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25. Hildener Jazztage

17. - 22. August 2021

Rhythm saves the world

ist zugleich Motto und Statement für unser 25-jähriges Jubiläum der Hildener Jazztage – angelehnt an einen Titel von Louis Armstrong. Jazz steht schon immer für das Zusammenwirken von Musikern aus allen Teilen der Welt, die sich ergänzen und voneinander lernen. Im Jazz verschmelzen Musikkulturen – zu einer Melange. Deshalb betonen wir gerade in Zeiten der Pandemie die Botschaft dieser Stilistik: Offenheit, Toleranz und kulturelle Vielfalt. Wir wissen, dass nur im gemeinsamen Miteinander die aktuelle Krise überwunden werden kann. Und die positive Kraft der Musik wird uns dabei helfen.

Neuer Veranstaltungsort:
Wegen Covid-19 finden in diesem Jahr je nach Wetterlage alle Veranstaltungen Open Air und im "Caelo Konzertzelt" statt.

Kontakt

25. Hildener Jazztage
Sensitive Colours
Peter Baumgärtner
Altgassweg 45
D-47259 Duisburg

Telefon: +49 (0)203 759 93 54
Fax: +49 (0)203 759 93 56
E-Mail: p.baumgaertner@sensitive-colours.de

 

Tickethotline: +49 (0)211 27 40 00

Eine Veranstaltung von SENSITIVE COLOURS in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Hilden.

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Jazz

August Zirner & das Spardosen-Terzett

Diagnose: Jazz
Eine Geschichte des Jazz in Wort und Musik

August Zirner, wort / fl
Rainer Lipski, p
Kais Struwe, b
Mickey Neher, dr


„Monk, Mingus und Roland Kirk waren radikale Individualisten, sie waren Sprachsuchende, die Schwierigkeiten mit verbaler Kommunikation hatten. Ich habe die Nähe zur Sprache und die Sehnsucht nach Musik.“ (August Zirner)

"Diagnose: Jazz" ist der Titel des musikalisch-literarischen Bühnenprogramms, zu dem sich der Grimme-Preisträger August Zirner ("Die Fälscher") und das Essener Trio "Spardosen-Terzett" zusammengefunden haben. Gemeinsam spüren sie den Jazz-Legenden Thelonious Monk, Charles Mingus und Rahsaan Roland Kirk nach. Drei radikale Individualisten und ausgegrenzte Gestalten, die abseits der Bühne nur zu einer gebrochenen, unvollkommenen, disharmonischen Kommunikation fähig waren: autistisch der eine (Monk), blind und krank der andere (Kirk), gewaltig und unersättlich der dritte (Mingus).

Anhand von literarischen Skizzen, die August Zirner aus biographischen Quellen (siehe unten) und Liner Notes zusammengestellt hat, erkundet der Schauspieler die Nahtstellen zwischen Sprache, Musik und Leben der drei Jazzmusiker. „Diagnose: Jazz“ gewährt aber auch Einblicke in eine soziale Wirklichkeit der 50er Jahre, die von Gewalt, Rassismus und dem starken Wunsch nach Erlösung geprägt ist. Da ist zum Beispiel die Geschichte eines Messers und Feuerwehrbeils in einem Konzert, die Duke Ellington dazu veranlasste, Charles Mingus zu kündigen. Oder Polizisten, die Monks Finger auf das Übelste mit Knüppeln traktierten. Und die Legende, dass bei Mingus Tod, der mit 56 Jahren starb, 56 Wale an der Küste strandeten.

August Zirner und das Spardosen TerzettVon diesen teils sehr komischen, teils ungeheuer tragischen Geschichten baut Zirner immer wieder Brücken zu den „Bright Moments“ des Programms, in denen das musikalische Werk der Künstler in wunderschönen Interpretationen gewürdigt wird. Mit großer Virtuosität und Spielfreude präsentiert das "Spardosen-Terzett" im schnellen Wechsel zwischen Songs und Textpassagen Klassiker wie Serenade to a Cuckoo (Kirk), Epistrophy (Monk) und Goodbye Pork Pie Hat (Mingus), begleitet von der ausdrucksvoll gespielten Querflöte August Zirners.

In "90 bewegenden und mitreißenden Minuten" (WR) gelingt Zirner und dem "Spardosen-Terzett" eine perfekt inszenierte Geschichte des Jazz in Wort und Musik.

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Jazz

Accordion Affairs

Jörg Siebenhaar, Accordion & Piano
Konstantin Wienstroer, Bass
Peter Baumgärtner, Drums


Trio oder Quartett? Beides trifft zu bei Accordion Affairs. Ein besonders eigener Sound entsteht durch Siebenhaars Synchrones Bedienen Von Accordion und Piano, was die Möglichkeiten von Arrangement und Improvisation erheblich erweitert. Accordion und Piano werden eins!

Das Trio besticht durch die außerordentliche Dynamik von fast gehauchten bis hoch voluminösen Klängen, expressiv oder ultracool. Stilistisch offen reicht das Programm von Weltmusik verschiedenster Kulturen, über Eigenkompositionen bis hin zu Interpretationen von Stücken des Großen Accordionisten Richard Galliano oder des Gitarristen John Scofield.

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Jazz

Shinkarenko Jazz 4

Leonid Shikarenko, E-Bass
Vytautas Labutis, Saxofon / Keyboards
Jan Maksimovich, Saxofon
Linas Buda, Schlagzeug


Der Bassist Leonid Shinkarenko zählt zu den profiliertesten Jazzmusikern Litauens. Gemeinsam mit dem Saxofonisten und Keyboarder Vytautas Labutis sowie dem Schlagzeuger Arvydas Jofė, zwei weiteren klangvollen Namen des litauischen Jazz, betrieb er bis 2004 das renommierte „Lithuanian Jazz Trio“.

Jetzt sind Teile der Band als „Shinkarenko Jazz 4N“ zurück. Schlagzeuger Linas Buda ersetzt Arvydas Jofė. Buda ist nicht nur Mitglied in der international erfolgreichen Fusion-Jazz-Band von Keyboarder Dainius Pulauskas; er trommelte auch bei der populären litauischen Art-Rock-Band „Antis“, die in den 1980ern nicht nur in der ehemaligen Sowjetunion und in Europa erfolgreich war, sondern sogar in den USA tourte.

Neu dabei ist auch Saxofonist Jan Maksimovich, Fixstern einer jüngeren Generation erstklassiger litauischer Jazzmusiker. Erstmals kommt dieses Quartett mit seinem groovenden, elektroakustischen Jazz nach Deutschland.

Da das letzte gemeinsame Album des „Lithuanian Jazz Trio“ den Titel „To be continued“ trug und sich die Beteiligten somit versprochen hatten, irgendwann weiterzumachen, war es nur eine Frage der Zeit. Mehr als eine Dekade hat es allerdings gedauert, nun ist es soweit. „Und wir haben den Wunsch, ein wenig anders zu spielen. Mit größerer Freiheit für Improvisation und Ausdruck“, erklärt Bandleader Leonid Shinkarenko.

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Jazz

Martin Sasse / Gerd Dudek Quartett

"Tribute to John Coltrane"

Gerd Dudek, sax
Martin Sasse, p
Markus


Das Gerd Dudek - Martin Sasse Quartett widmet sich dem Saxophonisten John Coltrane und seinem musikalischen Wirken. Mit Gerd Dudek (Saxophon), Martin Sasse (Piano), Martin Gjakonovski (Kontrabass) und Hendrik Smock (Schlagzeug) haben sich vier erstklassige Jazzmusiker zusammengefunden, die die Musik Coltrane's nicht nur verstanden haben, sondern diese auch noch mit ihrer eigenen musikalischen Stimme und Ideen bereichern können. Zur Zeit präsentieren sie ihre CD „Out of this world“.

Gerd Dudek ist eine Legende des Jazz, zählt zu den innovativsten Persönlichkeiten der europäischen Jazzszene. Seinen frühen Ruhm begründete er im Orchester Kurt Edelhagen und im Manfred Schoof Quartett. Weitere Stationen seines musikalischen Lebens waren das Albert Mangelsdorf Quintett und Alexander von Schlippenbachs „Globe Unity Orchestra“. Die Intensität und Melodik, mit der Gerd Dudek am Saxophon zu Werke geht, ist selten gehört und in Verbindung mit seiner Leichtigkeit und Authentizität ein wirkliches Ereignis.

Martin Sasse, einer der gefragtesten Jazzpianisten in Deutschland, besticht immer wieder durch seine Spielfreude, seinen swingenden Groove und sein harmonisches Verständnis. Die Liste der internationalen Jazzgrößen, mit denen er gearbeitet hat, ist lang: Al Foster, Peter Bernstein, Jimmy Cobb, Steve Grossman, Vincent Herring, Dick Oatts, Billy Cobham, um nur einige zu nennen. Für seine CD-Produktion "Good Times" (Nagel Heyer Records) mit Charlie Mariano erhielt Martin Sasse den "Preis der deutschen Schallplattenkritik 4/2010“. Der Jazzfilm „Blue“ mit ihm als Protagonist läuft z.Zt. in deutschen Kinos.

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Jazz

Tutu Puoane & Band

Tutu Puoane (SA/BE), voc
Ewout PIerreux (BE), p / komp
Jasen Weaver (USA/BE), b
James Williams (USA/BE), dr


Tutu Puoane ist seit langem eine der eindringlichsten Stimmen der zeitgenössischen Musikszene in den Benelux-Ländern. Sie ist in Pretoria, Südafrika, und lebt schon seit fünfzehn Jahre in Belgien. Bekannt ist sie u.a. durch die Zusammenarbeit mit dem Brussels Jazz Orchestra, Bert Joris und der Philharmonie, sowie in den belgischen Theaterwelten von Wim Vandekeybus' Ultima Ves und dem KVS.

Während ihrer erfolgreichen Tournee mit ihrem The Joni Mitchell Project, bei der sie Mitchells einzigartige Songs und Texte auf eine persönliche Art und Weise interpretierte, entdeckte sie ihre Liebe zur Poesie wieder, und die Idee reifte wieder selbst Musik auf der Grundlage einiger ihrer Lieblingsgedichte zu komponieren. Sie wählte das Werk ihres Landsmannes und Kollegen Lebogang Mashile und komponierte zusammen mit dem Pianisten Ewout Pierreux ein Repertoire mit einer Auswahl von Mashiles kraftvollen Werken. Das Ergebnis ist eine glühende Balance zwischen Worten und Musik, mit Einflüssen aus Jazz, Soul und Singer-Songwriting.

Puoanes wunderbare Stimme, ihre Intuition, ihr Sinn für Rhythmus und Melodie, kombiniert mit ihrem typischen Charme und Sinn für Humor auf der Bühne, machen jedes Konzert zu einem unvergesslichen Ereignis. Sie schafft es Musikliebhaber über alle Stilgrenzen hinweie zum Mitsingen und Tanzen: Sieg zu erreichen. Sie bringt Sie zum Lächeln, sie bringt Sie hier und da zum Weinen, sie bringt zum Tanzen. Sie berührt!

www.tutupuoanemusic.com

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Jazz

Rückert, Tiedemann, Plate, Netta Quartett

Thomas Rückert, Piano
David Plate, Gitarre
Gunther Tiedemann, Cello
Sebastian Netta, Drums


Die musikalische Genetik zweier lange und noch länger zusammengewachsener Duos findet sich in diesem Quartett wieder. Aus über Jahre gepflegter Duo-Dialogkultur wird hier eine musikalische Gesprächsrunde über Jazz und Auch-Jazz, Bekanntes und Demnächst-Bekanntes. Das Cello spielt dabei mit seinen kommunikativen Möglichkeiten als multiple Persönlichkeit zwischen Melodie-, Bass- und Harmonieinstrument.

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Jazz

The Kuti Mangoes “Afrotropism”

Gustav Rasmussen, trb / guit
Michael Blicher, sax
Aske Drasbæk, sax
Johannes Buhl, keys
Casper Mikkelsen, dr
Magnus Jochumsen, perc


"Eine der besten Afrojazzbands der Welt kommt aus Kopenhagen!" rezensierten die Kieler Nachrichten 2016 und so oder ähnlich renommierte internationale Autoren. Schon drei Jahre zuvor waren die zu dem Zeitpunkt international bereits hinlänglich bekannten Jazzmusiker auf der Kopenhagener Bildfläche erschienen; zusammengebracht hatte sie ihre gemeinsame Faszination für westafrikanische Musik, insbesondere der Afrobeat von Fela Kuti. Aber auch Ornette Coleman und Charles Mingus, dessen Name sich ebenfalls im Bandnamen wiederfindet, sind prägende Einflüsse auf die beiden Bandleader und Komponisten Michael Blicher und Gustav Rasmussen.

Ihr erstes, 2014 erschienenes Album Afro-Fire gewann sogleich den Preis für das "Best World Music Album" bei den Danish Music Awards (auch als Danish Grammys bekannt) und der international rotierende Titeltrack "Fire" den Preis als "Best World Music Track". Nominierungen gab es zudem in den Kategorien "Best Compositions" und "Best Alternative Jazz Album".

Festivaleinladungen nach Afrika und Asien, Nordamerika und in viele europäische Länder, Showcases bei der jazzahead!, der Womex, dem Spot- und dem Reeperbahnfestival sowie ausgiebige Clubtourneen folgten. Der Rezensent der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen hielt die Stimmung im Saal nach einem Konzert folgendermaßen fest: „Nach der letzten Zugabe… sangen die… Zuschauer einfach den Refrain ‚Ahajeha‘ des letzten Songs minutenlang weiter…. Unterdessen hatten die sechs Musiker die Bühne schon längst verlassen. Eine bessere Form der Begeisterung kann ein Publikum nicht ausdrücken“.

The Kuti MangoesFür das zweite, im November 2016 erschienene Album Made In Africa machten sich die Musiker auf den langen, aber lohnenswerten Weg nach Mali und Burkina Faso. Dort entstand ein Album, das sowohl auf traditionellen Folksongs basiert wie auch neue Kompositionen enthält. Jazz thing schrieb damals über das Album: „…was die Kutimangoes besonders macht, ist die Vielfalt der Stile, die sie in ihre Grooves implementieren: Heitere Calypsosounds und brachialer New-Orleans-Fonk mit dem Beat der Second Line flankieren ihre Songs; perlende Soukousgitarren, rudimentäres Geplucker mit Ngoni oder Balafon, auch der Sahel-Blues schimmern durch und zuweilen zitieren die tiefdröhnenden Bläser äthiopische Fünftonriffs“. Auch Album Nummer zwei wurde für zwei Danish Music Awards nominiert und der während ihrer Reise von Regisseur Anders S. Jepsen gedrehte Dokumentarfilm Bamako Play gewann beim New York Jazz Film Festival den Preis für die "Best mixed-genre documentary".

Waren Afro-Fire und Made In Africa geprägt von der Suche nach den spirituellen Wurzeln in der westafrikanischen Musik und der Frage, welchen Einfluss sie über Blues, Jazz und Soul auf die eigene, in Dänemark verwurzelte Erlebniswelt haben, treibt das neue Album Afrotropism die Blüten dieser ersten beiden Entdeckungsreisen aus – es liegt im Ohr des Betrachters, die afrikanischen Wurzeln in ihnen zu entdecken; sei es in Form kompositorischer Bezüge, in der Verwendung afrikanischer Instrumente und Rhythmen oder nur einem unergründlichen Gefühl geschuldet.

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Jazz

Five Birds and Strings

Kompositionen für Streichorchester und Jazz-Quintet von Axel Fischbacher

Axel Fischbacher Quintet
Kammerphilharmonie Wuppertal


Gitarrist Axel Fischbacher zählt schon lange zu den Spitzensolisten der europäischen Jazz-Szene. Hunderte Konzerte und Tourneen weltweit, eine Vielzahl von CD-Produktionen, sowie Lehrtätigkeiten in Kanada und der Schweiz kann der gebürtige Lübecker vorweisen. 2016 erfüllte Fischbacher sich einen Traum und widmete sich einem seiner großen Vorbilder und Giganten des Jazz: Charlie "Bird" Parker. Die CD und LP "Five Birds – Axel Fischbacher Quintet plays Charlie Parker", mit eigenen Interpretationen bekannter Charlie Parker Kompositionen, wurde eine Erfolgsgeschichte. Mit Fischbacher an der Gitarre, Denis Gäbel am Saxophon, Matthias Bergmann am Flügelhorn, Nico Brandenburg am Kontrabass und Tim Dudek an den Drums, folgten viele Konzerte und Tourneen; es hagelte Lobeshymnen von der Fachpresse.

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Jazz

Jazzpool NRW “Canzone”

Giovanne Falzone, tp
Kristina Brodersen, alt-saxb
Matthias Nadolny, ts
Wolfgang Schmidtke, s-s, b-cl, ts
Glauco Venier, p
Hendrika Entzian, b
Peter Weiss, dr


Im aktuellen Projekt Canzone zeigen italienische Gastmusiker teils Tendenzen zu folkloristisch-tänzerischen Formen, die in ihrem verspielten, bisweilen auch witzigen Charakter nördlich der Alpen schwerlich vorstellbar sind. Aber auch in der Interpretation von eindeutig jazzimmanentem Material hat sich ein spielerischer Gestus entwickelt, der betont lyrisch – manchmal bis zum Melancholischen – klingt, und der sich ohne größere Umwege auf die ungemein reiche Gesangskultur in Italien zurückführen lässt.

Deshalb meinen wir, dass eine italienische Version der European Standards gut mit dem Beinamen »Canzone« daherkommt. In der Musikgeschichte ist dieser Begriff verschiedentlich genutzt worden; den unterschiedlichen Ausdeutungen gemeinsam ist der Hinweis auf eine lyrische musikalische Haltung. Wenn diese in die Welt des Jazz transferiert wird, ist eine Verbindung zur klassischen Vorstellung von »Cool Jazz« nicht falsch und wenn wir auch natürlich weit davon entfernt sind, den Sound aus den 50er Jahren nachzubeten, so erscheint es uns interessant, lyrische Spielweisen in den Soli mit komplexen mehrstimmigen Bläserlinien in den Arrangements zu verbinden.

www.jazzpool.nrw

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Jazz

Joe Kraus & Band

Joo Kraus, Gesang / Trompete / Live-Elektronik
Ralf Schmid, Keyboards
Veit Hübner, Bass
Torsten Krill, Schlagzeug


We’re doing well.

Das ist erst mal ein ziemlich breitschultriges Statement – speziell in diesen Zeiten. Aber wie immer kommt es auf den Kontext und den Absender an. Und der ist hier eben Joo Kraus. Ein Musiker, der am liebsten Genregrenzen und Stiletiketten auflöst und Musik so macht, wie er lebt: frei und fühlend. Gut möglich also, dass das Album ein paar Extra-Dimensionen birgt. (Spoiler: Ja, tut es.)

Vier Jahre ist es her, seit Joo Kraus mit dem Album JooJazz anklingen ließ, wohin er musikalisch unterwegs ist: Von seinem Heimatplaneten Jazz aus geht er auf immer ausgedehntere Entdeckungsreisen, um jenseits jeder Crossover-Orthodoxie mit Sternschnuppen aus anderen Galaxien zu spielen – heißen sie nun Soul, Funk, Pop, Latin oder Elektro. Die Musik, die Joo von diesen Reisen mitbrachte, war schon auf JooJazz ein ohrenöffnendes Ereignis. Doch We’re doing well öffnet den Horizont noch weiter: In den 10 Songs lässt er einfach alle Kategorieleinen los, überlässt sich dem Flow – und findet dabei vielleicht eine neue Heimat, weil er sie nicht gesucht hat: grenzenlos spielfreudig, virtuos vogelfreiwild und absichtslos tiefsinnig. Willkommen in Jootopia.

We’re doing well kommt aufs erste Reinhören ganz schön gut gelaunt daher – ja, es geht uns verdammt gut hier: mit diesen oldschooligen funky Beats und Riffs, dieser federleicht intonierenden Trompete, die so virtuos ist, dass sie es nicht mehr beweisen braucht, mit diesen freestyligen, halb gerappten und halb gesungenen Vocals, und mit Arrangements, die zwischen freier Assoziation, Experimentierlabor und musikhistorischem Fundus klingen, als seien sie einfach so passiert.

Das alles ist eindeutig und entschieden unkommerziell – doch zugleich immens unterhaltsam und eingängig. Wie das möglich ist? „Große Freiheit“, sagt Joo einfach. Und ergänzt: „Die Songs sind diesmal noch freier geworden, weil wir uns noch weniger drum scheren, ob das in irgendeinem Radio gespielt wird oder sonst in kein Format passt.“

Wir – das sind wie immer seine Mitmusiker seit 16 Jahren und zugleich beste Freunde: Schlagzeuger Torsten Krill, der auch für Produktion, Recording, Mixing und Mastering (mit)verantwortlich zeichnet, Kontrabassist Veit Hübner und Pianist Ralf Schmid. Den größten Hut hat Joo Kraus selbst auf – Trompete und Gesang gehen ebenso auf seine Kappe wie Gitarren- und einige Keyboard-Parts sowie Text und Komposition. Wobei hier auch die Band erheblich mit im Boot war: „Bei manchen Stücken hatte ich zunächst nur ein paar Töne, und dann entstand im Studio oldschool-bandmäßig der Song. Wenn wir so zusammen spielen, wird’s richtig elektrisch, und es passiert etwas, das über uns vier hinausgeht“, erzählt Joo.

Das, was darüber hinausgeht, ist es vielleicht auch, was We’re doing well über die gut gelaunte Frontseite hinaushebt: Jeder Song hat seine eigene Dynamik, weckt Imaginationen und führt an durchaus seltsame Orte. Bei „Count to 4“ geht’s mit Vollgas ins Hippie-Speedjazz-Wah-Wah-Wonderland – mit Frank Zappa als Beifahrer und 70er-Progrock im Radio. „Elvis in Paris“ dagegen gleicht einer Spazierfahrt durch Toontown – die Häuser schief, die Straßen krumm, das Leben bunt und ziemlich schräg. Und das ist erst der Anfang der Sightseeing-Tour durch Jootopia: Mit „Space Glider“ verlassen wir endgültig alles Feste und Gewisse. Orientfarbene Melodiefragmente fließen durch uns hindurch, vergessene Träume tauchen am Wegesrand auf, eventuell startet so eine Pilgerfahrt ins Unterbewusstsein ... are we really doing well?

Hier und jetzt und das Album hörend: Aber ja! Nach dem urban-untergründig mäandernden „Jootopia“ gibt es ein tiefes, friedvolles Ausatmen mit „Love“ – warm und melancholisch interpretiert von Fola Dada.

Und schließlich der titelgebende Song: „We’re doing well“: Okay, das ist tatsächlich ein Statement – auch musikalisch. Startet cool, breitet sich dann überraschend aus und durchmisst in vier Minuten mehrere Jahrzehnte und Stimmungslagen. So mehrdeutig wie der Sound ist auch die Botschaft: „Klar, einerseits geht’s uns wirklich gut – aber viele Menschen, auch ich selbst, neigen auch dazu, sich in ihre heile kleine Welt zurückzuziehen, obwohl da draußen schon längst der Hurrikan tobt. Oder vielleicht auch nicht?“

Joos Frage bleibt unbeantwortet im Raum. Sicher ist eh nichts. Außer vielleicht: Solange wir Musik wie die auf We’re doing well hören dürfen, geht es uns in jedem Fall viel, viel besser.

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Jazz

Cécile Verny Quartet

Cécile Verny, Vocals
Bernd Heitzler, Basses
Andreas Erchinger, Piano & Keyboard
Lars Binder, Drums & Percussion


Cécile Verny betritt die Bühne. Allmählich wird es ruhig im Saal. Wie sie ihre Stimme erhebt und zärtlich die Melodie des ersten Songs anstimmt, breitet sich eine fast andächtige Stimmung aus. Und als schließlich der Song zu Ende ist und Beifall aufbrandet, ist zumindest schon mal Eines offensichtlich. Cécile Verny hat es wieder geschafft, ihr Publikum mit dem ersten Lied zu verzaubern. Und alle lieben sie dafür, ganz gleich, ob sie nun der Pop- oder der Jazzfraktion angehören.

Das Cécile Verny Quartet verfügt über das Talent, sofort eine emotionale Verbindung zum Publikum aufzubauen. Diese großartige Sängerin hat das, was man Charisma nennt, ist ausgelassen und nachdenklich, fröhlich und verletzlich zugleich. Die Band mit Andreas Erchinger an Piano und Keyboards, Bernd Heitzler an verschiedenen Bässen und Lars Binder am Schlagzeug agiert mit Nonchalance, Understatement und Coolness, sorgt für elastischen Puls, knackige Grooves oder bei Bedarf filigrane Farbtupfer, leistet sich Passagen, in denen sie sich so richtig freispielt und zeigt immer wieder, aus welch versierten Solisten sie doch eigentlich besteht. Ohne das große gemeinsame Ziel aus den Augen zu verlieren, den möglichst perfekten Klangteppich zu schaffen, auf dem sich die sinnliche, erotische, verruchte, zornige oder auch mal ganz sanfte Stimme von Cécile Verny optimal entfalten kann.

Da diese Band ein Level erreicht hat, auf dem dies scheinbar wie von selbst funktioniert, kommen wirklich alle auf ihre Kosten, die Musik erwarten, die höchsten Ansprüchen genügt, dabei dennoch gut ins Ohr geht und auch noch im Gedächtnis haften bleibt. Vorsicht Suchtgefahr.

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25. Hildener Jazztage

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Peter Baumgärtner

17. - 22. August 2021

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Ereignisse / Konzert Hochschule für Musik und Tanz Köln Köln, Unter den Krahnenbäumen 87
Ereignisse / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Wuppertal, Kurt-Drees-Straße 4
Ereignisse / Festspiele Brühler Schlosskonzerte Brühl, Bahnhofstraße 16
Ereignisse / Kulturveranstaltung Rautenstrauch-Joest-Museum Köln Köln, Cäcilienstraße 29-33
Netz.Werke / Messe Discovery Art Fair Virtual Köln, Gladbacher Wall 5
Ereignisse / Kulturveranstaltung Domforum Köln Köln, Domkloster 3
Ereignisse / Varieté Roncalli Varieté Düsseldorf Düsseldorf, Apollo-Platz 1
Ereignisse / Festival Cologne Conference GmbH
Sa, 21.8.2021, 20:00 Uhr
Ereignisse / Festival Film Festival Cologne
Do, 21.10.2021, 20:00 Uhr
Ereignisse / Kulturveranstaltung Düsseldorf Congress Veranstaltungsges. mbH Düsseldorf, Siegburger Str. 15
Ereignisse / Festival Beethovenfest Bonn Bonn, Poppelsdorfer Allee 17
Ereignisse / Ausstellung Gasometer Oberhausen Oberhausen, Am Grafenbusch 90
Ereignisse / Kulturveranstaltung Kulturzentrum Zakk Düsseldorf Düsseldorf, Fichetnstr. 40
Ereignisse / Kulturveranstaltung Altes Kurhaus Aachen Aachen, Kurhausstr. 1
Ereignisse / Kulturveranstaltung Kulturforum Franziskanerkloster Kempen Kempen, Burgstr. 19
Ereignisse / Kulturveranstaltung Lew Kopelew Forum e.V. Köln Köln, Neumarkt 18a
Ereignisse / Kulturveranstaltung EUROGRESS Aachen Aachen, Monheimsallee 48
Ereignisse / Film filmsociety.e.V. Kunstsalon Köln Köln, Brabanter Str. 53
Ereignisse / Festival Festival Alte Musik Knechtsteden Dormagen, Ostpreußenallee 5
Ereignisse / Tanz Internationale Tanzmesse NRW Köln, Im MediaPark 7
Ereignisse / Festival Muziek Biennale Niederrhein Kempen, Thomasstraße 20

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