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Konzerte / Konzert Düsseldorfer Symphoniker Düsseldorf, Ehrenhof 1
Konzerte | Konzert

Toccata 1

Duisburger Philharmoniker

Thierry Escaich, Orgel César Franck: Pièce héroïque Edward Elgar: Allegretto und Presto aus der Orgelsonate G-Dur op. 28 Thierry Escaich: Evocation IV Louis Vierne: „Méditation“ aus den 24 Stücken im freien Stil op. 31 Maurice Duruflé: Toccata Thierry Escaich: Sinfonie in vier Sätzen, improvisiert über zwei gegebene Themen Klangkaskaden und apokalyptische Sturz­fluten brausen durch den Raum, wenn der franzö­sische Organist und Komponist Thierry Escaich zu seinen mitreißenden Improvisationen ansetzt. Seit 1992 wirkt der gefeierte Musiker als Professor am Pariser Conservatoire; seit 1997 ist er zudem Titular­organist an der Pariser Pfarrkirche Saint-Étienne-du-Mont – der ehemaligen Wirkungsstätte des legendären Maurice Duruflé. Eine Toccata des berühmten Vorgängers präsentiert Thierry Escaich auch bei seinem Debüt an der philharmonischen Eule-Orgel. Überhaupt spielt die britische und französische Orgelromantik in seinem Programm eine zentrale Rolle; damit nutzt er ganz bewusst die spezifischen Klangeigenschaften des edlen Instruments, das 2009 im Stil einer großen englischen Konzertorgel des späten 19. Jahrhunderts konzipiert und gebaut wurde. Mit seiner „Evocation IV“ stellt Escaich auch eine eigene Komposition vor – ein Stück, das in seinem harmonischen Reichtum ebenso begeistert wie in seiner luxurierenden Farbenpracht und das bereits viele Kollegen in ihr Repertoire übernommen haben. Am Schluss des üppig gefüllten Orgelnachmittags steht natürlich eine große Improvisation: Auf der Basis zweier gegebener Themen wird Thierry Escaich eine ganze viersätzige Sinfonie aus dem Organistenärmel zaubern.
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KOnzertMEDitation

Duisburger Philharmoniker

Michael Gees, Klavier Babs van Bree, Stimme Die Niederländerin Babs van Bree studierte Jazzgesang am Konservatorium in Maastricht und gründete dort eine eigene Band (BABS). Mit einem Erasmus-Stipendium kam sie an die Kölner Musikhochschule – und zu Michael Gees. „Ich möchte meiner Fantasie freien Lauf lassen, mich immer wieder selbst überraschen und alles ausprobieren“, sagt die vielseitige Künstlerin. Mit seinen KOnzertMEDitationen hat der Pianist und Liedbegleiter Michael Gees ein ganz eigenes Format geschaffen, das im improvisatorischen Zusammen­wirken unterschiedlicher Künstler und Künste besondere, geschützte Räume der Begegnung und Kommunikation entstehen lässt – für die Ausführenden ebenso wie für das Publikum. Schöpfe­risches Mit­einander und Kooperation statt Wett­bewerb: Diesen Grundsätzen folgt die innovative Reihe, die seit Jahren im Gelsen­kirchener Consol Theater läuft und sich inzwischen auch in Duisburg erfolgreich eta­bliert hat. Für die dritte Staffel hat Michael Gees wieder eine Reihe von Künstler­freunden eingeladen, die wie er für eine grenzüberschreitende Kreativität stehen.
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1. Konzert Große Klaviermusik

Duisburger Philharmoniker

Evgeni Bozahanov, Klavier Yong Gi Woo, Klavier Große Klaviermusik Sparkassenkonzerte veranstaltet von der Folkwang Universität der Künste In der Reihe „Große Klaviermusik“ präsentieren renommierte Folkwang Lehrende und internationale Gäste Meisterwerke des pianistischen Repertoires sowie der am Folkwang Campus Duisburg vertretenen Genres Kammermusik, Alte Musik und Klavier. Neben den „Recitals“ bietet die Reihe im „Forum für Junge Pianist*innen“ ausgewählten und herausragenden Folkwang Studierenden die Möglichkeit, sich einem breiten Publikum in der Region vorzustellen. Das Saison-Auftaktkonzert findet jeweils im Kuhlenwall Karree der Sparkasse Duisburg statt, alle weiteren Termine im Kleinen Konzertsaal am Campus Duisburg der Folkwang Universität der Künste. Weitere Veranstaltungen aus den Folkwang Diszi­plinen Musik, Theater, Tanz, Gestaltung und Wissenschaft finden Sie im Internet unter: www.folkwang-uni.de/veranstaltungen. Das weitere tagesaktuelle Programm der Großen Klaviermusik Saison 2021|22 mit allen Künstler*innen und Werken finden Sie unter: www.folkwang-uni.de/grosse-klaviermusik
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Kuss Quartett, Perényi · 2. Kammerkonzert

Duisburger Philharmoniker

Kuss Quartett: Jana Kuss, Violine Oliver Wille, Violine William Coleman, Viola Mikayel Hakhnazaryan, Violoncello Miklós Perényi, Violoncello Enno Poppe: „Freizeit“ für Streichquartett Ludwig van Beethoven: Streichquartett a-Moll op. 132 Franz Schubert: Streichquintett C-Dur D 956 „Das Stück besteht aus zwei Elementen: spielen und umblättern.“ Ganz so einfach, wie Enno Poppe das im Kommentar zu seiner Komposition „freizeit“ (2016) darstellt, läuft die Sache allerdings nicht: Schon das Umblättern hat der Komponist mit allerhand Stolpersteinen versehen. Das Kuss Quartett, von der Neuen Zürcher Zeitung „zu den inter­essantesten Quartett­formationen auf dem internationalen Parkett“ gerechnet, liebt solche leicht skurrilen Aspekte des Quartettspiels. An der Neugier und Entdeckerfreude des Ensembles hat sich in über 25 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit nichts geändert. Auch die späten Beethoven-Quartette sind nicht frei von bizarren Zügen; mit ihrer oft schroffen Modernität und inneren Zerrissenheit haben sie die Zeitgenossen deutlich überfordert. Allerdings finden sich hier auch Inseln einer erschütternden Zartheit – so etwa der „heilige Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit“, der im Zentrum des a-Moll-Quartetts op. 132 steht. Auch bei Franz Schuberts spätem Streichquintett C-Dur schlägt das Herz im lang­samen Satz, einem schlicht dreiteilig gebauten Nachtstück von fragiler, schmerzlicher Schönheit. Hier wird das Kuss Quartett durch den großen ungarischen Cellisten Miklós Perényi unterstützt, der als Solist, Kammer­musiker und Hochschullehrer die europäische Musikszene seit mehr als fünf Jahrzehnten prägt.
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Ballnacht und Totentanz · 3. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Duisburger Philharmoniker Axel Kober, Dirigent Rafael Sars, Schlagzeug Johannes Wippermann, Schlagzeug „Spices, Perfumes, Toxins!“ – „Gewürze, Düfte, Gifte“ verheißt das Programm. Sind wir im Konzertsaal oder auf einem orientalischen Markt? So genau kann man das gar nicht sagen, denn Avner Dormans Konzert für Schlagzeug-Duo und Orchester zieht das Publikum vom ersten Moment an hinein in eine exotisch bunte, betörend duftende Klang- und Bilderwelt. Im ersten Satz („Spices“) entfalten kreisende indische Tala-Rhythmen ihre narkotisierende Wirkung; im zweiten („Perfumes“) konstruiert der 1975 geborene israelische Komponist eine „multikulturelle Polyphonie“ zwischen Barockarie, orientalischer Folklore und Jazz. Das Finale („Toxins“) schließlich wird seinem „giftigen“ Titel vollauf gerecht – hier wirbeln die Schlagstöcke mit einer elementaren Kraft, die vital und zerstörerisch zugleich wirkt. Johannes Wippermann, Schlagzeuger im WDR Sinfonieorchester, hat mit dem explosiven Stück an der Seite des österreichischen Percussion-Stars Martin Grubinger schon 2017 die Kölner Philharmonie gerockt. Rafael Sars, der aus den Niederlanden stammt, wurde 2012 in die Orchesterakademie der Düsseldorfer Symphoniker aufgenommen und war von 2014 bis 2019 Mitglied der Duisburger Philharmoniker. Inzwischen ist er Solopauker beim WDR Funkhausorchester. Gemeinsam bilden sie eine Hälfte des erfolgreichen Ensembles Repercussion, das 2018 den Förderpreis des Landes NRW erhielt und mit seiner Duisburger Konzertreihe BEAT regelmäßig Jubelstürme hervorruft. Bevor die beiden vor ihrer weitläufigen Batterie aus Trommeln, Marimbas und Vibraphonen Platz nehmen, heizt GMD Axel Kober den Saal mit tanzinspirierter Orchestermusik auf: Leonard Bernsteins Ouvertüre zu „Candide“ rührt Mahler, Schostakowitsch und knalligen Bigband-Sound zu einem hochprozentigen Cocktail zusammen. Die Sinfonischen Tänze aus dem Jahre 1940 sind Sergej Rachmaninows letztes Werk. Mit ihrer opulenten Klangfassade und ihrem seidigen Walzerschwung beschwören sie noch einmal den Glanz jener Belle Époque, die in den Geschützfeuern des Ersten Weltkriegs unterging. Rachmaninows Musik macht diesen Untergang zum packenden Kino für die Ohren – eine rauschende Ballnacht, die sich in einen grausigen Toten­tanz verwandelt. Der Anfang des dreisätzigen Werkes wurde sogar als Fernseh-Jingle berühmt: Wer regelmäßig die Wissenschaftssendung „Quarks“ im WDR schaut, kann das markante Motiv mühelos mitsingen – was aber natürlich keine Einladung sein soll! KONZERTFÜHRER LIVE um 18.30 Uhr mit Marie König in der Philharmonie Mercatorhalle
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Abschlusskonzert des Meisterkurses 2021/2022

Duisburger Philharmoniker

Dozenten und Ensembles des Meisterkurses Präsentiert werden Werke, die im Rahmen des Meisterkurses erarbeitet wurden. Alte Musik wird an der Folkwang Universität der Künste neben einer instrumentalen Spezial­ausbildung für historische Aufführungspraxis auch als modularer Bestandteil aller anderen Studiengänge unterrichtet. Die intensive Beschäftigung mit der Alten Musik findet hier also nicht hinter den verschlossenen Türen einer Spezial-Abteilung statt, sondern als Teil eines interdisziplinären Ganzen – so wie es dem „Folkwang-Ideal“ vom Zusammen­wirken verschiedener Kunstsparten entspricht. Neben Klavier und Kammermusik hat seit 2003 auch die Alte Musik am Campus Duisburg ihren Platz. Hier ist über die Jahre hinweg ein intensiver Austausch mit dem städtischen Musikleben entstanden, der sich nicht zuletzt auch in der Arbeit der Duisburger Philharmoniker widerspiegelt. Vielen Orchestermitgliedern ist die Pflege der Alten Musik eine Herzenssache; regelmäßig arbeitet das Orchester auch im Rahmen der Philharmonischen Konzerte mit ausgewiesenen Spezialist*innen der historischen Aufführungspraxis zusammen. Der Meisterkurs 2021/2022 bündelt diese Kompetenzen und Energien: In öffentlichen Kursen werden interessierte Studierende von je zwei Professor*innen der Folkwang Universität und zwei Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker intensiv gecoacht. Die deutsch-japanische Geigerin Midori Seiler ist im Barock-Repertoire ebenso erfolgreich wie als Solistin der großen klassischen und romantischen Violin­konzerte, die sie in Zusammenarbeit mit Originalklang-Ensembles wie Anima Eterna, Akademie für Alte Musik und Concerto Köln interpretiert. Aus ihrer umfangreichen Diskographie sind die Einspielungen sämtlicher Violinsonaten von Mozart, Beethoven und Schubert hervorzuheben. Nach Lehrtätigkeiten in Weimar und Salzburg wurde sie 2020 als Professorin für Barockvioline an die Folkwang Universität berufen. Seit der Spielzeit 1999/2000 ist Tonio Schibel dritter Konzertmeister der Duisburger Philharmoniker. Er studierte Violine in Mannheim und an der Londoner Guildhall School of Music. Neben der Orchestertätigkeit gilt sein Hauptinteresse der Kammermusik, auch in größerer Besetzung. Seit 2015 betreut er die Reihe „Barockkonzerte im Lichterschein“; 2018 rief er das Salonorchester Duisburg ins Leben. Tonio Schibel ist Mitbegründer der Erato-Akademie für Musik und Sprache Rhein-Ruhr, in deren Konzerten Moderation, Rezitation und Diskussion eine wesentliche Rolle spielen. Als Solist und Duopartner auf dem Cembalo, der Orgel und dem Hammerklavier ist Christian Rieger regelmäßig auf den großen Konzert- und Festspiel­podien in Europa, Nord- und Südamerika sowie in Asien zu erleben. Er hat zahlreiche CD- und Rundfunkaufnahmen gemacht und arbeitet auch erfolgreich als Komponist, Arrangeur und Improvisator bei Film- und Theater-Produktionen. Nach Stationen in Detmold, Berlin und Salzburg lehrt Christian Rieger seit 2004 als Professor für Historische Tasten­instrumente und Generalbass an der Folkwang Universität. Seine ersten Orchestererfahrungen sammelte Francesco Savignano beim Symphonie­orchester des Bayerischen Rundfunks und den Münchner Philharmonikern. 1992 wurde er Mitglied der Duisburger Philharmoniker. Schon früh zählte die ‚historisch informierte‘ Aufführungspraxis zu seinen besonderen Interessen. Er spielt regelmäßig in bekannten Ensembles wie Nuovo Aspetto, L‘Arte del Mondo oder Concerto Köln. Mit dem Violone (einem historischen Kontrabass) war er bereits im Amster­damer Concertgebouw und im Rahmen der Duisburger Kammerkonzerte zu erleben.
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Das Wohltemperierte Klavier

Duisburger Philharmoniker

Heidrun Holtmann, Klavier Johann Sebastian Bach: 24 Präludien und Fugen in allen Dur- und Molltonarten BWV 846 – 869 Johann Sebastian Bachs „Das wohltemperierte Klavier“ gilt als das „Alte Testament“ der Klavierliteratur: Zweimal durchschreitet der Thomaskantor in diesen 48 Präludien und Fugen sämtliche Dur- und Molltonarten des Quintenzirkels – zum „Nutzen und Gebrauch“, aber auch zum „Zeit­vertreib“ der „lehrbegierigen musicalischen Jugend“, wie der Komponist auf dem Titelblatt vermerkte. Die Erfindung der „wohltemperierten“ Stimmung (1681) durch den Musiktheoretiker Andreas Werckmeister machte es erstmals möglich, auf Tasteninstrumenten in allen Tonarten gleicher­maßen wohlklingend zu spielen. Zuvor verwendete man Stimmungen, die den naturgegebenen akustischen Proportionen besser entsprachen, allerdings bei bestimmten Tonarten zu schmerzhaften Miss­klängen führten. Mit seinem „Wohltemperierten Klavier“ lieferte Johann Sebastian Bach eine Art tönender Beispiel­sammlung zu Werckmeisters bahnbrechender Erfindung. Heidrun Holtmann hat 2017 eine CD-Einspielung des gewaltigen Kompendiums vorgelegt und dabei „Bachs Opus magnum äußerst sorg­fältig, jederzeit transparent in der kontrapunktischen Stimm­führung, sensibel in der dynamischen Gestaltung, ohne jegliche Übertreibung und in der Artikulation schlüssig“ (FonoForum) interpretiert. Die in Münster geborene Pianistin gewann 1982 als bislang jüngste Teilnehmerin den renommierten Concours Géza Anda. Mit den Duisburger Philharmonikern hob sie 2010 das Klavierkonzert des israelischen Komponisten Tzvi Avni aus der Taufe.
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Canorusquintett · 1. Kammerkonzert

Duisburger Philharmoniker

Canorusquintett: Maximilian Randlinger, Flöte Christopher Koppitz, Oboe Christoph Schneider, Klarinette Hakan Isiklilar, Fagott Friedrich Müller, Horn Anton Reicha: Bläserquintett Es-Dur op. 88/2 Samuel Barber: Summer Music op. 31 Pavel Haas: Bläserquintett op. 10 Antonín Dvořák: Streichquartett F-Dur op. 96 „Amerikanisches“ in der Bearbeitung für Bläserquintett „Canorus“ heißt im Lateinischen so viel wie harmonisch oder wohlklingend. Kein schlechtes Motto für fünf Studierende aus Hannover und Weimar, die sich 2009 zu einem Bläserquintett zusammenschlossen. Beim Henri-Tomasi-Wettbewerb in Marseille konnten sich die fünf bereits 2011 gegen eine große internationale Konkurrenz durchsetzen; weitere Erfolge verbuchten sie 2013 beim Mendelssohn-Wettbewerb der deutschen Musikhochschulen sowie im Jahr darauf beim Musikwettbewerb der ARD. Die Mitglieder des Ensembles sind auch als Solist*innen und Orchestermusiker*innen erfolgreich – Christoph Schneider etwa ist seit 2016 Solo-Klarinettist der Duisburger Philharmoniker. Von Böhmen in die Neue Welt führt die Klangreise des canorusquintetts. Es ist zugleich eine Zeitreise durch die Geschichte des Bläserquintetts, die um 1800 mit dem böhmischen Komponisten Anton Reicha begann. Seine Musik bewahrt noch viel vom anmutigen Tonfall der klassischen Bläserserenaden, wie sie in den Parks und Gärten der Wiener Aristokratie erklangen. Von hier führt eine direkte Linie zu den luftig gewobenen Werken des Tschechen Pavel Haas und des Amerikaners Samuel Barber. Dazwischen steht, als Grenzgänger zwischen den Welten, das „amerikanische“ Streichquartett von Antonín Dvořák, dessen böhmisches Musikantentum sich auch in der Bearbeitung für Bläser herzerwärmend entfaltet. KONZERTFÜHRER LIVE um 18.15 Uhr mit Thilo Braun im „Tagungsraum 6“ des Kongress­­zentrums im Citypalais
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Kreaturen aus Klang · 2. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Duisburger Philharmoniker Benjamin Shwartz, Dirigent Theresa Grünhage, Visuals SIGNUM Saxophone Quartet: Blaž Kemperle, Sopransaxophon Hayrapet Arakelyan, Altsaxophon Alan Lužar, Tenorsaxophon Guerino Bellarosa, Baritonsaxophon – Artists in Residence – Es steht nicht im ehrwürdigen „Oxford Dictionary“ und auch in keinem anderen geläufigen Wörterbuch. „Lollapalooza“ – das ist ein Kracher, ein Knaller, ein Volltreffer. So sah es auch der amerikanische Komponist John Adams, dessen gleichnamiges Orchesterstück 1995 als Geburtstagsgeschenk für Simon Rattle entstand. Adams interessierte sich vor allem für den Rhythmus, der in dem Wort steckt: Bis zum ekstatischen Taumel jagt er ihn in knapp sieben Minuten pausenlos durchs Orchester. Mit seinem unwiderstehlichen Groove, seiner hochglanzpolierten Klangoberfläche ist „Lollapalooza“ ein typischer Vertreter der amerikanischen „Minimal Music“. Die kann allerdings auch ganz anders klingen – so wie bei Philip Glass, der im Gegensatz zu John Adams’ metallisch gleißendem Wolkenkratzer-Stil eher melancholische, gedeckte Klangmuster entwirft. 1995 komponierte er sein Konzert für Saxophon-Quartett und Orchester, mit dem das SIGNUM Saxophone Quartet seinen Einstand bei den Philharmonischen Konzerten gibt. Duisburgs „Artists in Residence“ zeigen den Komponisten hier von einer ungewohnten, weniger „minimalistischen“ Seite: Das Stück besticht durch einen entspannten lyrischen Fluss, der sich aber mitunter zu turbulenten, jazzinspirierten Stromschnellen verdichtet. Eine Generation jünger als John Adams und Philip Glass ist der aus Philadelphia stammende Mason Bates. Er hat viel von den beiden gelernt, verweist aber auch gern auf seine Nähe zu Jazz, Rock und der kalifornischen DJ-Kultur. Seine „Anthology of Fantastic Zoology“ setzt den schrägen Humor von Camille Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“ fort. Allerdings sind Bates’ flatternde und schwirrende, kriechende und schleichende, hüpfende und rennende Klangkreaturen nur die Produkte einer bizarren Fantasie. Zu flüchtigem Leben gelangen sie in den virtuellen Live-Skulpturen der Lichtkünstlerin Teresa Grünhage. Benjamin Shwartz arbeitet regelmäßig mit Mason Bates zusammen und kennt sich in seinem schillernden Klangkosmos bestens aus. In der Konzertsaison 2019/2020 war der amerikanisch-israelische Maestro Erster Gastdirigent der Duisburger Philharmoniker. Kompetenz und Lockerheit, künstlerische Ernsthaftigkeit und jugendliches Musizierfeuer: Mit diesen Qualitäten hat der sympathische Musiker das Orchester ebenso wie das Duisburger Publikum im Sturm erobert. Das Projekt „Artists in Residence“ wird gefördert von der Peter Klöckner-Stiftung KONZERTFÜHRER LIVE um 18.30 Uhr mit Martin Fratz in der Philharmonie Mercatorhalle
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Eigenzeit: Phantasmagorie

Duisburger Philharmoniker

Musiker der Duisburger Philharmoniker Gäste Geisterbeschwörung durch neueste Technik: Im frühen neunzehnten Jahrhundert war der letzte Schrei die Laterna Magica, die früheste Form virtueller Realität. Man hoffte, mittels Projektion Zugang zur Geisterwelt hinter den Dingen zu erhalten. Die Ur-Ur-Urenkelgeneration dieser frühen Apparaturen sind Virtual Reality und Augmented Reality. Kurz vor Sonnenuntergang rüsten wir Sie also mit den neuesten VR-Brillen aus und beginnen eine musikalisch-optische Geisterseherei. Zu Videos und VR-Filmen hören Sie Werke wie „archive[s]“ von der israelisch-amerikanischen Komponistin Sivan Eldar, „Laterna Magica“ des Franzosen Régis Campo sowie eine Uraufführung des deutschen Komponisten Hauke Berheide, der sich auf eine Reise in den Containerhafen des Duisburger Hafens begibt. Dauer: ca. 90 Minuten Karten 15,00 €, keine Ermäßigung
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Duisburger Philharmoniker

Klangerlebnisse schaffen, mit höchster Präzision Musik gestalten um unvergessliche Abende zu kreieren und nachhaltige Eindrücke zu hinterlassen – dafür arbeiten die 93 Musiker der Duisburger Philharmoniker aus rund 15 verschiedenen Nationen stets an dem perfekten Klang. Im Jahr 1877 mit dreißig Musikern als „Brandtsche Kapelle“ gegründet, sind die Duisburger Philharmoniker heute eines der großen Orchester Deutschlands. Sein Repertoire reicht vom Barock bis zur Moderne. Mit letzterem folgen sie einer langen Tradition: „Will man über das zeitgenössische Schaffen auf dem Laufenden bleiben, muss man nach Duisburg fahren“ – so hatte ein Kritiker zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschrieben. Damals wurde die „Neue Musik“ noch von Komponisten wie Max Reger und Richard Strauss repräsentiert, die ihre Werke in Duisburg selber vorstellten. International renommierte Dirigenten, wie Kirill Petrenko, Antoni Wit, Alun Francis oder Axel Kober arbeiteten in jüngster Zeit mit den Duisburger Phiharmonikern. Jonathan Darlington gestaltete von 2002 bis 2011 als Generalmusikdirektor des Orchesters sein künstlerisches Schaffen. Seine Vorgänger waren unter anderen Alexander Lazarew und Bruno Weil. Darlington entwickelte in seiner Zeit spannende Alternativen zur konventionellen Programmplanung. Anerkannt wurde das in der Spielzeit 2009/2010 als die Duisburger Philharmoniker vom Deutschen Musikverlegerverband für das bundesweit beste Konzertprogramm ausgezeichnet wurden. Die CD-Einspielung des Tschaikowsky-Violinkonzertes mit der Solistin Susanna Yoko Henkel wurde in 2011 mit einem begehrten Echo Klassik ausgezeichnet. Die Liste der mit dem Orchester auftretenden Solisten ist erlesen: Als da wären die Pianisten Barry Douglas und Boris Bloch, die Geiger Frank Peter Zimmermann und Pinchas Zukermann, Daniel Hope und Isabelle Faust, die Cellisten Antonio Meneses und Sol Gabetta sowie Matt Haimovitz, um nur einige zu nennen. Regelmäßig ist das Orchester Gast bei international renommierten Festivals, wie dem Klavierfestival Ruhr und der „Ruhrtriennale“, bei der sie mit Weltstars wie Vesselina Kasarova, Anna Netrebko und Neil Shicoff auf der Bühne gestanden haben. In 2011 feierten die Duisburger Philharmoniker bei der „Ruhrtriennale“ mit der Aufführung von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ unter dem Dirigenten Kirill Petrenko triumphale Erfolge. So war in der Zeitung „Die Welt“ zu lesen: „Trotz prominenter Sängerbesetzung bleibt das Orchester der Star dieser Aufführung, stets aufmerksam, aus dem Geist des Gesangs musizierend, nah am Grundgedanken.“ Die Auszeichnungen sind dem Orchester stets Ansporn, niemals aber ein Ruhekissen.
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Missa Solemnis · 1. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Duisburger Philharmoniker Christoph Spering, Dirigent Julia Kleiter, Sopran Ingeborg Danz, Alt Christoph Prégardien, Tenor Tareq Nazmi, Bass Chorus Musicus, Köln Ludwig van Beethoven: Missa Solemnis D-Dur op. 123 „Der Tag, wo ein Hochamt von mir zu den Feyerlichkeiten Ihro Kaiserliche Hoheit soll aufgeführt werden, wird für mich der schönste meines Lebens seyn, u. Gott wird mich erleuchten, daß meine schwachen Kräfte zur Verherrlichung dieses Feyerlichen Tages beytragen.“ So schrieb Ludwig van Beethoven zu Beginn des Jahres 1819 an den Erzherzog Rudolph von Österreich, seinen königlichen Freund, Schüler und Mäzen. Die beschriebene „Feyerlichkeit“ war die Inthronisation des Erzherzogs als Bischof von Olmütz im Jahre 1820. Beethoven hatte ihm zu diesem Anlass die Komposition einer großen Messe versprochen. Aber es sollte anders kommen. Eine prachtvolle Festmusik, konventionell in der Form, nicht allzu schwierig in der Ausführung und eingängig für den Hörer – so etwas war mit Beethoven nicht zu machen. Schon bald wurde ihm klar, dass er es nicht rechtzeitig schaffen würde, auch wenn er dem Erzherzog immer wieder Hoffnungen machte. Er vergrub sich tief in die Geschichte der Kirchenmusik, studierte die alten Meister, allen voran Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel. Zugleich ging er dem liturgischen Text auf den Grund, spiegelte ihn an seinen eigenen Weltanschauungen und den historischen Umwälzungen der Epoche. Am Ende musste Rudolph mit einer Messe des Wiener Komponisten Johann Nepomuk Hummel Vorlieb nehmen. Dafür hielt er drei Jahre später als Widmungsträger ein Werk von universaler Größe und Bedeutung in Händen, ein Werk, das auch ein Gegenstück zur etwa zeitgleich entstandenen Sinfonie Nr. 9 darstellt. Wo die Sinfonie zur allgemeinen Verbrüderung aufruft, zeigt die Messe den suchenden, zweifelnden, um Halt ringenden Menschen inmitten einer bedrohten Welt. Das „Agnus Dei“ wird zum leidenschaftlichen Friedensappell: „Bitte um inneren und äußeren Frieden“ notierte der Komponist in der Partitur. Mit den beiden Aufführungen der Missa Solemnis wollten die Duisburger Philharmoniker ursprünglich ihre Aktivitäten zum Beethoven-Jahr 2020 krönen. Auch das kam nun leider anders. Ganz so lange wie der Erzherzog muss das Duisburger Publikum aber nicht auf „seine“ Missa Solemnis warten. Für den Nachhol­termin konnten wieder prominente Sängerpersönlichkeiten verpflichtet werden, die dem Duisburger Publikum aus früheren Begegnungen bestens bekannt sind – ebenso wie der Kölner Kantor und Dirigent Christoph Spering, der mit seinem Chorus Musicus Köln regelmäßig auf den wichtigsten Podien der historischen Aufführungspraxis gastiert. KONZERTFÜHRER LIVE um 18.30 Uhr mit Anja Renczikowski in der Philharmonie Mercatorhalle
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1. Serenadenkonzert

Duisburger Philharmoniker

studio-orchester duisburg Cecilia Castagneto, Dirigentin Francesco Savignano, Kontrabass Moderne Musik mit Ohrwurmqualität – das gilt für Benjamin Brittens Simple Symphony ebenso wie für die berühmten Songs aus Kurt Weills Dreigroschenoper. Der Italiener Nino Rota schrieb die Musik zu den ­großen Filmen von Federico Fellini. Viel zu wenig bekannt dagegen sind seine Werke für den Konzertsaal – wie das heiter-klassizistische Divertimento ­Concertante, das den Geist Gioachino Rossinis ins 20. Jahrhundert überführt. Der Solist Francesco Savignano ist seit 1992 ­Mitglied der Duisburger Philharmoniker. Regulär: 11,00 € Ermäßigt: 6,50 €
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Eigenzeit: Listen. Listen!

Duisburger Philharmoniker

Steffen Popp, Dichter Ulrich Kreppein Catalina Rueda Hauke Berheide weitere Komponist*innen Musiker der Duisburger Philharmoniker Gäste Listen listen, hören Sie (!), nach Größen, Stückzahl, Gewicht. So wird im Ruhrorter Hafen den Dingen Beine gemacht, dass sie stramm stehen im Normcontainer, gleichgemacht einander, dass sie handelbar, tauschbar durchmarschieren ohne zu mucken. Jedoch: Dieses Mucken und Aus-der-Reihe-Tanzen der Dinge selbst gegen ihre Auflistung ist Thema der Lyrik – trotzdem und vielleicht gerade deshalb spielt in zeitgenössischer Dichtung die Liste als ordnungsstiftendes Verfahren eine immense Rolle. Und auch das Lied, die vertonte, versungene Form des Gedichtes bewegt sich, wo strenge Einordnung und expressiver Ausbruch miteinander ringen. Der Dichter Steffen Popp, zwei Sänger, Musiker der Duisburger Philharmoniker und lebendige Komponisten laden Sie ein zu einer Dichterlesung, einem Liederabend, einem Publikumsgespräch, ach, einfach einem dieser Kneipenabende, verträumt unter dem Hafenhimmel von Duisburg-Ruhrort. Prost! Dieses Konzert, ursprünglich für den 30. April 2021 angekündigt, musste wegen der Corona-Krise verschoben werden. Abweichend von der Ankündigung im play! findet es im Opernfoyer des Theaters Duisburg statt. Karten 15,00 €, keine Ermäßigung
Konzerte | Jazz

Rückert, Tiedemann, Plate, Netta Quartett

25. Hildener Jazztage

Thomas Rückert, Piano David Plate, Gitarre Gunther Tiedemann, Cello Sebastian Netta, Drums Die musikalische Genetik zweier lange und noch länger zusammengewachsener Duos findet sich in diesem Quartett wieder. Aus über Jahre gepflegter Duo-Dialogkultur wird hier eine musikalische Gesprächsrunde über Jazz und Auch-Jazz, Bekanntes und Demnächst-Bekanntes. Das Cello spielt dabei mit seinen kommunikativen Möglichkeiten als multiple Persönlichkeit zwischen Melodie-, Bass- und Harmonieinstrument.
Konzerte | Jazz

Joe Kraus & Band

25. Hildener Jazztage

Joo Kraus, Gesang / Trompete / Live-Elektronik Ralf Schmid, Keyboards Veit Hübner, Bass Torsten Krill, Schlagzeug We’re doing well. Das ist erst mal ein ziemlich breitschultriges Statement – speziell in diesen Zeiten. Aber wie immer kommt es auf den Kontext und den Absender an. Und der ist hier eben Joo Kraus. Ein Musiker, der am liebsten Genregrenzen und Stiletiketten auflöst und Musik so macht, wie er lebt: frei und fühlend. Gut möglich also, dass das Album ein paar Extra-Dimensionen birgt. (Spoiler: Ja, tut es.) Vier Jahre ist es her, seit Joo Kraus mit dem Album JooJazz anklingen ließ, wohin er musikalisch unterwegs ist: Von seinem Heimatplaneten Jazz aus geht er auf immer ausgedehntere Entdeckungsreisen, um jenseits jeder Crossover-Orthodoxie mit Sternschnuppen aus anderen Galaxien zu spielen – heißen sie nun Soul, Funk, Pop, Latin oder Elektro. Die Musik, die Joo von diesen Reisen mitbrachte, war schon auf JooJazz ein ohrenöffnendes Ereignis. Doch We’re doing well öffnet den Horizont noch weiter: In den 10 Songs lässt er einfach alle Kategorieleinen los, überlässt sich dem Flow – und findet dabei vielleicht eine neue Heimat, weil er sie nicht gesucht hat: grenzenlos spielfreudig, virtuos vogelfreiwild und absichtslos tiefsinnig. Willkommen in Jootopia. We’re doing well kommt aufs erste Reinhören ganz schön gut gelaunt daher – ja, es geht uns verdammt gut hier: mit diesen oldschooligen funky Beats und Riffs, dieser federleicht intonierenden Trompete, die so virtuos ist, dass sie es nicht mehr beweisen braucht, mit diesen freestyligen, halb gerappten und halb gesungenen Vocals, und mit Arrangements, die zwischen freier Assoziation, Experimentierlabor und musikhistorischem Fundus klingen, als seien sie einfach so passiert. Das alles ist eindeutig und entschieden unkommerziell – doch zugleich immens unterhaltsam und eingängig. Wie das möglich ist? „Große Freiheit“, sagt Joo einfach. Und ergänzt: „Die Songs sind diesmal noch freier geworden, weil wir uns noch weniger drum scheren, ob das in irgendeinem Radio gespielt wird oder sonst in kein Format passt.“ Wir – das sind wie immer seine Mitmusiker seit 16 Jahren und zugleich beste Freunde: Schlagzeuger Torsten Krill, der auch für Produktion, Recording, Mixing und Mastering (mit)verantwortlich zeichnet, Kontrabassist Veit Hübner und Pianist Ralf Schmid. Den größten Hut hat Joo Kraus selbst auf – Trompete und Gesang gehen ebenso auf seine Kappe wie Gitarren- und einige Keyboard-Parts sowie Text und Komposition. Wobei hier auch die Band erheblich mit im Boot war: „Bei manchen Stücken hatte ich zunächst nur ein paar Töne, und dann entstand im Studio oldschool-bandmäßig der Song. Wenn wir so zusammen spielen, wird’s richtig elektrisch, und es passiert etwas, das über uns vier hinausgeht“, erzählt Joo. Das, was darüber hinausgeht, ist es vielleicht auch, was We’re doing well über die gut gelaunte Frontseite hinaushebt: Jeder Song hat seine eigene Dynamik, weckt Imaginationen und führt an durchaus seltsame Orte. Bei „Count to 4“ geht’s mit Vollgas ins Hippie-Speedjazz-Wah-Wah-Wonderland – mit Frank Zappa als Beifahrer und 70er-Progrock im Radio. „Elvis in Paris“ dagegen gleicht einer Spazierfahrt durch Toontown – die Häuser schief, die Straßen krumm, das Leben bunt und ziemlich schräg. Und das ist erst der Anfang der Sightseeing-Tour durch Jootopia: Mit „Space Glider“ verlassen wir endgültig alles Feste und Gewisse. Orientfarbene Melodiefragmente fließen durch uns hindurch, vergessene Träume tauchen am Wegesrand auf, eventuell startet so eine Pilgerfahrt ins Unterbewusstsein ... are we really doing well? Hier und jetzt und das Album hörend: Aber ja! Nach dem urban-untergründig mäandernden „Jootopia“ gibt es ein tiefes, friedvolles Ausatmen mit „Love“ – warm und melancholisch interpretiert von Fola Dada. Und schließlich der titelgebende Song: „We’re doing well“: Okay, das ist tatsächlich ein Statement – auch musikalisch. Startet cool, breitet sich dann überraschend aus und durchmisst in vier Minuten mehrere Jahrzehnte und Stimmungslagen. So mehrdeutig wie der Sound ist auch die Botschaft: „Klar, einerseits geht’s uns wirklich gut – aber viele Menschen, auch ich selbst, neigen auch dazu, sich in ihre heile kleine Welt zurückzuziehen, obwohl da draußen schon längst der Hurrikan tobt. Oder vielleicht auch nicht?“ Joos Frage bleibt unbeantwortet im Raum. Sicher ist eh nichts. Außer vielleicht: Solange wir Musik wie die auf We’re doing well hören dürfen, geht es uns in jedem Fall viel, viel besser.
Konzerte | Jazz

25. Hildener Jazztage

17. - 22. August 2021 Rhythm saves the world ist zugleich Motto und Statement für unser 25-jähriges Jubiläum der Hildener Jazztage – angelehnt an einen Titel von Louis Armstrong. Jazz steht schon immer für das Zusammenwirken von Musikern aus allen Teilen der Welt, die sich ergänzen und voneinander lernen. Im Jazz verschmelzen Musikkulturen – zu einer Melange. Deshalb betonen wir gerade in Zeiten der Pandemie die Botschaft dieser Stilistik: Offenheit, Toleranz und kulturelle Vielfalt. Wir wissen, dass nur im gemeinsamen Miteinander die aktuelle Krise überwunden werden kann. Und die positive Kraft der Musik wird uns dabei helfen. Neuer Veranstaltungsort: Wegen Covid-19 finden in diesem Jahr je nach Wetterlage alle Veranstaltungen Open Air und im "Caelo Konzertzelt" statt.
Konzerte | Jazz

Cécile Verny Quartet

25. Hildener Jazztage

Cécile Verny, Vocals Bernd Heitzler, Basses Andreas Erchinger, Piano & Keyboard Lars Binder, Drums & Percussion Cécile Verny betritt die Bühne. Allmählich wird es ruhig im Saal. Wie sie ihre Stimme erhebt und zärtlich die Melodie des ersten Songs anstimmt, breitet sich eine fast andächtige Stimmung aus. Und als schließlich der Song zu Ende ist und Beifall aufbrandet, ist zumindest schon mal Eines offensichtlich. Cécile Verny hat es wieder geschafft, ihr Publikum mit dem ersten Lied zu verzaubern. Und alle lieben sie dafür, ganz gleich, ob sie nun der Pop- oder der Jazzfraktion angehören. Das Cécile Verny Quartet verfügt über das Talent, sofort eine emotionale Verbindung zum Publikum aufzubauen. Diese großartige Sängerin hat das, was man Charisma nennt, ist ausgelassen und nachdenklich, fröhlich und verletzlich zugleich. Die Band mit Andreas Erchinger an Piano und Keyboards, Bernd Heitzler an verschiedenen Bässen und Lars Binder am Schlagzeug agiert mit Nonchalance, Understatement und Coolness, sorgt für elastischen Puls, knackige Grooves oder bei Bedarf filigrane Farbtupfer, leistet sich Passagen, in denen sie sich so richtig freispielt und zeigt immer wieder, aus welch versierten Solisten sie doch eigentlich besteht. Ohne das große gemeinsame Ziel aus den Augen zu verlieren, den möglichst perfekten Klangteppich zu schaffen, auf dem sich die sinnliche, erotische, verruchte, zornige oder auch mal ganz sanfte Stimme von Cécile Verny optimal entfalten kann. Da diese Band ein Level erreicht hat, auf dem dies scheinbar wie von selbst funktioniert, kommen wirklich alle auf ihre Kosten, die Musik erwarten, die höchsten Ansprüchen genügt, dabei dennoch gut ins Ohr geht und auch noch im Gedächtnis haften bleibt. Vorsicht Suchtgefahr.
Konzerte | Jazz

Jazzpool NRW “Canzone”

25. Hildener Jazztage

Giovanne Falzone, tp Kristina Brodersen, alt-saxb Matthias Nadolny, ts Wolfgang Schmidtke, s-s, b-cl, ts Glauco Venier, p Hendrika Entzian, b Peter Weiss, dr Im aktuellen Projekt Canzone zeigen italienische Gastmusiker teils Tendenzen zu folkloristisch-tänzerischen Formen, die in ihrem verspielten, bisweilen auch witzigen Charakter nördlich der Alpen schwerlich vorstellbar sind. Aber auch in der Interpretation von eindeutig jazzimmanentem Material hat sich ein spielerischer Gestus entwickelt, der betont lyrisch – manchmal bis zum Melancholischen – klingt, und der sich ohne größere Umwege auf die ungemein reiche Gesangskultur in Italien zurückführen lässt. Deshalb meinen wir, dass eine italienische Version der European Standards gut mit dem Beinamen »Canzone« daherkommt. In der Musikgeschichte ist dieser Begriff verschiedentlich genutzt worden; den unterschiedlichen Ausdeutungen gemeinsam ist der Hinweis auf eine lyrische musikalische Haltung. Wenn diese in die Welt des Jazz transferiert wird, ist eine Verbindung zur klassischen Vorstellung von »Cool Jazz« nicht falsch und wenn wir auch natürlich weit davon entfernt sind, den Sound aus den 50er Jahren nachzubeten, so erscheint es uns interessant, lyrische Spielweisen in den Soli mit komplexen mehrstimmigen Bläserlinien in den Arrangements zu verbinden. www.jazzpool.nrw
Konzerte | Jazz

Five Birds and Strings

25. Hildener Jazztage

Axel Fischbacher Quintet Kammerphilharmonie Wuppertal Gitarrist Axel Fischbacher zählt schon lange zu den Spitzensolisten der europäischen Jazz-Szene. Hunderte Konzerte und Tourneen weltweit, eine Vielzahl von CD-Produktionen, sowie Lehrtätigkeiten in Kanada und der Schweiz kann der gebürtige Lübecker vorweisen. 2016 erfüllte Fischbacher sich einen Traum und widmete sich einem seiner großen Vorbilder und Giganten des Jazz: Charlie "Bird" Parker. Die CD und LP "Five Birds – Axel Fischbacher Quintet plays Charlie Parker", mit eigenen Interpretationen bekannter Charlie Parker Kompositionen, wurde eine Erfolgsgeschichte. Mit Fischbacher an der Gitarre, Denis Gäbel am Saxophon, Matthias Bergmann am Flügelhorn, Nico Brandenburg am Kontrabass und Tim Dudek an den Drums, folgten viele Konzerte und Tourneen; es hagelte Lobeshymnen von der Fachpresse.

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