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Kunstfest Weimar

25.8.-11.9.2021

Rund 165 Veranstaltungen wird das KUNSTFEST WEIMAR 2021 während des Festivalzeitraums vom 25. August bis 11. September umfassen und ein weiteres Jahr der Pandemie trotzen: Interdisziplinäre Aufführungen und Ausstellungen, Screenings und Interventionen, Debatten und Lesungen - darunter 15 Uraufführungen, 3 Europäische und 6 Deutsche Erstaufführungen an 23 Spielorten in Weimar und 25 thüringenweit.

Kontakt

Kunstfest Weimar
Windischenstr. 10
D-99423 Weimar

Telefon: +49 (0) 3643 / 755 291
E-Mail: info@kunstfest-weimar.de

 

Kartenverkauf

Online
www.kunstfest-weimar.de
www.nationaltheater-weimar.de

Telefonisch
Theaterkasse des DNT
T +49 (0) 3643 / 755 334
Bewertungschronik

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Tanz

AND WHEN WE CHANGE …

Robyn Orlin | HfMDK Frankfurt

URAUFFÜHRUNG

Tanz-Parcours zu Umweltfragen im öffentlichen Raum

Das Tanzprojekt »And when we change …« der international gefeierten, südafrikanischen Choreographin Robyn Orlin reflektiert das Verhältnis von Mensch und Natur. So wie zuvor kann es nach der Pandemie nicht weitergehen, aber wer traut sich, etwas zu ändern? Und was kommt danach? Ausgehend von Schriften der großen Dichter der Weimarer Klassik über Nietzsche bis hin zu den Bauhaus-Denkern, schlägt das Projekt den Bogen zu drängenden Umweltfragen wie Klimaerwärmung und Waldsterben.

Robyn Orlin entwickelt mit etwa 20 Studierenden des Ausbildungsbereichs Tanz der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt a. M. einen Parcours bestehend aus kleineren choreographierten Solos, Duos, Trios, die akustisch oder musikalisch gerahmt sind.

Das Projekt wird als Open-Air-Veranstaltung in zwei verschiedenen Parks stattfinden: im Park an der Ilm in Weimar und im egapark als Teil der Bundesgartenschau (BUGA) in Erfurt.

Die Sequenzen werden von den Tänzer*innen in einem Zeitraum von zwei Stunden in regelmäßigen Abständen wiederholt. Auf diese Weise ergibt sich für die Zuschauer*innen die Möglichkeit, sich eine eigene Route zu suchen und das gesamte jeweilige Parkgelände zu erkunden. Erst zum großen Finale finden Tänzer*innen und Zuschauer*innen zusammen.

REGIE & CHOREOGRAPHIE — Robyn Orlin
KOSTÜME — Birgit Neppl
SOUND DESIGN — Cedrik Fermont
MIT Studierenden des Ausbildungsbereichs Tanz der HfMDK, Frankfurt a. M.
PRODUKTION — KUNSTFEST WEIMAR
KOPRODUKTION —
HOCHSCHULE FÜR MUSIK UND DARSTELLENDE KUNST FRANKFURT AM MAIN (HFMDK) | BUNDESGARTENSCHAU ERFURT 2021 GEMEINNÜTZIGE GMBH
KOOPERATION — TANZtheater INTERNATIONAL Hannover | KLASSIK STIFTUNG WEIMAR
FÖRDERUNG — THÜRINGER STAATSKANZLEI | Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Koproduktionsförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien | GESELLSCHAFT DER FREUNDE UND FÖRDERER DER HfMDK E. V. | SPARKASSENSTIFTUNG WEIMAR–WEIMARER LAND | SPARKASSENSTIFTUNG ERFURT

Karten für die Veranstaltungen in Weimar — Eintritt frei
Karten für die Veranstaltungen in Erfurt — Eintritt zur Veranstaltung frei, Eintritt zur BUGA erforderlich

Dauer: 2 Stunden
Ab 10 Jahren
Barrierefrei
Ohne Sprache

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Tanz

LONELY TOGETHER

Gregory Maqoma | Roberto Olivan

DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Tänzerischer »Süd-Süd-Dialog« zwischen zwei Freunden

Gemeinsam haben der Katalane Roberto Olivan und der Südafrikaner Gregory Maqoma Mitte der neunziger Jahre bei Anne Teresa De Keersmaeker in Brüssel studiert. Auch wenn die beiden international renommierten Tänzer und Choreographen weit voneinander entfernt im Süden ihres jeweiligen Kontinents geboren wurden, wissen sie um die Ähnlichkeit ihrer Gefühle und Visionen. In den Traditionen ihrer Heimat, ihrer Kultur verwurzelt und den Menschen und deren künstlerischen Ausdrucksformen tief verbunden, erkunden sie in »Lonely Together« tänzerisch, was für ihr künstlerisches Schaffen entscheidend ist: ihre Intuition. Dabei geht es um die innere Stimme, die sich in den Menschen über Generationen zurückverfolgen lässt, die Halt und Orientierung gibt und die in manchen Kulturen die Grundlage für Trance-Rituale oder Tanz-Zeremonien ist. Mit auf der Bühne steht der belgische DJ Laurent Delforge, in dessen Live-DJ-Set sich Roberto Olivan und Gregory Maqoma auf eine physisch brillante, sehr emotionale, zugleich traditionelle und ungemein zeitgenössische Reise in ein anderes Selbst begeben. 2014 entstanden, auf großen Festivals gefeiert, aber noch nie im deutschsprachigen Raum gezeigt, nehmen die beiden Tanzstars ihr Duo unter dem Eindruck der Pandemie, in der der persönliche Austausch mit Freunden über Grenzen hinweg stark erschwert wurde, für das KUNSTFEST WEIMAR wieder auf. Das Projekt ist der Ersatz für Maqomas südafrikanische Produktion »Cion«, die das KUNSTFEST wegen der absehbar fortdauernden Einreisebeschränkungen um ein weiteres Jahr auf 2022 verschieben muss.

IDEE, CHOREOGRAPHIE & TANZ — Gregory Maqoma | Roberto Olivan
KOMPOSITION & LIVE-PERFORMANCE — Laurent Delforge
KOSTÜM — BLACK COFFEE
LICHT DESIGN — Maria De La Càmara | cube.bz
DRAMATURGIE — Roberto Magro
KOPRODUKTION — GREC FESTIVAL OF BARCELONA | MERCAT DE LES FLORS
UNTERSTÜTZUNG — DEPARTAMENT DE CULTURA DE LA GENERALITAT DE CATALUNYA | DANCE UMBRELLA JOHANNESBURG | CASA ÁFRICA | INSTITUT RAMON LLULL | AJUNTAMENT DE MATARÓ | EL GRANER — BARCELONA ART FACTORIES | ROPA / ROBERTO OLIVAN PERFORMING ARTS | VUYANI DANCE THEATRE | DROM

Karten — 20 - 40 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 60 Minuten
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Englisch | Katalanisch (EN | KATAL)
Übertitel nicht erforderlich

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Tanz

I AM 60

Wen Hui

URAUFFÜHRUNG

Ein dokumentarisches Tanzprojekt von und mit Wen Hui

Der Körper und sein Alter sind das Thema in Wen Huis neuer Arbeit »I am 60«. Nach intensiven Recherche- und Probenphasen in Frankreich und China wird dieses Solo beim KUNSTFEST WEIMAR zur Uraufführung kommen. Die berühmte Choreographin war 1994 Mitbegründerin des LIVING DANCE STUDIOS, der ersten freien Tanzkompanie Chinas. Aus Anlass ihres bevorstehenden 60. Geburtstags reflektiert sie in dem Stück die Erkenntnis, wie im Laufe der Zeit »unser Körper unser eigenes Schlachtfeld« wird, so Wen Hui.

Als Kind der Kulturrevolution und mit dem Mao-Zitat »Frauen tragen die eine Hälfte des Himmels« aufgewachsen, versucht sie mit »I am 60« den »eigenen Körper zu benutzen, um einen neuen Weg zu finden zwischen der Geschichte und unserem aktuellen Leben«, so die Künstlerin über das Stück. Dies spiegelt sich in den drei Recherche-Ebenen ihres Projektes wieder: Neben der Befragung ihrer eigenen Familiengeschichte führte sie eine Reihe von Interviews mit jungen Frauen über ihren Selbstbehauptungskampf in der aktuellen chinesischen Gesellschaft. Darüber hinaus widmet sie sich den Wurzeln des Feminismus im chinesischen Kino der dreißiger Jahre. Was bleibt von der damals proklamierten »neuen Frau« im Heute? Was bleibt von den chinesischen Pionierinnen des Feminismus? Wen Hui entwickelt ein multimediales und dokumentarisches Projekt, das ihren eigenen Körper in den Kontext setzt mit historischen und aktuellen Film- und Tonausschnitten, Textprojektionen und -rezitation — im Dialog mit dem Publikum.

Wen Hui ist eine der diesjährigen Preisträgerinnen der renommierten Goethe-Medaille des GOETHE-
INSTITUTS.

TANZ & CHOREOGRAPHIE — Wen Hui
TEXT — Zhang Zhen
VIDEO — Rémi Crépeau
PRODUKTION — Living Dance Studio KOPRODUKTION — Théâtre de la Ville | Festival d‘automne à Paris KOOPERATION — KUNSTFEST WEIMAR | GOETHE-INSTITUT E. V.
UNTERSTÜTZUNG — Théâtre de la Ville — Les Abbesses, Paris FÖRDERUNG — Residenzprogramm des Institut francais an der Cité internationale des arts, Paris | Institut francais, China | Französische Botschaft in China | micadanses-Paris | CND Centre national de la danse, Paris

Karten — 17,50 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 60 Minuten
Ab 12 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Chinesisch (ZH)
Mit deutschen Übertiteln, soweit erforderlich

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© Pol Seif
Tanz

THE LOVE BEHIND MY EYES

Ali Chahrour

EUROPÄISCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Intimes tänzerisches Finale einer libanesischen »Liebes-Trilogie«

Mit der europäischen Erstaufführung von »Die Liebe hinter meinen Augen« schließt Ali Chahrour seine »Liebes-Trilogie« ab, deren erster Teil bereits 2019 beim KUNSTFEST zu sehen war. Ausgangspunkt des Abends ist die persisch-arabische Tradition des »Ghasal«, einer lyrischen Gedichtform aus vorislamischer Zeit, die ihren Höhepunkt mit Dichtern wie Rūmī oder Hāfiz im 13./14. Jahrhundert erreichte. Ihr ursprünglich erotischer Gehalt vermischte sich mit religiösen Inhalten, so dass in ihr weltliche Erotik und mystische Gottesliebe ineinandergreifen.

In der Ich-Form geschrieben und in einem Sprechgesang vorgetragen, eröffnet sie die Möglichkeit eines besonders intensiven Ausdrucks von Emotionen, dem Ali Chahrour mit den Körpern seiner Tänzer*innen nachspüren und eine visuelle Ebene verleihen möchte. Durch den religiös maskierten, erotischen Inhalt der — auch auf der Bühne vorgetragenen — Lyrik kann Chahrour elegant all die Spielarten der Liebe in seiner Aufführung thematisieren, die in weiten Teilen der arabischen Welt als Tabu gelten — sei es wegen religiöser, politischer oder sozialer Konventionen. Bezugspunkt ist für Chahrour die legendäre Geschichte um den Islam-Gelehrten Mohamed Bin Daoud: Dieser verliebte sich auf den ersten Blick in einen schönen, jungen Mann aus Isfahan bis er schließlich an unerfüllter Liebe verstarb.

Beide internationale Koproduktionen, die das KUNSTFEST WEIMAR in diesem Jahr zur europäischen Erstaufführung bringen wird, sind Projekte, die Chahrour der Pandemie und den widrigen ökonomischen Umständen seiner Heimat zum Trotz in diesem Frühjahr in Beirut zur Uraufführung gebracht hat.

REGIE & CHOREOGRAPHIE — Ali Chahrour
MUSIK — Abed Kobeissy
LICHT & BÜHNE — Guillaume Tesson
MIT Chadi Aoun | Ali Chahrour | Leila Chahrour
PRODUKTION — Ali Chahrour
KOPRODUKTION — KUNSTFEST WEIMAR | AL MAWRED AL THAQAFI | FESTIVAL LES RENCONTRES À L‘ÉCHELLE — LES BANCS PUBLICS | HAMMANA ARTIST HOUSE
FÖRDERUNG — GOETHE-INSTITUT E. V.

Karten — 20 € | 15 € | 10 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 70 Minuten
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Arabisch(ARAB)
Mit deutschen Übertiteln

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© Myriam Boulos
Tanz

TOLD BY MY MOTHER

Ali Chahrour

EUROPÄISCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Bildmächtige Choreographie auf den Spuren libanesischer Traditionen

Der libanesische Choreograph und Regisseur Ali Chahrour begeisterte 2019 vor ausverkauftem Haus die Presse und das Weimarer Publikum gleichermaßen: »In diesem Abend […] liegen eine ursprüngliche Kraft und eine betörende Schönheit«, schrieb Michael Helbing in der THÜRINGER ALLGEMEINEN ZEITUNG. In seiner neuen Arbeit, die aus dem AL MADINA THEATER Beirut nach Weimar kommen wird, untersucht Chahrour die unterschiedlichen Arten von Liebe und Verantwortung in zwei von Krieg und Gewalt gezeichneten Familien. Sie alle wurden Zeug*innen von Geschehnissen, die die Grenzen des Sagbaren überschreiten. Die Mütter waren es schließlich, die sich für ihre Familien aufgeopfert haben, die gekämpft und sie gerettet haben. Doch auch in ihren Körpern, in ihren Stimmen leben die Traumata weiter — sie versuchen zu erinnern statt zu verdrängen, sie möchten berichten von den Tragödien: von Liebe und Krieg, Hingabe und Verlust. So versuchen die Familien der Wucht ihrer Erlebnisse zu entkommen und wieder in einen Alltag zurückzufinden — in ihr eigenes, verblasstes Leben von einst.

In der Produktion stehen Mitglieder beider Familien als Zeitzeug*innen auf der Bühne. Chahrour nimmt dabei konkret Bezug auf die Suche seiner Tante, deren Sohn im Syrien-Krieg verschollen blieb. Den physischen Bedeutungsgehalt der Worte dieser Frauen setzt Chahrour mit seinem Ensemble aus Tänzer*innen und Musiker*innen in eine bildmächtige Choreographie um, die inspiriert ist vom Bewegungsrepertoire traditioneller schiitischer Rituale des Nordlibanon.

REGIE & CHOREOGRAPHIE — Ali Chahrour
Musik — TWO OR THE DRAGON (Ali Hout | Abed Kobeissy)
LICHT — Guillaume Tesson
MIT Hala Omran | Leila Chahrour | Abbas Mawla | Ali Hout | Abed Kobeissy
PRODUKTION — Ali Chahrour KOPRODUKTION — STUDIO ZOUKAK | THE ARAB ARTS FOCUS with the support of STIFTELSEN STUDIO EMAD EDDIN & FORD FOUNDATION | NAPOLI TEATRO FESTIVAL | EL KHALIL FOUNDATION | KUNSTFEST WEIMAR | THEATERSPEKTAKEL ZÜRICH | MAHMOUD DARWISH CHAIR/BOZAR
KOOPERATION — THEATER IM PUMPENHAUS, Münster UNTERSTÜTZUNG — SAADALLAH & LOUBNA KHALIL FOUNDATION
FÖRDERUNG — GOETHE-INSTITUT E. V. | ARAB FUND FOR ARTS AND CULTURE »AFAC« | LEBANESE ACADEMY OF FINE ARTS »ALBA« | FRENCH INSTITUTE, Beirut | BARZAKH | BEIT EL LAFFE | MEZYAN | T-MARBOUTA | TAWLET | EID PRESS

Karten — 20 € | 15 € | 10 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 90 Minuten
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Arabisch(ARAB)
Mit deutschen Übertiteln

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Tanz

HEAR EYES MOVE. DANCES WITH LIGETI

Elisabeth Schilling

DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Tanz trifft auf Ligetis Klavieretüden — Ein komplexes Miteinander

Standen je zwei Kunstformen in engerem Verhältnis zueinander als Musik und Tanz? Aber wie bewegt sich Musik eigentlich? Und wie klingt Tanz? Wo begegnen sich Klänge und Bewegungen, wenn sie sich erst einmal von der Konvention lösen, einander zu imitieren oder zu spiegeln, zu illustrieren? Die »Études pour piano« von György Ligeti (1923 – 2006) bilden die Grundlage dieses Tanzabends. Der ungarische Komponist sagt selbst über diese hochvirtuosen Stücke, dass ihm im Prozess des Komponierens »taktile Konzepte fast so wichtig« gewesen seien »wie akustische«.

Musikalische Bewegungen und Entwicklungen »fühlen wir nicht nur mit unserem Gehör, sondern auch als taktile Form, als eine Sukzession von Muskelspannungen«. Plastisch beschrieben verhalten sich Ligetis Stücke wie »wachsende Organismen«.

An genau diesen Gedanken schließt die Choreographin Elisabeth Schilling mit ihrem neuartigen Zugang zu den Klavier-Etüden an, indem sie Tanz und Musik als angrenzende Formen behandelt, die nebeneinander und ineinander wachsen. In Zusammenarbeit mit fünf Tänzer*innen und der Pianistin Cathy Krier hat sie ein tanzendes Konzert oder einen konzertierenden Tanz voller multisensorischer Bilder geschaffen. Ein Work in Progress zu dem Stück gastierte bereits erfolgreich als Solo beim KUNSTFEST WEIMAR 2019.

Die Tänzerin und Choreographin Schilling tanzt regelmäßig in internationalen Produktionen wie u. a. bereits im Repertoire von SASHA WALTZ, TRISHA BROWN sowie Kreationen von CLOD ENSEMBLE. Ihre choreographischen Arbeiten entstanden u. a. für TATE MODERN in London, GAUTHIER DANCE, SCOTTISH DANCE THEATRE CREATIVE LEARNING und MUSEUM FÜR ANGEWANDTE KUNST, Frankfurt a. M.

KONZEPT & CHOREOGRAPHIE — Elisabeth Schilling
BÜHNE & KOSTÜM — Michèle Tonteling
PIANO — Cathy Krier
LICHT — Fränz Meyers
TEXTE — Moritz Gansen
MIT Brian Ca | Valentin Goniot | Elisabeth Christine Holth | Piera Jovic | Cree Barnett-Williams (Alle Bewegungen wurden gemeinsam mit den Tänzer*innen entwickelt.) PRODUKTION — Elisabeth Schilling | MAKING DANCES A.S.B.l KOPRODUKTION — LES THÉÂTRES DE LA VILLE DE LUXEMBOURG | KUNSTFEST WEIMAR | MOSEL MUSIK- FESTIVAL
UNTERSTÜTZUNG — PHILHARMONIE LUXEMBOURG | ŒUVRE NATIONALE DE SECOURS GRANDE-DUCHESSE CHARLOTTE | MINISTERIUM FÜR WISSENSCHAFT, WEITERBILDUNG UND KULTUR DES LANDES RHEINLAND-PFALZ | KULTURSOMMER RHEINLAND-PFALZ DER STIFTUNG RHEINLAND-PFALZ FÜR KULTUR | TROIS C-L — CENTRE DE CRÉATION CHORÉGRAPHIQUE LUXEMBOURGEOIS | EUROPEAN COMMISSION | ERASMUS FOR YOUNG ENTREPRENEURS| FONDATION INDÉPENDANCE BY BIL | FOCUNA — FONDS CULTUREL NATIONAL LUXEMBOURG | FUNDAMENTAL MONODRAMA FESTIVAL FÖRDERUNG — MINISTÈRE DE LA CULTURE LUXEMBOURG

Karten — 20 € | 15 € | 10 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 70 Minuten
Ab 12 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Ohne Sprache

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Schauspiel

438 TAGE NSU-PROZESS - EINE THEATRALE SPURENSUCHE

Nuran David Çalış | Tunçay Kulaoǧlu

URAUFFÜHRUNG

Dokumentarisch-performatives Reenactment des NSU-Prozesses am OLG München

Das KUNSTFEST WEIMAR nimmt den Jahrestag der Enttarnung der drei Haupttäter*innen des NSU-Komplexes 2011 zum Anlass den NSU-Prozess theatral aufzuarbeiten. In den Fokus rücken dabei vor allem die Opfer sowie die Leerstellen in der Aufklärung. Auch heute noch sind die Hintergründe des NSU-Komplexes unklar: Die Frage nach rechten Netzwerken sowie Verstrickungen behördlicher Organe bzw. Mitwisser- und Mittäterschaft von staatlichen Strukturen sind — trotz der Untersuchungsausschüsse und des NSU-Prozesses am OLG München — nach wie vor nicht befriedigend beantwortet. Als dokumentarisch-performatives Reenactment wird eine kondensierte Rekapitulation des Prozesses entlang unterschiedlicher thematischer Schwerpunkte, auch in Bezug auf die Gegenwart zu sehen sein. In 17 Kapiteln an 17 Tagen werden die Problemkomplexe des Münchner NSU-Prozesses verhandelt und unterschiedliche Perspektiven auf den Prozess sowie auf die bis heute nicht geklärten Fragen eröffnet. Dabei werden jeden Tag neu Rollen von Weimarer Bürger*innen, Prozessbeteiligten oder Personen des öffentlichen Lebens übernommen. Regie führt Nuran David Çalış, der als Experte für dokumentarische Theaterformate mit politischen Schwerpunkten gilt. Er inszenierte u. a. »Die Lücke — Ein Stück Keupstraße«, bei dem die Überlebenden des NSU-Nagelbombenanschlags von 2004 auf der Bühne des SCHAUSPIELS KÖLN zu Wort kamen und zuletzt am Schauspiel Frankfurt »NSU 2.0«, das sich mit den Menschen beschäftigte, die weiterhin vom NSU mit dem Leben bedroht werden. Die Textfassung ist von Tunçay Kulaoǧlu, der bereits die Vorlage für das 2019 entstandene »Reichstags-Reenactment« entwickelte.

Im Anschluss an jede Vorstellung findet ein Gespräch mit Beteiligten und Expert*innen statt, das den Diskurs über die verhandelten Problemkomplexe weiterführt und vertieft.

REGIE & VIDEO — Nuran David Çalış
TEXT & DRAMATURGIE — Tunçay Kulaoğlu
BÜHNE — Irina Schicketanz
KOSTÜME — Sara Drasdo
MUSIK — Vivan Bhatti
PRODUKTIONSLEITUNG & DRAMATURGIE — Marlies Kink
MIT Rosa Falkenhagen | Sebastian Kowski | Nadja Robiné | Krunoslaw Šebrek u. a.

PRODUKTION — KUNSTFEST WEIMAR
KOPRODUKTION — Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar
KOOPERATION — Förderverein Buchenwald e. V. | Licht ins Dunkel e. v.
FÖRDERUNG — Bundeszentrale für politische Bildung | Lokaler Aktionsplan Weimar | Jena Kultur



Karten — Eintritt frei | Reservierung möglich
Dauer — 90 Minuten

Deutsch(D)
Übertitel nicht erforderlich

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Schauspiel

THÜRINGEN - DIE GANZE WAHRHEIT / PERFORMANCES

Steve Karier

URAUFFÜHRUNG

Ein dezentraler, partizipativer Ausstellungs- und Theaterreigen

In dem Nachfolge-Projekt zum thüringenweiten KUNSTFEST 2020-Erfolg »Schwimmen nach … (THÜRINGEN)« widmet sich der luxemburgische Schauspieler Steve Karier in seinem neu entwickelten partizipativen Theaterabend alten Legenden und Mythen, neuen Fake News und Gerüchten aus und über Thüringen. Wieder geht ein Open Call voraus, damit Bürger*innen ihre Geschichten zu ihrem Heimatort beisteuern können: 20 Abende, 20 Orte — jeder Abend ist spezifisch auf die Lügengeschichten des Gastspielortes zugeschnitten.

Das Projekt wird in Korrespondenz mit der gleichnamigen Ausstellungsreihe der ACC GALERIE WEIMAR entwickelt, für die lokale Künstler*innen einzelne der eingesandten Legenden oder Gerüchte zum Anlass nehmen, um vor Ort einen Raum künstlerisch auszugestalten. So entstehen über Thüringen verteilt eine Reihe begehbarer »Lügenräume«. Karier geht in seiner Performance einen Schritt weiter, greift das Erzählmoment auf und verbindet die thüringischen Fabeln und gut erfundenen Lügengeschichten zu einem kleinen szenischen Panorama. Denn welche Geschichte ist glaubwürdiger als die gut erzählte? Steve Karier berichtet jeden Abend die »ganze Wahrheit« über den Ort, an dem er gerade gastiert, in Weimar z. B. unter dem Titel »WEIMAR — Die ganze Wahrheit«. Begleitend werden je nach Pandemielage an den einzelnen Orten weiterführende Diskussionsrunden und Workshops angeboten, in denen die Thüringer Bewohner*innen durch die gemeinsame Beschäftigung mit Gerüchten, Falschmeldungen und Mythen den Realitätsgehalt unserer Lebenswelt hinterfragen können.

Termine Thüringenweit
25. AUG Jena
26. AUG Gera
27. AUG Altenburg
28. AUG Schmalkalden
29. AUG Gotha
30. AUG Sonneberg
31. AUG Weimar
1. SEP Mühlhausen
2. SEP Eisenach
3. SEP Suhl
4. SEP Kleinneundorf
5. SEP Friedrichsrode
6. SEP Neustadt an der Orla
7. SEP Greiz
8. SEP Bad Langensalza
9. SEP Burgk
10. SEP Diedorf
11. SEP Wurzbach
12. SEP Apolda
12. SEP Erfurt

Infos zu den korrespondierenden Ausstellungen finden Sie hier.

PERFORMANCE — Steve Karier
DRAMATURGIE — Andreas Wagner | Rolf C. Hemke
PRODUKTION — KUNSTFEST WEIMAR
KOOPERATION — ACC GALERIE WEIMAR | BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG | FUNDAMENTAL MONODRAMA FESTIVAL
FÖRDERUNG — KULTURSTIFTUNG DES FREISTAATS THÜRINGEN | SPARKASSEN-KULTURSTIFTUNG HESSEN-THÜRINGEN | LE GOUVERNEMENT DU GRAND DUCHÉ DE LUXEMBOURG — MINISTÈRE DE LA CULTURE

Karten — 10 € | ermäßigt 6 €
Dauer — 75 Minuten
Ab 12 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

OPEN CALL
Wir rufen alle Menschen in Thüringen auf, ihre Geschichten und Gerüchte zu ihrem thüringischen Heimatort oder ihrer Region beizusteuern und zu erschwindeln! Bis zum 15.7. können Sie Ihre Geschichten als Word- oder PDF-Datei an folgende E-Mail-Adresse senden: geschichten(at)kunstfest-weimar.de — Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Deutsch(D)

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Schauspiel

UND ALLE TIERE RUFEN: DIESER TITEL RETTET DIE WELT AUCH NICHT MEHR

Marie Bues | Thomas Köck

URAUFFÜHRUNG

Ein vielstimmiges Requiem-Manifesto der ausgestorbenen Arten

Die verschwundenen Tiere dieser Welt melden sich zu Wort. Es erklingt ein vielstimmiger Abgesang an die Fauna und die Menschheit: ein Requiem-Manifesto. Sie sprechen vom Aussterben und von Erinnerungen »an zukünfte, die noch überhaupt nicht existiert haben — erinnerungen an leben und existenzen, die nie werden gelebt worden sein«.

Das Manifest versucht, sich loszulösen von den tagesaktuellen Diskursen, vom bloßen Ist-Zustand, es versucht, das Wirtschaftssystem hinter sich zu lassen und wieder aufs große Ganze zu schauen — denn ist nicht auch die Menschheit nur eine Art auf dieser Welt? Thomas Köck, der zweifache Gewinner des MÜLHEIMER DRAMA­TIKERPREISES, reflektiert in seinem neuen Stück einen anderen Begriff von Zeit(lichkeit), von Verantwortlich­keit. Denn gerade europäische Kolonialinteressen waren wesentliche Faktoren in der Geschichte des Artensterbens.Vielleicht könnte die Frage wie wir eine Zukunft für Generationen nach uns gestalten zu einem anderen Umgang mit Ressourcen führen, als die bloße Orientierung am Hier und Jetzt. Oder steht die Erde letzten Endes besser da, wenn die Art Mensch auch ausgestorben sein wird? Marie Bues, die bereits beim KUNSTFEST 2020 auf der ALTEN FEUERWACHE WEIMAR inszenierte, hat schon vielfach Texte von Thomas Köck uraufgeführt. In ihren Regiearbeiten beschäftigt sie sich konsequent mit neuer Dramatik und arbeitet eng mit den Autor*innen zusammen. Gemeinsam mit Anouschka Trocker entwickelt sie aus der Vorlage ein Live-Hörspiel. Astrid Meyerfeldt, die 2020 als beste Darstellerin mit dem deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet wurde, Sarah Sophia Meyer und Nico Link, beide Ensemblemitglieder des SCHAUSPIELHAUS GRAZ, und Janus Torp aus dem Ensemble des DNT lassen das Requiem-Manifesto der ausgestorbenen Arten erklingen.

TEXT — Thomas Köck
REGIE — Marie Bues
HÖRSPIELREGIE — Anouschka Trocker
BÜHNE — Frank Holldack
DRAMATURGIE — Marlies Kink
MIT Astrid Meyerfeldt | Sarah Sophia Meyer | Nico Link | Janus Torp
AUFFÜHRUNGSRECHTE — SUHRKAMP THEATER VERLAG, BERLIN
KOPRODUKTION — DEUTSCHLANDFUNK KULTUR
UNTERSTÜTZUNG — DEUTSCHES NATIONALTHEATER UND STAATSKAPELLE WEIMAR | SCHAUSPIELHAUS GRAZ | SCHAUSPIEL KÖLN
FÖRDERUNG — THÜRINGER MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE UND NATURSCHUTZ

Karten — 17,50 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 75 Minuten
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung
Deutsch(D)

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© Virginie Meigne
Schauspiel

DIMANCHE

Cie Chaliwaté | Cie Focus

DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Bildmächtige Familienproduktion zum Thema Klimawandel

Zwischen Albtraum und der Unausweichlichkeit des Faktischen angesiedelt, zeichnet »Dimanche« (Sonntag) das Bild einer Menschheit, die den Folgen ihres eigenen Handelns nicht gewachsen ist. Wir sehen eine Familie zuhause, bei ihrer Sonntagsroutine. Plötzlich erzittern die Mauern, Wind und sintflutartiger Regen bringen das Haus an den Rand des Einsturzes, doch am Verhalten der Familie ändert sich nichts. Ein zweiter Handlungsstrang zeigt drei Naturjournalist*innen, die ihr Bestes tun, die ökologische Apokalypse in Bildern einzufangen: Mit einem alten Dieselfahrzeug suchen sie die letzten überlebenden Wildtiere in der schmelzenden Arktis: eine alte Eisbärin und ihr Jungtier auf einer wegdriftenden Scholle …

Bildkräftig und pointiert verweist die Aufführung auf die absurde Resilienz und Widerständigkeit des Menschen, der auch in Anbetracht existenzieller Gefahr durch einen ökologischen Kollaps nicht bereit ist, sein Leben zu ändern.

Die Aufführung — die ganz ohne Sprache auskommt — bewegt sich ästhetisch auf der Grenze zwischen Objekttheater, Pantomime, Schauspiel und Videoperformance. Sie stellt die unterschiedlichen Mittel virtuos in den Dienst der Vermittlung der Geschichte und ihrer substantiellen Folgen für die handelnden Figuren.

TEXT & REGIE — Julie Tenret | Sicaire Durieux | Sandrine Heyraud
AUSSTATTUNG — Zoé Tenret
MARIONETTEN WAW! Studios | Joachim Jannin | Jean-Raymond Brassinne
SOUND — Brice Cannavo
VIDEO — Tristan Galand
LICHT — Guillaume Toussaint Fromentin
MIT Julie Tenret | Shantala Pèpe | Thomas Dechaufour
DRAMATURGIE — Alana Osbourne
PRODUKTION — THÉÂTRE LES TANNEURS
KOPRODUKTION — THÉÂTRE DE NAMUR | MAISON DE LA CULTURE DE TOURNAI | MAISON DE LA CRÉATION | LE SABLIER / IFS | INTERNATIONAL FESTIVAL OF ARTS & IDEAS — NEW HAVEN, CONNECTICUT | ADELAIDE FESTIVAL | AUCKLAND ARTS FESTIVAL/TE AHUREI TOI O TĀMAKI (AAF) | THE COOP ASBL
FÖRDERUNG — THÜRINGER MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE UND NATURSCHUTZ | FÖDERATION WALLONIE-BRÜSSEL

Karten — 17,50 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 80 Minuten
Ab 10 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Ohne Sprache

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© Judith Buss
Schauspiel

TRANSIT

Anna Seghers | Amir Reza Koohestani

PREMIERE DER NEUPRODUKTION

Politisches Schauspiel — Iranischer Star-Regisseur inszeniert den eindrucksvollen Roman von Anna Seghers

Marseille im Sommer 1940: Tausende suchen einen Weg heraus aus Europa, versuchen Visa und Transits zu bekommen und hoffen auf eine der wenigen Schiffspassagen nach Übersee. Unter ihnen ein junger Deutscher: Mit falschen Papieren aus einem Arbeitslager bei Rouen geflohen, strandet auch er in der überfüllten Stadt. Hier trifft er Marie und verliebt sich in sie. Die junge Frau ist auf der Suche nach ihrem Mann, von dem sie beim Einmarsch der Deutschen in Paris getrennt wurde. Sie weiß nicht, dass ihr Mann tot ist — und ausgerechnet jener junge Flüchtling per Zufall seine Identität angenommen hat. Anna Seghers, die selbst vor den Nazis floh, schildert in ihrem berühmten Roman eindrücklich jenen Transitzustand, der auch heute für Millionen von Menschen bittere Lebensrealität ist.

Regisseur Koohestani liest »Transit« mit den Erfahrungen der Pandemie, die reale Begegnungen mehr und mehr in den virtuellen Raum verlegt hat. Seine in Not geratenen Figuren verlieren sich in einem anonymen System, das willkürlich Visa, Genehmigungen und Pässe erteilt und im Kontakt mit dem realen Menschen versagt. Das rettende Botschaftsgebäude ist zur Black Box geworden. Dem individuellen Schicksal gegenüber ist man blinder denn je. Der iranische Regisseur und Drehbuchautor Amir Reza Koohestani, 1978 in Schiras im Iran geboren, mit seiner MEHR THEATRE GROUP weltweit auf Festivals zu Gast und in Deutschland mittlerweile viel gefragter Regie-Star an großen Bühnen wie u. a. MÜNCHNER KAMMERSPIELE und DEUTSCHES THEATER BERLIN, bringt »Transit« in einer eigenen Bearbeitung beim KUNSTFEST WEIMAR mit dem Ensemble des THALIA THEATER HAMBURG auf die Bühne.

REGIE — Amir Reza Koohestani
BÜHNE — Mitra Nadjmabadi
KOSTÜME — Gabriele Rupprecht
MUSIK — Matthias Peyker
VIDEO — Phillip Hohenwarter
ÜBERSETZUNG aus dem
Persischen — Sören Faika
DRAMATURGIE — Susanne Meister
MIT Nils Kahnwald | Oliver Mallison | Toini Ruhnke
AUFFÜHRUNGSRECHTE — GUSTAV KIEPENHEUER BÜHNENVERTRIEBS GMBH, BERLIN
PRODUKTION — THALIA THEATER
KOPRODUKTION — KUNSTFEST WEIMAR

Karten — 23,50 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 90 Min
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung
Deutsch(D)

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Schauspiel

COUAC

Cie Succursale 101 | Angélique Friant

DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Phantasievolles Bildertheater für die ganz Kleinen nach Andersens »Das hässliche Entlein«

Angélique Friant rollt mit »Couac« einen Klassiker der Jugendliteratur neu auf und paraphrasiert frei »Das hässliche Entlein« von Hans Christian Andersen. Identitätssuche, Entdeckung des Andersseins und Suche nach sich selbst gehen einher mit eindringlichen Bildern von der Kreatürlichkeit, dem Leben und dem Respekt vor den Mitgeschöpfen auf unserem Planeten. Das Entlein lernt vom Anderssein des Wurmes und des Fisches und der Eule, es bestaunt den großen Wald bei Tag und bei Nacht und lernt vom Wunder der Pusteblumen. Doch es entdeckt auch das böse kleine Entlein, das in allen von uns schlummert, und muss einige Prüfungen meistern, um sich selbst zu finden …

»Couac« nimmt die Zuschauer*innen mit in eine durch die Animation der Zeichnungen von Emilie Vast geschaffene, poetische, visuelle Welt. Angélique Friant inszeniert eine Initiationsreise, bei der sich Tanz, Marionettenspiel und Schattentheater vermischen. So bringt sie ein visuelles und klangliches Gedicht mit sanften und hypnotischen Schwingungen auf die Bühne. Die Produktion, die mit über 600 Aufführungen eine der erfolgreichsten französischen Kindertheaterproduktionen der letzten Jahre ist, gastiert erstmals in Deutschland.

TEXT & REGIE — Angélique Friant
MUSIK — Uriel Barthélemi
BÜHNE — David Girondin Moab | Malick Labiod
KOSTÜM — Véronique Didier
ILLUSTRATION — Emilie Vast
LICHT & VIDEO — Stéphane Bordonaro
DRAMATURGIE — Marinette Dozeville
FLÖTE — Cassandre Girard
MIT Chiara Collet | Jade Collet
PRODUKTION — Compagnie Succursale 101
PRODUKTIONSLEITUNG — Arnaud Rollat et Nicolas Poix
KOPRODUKTION — LE SALMANAZAR — SCÈNE DE CRÉATION ET DE DIFFUSION D’ÉPERNAY | COMÉDIE DE CAEN, CDN DE NORMANDIE | ESPACE JÉLIOTE — SCÈNE CONVENTIONNÉE «ARTS DE LA MARIONNETTE»
UNTERSTÜTZUNG — FESTIVAL LES BORÉALES | COMÉDIE, CENTRE DRAMATIQUE NATIONAL DE REIMS | THÉÂTRE NOUVELLE GÉNÉRATION — CENTRE DRAMATIQUE NATIONAL — LYON | LE SAFRAN — SCÈNE CONVENTIONNÉE | LE JARDIN PARALLÈLE | SPEDIDAM
FÖRDERUNG — INSTITUT FRANÇAIS DEUTSCHLAND | FRANZÖSISCHES MINISTERIUM FÜR KULTUR | RÉGION GRAND EST | STADTWERKE WEIMAR STADTVERSORGUNGS-GMBH | FÖRDER- UND FREUNDESKREIS DES DEUTSCHEN NATIONALTHEATERS UND DER STAATSKAPELLE WEIMAR

Karten — 6 €
Dauer — 30 Minuten
Ab 2 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

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© Karin Rocholl
Performance

BYE BYE BÜHNE

Judith Rosmair | Theo Eshetu

URAUFFÜHRUNG

Ein immersives 360°-Virtual-Reality-Projekt für Pandemiezeiten

»Werd‘ ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön!« Unter diesem Goethe-Zitat steht das ungewöhnliche Projekt von Schauspielerin Judith Rosmair und DOCUMENTA-Künstler Theo Eshetu, die im vergangenen Jahr schon im Rahmen der Uraufführung von Theresia Walsers »Endlose Aussicht« für das KUNSTFEST WEIMAR erfolgreich zusammengearbeitet haben.

Das immersive Performance-Projekt spielt in einem geschlossenen Theater während eines Pandemie-Lockdowns. Das Publikum bewegt sich mit Virtual-Reality-Brillen durch den imaginären Theaterraum und kann dem Geschehen in 360° um sich herum folgen. Die Virtual-Reality bietet den Betrachtenden die einzigartige Erfahrung, sich physisch präsent und als Teil der Szene zu fühlen. Und doch kann diese Technik nicht die Magie des lebendigen Moments der Begegnung ersetzen, der das Theater kostbar und einzigartig macht. Die Zuschauer*innen werden direkt angesprochen und zunehmend in die Geschichte involviert. Bis sie begreifen, dass sie selbst die Hauptfigur in diesem Spiel sind, nämlich kein Geringerer als Goethes »Faust«, der sich zuletzt auf der Bühne wiederfindet und schließlich leibhaftig auf Gretchen trifft. Zugleich begegnet das Publikum einer Schauspielerin, die sich verzweifelt nach ihnen sehnt und fragt, ob das Theater eine vergangene, eine verlorene Kulturpraxis ist? Daraus entsteht eine luzide Performance über das Live-Moment der darstellenden Kunst.

»Bye Bye Bühne« bewegt sich auf dem schmalen Grad zwischen Virtualität, Live-Performance und Wirklichkeit und stellt die Wahrnehmung der Zuschauer*innen auf die unmittelbare
Probe. Was ist noch Schein und wo beginnt das Sein?

KONZEPT, TEXT & REGIE — Judith Rosmair
VR-PRODUKTION & REGIE — Theo Eshetu
KAMERA & SCHNITT — Samuele Malfatti
TONMISCHUNG — Fabian Kühlein
TON — Ben Brix
MIT Judith Rosmair
FAUSTS STIMME — Wolfram Koch
PRODUKTION — Judith Rosmair | Theo Eshetu
KOPRODUKTION — KUNSTFEST WEIMAR
FÖRDERUNG — THÜRINGER STAATSKANZLEI —MEDIENWIRTSCHAFT UND -STANDORTFÖRDERUNG | KULTURAKADEMIE TARABYA / GOETHE-INSTITUT E. V./ RUSCH-STIFTUNG
MIT BESONDEREM DANK AN PETER JORDAN

Karten — 17,50 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 60 Minuten
Ab 12 Jahren

Deutsch(DE)

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© Arne Pohlmeier
Installation

SKULPTURPROJEKT NACHHALTIGKEIT

Studierende des M.F.A.-Studiengangs »Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien«

Kunst statt (Stadt-)Müll

Auch in diesem Jahr startet das KUNSTFEST WEIMAR mit einer besonderen Aktion: Wir laden die Weimarer*innen und Thüringer*innen ein, gemeinsam mit internationalen Künstler*innen des M.F.A.-Studiengangs »Kunst im Öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien« der Bauhaus-Universität Weimar, sich an der Entstehung einer Skulptur auf dem Theaterplatz zu beteiligen. Im Rahmen des Fokus Nachhaltigkeit werden sich die Beteiligten mit verschiedenen Aspekten zum Thema »Müll« und »Skulptur im öffentlichen Raum« auseinandersetzen und auf unseren ganz persönlichen Umgang mit Ressourcen hinweisen.

Unter allen Teilnehmer*innen verlosen wir 2 x 2 Karten für eine Vorstellung in der letzten Woche des KUNSTFESTS WEIMAR 2021.

Weitere Informationen zur Aktion, den genauen Uhrzeiten und wie Sie sich an der Entstehung des Kunstwerkes beteiligen finden Sie ab August auf
kunstfest-weimar.de.

IDEE — Marlies Kink | Arne Pohlmeier
KOOPERATION — LEBENSHILFE-WERK WEIMAR/APOLDA E. V. | BAUHAUS-UNIVERSITÄT WEIMAR
FÖRDERUNG — AKTION MENSCH | THÜRINGER MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE UND NATURSCHUTZ

Karten — Eintritt frei
Ab 6 Jahren
Barrierefrei

Deutsch(DE)

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Performance

LANDSCAPES AND BODIES #1–5

Kötter | Israel | Limberg

URAUFFÜHRUNG DER TEILE 3-5 | URAUFFÜHRUNG DES GESAMTZYKLUS

Ein begehbarer & performativer Dokumentarfilm in fünf Teilen

Berg- und Tagebau sind global-ökonomische Praktiken des Ausbeutens, Handelns und Transportierens von Rohstoffen. Gleichzeitig sind sie eine fundamentale Transformation von Raum. Sie bewegen Individuen, Gruppen und ganze Völker. Bergbau verändert die Alltagserfahrungen lokaler Gemeinschaften und ihre natürlichen Lebensumfelder irreversibel: Dörfer werden umgesiedelt, temporäre Camps für Bergarbeiter*innen entstehen, neue Bergbau-Städte werden geplant und gebaut, Berggipfel in offene Abbau-Gruben verwandelt. Wälder werden zu Wüsten und Flüsse zu Abraumhalden. Der fünfteilige immersive Virtual-Reality-Performance-Parcours von Kötter/ Israel/ Limberg lotet die lokalen wie globalen Einfüsse des Rohstoffabbaus auf die Landschaften, Lebensumfelder und das Zusammenleben aus.

Das KUNSTFEST WEIMAR 2021 zeigt den kompletten Zyklus »landscapes and bodies #1–5« als Uraufführung des Gesamtprojektes. Die Zuschauer*innen werden eingeladen, eine aus zwölf Räumen bestehende Architektur zu begehen. Ihre tunnelartige Abfolge suggeriert sowohl Assoziationen mit Bergbaustollen als auch mit Wohneinheiten. 360°-Filme verbinden sich mit Live-Performances und Hörstücken. Gerade durch die Zusammenschau der Einzelteile »Gold« — »Coal« — »Water« — »Coltan« — »Oil Shale« (»Gold« — »Kohle« — »Wasser« — »Coltan« — »Ölschiefer«), durch das Gegenüberstellen der Situation in Indonesien und Sachsen, dem Ruhrgebiet und dem Kongo sowie in Estland, zeigen sich weltumspannende Strukturen. So wird die Frage nach der Nachhaltigkeit von Ressourcen als eine globale und nicht mehr lokal eingrenzbare direkt erfahrbar. »Gold« setzt sich mit dem Raubbau in den Kupfer- und Goldminen in Westpapua auseinander. »Coal« richtet den Fokus auf das renaturalisierte Leipziger Neuseenland und beschäftigt sich mit der Gleichzeitigkeit vergangener und gegenwärtiger Energie-Räume. »Water« widmet sich den sogenannten Ewigkeitskosten/-lasten des Bergbaus am Beispiel von Wasserpumpensystemen im Ruhrgebiet/Essen, die das Absacken des Bodens, Kontamination von Grundwasser und Schäden der Erdoberfläche verhindern. »Coltan« untersucht die Perspektive der Frauen im artisanalen Bergbau (femmes twangaises) der ostkongolesischen Coltan-Minen und die dauerhaft bestehenden Risiken für die Region und ihre Bewohner*innen. »Oil Shale« thematisiert den Ölschiefer-Bergbau am äußersten Rand Europas und seine raumpolitische Auswirkung auf die russische Minderheit in Estland.

Im Performance-Kollektiv Kötter/Israel/Limberg arbeitet der Dokumentar-Filmemacher und Musiktheater-Regisseur Daniel Kötter in verschiedenen künstlerischen Kontexten zusammen mit der Bühnenbildnerin Elisa Limberg und der Dramaturgin Sarah Israel. Mit beiden Künstlerinnen verbindet Daniel Kötter das Interesse an künstlerischen, politischen und sozialen Aspekten des Lebens- und Bühnenraums. Interdisziplinäre und kollaborative, dokumentarische und performative Praktiken führen das Kollektiv immer wieder auf den afrikanischen Kontinent, aber auch in den Mittleren Osten und nach Nordamerika. Im Anschluss an den Zyklus wird an den beiden Abenden, die ihren Abschluss mit »Oil Shale« finden, für die wartenden Zuschauer*innen jeweils ein Publikumsgespräch mit einer*einem Expert*in angeboten, das zum Austausch über nachhaltigen Ressourcenverbrauch in einer globalisierten Welt und über den Theaterabend einlädt.


Do, 2. Sep
»GOLD & COAL«
Einlass ab 16 Uhr, letzter Einlass 20 Uhr


Fr, 3. Sep
»GOLD & COAL«
Einlass ab 16 Uhr, letzter Einlass 20 Uhr


»OIL SHALE«
22 Uhr


Sa 4. Sep
»GOLD & COAL«
Einlass ab 11 Uhr, letzter Einlass 12 Uhr


»WATER & COLTAN«
Einlass ab 18 Uhr, letzter Einlass 19.30 Uhr


»OIL SHALE«
22 Uhr


So, 5. Sep
»WATER & COLTAN«
Einlass ab 11 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr

KÜNSTLERISCHE LEITUNG — Kötter/Israel/Limberg
360°-FILM — Daniel Kötter
RAUM — Elisa Limberg
TON — Marcin Lenarczyk | Martin Recker | Paul Hauptmeier
DRAMATURGIE — Sarah Israel | Anna Ptak
BANDS — KEETAI
MIT Melanie Albrecht | Ikbal Lubys | Darlane Litaay | Helena Kobogau | Anna Zett | Hermann Heisig | Christian Muhigwa | Yasmine Bisimwa | Olande Byamungu | Dima Djoehara
PRODUKTION — Kötter/Israel/Limberg | EHRLICHE ARBEIT — FREIES KULTURBÜRO
KOPRODUKTION — RESIDENZ SCHAUSPIEL LEIPZIG | PACT ZOLLVEREIN ESSEN | KUNSTFESTSPIELE HERRENHAUSEN | KUNSTFEST WEIMAR (»OIL SHALE«)
UNTERSTÜTZUNG — INTERNATIONALER KOPRODUKTIONSFONDS DES GOETHE-INSTITUTS | GOETHE-INSTITUT KINSHASA | ETHNICTRO MUSIC EDUCATION JAVA
FÖRDERUNG — gefördert im FONDS DOPPELPASS der KULTURSTIFTUNG DES BUNDES | INTERNATIONALER KOPRODUKTIONSFONDS DES GOETHE-INSTITUTS E. V. | KUNSTSTIFTUNG NRW | FONDS DARSTELLENDE KÜNSTE | unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von der BEAUFTRAGTEN DER BUNDESREGIERUNG FÜR KULTUR UND MEDIEN, SOWIE DEN KULTUR- UND KUNSTMINISTERIEN DER LÄNDER | THÜRINGER MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE UND NATURSCHUTZ

Karten — 17,50 € | ermäßigt ab 8 € | Kombiticket 35 €
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Dauer »Gold & Coal« 108 min
Dauer »Water & Coltan« 108 min
Dauer »Oil Shale« 60 Min

Einlass in Kleingruppen, Vergabe der genauen Eintrittszeit bei Kartenvorverkauf
Deutsch | Englisch(DE | EN)
Mit deutschen und englischen Untertiteln, soweit erforderlich

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© Deutschlandradio, Esther_Schelander
Hörspiel

WURFSENDUNGEN NON-STOP

Britta Steffenhagen | Florian Lukas

Ein Live-Abend mit 99 Mini-Hörspielen

Die Wurfsendung ist das kürzeste Hörspielformat der Welt. Mehr als 3.000 Wurfsendungen hat DEUTSCHLANDFUNK KULTUR seit 2004 produziert und seitdem täglich ins laufende Radioprogramm geworfen: Drama und Prosa, Kompositionen und Collagen zwischen 10 und 45 Sekunden. In Weimar erstürmt das experimentierfreudige Kurzformat die Bühne und verwandelt sich in eine abendfüllende Live-Show.

Den großen Auftritt ermöglichen die Schauspieler*innen Britta Steffenhagen und Florian Lukas, die mit ihrem Improvisationstalent sowie unbändiger Energie rasant die Rollen wechseln. Mal spielen sie Kaspar und Grete, dann wieder ein eingefahrenes Liebespaar oder sie führen Auseinandersetzungen mit intelligenten Haushaltsgegenständen.

VON & MIT Britta Steffenhagen | Florian Lukas
DRAMATURGIE — Julia Tieke
PRODUKTION — DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

Karten — 6 €
Ab 10 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Deutsch (DE)
Übertitel nicht erforderlich

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Performance

WEIMAR MACHT AUF! #2

Weimarer Bürger*innen | Arne Pohlmeier

Engagiertes KUNSTFEST der Bürger*innen an diversen Stationen in Weimar

Wenn das Klima kippt, worauf sollen wir uns dann noch freuen? | Wo bleibt dann noch Raum für Kunst und Lebensfreude? | Wie können wir jetzt handeln, um ein stabiles, lebensfreundliches Klima auch für kommende Generationen zu gewährleisten?

Gemeinsam mit Weimarer Bürger*innen gestalten wir Klima-Kunst-Meilen in unterschiedlichen Teilen Weimars. Balkons, Fenster, Hauseingänge und Straßenecken dienen als Bühnen für Performanceeinlagen. Menschen, die in Weimar leben und arbeiten, kommen zusammen, machen sich Gedanken über Klimawandel und Nachhaltigkeit und begeben sich auf künstlerische Spurensuche nach Lösungsansätzen und Hoffnungsschimmern. Frei nach dem Vorbild von »Altona macht auf!« in Hamburg (initiiert von Tania Lauenburg und Carsten Brandau) werden Musik, Gesang, Schauspiel, Tanz und Kunst präsentiert, die sich unserem Schwerpunkt Nachhaltigkeit widmen.

Aus den einzelnen Darbietungen entstehen Parcours, die interessierten Zuschauer*innen (ggf. mit Zugangsbeschränkung aufgrund der Corona-Maßnahmen) offen stehen.

NACH EINER IDEE VON Tania Lauenburg & Carsten Brandau
LEITUNG — Arne Pohlmeier
MIT Weimarer Bürger*innen
PRODUKTION — KUNSTFEST WEIMAR
KOOPERATION — LEBENSHILFE-WERK WEIMAR/APOLDA E. V.
FÖRDERUNG — THÜRINGER MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE UND NATURSCHUTZ

Karten — Eintritt frei
Ab 8 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Deutsch(DE)

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© Sarah-Marleen Methner
Performance

PLATTENBAUTEN - INSELN DER GEGENWART

Maximilian Hanisch | Sarah Methner

Der Plattenbau als Tor zur Welt

In der DDR lebte jede*r Vierte im Plattenbau. Und wer nicht dort lebte, kannte jemanden aus der »Platte«. Galt sie zu DDR-Zeiten noch als begehrter, moderner Wohnraum, verschlechterte sich ihr Ruf in Deutschland spätestens mit den im kollektiven Gedächtnis eingeschriebenen Bildern der rechtsextremen Anschläge in Rostock und Hoyerswerda. Für die einen stehen Plattenbauten heute für Tristesse und sozialen Abstieg. Die anderen verteidigen diese Art zu wohnen und damit auch die eigenen Biografien und Erinnerungen. Wegen der Einfachheit des modularen Bauens sind die Gebäude weltweit verbreitet. Kann die häufig als hässlich diskreditierte Art zu bauen daher eine Art ästhetisches Bindeglied zwischen Erfahrungen an verschiedenen Orten sein?

Könnte der Plattenbau ein Tor zu einer Welt sein, in der es möglich ist, Geschichte als etwas Gemeinsames zu begreifen? Die Koproduktion von Regisseur Maximilian Hanisch und Bühnenbildnerin Sarah Methner widmet sich dieser modernen Bau- und Lebensform im Rahmen einer Theaterperformance. Auf der Bühne kommen vier Performer*innen zusammen, deren Begegnung die Grundsituation der Inszenierung bildet. Das internationale Ensemble erzählt gemeinsam die verwobene Geschichte von Orten, die für die Idee des Plattenbaus relevant sind: Moskau, Sansibar City, Kabul und Weimar.

KÜNSTLERISCHE LEITUNG & REGIE — Maximilian Hanisch
KÜNSTLERISCHE LEITUNG & AUSSTATTUNG — Sarah Methner
LICHTDESIGN & TECHNISCHE LEITUNG — Thomas Giger
SOUNDDESIGN — Fabrizio Di Salvo
VIDEODESIGN — Nefeli Chrysa Avgeris
3D-VISUALISIERUNG — Daniel Stiensmeier | PLACE ARCHITECTS
OUTSIDE EYE — Jeremy Nedd
DRAMATURGIE — Katharina Germo | Carsten Weber PERFORMANCE — Tahera Hashemi, Sasha Portyannikova (Isadorino Gore Dance Cooperative) | John Chan (Ghost and John) | Aloyce Funga Funga (Pollinators)
PRODUKTIONSLEITUNG DEUTSCHLAND — EHRLICHE ARBEIT — FREIES KULTURBÜRO | Anna Mareike Holtz
PRODUKTIONSLEITUNG SCHWEIZ — Maxine Devaud | Maxinthewood Productions
KÜNSTLERISCHE MITARBEIT —Esther Jurkiewicz
PRODUKTIONSASSISTENZ —Charlotte Rosengarth
URBANISTISCHE BERATUNG —Cosima Speckhardt
PRODUKTION — HELLERAU — EUROPÄISCHES ZENTRUM DER KÜNSTE | DEUTSCHES NATIONALTHEATER UND STAATSKAPELLE WEIMAR | KUNSTFEST WEIMAR | ROXY BIRSFELDEN
KOOPERATION — TD BERLIN | HONG KONG ARTS CENTRE
FÖRDERUNG — HAUPTSTADTKULTURFONDS | FACHAUSSCHUSS TANZ & THEATER BS/BL | ERNST GÖHNER STIFTUNG | MIGROS-KULTURPROZENT | GOETHE-INSTITUT HONGKONG

Karten — 17,50 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 60 min
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Englisch (EN)
Mit deutschen Übertiteln

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Musiktheater

WEM GEHÖRT WELCH’ LAND?

Schorsch Kamerun

URAUFFÜHRUNG

Konzertabend als musische Wahl-Begleitung und klingende Zugehörigkeits-Befragung von und mit Schorsch Kamerun, Sänger*innen und weiteren Topgästen

Die Wahlen stehen vor der Tür und die Gesellschaft steht sich zunehmend unversöhnlicher gegenüber. An Menschen, die Anspruch auf »unser Land« erheben, mangelt es dabei nicht in der großen Bandbreite des politischen Spektrums. Der Hamburger Sänger und Theatermacher Schorsch Kamerun versucht, mit den Mitteln von Bühne und Musik einen eigenen Blick darauf zu richten. Als Ausgangspunkt seiner Reflektion nimmt er Richard Wagners »Meistersinger von Nürnberg«, in denen der Komponist modellhaft den Ausgleich und den Konflikt zwischen Ausgrenzenden und Progressiven erzählt. Wagners Perspektive ist dabei Kameruns Verständnis nach hybrid: einerseits rückwärtsgewandt, andererseits weit in eine Moderne gerichtet, in der bürgerliche Partizipation selbstverständlich sein sollte. Im Vorfeld zu seinem Abend hat Schorsch Kamerun in Weimar recherchiert und Stimmen gesammelt von Menschen, die am 26. September wahlberechtigt sind. Er und seine Mitstreiter*innen wollen herausfinden, was ein zu Wagners Zeiten noch auf der Festwiese ausgetragener Meinungsstreit mit der heutigen, zunehmend spalterischen Polarisierung — in digitalen und in anderen Räumen — zu tun hat und welche neue Lagerbildung dies in Politik und Gesellschaft nach sich zieht.

Der Konzertabend »Wem gehört welch’ Land« will in Wort und Musik Fragen stellen zu vorschreitendem Populismus, falschen und sinnigen Zugehörigkeiten und einer utopischen Aussicht auf unser Miteinander. Hierfür lädt Kamerun zu einer Popkultur und Klassik übergreifenden Situationswiedergabe, um in Text und Ton und gemeinsam mit Darstellungs-, Gesangs- und Klangprofis zu spiegeln, was die Thüringen- und Bundestags-Wahl aussagt. Aufgeführt wird: Freies Wort und der unerhörte Sound. Solange das noch geht.

REGIE, KONZEPT & GESANG — Schorsch Kamerun
ARRANGEMENTS & TASTEN — PC NACKT
MIT Annemaaike Bakker (Schauspiel) | Anke Stelling (Gespräch & Lesung) Iphigenie Worbes (Mezzosopran) | Christoph Ritter (Klavier) | Maximilian Wagner-Shibata (Tuba)
PRODUKTION — KUNSTFEST WEIMAR | DEUTSCHES NATIONALTHEATER UND STAATSKAPELLE WEIMAR

Karten — 20 - 40 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 80 Minuten
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Deutsch (DE)

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Musiktheater

ELECTRIC SAINT

Stewart Copeland | Jonathan Moore

URAUFFÜHRUNG

Altruismus oder Turbokapitalismus? Opern-Uraufführung von Stewart Copeland & Jonathan Moore

Der Name Tesla steht in unserer Zeit für Elektromobilität. Die Oper »Electric Saint« stellt den Forscher und Entwickler Nikola Tesla in den Mittelpunkt, der Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts lebte. Sie handelt von der Rivalität mit seinem Erfinderkollegen und Konkurrenten Thomas Edison — zwei Pioniere auf dem Gebiet der Elektrotechnik mit diametral entgegengesetzter Lebensphilosophie. Für ihre Zeit waren die beiden so zentrale Köpfe wie es heute vielleicht Bill Gates oder Steve Jobs sind: Tesla ein radikales, detailversessenes Genie, Edison ein mindestens so guter Erfinder wie Geschäftsmann und Selbstvermarkter. Während der Eine seine Erfindungen der Menschheit zu ihrem Wohl frei zur Verfügung stellen wollte, stand für den Anderen die Mehrung seines Reichtums im Mittelpunkt. Der Komponist Stewart Copeland und sein Regisseur und Librettist Jonathan Moore erzählen in assoziativen Bildern von Konflikten und Widersprüchen Teslas: Er war besessener Wissenschaftler und gläubiger Christ, in eine orthodoxe Priesterfamilie im heutigen Kroatien geboren. Diese beiden Pole schlossen sich für ihn nie aus, was sich auch im Titel der Oper widerspiegelt. Bereits zum vierten Mal arbeiten Copeland und Moore zusammen. Zuletzt realisierten sie gemeinsam Werke für die CHICAGO OPERA (2017) und das ROYAL OPERA HOUSE COVENT GARDEN (2013). Der fünffache Grammy-Preisträger Copeland wurde als Gründungsmitglied und Drummer der Band THE POLICE weltberühmt. Danach machte er sich u. a. mit der Filmmusik zu Oliver Stones »Wall Street« und Francis Ford Coppolas »Rumble Fish« einen Namen. Der Schauspieler, Regisseur und Librettist Moore arbeitete für die ROYAL SHAKESPEARE COMPANY, das NATIONAL THEATRE, London oder die BROOKLYN ACADEMY OF MUSIC. Er war Ko-Autor des Librettos und Regisseur der Münchner Urauführung »Greek« von Mark Anthony Turnage.

KOMPOSITION — Stewart Copeland
MUSIKALISCHE LEITUNG — Gregor Bühl
LIBRETTO & REGIE — Jonathan Moore
BÜHNE, KOSTÜME & VIDEO — Jonathan Moore | Robert Lippok
DRAMATURGIE — Judith Drühe
DARSTELLER*INNEN — Richard Morrison (TESLA) | Oleksandr Pushniak (JP MORGAN) | Alexander Günther (WESTINGHOUSE) | Jasper Sung (ROBERT) | Uwe Schenker-Primus (EDISON) | Olivia Warburton (ANNA) | Emma Moore (KATHARINE) | Avtandil Kaspeli (VATER) | Marlene Gaßner (MUTTER)
MIT Opernchor des DNT | Staatskapelle Weimar
PRODUKTION — KUNSTFEST WEIMAR | DEUTSCHES NATIONALTHEATER & STAATSKAPELLE WEIMAR

Karten (UA, 5. SEP) — 28 - 55 € | ermäßigt ab 8 €
Karten (11. SEP) — 28 - 40 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 90 Minuten
Ab 12 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Englisch (EN)
Mit deutschen Übertiteln

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Musiktheater

DIE OPER #3 - DIE OUTTAKES

NOVOFLOT

URAUFFÜHRUNG

Sportliches Finale der Musiktheater-Trilogie frei nach Monteverdi

In einem Finale treten die besten Sportler*innen, Wissenschaftler*innen oder Künstler*innen gegeneinander an. Zumindest sollte es so sein. Doch sind es nicht oft kaum messbare Nuancen, die hier den Ausschlag geben? Tausendstelsekunden oder äußerst subjektive Geschmacksnerven einzelner Jurymitglieder, die über fame und shame entscheiden? Natürlich!

Und so ist es kein Wunder, dass im Finale der Musiktheater-Trilogie »Die Oper #1 – #3« alle Aufmerksamkeit dem Aussortierten gilt, den »Outtakes«, die es nicht ins Finale
geschafft haben. Nur vage erahnen lässt sich nämlich, wieviel Material unberücksichtigt bleibt, wenn ein Film geschnitten, ein Buch lektoriert oder ein Musikstück produziert wird, und wieviel Herzblut in solchen Prozessen fließt. Immer bleibt am Ende die quälende Frage, ob wirklich die richtige Auswahl getroffen wurde. So muss es auch dem Pionier der Gattung Oper, dem Komponisten Claudio Monteverdi (1567 – 1643) gegangen sein, als er seine Bühnenwerke finalisierte. Wie genau kam es, dass zahllose Arien, Chöre, Sinfonien und Rezitative auf der Strecke blieben? Und in welchen versunkenen Archiven werden diese »Outtakes« verwahrt? Hierzu gibt es interessante Neuigkeiten, denn vieles spricht dafür, dass sie über 350 Jahre nach dem Tod ihres Schöpfers wieder auftauchen könnten, um sich ihren ganz eigenen Weg auf die Bühnen dieser Welt zu bahnen.

Beginnen soll es in Weimar. Und zwar an einem Ort, an dem man eher nicht mit Opernklängen rechnen würde. Dort, tief im Westen der Stadt, steht NOVOFLOT bereit, um die »Outtakes« in Empfang zu nehmen und mit ihnen zusammen die endgültige Neuschreibung der Operngeschichte einzuleiten!

KOMPOSITION — Antonis Anissegos | Michael Wertmüller | JOHNNY LA MARAMA — Chris Dahlgren | Kalle Kalima | Eric Schaefer MUSIKALISCHE LEITUNG — Vicente Larrañaga REGIE & KONZEPT — Sven Holm DRAMATURGIE & KONZEPT — Malte Ubenauf BÜHNE Elisa Limberg KOSTÜME Nina von Mechow VIDEO Mirko Borscht LICHT Ismael Schott KÜNSTLERISCHE PRODUKTIONSLEITUNG Thorsten Cölle MANAGEMENT & PRODUKTIONSLEITUNG Dörte Wolter MIT Raphael Clamer (Schauspiel) | Rosemary Hardy (Gesang) | Ichi Go (Tanz) u. a. | ENSEMBLE DISSONART — Jannis Anissegos (Flöte) | Alexandros Stavridis (Klarinette) | Lenio Liatsou (Klavier) | Kostas Argyropoulos (Percussion) | Theodoros Patsalidis (Violine) | Vassilis Saitis (Cello) | Yiannis Chatzis (Kontrabass) / JOHNNY LA MARAMA — Kalle Kalima (E-Gitarre) | Chris Dahlgren (E-Bass) | Eric Schaefer (Schlagzeug) | Antonis Anissegos (Tasten) | Hayden Chisholm (Saxophon) PRODUKTION NOVOFLOT | DEUTSCHES NATIONALTHEATER UND STAATSKAPELLE WEIMAR | KUNSTFEST WEIMAR KOPRODUKTION COPENHAGEN OPERA FESTIVAL | EGNSTEATRET UNDERGRUNDEN | STAVROS NIARCHOS FOUNDATION CULTURAL CENTER FÖRDERUNG SENATSVERWALTUNG KULTUR UND EUROPA BERLIN | GEFÖRDERT IM FONDS DOPPELPASS DER KULTURSTIFTUNG DES BUNDES

Karten — 20 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 120 Minuten
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Deutsch (DE)

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Konzert

GEDÄCHTNIS-BUCHENWALD-KONZERT

Kammermusikensembles des GUSTAV MAHLER JUGENDORCHESTERS


Wiederbelebung einer geliebten Festival-Tradition

Erstmals seit der Ära von Nike Wagner gastiert wieder ein international renommiertes Orchester beim KUNSTFEST WEIMAR. Damit einher geht die Wiederbelebung einer Festival-Tradition aus dieser Zeit: Das »Gedächtnis-Buchenwald-Konzert« zum Auftakt! Für beides steht in diesem Jahr das 1986 von Claudio Abbado in Wien begründete GUSTAV MAHLER JUGENDORCHESTER (GMJO), das als führende Institution auf dem Gebiet der musikalischen Nachwuchsförderung gilt. Gemeinsam mit bedeutenden Dirigent*innen und Solist*innen ist das GMJO regelmäßig zu Gast bei den großen Konzerthäusern und Festspielen in der ganzen Welt. In Weimar macht das Orchester erstmals seit 2001 für zwei Konzerte Station, zwischen Verpflichtungen bei den SALZBURGER FESTSPIELEN und in der ELBPHILHARMONIE HAMBURG. Für das dem »Gedächtnis Buchenwald« gewidmete Konzert wird ein eigenes Programm entwickelt, welches dem besonderen Anlass Rechnung trägt — dargeboten von Kammermusik Ensembles des GMJO.

Karten — 17,50 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 90 Minuten

Ohne Sprache

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© George Lange
Konzert

1. KUNSTFEST-SINFONIEKONZERT

GUSTAV MAHLER JUGENDORCHESTER | Matthias Goerne | Manfred Honeck


Die Talentschmiede für Europas große Sinfonieorchester zu Gast in Weimar

Erstmals seit der Ära von Nike Wagner gastiert wieder ein international renommiertes Orchester beim KUNSTFEST WEIMAR. Das 1. KUNSTFEST-Sinfoniekonzert umfasst Werke von Richard Wagner und Dmitri Schostakowitsch umfassen. Solist ist KUNSTFEST-Botschafter Matthias Goerne, der in Weimar geborene Bariton Weltstar. Geleitet wird das Orchester von Manfred Honeck, einem der weltweit gefragten Dirigenten. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist er Musikdirektor des berühmten PITTSBURGH SYMPHONY ORCHESTRA. Von 2007 bis 2011 war er Generalmusikdirektor der OPER STUTTGART.

Bariton — Matthias Goerne
Gustav Mahler Jugendorchester
Musikalische Leitung — Manfred Honeck

RICHARD WAGNER
Tristan und Isolde — Vorspiel | Monolog des König Marke | Liebestod
DMITRI SCHOSTAKOWITSCH
Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93

Karten — 25 € | 30 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 130 Minuten
Deutsch (D)

1. KUNSTFEST-SINFONIEKONZERT bewerten:

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© Kaz Ishikawa
Konzert

STUNDEN-BLUMEN | VERTICAL TIME STUDY

ENSEMBLE MUSIKFABRIK | Toshio Hosokawa


Konzert zwischen westlicher Avantgarde und traditioneller japanischer Kultur

Toshio Hosokawa, der bekannteste lebende japanische Komponist, schöpft seine unverwechselbare Musiksprache aus dem Spannungsverhältnis zwischen westlicher Avantgarde und traditioneller japanischer Kultur. In tiefer Verbundenheit mit den ästhetischen und spirituellen Wurzeln der japanischen Künste wie der Kalligraphie und der japanischen Hofmusik, dem Gagaku, gibt er der Vorstellung einer aus der Vergänglichkeit erwachsenden Schönheit musikalisch Ausdruck: »Wir hören die einzelnen Töne und nehmen zugleich mit Wertschätzung den Prozess wahr, wie sie geboren werden und vergehen, sozusagen eine tönend in sich belebte Landschaft des Werdens«, so Hosokawa. Der Komponist ist einer der Preisträger der diesjährigen Goethe-Medaille. Zur Würdigung des Ausnahmekünstlers bringen vier Musiker*innen des renommierten Ensembles Musikfabrik aus Köln an diesem Abend Referenzwerke des Künstlers zu Gehör.

Toshio Hosokawa:
Stunden-Blumen für Klarinette, Violine, Cello und Klavier (2008)
Vertical Time Study I für Klarinette, Cello und Klavier (1992)
Etude IV für Klavier (2011 – 2013)
Extasis für Violine Solo (2016 – 2020) (Neue Fassung)
Small Chant für Solo Cello (2012)

MIT dem ENSEMBLE MUSIKFABRIK — Dirk Wietheger (Cello) | Hannah Weireich (Violine) | Ulrich Löffler (Piano) | Michele Marelli (Klarinette)
KOOPERATION — KUNSTFEST WEIMAR | GOETHE-INSTITUT E. V.

Karten — 17,50 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 50 Minuten
Ab 10 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

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Konzert

CHILLY GONZALES

Weltweit gefeierter Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz mit der Haltung eines Rappers

In Bademantel und Hausschuhen bestreitet er seine Konzerte. Der aus Montreal stammende Wahl-Kölner Chilly Gonzales ist ein Pianist und Komponist, Entertainer und Showman von großer Hingabe und schelmischem Humor. Das Zitat »Warum muss man sich entscheiden, ob man Entertainer oder Künstler sein will, ich will beides!« kann man auch als sein Credo bezeichnen. Nach dem Studium des Jazz-Piano in seiner kanadischen Heimat, hat Chilly Gonzales so ziemlich alles unternommen, um radikal Kunst und Anti-Kunst aufeinander losgehen zu lassen. Er arbeitete mit so unterschiedlichen Künstlern wie Feist, Peaches, Jamie Lidell und Helge Schneider zusammen, verwandelte ein Märchen von Hans Christian Andersen in ein musikalisches Schattenspiel, machte sich mit dem Stück »Never Stop« über eingerostete Regeln des Klassikbetriebs lustig. Mit einem mehr als 27 Stunden dauernden Konzert stellte er den Guinness Weltrekord für das längste Solokonzert. 2014 erhielt er einen GRAMMY. 2017 veröffentlichte er mit Jarvis Cocker, ehemals Sänger der britischen Popband PULP, das Konzeptalbum »Room 29«. Im September 2018 erschien sein Album »Solo Piano III« und die Dokumentation »Shut Up and Play the Piano« des Regisseurs Philipp Jedike kam in die Kinos. Im vergangenen Jahr folgte das Album »A Very Chilly Christmas« und er veröffentlichte ein Buch über die irische Musikerin Enya. Ein solch begnadeter Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz, mit Inspirationen aus Pop bis Elektronik und der geistigen Haltung eines Rappers darf im interdisziplinären Programm des KUNSTFESTS WEIMAR nicht fehlen. Sein Programm — voraussichtlich in Quartettformation — wird verschiedene Medleys intimer Stücke aus seiner Solo Piano Trilogie umfassen, genauso wie Hits seines Repertoires und Neukompositionen.

Piano — Chilly Gonzales

Karten — 22,50 – 45 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 75 Minuten

Ohne Sprache

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Konzert

GEBET DES KLANGES — SOFIA GUBAIDULINA ZUM 90. | ZWISCHENFÄLLE ☛☚ СЛУЧАИ

Konzertreihe des ENSEMBLE KLANGWERK AM BAUHAUS

Gebet des Klanges - Sofia Gubaidulina zum 90.

Das Ensemble KLANGWERK AM BAUHAUS feiert die Komponistin Sofia Gubaidulina. Als hingebungsvolle Mystikerin verbindet sie jegliches Tönen mit seelischem Empfinden. Dabei haben die Elemente Gebet, Intuition, Stille und die dem unerschöpflichen Meister Bach verwandte Zahlensymbolik für sie wesentliche Bedeutung. Alle diese Elemente vereinen sich zum Gebet des Klanges.

Sofia Gubaidulina gehört zu den bedeutendsten Komponist*innen der Gegenwart. Sie sagt, ihre Musik soll »unbedingt ihre logische Struktur, einen dramaturgisch gezielten Aufbau haben, zugleich aber unmittelbar erschüttern, die Gefühle des Hörers schonungslos aufwühlen.« Über ihre Arbeitsweise sagt sie, sie »züchte« ihre Werke, und die Welt, die sie in sich aufnehme, sei wie die Wurzeln eines Baumes, und das daraus gewachsene Werk seine Zweige und Blätter.

Christoph Ritter ist Pianist, Kammermusiker, Professor für Liedgestaltung an der Weimarer Musikhochschule. Neben seiner Konzerttätigkeit konzipiert, kuratiert und managt er Konzert- und Veranstaltungsreihen.

Zwischenfälle ☛☚ Случаи

Die dem Bauhausgedanken nahestehende, ästhetische Revolte der russischen Avantgarde um 1917 ist Ausgangs- und Bezugspunkt für dieses Projekt. Die Musik von Arthur Lourié, und die zentralen Gestalten der russischen Literatur-Avantgarde Welimir Chlkebnikov, Daniiel Charms und Vasily Kamensky sind das Material, an dem sich verbal und klanglich artikulierte Aktionen entzünden. Sergej Newski und Ulrich Kreppein haben die Bild- und Sprachwelt der Dichter in das Zentrum ihrer Kompositionen gestellt, die an diesem Abend uraufgeführt werden.

»Gebet des Klanges I — in croce« | Werke von Martin Sturm, Lisa Streich, Sofia Gubaidulina und freie Improvisationen
So, 29. Aug — 18 Uhr, Stadtkirche Sankt Peter und Paul (Herderkirche)

»Gebet des Klanges II — Silenzio« | Werke von Johann Sebastian Bach, Sofia Gubaidulina und freie Improvisationen
Fr, 10. Sep — 17 Uhr, Deutsches Nationaltheater, Foyer

»Zwischenfälle ☛☚ Случаи« | Musik — Sprache — Improvisation — Uraufführungen
Sa, 11. Sep — 20 Uhr, Bauhaus-Museum Weimar

GEBET DES KLANGES I — IN CROCE

VIOLONCELLO — Christina Meißner
ORGEL — Martin Sturm

GEBET DES KLANGES II — SILENZIO

ENSEMBLE KLANGWERK AM BAUHAUS Elizaveta Birjukova (Flöte) | Andreas Schulik (Violine) | Christina Meißner (Violoncello) | Claudia Buder (Akkordeon) | Christoph Ritter (Klavier)

ZWISCHENFÄLLE ☛☚ СЛУЧАИ

ENSEMBLE KLANGWERK AM BAUHAUS Elizaveta Birjukova (Flöte) | Sergej Birjukov (Sprache) | Claudia Buder (Akkordeon) | Christina Meißner (Violoncello) | Christoph Ritter (Klavier)
PRODUKTION — Ensemble Klangwerk am Bauhaus
KOOPERATION — KUNSTFEST WEIMAR | DEUTSCHES NATIONALTHEATER WEIMAR UND STAATSKAPELLE WEIMAR | KLASSIK STIFTUNG WEIMAR
FÖRDERUNG — ERNST VON SIEMENS MUSIKSTIFTUNG | KULTURSTIFTUNG DES FREISTAATS THÜRINGEN

Karten — 17,50 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 90 | 100 Minuten
Ab 10 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Russisch | Deutsch | Lautsprache (RUS | DE)

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© Oleg Farynyuk
Konzert

BORDERLAND BLUES

Daniel Kahn


Klezmer-Yiddish-Punk-Rock-Solo-Konzert mit Videoprojektionen

Der in Detroit geborene Komponist, Schauspieler und Regisseur Daniel Kahn spielt Akkordeon, Gitarre, Klavier, Mundharmonika und eine selbst gebaute Ukulele. Er singt auf jiddisch, englisch, russisch und deutsch — manchmal wechselt er im selben Song mehrfach die Sprache. Die Grundlage seiner Musik ist der Klezmer, Deutschlandfunk Kultur gegenüber beschrieb es das einmal so: »Das ist Leben, Lust, Humor, das ist Trauer — das Menschliche. Alles ist da drin!« Er selbst nennt seinen Musikstil »Verfremdungsklezmer«, was andeutet, dass er in den Musikstilen, die er mit dem Klezmer mischt, gern changiert: »Klezmer-Yiddish-Punk-Rock« nannte das mal ein Kritiker. In konventionelleren Kategorien betrachtet, könnte man einen größeren Teil seines Œuvres als aus der Feder eines musikalisch ziemlich verspielten und eigenwilligen Singer-Songwriter bezeichnen. Seine Liedtexte schreibt er selbst oder entnimmt sie aus der Literatur, ob in der jüdischen bei Mordechaij Gebirtig oder der deutschen bei Heine, Brecht oder Degenhart. Jedenfalls ist seine Haltung als Künstler und sind seine Lieder explizit politisch. Er sagt: »Ich hab‘ mir vor Jahren dieses Wort ›Gegenwartsbewältigung‹ ausgedacht. Mich interessiert nicht die Vergangenheit, mich interessiert die Vergangenheit nur insofern sie unvergangen ist — die Unvergangenheit der Vergangenheit.« Bekannt geworden ist er mit seiner Berliner Band The Painted Bird die mittlerweile fünf Alben aufgenommen hat.

Nach Weimar kommt der Troubadour mit einer zeitgemäßen Sammlung aus brüchigen Balladen, windschiefem Klezmer, Gefängnislamentos, Revolutionshymnen und apokalyptischem Blues, ergänzt durch projizierte Bilder, Videos und Übertitel von seiner Partnerin Yeva Lapsker.

GESANG & INSTRUMENTATION — Daniel Kahn
VIDEO & PROJEKTIONEN — Yeva Lapsker
PRODUKTION — Daniel Kahn und Yeva Lapsker
FÖRDERUNG — KEIN SCHLUSSSTRICH! EIN BUNDESWEITES THEATERPROJEKT ZUM NSU-KOMPLEX

Karten — 10 € | ermäßigt ab 6 €
Dauer — 80 Minuten
Ab 12 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Deutsch | Jiddisch | Russisch | Englisch (DE | JIDD | RU | EN)
Übertitel soweit erforderlich

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Konzert

PROMENADENKONZERTE

Musikensembles der STAATSKAPELLE WEIMAR

Kurzkonzert-Reihe am Stern im Park an der Ilm

Für das KUNSTFEST WEIMAR bietet die Staatskapelle Weimar zu sechs Terminen kleine informelle »Promenadenkonzerte« von etwa 20 Minuten: Vom 27. August bis 11. September werden jeweils freitags, samstags und sonntags Orchestermusiker*innen in einem nicht näher eingegrenzten Zeitraum ab 12 Uhr Konzerte in kleinen Ensembles im Park an der Ilm in der Nähe des Stern geben. Bummeln Sie im Park, halten Sie Augen und Ohren offen und lassen Sie sich musikalisch inspirieren!

Karten — Eintritt frei
Dauer — 20 Minuten
Ab 8 Jahren
Barrierefrei

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© Christian Damiano
Konzert

A GLITCH IN HISTORY

Óscar Escudero | Belenish Moreno-Gil | QUARTET GERHARD

Performatives Kammerkonzert in memoriam Robert Gerhard

Der katalanische Komponist Robert Gerhard (1896 – 1970) war Europäer im modernsten Sinne. Schweizer Vater, elsässische Mutter, geboren bei Tarragona. Kompositionsschüler von Arnold Schönberg in Wien, im spanischen Bürgerkrieg nach England emigriert. Sein kompositorisches Schaffen ist komplex zwischen Elementen katalanischer Volksmusik und seiner Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik. In Deutschland fast vergessen, in Spanien ein moderner Klassiker — so benannte sich 2010 ein junges, mittlerweile renommiertes Streichquartett nach ihm: das Quartet GERHARD, das sich auch der Pflege seines kammermusikalischen Werkes widmet. Ein weiterer Aspekt ihres Schaffens ist die Fortschreibung seines musikalischen Einflusses. So steht im Zentrum des Konzerts die Uraufführung »Variationen über ein Thema von Robert Gerhard, für Streichquartett, Video & Elektronik« der international weit gefragten Komponist*innen und Multimedia-Künstler*innen Óscar Escudero und Belenish Moreno-Gil. Das Stück ist ein Auftragswerk des Streichquartetts anlässlich des 50. Todestags Gerhards 2020 und gleichzeitig seines 125. Geburtstages 2021. Escudero und Moreno-Gil haben dafür ein zentrales Motiv aus Gerhards 2. Streichquartett gewählt, das er »Gerhards Thema« nennt, um dieses zu variieren und in die Entwurzelung zu treiben, wie es das Schicksal des politischen Flüchtlings Gerhard war. So ist es Teil von Escuderos und Moreno-Gils Kompositionskonzept, dass Teile der Partitur und das verwendete audiovisuelle Material vor jedem Konzert auf Ort und Interpret*innen hin neu zu erstellen sind. Neben einem weiteren Werk von Escudero erklingen Referenzwerke von Gerhard selbst.

Robert Gerhard: Streichquartett Nr. 1
Óscar Escudero: Custom #1.4, für Performer, Streichquartett, Video & Elektronik
— Pause —
Robert Gerhard: Streichquartett Nr. 2

Óscar Escudero & Belenish Moreno-Gil
Variationen über ein Thema von Robert Gerhard, für Streichquartett, Video & Elektronik

KONZEPT, KOMPOSITION, DRAMATURGIE, REGIE, TEXT, VIDEO- & AUDIOPRODUKTION — Óscar Escudero | Belenish Moreno-Gil
MIT QUARTET GERHARD | Óscar Escudero
FÖRDERUNG — Botschaft von Spanien in Berlin

Karten — 17,50 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 80 Minuten
Ab 12 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Englisch | Deutsch | Spanisch | Katalanisch (EN | DE | SPA | KATAL)
Mit deutschen Übertiteln soweit erforderlich

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Konzert

SADAQA

Manfred Bründl | Ibrahim Keivo | Mohannad Nasser | Bodek Janke

Internationales World-Jazz-Projekt zu den musikalischen Traditionen der Levante

Von den Ausläufern des südlichen Kaukasus bis an die Grenzen dessen, was man historisch als Mesopotamien oder Zweistromland bezeichnet, sind es kaum 1.000 Kilometer. Heute ist diese Großregion zwischen Armenien, Aserbaidschan, Nord-Syrien und Nord-Irak kulturell wie politisch zersplittert. Doch die wechselseitigen kulturellen Einflüsse bleiben, historisch betrachtet, immens und welches Medium wäre besser dazu geeignet, sie hörbar, spürbar, nachvollziehbar zu machen als die Musik? Genau darum geht es SWR-Jazzpreisträger Manfred Bründl, Bassist und Professor an der HOCHSCHULE FÜR MUSIK FRANZ LISZT WEIMAR, in seinem neuen Projekt mit dem universellen arabischen Titel »Sadaqa«, »Freundschaft«, mit dem er einen Bogen spannt von den traditionellen Klängen und Liedern des südlichen Kaukasus hin zu den Musiktraditionen Mesopotamiens. Die Künstler stehen für die vielfältigen Facetten des für das KUNSTFEST WEIMAR 2021 und für die KLANGLANDSCHAFTEN MÜLHEIM/MÜNSTER neu aufgelegten Projektes: Ibrahim Keivo hat armenische Wurzeln und stammt aus einem jesidisch-kurdischen Dorf im Nordosten Syriens; er singt in verschiedenen Dialekten auf Arabisch, in Kurdisch, Aramäisch, Armenisch und ist zugleich ein begnadeter Multi-Instrumentalist. Ebenfalls aus Syrien stammt der vielfach international ausgezeichnete Oud-Virtuose Mohannad Nasser. Bodek Janke wiederum ist einer der gefragtesten Percussionisten und Drummer der Jazz-und World-Szene und Preisträger u. a. des INTERNATIONAL EUROPE JAZZ CONTEST.

KÜNSTLERISCHE LEITUNG — Manfred Bründl
GESANG & BOUZOUK — Ibrahim Keivo
OUD — Mohannad Nasser
BASS — Manfred Bründl
DRUMS & PERCUSSION — Bodek Janke
PRODUKTION — Manfred Bründl
KOPRODUKTION — KUNSTFEST WEIMAR

Karten — 17,50 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 75 Minuten
Ab 8 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Deutsch (DE)

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Konzert

2. KUNSTFEST-SINFONIEKONZERT

CAPELLA CRACOVIENSIS

Leichtfüßiges Sinfoniekonzert zum Sommerausklang

Die CAPELLA CRACOVIENSIS ist für Freunde der Alten Musik schon seit rund fünfzig Jahren ein klangvoller Name. Sie hat auf wichtigen europäischen Festivals wie den SCHWETZINGER FESTSPIELEN oder dem BACHFEST LEIPZIG gastiert, wie in vielen großen europäischen Konzertsälen, etwa dem CONCERTGEBOUW AMSTERDAM. Doch hinter der Institution verbergen sich nicht nur Chor und das renommierte Kammerorchester auf historischen Originalinstrumenten aus Krakau, sondern auch das FESTIVAL OPERA RARA KRAKAU für zeitgenössische Musiktheaterformen, mit dem das KUNSTFEST WEIMAR im kommenden Jahr eine Koproduktion plant. Grund genug den renommierten neuen Partner bereits in diesem Jahr einmal auf seinem »angestammten« Terrain vorzustellen: Ein »leichtfüßiges« Open-Air-Konzert »zum Sommerausklang« verspricht der Dirigent und musikalische Leiter des Ensembles, Jan Tomasz Adamus, zusammengestellt aus dem aktuell noch bis 2023 verfolgten Schwerpunkt, alle Sinfonien Joseph Haydns aufzuführen, was bei derer 108 durchaus eine Aufgabe ist. In Weimar erklingen Haydns Sinfonien Nr. 70 in D-Dur und 71 in B-Dur ergänzt durch W. A. Mozarts fast zeitgleich entstandene »Jupiter«-Sinfonie Nr. 41 in C-Dur. Komplettiert wird das Programm durch drei Konzertarien Mozarts, dargeboten von der Mezzosopranistin Natalia Kawalek, einem der Shootingstars der Alte Musik-Szene, seit sie das »Junge Ensemble« des THEATER AN DER WIEN verlassen hat. Neben Gastauftritten an ihrer alten Wirkungsstätte hat sie an Häusern wie dem BOLSCHOI-THEATER in Moskau (Armida in Händels »Rinaldo«) oder dem englischen GLYNDEBOURNE FESTIVAL gesungen (Cherubino in Mozarts »Hochzeit des Figaro«) und bei den wichtigen europäischen Alte Musik-Festivals gastiert.

Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 70 D-Dur
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzertarie »Alma Grande e nobil core« KV 578
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 71 B-Dur
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzertarie »Chi sà, chi sà, qual sia« KV 582
Wolfgang Amadeus Mozart: »Jupiter« Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzertarie »Misero me Misero pargoletto« KV 77

MUSIKALISCHE LEITUNG — Jan Tomasz Adamus
SOLISTIN — Natalia Kawalek
MIT CAPELLA CRACOVIENSIS
FÖRDERUNG — Mehrjahresprogramm »Unabhängiges Polen 2017 – 2022« im Rahmen des Stipendienprogramms des Adam-Mickiewicz—Instituts »Kulturbrücken«

Karten — 17,50 € | ermäßigt ab 8 €
Dauer — 90 Minuten
Ab 12 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Ohne Sprache

2. KUNSTFEST-SINFONIEKONZERT bewerten:

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Installation

FAUST SONNENGESANG

Werner Fritsch

URAUFFÜHRUNG

Film- & Hörgedicht rund um den Mythos »Faust«

Was wollen wir sehen, wenn wir die Augen für immer schließen? In »Faust Sonnengesang« wird uns das bedrohte Wissen anderer, oftmals älterer Kulturen nahegebracht durch Übersetzungen und Nachdichtungen alter Texte in Kollision mit Impressionen der Gegenwart und dem eigenen (Er-)Leben.

Bildlich gesprochen und wörtlich genommen gleicht diese Installation einer Faust, die sich öffnet: jeder Finger nimmt Kontakt zu einem Kontinent auf. Durch Mephista und Mephisto erhält Faust — als Stellvertreter der Zuschauer*innen — Zugang zum »Reich der Mütter«, einem kollektiven weltumspannenden Gedächtnis. Fünf Triptychen von je 20–30 Minuten Dauer zeigen Bilder aus fünf Kontinenten auf drei Leinwänden: links im Zeichen Mephistas die ältesten Bilder und Töne der jeweiligen Kultur, rechts im Zeichen Mephistos Bilder und Töne der apokalyptischen Gegenwart und in der Mitte im Zeichen Fausts, hin- und hergerissen zwischen Chronos und Kairos, die poetische Synthese. Stilistisch verbunden durch den Faust-Keil-Stil, in welchem die Kamera, 50.000 Jahre Bildgeschichte überbrückend, gehandhabt wird wie ein Faust-Keil, öffnet sich das Filmbild zu Malerei und Skulptur. Mit »Faust Sonnengesang« setzt der vielfach preisgekrönte Autor Werner Fritsch seine filmischen Erkundungsreisen in den Welten zwischen Bild und Sprache fort. Die faustische Suche nach dem Augenblick, der doch verweilen solle, wird bei ihm zu einer assoziativen Reise in nahe und ferne Regionen, in die jüngste und fernste Vergangenheit.

INSTALLATION, FILM & TEXT — Werner Fritsch MIT Angela Winkler | Corinna Harfouch | Käthe Reichel | Ulrich Matthes | Peter Simonischek | Michael Altmann u. a.
VERLEIH — DEUTSCHE KINEMATHEK, erschienen in der FILMEDITION SUHRKAMP
FÖRDERUNG DES FILMES »FAUST SONNENGESANG« DIE BEAUFTRAGTE DER BUNDESREGIERUNG FÜR KULTUR UND MEDIEN | DEUTSCHLANDRADIO | BAYERISCHER RUNDFUNK | GOETHE—INSTITUT E. V.

Karten — Kartenpreis im Museumseintritt enthalten
Ab 10 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Weiteres Screening
FR, 3. SEP – FR, 15. OKT — 8 – 20 UHR, Media Art Corner Eisenach, Ecke Theaterplatz, Eintritt frei

Deutsch (DE)
Mit englischen Übertiteln

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Ausstellung

THÜRINGEN - DIE GANZE WAHRHEIT / AUSSTELLUNGEN

ACC GALERIE WEIMAR | Frank Motz

Ein dezentraler, partizipativer Ausstellungsreigen mit Gerüchteworkshops für Thüringer Bürger*innen

Aufregend an Thüringen ist neben Klößen und Bratwurst seine Gerüchteküche. Bis heute zehrt der Freistaat von seinem Reichtum an Mythen, Märchen und Anekdoten. Dabei wird unsere Welt täglich komplexer, ihre Wahrheiten werden zahlreicher, unter sie mischen sich beständig Halbwahrheiten und Unwahrheiten. Der Aufmerksamkeitsmarkt nährt unsere echte Lust am Falschen, Trivialen und Sensationellen. Zwölf gesprächige thüringische Künstler*innen rücken in ihre Nachbarschaft aus, suchen in der lokalen Bevölkerung per Straßenplauderei oder Social Media Geschichten vom Hörensagen, sammeln neue Legenden oder alternative News. Mit diesen Geschichten, die sich an der Wahrheit reiben, arbeiten die Künstler*innen und tragen sie weiter: In begehbaren Installationen werden die Gerüchte an zwölf Orten quer durch Thüringen künstlerisch ausgestaltet und für die Besucher*innen als Kunsträume sinnlich erfahrbar gemacht. In der ACC GALERIE WEIMAR können die KUNSTFEST-Besucher*innen aber auch die zentrale Ausstellung des Projekts besuchen, in der sich alle zwölf »Lügenräume« auf ihre Art repräsentiert finden, gebündelt zum zentralen Faktencheck. Ein kommunikativer Ausstellungsreigen, dessen Leitmotiv sich klar aus dem Zeitgeist speist.

GRUPPENAUSSTELLUNG ACC GALERIE WEIMAR
DO, 26. AUG — 17 UHR (Vernissage) | FR, 27. AUG - SO, 28. NOV — Öffnungszeiten der ACC Galerie Weimar

12 Einzelausstellungen thüringenweit vom 27. AUG - 11. SEP sowie darüber hinaus

ALTENBURG
SO, 29. AUG — 10 UHR (Vernissage)
Die Technik des Holzschnitts wird von Stefan Knechtel zur Meisterschaft geführt. Prägend sind für ihn die aus Linienbündeln und aufreißenden Flächen entstehenden Figuren in melancholisch schwebenden Traumlandschaften.
KÜNSTLER — Stefan Knechtel

BAD LANGENSALZA, Kultur- und Kongresszentrum Bad Langensalza / Foyer
FR, 27. AUG — 14 UHR (Vernissage)
Die Künstlerin Judith Unfug-Henning, Chefin des Kunstwestthüringer e. V., setzt die Akzente, Kuratorin Katja Schlenker knüpft die künstlerische ménage à trois zum konzeptuellen Gebinde, während Maler Jan Stieding das zwischen Parks, Gärten und Heilquellen mäandernde Gerücht künstlerisch hinterfragt.
KÜNSTLER*INNEN — Jan Stieding | Katja Schlenker | Judith Unfug-Henning

BURGK, Museum Schloß Burgk
SA, 28. AUG — 16 UHR (Vernissage)
Der Geschichte neue Kleider —
was kaum jemand weiß: Einige der auf Schloß Burgk gehüteten Kostbarkeiten sind der Grund internationaler Gedenktage und verschütteter Traditionen. Die Weimarer Künstler*innen Yvonne Andrä und Stefan Petermann haben die Geschichte(n) freigelegt und erzählen sie neu.
KÜNSTLER*INNEN — Yvonne Andrä | Stefan Petermann

ERFURT
SA, 28. AUG — 20.30 UHR (Vernissage)
Bevor der Erfurter Christoph Blankenburg »mit Thüringen Schluss macht«, zeigt sein Showdown die wahren Erfurter Verhältnisse auf. Der Video- und Performanceartist mit Hang zum Absurden behandelt in Mischformen Begriffe wie »Realitätsexperimente« oder »regionale Identität«.
KÜNSTLER — Christoph Blankenburg

FRIEDRICHSRODE, Kunsthof Friedrichsrode
FR, 27. AUG — 11 UHR (Vernissage)
Das Nordthüringer 70-Seelen-Dorf Friedrichsrode ist einer der letzten Orte, in denen die Dorffunkanlage aus DDR-Zeiten noch nicht demontiert wurde. Der Schriftsteller Mario Osterland und der Klangkünstler Kay Kalytta erarbeiten in und mit dem Dorf eine Serie von Kurzhörspielen, die über den Dorffunk ausgestrahlt wird.
KÜNSTLER — Mario Osterland | Kay Kalytta

GERA, Kaiserwerke Eventgalerie
SO, 29. AUG — 13 UHR (Vernissage)
Trotz seiner schillernden und einigermaßen weltmännischen Vita: Kurt Grünlich ist der kleinen Stadt Gera und ihren kleinen Menschen auf das innigste verbunden. Gerüchte sind für ihn stark pflegebedürftige, kindisch plappernde, gleichwohl ihre Bedeutung schon ahnen lassende zukünftige tiefe Erkenntnisse.
KÜNSTLER — Kurt Grünlich

GOTHA
SO, 29. AUG — 19.30 UHR (Vernissage)
Kristin Wenzel interessiert der morbide Charme urbaner Räume. Ihre Idee, im Verschwinden begriffene Orte (Vitrinen, Kioske, etc.) durch skulpturale Interventionen in Thüringer Städten und Gemeinden zu beleben, brachte ihr das Thüringer Landesstipendium für Bildende Kunst 2020 ein.
KÜNSTLERIN — Kristin Wenzel

GREIZ, Ladenlokal Brückenstraße 22
SA, 28. AUG — 10 UHR
2012 zog Tanja Pohl von Dresden nach Greiz, weil die alte städtebauliche Substanz, größtenteils geprägt durch die Gründerzeit und die Industrie, noch relativ stark vertreten ist. In einem ehemaligen Bier- und Speisehaus erarbeitet sie eine begehbare Installation.
KÜNSTLERIN — Tanja Pohl

JENA
SO, 29. AUG — 16 UHR (Vernissage)
Sebastian Jung, gebürtiger Jenenser, initiiert mit Vertreter*innen aus Politik, Populärkultur, Literatur und Wissenschaft interdisziplinäre Projekte. Mit Zeichnung, Malerei, Skulptur, Text und in Publikationen verhandeln seine oftmals lokalen Betrachtungen zugleich globale, ökonomische und emotionale Fragen.
KÜNSTLER — Sebastian Jung

NEUSTADT AN DER ORLA, Lutherhaus Neustadt
SA, 28. AUG — 13 UHR
Tradition trifft Gegenwart: Die Spielleute der Gruppe Eulenspiegel verdingen sich erstmalig als Neustädter Gerüchtsvollzieher. Mittels Krummhörnern, Schalmei, Ozark, Knickhalslaute und Drehleier produzieren sie ein Lied, das so manchen schalkhaften Gedanken vor Augen malt.
KÜNSTLER*INNEN — Gruppe Eulenspiegel

SCHMALKALDEN
FR, 27. AUG — 17.30 UHR (Vernissage)
Schmalkalden — reich an Tradition und Historie. Der Maler Harald Reiner Gratz betätigt sich geduldig als Chef de Cuisine der örtlichen Gerüchteküche, ergänzt, verfeinert und würzt ganz virtuos, bis allen Gästen die Plate du Jour nach anfänglicher Begeisterung doch auf den Magen schlägt.
KÜNSTLER — Harald Reiner Gratz

SUHL, Kulturvilla Sauer
FR, 27. AUG — 21 UHR (Vernissage)
Der Gewehrfabrikant Franz Sauer ließ sich 1904 eine imposante Villa errichten. Hier nimmt die Bildhauerin Claudia Katrin Leyh das Südthüringer Gerüchtemekka ins Visier. Ihre Urban Cowboys, Politikasper oder Bedenkenträger aus Bronze, Gips oder Papier spiegeln beeindruckend des Menschen Seelenleben.
KÜNSTLERIN — Claudia Katrin Leyh

KURATIERUNG & KÜNSTLERISCHE LEITUNG — Frank Motz
PROJEKTMITARBEIT — Matthias Gose
PRODUKTION — ACC GALERIE WEIMAR E. V.
KOOPERATION — KUNSTFEST WEIMAR | BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG
FÖRDERUNG — KULTURSTIFTUNG DES FREISTAATS THÜRINGEN | KULTURSTADT WEIMAR | FÖRDERKREIS DER ACC GALERIE WEIMAR E. V.

Karten — 3 € oder Spendenkasse vor Ort
Dauer — 60 Minuten
Ab 12 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

BUSTOUREN ZU DEN VERNISSAGEN THÜRINGENWEIT
27. AUG — 9 Uhr Weimar, Abfahrt Platz der Demokratie Bustour zu den Vernissagen »Thüringen — Die ganze Wahrheit« in Friedrichsrode, Bad Langensalza, Schmalkalden, Suhl
28. AUG — 8.30 Uhr Weimar, Abfahrt Platz der Demokratie Bustour zu den Vernissagen »Thüringen — Die ganze Wahrheit« in Greiz, Neustadt an der Orla, Burgk, Erfurt
29. AUG — 8 Uhr Weimar, Abfahrt Platz der Demokratie Bustour zu den Vernissagen »Thüringen — Die ganze Wahrheit« in Altenburg, Gera, Jena, Gotha

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Ausstellung

I AM HERE NOW | ICH IM HIER & JETZT

Chun-Chi WANG | Idolon Studio

Zeitgenössische Installations- und Performance-Kunst aus Taiwan

Das IDOLON STUDIO der taiwanesischen Kuratorin Chun-Chi WANG zeigt im Rahmen des Kunstfest Weimar »I am here now / Ich im Hier & Jetzt«. Kunstwerke und Live-Performances verschiedener taiwanesischer Künstler*innen werden im Park des Landguts Holzdorf zu sehen sein, einem Außenstandort der BUGA 2021. Die Künstlerin Ya-Chu KANG wird mit ihrem Projekt »Subconscious Wave«, die »Unterbewusste Welle«, eine Arbeit zeigen, die die Bewohner* innen der Diakonie Holzdorf einbindet. Mit Hilfe von digitalen Uhren zur Herzfrequenzmessung werden die Auswirkungen der Träume von sieben Teilnehmer*innen erfasst. Dadurch offenbaren sich die Erfahrungen und Erlebnisse, die für eine Woche jede Nacht aufgezeichnet und von der Künstlerin in eine mehrteilige Textilinstallation überführt werden.

Mit seinen installativen Arbeiten legt der Künstler Chen-Hung CHIU verbliebene Umrisse und Abdrücke aus vergangenen Räumen und Zeiten frei, für Holzdorf schnitzt er Pflanzenschatten und -umrisse in Stein.

Chaong-Wen TING arbeitet in »Japamala« mit Materialien, die in einer natürlichen Beziehung zu den Elementen des Parks von Holzdorf stehen — daraus baut sie eine Art Korridor, der von Dominique BARON-BONARJEE performativ belebt wird. Ebenso erarbeiten Audrey CHEN, Yuki KASEKI und Shingo INAO gemeinsam eine noch titelose Live-Performance, die sich an verschiedenen Orten des Parks abspielen wird.

Eröffnung »I am here now | ich im hier und jetzt« | FR, 27. AUG — 14 UHR Vernissage | 15 UHR Installation — Chaong-Wen TING & Tanz — Dominique Baron-Bonarjee | 16 UHR Führung durch den Skulpturenpark mit Marcus Max Schreiner

INSTALLATION
FR, 27. AUG – SO, 12. SEP — 15 UHR

YA-CHU KANG (Taiwan)
»Subconscious Wave« | 2021

CHEN-HUNG CHIU (Taiwan)
»The Dust of Time« | 202

CHAONG-WEN TING (Taiwan)
»Japamala« | 2021


PERFORMANCE

AUDREY CHEN (Taiwan) | YUKO KASEK (Japan) | SHINGO INAO (Japan)
SA, 11. SEP — 15 UHR

AUDREY CHEN (Taiwan)
SO, 12. SEP — 15 UHR

SHINGO INAO (Japan)
SO, 12. SEP — 16 UHR


INSTALLATION & PERFORMANCE Ya-Chu KANG | Chen-Hung Chiu | Chaong-Wen TING | Dominique Baron-Bonarjee | Audrey CHEN | Yuko KASEKI | Shingo INAO
PROJEKTLEITUNG HOLZDORF — Marcus Max Schreiner
PRODUKTION — Chun-Chi WANG | IDOLON STUDIO | IDOLONLAB
KOPRODUKTION — KUNSTFEST WEIMAR | DIAKONIE LANDGUT HOLZDORF
FÖRDERUNG — MINISTRY OF CULTURE OF TAIWAN | KULTURABTEILUNG DER TAIPEH VERTRETUNG IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND | DEPARTMENT OF CULTURAL AFFAIRS, TAIPEI CITY GOVERNMENT

Karten — Eintritt frei
Dauer — 45-60 Minuten
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Das gesamte Kunstfest über bietet zudem »Licht im im Licht« von »Runge & Wamsler — Leuchtkunst« zwischen 21.30 Uhr und 0 Uhr in Holzdorf ein abendliches, optisches Erlebnis.

Deutsch (DE)

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© Loredana La Rocca
Fest

DIGITALER FESTAKT DER GOETHE-MEDAILLE & PORTRÄTGESPRÄCH

Prof. Dr. Carola Lentz | Rolf C. Hemke

Das GOETHE-INSTITUT verleiht alljährlich die Goethe-Medaille als offizielles Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland. Geehrt werden Persönlichkeiten, die sich um den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. Unter dem Motto »Kultur ist ein besonderer Saft — im Netz der globalen Gemeinschaft« erhalten in diesem Jahr die Sozialökonomin und Präsidentin der Kulturorganisation DOUAL‘ART, Princess Marilyn Douala Manga Bell aus Kamerun, der Komponist Toshio Hosokawa aus Japan und die Tänzerin und Choreographin Wen Hui aus China die renommierte Auszeichnung.

In diesem Jahr findet die Verleihung als digitaler Festakt in Kooperation mit der DEUTSCHEN WELLE statt und wird live auf den Kanälen des Goethe-Instituts übertragen. In Weimar ist das Publikum dazu eingeladen, den Livestream mit Filmporträts und Würdigungen der diesjährigen Preisträger*innen im Studienzentrum mitzuverfolgen.

Internationaler Kulturaustausch ist in Zeiten der Pandemie und den damit verbundenen Kontakt- und Reisebeschränkungen vor besondere Herausforderungen gestellt. Die Digitalisierung hat eine Vielzahl neuer kreativer und digitaler Kulturformate hervorgebracht, die die Begegnung auch über Ländergrenzen hinweg ermöglichen. Gleichzeitig verschärfen sich bestehende Ungleichheiten wie etwa bei der Teilhabe an Kultur und Bildung, aber auch die öffentlichen Debatten über Themen wie Rassismus oder der Umgang mit dem kolonialen Erbe. Wie steht es um die Rolle von Kultur in diesen turbulenten Zeiten? Welchen Blick können wir in die Zukunft wagen? Und was braucht es, um internationale Kulturarbeit weiterhin zu unterstützen und möglich zu machen? Diese und weitere Fragen diskutieren im Anschluss an den Livestream des digitalen Festakts der Goethe-Medaille die Präsidentin des GOETHE-INSTITUTS Prof. Dr. Carola Lentz und der Leiter des KUNSTFESTS WEIMAR Rolf C. Hemke.

Verleihung der Goethe-Medaille | Livestream des digitalen Festakts
SA, 28. AUG — 11 UHR

Porträtgespräch zwischen der Präsidentin des GOETHE-INSTITUTS, Prof. Dr. Carola Lentz und Rolf C. Hemke
SA, 28. AUG — 12 UHR

PREISTRÄGER*INNEN — Wen Hui | Princess Marilyn Douala Manga Bell | Toshio Hosokawa
PRODUKTION DIGITALER FESTAKT — Deutsche Welle MIT Prof. Dr. Carola Lentz | Rolf C. Hemke
KOOPERATION — KUNSTFEST WEIMAR | GOETHE-INSTITUT E. V. | KLASSIK STIFTUNG WEIMAR

Karten — Eintritt frei
Dauer — 120 Minuten
Ab 12 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Deutsch (DE)

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Gespräch

QUO VADIS ERINNERUNGSKULTUR?

Prof. Dr. Volkhard Knigge & Gäste

Gespräche über den Umgang mit Geschichte, die nicht hätte geschehen dürfen

Mehr als ein Dreivierteljahrhundert nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung vom Nationalsozialismus stellt sich die Frage nach der Zukunft der Erinnerung mit Nachdruck: Das historische Erinnern an Nationalsozialismus und Holocaust gehört heute zur Staatsräson der Bundesrepublik und ist zumindest nominell in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Immer mehr verlagern sich aber die Gewichte weg von einer kritisch-diskursiven, gegenwartsbezogenen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit hin zu einer staatlich-repräsentativen, oft weniger kritischen Memorialkultur, die den Abstand zur nationalsozialistischen Vergangenheit stärker betont als deren Nachwirkungen und das Wiederaufleben antidemokratisch-rassistischer Haltungen in Politik und Gesellschaft. Hinzu kommt der unvermeidliche Abschied von den Überlebenden nationalsozialistischer Verfolgung, mit denen eine gewichtige politisch-moralische Instanz verloren geht. Menschen, die in Berichten und Gesprächen in besonderer Weise berührt haben und die die Vergangenheit — auch in ihrer Bedeutung für die Gegenwart — aufleben lassen konnten.

Prof. Dr. Volkhard Knigge wird mit Menschen sprechen, die die Erinnerungskultur seit langem beobachtet und mitgestaltet haben. Dabei geht es um historisches Erinnern an Geschichte, die nicht hätte geschehen dürfen, aber dennoch geschehen ist. In drei Gesprächen erkundet er historische Entwicklungen und wie ein zukünftiges historisches Erinnern aussehen kann, das seine kritisch-aufklärerischen Potenziale bewahrt, statt in Aufarbeitungsstolz und Selbstzufriedenheit zu verkümmern.

»Aufarbeitung der Vergangenheit, Gedenkstättenarbeit, Demokratisierung. Geschichte und Renovierungsbedarf eines wegweisenden Projekts.«
SO, 29. AUG — 17 UHR | Hotel Elephant Weimar
mit Dr. Zofia Wóycicka (Deutsches Historisches Institut Warschau) Prof. Dr. Norbert Frei (Friedrich-Schiller-Universität Jena) und Prof. Dr. Günter Morsch (Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten i. R.)

»Was ist vom ›Nie wieder‹ geblieben?«
MO, 30. AUG — 20 UHR | Deutsches Nationaltheater, Foyer
mit Ivan Ivanji und Éva Pusztai als Auschwitz- und Buchenwaldüberlebende

»Verbrechensgeschichte begreifen«
DO, 2. SEP — 19 UHR | Deutsches Nationaltheater, Foyer
mit Dr. Elke Gryglewski (Geschäftsführerin der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten) und Prof. Dr. Jens-Christian Wagner (Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora)

KOOPERATION — STIFTUNG GEDENKSTÄTTEN BUCHENWALD UND MITTELBAU-DORA | FÖRDERVEREIN BUCHENWALD E. V.

Karten — Eintritt frei
Dauer — 90 Minuten
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Deutsch (DE)

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Lesung

THEATER IN EUROPA - LESUNG AUS DREI STÜCKEN

EURODRAM

Vorstellung der Auswahl 2021 des deutsch-sprachigen Komitees EURODRAM

EURODRAM ist ein europaweit agierendes Netzwerk für Theater in Übersetzung zur Förderung der europäischen Theaterszene. Alternierend aus im Original in deutscher Sprache verfassten und ins Deutsche übersetzten Theatertexten werden drei Stücke ausgewählt und in Anwesenheit der Autor*innen und Übersetzer*innen vorgestellt.

SO, 29. AUG — 12 UHR
»Verschwinden« (»Disparţii«) | von Elise Wilk | Übersetzung aus dem Rumänischen durch Ciprian Marinescu & Frank Weigand | Berlin | 2019 | henschel Schauspiel, Berlin, 2020 | 80 min
In drei Episoden aus der Geschichte der Siebenbürgen-Sachsen und am Beispiel dreier Frauen aus drei Generationen erzählt »Verschwinden« von der Auflösung einer Gesellschaft. In einer Dramaturgie des Bewusstwerdens kommen auch Tote und noch Ungeborene zu Wort.

SO, 29. AUG — 14 UHR
»Tritt auf/Geht ab« (»Komt op/Gaat af«)  | von Nico Boon | Übersetzung aus dem Niederländischen durch Christine Bais | Belgien | 2020 | 80 min
Fotografien und Lebensläufe einer Reihe historischer und zeitgenössischer Personen werden zum Ausgangspunkt für eine Untersuchung von Bildformung, Zufall und der Lenkung des Blicks im »Framing«.

SO, 29. AUG — 15.30 UHR
»Fremdsprache« (»Język Obcy«) | von Maria Wojtyszko | Übersetzung aus dem Polnischen durch Andreas Volk | 2020 | Agencja Dramatu i Teatru ADiT, 2021 | 80 min
Junge Künstler*innen streiten im Bereich der kulturellen Produktion darüber, was erzählt werden sollte und was nicht. Der kritische Diskurs, z. B. über Polen und Ungarn, verweist auf gegenwärtige politische Spannungsfelder.

VERSCHWINDEN
LEITUNG — Eva Bormann
MIT Katharina Hackhausen | Dascha Trautwein | Tahera Hashemi | Lutz Salzmann | Fabian Hagen

TRITT AUF/GEHT AB
LEITUNG — Lisa Evers
MIT Anna Windmüller | Martin Esser

FREMNDSPRACHEN
LEITUNG — Beate Seidel
MIT Katharina Hackhausen | Nahuel Häfliger | Max Landgrebe | Rosa Falkenhagen

VORSTELLUNG EURODRAM & MODERATION DISKUSSIONEN — Lisa Sommerfeldt | Charlotte Bomy | Wolfgang Barth — Eurodram

KOOPERATION — DEUTSCHES NATIONALTHEATER UND STAATSKAPELLE WEIMAR

FÖRDERUNG — DIE BEAUFTRAGTE DER BUNDESREGIERUNG FÜR KULTUR UND MEDIEN | NEUSTART KULTUR | DEUTSCHER ÜBERSETZERFONDS E. V.

Karten — Eintritt frei
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

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Lesung

CORONA IN BUCHENWALD

Ivan Ivanji

Bewegendes Panorama von Verfolgung und Verbannung, Tod und Überleben

Zum 75. Jahrestag der Befreiung des Lagers Buchenwald kommen im April 2020 zwölf Überlebende und ihre Begleitung nach Weimar. Der geplante Festakt ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt, aber die betagten Herren möchten den Gedenktag unter allen Umständen begehen. Doch da wird einer von ihnen positiv auf das Coronavirus getestet und alle Anwesenden stehen ab sofort unter Quarantäne. Der serbische Schriftsteller Sascha ist mit seinem Sohn angereist und schlägt vor, einander wie in Bocaccios »Decamerone« zum Zeitvertreib Geschichten zu erzählen. An zwölf Abenden erzählt also jeder, was ihm wichtig ist — von Ovids Verbannung ans Schwarze Meer, einer Karriere als Boxer im KZ bis hin zu Corona Schröter, der Geliebten Goethes. Der Buchenwald-Überlebende und Schriftsteller Ivan Ivanji liest aus seinem neuen Roman »Corona in Buchenwald«.

TEXT & LESUNG — Ivan Ivanji
MODERATION — Rolf C. Hemke

KOOPERATION — STIFTUNG GEDENKSTÄTTEN BUCHENWALD UND MITTELBAU-DORA | FÖRDERVEREIN BUCHENWALD E.

Karten — 10 € | ermäßigt 6 €
Dauer — 60 Minuten
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

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Lesung

DEUTSCH-RUSSISCHES VERHÄLTNIS GESTERN UND HEUTE

Michael Kuraev | Nadežda Ažgichina | Svetlana Vasilenko | Matthias Platzeck

MI, 1. SEP — 18 UHR
Michail Kuraev | Nadežda Ažgichina | Svetlana Vasilenko

Renommierte russische Autor*innen reflektieren das deutsch-russische Verhältnis
Am 22. Juni 1941 überfiel Hitler-Deutschland die Sowjetunion. Dem beispiellosen Vernichtungsfeldzug fielen mehr als 27 Millionen sowjetische Bürger*innen zum Opfer. Gemeinsam mit Kulturschaffenden aus Sankt Petersburg und Moskau initiiert die DEUTSCH-RUSSISCHE FREUNDSCHAFTSGESELLSCHAFT THÜRINGEN Lesung und Gespräch über Fragen der Erinnerungskultur in Deutschland und Russland und möchte Raum bieten, um über aktuelle Probleme in den deutsch-russischen Beziehungen zu diskutieren. Der Schriftsteller und Drehbuchautor Michail Kuraev, einer der letzten Überlebenden der Leningrader Blockade, liest aus »Blok-Ada« (»Höllenblock«), Svetlana Vasilenko, Vorsitzende der UNION RUSSISCHER SCHRIFTSTELLER, erinnert mit ihrer Erzählung »Mama und die Siegesparade« an die Lebensleistung der Müttergeneration. Nadežda Ažgichina, Vorsitzende des Moskauer PEN, reflektiert in »Das tränende Herz« das Leben dreier Frauengenerationen im sowjetischen und postsowjetischen Russland.

FR, 3. SEP — 19.30 UHR
Matthias Platzeck, Ministerpräsident a. D., Vors. des Deutsch-Russischen Forums e. V.

Deutschlands Verantwortung für den Frieden in Europa
»Das Urthema, mit dem das Schicksal Europas steht und fällt, ist die Frage der Sicherheit«, schreibt Matthias Platzeck, Ministerpräsident a.D., in seinem Buch »Wir brauchen eine neue Ostpolitik« im Hinblick auf die angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen und die Vielzahl verpasster Chancen für eine gesamteuropäische Sicherheitspolitik. Ohne den zunehmend autokratischen Kurs der Regierung Putin zu beschönigen, fordert er einen Dialog auf Augenhöhe. Als Voraussetzung hierfür sieht er sowohl den universellen Respekt gegenüber dem Anderen als auch das konkrete Wissen um dessen Geschichte und Kultur, dessen Stärken und Traumata. Eingedenk des Überfalls Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion, der sich in diesem Jahr zum 80. Mal jährt, betont Platzeck die Verantwortung Deutschlands, den Frieden in Europa durch eine Vertrauen schaffende neue Ostpolitik zu sichern.


LESUNG Kuraev | Ažgichina | Vasilenko
MIT Elke Wieditz | Bernd Lange (Rezitation)Sophia Schumann (Klavier) | Magdalena Kleinjung (Violine)

KOOPERATION — KUNSTFEST WEIMAR | DEUTSCH-RUSSISCHE-FREUNDSCHAFTS- GESELLSCHAFT in THÜRINGEN E. V. / WEIMAR | FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG LANDESBÜRO THÜRINGEN | ROSA-LUXEMBURG-STIFTUNG THÜRINGEN E. V.


Karten — EINTRITT FREI
Dauer — 180 Minuten
Ab 14 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Deutsch (DE)

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© Warner Bros
Film

ARKADAŞ - DEUTSCH-TÜRKISCHE FILMPERSPEKTIVEN

STUDIO MOSAIK

Bemerkenswerte deutsch-türkische Filme der jüngeren Vergangenheit

DO, 26. AUG — 20 Uhr
(Im Anschluss ab 21.30 UHR Filmgespräch mit Yüksel Yavuz)

»Ben Kimim?« // Vorfilm | Videokunst | 2004 | Dauer — 4 min
»Wer bin ich?«, »Was bin ich?«, »Bin ich deutsch, bin ich türkisch?« — Ein Versuch sich in Wort und Bild zu definieren. In ihrem Video »Ben Kimim?« setzt sich die Videokünstlerin mit ihren zwei Identitäten auseinander.
VON Canan Yilmaz

»Aprilkinder« // Hauptfilm | Spielfilm | 1998 | Dauer — 84 min
Alltagsbilder einer türkischen Familie in Hamburg Ende der 1990er Jahre. Auf ihre Weise versuchen die Eltern, die vor Jahren ihr kurdisches Dorf verließen, auch fern der Heimat in der deutschen Großstadt ihre Traditionen zu pflegen. Die Mutter wird darüber zur dominanten Figur, der Vater hat sich in die Sprachlosigkeit geflüchtet. Ihre herangewachsenen Kinder Cem, Mehmet und Dilan haben ganz andere Sorgen. Drei kurdisch-deutsche Geschwister, die versuchen, ihren Platz zu finden zwischen der neuen und der alten Heimat, der neuen und der alten Kultur. Dabei wird ihr Wunsch, ihren eigenen Weg zu gehen, zur Zerreißprobe. »Aprilkinder« ist der zweite Spielfilm des deutsch-türkischen Autorenfilmers Yüksel Yavuz und wurde beim BERLIN & BEYOND FILMFESTIVAL San Francisco und beim MAX OPHÜLS AWARD ausgezeichnet. Er zeigt ein eindringliches Porträt einer Generation zwischen zwei Kulturen.
REGIE Yüksel Yavuz


FR, 27. AUG — 20 UHR

»Elene« // Vorfilm | Kurzfilm | 2016 | Dauer — 11 min | Originalsprache mit engl. Untertiteln
Die 16-jährige Elene ist eine illegale Einwanderin aus Georgien, die auf einer Teeplantage in der Türkei arbeitet. Sie fühlt sich von verschiedenen Begegnungen bedroht und versucht in diesem fremden Land unsichtbar zu sein. Aber es ist nicht so einfach, wie sie denkt.
REGIE Sezen Kayhan

»En Garde« // Hauptfilm | Spielfilm | 2004 | Dauer — 94 min
Der Film ist ein einfühlsames Sozial-porträt zweier ungleicher Mädchen, die nicht viel gemeinsam haben außer dem Ort, an dem sie sich kennenlernen: einem Mädchenerziehungsheim. Die in sich gekehrte Alice nimmt die Umwelt durch ihr hypersensibles Hörvermögen anders wahr als ihre Mitmenschen. Berivan lebt seit der missglückten Flucht ihrer Familie aus Kurdistan alleine in Deutschland. Doch die frisch gewachsene Mädchenfreundschaft droht auseinanderzubrechen, als Berivan sich verliebt. Die Situation eskaliert auf tragische Art und Weise. Eine bewegende Geschichte über Freundschaft und Träume, über Vertrauen und dessen Verlust. Die vielfach ausgezeichnete Autorenfilmerin der Berliner Schule Ayşe Polat wurde 2004 mit ihrem zweiten Spielfilm »En Garde« beim INTERNATIONALEN FILMFESTIVAL LOCARNO mit dem Silbernen Leoparden geehrt und erhielt 2005 den Deutschen Kritikerpreis.
REGIE Ayşe Polat


SA, 28. AUG — 20 UHR

»Lament« // Vorfilm | Musikvideo | 2020 | Dauer — 4 min
»Lament« ist halb Traum doch höchst real, intensiv wie verstörend und zutiefst politisch. Videokünstler Burak Erkil verknüpft auf malerische Weise die Themen Transgender, Sexualität und Gentrifizierung, ist hochgradig persönlich und gesellschaftsrelevant zugleich. Sein Musikvideo zum gleichnamigen Song »Lament« der Post-Punk-Band »She Past Away« ist nicht zuletzt eine tranceartige Hommage an die Videokunst selbst.
REGIE Burak Erkil

»Aus dem Nichts« // Hauptfilm | Spielfilm | 2017 | Dauer — 106 min
»Aus dem Nichts« ist die Geschichte einer gebrochenen Frau, der Hamburgerin Katja, die nach dem brutalen Tod ihres Mannes Nuri und ihres Sohnes Rocco seelisch in Stücke fällt. Versuchsweise setzt sich die fragmentierte Frau neu zusammen und schmiedet einen Plan, um selbst Gerechtigkeit zu schaffen — mit Gewalt. Mit großer Wucht und tiefer Eindringlichkeit legt Hollywood-Darstellerin Diane Kruger eine schauspielerische Glanzleistung ab — eine zerrüttete Kriegerin in eigener Sache. Schmerz, Wut, Ohnmacht.
Fatih Akin verarbeitet in »Aus dem Nichts« in fiktiver Form die fremdenfeindlichen NSU-Morde und die verheerende Fahrlässigkeit von Polizei und Verfassungsschutz bei der Aufarbeitung. So nimmt die Polizei, anstatt den Verdachtsmomenten bei Rechtsextremen nachzugehen, die Angehörigen der Opfer ins Visier. Doch Fatih Akin hat keinen Film über NSU-Morde gedreht, ihm geht es konsequent um das Leid der Hinterbliebenen und um die Unmöglichkeit, mit dem Schmerz zu leben. Mit »Aus dem Nichts« schließt Fatih Akin an sein wuchtiges und spontanitätsgeladenes Frühwerk »Gegen die Wand« an. 2017 gelangt der Film auf die OSCAR-Shortlist und erhält zahlreiche Auszeichnungen, darunter den DEUTSCHEN FILMPREIS und den GOLDEN GLOBE AWARD. Diane Kruger wird bei den INTERNATIONALEN FILMFESTSPIELEN IN CANNES als Beste Darstellerin geehrt.
REGIE Fatih Akin


SO, 29. AUG — 20 UHR

»Frizör« // Vorfilm | Kurzfilm | 2003 | Dauer — 15 min
Der junge Türke Ahmet war 1964 vor dem Portugiesen A. Rodrigues aus dem Zug gestiegen. Auf die Frage des Empfangskomitees, ob er ein Gastarbeiter sei, antwortete Ahmet höflich mit »Ich Frizör« aus dem Fremdsprachenführer. Der Portugiese sagte nichts und lächelte vor sich hin. So wurde A. Rodrigues zum millionsten Gastarbeiter, von Wochenschaukameras eingefangen und mit einem Motorrad belohnt. Seitdem ist der Portugiese ein Sinnbild für den »Gastarbeiter« in Deutschland und der Frisör Ahmet einer unter vielen Schnurrbartträgern der Republik.
REGIE Ayhan Salar

»Mein Vater, der Türke« // Hauptfilm | Dokumentarfilm | 2006 | Dauer — 74 min
Alles beginnt in den 1960ern mit einer Liebesgeschichte zwischen einem türkischen Gastarbeiter und einer jungen deutschen Frau. Erst als sie schwanger ist, findet sie heraus, dass der gutaussehende Koch bereits verheiratet ist und zwei Töchter in der Türkei hat. Von einem Türkeiurlaub wird er nie zurückkommen. 38 Jahre später begibt sich der Sohn und Filmemacher Marcus Vetter auf die Spurensuche nach seinem unbekannten Vater. Er bricht zu einem kleinen anatolischen Bergdorf auf, um die Geschichte seiner
Herkunft zu begreifen. Marcus
Vetters Begegnung mit seiner türkischen Familie und seinen fünf Schwestern bringt einiges ins Wanken. Die ohne Vaterliebe aufgewachsenen Schwestern konfrontieren mit Hilfe des ersehnten Bruders erstmals den Vater mit ihren Gefühlen. Und endlich stellt auch der Sohn seinem bis dahin unbekannten Vater die Fragen, die ihn sein Leben lang beschäftigten.

»Mein Vater, der Türke« wurde als Bester Dokumentarfilm beim 12. FILMFESTIVAL TÜRKEI/DEUTSCHLAND ausgezeichnet. 2006 erhielt er den PRIX EUROPA, sowie den GOLDEN GATE AWARD beim SAN FRANCISCO INTERNATIONAL FILMFESTIVAL 2007.
REGIE Marcus Vetter


KÜNSTLERISCHE LEITUNG — Susanne Radelhoff | Canan Yilmaz
PRODUKTION — STUDIO MOSAIK | GASWERK WEIMAR
FÖRDERUNG — BUNDESMINISTERIUM DES INNEREN, FÜR BAU UND HEIMAT | DIE BEAUFTRAGTE DER BUNDESREGIERUNG FÜR KULTUR UND MEDIEN | NACHBARSCHAFTEN STÄRKEN — MITEINANDER IM QUARTIER | SOZIOKULTUR IM QUARTIER | BUNDESVERBAND SOZIOKULTUR | SPARKASSEN VERSICHERUNG | SPARKASSE MITTELTHÜRINGEN


Karten — Eintritt frei
Ab 12 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Deutsch | Türkisch (DE | TÜR)

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Film

ARTE–FILMABENDE ZUM WEIMARER DREIECK

Małgorzata Szumowska | Agnieszka Holland

Das KUNSTFEST WEIMAR präsentiert mit seinem langjährigen Partner ARTE zwei Filme bedeutender polnischer Regisseurinnen als Beitrag zur Filmreihe der Stadt Weimar anlässlich des 30. Jubiläums des »Weimarer Dreiecks«.


FR, 27. AUG — 21.30 UHR
»Die Spur« (»Pokot«) // Ökothriller von Agnieszka Holland | ARTE/ZDF | Deutschland, Polen, Schweden, Slowakei, Tschechien | 2017 | 123 min

In einem polnischen Provinzdorf ereignet sich eine grausame Mordserie an Männern. Ist die Täterin eine Außenseiterin aus dem Dorf — oder sind es doch die Tiere aus dem Wald? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sich bei einem Gottesdienst die Lösung offenbart …

Der vielfach preisgekrönte Film ist zugleich Krimi, Sittenporträt und schwarze Komödie — und ein provokanter Essay über das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Das Drehbuch basiert auf einem Roman der Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk.

Agnieszka Holland ist die »Grande Dame« des polnischen Kinos und seit 2020 Präsidentin der EUROPÄISCHEN FILMAKADEMIE. Für »Hitlerjunge Salomon« erhielt sie einen GOLDEN GLOBE, für »Pokot« einen SILBERNEN BÄREN bei der BERLINALE und den EUROPÄISCHEN FILMPREIS. Holland realisiert gleichermaßen in Europa wie in Hollywood Filme und TV Serien wie »House of Cards«.

REGIE Agnieszka Holland | Kasia Adamik DREHBUCH Agnieszka Holland | Olga Tokarczuk KAMERA Jolanta Dylewska | Rafał Paradowski SCHNITT Pavel Hrdlička MUSIK Antoni Komasa-Łazarkiewicz DARSTELLER*INNEN Agnieszka Mandat-Grąbka (Janina Duszejko) | Patrycja Volny (Dobra Nowina) | Wiktor Zborowski (Świętopełk Świerszczyński (genannt Matoga)) | Jakub Gierszał (Dyzio)


SA, 28. AUG — 21.30 UHR
»Der Masseur« (»Never gonna snow again«) // Spielfilm von Małgorzata Szumowska & Michał Englert | ARTE/BR | Polen/Deutschland | 2020 | 113 min

Eine anonyme Villensiedlung am Rande einer osteuropäischen Hauptstadt: An einem nebligen Morgen taucht eine mysteriöse Gestalt auf — ein Mann mit einer Klappliege unter dem Arm. Der Masseur Zhenia hat eine besondere Gabe: Seine Hände können heilen, seine Augen blicken tief in die Seele der einsamen Menschen.

Rund 30 Jahre nach dem Mauerfall ist der Film eine ebenso tiefgründige wie humorvolle Analyse der heutigen polnischen Gesellschaft. Die neureichen Protagonist*innen des Films haben das kommunistische Polen noch erlebt und sich in den 1990ern schnell mit dem neuen kapitalistischen System arrangiert. Ihre Privilegien sind Freiheit und Fußfessel zugleich, denn: Geht materieller Wohlstand nicht allzu oft einher mit einer tiefen existenziellen Leere?

Małgorzata Szumowska, geboren 1973 in Krakau, ist eine der bedeutendsten Regisseurinnen der Gegenwart. Für ihre Filme wurde sie mit zahlreichen internationalen und polnischen Preisen ausgezeichnet, unter anderem bei der BERLINALE mit dem SILBERNEN BÄREN für »Body« (beste Regie, 2015) und dem GROßEN PREIS DER JURY für »Die Maske« (2018).

REGIE & DREHBUCH Małgorzata Szumowska CO-REGIE & DREHBUCH Michał Englert KAMERA Michał Englert P.S.C. PRODUKTIONSDESIGN Jagna Janicka SCHNITT Jaroslaw Kaminski | Agata Cierniak MUSIK Antoni Komasa-Łazarkiewicz TON Marcin Kasinski MPSE KOSTÜMDESIGN Katarzyna Lewińska PRODUKTION Lava Films | Match Factory Productions DARSTELLER*INNEN Alec Utgoff (Zhenia) | Maja Ostaszewska (Maria) | Agata Kulesza (Ewa) | Weronika Rosati (Wika) | Katarzyna Figura (Hundebesitzerin) | Andrzej Chyra (Captain) | Łukasz Simlat (Wikas Ehemann)


Karten — 6 € | ermäßigt 5 €
Ab 12 Jahren
Barrierefrei mit Anmeldung

Deutsch (DE)

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Film

IM KREISE DER UNSTERBLICHEN

III. Weimarer Stummfilm-Retrospektive

Filme der Weimarer Republik in den Weimarer Kinos 1921

Die III. Weimarer Stummfilm-Retrospektive widmet sich dem »Kreise der Unsterblichen«, jenen großen Berühmtheiten des Weimarer Kinos und ihrem Verhältnis zur Filmindustrie, zum Publikum und zur Filmkunst. Das LICHTHAUS KINO, die BAUHAUS-UNIVERSITÄT WEIMAR, das WEIMARER STADTARCHIV und das KUNSTFEST WEIMAR präsentieren seltene Filmwerke, die vor 100 Jahren in den Weimarer Kinos besonders erfolgreich liefen. Anhand rekonstruierter Spielpläne der zwei lokalen Kinos »Scherffs Lichtspielhaus« und »Reform-Licht-Spiele« lebt der Weimarer Kinoalltag des Jahres 1921 in einer Annäherung wieder auf. Begleitet von historischen Wochenschauen, Einführungen, Vorträgen und Filmgesprächen mit Expert*innen aus Film, Kultur und Musik werden die Filme kritisch in ihr historisches Zeitgeschehen eingebettet. Mit Ausnahme einer Aufnahme einer historischen Musik werden alle Filme von international renommierten Stummfilm-Musiker*innen live neu vertont. Als besonderes Highlight ist auch die Staatskapelle Weimar mit zwei Aufführungen im DNT beteiligt.

SO, 29. AUG
18 UHR Cinessage
19.30 UHR Film
Einführung — Dr. Philipp Stiasny spricht über Friedrich II. im Stummfilm
»Die Tänzerin Barberina« | LIVE-MUSIK Anna Vavilkina (Piano)

MO, 30. AUG — 19.30 UHR
»Der verlorene Schatten« | LIVE-MUSIK Anna Vavilkina (Piano)

DI, 31. AUG
18 UHR
Vortrag »Hamlet — Melancholie der Maskerade« von Prof. Dr. Heide Schlüpmann & Karola Gramann (Kinothek Asta Nielsen e. V., Frankfurt/M.)
19.30 UHR Film
»Hamlet« | LIVE-MUSIK Daan van den Hurk (Piano)

MI, 1. SEP — 19.30 UHR
Einführung — Dr. Anett Werner-Burgmann über die Hintergründe dieser Verfilmung
»Die Reise um die Erde in 80 Tagen« | LIVE-MUSIK Daan van den Hurk (Piano)

DO, 2. SEP — 19.30 UHR
Einführung — Richard Siedhoff über die Rekonstruktion der Original-Musik
»Das Lied von der glutroten Blume« | MUSIK Neuaufnahme der Original-Musik von Armas Järnefelt von 1919 in der Rekonstruktion von Jaakko Kuusisto (2019) unter dessen Leitung

FR, 3. SEP
Einführung von Martin Koerber (Stiftung Deutsche
Kinemathek) zur Rekonstruktion des Films anhand historischer Arbeitsspuren im Filmmaterial |
19.30 UHR Filme Teil I & II
»Die Jagd nach dem Tode« Teil I & II | LIVE-MUSIK Daan van den Hurk (Piano)

Sa, 4. Sep — 16 & 20 Uhr Deutsches Nationaltheater, Großes Haus
»Der müde Tod« | LIVE-MUSIK STAATSKAPELLE WEIMAR DIRIGENT Burkhard Götze KOMPOSITION Richard Siedhoff (2021)

SO, 5. SEP
15 Uhr (Kinder- und Jugendprogramm)
Im Anschluss an den Film gibt es einen Blick hinter die Kinokulissen
»Rübezahls Hochzeit« | LIVE-MUSIK Camille Phelep (Piano)

SO, 5. SEP
18.30 UHR
Einführung »Chaplin kommt nach Deutschland« von Norbert Aping

19.30 UHR FILME
Im Anschluss ein Nachgespräch mit Norbert Aping
»Die Chaplin-Quelle« | LIVE-MUSIK Richard Siedhoff (Piano) | Mykyta Sierov (Oboe)
Einführung — Jens Riederer
»Der kleine Muck« | LIVE-MUSIK Tobias Rank (Piano)

MO, 6. SEP
18 UHR
Einführung und Podiumsdiskussion zum Orientalismus und den Nachwehen der deutschen Kolonialzeit im Kino der 1920er Jahre

19.30 UHR Film
»Die Jagd nach dem Tode« Teil III | LIVE-MUSIK Richard Siedhoff (Piano)

DI, 7. SEP — 19.30 UHR
»20.000 Meilen unter See« | LIVE-MUSIK Matthias Hirth (Elektronische Klangkomposition)

MI, 8. SEP — 19.30 UHR
»Das Wunder des Schneeschuhs« Teil I | LIVE-MUSIK Richard Siedhoff (Piano) | Mykyta Sierov (Oboe)
»Die Jagd nach dem Tode« Teil IV | LIVE-MUSIK Richard Siedhoff (Piano) | Mykyta Sierov (Oboe)

Stummfilm-Musiker*innen

Burkhard Götze ist Dirigent, Arrangeur und Posaunist. Seit einigen Jahren hat er sich auf das Dirigat von orchestralen Stummfilmmusiken spezialisiert und mit dem METROPOLIS ORCHESTER BERLIN das erste Kino-Orchester auf europäischem Boden gegründet. Er dirigierte einige Uraufführungen, u. a. in der BUNDESKUNSTHALLE BONN im Rahmen des Festivals BTHVN 2020 sowie 2020 die Uraufführung der Originalmusik zu »Der Golem, wie er in die Welt kam« im DEUTSCHEN NATIONALTHEATER WEIMAR im Rahmen des KUNSTFESTS WEIMAR 2020.

Der studierte Jazz-Pianist, Komponist und Musikpädagoge Matthias Hirth aus Dresden begleitet seit 2002 Stummfilme. Sein musikalisch vielseitiges Repertoire reicht von Jazz über elektronische Musik, Neoklassik bis Salsa und Latin. International gastierte er u. a. beim FESTIVAL DE CINE ALEMÁN in Madrid.

Daan van den Hurk studierte in Utrecht klassisches Klavier und Jazzpiano sowie Komposition. 2008 erhielt er den zweiten Preis des HOLLAND CASINO JAZZ AWARDS. Inzwischen ist er zudem ein gefragter Stummfilmpianist, tritt auf zahlreichen internationalen Stummfilmfestivals auf und ist Gründer und Kurator des Niederländischen Stummfilmfestivals in Eindhoven.

Die französische Pianistin Camille Phelep studierte klassische Musik in Paris und Genf. Neben Kammermusik widmet sie sich auch immer mehr der Komposition und Improvisation zu Stummfilmen und ist Pianistin des METROPOLIS ORCHESTERS BERLIN. 2017 gründete sie mit der Schauspielerin Sophie Lavallée das LIVING CARTOON DUET: eine gehaltvolle Mischung aus Musik, Kino und Schauspiel, mit denen das Duo durch Deutschland und Frankreich tourt.

Tobias Rank gründete 1999 zusammen mit Gunthard Stephan das WANDERKINO: Mit einem Oldtimer-Feuerwehrfahrzeug und alten Projektoren ist dieses mobile Stummfilmkino in ganz Europa unterwegs. Er studierte Klavier, Komposition, Cembalo und Improvisation in Leipzig, wo er auch als Dozent für Klavier und Liedgestaltung tätig war. Daneben komponierte er zahlreiche Bühnenmusiken und Chansons.

Pianist und Komponist Richard Siedhoff gilt als eines der gefragtesten Nachwuchstalente auf seinem Gebiet. Seit 2008 hat er mehr als 300 Stummfilme am Klavier begleitet, gastiert regelmäßig auf internationalen Festivals, ist auf zahlreichen DVD-Einspielungen vertreten und hat einige Orchesterpartituren für Stummfilme geschrieben. 2020 erhielt er den DEUTSCHEN STUMMFILMPREIS für die Rekonstruktion der originalen Filmmusik von »Der Golem, wie er in die Welt kam«.

Mykyta Sierov wurde in Kiew geboren, studierte klassische Oboe am dortigen Konservatorium und an der HOCHSCHULE FÜR MUSIK FRANZ LISZT Weimar. Als freischaffender Solist und Orchestermusiker ist er begehrter Oboist in diversen Kammermusikensembles. Dabei spielt er nicht nur klassische Musik, sondern auch Jazz, Pop und eigene Kompositionen sowie Musik zu Stummfilmen mit anderen Partner*innen. Als Solist gibt er zahlreiche Konzerte in Deutschland und im Ausland.

Anna Vavilkina ist die einzige hauptberufliche Kinoorganistin Deutschlands. Seit vielen Jahren spielt sie wöchentlich die Kinoorgel im BABYLON KINO in Berlin. Darüber hinaus ist die studierte Organistin aus Moskau auch als Kirchenorganistin und Pianistin gefragt. Für ihre Orgelimprovisation erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen.

VERANSTALTUNGSREIHE — LICHTHAUS KINO | BAUHAUS—UNIVERSITÄT WEIMAR | STADTARCHIV WEIMAR | KUNSTFEST WEIMAR
PROJEKTLEITUNG — Dr. Simon Frisch | Gerrit Heber | Dirk Heinje | Sven Opel | Dr. Katrin Richter | Dr. Jens Riederer | Richard Siedhoff
PROJEKTLEITUNG — Dr. Simon Frisch | Gerrit Heber | Dirk Heinje | Sven Opel | Dr. Katrin Richter | Dr. Jens Riederer | Richard Siedhoff
MITWIRKUNG — Laura Khachab | Jonas Rieger
KOOPERATION — BUNDESARCHIV-FILMARCHIV BERLIN | DFF — DEUTSCHES FILM-INSTITUT & FILMMUSEUM E. V. | DEUTSCHE KINEMATHEK — MUSEUM FÜR FILM UND FERNSEHEN | FRIEDRICH-WILHELM-MURNAU-STIFTUNG | KINOTHEK ASTA NIELSEN E.V. | LOBSTER FILMS | STUMMFILMMAGAZIN.DE | SVENSKA FILMINSTITUTET | WEIMARER REPUBLIK E. V.
FÖRDERUNG — THÜRINGER STAATSKANZLEI | SPARKASSE MITTELTHÜRINGEN | SPARKASSEN-KULTURSTIFTUNG HESSEN-THÜRINGEN | SPARKASSENSTIFTUNG WEIMAR — WEIMARER LAND | KULTURSTADT WEIMAR | LANDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG THÜRINGEN | BAUHAUS-UNIVERSITÄT WEIMAR | BUNDESMINISTERIUM DER JUSTIZ UND FÜR VERBRAUCHERSCHUTZ

Lichthaus | Karten pro Abend — 10 € | ermäßigt 7 €
Deutsches Nationaltheater, Großes Haus | Karten — PK 1 — 20 € | PK 2 — 15 € | PK 3 — 10 € | ermäßigt 8 €
Barrierefrei mit Anmeldung

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Film

DER MÜDE TOD

III. Weimarer Stummfilm-Retrospektive

IM KREISE DER UNSTERBLICHEN — Filme der Weimarer Republik in den Weimarer Kinos 1921

SA, 4. SEP — 16 & 20 UHR
»Der müde Tod« | LIVE-MUSIK STAATSKAPELLE WEIMAR DIRIGENT Burkhard Götze KOMPOSITION Richard Siedhoff (2021)
Format DCP | viragiert | Deutschland | 1921 | 100 min | ab 12 Jahren

In Kooperation mit der STAATSKAPELLE WEIMAR lässt die Weimarer Stummfilm Retrospektive erneut einen Meilenstein des Weimarer Kinos klangvoll aufleben: Für Fritz Langs frühes Meisterwerk »Der müde Tod« schrieb Richard Siedhoff, Preisträger des 1. DEUTSCHEN STUMMFILM-PREISES 2020, eine Komposition für kleines Orchester im spätromantischen Stil, in der die vier völlig verschiedenen Welten des Films musikalisch ausgekostet werden.

Das »Volkslied in sechs Versen« erzählt vom Ringen einer Jungvermählten mit dem personifizierten Tod. Dieser nahm ihr den Geliebten, verspricht aber, ihn zurückzugeben, wenn es ihr gelingt, eines von drei verlöschenden Lebenslichtern zu retten. Es entspinnen sich märchenhafte Episoden im alten Orient, dem Venedig der Renaissance und im kaiserlichen China. Doch der Tod scheint wiederum unbesiegt, bis sich eine dramatische Wendung anbahnt. Gemeinsam mit der Autorin Thea von Harbou und dem Filmarchitekten Walter Röhrig schuf Lang ein dichtes Epos mit impressionistischen und expressionistischen Elementen. Authentische Ausstattung, Anlehnungen an die romantische Malerei, Ornamentik und die kunstvollen Zwischentitel verleihen dem Film seine einzigartige Bild- und Raumdramaturgie: von der endlosen Mauer des Totenreichs, der Kerzenhalle der Lebenslichter bis hin zu Bildern wie aus Märchen aus »Tausend und einer Nacht«. Mit dem Film, der in eskapistischer Manier die Traumata des Ersten Weltkrieges verarbeitet, ist Lang »ein großer Wurf gelungen« (F. Olimsky).
REGIE Fritz Lang DREHBUCH Thea von Harbou DARSTELLER*INNEN Lil Dagover | Bernhard Goetzke | Walter Janssen | Rudolf Klein-Rogge

VERANSTALTUNGSREIHE — LICHTHAUS KINO | BAUHAUS—UNIVERSITÄT WEIMAR | STADTARCHIV WEIMAR | KUNSTFEST WEIMAR
PROJEKTLEITUNG — Dr. Simon Frisch | Gerrit Heber | Dirk Heinje | Sven Opel | Dr. Katrin Richter | Dr. Jens Riederer | Richard Siedhoff
PROJEKTLEITUNG — Dr. Simon Frisch | Gerrit Heber | Dirk Heinje | Sven Opel | Dr. Katrin Richter | Dr. Jens Riederer | Richard Siedhoff
MITWIRKUNG — Laura Khachab | Jonas Rieger
KOOPERATION — BUNDESARCHIV-FILMARCHIV BERLIN | DFF — DEUTSCHES FILM-INSTITUT & FILMMUSEUM E. V. | DEUTSCHE KINEMATHEK — MUSEUM FÜR FILM UND FERNSEHEN | FRIEDRICH-WILHELM-MURNAU-STIFTUNG | KINOTHEK ASTA NIELSEN E.V. | LOBSTER FILMS | STUMMFILMMAGAZIN.DE | SVENSKA FILMINSTITUTET | WEIMARER REPUBLIK E. V.
FÖRDERUNG — THÜRINGER STAATSKANZLEI | SPARKASSE MITTELTHÜRINGEN | SPARKASSEN-KULTURSTIFTUNG HESSEN-THÜRINGEN | SPARKASSENSTIFTUNG WEIMAR — WEIMARER LAND | KULTURSTADT WEIMAR | LANDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG THÜRINGEN | BAUHAUS-UNIVERSITÄT WEIMAR | BUNDESMINISTERIUM DER JUSTIZ UND FÜR VERBRAUCHERSCHUTZ

Karten — PK 1 — 20 € | PK 2 — 15 € | PK 3 — 10 € | ermäßigt 8 €
Barrierefrei mit Anmeldung

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Bewertungen & Berichte DER MÜDE TOD

© Paula Holzhauer
Musik

MARQUISETTE

Paula Holzhauer

Weimar, nun sag, wie hast du’s mit der Prostitution? — ein Audiostück

Ist Weimar wirklich diese herausgeputzte Kulturmetropole en miniature — ohne den Lärm und Dreck der Großstadt? Oder passiert hinter der sauberen Fassade vielleicht doch etwas anderes als vermutet? Die Künstlerin Paula Holzhauer, Absolventin der BAUHAUS-UNIVERSITÄT WEIMAR, hat vier Geschichten über vergangene Orte der Prostitution in Weimar, von den 1930er Jahren bis heute, recherchiert. Sie hat das persönliche Gespräch mit Zeitzeug*innen gesucht, die eigene Eindrücke schildern konnten: Aus den Vorkriegsjahren, aus der DDR, aus der jüngeren und jüngsten Vergangenheit. Sie hat die Geschichten von vier Weimarer Orten zusammengetragen, reiht in ihren Texten Zitat an Zitat, ohne diese aber Personen oder Gesprächspartner*innen zuzuordnen. Begeben Sie sich anhand eines kleinen Stadtplans an die Orte, um die es geht, und werfen Sie — akustisch geleitet — vor Ihrem inneren Auge einen Blick hinter die Mauern Weimars.

FÖRDERUNG — WEIMARER WOHNSTÄTTE GMBH

Öffnungszeiten Festival-Pavillon
Karten — Eintritt frei
Ab 16 Jahren
Barrierefrei

Deutsch (DE)

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Bewertungen & Berichte MARQUISETTE

Ausstellung

DER WILDE WESTEN IM OSTEN - EINE SPURENSUCHE

Jascha Fibich

Fotografische Ausstellung im Festival-Pavillon am Theaterplatz

Die Begeisterung für Lebensweise und Kultur der indigenen Bevölkerung Amerikas äußert sich von jeher in ethnologischer Beschäftigung, klischeehafter Adaption oder freier Nachempfindung. Von der staatlichen Politik mit Argwohn betrachtet, entfalteten in der DDR zahlreiche Interessengemeinschaften für Indianistik ein eigenes Leben. Nach 1990 hat sich die »Szene« stärker ausdifferenziert. Viele Gruppen existierten weiter, hinzu trat eine ausgeprägte »Western-Kultur«, die sich dem historischen Phänomen der Cowboys und ihrer Lebensweise zugetan fühlt. Die Fotoausstellung von Jascha Fibich, Absolvent der BAUHAUS-UNIVERSITÄT WEIMAR, sucht in unserem heutigen Alltagsleben nach Spuren der vergangenen und der verbliebenen Begeisterung für die indigenen Völker Amerikas. Sie hinterfragt das Bild der »Indianer« in Deutschland und beschäftigt sich mit dem Diskurs um kulturellen Aneignung.

FÖRDERUNG — WEIMARER WOHNSTÄTTE GMBH

Öffnungszeiten Festival-Pavillon

Karten — Eintritt frei
Ab 6 Jahren
Barrierefrei

Deutsch (DE)