zur Startseite
8

Haus der Kunst

Das Haus der Kunst ist ein öffentliches Museum ohne eigene Sammlung und ein weltweit führendes Zentrum für zeitgenössische Kunst. Es ist der Untersuchung der Geschichte und der Geschichten der zeitgenössischen Kunst verpflichtet; im Mittelpunkt stehen Ausstellungen, Recherche und Wissensvermittlung.

Durch sein Programm unterstreicht das Haus der Kunst, dass die Entwicklungslinien der zeitgenössischen Kunst global und vielschichtig verlaufen und nicht durch geografische, konzeptuelle und kulturelle Grenzen einzuschränken sind.

Das Haus der Kunst schärft den Blick auf die zeitgenössische Kunst, indem es unterschiedliche Standpunkte einbezieht und ein interdisziplinäres Programm von höchster künstlerischer Qualität und kultureller Relevanz anbietet. So schafft es einen kritischen Kontext, um die historische Dimension des Zeitgenössischen zu untersuchen, zu definieren und zu vermitteln.

Kontakt

Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
D-80538 München

Telefon: +49 89 21127 113
Fax: +49 89 21127 157
E-Mail: mail@hausderkunst.de

 

Buchhandlung Walther König
Telefon + 49 89 25544 498

Goldene Bar im Haus der Kunst
Telefon +49 89 54804 777

Öffnungszeiten:
Montag - Sonntag 10 -  20 Uhr
Donnerstag 10 - 22 Uhr
Sammlung Goetz im Haus der Kunst
Freitag - Sonntag 10 - 20 Uhr
Donnerstag 10 - 22 Uhr
Bewertungschronik

Haus der Kunst bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Haus der Kunst

Ausstellung

Sweat

Die Gruppenausstellung „Sweat“ ist das Ergebnis von zwei Jahren intensiver Recherche. Sie widmet sich dem Phänomen von Körpern, die gemeinsam agieren und ihre Gegenwart gestalten. Der Schweißausbruch angesichts gewaltsamer Versuche, den menschlichen Körper zu kontrollieren, steht für eine künstlerische Strategie des Widerstands.

Wir sind mehr denn je Zeugen des globalen Maßstabs systemischer Ungerechtigkeit, aber auch der enormen Kräfte sich transnational formierender Widerstandsbewegungen. Die Ausstellung versammelt mehr als 20 künstlerische Stimmen, deren Werke an unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten und angesichts verschiedener Bedingungen des sozialen und politischen Druckes entstanden sind.
Dieser Dialog zwischen Arbeiten der jüngsten Gegenwart mit bahnbrechenden Positionen der 1970er- und 1980er-Jahre, die feministische und postkoloniale Unabhängigkeitsbewegungen in Kunst und Gesellschaft mobilisiert haben, eröffnet zugleich historische Perspektiven auf künstlerische Formensprachen, die eng mit sozialem Wandel verflochten sind.

Verschiedenen Politiken der Feindschaft und des Ausschlusses stellt „Sweat“ die erfindungsreiche Poesie des Vergnügens und der Mehrstimmigkeit entgegen, die lustvolle Akte der Selbstbestimmung darstellen und überhörten Geschichten Körper und Stimme verleihen.
Dafür bedienen sich die Künstler*innen neuer, dynamischer Medien wie Tanz und Film, die von ephemeren sozialen Choreografien zeugen, sowie kollektiver, archivierender Produktionsformen. Durch Praktiken des Sammelns, Recycelns und Sampelns werden Welten als bewegliche Assemblagen verstanden.

Beteiligte Künstler*innen:
Pacita Abad (* 1946 Philippines, † 2004 Singapore),
Mohamed Bourouissa (* 1978 Algeria),
Cecilia Bengolea (*1979, Argentinia)
chameckilerner (* 1964 / * 1966 Brazil),
Mary Beth Edelson (* 1933 USA),
Philipp Gufler (* 1989 Germany),
Sunil Gupta (*1953, India),
Eisa Jocson (* 1986 Philippines),
Isaac Julien (* 1960 UK),
Christine Sun Kim (*1980 USA),
Natalia LL (* 1937 Poland),
Daniel Lind-Ramos (* 1953 Puerto Rico),
MAHKU (Movement of Huni Kuin Artists) (* 2011 Brazil),
Mulambö (*1995 Brazil),
António Ole (* 1951 Angola),
Santiago Reyes (* 1971 Ecuador),
Tabita Rezaire (* 1989 France),
Michele Rizzo (* 1984, Italy)
Guadalupe Rosales (* 1980 USA),
Jacolby Satterwhite (* 1986 USA),
Tschabalala Self (* 1990 USA),
Tuesday Smillie (* 1981 USA),
João Pedro Vale & Nuno Alexandre Ferreira (* 1976 / * 1973 Portugal),
Kaylene Whiskey (* 1976 Australia),
Zadie Xa (* 1983 Canada) & Benito Mayor Vallejo (*1981, Spain)

Kuratiert von Anna Schneider, Raphael Fonseca
Kuratorische Assistenz: Elena Setzer

#sweatHDK

Sweat bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Sweat

Ausstellung

Tune

Featuring: Lamin Fofana, Nkisi, Kelman Duran, Chuquimamani-Condori & Joshua Chuquimia Crampton, William Basinski, Abdullah Miniawy, Beatrice Dillon, JJJJJerome Ellis

In diesem und den kommenden Jahren wird Sound zu einem Schwerpunkt im Programm des Haus der Kunst. Geplant sind eine Serie von musikalischen Performances, eine neue akustische Auftragsarbeit, die ein Jahr lang den Terrassensaal durchdringen wird. „Tune“ ist zwischen den Bereichen Sound, Musik und visueller Kunst angesiedelt. Diesem Angebot einer kollektiven Erfahrung und einzigartiger Hörerlebnisse wird man überall im Museum als Installation und Performance begegnen können.

Die eingeladenen Künstler*innen teilen das gemeinsame Interesse daran, wie Sound die materielle Welt durchfließt, sich mit ihr überschneidet und sie verwandelt. In ihrer Arbeit beschwören sie das Unbekannte und zeigen, wie Klang sowohl Orientierung geben als auch Desorientierung verursachen kann. Klang ist diejenige Ausdrucksform, die am leichtesten aus ihrem Zusammenhang zu befreien ist: Er kann sich frei durch und zwischen Kulturen bewegen. Klang wird dabei ständig neu kodiert, und oft als Mittel zur Ausbeutung verwendet. Achtet man nicht nur darauf, wie Klang gelesen wird, sondern lässt sich von ihm berühren, offenbart er seine ganze Fülle. Klang hat einen immens physischen Charakter und verbindet uns gleichzeitig mit dem Ätherischen. Die Künstler*innen dieses Jahres stellen diese Möglichkeiten des Klanges in den Vordergrund.

Die Künstler*innen in „Tune“ nutzen die Kräfte des Klangs, um während ihrer Residencies im Haus der Kunst für zwei oder drei Tage das Publikum in ihre Welten einzuladen. Die einzelnen Arbeiten werden als jeweils zwei Live-Performances, ergänzt durch ein Künstler*innengespräch, präsentiert. In manchen Fällen kommen Installationen und Ausstellungen mit kurzer Laufzeit hinzu.

Tune bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Tune

Foto: Ink Agop
Ausstellung

Tune. Lamin Fofana

“Ich möchte die Unterscheidung zwischen Reflektion und Aktion zum Kollabieren bringen. Die Welt fällt auseinander. Wer bezieht dazu Stellung, und wer verhält sich passiv?” Lamin Fofana

Lamin Fofana realisiert eine akustische Auftragsarbeit für den Terrassensaal im Haus der Kunst mit dem Titel „A call to disorder“. Seine multisensorische Installation bezieht auch Geruch, Licht und Atmosphäre mit ein. Zusätzlich veranstaltet Fofana mehrere akustische Happenings. Seine erste Live-Performance findet am Mittwoch, den 7. Juli statt und trägt den Titel „Ode an die Unreinheit“.

Mit den Mitteln des Klangs nimmt Fofana sein Publikum mit in den Bereich der Traumbilder, in dem wie ein Echo zyklische Erzählformen unserer Vorfahren nachklingen. Seine elektronische Instrumentalmusik bringt Ideen zu Blackness, Migration, Vertreibung und Race mit etwas Jenseitigem in Verbindung und rückt nichtlineares Denken und Erleben in den Mittelpunkt. Die Elegie „Here lies universality“ beklagt die Dominanz westlicher Musiktheorie: Deren Grundstruktur habe ihre Wurzeln im Erbe der Aufklärung, im Imperialismus und Weißer Vorherrschaft mit ihren anhaltenden Mechanismen der Ausgrenzung. Fofanas eng verwobene Interessen an Geschichte, an heutigen Zuständen und seine Methode, Text in das emotionale Medium des Klanges zu übersetzen, drücken sich in multisensorischen Live-Performances und großen, minimalistischen Installationen mit Originalkompositionen, Feldaufnahmen und Archivmaterial aus. Sein Ziel besteht darin, „einen Raum der Begegnung zu schaffen, in dem kollektiv zugehört, geträumt, das Undenkbare gedacht wird.“ Er macht gleichzeitig deutlich, dass Dissonanz und Störung hier ebenso thematisiert werden wie Harmonie.
„A call to disorder“ ist inspiriert von der bahnbrechenden Arbeit von Fred Moten and Stefano Harney, „The Undercommons“, worin sich ein Ruf nach Chaos oder Wildheit, nach Lärm, Kakophonie und dem Außermusikalischen ausdrückt. Da die Aufmerksamkeit für die historischen Nachwirkungen institutionalisierter Unterdrückung gegenwärtig zunimmt, sind die Reflektionsräume, die Fofanas Arbeit eröffnet, aktueller denn je.

Fofana lebt und arbeitet in Berlin als Künstler und Musikproduzent. Er wuchs in Sierra Leone und Guinea auf, zog 1997 in die USA und 2016 nach Deutschland. Er wurde bekannt sowohl im Bereich der elektronischen Musik als auch in der bildenden Kunst. Seine jüngste musikalische Arbeit erschien 2020 auf drei Alben als Trilogie; sie betrachtet historische und epistemologische Verläufe zeitgenössischen gesellschaftlichen und politischen Denkens durch die Linse der Black Studies. Das erste Album, „Black Metamorphosis“, ist inspiriert von Sylvia Wynters gleichnamigem unveröffentlichtem Manuskript und stellt die Frage, was geschieht, wenn afrikanische Ästhetik in den Westen übertragen wird. Für das zweite, „Darkwater“, wandte sich Fofana dem legendären schwarzen Schriftsteller, Wissenschaftler, Aktivisten und erstem promovierten Afroamerikaner der Geschichte W. E. B. Du Bois zu. „I Ran From It And Was Still In It“ stammt aus Fofanas Adaption von „Darkwater: Voices from within the Veil“, einer Sammlung autobiografischer Aufsätze und spekulativer Belletristik von 1920. Das dritte Album, „Blues“, ist eine meditative Antwort auf Amiri Barakas „Blues People: Negro Music in White America“ (1963).

In diesem Jahr beauftragte ihn die Biennale von Liverpool mit einer Arbeit und er wurde für den Preis der Nationalgalerie nominiert. Weitere Ausstellungen in letzter Zeit umfassen „Blues“ in der Mishkin Gallery am Baruch College, City University of New York (2020), Refracted Gazes/Fugitive Dreams in der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart (2019), WITNESS bei der 57. Biennale von Venedig (2017) sowie Performances bei der documenta 14 in Kassel und Athen (2017).

Tune. Lamin Fofana bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Tune. Lamin Fofana

© Maximilian Geuter
Ausstellung

Phyllida Barlow. frontier

Mit dieser großen Retrospektive zum Werk der britischen Bildhauerin Phyllida Barlow (* 1944) eröffnet das Haus der Kunst 2021 eine Reihe von Ausstellungen im repräsentativen Ostflügel des Hauses, die zeitgenössischen weiblichen Stimmen gewidmet sind.

Die skulpturalen Gebilde von Phyllida Barlow sind sperrig und nicht einfach zu erfassen: Bauholz, Pappkarton, Zement, Lehm, Kunststoffrohre und bunte Textilien türmen sich, breiten sich aus, versperren den Weg. Der Blick wandert über diese Landschaften aus Alltagsmaterialen, weiß nicht woran er sich festhalten soll, schweift in die Höhe, um die enormen Dimensionen zu begreifen. Barlows Arbeiten sind eine ständige Herausforderung, sie erobern sich den Raum, als führten sie ein Eigenleben. Sie fordern die Betrachter*innen auf, Räume zu erkunden, Volumina wahrzunehmen, die Sprache der Architektur zu hören.

Obwohl sich ihre Werke als wenig geeignet für den Kunstmarkt erwiesen, ist Barlow bis heute radikal und unbestechlich bei ihrer künstlerischen Ausdrucksform geblieben. „frontier“ bietet nun zum ersten Mal die Gelegenheit, die ganze Bandbreite von Barlows bemerkenswerten Beiträgen zu Debatten über die Grenzen und Schwellen der skulpturalen Praxis kennenzulernen. Mit dieser umfassenden Ausstellung, in der große Auftragsarbeiten, monumentale Skulpturen aus vielen wegweisenden Ausstellungen der letzten zwei Jahrzehnte sowie eine große Vielfalt von Zeichnungen gezeigt werden, unterstreicht „frontier“ Barlows Schlüsselrolle in einem traditionell männlich dominierten Medium. Die Ausstellung zeugt von Barlows lebenslanger intensiver Beschäftigung mit den formalen und materiellen Eigenheiten der Skulptur und veranschaulicht, wie ihre Arbeit die Beziehung der Skulptur zu den Objektstrukturen der Welt kontinuierlich in Frage stellt.

Kuratiert von Damian Lentini
Kuratorische Assistenz: Lisa Paland

Gefördert von Henry Moore Foundation & Art Mentor Foundation Lucerne

#phyllidabarlowHDK

Phyllida Barlow. frontier bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Phyllida Barlow. frontier

© the artist
Ausstellung

Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land

Sammlung Goetz im Haus der Kunst

Cyrill Lachauer (geb. 1979 in Rosenheim, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles) entwickelt seine umfangreichen Projekte auf langen Reisen, bei denen er tief in die lokalen Kulturen des jeweiligen Ortes eintaucht. Für die Ausstellung der Sammlung Goetz im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst hat er eine neue mehrteilige Installation mit Filmen, Videos, Fotografien und Texten als dystopische Weiterentwicklung zu den utopischen Räumen in seinem letzten Film „Dodging Raindrops – A Seperate Reality“ geschaffen. Dabei beschäftigt er sich mit der Idee von Land in den verschiedensten Ausformungen. Denn Land kann Heimat bedeuten und Wurzeln geben, es kann ein nährendes Stück Land sein, aber auch als Idee von Nation zu In- und Exklusion führen. Land kann man besitzen oder mit ihm leben, man kann es wegnehmen, zerstören und anderen den Zugang verwehren.

So begegnen wir in „I am not sea, I am not land“ einem US-Amerikaner, der nach Berlin geflohen ist, um einer langjährigen Gefängnisstrafe zu entgehen, drei Diamantensuchern in Südafrika, einem queeren Parkarbeiter im Yosemite National Park oder dämonischen Ritualen der Raunächte in der Alpenregion. Lachauer bleibt dabei nicht der distanzierte Beobachter hinter der Kamera, sondern stellt, indem er gesellschaftspolitische Themen zu Geschlecht, Identität, sozialer Klasse und Nation aufgreift, auch seine eigene Position in Frage.

Er bezieht sich auf das 1567 entstandene Gemälde „The land of Cockaigne“ von Peter Brueghel dem Älteren. Darin entwirft der Maler ein Schlaraffenland (engl. Cockaigne) als utopisch-ironischen Gegenentwurf zur alltäglichen Härte des bäuerlichen Lebens.

Kuratiert von Cornelia Gockel und Susanne Touw

Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land

Foto: Maximilian Geuter
Ausstellung

Felix Brenner, Andreas Maus, KarHang Mui

euward8 der Augustinum Stiftung im Haus der Kunst

Das Haus der Kunst heißt in 2021 die Gewinner des euward European Art Award für Malerei und Grafik willkommen. Seit 2000 verleiht die Augustinum Stiftung alle drei Jahre den euward mit dem Ziel, Künstler*innen im Kontext von geistiger Behinderung innerhalb des Ausstellungsbetriebs und in der Gesellschaft verstärkt zu Anerkennung zu verhelfen.

Der Schweizer Künstler Felix Brenner (* 1955) verarbeitet seine großformatige Malerei mit grafischen Einzelblättern, Zeichnungen und Lithografien zu wandfüllenden Bild-Installationen. Er performt, produziert Videos, veröffentlicht Sendungen auf Mix-Cloud, er verfasst vielbändige „Dossiers“ und ethnobotanische Studien. In der aktuellen Ausstellung zeigt sich dieses multimediale Schaffen auch in seiner thematischen Vielfalt. Ausnahmslos biografisch verstanden, bearbeitet der Künstler in den symbolisch aufgeladenen Bildern sein Leben als eine Art Assemblage von Ereignissen.

Andreas Maus (* 1964) lebt in Pulheim und arbeitet in Köln. Er erzählt mit Bleistiftund Kugelschreiberzeichnungen von menschlichen Abgründen, Leid, Verfolgung und Folter in allen Phasen der jüngeren deutschen Geschichte. Und er spürt ihnen bis in die Gegenwart der Neo-Nazis nach. In seinen tagebuchartigen Künstlerbüchern reflektiert er mit einer Kombination von Wort und Bild den langen Weg von Exklusion und ihren Folgen.

In den pulsierend expressiven und detailreichen Farbstiftzeichnungen des in den Niederlanden lebenden KarHang Mui mit Wurzeln in Hongkong (* 1989) verbinden sich Natur und Kultur. Die Unterscheidung zwischen Landschaft und Architektur, Abstraktion und Figuration, Wirklichkeit und Transzendenz scheinen zu verschwimmen. Die Darstellung fantastischer Traumwelten ist überall von der feinen Textur der Strichführung durchzogen.

Kuratiert von Sabine Brantl, Klaus Mecherlein

Felix Brenner, Andreas Maus, KarHang Mui bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Felix Brenner, Andreas Maus, KarHang Mui

Foto: Hans Peter Siffert
Ausstellung

Heidi Bucher. Metamorphosen

Mit Heidi Bucher (* 1923 Winterthur † 1993 Brunnen, Schweiz) präsentiert das Haus der Kunst eine wiederzuentdeckende Vertreterin der internationalen Neo-Avantgarden, die mit ihren Latex-Werken die Zwänge und Befreiungsprozesse menschlicher Existenzformen erkundet. "Metamorphosen" zeigt das vielgestaltige, zuweilen poetische Wechselspiel von Verhüllung und Enthüllung von Körpern und Architektur mittels ritueller Latexhäutungen, die eine Einbettung in gesellschaftliche wie private Machtstrukturen entlarven und einer Wandelbarkeit unterziehen.
Aus Buchers anfänglicher Faszination für ein Zusammenspiel von Kunst und Mode gingen bereits im Kalifornien der frühen 1970er-Jahre tragbare geschlechterlose Körperskulpturen hervor, die ihren bedeutsamen Skulpturenbegriff zwischen Performance und Objekt zelebrierten. Jeher hat sie sich einer kritischen Unterwanderung von normierten Geschlechterrollen gewidmet, wobei sich ihre prozessualen Materialtransformationen gleichermaßen traditionellen medialen Kategorien entziehen.
Nach der Rückkehr aus den USA Mitte der 1970er-Jahre beginnt Buchers Hauptwerk mit der emanzipatorischen Geste des Latex-Abzugs ihres eigenen Künstler-Studios "Borg" (1974-78) – dem morbiden Kühlraum einer ehemaligen Metzgerei. Auch in ihrem Elternhaus trug sie flüssiges Kautschuk auf die Oberflächen des sogenannten "Herrenzimmer"s (1978/79) auf, um sich mit der Häutung von der patriarchalen Familienstruktur metaphorisch zu lösen.
In der Münchner Ausstellung werden erstmalig alle Orte ihres künstlerischen Wirkens vorgestellt, vielfach private und gleichermaßen bedeutende öffentliche Schauplätze, wie die psychiatrische Klinik Bellevue von Ludwig Binswanger am Bodensee. Sie häutete dort das "Audienzzimmer des Doktor Binswanger" (1988), wo Sigmund Freud seine erste Probandin der Fallstudie zur Hysterie aufsuchte. Anhand von Werken wie "Schlüpfakt der Parkettlibelle" (1983) oder "Libellenlust" (Kostüm; 1976) versinnbildlicht sich die Metamorphose durch die zusammengefächerten und mit Perlmutt einbalsamierten Wandhäutungen als ein Akt der Selbstermächtigung über soziale Normen, Rollenzuschreibungen und repressive Klischees von „Weiblichkeit“.
Die Retrospektive zeigt über 150 Exponate und bisher unbekanntes Film- und Archivmaterial, das die starke performative Qualität ihres Schaffens verdeutlicht. Im Ausstellungskatalog soll Bucher anhand von wissenschaftlichen Textbeiträgen, Quellenmaterial zu historischen Ausstellungsteilnahmen und Künstlerbeziehungen wie zu Anna Oppermann, Louise Bourgeois oder Maria Lassnig, eigenen Gedichten und weiteren bisher unveröffentlichten Schriftstücken, im Kontext einer feministischen und medial entgrenzten künstlerischen Praxis in der internationalen Kunstgeschichtsschreibung befragt werden.

Kuratiert von Jana Baumann
Kuratorische Assistenz: Luisa Seipp

Heidi Bucher. Metamorphosen bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Heidi Bucher. Metamorphosen

Blog

Stretch your view - Der Blog vom Haus der Kunst!

Es gibt so viel mehr Geschichten zu erzählen, als auf den ersten Blick in unseren Ausstellungsräumen zu finden sind. Mehr Einblicke hinter die Kulissen, vielfältigere Infos zu den Ausstellungen, KünstlerInnen und der Arbeit im Haus bietet jetzt der Blog.

Stretch your view - Der Blog vom Haus der Kunst! bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Stretch your view - Der Blog vom Haus der Kunst!

1 Online-Shop

Publikationen im Online-Shop

Ausstellungskataloge bestellen oder zum herunterladen.

Publikationen im Online-Shop bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Publikationen im Online-Shop

8

Haus der Kunst

Das Haus der Kunst ist ein öffentliches Museum ohne eigene Sammlung und ein weltweit führendes Zentrum für zeitgenössische Kunst. Es ist der Untersuchung der Geschichte und der Geschichten der zeitgenössischen Kunst verpflichtet; im Mittelpunkt stehen Ausstellungen, Recherche und Wissensvermittlung.

Durch sein Programm unterstreicht das Haus der Kunst, dass die Entwicklungslinien der zeitgenössischen Kunst global und vielschichtig verlaufen und nicht durch geografische, konzeptuelle und kulturelle Grenzen einzuschränken sind.

Das Haus der Kunst schärft den Blick auf die zeitgenössische Kunst, indem es unterschiedliche Standpunkte einbezieht und ein interdisziplinäres Programm von höchster künstlerischer Qualität und kultureller Relevanz anbietet. So schafft es einen kritischen Kontext, um die historische Dimension des Zeitgenössischen zu untersuchen, zu definieren und zu vermitteln.
Buchhandlung Walther König
Telefon + 49 89 25544 498

Goldene Bar im Haus der Kunst
Telefon +49 89 54804 777

Öffnungszeiten:
Montag - Sonntag 10 -  20 Uhr
Donnerstag 10 - 22 Uhr
Sammlung Goetz im Haus der Kunst
Freitag - Sonntag 10 - 20 Uhr
Donnerstag 10 - 22 Uhr

Haus der Kunst bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Haus der Kunst

Ausstellungen / Museum Pinakothek der Moderne München München, Barer Straße 40
Ausstellungen / Museum Museum fünf Kontinente München München, Maximilianstraße 42
Ausstellungen / Museum Alte Pinakothek München München, Barer Straße 27
Ausstellungen / Museum Sammlung Schack München München, Prinzregentenstraße 9
Ausstellungen / Museum Museum Brandhorst München München, Theresienstraße 35a
Ausstellungen / Museum Neue Pinakothek München München, Barer Straße 27
Ausstellungen / Museum Staatl. Münzsammlung München München, Residenzstraße 1
Ausstellungen / Ausstellung Alexander Tutsek-Stiftung München München, Karl-Theodor- Straße 27
Ausstellungen / Museum Rathausgalerie Kunsthalle München München, Marienplatz 8
Ereignisse / Messe ArtMuc 14. bis 17.10.2021
Ausstellungen / Museum Maximilianmuseum Augsburg Augsburg, Philippine-Welser-Str. 24
Ausstellungen / Museum Museum für Abgüsse klassischer Bildwerke München, Katharina-von-Bora-Str. 10
Ausstellungen / Museum Münchner Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1
Ausstellungen / Museum Antike am Königsplatz München München, Königsplatz
Ausstellungen / Museum Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München, Theatinerstraße 8
Ausstellungen / Museum Haus der Bayerischen Geschichte Regensburg, Donaumarkt 1
Ausstellungen / Museum Oberhausmuseum Passau Passau, Oberhaus 125
Ausstellungen / Museum Valentin-Karlstadt-Musäum München, Tal 50
Ausstellungen / Galerie Kunst-Pavillon am Alten Botanischen Garten München, Sophienstr. 7 a
Ausstellungen / Galerie galerie biedermann München, Maximilianstr. 25
Ausstellungen / Galerie Maximiliansforum München, Passage Maximilianstrasse/Altstadtring
Ausstellungen / Museum Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke München, Meiserstr. 10
Ausstellungen / Museum Das Berta-Hummel-Museum im Hummelhaus Massing, Berta-Hummel-Straße 2
Ausstellungen / Museum Haus der Fotografie Dr. Robert-Gerlich-Museum Burghausen, Burg 1
Ausstellungen / Theater MÜNCHNER GALERIE THEATER München, Geigenbergerstr. 37
Ausstellungen / Museum Sammlung Goetz München, Oberföhringer Str. 103
Ausstellungen / Museum Lothringer13 Halle München, Lothringer Str. 13
Ausstellungen / Museum Alpines Museum des Deutschen Alpenvereins München, Praterinsel 5
Ausstellungen / Galerie Galerie MaxWeberSixFriedrich München, Amalienstrasse 45

Sie haben noch keinen Login? Dann registrieren Sie sich gleich hier!

Bitte schauen Sie in Ihrem E-Mail-Postfach nach der Registrierungsmail und klicken Sie auf den darin enthaltenen Link.