Bühne: Diana Berndt <br />Kostüme: Anna Weidemann <br />Komposition & Sound: Marina Lukashevich <br />Licht: Peter Grahn <br />Dramaturgie: Christopher-Fares Köhler ]]></description>
      <pubDate>Tue, 29 Sep 2026 18:00:00 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Parzival (nach Wolfram von Eschenbach in einer Überschreibung von Joanna Praml und Dorle Trachternach)</title>
      <description><![CDATA[Parzival weiß nichts von der Welt. Er wächst abgeschieden im Wald auf, fernab von gesellschaftlichen Normen, Machtstrukturen und Kriegslogik. Doch die Welt lässt sich nicht dauerhaft fernhalten. Und so zieht Parzival los, raus in die Welt: naiv, neugierig und fest entschlossen, Ritter der Tafelrunde zu werden. Er irrt, fragt zu spät, trifft falsche Entscheidungen, begegnet Liebe, Ausgrenzung, Schuld und einer Idee, die größer ist als alles, was er bisher kannte: dem Gral. Was bedeutet es heute, ritterlich zu handeln? Was prägt unser Denken und unsere Taten, wenn Elternhaus und Schule keine zufriedenstellenden Antworten mehr geben? Wem hören wir zu – und wer hört uns? Zwischen Mythos und Gegenwart entsteht ein Abend über das Recht auf Orientierung und die Notwendigkeit, sich selbst einen Platz in der Welt zu erkämpfen, koste es, was es wolle.<br /><br />Regie: Joanna Praml <br />Bühne: Claudia Kalinski <br />Kostüme: Inga Timm <br />Musik: Hajo Wiesemann <br />Licht: Marco Scherle <br />Dramaturgie: Bernd Isele, Dorle Trachternach <br />Theaterpädagogik: Maura Meyer <br /><br />ab Klasse 9<br /><br />Dauer: 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Wed, 30 Sep 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Die Marquise von O. und – (nach der Novelle von Heinrich von Kleist)</title>
      <description><![CDATA[Es ist vielleicht der berühmteste Gedankenstrich der Weltliteratur: Mitten in einem nüchtern erzählten Satz über einen Kriegsüberfall heißt es in Heinrich von Kleists Novelle <i>Die Marquise von O.</i>: <br />„––, dass sie, ohne es zu wissen, in andere Umstände gekommen sei.”<br />Ein abrupter Schnitt – dort, wo eigentlich das Entscheidende stehen müsste. Statt Klarheit: Leerstelle.  <br /><br />Die Handlung beginnt in einer norditalienischen Festung. Während russische Truppen die Stadt stürmen, gerät die Marquise von O., eine junge, verwitwete Mutter, in höchste Gefahr – bis ein Offizier, Graf F., sie scheinbar heldenhaft rettet. Wenige Tage später verschwindet er. Alles scheint überstanden. Doch Wochen danach erkennt die Marquise entsetzt: Sie ist schwanger. Ohne Erinnerung. Ohne Einwilligung. Und ohne jemanden, der ihr glaubt. Ihr Vater verstößt sie, die Mutter schweigt. Was wie ein medizinisches Wunder erscheinen mag, wird zum sozialen Todesurteil. Die Marquise wählt den einzigen Ausweg, der ihr bleibt: den Schritt in die Öffentlichkeit. Per Zeitungsanzeige bittet sie den unbekannten Vater, sich zu melden. Die Antwort folgt prompt – es ist der Retter selbst. Der Mann, der sie im Moment der Ohnmacht missbraucht hat, bittet nun um ihre Hand. Was also tun, wenn Sprache versagt? Wenn Recht, Moral und Logik kollabieren? <br /><br />Der berühmte Gedankenstrich markiert nicht nur einen erzählerischen Bruch, sondern auch einen kulturellen. Die Vergewaltigung wird nicht ausgesprochen, sondern ausgeklammert. Das, was geschehen ist, bleibt unausgesprochen, nur angedeutet – und genau darin liegt die verstörende Kraft des Textes. Kleist zeigt, wie sexualisierte Gewalt an Frauen sprachlich wie strukturell unsichtbar gemacht wird. Die Leerstelle im Satz ist kein literarisches Ornament, sondern ein Symptom: Sie zeigt, wo Sprache versagt – und wie tief die Gewalt reicht, wenn selbst das Erzählen daran scheitert. <br /><br />Regie: Ildikó Gáspár <br />Bühne und Kostüm: Lili Izsák <br />Musik: Flóra Lili Matisz <br />Video: András Juhász <br />Licht: Cornelia Gloth <br />Dramaturgie: Jasmin Maghames <br /><br /> Wir weisen darauf hin, dass dieses Theaterstück sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung und Traumabewältigung thematisiert.<br /><br /> In diesem Stück kommen Stroboskop-Effekte zum Einsatz.<br /><br />ab Klasse 11<br /><br />Dauer: 1 Stunde 55 Minuten, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Sat, 3 Oct 2026 17:00:00 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Die drei Leben der Hannah Arendt (nach der Graphic Novel von Ken Krimstein aus dem Englischen von Hanns Zischler)</title>
      <description><![CDATA[Ihr Leben liest sich wie ein Krimi aus vielen Leben: Königsberg in den 10er Jahren, Studienjahre bei Heidegger und Jaspers, das Berlin der 20er, das Paris der 30er, Fluchten und Freundschaften, das New York der 50er und 60er. Die Kriege und Totalitarismen des 20. Jahrhunderts&#8239;prägen und beschäftigen sie. Ihr politisches Hauptwerk <i>Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft</i> macht sie 1951 über Nacht bekannt. Als sie 1961 aus Jerusalem über den Eichmann-Prozess berichtet, erkennt sie in dem Massenmörder einen bürokratischen „Hanswurst” und löst damit eine Kontroverse aus. Sie hält der Kritik stand. Sie will den Dingen auf den Grund kommen, auch wenn sie dadurch gezwungen ist, „dahin zu denken, wo es wehtut”, wie Hannah Arendt einmal sagt. Freiheit im Denken ist ihr das höchste Gut. „Denken ohne Geländer” nennt sie das.<br /><br />Ken Krimstein ist ein Kenner der Materie. Der in Chicago beheimatete Cartoonist und Autor, der sonst regelmäßig für The New Yorker,&#8239;The Wall Street Journal und die&#8239;Chicago Tribune zeichnet, hat der Biographie der berühmten Denkerin ein Buch gewidmet. In Hunderten von Zeichnungen skizziert seine Graphic Novel <i>Die drei Leben der Hannah Arendt</i> ein abenteuerliches Leben. Theresa Thomasberger bringt die Biografie als Gedankenreise durch das 20. Jahrhundert zur Aufführung.<br /><br />Regie: Theresa Thomasberger <br />Bühne: Mirjam Schaal <br />Kostüm: Marilena Büld <br />Musik: Oskar Mayböck <br />Licht: Kristina Jedelsky <br />Dramaturgie: Bernd Isele <br /><br />ab Klasse 11<br /> <br />Dauer: 2 Stunden, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Sat, 3 Oct 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
      <link>https://www.culturall.de/_show_offer.php?seite=66&amp;seg=228702&amp;aktuell=true</link>
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    <item>
      <title>Heimsuchung (von Jenny Erpenbeck )</title>
      <description><![CDATA[Ein Grundstück am Scharmützelsee in Brandenburg, darauf ein Sommerhaus, darin die Geschichte des 20. Jahrhunderts. So ließe sich der 2007 erschienene Roman der Berliner Autorin Jenny Erpenbeck zusammenfassen. Ein Text, in dem die Hauptrolle das Haus, eigentlich sogar das Grundstück hat. Ursprünglich im Besitz eines Großbauern, wird es nach dessen Tod aufgeteilt und zur Bühne von elf Lebensgeschichten, stellvertretend für Hoffnung und Leid, Glück und Tragödie der letzten einhundert Jahre. <br /><br />In elf Kapiteln erzählt Erpenbeck protokollarisch von Zeit und Geschichte während dreier Generationen, die diesem Flecken Erde widerfährt, von einem während der Nazizeit erfolgreichen Architekten, der nach den Vorstellungen seiner Frau ein Haus errichtet, von einem jüdischen Tuchfabrikanten, der das Grundstück unter Wert verkauft und mit seiner Familie deportiert und ermordet wird. Von der Besatzung des Hauses durch die Kompanie eines jungen Majors der roten Armee nach dem zweiten Weltkrieg, von der im Wandschrank versteckten Frau des Architekten, von einer aus dem sowjetischen Exil zurückkehrenden Schriftstellerin und schließlich von den Erben des Architekten, die nach dem Ende der DDR ihre Ansprüche auf das Haus einlösen. Zeitlos wacht während all dieser Zeit ein Gärtner über das Grundstück, schneidet Hecken, pflegt Sträucher, kultiviert die Natur, die sich in den Ritzen des Schicksals immer wieder ausbreitet. <i>Heimsuchung</i> ist gewissermaßen ein Geschichtsbuch, das jedoch klare Zuordnungen zwischen Recht und Unrecht, gut und böse, Tätern und Opfern verkompliziert, das vielmehr die Komplexität von Geschichte spürbar macht. Verwoben darin die Geschichte der Autorin, deren Großmutter Hedda Zinner selbst ein Haus am Scharmützelsee besaß, nachdem sie 1945 aus sowjetischem Exil in die DDR kam. <br /><br />2024 erhielt Jenny Erpenbeck für ihren Roman <i>Kairos</i> den International Booker Prize und wurde einem internationalen Publikum bekannt, die New York Times votierte <i>Heimsuchung</i> in die Liste der „100 Best Books of the 21th Century”. <br /><br />Regie: Alexander Eisenach <br />Bühne: Daniel Wollenzin <br />Kostüm: Claudia Irro <br />Video: Oliver Rossol <br />Licht: Robert Grauel <br />Dramaturgie: Johann Otten <br /><br />Wir weisen darauf hin, dass einzelne Szenen die Verbrechen des Nationalsozialismus, Antisemitismus, sexualisierte Gewalt, Suizid, Flucht und Vertreibung thematisieren.<br /><br />empfohlen ab Klasse 11<br /><br />Dauer: 2 Stunden 45 Minuten, 1 Pause]]></description>
      <pubDate>Tue, 6 Oct 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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      <title>Die Gehaltserhöhung (von Georges Perec Aus dem Französischen von Eugen Helmlé )</title>
      <description><![CDATA[In Georges Perecs Stück nimmt sich ein namenloser Angestellter vor, einen besseren Lohn zu verhandeln. Doch trotz anfänglicher Entschlossenheit arbeitet er sich äußerst umständlich zu seinem Ziel vor: In unzähligen Variationen wird der Weg zum Büro des Chefs durchgespielt, werden wie in einer komplexen mathematischen Aufgabe alle Eventualitäten abgewogen, die entlang der Firmenflure das Vorhaben durchkreuzen könnten. Ist der Abteilungsleiter überhaupt in seinem Büro? Hat er Zeit? Ja? Nein? Was dann? Ist die Stimmung günstig? Hat er familiäre Sorgen? Nimmt die Sekretärin das Anliegen entgegen?<br /><br />In einem schier unendlichen Anlaufversuch werden in Die Gehaltserhöhung auf aberwitzige Weise alle erdenklichen Hürden durchexerziert, die in einem starren Personal- und Hierarchiegefüge den Zugang zu einer angemessene Entlohnung verhindern: von der eigenen Angst vor der Laune des Chefs bis hin zu unüberwindlich scheinenden Verwaltungsproblemen. Und so schiebt der Angestellte sein Vorhaben lieber immer wieder auf, bis ein besserer Tag, eine glücklichere Gelegenheit kommt, um seine Bitte zu platzieren.<br /><br />Der französische Schriftsteller Georges Perec war Teil der Gruppe Oulipo (kurz für L‘Ouvroir de littérature potentielle, zu Deutsch: Werkstatt für potentielle Literatur), zu der auch Autoren wie Raymond Queneau und Italo Calvino gehörten. Oulipo verfolgte in den 1960er Jahren den Ansatz, durch spielerische Formzwänge die Sprache zu erweitern. Auch Perec  gab sich für seine Texte strenge Schreibregeln vor: Mit Anton Voyls Fortgang (1969) etwa verfasste er einen Roman, in dem er kein Wort verwendete, das den Buchstaben E enthält.<br /><br />Die Gehaltserhöhung ist ein hochrhythmisches Stück über Arbeit und Entfremdung, über Ermüdung und das Altern. Es ist ein lustvolles, absurdes Sprachspiel, das aktuelle Fragen in einer sich stetig wandelnden Berufswelt berührt: Wie viel ist die eigene Arbeit wert? Welche Jobs sind sinnstiftend, welche überflüssig, welche unsichtbar gemacht?<br /><br />Regie: Anita Vulesica <br />Bühne: Henrike Engel <br />Kostüme: Janina Brinkmann <br />Choreografie: Mirjam Klebel <br />Musik: Ingo Günther <br />Licht: Kristina Jedelsky <br />Dramaturgie: Lilly Busch <br /><br />Dauer: 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Mon, 19 Oct 2026 17:30:00 GMT</pubDate>
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      <title>Gift (von Lot Vekemans)</title>
      <description><![CDATA[Aus dem Niederländischen von Eva Pieper und Alexandra Schmiedebach <br /><br /><i>"Es ist verrückt, wie man anfängt zu hoffen, dass jemand stirbt. Aufgibt. Loslässt. Mach ruhig. Geh ruhig. Es ist gut. Wir schaffen es schon. Wir schaffen es schon ohne dich. Das war ein Irrtum."</i><br /><br />Ein Friedhof. Zwei Menschen. Eine gemeinsame Vergangenheit, ein gemeinsamer Verlust und zehn Jahre Trennung, Schweigen. Aus Anlass einer Grabverlegung kommen "Sie" und "Er" wieder zusammen. Gift soll aus einer nahegelegenen Fabrik ausgetreten sein und die Umbettung der Toten notwendig machen. Unterdessen betrachten die Frau und der Mann ihr umgebettetes Leben, das eines Silvesterabends sang- und klanglos auseinanderging. Was ist aus ihr und ihm geworden? Was aus ihrer Trauer, ihrem Leben? Und wer hat sich was vorzuwerfen? Zwischen Abrechnung und Annäherung, Trost und Trauer, Zärtlichkeit und Härte oszillieren die Szenen dieser Wiederbegegnung: das Porträt eines Paares, dessen Schicksal schon vorbei zu sein scheint – und das dennoch noch einmal durch alles hindurchgehen muss, in der Hoffnung, in einem Leben nach ihrem Leben anzukommen.<br /><br />Dagmar Manzel wurde 2014 für ihre Rolle "Sie" mit dem Deutschen Theaterpreis 'Der Faust' ausgezeichnet.<br /><br /><i>Gift</i> von Lot Vekemans ist auch als eBook erschienen. Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen.<br /><br />Regie: Christian Schwochow<br />Bühne: Anne Ehrlich<br />Kostüme: Pauline Hüners<br />Dramaturgie: John von Düffel<br /><br />Dauer: 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause]]></description>
      <pubDate>Sat, 24 Oct 2026 18:00:00 GMT</pubDate>
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      <title>Das Deutsche Theater in Berlin zählt zu den bedeutendsten Sprechtheaterbühnen im deutschsprachigen Raum.</title>
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      <pubDate>Sun, 6 Sep 2026 02:17:38 GMT</pubDate>
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