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Musikfest Berlin

28.8. bis 20.9.2021

Von der Freude an der musikalischen Kreation
Das Spätwerk Igor Strawinskys beim Musikfest Berlin 2021
mit Musik von Carlo Gesualdo bis zu Heiner Goebbels und Olga Neuwirth

Vom 28. August bis 20. September 2021 startet das Berliner Konzertleben mit dem Musikfest Berlin in die neue Spielzeit, veranstaltet von den Berliner Festspielen, in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker. In 34 Veranstaltungen wird im Großen Saal der Philharmonie und deren Kammermusiksaal, im Konzerthaus am Gendarmenmarkt und im Großen Sendesaal des rbb Musik aus fünf Jahrhunderten präsentiert. Über 100 Werke von rund 52 Komponist*innen, aufgeführt von 29 Instrumental- und Vokalensembles und 35 Solist*innen des internationalen und Berliner Musiklebens.

Kontakt

Musikfest Berlin
Berliner Festspiele
Schaperstraße 24
D-10719 Berlin

Telefon: +49 (0)30 254 89-244
Fax: +49 (0)30 254 89-111
E-Mail: musikfest@berlinerfestspiele.de

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Konzert

Gründungskonzert Bundesjugendchor

Bundesjugendchor
Anne Kohler, Leitung


Alpha & Omega

Johannes Brahms (1833 – 1897)
Fest- und Gedenksprüche op. 109 (1888)
für gemischten Chor a cappella

Robert Schumann (1810 – 1856)
Vier doppelchörige Gesänge op. 141 (1849)
für gemischten Chor a cappella

Orlando di Lasso (1532 – 1594)
Timor et Tremor (1564)
Motette für gemischten Chor

Jonathan Harvey (1939 – 2012)
Plainsongs for Peace and Light (2012)
für gemischten Chor oder 16 Solostimmen

Orlando di Lasso
In hora ultima (1604)
Motette für gemischten Chor

Hendrik Hofmeyr (*1957)
In tempore belli (2016)
für gemischten Chor, Sopran- und Alt-Solo

Wolfgang Rihm (*1952)
Mit geschlossenem Mund (1982)
für gemischten Chor

Orlando di Lasso
In religione homo vivit (1585)
Motette für gemischten Chor

Kathrin Denner (*1986)
Innen
für gemischten Chor
Kompositionsaufrag des Deutschen Musikrats, gefördert von der Ernst von Siemens Musikstiftung.
Uraufführung

Orlando di Lasso
Homo cum in honore esset (1566)
Motette für gemischten Chor

James MacMillan (*1959)
Alpha & Omega (2011)
für gemischten Chor a cappella

Zum Gründungskonzert des Bundesjugendchors stellen die jungen Sänger*innen ein Höchstmaß an stilistischer Vielfalt unter Beweis: Neben Liederzyklen von Schumann und Brahms stehen Werke des Renaissance-Komponisten Orlando di Lasso sowie zahlreiche Werke der Gegenwart auf dem Programm.

Die Premiere sollte im vergangenen Jahr stattfinden; die Pandemie verhinderte sie. Singen hatte sich von einer der schönsten zu einer gefährlichen menschlichen Äußerung gewandelt. Anfang vergangenen Jahres hatte der Deutsche Musikrat nach gründlichen Vorbereitungen den Bundesjugendchor als vokales Pendant zum Bundesjugend- und Bundesjugendjazz-orchester ins Leben gerufen. Junge Stimmkünstler*innen, die bei verschiedenen Vorsingen ausgewählt werden, erhalten die Möglichkeit, sich auf eine Laufbahn als professionelle Chorist*innen vorzubereiten. Sie treffen sich projektbezogen in Arbeitsperioden, erarbeiten Programme und stellen sie in Konzerten vor. Die musikalische und konzeptionelle Verantwortung übernahm mit Anne Kohler eine engagierte, erfahrene Chordirigentin und Pädagogin. Sie lehrt an der Hochschule für Musik Detmold, an der die Kultivierung des Chorgesangs seit jeher mit besonderer Intensität gepflegt wird.

Für seinen öffentlichen Einstand hat der Chor ein Programm vorbereitet, das exponierte Seiten der ungemein reichen chorischen Gesangskunst beleuchtet. Zwei anspruchsvollen doppelchörigen Zyklen, die teils von der traditionsreichen Motettenkunst (Johannes Brahms), teils vom romantischen Chorlied (Robert Schumann) aus eine ganz eigene Klangsprache entwickeln, folgt ein Dialog über die Epochen hinweg. Auf Motetten von Orlando di Lasso antworten zeitgenössische Werke. Sie setzen sich mit der Spiritualität auseinander, die gutem Chorgesang innewohnt.

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Konzert

Eröffnungskonzert

Ensemble Modern Orchestra
Vimbayi Kaziboni, Leitung
Heiner Goebbels, Lichtregie
Norbert Ommer, Klangregie


Heiner Goebbels (*1952)
A House of Call. My Imaginary Notebook (2020) - Uraufführung
Kompositionsauftrag von Ensemble Modern, Berliner Festspiele / Musikfest Berlin, Kölner Philharmonie, beuys2021, Elbphilharmonie Hamburg, musica viva / Bayerischer Rundfunk, Wien Modern und Casa da Música Porto.

Die innovative Kraft des Ensemble Modern Orchestra und die genreübergreifende Kompositionsweise von Heiner Goebbels treffen erneut aufeinander: Anlässlich des Beethoven-Jahres hat Heiner Goebbels ein neues Werk geschrieben, dessen Uraufführung beim Musikfest Berlin 2021 stattfindet.

„A House of Call. My Imaginary Notebook“ ist ein vierteiliger Zyklus mit Kompositionen, in denen das Ensemble Modern Orchestra auf Stimmen reagieren wird, die Heiner Goebbels in einem imaginären Notizbuch bewahrt hat; Stimmen, auf die er bei Projekten, Reisen, Begegnungen oder in Archiven – manchmal auch zufällig – gestoßen ist und die jetzt mit ihren eigenen Klängen und Sprachen wiederkehren und ‚den Ton angeben‘: Dialoge, Beschwörungen, Gebete, Anrufungen, Aufrufe, Sprechakte oder Lieder. Es sind unverwechselbare, ‚eigentümliche‘ Stimmen, die jetzt, meist zum ersten Mal, auf einer Konzertbühne zu Wort kommen. Die Musiker*innen des Orchesters antworten darauf, individuell oder kollektiv, wie der Chor in einem Responsorium: sie kommentieren, unterbrechen, unterstützen und widersprechen.

„a prolonged visit to a house of call“ – die Zeile findet sich bei James Joyce in „Finnegans Wake“, auf Seite 41, unweit des onomatopoetischen „roaratorio“, das dem Hörstück von John Cage den Namen geben sollte. Ein Hörstück, das mich nachhaltig geprägt hat, weil sich John Cage inmitten eines Stroms vieler Stimmen, Mesostichon für Mesostichon, durch die 628 Seiten des Romans liest – wie ein ‚gesungenes Schreiben der Sprache‘. So hat Roland Barthes die Rauheit (Körnung) der Stimme beschrieben, und diese Rauheit – le grain de la voix – macht das Gemeinsame der Stimmen aus, die sich in meinem imaginären Notizbuch eingefunden haben.
Heiner Goebbels 2020

In vielen der Arbeiten von Heiner Goebbels spielt die Anziehung abwesender, akusmatischer Stimmen eine wichtige Rolle; ob 1981 auf seiner ersten Single „Berlin Kudamm 12.4.81“ (1981), in der „Chaconne / Kantorloops“ aus „Surrogate Cities“ (1994), in der Performance „Stifters Dinge“ (2007), der Klanginstallation „Genko An“ (2008ff.) oder in seinen Hörstücken. In „A House of Call“ werden die Stimmen zum ersten Mal zu Protagonisten eines ganzen Konzerts.

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Konzert

Concertgebouworkest Amsterdam

Concertgebouworkest Amsterdam
Renée Fleming, Sopran
Daniel Harding, Leitung


Igor Strawinsky (1882 – 1971)
Agon (1957)
für Orchester
Lincoln Kirstein und George Balanchine gewidmet

Olivier Messiaen (1908 – 1992)
Poèmes pour Mi (1937)
für Sopran und Orchester

Claude Debussy (1862 – 1918)
La Mer – drei symphonische Skizzen (1903 – 1905)
für Orchester

Das Concertgebouworkest eröffnet die Reihe der Igor Strawinsky gewidmeten Konzerte beim Musikfest Berlin mit dem Ballett „Agon“ von 1957. In dem späten Werk sind deutliche Spuren aller Schaffensphasen Strawinskys herauszuhören. Ihm zur Seite stehen Werke seiner Zeitgenossen Olivier Messiaen und Claude Debussy – wichtige Einflüsse und zugleich größtmögliche stilistische Kontraste.

Mit dem Concertgebouworkest aus Amsterdam verbindet das Musikfest Berlin eine jahrzehntelange Zusammenarbeit, der das Musikleben der Stadt viele Glanzlichter verdankt. Die Amsterdamer eröffnen die Konzertreihe zum Festivalschwerpunkt: Igor Strawinsky, vor allem dessen wenig beachtetes Spätwerk. „Agon“, geschrieben für das New York City Ballett, steht am Übergang in diese letzte Schaffensphase des Weltbürgers aus Russland. In den fünf Jahren ihrer Entstehung, vom ersten Entwurf bis zum Abschluss des Werks, vollzog der Komponist die Metamorphose zur Reihenkomposition als einer Methode besonderer Transparenz und Klarheit. Das Ballett hat keine Handlung, es ist als Revue von Tänzen konzipiert, die Strawinsky einem französischen Lehrbuch aus dem 17. Jahrhundert entnahm. Die musikalische Form gleicht daher einer Suite, die durch Vor- und Zwischenspiele gerahmt und gegliedert ist. Sie eignet sich umstandslos für den Konzertgebrauch.

„Agon“ – Wettstreit, Auseinandersetzung – kann als Leitgedanke über diesem Programm stehen. Strawinsky, für den Frankreich die wichtigste und einflussstärkste Station seit seiner Emigration aus Russland war, wird Komponisten gegenübergestellt, die er und die ihn schätzten, und die gleichwohl auf entschiedener ästhetischer Differenz zu ihm bestanden. Diese liegt in der Einstellung zu Expressivität und Rhythmus. In Olivier Messiaens „Poèmes pour Mi“ (so der Kosename seiner ersten Frau, der Komponistin und Geigerin Claire Delbos) findet sich bereits die Mischung aus Spiritualität und Erotik, die später so großformatige Werke wie die „Turangalîla-Symphonie“ bestimmte. Der Zeitfluss der neun Lieder ist durch rhythmische Muster organisiert, die gleichsam den Augenblick zum Verweilen zwingen sollen. Debussys Symphonische Skizzen aber sind der Präzedenzfall einer Rhythmik, die Messiaen so beschrieb: „Indem er die Natur betrachtete, hat Debussy den beweglichen Charakter, die unaufhörliche Wellenbewegung begriffen, die er in seine Musik übertrug, und deshalb war er einer der größten Rhythmiker aller Zeiten.“

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© Cathy Milliken
Konzert

Ensemble Modern, Neuer Kammerchor Berlin

Helena Rasker, Gesang/Schauspiel
Michael Schiefel, Gesang/Schauspiel
Neuer Kammerchor Berlin
Adrian Emans, Einstudierung
Ensemble Modern
Catherine Larsen-Maguire. Leitung
Cathy Milliken, Komposition/Text/Workshop
Patrick Hahn, Text/Dramaturgie
Ursula Becker, Übersetzung
Robert Lehmeier, Szenische Umsetzung


Cathy Milliken (*1956)
Night Shift – The Rehearsal (2021) - Uraufführung
Ein Abend für Ensemble, Solist*innen, Chor und teilnehmendes Publikum.

Cathy Milliken komponiert mit „Night Shift – The Rehearsal“ einen Abend, an dem das Publikum zum Akteur wird. „Mit-machen ist erste Zuschauerpflicht“, wenn sie gemeinsam mit den Performer*innen an diesem Abend gemeinsam eine poetische Welt kreieren, träumen und Grenzen überwinden.

“When my cue comes, call me, and I will answer“ („Wenn mein Stichwort kommt, ruft mich, und ich werde antworten“). Zettel (Bottom), der Weber mit Schauspielambitionen aus Shakespeares „Sommernachtstraum“, macht es vor: Mitmachen ist erste Zuschauerpflicht. So auch in den Projekten der Konzertreihe „Connect“ des Ensemble Modern, der London Sinfonietta, des Remix Ensemble Porto und des Asko|Schönberg Ensemble, in der die vierte Wand durchbrochen ist, und zwar nicht nur spaltbreit.

Shakespeares „Sommernachtstraum“ ist eines der ersten Werke, das explizit das Aufführen von Kunst durch Laien zum Thema macht, wenn das Gefolge der Handwerker daran arbeitet „Pyramus und Thisbe“ aufzuführen. Shakespeares Spiel im Spiel wird in „Night Shift“ zum Ausgangspunkt für einen Konzertabend, in dem auch das Publikum zum Protagonisten wird.

„Night Shift - The Rehearsal“ ist kein fertiges Stück, das Publikum ist Teil einer Probe, auf der der Tenor Michael Schiefel, die Altistin Helena Rasker und die Musiker*innen des Ensemble Modern sich auf die Aufführung vorbereiten. Unter seinem Stuhl findet jeder Zuschauer sein eigenes Sound-Package, mit dem er an diesem Abend mitmusizieren kann. Und auch Stift und Papier, denn wovon die Träume dieser „Nachtschicht“ handeln, weiß am Ende dieses Abends niemand. Improvisation und Reaktion von allen Mitwirkenden ist gefragt.

Welche Rolle kann Musik in einer Welt spielen, in der Umweltkatastrophen, Pandemien und gesellschaftliche Ungleichheit regieren? In einer „Nachtschicht“ träumen Helena und Michael mit ihrem Publikum einen bodenlosen Traum und arbeitet sich vor zu einer Kunst, die die Wirklichkeit verändern kann. Oder ist es die Kunst, die sie bereits unbemerkt verändert hat? Musik und los geht‘s! Oder nach Zettel: „Spielt mir ein Stück auf der Maultrommel!“

Patrick Hahn und Cathy Milliken

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© Javier del Real, Teatro Real
Konzert

Mahler Chamber Orchestra

Tamara Stefanovich, Klavier
Mahler Chamber Orchestra
Sir George Benjamin, Leitung


Oliver Knussen (1952 – 2018)
The Way to Castle Yonder (1990)
für Orchester

Henry Purcell (1659 – 1695)
Three Consorts (1680)
aus: Consort Music für Streicher
transkribiert für Kammerorchester von George Benjamin (2021)

Igor Strawinsky (1882 – 1971)
Movements (1958/59)
für Klavier und Orchester

George Benjamin (*1960)
Concerto for Orchestra (2019 - 2021)
Kompositionsauftrag des Mahler Chamber Orchestra,
gefördert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung, und BBC Radio 3
Deutsche Erstaufführung

Igor Strawinsky
Pulcinella Suite (1922/1949)
für Orchester

Igor Strawinskys „Movements“ für Klavier und Orchester gilt als das dichteste und strengste Werk im œuvre des Komponisten. Das eigenwillige Klavierkonzert ohne eigentlich konzertanten Klavierpart steht der Musik Oliver Knussens und Henry Purcells gegenüber. Abgerundet wird das Programm von der Uraufführung des „Concerto for Orchestra“ George Benjamins, der das Konzert auch dirigieren wird.

Haben Nomaden eine Heimat? Das Mahler Chamber Orchestra zieht es zwar nicht jedes Jahr, aber doch immer wieder zum Musikfest nach Berlin. Das international besetzte Orchester hat das beständige Unterwegssein zu seinem Markenzeichen gemacht und ist mit seiner Devise „live … play … dream“ zu einem der weltbesten Klangkörper aufgestiegen. In dieser Musikfest Berlin-Saison kommt es mit dem britischen Dirigenten und Komponisten Sir George Benjamin an die Spree.

Dass George Benjamin ein neues Konzert für das herausragende Kammerorchester geschrieben hat, ist sein Tribut an die Musiker*innen, mit denen ihn eine fruchtbare und erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet, die 2012 mit der Uraufführung seiner Oper „Written on Skin“ in Aix-en-Provence begann. George Benjamin gelingt es immer wieder aufs Neue, ein Orchester zum Leuchten zu bringen. Er entwirft Klanglandschaften, in die sich die Liebe zu jedem einzelnen Instrument einschreibt. Für ein „Konzert für Orchester“ ist das die denkbar beste Voraussetzung.

Auch Igor Strawinskys „Movements“ für Klavier und Orchester – hier mit der ebenso temperamentvollen wie experimentierfreudigen Pianistin Tamara Stefanovich - sind kein klassisches Solokonzert. Das kompromisslos kurze Werk ist das mit Abstand radikalste aus dessen späten Schaffensphase: dicht, „antitonal“, oft kammermusikalisch intim und mit einem Klavierpart, der alle Klischees des Virtuosentums abschüttelt. Das Mahler Chamber Orchestra rückt Benjamins neues Orchesterkonzert neben Strawinskys „Movements“ und Werke des Barockmeisters Henry Purcell sowie des früh verstorbenen Briten Oliver Knussen: eine Kombination, die überraschende Konfrontationen verspricht.

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Foto: Sam Parker © Getty Images
Konzert

English Baroque Soloists, Monteverdi Choir

Ann Hallenberg, Mezzosopran
English Baroque Soloists
Monteverdi Choir
John Eliot Gardiner, Leitung


Georg Friedrich Händel (1685 – 1759)
Donna, che in ciel di tanta luce splendi HWV 233 (1708)
Kantate für Sopran, Chor und Orchester

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Christ lag in Todes Banden BWV 4 (1707)
Kantate für Soli, Chor und Orchester

Georg Friedrich Händel
Dixit Dominus HWV 232 (1706/07)
Kantate für Soli, Chor und Orchester

Nahezu zeitgleich sind die Werke von Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach entstanden, die John Eliot Gardiner mit den English Baroque Soloists und dem Monteverdi Choir beim Musikfest Berlin präsentiert. Beeindruckende Zeugnisse aus dem Frühwerk der beiden großen Barockmeister!

Die Musik zweier hochbegabter jugendlicher Heißsporne präsentieren der Monteverdi Choir und die English Baroque Soloists unter John Eliot Gardiner beim Musikfest Berlin. Georg Friedrich Händel hielt sich 1707 als 22-Jähriger in Rom auf und sorgte unter den führenden Adligen und Kirchenmännern mit seinen außergewöhnlichen musikalischen Fähigkeiten für große Begeisterung. Obgleich Lutheraner aus dem Kernland der Reformation, wurde er im Zentrum des Katholizismus mit prestigeträchtigen Kompositionsaufträgen überhäuft: Die große Psalmvertonung „Dixit Dominus“ schrieb er für eine feierliche Vespermusik in der Kirche Santa Maria in Monte Santo an der Piazza del Popolo, die Solokantate „Donna che in ciel“ für einen Gedenkgottesdienst in der Kirche Santa Maria in Ara Coeli auf dem Kapitolshügel.

Exakt im selben Jahr arbeitete der ebenfalls 22-jährige Johann Sebastian Bach mehr als 1.000 km weiter nördlich mit Ehrgeiz an seiner musikalischen Laufbahn. Unzufrieden mit seiner bisherigen Anstellung in Arnstadt, bewarb er sich auf die vakante Organistenstelle an der Blasiuskirche in der Freien Reichsstadt Mühlhausen und erhielt nach einem Probespiel Ostern 1707 den Zuschlag. Beeindruckt waren die Ratsherren wohl nicht nur über Bachs virtuoses Orgelspiel, sondern auch über die Darbietung einer außergewöhnlichen Kantate, die Bach im Gepäck hatte: „Christ lag in Todes Banden“. Alle sieben Strophen dieses berühmten Osterchorals von Martin Luther werden dabei in unterschiedlicher Satzweise durchgeführt. So etwas hatte man noch nie zuvor gehört – nicht nur in Mühlhausen …

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Foto: Arnold Newman © Getty Images
Konzert

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Georg Nigl, Bariton
Tamara Stefanovich, Klavier
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Vladimir Jurowski, Leitung


Igor Strawinsky (1882 – 1971)
Symphonies d’instruments à vent (1920)
Claude Debussy zu Ehren

Igor Strawinsky
Abraham und Isaak (1962/63)
Geistliche Ballade für Bariton und Kammerorchester
Dem Volk des Staates Israel gewidmet

Igor Strawinsky
Konzert für Klavier und Blasinstrumente (1923/24)

Igor Strawinsky
Variations Aldous Huxley in memoriam (1963/64)
für Orchester

Paul Hindemith (1895 – 1963)
Symphonie Mathis der Maler (1934)

Ein ungewöhnliches Strawinsky-Porträt präsentieren das Rundfunk-Sinfonieorchester und Vladimir Jurowski beim Musikfest Berlin: selten gespielte Werke aus den 1920er Jahren und dem Spätwerk, abgerundet durch die Symphonie „Mathis der Maler“ von Paul Hindemith, dessen Wege sich mit denen Strawinskys mehrfach kreuzten.

Strawinsky und Hindemith trafen sich Anfang der 1930er Jahre in Berlin. Hindemith zerstreute damals Strawinskys Bedenken, als Nichtgeiger ein Violinkonzert zu schreiben. Das RSB führte das Werk am 23. Oktober 1931 unter Strawinskys Leitung in Berlin erstmals auf. 1940 trafen sich beide Komponisten in den USA wieder. Strawinsky verließ seine Wahlheimat Paris kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs und zog an die amerikanische Westküste; Hindemith wählte nach der Kontroverse um seine Oper „Mathis der Maler“, nach tatkräftiger Hilfe beim Aufbau eines Konservatoriums in Ankara und einer Zwischenstation in der Schweiz 1940 das Exil an der amerikanischen Ostküste, in Boston.

Das Programm vereint Werke des Gedenkens und Erinnerns. Die kurzen „Bläsersymphonien“ schrieb Strawinsky zu Ehren Claude Debussys. Er würdigte den Verstorbenen, indem er sich dessen Stil nicht anpasste, sondern mit seiner ungleich kantigeren Diktion auf dessen musikalische Persönlichkeit antwortete. Die Kantate „Abraham und Isaak“ komponierte er für das Israel-Festival 1964. Er nannte sie eine Ballade, denn die Musik sollte durch eine erzählende Haltung, nicht durch Gefühlssuggestion wirken. Er bestand darauf, dass für Aufführungen nur der hebräische Text, keine Übersetzung verwendet würde. Die europäische Premiere fand einen Monat nach der Jerusalemer Uraufführung im Rahmen der 14. Berliner Festwochen statt. Die „Variations“, sein letztes rein instrumentales Werk, widmete er dem Gedenken an Aldous Huxley, seinen Nachbarn in Hollywood und geschätzten Gesprächspartner. Huxley starb 1963, kurz vor Karl Amadeus Hartmann und Paul Hindemith, die Strawinsky hochschätzte.

Hindemiths „Mathis“-Symphonie war eine Vorarbeit zu seiner gleichnamigen Oper. Um diese entspann sich 1934 eine Kontroverse, die den Komponisten schließlich dazu bewog, Deutschland erst vorübergehend und dann ganz zu verlassen. Das Sujet der Oper ist ein in die Geschichte versetzter Spiegel seiner eigenen Existenz: der des Künstlers in Zeiten der Unruhe und des Umbruchs, in denen die Frage der Wahrhaftigkeit besonders dringlich gestellt wird.

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Konzert

ENDOR

Anna Prohaska, Sopran
Nicolas Altstaedt, Violoncello
Francesco Corti, Orgel / Cembalo


John Tavener (1944 – 2013)
Dante
aus: Akhmatova Songs (1993)
für Sopran und Violoncello

Franz Tunder (1614 – 1667)
An Wasserflüssen Babylon (1645)
für Sopran, Violoncello und Orgel

Vincenzo Bonizzi (gest. 1630)
Pis ne me peux venir (1626)
Passeggiata für Violoncello und Cembalo

Georg Friedrich Händel (1685 – 1759)
Author of Peace
aus: Saul, 2. Akt HWV 53 (1738)
für Sopran, Violoncello und Orgel

Alexander Tcherepnin (1899 – 1977)
Tartar Dance
aus: Songs and Dances (1953)
für Violoncello und Cembalo

Joseph-Nicolas-Pancrace Royer (1703 – 1755)
Marche des Scythes
aus: Premier livre des pièces de clavecin (1746)
für Cembalo

Zoltán Kodály (1882 – 1967)
Allegro molto vivace
aus: Sonate für Violoncello solo op. 8, 3. Satz (1915)
für Violoncello

Wolfgang Rihm (*1952)
Gebet der Hexe von Endor
aus den Materialien zum Theaterstück Saul von Botho Strauß
Kantate für Sopran und Violoncello
Kompositionsauftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin
Uraufführung

John Tavener
Muza (Muse)
aus: Akhmatova Songs (1993)
für Sopran und Violoncello

Georg Friedrich Händel
Infernal Spirits
aus: Saul , 3. Akt, 2. Szene HWV 53 (1738)
für Sopran, Cello und Orgel

Marin Marais (1656 – 1728)
Le Tourbillon
aus: Suite d’Un Goût Étranger (1717)
für Violoncello und Cembalo

Luciano Berio (1925 – 2003)
Ninna Nanna
aus: Naturale (1985)
für Violoncello und Orgel

Georg Friedrich Händel
Credete al Mio Dolore
aus: Alcina, 3. Akt, 1 Szene HWV 34 (1735)
für Sopran, Violoncello und Orgel

Heinrich Scheidemann (1596 – 1663)
Pavana Lachrymae d-Moll WV 106
für Cembalo

John Tavener
Smert (Tod)
aus: Akhmatova Songs (1993)
für Sopran und Violoncello

Jörg Widmann (*1973)
Sister Death
letzte Szene aus der Oper Babylon
für Sopran, Violoncello, Orgel und Synthesizer
Kompositionsauftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin
Uraufführung

Die Sopranistin Anna Prohaska, der Cellist Nicolas Altstaedt und der Cembalist Francesco Corti haben ein Jahrhunderte übergreifendes Programm zusammengestellt. Meilensteine und Entdeckungen der Barockmusik werden von Werken des 20. und 21. Jahrhunderts beantwortet, inklusive der Uraufführungen von Wolfgang Rihm und Jörg Widmann.

Die Sopranistin Anna Prohaska genießt hohes Ansehen, nicht nur ihrer großartigen Stimme wegen, sondern auch für ihre innovativen Programmzusammenstellungen. Gleichermaßen zu Hause in der Musik der Barockzeit wie in der zeitgenössischen Musik liebt sie stilübergreifende und kontrastreiche Gegenüberstellungen von Kompositionen aus verschiedenen Jahrhunderten. Zum Musikfest Berlin hat sie gemeinsam mit dem Cellisten Nicolas Altstaedt und dem Cembalisten Francesco Corti ein Programm erarbeitet, das sich den Themenkreisen Sprachverwirrung, Einsamkeit, Verzweiflung und Tod nähert: Der Lübecker Marienorganist Franz Tunder hat einfühlsam das Psalmlied „An Wasserflüssen Babylon“ vertont, dessen Text an die schmerzvollen Erfahrungen des Volkes Israel während des babylonischen Exils erinnert. In seinem Oratorium „Saul“ schildert Georg Friedrich Händel den dramatischen Konflikt zwischen David und Saul und lässt dabei auch die biblisch überlieferte „Hexe von Endor“ zu Wort kommen. Im selben Kontext siedelt sich Wolfgang Rihms neueste Komposition „Gebet der Hexe von Endor“ an, die in diesem Konzert uraufgeführt wird. Hinzu kommen zwei Lieder des englischen Komponisten John Tavener auf Verse der russischen Dichterin Anna Achmatowa, deren spätes Schaffen stark vom Schrecken der Stalin-Ära geprägt war sowie expressive instrumentale Werke für Violoncello und Cembalo. Schlusspunkt des Konzerts bildet eine weitere Uraufführung: „Sister Death“ von Jörg Widmann, eine Szene aus der Oper „Babylon“, die sich mit den Grenzen der Sprache und der Sprachverwirrung auseinandersetzt.

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© Amelie Kahn-Ackermann
Konzert

Ensemble Musikfabrik I:
Porträt Ann Cleare

Ensemble Musikfabrik
Enno Poppe, Leitung


Ann Cleare (*1983)
mire|...|veins (2013)
für Bläserquintet

Ann Cleare
ore (2016)
für hohes Rohrblattinstrument und Streichtrio

Ann Cleare
on magnetic fields (2011/12)
für Ensemble

Ann Cleare
Neues Werk
für Klarinette, Violine, Violincello und Klavier

Kompositionsauftrag der National Concert Hall, Dublin und The Office for Public Work, Irland
Uraufführung

Ann Cleare
the physics of fog, swirling (2018/19)
für großes Ensemble

Das erste seiner zwei Konzerte beim Musikfest Berlin widmet das Ensemble Musikfabrik unter der Leitung von Enno Poppe ganz der irischen Komponistin Ann Cleare. Eine einmalige Gelegenheit, in die hochenergetische und nuancenreiche Klangwelt der jungen Künstlerin einzutauchen!

In diesem ersten von zwei Gastspielen beim diesjährigen Musikfest Berlin lädt die Musikfabrik unter der Leitung von Enno Poppe zur Expedition in die Welt der jungen Irin Ann Cleare ein. Die 1983 in den Midlands der Insel geborene Komponistin ist eine Forscherin. Ihre Musik lebt von Berührungen und vom Berühren, wenn sie etwa auf der Suche nach neuen Klangerzeugern durch alte Schuppen und verlassene Lagerhallen streift und schließlich rostige Maschinenteile von ihrem langen Schweigen erlöst.

„Vielleicht wirken meine Werke abstrakt“, so Ann Cleare, „für mich sind sie Choreografien im Raum, bevölkert und belebt von Klangfiguren.“ Die Komponistin verwandelt Bühnen in Landschaften. Darin kommunizieren Musiker*innen oder Ensemblegruppen wie Akteur*innen eines Dramas. Es ist nicht nur spannend zu verfolgen, was zu hören ist, sondern auch, wer gerade die Stimme erhebt und von welchem Ort aus. In Ann Cleares Klanglandschaften ist alles in ständiger Bewegung. Die 2019 mit dem Komponistenpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung ausgezeichnete Künstlerin schafft keine Monokulturen. Sie entwirft Environments, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven erschließen und spricht von der „Poesie der Wahrnehmung“. Schon früh hat das Ensemble Musikfabrik Ann Cleares Musik für sich entdeckt. Das eingeschworene Team aus eigenwilligen Persönlichkeiten, für die es kein Widerspruch ist, auch eigene, oft sehr unterschiedliche Wege zu verfolgen, findet in ihrer Musik ein ideales Terrain. In Ann Cleares Landschaften ist das Kollektiv nicht weniger wichtig als das Individuum.

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© Paolo Monti - Serie fotografica (Venezia, 1969) - BEIC 6331354,CC BY-SA 4.0
Konzert

Ensemble Musikfabrik II:
Enno Poppe: „Prozession“

Ensemble Musikfabrik
Enno Poppe, Leitung


Enno Poppe (*1969)
Prozession (2020)
für großes Ensemble

Dass ein erfahrener Komponist wie Enno Poppe sich beim Schreiben eines Stückes derart selbst überrascht wie in diesem Fall, ist äußerst selten. „Prozession“ hat er sein neues Werk genannt – eine musikalische Reise gemeinsam voranschreitender Instrumentalsoli des Ensemble Musikfabrik.

„Hier ist irgendetwas passiert, was ich so noch nie geschrieben habe.“ Wer seine Arbeit „Prozession“ nennt, sollte sich eigentlich nicht wundern, wenn sich im Verlauf der Entstehung unerklärliche Dinge ereignen. Enno Poppe staunt trotzdem, wohin ihn die Reise in diesem oft extrem sparsam instrumentierten Ensemblewerk geführt hat. Dass kleinste Zellen und einsame Motive ins schier Unendliche wachsen, ist man von ihm beinahe schon gewohnt. Die Versenkung in das Material, die Ruhe, mit der er die Klänge hier in Bewegung setzt und dabei ihren kleinsten Windungen folgt, hat allerdings etwas beinahe Religiöses. „Prozession“ ist ein Ritual, es ist eine Welle, die langsam und unerbittlich alles erfasst und behutsam mit sich fortträgt, die abebbt, sich verliert und wieder neu formiert.

Mit den Musiker*innen der Musikfabrik verbindet Enno Poppe eine lange und intensive Zusammenarbeit als Komponist und Dirigent. Den berückenden Soli, die dieser kunstreligiöse Gang in aller Seelenruhe zelebriert, ist die Vertrautheit anzuhören. Das Solistenensemble für zeitgenössische Musik aus Köln ist der ideale Klangkörper für Enno Poppes Expedition ins Unbekannte, in der ausgerechnet die E-Gitarre besonders heilige Momente garantiert.

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Konzert

David Bennent, Hermann Kretzschmar, Ueli Wiget:
Heiner Goebbels: „Liberté d’action“

David Bennent, Performer
Hermann Kretzschmar, Klavier
Ueli Wiget, Klavier
Heiner Goebbels, Musik, Regie, Bühne
Paul Jeukendrup, Klangregie
Heiner Goebbels, Marc Thein, Licht
Florence von Gerkan, Kostüme
Diego Ramos Rodriguez, Musikalische Assistenz, Transkription
Lisa Schettel, Assistenz
Sóley Sigurjónsdóttir, Hospitanz


Heiner Goebbels (*1952)
Liberté d’action (2021)
Szenisches Konzert
mit Texten von Henri Michaux (1899 – 1984)

Mit der Handlungsfreiheit – Liberté d’action – auf der Bühne wie im Leben beschäftigt sich das neue Werk Heiner Goebbels. Basierend auf Texten des Malers und Dichters Henri Michaux (1899 – 1984) ist ein szenisches Konzert, ein Wettstreit zwischen dem Performer David Bennent und den Pianisten Hermann Kretzschmar und Ueli Wiget, entstanden.

„Ich reise nicht mehr. Reisen, was für ein Interesse sollte das für mich haben?“, hört man die helle, brüchige Stimme David Bennents sagen, und unwillkürlich ist die Gegenwart präsent, ein Stich ins Herz. Klänge von präparierten Klavieren, eine Stimme und Live Elektronik, die Körper des Schauspielers und zweier Pianist*innen. Der „Liberté d'action“, der Handlungsfreiheit, sind auf der Bühne enge Grenzen gesetzt — wie im richtigen Leben.

Im Mittelpunkt der neuen Arbeit des Theatermachers und Komponisten Heiner Goebbels steht das Werk eines unangepassten Einzelgängers und Außenseiters: Henri Michaux (1899 – 1984). Ein herausragender Maler und zugleich ein höchst moderner, sprachgewaltiger Dichter. In seinen poetischen, beschwörenden und explosiven Texten betreibt er eine Art Exorzismus gegen sich und den Rest der Welt.

Michauxs grundlegendem Misstrauen der Sprache gegenüber entspricht in diesem szenischen Konzert die Stimme David Bennents, die — im französischen Original und in deutscher Übersetzung — auf so virtuose wie vielfältige Weise agiert. Immer wieder aber wird ihr der Platz streitig gemacht von den akustisch-musikalischen Aktionen der Klaviere.

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Konzert

Konzerthausorchester Berlin

Konzerthausorchester Berlin
Johannes Kalitzke, Leitung


Hoffmanns Erzählungen
Stummfilm von Max Neufeld (1887 – 1967) aus dem Jahr 1923
Musik von Johannes Kalitzke (*1959)
Kompositionsauftrag des Konzerthaus Berlin
Uraufführung

Episoden aus verschiedenen Novellen E.T.A. Hoffmanns verschmelzen im Stummfilm-Klassiker „Hoffmanns Erzählungen“ mit biographischen Elementen, erzählt in düsterer Bildsprache von Regisseur und Schauspieler Max Neufeld. Der Komponist Johannes Kalitzke hat zu dieser digital restaurierten Neufassung des Films eine Musik komponiert und wird die Uraufführung von Stummfilm und Musik auch selbst dirigieren.

„Ich bin meiner Reise müde und überdrüssig … mehr noch als der Trunkenbold vor seinem leeren Fasse.“ So beginnt die Figur des E.T.A. Hoffmann seine Erzählungen im Stummfilm von Max Neufeld aus dem Jahr 1923. Dass Neufeld selbst diese Hauptrolle spielt, erscheint folgerichtig: Denn auch er ist als Sohn wandernder Schauspieler, müde von vielen Jahren der ständigen Reise und wechselnder Engagements, zu dieser Zeit endlich in Wien angekommen. Dort kann er sich als Schauspieler und Regisseur gefeierter Stummfilme etablieren – ein erster großer Höhepunkt seines turbulenten Lebens.
„Hoffmanns Erzählungen“ ist eine Adaption der gleichnamigen Oper von Jaques Offenbach. Basierend auf Erzählungen E.T.A. Hoffmanns verschmelzen biographische und phantastische Episoden zu einer traumhaften, schaurigen Abenteuerreise, die Hoffmann seinen Kumpanen an einem Abend im Wirtshaus erzählt. „Ich sah Dinge, so seltsam, dass sie dem Traume eines Narren entstammen könnten“, heißt es in einem Zwischentitel. Und tatsächlich betont Neufelds eindrucksvolle Bildsprache besonders die grotesken, geisterhaften Elemente aus den Erzählungen E.T.A. Hoffmanns.

Durch ein neu entdecktes Nitropositiv konnte der bisher nur in mangelhafter Qualität erhaltene Stummfilm nun digital restauriert werden. Zu der Premiere dieser neuen Fassung präsentiert das Konzerthausorchester Berlin beim Musikfest Berlin in Kooperation mit ARTE und dem Filmarchiv AUSTRIA einen Abend, der drei Jahrhunderte verbindet: Die Schauerromantik Hoffmanns trifft auf einen Meister des expressionistischen Stummfilms und eine Uraufführung des Komponisten Johannes Kalitzke.
In seinen hierfür komponierten „Beethoven-Variationen“ hat Kalitzke ebenfalls mehrere historische Ebenen in seine eigene Musiksprache integriert und spannt so den Bogen von Hoffmanns Zeitgenossen Beethoven zur Gegenwart. Der Kompositionsauftrag hierzu wurde zum Jubiläum des Konzerthaus Berlin vergeben, dessen Eröffnung sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt.

Eine Produktion zum 200-jährigen Jubiläum des Konzerthaus Berlin in Zusammenarbeit mit ZDF/ARTE und dem Filmarchiv AUSTRIA

Veranstaltungen des Konzerthaus Berlin in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

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© Charles01, Drowned Village Curon Venosta with Graveyard in, CC BY-SA 3.0
Konzert

Orchestre des Champs-Élysées, Collegium Vocale Gent

Dorothee Mields, Sopran
Krešimir Stražanac, Bariton
Collegium Vocale Gent
Orchestre des Champs-Élysées
Philippe Herreweghe, Leitung


Gabriel Fauré (1845 – 1924)
Requiem c-Moll op. 48 (1900)
für Sopran, Bariton, Chor und Orchester

Anton Bruckner (1824 – 1896)
Aequale Nr. 1 in c-Moll WAB 114
für drei Posaunen

Anton Bruckner
Ave Maria F-Dur WAB 6 (1861)
für 7-stimmigen gemischten Chor a cappella

Christius factus est d-Moll WAB 11 (1873)
für 4-stimmigen Chor a cappella

Os Justi F-Lydisch WAB 30 (1871)
für 4-8-stimmigen gemischten Chor a cappella

Locus iste C-Dur WAB 23 (1869)
für 4-stimmigen gemischten Chor a cappella

Anton Bruckner
Aequale Nr. 2 in c-Moll WAB 149 (1847)
für drei Posaunen

Igor Strawinsky (1882 – 1971)
Psalmensinfonie (1939)
für Chor und Orchester
dem Boston Symphony Orchestra gewidmet

Geistliche Musik von drei Komponisten, deren Werke selten zusammen erklingen, hat Philippe Herreweghe hier zusammengestellt. Strawinskys „Psalmensinfonie“ und Faurés „Requiem“ als großbesetzte Rahmenpunkte werden flankiert von der Intimität instrumentaler und vokaler Choralsätze Anton Bruckners.

Strawinskys Entscheidung, zum 50-jährigen Bestehen des Boston Symphony Orchestra ein vokalsymphonisches Werk um lateinische Psalmverse zu komponieren, irritierte 1930. Der Bonvivant der Sachlichkeit und die Religion – wie passte das zusammen? Auf alte biblische Dichtungen, poetische Übungen über die Transzendenz, bezogen sich russische Komponist*innen bis hin zu Schostakowitsch häufiger, mehr oder weniger offen. Mit der Wahl der Texte und der Art, wie er sie komponierte, steuerte Strawinsky eine Dimension jenseits der Religionen an: Die Psalmen stammen aus einer Zeit vor dem ersten Schisma der Schriftreligionen (der Lösung der Christen vom Judentum), in den Rahmenteilen nahm er auf musikalische Modelle aus der orthodoxen, im fugierten Mittelteil auf Traditionen in den Westkirchen Bezug.

Bruckners Schaffen wird oft in zwei Etappen eingeteilt: die des konventionellen Kirchenkomponisten und die des zukunftsweisenden Symphonikers. Die Vereinfachung trügt. Bruckner schrieb Geistliches auch noch neben seinen Symphonien, und was deren Klang unter anderem ausmacht, die choralhaften Bläsersätze, deuten sich in den zwei „Aequalia“ (Stücke für gleiche Instrumente, in diesem Fall Posaunen) des 22-Jährigen an.

Mit seinem Requiem schrieb Gabriel Fauré kein Werk des Schreckens, sondern der Hoffnung auf eine Transformation. Damit stellte er sich in eine Diskussion, an der auch Brahms mit seinem Requiem und Mahler mit seiner „Auferstehungssymphonie“ teilhatten. Die spirituellen Nervenpunkte gleichen denen in Strawinskys „Psalmensymphonie“: Klagen, Bitten, Gotteslob, Errettung.

In der kirchlichen Praxis wurden Requien nicht nur zum Begräbnis, sondern auch zum Gedenken zelebriert. So betrachtet, ist dieses Konzert ein Requiem für Strawinsky mit größeren Stücken als Rahmen und kleineren als Mitte. Bruckner schrieb die „Aequalia“, stilisierte Kurzchoräle mit kleinen harmonischen Wagnissen, für das Begräbnis seiner Groß- und Patentante; Posaunen waren die Instrumente, die man traditionell zu solchen Anlässen verwendete. Die Chorsätze, die er großenteils in seiner Symphoniezeit schrieb, reflektieren Gedanken des Requiems: Das „Ave Maria“, besonders seine Schlussverse, wird auch zum Totengedenken gebetet. „Christus factus est“ gehört zur Liturgie der Karwoche und behandelt neben Jesu Leiden auch seine Vorbildfunktion und seine Erhöhung – ein Gedanke, den das „Os justi“ in Psalmversen weiterführt. „Locus iste“ handelt von der Weltwerdung Gottes; ihr Symbol sind die Kathedralen, deren Nachhall Bruckner einkomponierte. Philippe Herreweghe, der geschichtskundige Künstler, stellt Strawinsky in Konstellationen, in denen er selten betrachtet wird.

Die Igor Strawinsky und Carlo Gesualdo gewidmeten Gastspielkonzerte am 31. August, 6., 8., 13. und 15. September werden gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Aventis Foundation.

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© Nina-no.,Santa Maria della Vittoria - 6, CC BY-SA 2.5
Konzert

London Symphony Orchestra

Magdalena Kožená, Mezzosopran
London Symphony Orchestra
Sir Simon Rattle, Leitung


Ondřej Adámek (*1979)
Where are you? (2021)
Liederzyklus für Mezzosopran und Orchester
Kompositionsauftrag der musica viva des Bayerischen Rundfunks und des London Symphony Orchestra, gefördert von der Ernst von Siemens Musikstiftung

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68
„Pastorale“ (1807/08)

Sir Simon Rattle und das London Symphony Orchestra begeben sich mit einem Liederzyklus des tschechischen Komponisten Ondřej Adámek auf die Suche nach Antworten auf die ganz großen Fragen der Menschheit. „Where are you?“ fragt dieser und komponiert eine Suche nach Gott. Ergänzt wird dieses musikalische Zeugnis von Beethovens „Pastorale“, die in ihrer Naturbezogenheit ebenfalls Antworten auf diese Frage bereithält.

Es ist eine fundamentale Frage, vielleicht die größte überhaupt, der sich Sir Simon Rattle mit dem London Symphony Orchestra stellt. Gibt es einen Gott oder sind wir allein im Universum? Und wenn es einen Gott gibt: Wo ist er? In seinem Liederzyklus fragt der tschechische Komponist Ondřej Adámek, der sein Debüt beim Musikfest Berlin gibt, genau das. Wo ist Gott? Elf Orchesterlieder zeichnen den Weg seiner Suche nach. Die Mezzosopranistin Magdalena Kožená führt durch Sturm und Feuer, in euphorische Höhen und an Abgründe, durch die Religionen der Welt, manchmal aber auch schlichtweg in groteske Situationen. Die Nähe zu Gustav Mahler schimmert keineswegs nur in der humoristisch abgefederten Verzweiflung durch. Wie das „Lied von der Erde“ ist auch das im Pandemiefrühjahr 2021 uraufgeführte „Where are you?“ ein Versuch, die Grundfragen der menschlichen Existenz in Musik und Worte zu fassen. Nach der Uraufführung im Rundfunk und Live-Stream ist der Zyklus in Berlin zum ersten Mal live im Konzert zu erleben – begleitet von einer Symphonie, die nahelegt, dass sich das Seelenheil nicht zwingend in den Weltreligionen oder in der Ferne versteckt. Ludwig van Beethovens „Pastorale“ ist eine Liebeserklärung an die Naherholung. Sie feiert das Spazierengehen, Bäume, Wald, Wasser und Blumen, vermittelt aber eine ganz ähnliche Erkenntnis wie Ondřej Adámeks Liederzyklus: Der Schlüssel zu den Antworten auf die ganz großen Fragen liegt oft näher, als man glaubt.

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Konzert

Collegium Vocale Gent

Collegium Vocale Gent
Miriam Allan, Sopran
Barbora Kabátková, Mezzosopran
Marine Fribourg, Alto/Countertenor
Benedict Hymas, Tenor I
Tore Tom Denys, Tenor II
Jimmy Holliday, Bass
Thomas Boysen, Chitarrone
Philippe Herreweghe, Leitung


Don Carlo Gesualdo da Venosa (1560 – 1613)
Madrigali a cinque voci. Libro quinto (1611)
mit Instrumentalwerken von Pietro Antonio Melli und Alessandro Piccinini

Das fünfte Madrigalbuch von Don Carlo Gesualdo da Venosa präsentiert das Collegium Vocale Gent unter der Leitung von Philippe Herreweghe. Durch ihre einzigartige Ausdruckskraft übt die Musik des exzentrischen Komponisten-Fürsten bis heute eine immense Faszination aus.

Fürst – Mäzen – musikalischer Dilletant – expressiver Komponist – Doppelmörder: Diese Schlagworte umreißen eine der schillerndsten Musikerpersönlichkeiten des ausgehenden 16. Jahrhunderts: Don Carlo Gesualdo, den Grafen von Consa und Fürsten von Venosa. Sein Lebenslauf ist für einen Adligen jener Zeit vollkommen unüblich, gab er sich doch weit über Gebühr den Künsten hin und schuf Kompositionen in einem ebenso einzigartigen wie anachronistischen Stil. Während sich die musikalische Welt in der Zeit um 1600 mitten im Epochenwandel befand, hielt sich der Fürst von Venosa noch an den alten, polyphonen Stil, lotete dessen Regeln allerdings bis an die äußersten Grenzen aus. Wie an seinen Madrigalen unüberhörbar ist, kam er damit hinsichtlich Expressivität, Wortausdeutung und Affektreichtum den Prinzipien des neuen, barocken Stils sehr nahe. Eine außergewöhnliche Harmonik, überraschende Tonarten- und Modiwechsel sowie die feinste Beachtung der poetischen Vorlage führen zu einem unverwechselbaren Ausdruck. Einer der größten Verehrer von Gesualdo im 20. Jahrhundert war Igor Strawinsky, der ihm 1960 das „Monumentum pro Gesualdo“ widmete, eine instrumentale Bearbeitung von drei Madrigalen Gesualdos. In einem Beitrag von 1968 formulierte Strawinsky: „Man bräuchte feste Madrigalkonsortien, um Gesualdos Musik zu erhalten.“ Zwei Jahre später hat Philippe Herreweghe ihm mit der Gründung seines Collegium Vocale Gent diesen Wunsch erfüllt. Die Vokalwerke von Gesualdo werden von diesem Ensemble seither kontinuierlich auf höchstem Niveau dargeboten.

Die Igor Strawinsky und Carlo Gesualdo gewidmeten Gastspielkonzerte am 31. August, 6., 8., 13. und 15. September werden gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Aventis Foundation.

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Foto: Alexander Gerst © Rhine rivermouth - Rheinmündung - 43429623494, CC BY-SA 2.0
Konzert

Staatskapelle Berlin

Martha Argerich, Klavier
Staatskapelle Berlin
Daniel Barenboim, Leitung


Robert Schumann (1810 – 1856)
Symphonie Nr. 1 B-Dur op. 38 (1841)
„Frühlingssymphonie“
Klavierkonzert a-Moll op.54 (1845)
Symphonie Nr. 2 C-Dur op. 61 (1845/46)

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© Astrid Ackermann
Konzert

Lucerne Festival Contemporary Orchestra

Nicolas Hodges, Klavier
Christian Dierstein, Percussion
Dirk Rothbrust, Percussion
Lucerne Festival Contemporary Orchestra
Ilan Volkov, Leitung


Anton Webern (1883 – 1945)
Symphonie op. 21 (1927/28)

Rebecca Saunders (*1967)
to an utterance (2020)
for piano and orchestra
Roche Commission für das Lucerne Festival
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Anton Webern
Variationen für Orchester op. 30 (1940)

Rebecca Saunders
void (2013/14)
for percussion duo and orchestra

Rebecca Saunders und Anton Webern – eine der interessantesten Klangforscher*innen unserer Zeit trifft auf den Klassiker der Moderne und dessen präzisen Minimalismus. Das Lucerne Festival Contemporary Orchestra unter der Leitung von Ilan Volkov widmet sich bei seinem Musikfest Berlin-Gastspiel dieser vielversprechenden Kombination.

Garantiert einmalig ist das Erlebnis des Lucerne Festival Contemporary Orchestra. In diesem temporären Melting Pot treffen herausragende junge Instrumentalist*innen aus aller Welt auf die besten Dirigent*innen und zugleich auf neue Kompositionen und Meilensteine der Avantgarde. Die Orchesterbesetzung ändert sich mit jedem Festivaljahr – worauf man allerdings blind vertrauen kann, sind die außergewöhnliche Qualität und Ausstrahlung des fluktuierenden Klangkörpers, der im Musikleben Spuren hinterlässt.

Beim Musikfest Berlin spielt das Orchester unter der Leitung von Ilan Volkov. Wie der Pianist Nicolas Hodges und die Schlagzeugsolisten Dirk Rothbrust und Christian Dierstein gehört er zu den renommiertesten und leidenschaftlichsten Interpret*innen des zeitgenössischen Repertoires.
Mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra und Nicolas Hodges bringt der israelische Dirigent das Klavierkonzert von Rebecca Saunders zur Uraufführung. Die in Berlin lebende Britin ist für ihre Imaginationskraft und eine besonders intensive und fruchtbare Zusammenarbeit mit ihren Interpret*innen bekannt. Auch mit ihrem gefeierten Konzert für die beiden Soloschlagzeuger und Orchester betritt sie klangliches Neuland. Die Konfrontation ihrer Werke mit der Musik Anton Weberns – einem Klassiker der Moderne – verspricht spannende Perspektivwechsel.

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Foto: Erich Auerbach © Getty Images
Konzert

Orchester und Chor der Deutschen Oper Berlin

Flurina Stucki, Sopran
Matthew Newlin, Tenor
Markus Brück, Bariton
Chor der Deutschen Oper Berlin
Jeremy Bines, Einstudierung
Kinderchor der Deutschen Oper Berlin
Christian Lindhorst, Einstudierung
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Donald Runnicles, Leitung


Benjamin Britten (1913 – 1976)
War Requiem op. 66 (1961/62)
für Soli, Knabenchor, Chor, Orchester und Orgel

Benjamin Brittens berührendes „War Requiem“ ist eine Mahnung und ein Zeugnis vom Leid des Krieges. Uraufgeführt 1962, reflektiert seine Entstehungsgeschichte die Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs, die verwendeten Texte des 1918 gefallenen Autors Wilfred Owen jene des Ersten Weltkriegs. Donald Runnicles dirigiert beim Musikfest Berlin dieses vielleicht wichtigste Werk Brittens.

Das Werk der Versöhnung

Ein sinnreicher Kontrapunkt zum Hauptthema des Musikfest Berlin ist dieses Konzert. Eine Linie von Gesangswerken mit oder ohne Instrumente läuft bei Strawinsky auf sein letztes vokalsymphonisches Opus zu, die „Requiem Canticles“ (siehe Konzert am 19. September). Als Text dienten Extrakte aus der lateinischen Totenmesse. Eine ganze Reihe vokaler und instrumentaler, säkularer und geistlicher Werke führt bei Benjamin Britten auf das „War Requiem“ hin, 1961/62, fünf Jahre vor Strawinskys „Canticles“, geschrieben: die „Sinfonia da Requiem“, die „Ballad of Heroes“, „Our Hunting Fathers“ und Anderes. Das „War Requiem“ komponierte er zur Einweihung der neuen Kathedrale in Coventry. Die alte hatten Bomber der Hitler-Luftwaffe Mitte November 1940 in Trümmer gelegt, ihre Ruine steht nun als Mahnmal gegen den Krieg. Britten stellte zwischen die bekannten liturgischen Texte der „Missa pro defunctis“ Gedichte von Wilfred Owens, der wenige Tage vor Ende des Ersten Weltkriegs 25-jährig an der Frankreichfront gefallen war. Die Spannung zwischen der alten Überlieferung und den anklagenden, demaskierenden Versen des jungen Poeten riefen bei Britten eine Musik hervor, über deren Wirkung Dietrich Fischer-Dieskau nach der Uraufführung bekannte, „dass ich völlig aufgelöst war und nicht wusste, wo mein Gesicht verstecken“. Das „War Requiem“, dieser abendfüllende Nach-, Mahn- und Weckruf, wurde zu einem Werk der Versöhnung.

Eine Veranstaltung der Deutschen Oper Berlin in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

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© Autor unbekannt, Plooikraag, fraise à la confusion, CC0 1.0
Konzert

Pierre-Laurent Aimard

Pierre-Laurent Aimard, Klavier

Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 – 1621)
Fantasia Cromatica
und weitere Werke

György Kurtág (*1926)
Neue und bislang nicht publizierte
Kompositionen aus den letzten Jahren

Mark Andre (*1964)
Contrapunctus (1998/99)
für Klavier

Zwei Solokonzerte geben tiefe Einblicke in das Werk des Komponisten Mark Andre. Pierre-Laurent Aimard stellt im ersten Konzert Andres Klangwelten vor eine historische und geographische Kontrastfolie mit neuen Werken des Ungarn György Kurtág und der „Fantasia Chromatica“ von Jan Pieterszoon Sweelinck.

„Ein brillanter Musiker und außergewöhnlicher Visionär“, so feiert die New York Times den Pianisten Pierre-Laurent Aimard. Womit die Frage im Raum steht, wo genau der Pianist weiter oder tiefer blickt als andere Interpreten. Vielleicht ist es seine Gabe, Altes in neues Licht zu setzen und Neues im Licht des Alten zu betrachten? In diesem Programm schlägt Pierre-Laurent Aimard eine Brücke, die fast 400 Jahre Musikgeschichte überspannt. Vom niederländischen Orgelmeister Jan Pieterszoon Sweelinck über den Ungarn György Kurtág zu den fragilen Klanggeweben des Wahlberliners Mark Andre.
Dabei zeigt sich, dass sich Nähe und Ferne weder an zeitlichen noch an geographischen Abständen messen lassen. Mark Andre, der den begrenzten Innenraum des Klaviers wie eine unendliche Landschaft inszeniert, hat die Musik der alten Niederländer intensiv studiert und damit das Fundament seines eigenen Schaffens gelegt. Auch im Klavierkosmos von György Kurtág sind die Spuren der Vergangenheit allgegenwärtig. In seinen Miniaturen entlädt sich die Musikgeschichte, jeder Eindruck hinterlässt Spuren. Wer will, entdeckt darin ganze Netzwerke von Bezügen – oder überlässt sich der berückenden Poesie dieser rätselhaften „Spiele“, einer unablässig wachsenden Sammlung von Klavierstücken.

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

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Olga Neuwirth, © Harald Hoffmann
Konzert

Berliner Philharmoniker

Andrew Watts, Countertenor
Kinderchor der Staatsoper Berlin
Vinzenz Weissenburger Einstudierung
Berliner Philharmoniker
Jakub Hrůša, Leitung


Olga Neuwirth (*1968)
Keyframes for a Hippogriff
Musical Calligrams in memoriam Hester Diamond
für Countertenor, Kinderchor und Orchester (2019)

Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker gemeinsam mit dem New York Philharmonic und dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra
Uraufführung

Anton Bruckner (1824 – 1896)
Symphonie Nr. 4 Es-Dur WAB 104 (Fassung 1878/1880)

Ein musikalisches Kalligramm hat Olga Neuwirth ihr Werk „Keyframes for a Hippogriff“ genannt, das die Berliner Philharmoniker unter Jakub Hrůša erstmals aufführen. Ein bezugsreiches Spiel der Vieldeutigkeit, welches auch die verschiedenen Fassungen der Brucknersinfonien kennzeichnet.

Das Neue ist mehr als ein Vorspruch zum Tradierten. Es setzt die Perspektiven. In Olga Neuwirths Kompositionen kommen sie aus und weisen sie stets in mehrere Richtungen. Eindeutigkeit entspricht nicht dem Wesen der Kunst. Neuwirth „schafft ein vielsinniges Beziehungsnetz, indem sie nicht nur musikalische, sondern auch Elemente aus dem täglichen Leben, aus Literatur, Wissenschaft und Film einbezieht. Ihre Werke sind Reisen in Zeit und Raum. Manchmal zitieren sie Vergangenes (sie nennt dies ‚Räume der Erinnerung‘) und meinen die Gegenwart. Aus Schnipseln unterschiedlichster Art entsteht ein Geflecht, das die Hörer in einen Mahlstrom der Empfindungen zieht“ – durch die unmittelbare Wirkung ihrer Musik.

Kunst ist unberechenbar, ihre Eindeutigkeit oft nur eine Mischung aus Wunsch und Anschein. Beispiel Anton Bruckner: Nicht nur von seiner Vierten Symphonie existieren mehrere Fassungen. Welche die gültige sei, wurde lange mit dem Hinweis auf die Version „letzter Hand“ beantwortet. Doch bei ihr waren oft noch andere Hände als Bruckners eigene am Werk. Unter anderem deshalb setzte sich mehr und mehr die Haltung durch, die verschiedenen Fassungen als unterschiedliche Ansichten einer Werkidee zu betrachten. Bei der Vierten werden auch die Erinnerungsräume, die Bruckner im Untertitel „Die Romantische“ andeutet, jeweils anders ausgeleuchtet. Unterschiedlich gerät weniger der Aufbruch des Werkes mit seinen auffordernden Hornrufen, sondern vor allem die Ankunft im Finale. Der heitere Charakter der ersten beiden Versionen erscheint in der dritten zurückgenommen und eingedunkelt, die große Schlussgeste reckt sich ins Zwielicht.

Veranstaltungen der Stiftung Berliner Philharmoniker in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

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© akg images© akg images / MPortofolio / Electa
Konzert

Pierre-Laurent Aimard | Frank Reinecke

Pierre-Laurent Aimard, Klavier
Frank Reinecke, Kontrabass


Mark Andre (*1964)
un-fini III (1993 – 1995)
für Klavier

Mark Andre
iv 18 „Sie fürchteten sich nämlich“ (2021)
für Kontrabass solo
Kompositionsauftrag von Berliner Festspiele / Musikfest Berlin und musica viva / Bayerischer Rundfunk
Uraufführung

Das zweite Solokonzert mit Mark Andres Musik lotet die klanglichen Möglichkeiten von Klavier und Kontrabass aus. Das neue Werk „iv ‚Sie fürchteten sich nämlich‘“ ist in enger Zusammenarbeit mit Kontrabassist Frank Reinecke entstanden und führt bis an die Grenze des Hörbaren.

Verschwinden kann etwas schnell und spurlos. Es geht aber auch anders. Gerade die Musik kann den Übergang von einer Dimension in eine andere zelebrieren, kann Schwellen überschreiten und dabei Spuren hinterlassen. Mark Andre ist ein Komponist, der die Aufmerksamkeit grundsätzlich auf extrem flüchtige Momente lenkt. Seit vier Jahren arbeitet er mit dem Münchner Kontrabassisten Frank Reinecke an einem Solo, das an die Substanz des Instruments geht und dabei seine leichte und zerbrechliche Seite zum Vorschein bringt. Es ist die „Beobachtung einer Musik im Verschwinden“, ebenso achtsam und poetisch wie nüchtern und materialistisch. Mark Andre beobachtet und erkundet jedes Instrument mit der Genauigkeit eines Forschers. Dabei sind Material und Geist für ihn keine Gegensätze. Schließlich klingt Musik im Hier und Jetzt. An ihren Rändern – und das heißt nicht selten im Verklingen - zeichnet sich jedoch ab, wonach Mark Andre in jedem seiner Werke sucht: nach Spuren, die nicht von dieser Welt sind.

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Joolz Gale, © Gavin Evans
Konzert

Ensemble Mini

Christian Tetzlaff, Violine
Ensemble Mini
Joolz Gale, Leitung


Igor Strawinsky (1882 – 1971)
Symphonie in C (1938 – 1940)
bearbeitet von Joolz Gale für Kammerensemble, basierend auf der Originalfassung für Orchester (2020), im Auftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Béla Bartók (1881 – 1945)
Violinkonzert Nr. 1 Sz 36 (1907/08)
bearbeitet von Joolz Gale für Kammerensemble, basierend auf der Originalfassung für Orchester (2021), im Auftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Igor Strawinsky
Symphony in 3 Sätzen (1946)
bearbeitet von Joolz Gale für Kammerensemble, basierend auf der Originalfassung für Orchester (2021), im Auftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Große Orchesterwerke arrangiert für kleine Ensemblebesetzung – beim Ensemble Mini ist der Name Programm. Passend zum Festivalschwerpunkt ist das Ensemble mit zwei symphonischen Werken Strawinskys zu Gast, die während des Zweiten Weltkriegs unter schwierigen Verhältnissen komponiert wurden.

Große Partituren mit kleinen Ensembles zum Klingen zu bringen, nahm sich der Dirigent Joolz Gale vor, als er 2010 das Ensemble Mini gründete. Wofür sonst 60, 80 oder noch mehr Musiker*innen auf dem Podium sitzen, das wollte er mit weniger als 20 verwirklichen. Für sein Vorhaben gewann er führende Mitglieder der besten Orchester. Die skeptische Neugier, mit der viele seinem Vorhaben begegneten, wandelte sich bei den Auditorien in begeistertes Erstaunen. Die Bearbeitungen von Riesenwerken wie Mahlers Zehnter klangen nicht nur transparenter, ließen manches Detail plastisch erscheinen, das im großen Klang unterzugehen drohte; sie trafen auch das Spiel der Farben, das die Wirkung des Originals mit ausmachte, und sie fingen dessen Atmosphäre ein. Nichts Pädagogisches wirkt in diesen Transkriptionen, sondern Elan, Kenntnis und geistiges Vergnügen. Die Musiker*innen haben die Ursprungsgestalt im Ohr und sie verstehen sich auf die Kunst, auf der die Wirkung der Musik wesentlich beruht: die Suggestion.

Nach Mahler, Strauss, Prokofjew, Schostakowitsch, Bruckner und Bartók nimmt sich das Ensemble nun die letzten beiden der fünf Strawinsky-Symphonien vor. Beide wurden in kritischer Zeit geschrieben. Die viersätzige in C wurde in Paris begonnen, nachdem innerhalb von acht Monaten Schwägerin, Tochter, Frau und Mutter gestorben waren, fortgesetzt im alpinen Lungensanatorium, vollendet in den USA. Von der dreisätzigen letzten meinte Strawinsky später, er habe noch für jede Passage das Stadium des Zweiten Weltkriegs in Erinnerung, in dem sie komponiert wurde. Bei beiden wurde das existenzielle Erleben nicht zum inneren Programm. Die Kunst bewährt ihre Kraft in der Eigenständigkeit gegenüber dem Katastrophengang der Geschichte: eine Ermunterung für die Bearbeiter, die Scharfzeichnung der Musik, die Strawinsky ohnehin am Herzen lag, zu betonen.

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Foto: Marvin Koner © Getty Images
Konzert

Les Siècles, Rundfunkchor Berlin

Isabelle Faust, Violine
John Heuzenroeder, Tenor
Miljenko Turk, Bariton
Rundfunkchor Berlin
Gijs Leenaars, Einstudierung
Les Siècles
François-Xavier Roth, Leitung


Igor Strawinsky (1882 – 1971)
Canticum sacrum ad honorem Sancti Marci nominis (1955)
für Tenor, Bariton, Chor und Orchester

Concerto en ré (1931)
für Violine und Orchester

Le sacre du printemps (1911 – 1913)
für großes Orchester

Einmal durch die verschiedensten Stationen von Strawinskys kompositorischem Schaffen führt uns François-Xavier Roth mit seinem Orchester Les Siècles – von dem frühen Skandalstück „Le Sacre du Printemps“ über das neobarocke „Concerto en ré“ für Streichorchester bis zum „Canticum Sacrum“ aus dem Jahr 1955, einem musikalischen Denkmal des Markusdoms in Venedig.

Strawinsky im Rückblick

Innerhalb von vier Tagen spielt Isabelle Faust beide Violinkonzerte Strawinskys: am 16. September das kleine; es ist Teil eines Bühnenstücks, der „Geschichte vom Soldaten“; drei Tage zuvor das große, das Strawinsky 1930/31 auf Anregung seines Verlegers für den polnisch-amerikanischen Geiger Samuel Dushkin schrieb: Mit der Uraufführung – das Berliner Rundfunk-Sinfonieorchester spielte damals unter Strawinskys Leitung – begann eine enge Freundschaft der beiden Künstler. Isabelle Fausts Partner ist das Orchester Les Siècles, das sein Repertoire aus allen Epochen seit dem Barock auf zeittypischen Instrumenten spielt und den Eigenklang einer Ära zur Basis für die Kommunikation über die historische Distanz hinweg macht.

Mit Strawinsky sind die Musiker*innen bestens vertraut. Ihre Aufnahme der drei frühen Ballette „Der Feuervogel“, „Petruschka“ und dem „Sacre“ erhielt 2015 den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik und den Edison Classical Music Award. Ihr Musikfest Berlin-Programm nimmt drei Stationen des Komponisten in den Blick: den Übergang ins Spätwerk, der sich mit dem letzten Ort seiner Wahl verbindet; die Auseinandersetzung mit der Formensprache des Barock samt ihren modernen Möglichkeiten und die (Skandal-)Erfolge, die den jungen Komponisten binnen kurzer Zeit zum Großstadtgespräch in Paris machten.

Das „Canticum sacrum“ und der „Sacre du printemps“ stehen wie Antipoden zueinander. Das eine enthält biblische Texte rund um das Markus-Evangelium, der andere geht Bildern aus dem heidnischen Russland nach. Dem einen liegt eine strenge, architektonische Struktur zugrunde, der andere gipfelt in der Ekstase des Menschenopfers. Das „Canticum“ gehört zur Werkreihe nach kirchlichen Texten, die sich seit der „Psalmensymphonie“ durch Strawinskys Œuvre zieht und sich im Spätwerk verdichtet. Der Komponist sucht die Vermittlung zwischen orthodoxer und katholischer Christlichkeit, zwischen Ost- und Westkirche und -kultur. Venedig, die Kunst-Stadt, in die es ihn immer wieder zog, bot solchen Gedanken das ideale Ambiente, denn dort amtierte neben den katholischen auch ein orthodoxer Würdenträger, und Markus, dem Verfasser des ältesten Evangeliums, war die Hauptkirche gewidmet. Ihre architektonische Konstruktion verwandelte Strawinsky in musikalische Form. „Canticum“ und „Sacre“ bilden nicht nur zwei Pole in einem großen musikalischen Œuvre, sie entsprechen auch zwei gegen- und ineinanderspielenden menschlichen Kräften, die durch Rituale teils freigesetzt, teils gebändigt werden.

Die Igor Strawinsky und Carlo Gesualdo gewidmeten Gastspielkonzerte am 31. August, 6., 8., 13. und 15. September werden gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Aventis Foundation.

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

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Konzert

RIAS Kammerchor Berlin, Kammerakademie Potsdam

Solist*innen des RIAS Kammerchor Berlin
RIAS Kammerchor Berlin
Kammerakademie Potsdam
Justin Doyle, Leitung


Giovanni Gabrieli (1554/1557 – 1612)
Canzone e sonate (1615)
für verschiedene Instrumente mit Orgelbass

William Byrd (1543 – 1623), Thomas Tallis (1503 – 1585), Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525 – 1594)
Lamentationes Jeremiae Prophetae
Auszüge aus den Vokalwerken

Don Carlo Gesualdo da Venosa (1560 – 1613)
Aestimatus sum (1611)
aus: Tenebrae-Responsorien für den Karsamstag

Igor Strawinsky (1882 – 1971)
Threni: id est lamentationes Jeremiae Prophetae (1957/58)
für Soli, Chor und Orchester
Alessandro Piovesan in memoriam

Die „Lamentiones“ – die Klagelieder des Propheten Jeremias – stellt Justin Doyle, Leiter des RIAS Kammerchors, ins Zentrum des Konzerts zusammen mit der Kammerakademie Potsdam. Verschiedene Vertonungen des eindrucksvollen Textes aus dem Alten Testament werden erklingen - von den großen Meistern der Renaissance sowie Igor Strawinskys Version in „Threni“.

Die Klagelieder des Propheten Jeremias gehören zu den eindrucksvollsten Texten des Alten Testaments. Sie schildern in ergreifenden Worten und Metaphern die Trauer des Volkes Israel über den Verlust Jerusalems nach der Eroberung durch den babylonischen Herrscher Nebukadnezar im 6. Jahrhundert v. Chr. Die Wirkungsgeschichte dieser „Lamentationes“ ist erheblich: In der jüdischen Tradition wurden die Verse auf die erneute Zerstörung des Tempels durch den römischen Feldherrn Titus im Jahre 70 n. Chr. bezogen. Das Christentum dagegen widmete die Klagelieder dem Leiden und Sterben Jesu Christi und wies ihnen einen festen liturgischen Platz in den Stundengebeten der Karwoche zu. Seit dem 15. Jahrhundert hat eine kaum zu überblickende Zahl an Komponisten der verschiedensten Epochen die starken Textvorlagen zu mehrstimmigen Vertonungen genutzt.

Der RIAS Kammerchor Berlin unter Leitung seines Chefdirigenten Justin Doyle stellt in seinem Konzert beim Musikfest Berlin Auszüge aus Lamentationes-Vertonungen der Renaissancezeit von den englischen Komponisten Thomas Tallis und William Byrd sowie vom römischen Kapellmeister Giovanni Pierluigi da Palestrina vor. Als Kontrast dazu erklingt – begleitet von der Kammerakademie Potsdam – mit „Threni“ die schöpferische Auseinandersetzung Igor Strawinskys mit den biblischen Klageliedern, die er 1957/58 für Soli, Chor und Orchester geschrieben hat. Dem direkten liturgischen Zusammenhang enthoben, sind die „Threni“ von Strawinsky ein hervorragendes Beispiel berührender geistlicher Musik im konzertanten Rahmen.

Die Igor Strawinsky und Carlo Gesualdo gewidmeten Gastspielkonzerte am 31. August, 6., 8., 13. und 15. September werden gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Aventis Foundation.

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin in Kooperation mit dem RIAS Kammerchor Berlin

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Charles Ferdinand Ramuz und Igor Strawinsky in Lavaux, 1928, Foto: Henry-Louis Mermod
Konzert

Faust | Horwitz & Friends

Isabelle Faust, Violine
Dominique Horwitz, Rezitation
Lorenzo Coppola, Klarinette
Javier Zafra, Fagott
Reinhold Friedrich, Trompete
Raymond Curfs, Schlagzeug
Jörgen van Rijen, Posaune
Wies de Boevé, Kontrabass


Igor Strawinsky (1882 – 1971)
L'Histoire du Soldat (1917)
Libretto von Charles Ferdinand Ramuz

Die „Geschichte vom Soldaten“ ist ein Zeitzeugnis des späten Ersten Weltkriegs: eine kriegsbedingt kleine Besetzung, das Sujet eines vom Teufel verführten Soldaten und die oft mit parodistischen Verzerrungen und Anleihen aus Folklore und Jazz arbeitende Musiksprache Strawinskys. Isabelle Faust präsentiert das Werk beim Musikfest Berlin mit einem ausgewählten Solistenensemble.

Ein exquisites Ensemble hat sich hier zusammengefunden: Virtuosen ihres Fachs, neuer und alter Musik gleichermaßen zugetan, Teamplayer in renommierten kleinen und großen Formationen – ein Ensemble, wie man es für dieses Stück braucht, in dem jede*r solistisch und als Interagierende*r gefordert ist. Die Seele des Ganzen ist die Violine, das Instrument, das der Soldat für ein Reichmachbuch mit Einsamkeitsverpflichtung drangibt. Das musikalische Emblem ist ein Marsch, der den Soldaten durch die Geschichte geleitet, um ihn herum eine Vielzahl von Genres vom kleinen und großen Choral bis zu den Modetänzen der sich anbahnenden 1920er-Jahre – Strawinsky konnte sie in Paris hautnah erleben und studieren. Die Geschichte selbst vermittelt ein Erzähler; direkte Reden der Protagonist*innen sind eingebaut. Der Stoff stammt aus Märchen und passte doch in die Realität des Großen Krieges in seiner Endphase.

Der Soldat geht mit dem Teufel einen Tausch ein: Geige gegen Zauberbuch. Das macht ihn zwar reich, aber keiner kennt ihn danach mehr. Als er einer Teufelin die Geige entwindet, kann er sie nicht mehr spielen. Erst nachdem er Reichtum und Zauberbuch zerstört hat, heilt sein Geigenspiel eine Prinzessin von ihrer Schwermut. Sie wird seine Frau. Als er mit ihr in seine Heimat ziehen will und dabei die Grenze überschreitet, die er mit dem Teufel vereinbarte, wird er von diesem bereits erwartet.

Das Stück wurde für eine Wanderbühne geschrieben, es nimmt die Tradition des Vagantentheaters auf und kreiert eine Form, die der Ästhetik des Großen, Überwältigenden entgegentritt. Der teufelspaktierende Soldat ist ein Mann aus dem Volk, ähnlich wie die Soldaten und Tambourgesellen in Gustav Mahlers „Wunderhornliedern“: An ihm offenbart sich drastisch das teuflische Zusammenspiel zwischen Not, Repression und Sehnsucht nach dem großen Leben.

Veranstaltungen der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

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Konzert

Berliner Philharmoniker

Patricia Kopatchinskaja, Violine
Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko, Leitung


Karl Amadeus Hartmann (1905 – 1963)
Concerto funebre (1939)
für Violine und Streichorchester

Igor Strawinsky (1882 – 1971)
L'Oiseau de feu (Originale Fassung von 1910)

Mit der Pariser Uraufführung seiner Ballettmusik „Der Feuervogel“ wurde Strawinsky als 27-Jähriger quasi über Nacht berühmt. Rund 30 Jahre später komponierte Karl Amadeus Hartmann sein hochexpressives „Concerto funebre“, welches wiederum zur Zeit des Nationalsozialismus keine Aussicht auf Aufführung hatte.

Strawinskys oft übergangenes Spätwerk steht im Zentrum des diesjährigen Musikfest Berlin. Die Berliner Philharmoniker halten ihm unter ihrem Chefdirigenten die Kontrastfolie entgegen: die vollständige Ballettmusik „Der Feuervogel“, die ihren Komponisten in jungen Jahren bekannt machte und später berühmt bleiben ließ. Unverwüstlich ist die Anekdote, dass er in den USA als Mr. Firebird angesprochen worden sein soll. Es war Karl Amadeus Hartmann, der in einem Rundfunkbeitrag zu Strawinskys 80. Geburtstag leidenschaftlich für die Zusammenschau und das Zusammendenken beider Schaffensperioden plädierte: „Man vermag die Kühnheiten des jungen Strawinsky ohne Verständnis für seinen Spätstil überhaupt nicht zu würdigen.“

Die beiden Komponisten kannten sich – spätestens seit Hartmann Anfang der 1930er-Jahre als Musikverantwortlicher der Juryfreien Kunstausstellung in München für die Werke des Älteren eintrat. In der Konzertreihe musica viva, die er im Herbst 1945 ins Leben rief und bis zu seinem Tod im Dezember 1963 leitete, war Strawinsky mit der ganzen Bandbreite seines Schaffens vertreten, zum ersten Mal am 7. Juni 1946 mit der „Geschichte vom Soldaten“. Mehrfach war er selbst in München zu Gast. An Hartmann schätzte er dessen Menschlichkeit, Moral und Musik. Als wohl einziger namhafter Komponist konnte der Münchener die viel beschworene Innere Emigration für sich in Anspruch nehmen: Während der NS-Herrschaft wurde kein Werk von ihm in Deutschland aufgeführt. Auch nicht das 1939 geschriebene „Concerto funebre“.

Die höchst expressive Trauermusik für ein Streicherensemble und konzertante Violine enthält aufschlussreiche Anspielungen: an den Hussitenchoral, an Hindemiths Trauermusik für Viola und Streicher von 1936, an Hartmanns eigene Erste Symphonie und sein erstes, „jüdisches“ Streichquartett, an einen Trauermarsch der Arbeiterbewegung im Dialog mit Wendungen und Ornamenten, wie Hartmann sie von jüdischen Musik- und Theatergruppen kannte. Im Panorama der Trauer wird der Opfer der NS-Gewalt gedacht: der überfallenen Tschechoslowakei, der Exilierten, der Arbeiterbewegung und der Opfer der Schoah. Den anspruchsvollen Solopart führt der Komponist in Höhen, in denen auch instrumentales Singen kaum mehr möglich erscheint.

Veranstaltungen der Stiftung Berliner Philharmoniker in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

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Konzert

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Catriona Morison, Alt
Matthias Winckhler, Bass
Rundfunkchor Berlin
Gijs Leenaars, Einstudierung
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Robin Ticciati, Leitung


Klaus Lang (*1971)
Ionisches Licht (2020)

Igor Strawinsky (1882 – 1971)
Requiem Canticles
für Soli, Chor und Orchester (1966)

Gustav Mahler (1860 – 1911)
Adagio aus: Symphonie Nr. 10 (1919)

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin mit Robin Ticciati am Pult beendet die Strawinsky-Reihe beim Musikfest Berlin. Es spielt die „Requiem Canticles“, die Strawinskys eigene Beerdigung begleiteten, und von denen „er wusste, dass er sie für sich selbst schrieb.“

Tausende säumten die Kanäle, als Igor Strawinskys Sarkophag am 15. April 1971 in einer Trauergondel erst zur Kirche San Giovanni e Paolo, später dann zum Inselfriedhof San Michele in Venedig gebracht wurde. Die Trauerfeier in der mächtigen Backsteinkathedrale, in der viele Dogen bestattet liegen, zelebrierte der orthodoxe Archimandrit. Außer einem Requiem von Alessandro Scarlatti und Canzonen von Andrea Gabrieli erklangen Strawinskys eigene „Requiem Canticles“. Er hatte sie fünf Jahre zuvor als Auftragswerk zum Gedenken an die Bildungsmäzenin Helen Buchanan Seeger komponiert, aber „wir und er wussten, dass er sie für sich selbst schrieb“ (Vera Strawinsky). Sechs Textstellen aus der lateinischen Totenmesse wählte er aus, rahmte den Gesang mit Vor-, Zwischen- und Nachspielen, den Nervenpunkten des Ganzen. Die „Canticles“ seien „auf eine alte, atavistische Art vom Ritual geprägt“, meinte ein alter Freund des Komponisten. Die eigentümliche Spiritualität, die auf alles Vordergründige und Gefühlige verzichtet, bringt Robin Ticciati durch die Konstellation mit Werken von Komponisten zur Geltung, deren Religiosität sich ebenfalls nicht in konfessionelle Enge sperren lässt, und denen die Musik die eigentliche Brücke zum Göttlichen darstellte.

Eine Veranstaltung des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

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© Huhu Uet, Bunte Drachen 01, CC BY 3.0
Konzert

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Simon Höfele, Trompete
Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker
Matthias Pintscher, Leitung


Clara Iannotta (*1983)
Intent on Resurrection – Spring or Some Such Thing (2014)
für 17 Musiker*innen

Matthias Pintscher (*1971)
celestial object I
aus: sonic eclipse part one (2009)
für Trompete solo und Ensemble

Lisa Streich (*1985)
HIMMEL (2021)
für Ensemble

Deutsche Erstaufführung

Arnold Schönberg (1874 – 1951)
Kammersymphonie Nr. 1 (Fassung von 1907)
für 15 Soloinstrumente

Zum Abschluss des Musikfest Berlin 2021 greifen Matthias Pintscher und die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker buchstäblich nach den Sternen. Ob in Pintschers „celestial object I“, Clara Iannottas „Intent on Resurrection“ oder Lisa Streichs „HIMMEL“ – die „Luft von anderem Planeten“, die Schönberg einst verspürte, wird mit diesem Programm wieder heraufbeschworen.

Wer wissen will, wie die Berliner Philharmoniker morgen und übermorgen klingen, sollte die Karajan-Akademie hören und erleben. Rund ein Drittel der heutigen Philharmoniker*innen sind aus der Akademie hervorgegangen, die Herbert von Karajan Anfang der 1970er Jahre gegründet hat. Auf einen Höhenflug deutet aber bereits das extraterrestrische Programm der Stipendiat*innen hin. Unter der Leitung des Dirigenten und Komponisten Matthias Pintscher richten sich die Blicke gen Himmel. Die mit dem Ernst von Siemens Komponist*innenpreis ausgezeichnete Italienerin Clara Iannotta gibt ihr Debüt beim Musikfest Berlin und lässt das Ensemble in „Intent on Resurrection – Spring or Some Such Thing“ von der Auferstehung träumen.

Der 26-jährige Simon Höfele ist der Shooting-Star der Trompetenszene, über den die Kritikerin Eleonore Büning staunt: „Welche ein Feuerwerk an Unerhörtem! Welche Fülle an Rhythmen, Klangfarben, Stimmen, Gesängen!“ Beim Musikfest Berlin ist er als Solist zu Gast in der Berliner Philharmonie und lässt Matthias Pintschers „celestial object“ in den Orbit steigen.

Der Traum von einer Himmelsmusik beflügelt die Phantasie und ist wahrscheinlich so alt wie die Klangkunst selbst. „Ich fühle Luft von anderem Planeten“ – diese Gedichtzeile begleitete Arnold Schönberg, als er sich und seine Musik vom Pathos erstarrter Konventionen befreite. Seine „Erste Kammersymphonie“ steht für diesen Aufbruch und damit zugleich für den Traum von der Überwindung der irdischen Schwerkraft.

Eine Veranstaltung der Stiftung Berliner Philharmoniker in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

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Musikfest Berlin

Berliner Festspiele

28.8. bis 20.9.2021

Von der Freude an der musikalischen Kreation
Das Spätwerk Igor Strawinskys beim Musikfest Berlin 2021
mit Musik von Carlo Gesualdo bis zu Heiner Goebbels und Olga Neuwirth

Vom 28. August bis 20. September 2021 startet das Berliner Konzertleben mit dem Musikfest Berlin in die neue Spielzeit, veranstaltet von den Berliner Festspielen, in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker. In 34 Veranstaltungen wird im Großen Saal der Philharmonie und deren Kammermusiksaal, im Konzerthaus am Gendarmenmarkt und im Großen Sendesaal des rbb Musik aus fünf Jahrhunderten präsentiert. Über 100 Werke von rund 52 Komponist*innen, aufgeführt von 29 Instrumental- und Vokalensembles und 35 Solist*innen des internationalen und Berliner Musiklebens.

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Bewertungen & Berichte Musikfest Berlin

Ereignisse / Festspiele Salzburger Festspiele 17.7. bis 31.8.2021
Ereignisse / Festival Lucerne Festival 10.8. bis 12.9.2021
Ereignisse / Festival ImpulsTanz Wien 15.7. bis 15.8.2021
Ereignisse / Festival Gstaad Menuhin Festival 16.7. bis 4.9.2021
Ereignisse / Festival Höri Musiktage Bodensee 5. bis 15.8.2021
Ereignisse / Festival Gaulitana Festival Victoria/Gozo/Malta, 40, Santa Domenica Street
Ereignisse / Festival Young Euro Classic Berlin 30.7. bis 15.8.2021
Ereignisse / Festival Raritäten der Klaviermusik 13. bis 21.8.2021
Ereignisse / Festival Kunstfest Weimar 25.8. bis 11.9.2021
Ereignisse / Festival intersonanzen Fest der Neuen Musik 19. bis 23.8.2021
Ereignisse / Festival Festival Herbstgold Eisenstadt 15. bis 26.9.2021
Ereignisse / Messe ArtMuc 14. bis 17.10.2021
Ereignisse / Festival Kasseler Musiktage 28.10. bis 7.11.2021
Ereignisse / Festival Kammermusiktage Bergkirche Büsingen 27. bis 29.8.2021
Ereignisse / Festspiele Domstufen-Festspiele Erfurt Erfurt, Domplatz
Ereignisse / Tanz Dresden Frankfurt Dance Company Frankfurt am Main, Schmidtstr. 12
Ereignisse / Festival Autor:innentheatertage Berlin 2. bis 5.9.2021
Familie / Theater Rathener Sommertheater Mai bis August 2021
Bildung / Festival ImpulsTanz Wien Workshops 15.7. bis 15.8.2021
Literatur / Kulturveranstaltung Literaturhaus Salzburg Salzburg, Strubergasse 23
Literatur / Museum Robert Walser-Zentrum Bern Bern, Marktgasse 45
Aufführungen / Theater Staatsschauspiel Dresden Dresden, Theaterstraße 2
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Konzerte / Konzert Hochschule für Musik und Tanz Köln Köln, Unter den Krahnenbäumen 87
Ausstellungen / Ausstellung OK im OÖ Kulturquartier LINZ Linz, OK-Platz 1
Ausstellungen / Messe Discovery Art Fair Virtual Köln, Gladbacher Wall 5
Familie / Festival Mülheimer Theatertage das Forum deutschsprachiger Gegenwartsdramatik
Familie / Freizeitpark Kulturinsel Einsiedel Neißeaue OT Zentendorf, Kulturinsel Einsiedel 1

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