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Strauhof

Der Strauhof steht an der Schnittstelle zwischen Literatur und deren räumlicher Inszenierung. Mitten in der Zürcher Altstadt zeigen wir wechselnde Ausstellungen zu Fakten und Fiktionen, zu Geschichten und Gedichten. Wir machen klassische Werke und aktuelle Themen erfahrbar.

Zu den Ausstellungen bieten wir Workshops und Führungen sowie Veranstaltungen inner- und ausserhalb des Strauhofs an, die gemeinsam mit weiteren Zürcher Kulturinstitutionen geplant und umgesetzt werden.

Kontakt

Strauhof
Augustinergasse 9
CH-8001 Zürich

Telefon: +41 44 221 93 51
E-Mail: info@strauhof.ch

 

Öffnungszeiten
Di–Fr 12–18 Uhr
Do 12–22 Uhr
Sa–So 11–17 Uhr

Eintrittspreise
regulär CHF 10, reduziert CHF 6
Jahreskarte CHF 90
Unter 16 Jahren gratis
Museumspass/Raiffeisen-Karte gratis
Kulturlegi CHF 6

Jahreskarte
Freier Eintritt zu allen Ausstellungen und Wild Cards, öffentlichen Führungen und Veranstaltungen im Strauhof sowie 30% Reduktion auf private Führungen.

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Strauhof

Ausstellung

Hannes Binder – Die doppelte Lektüre

Hannes Binder gelingt es wie kaum einem anderen, Literatur in sprechende Bilder zu übertragen. Angefangen mit Friedrich Glauser hat der Zürcher Illustrator zahlreiche Werke als Comic, Graphic Novel oder in einzelnen Bildern adaptiert und Porträts von Dichterinnen und Schriftstellern geschaffen. Parallel tritt Binder auch als Autor und Zeichner eigener Geschichten in Erscheinung – zur Ausstellung erscheint sein neuester Band «Der digitale Dandolo».

Fantastische Kompositionen in Schwarz und Weiss: Seit gut dreissig Jahren verbindet Hannes Binder in seiner Schabkartontechnik Realität und Fiktion. Sowohl nach literarischen Vorlagen wie auch bei eigenen Geschichten verdichtet er Raum und Zeit, Architektur und Natur zu komplexen Bildern.

«Ich suche nach einer Illustration, die parallel neben dem Text steht; ich wiederhole den Text in einer Überhöhung. Das erste Anliegen ist, meine Perspektive einzubringen. Ich frage mich, was kann ich noch neu machen. Viel liegt mir auch daran, Authentizität einzubringen, vor Ort zu gehen, an die Schauplätze, an denen die Geschichten spielen. Immer finde ich dort noch Dinge, die ich mir gar nie hätte vorstellen können. Beim Illustrieren ist aber auch der Surrealismus sehr geeignet als Mittel, weil er über die Realität hinausführt – so dass man mehrere Sachen gleichzeitig ins Bild bringen kann.

Es ist ein schmaler Grat zwischen Gewinn und Verlust in Literaturadaptionen. Man muss im Bild eine ähnliche Qualität bringen, wie sie die Sprache hat. Das ist eine Art Übersetzen in eine andere Sprache – die Bildsprache.
Beim Lesen muss man zwei Sprachen kombinieren, das heisst: nicht nur lesen, sondern auch schauen. Diese Doppelung verlangt sehr viel, eine zweifache Arbeit und die Bereitschaft, sich auf etwas einzulassen, was vielleicht nicht auf Anhieb verständlich ist – Bilder zu lesen ist ja etwas unglaublich Schwieriges.

In meinem Nachtgebet wünsche ich mir immer, dass irgendwann mehr Leute den Reiz der doppelten Lektüre erkennen.
In Italien nennt man das Verfahren des Schabkartons „Incisione finta“, beschissener oder vorgetäuschter Holzschnitt. Ich verwende Karton, der mit einer Gipsfarbenschicht belegt ist und darüber ein dünner Film Schwarz. Und das schabe ich mit einem Messer weg und es entsteht eine weisse Linie. Man nennt mich immer den Schwarzmaler und meint das auch ganz im negativen Sinne: der, der alles so schwarz sieht. Im Gegenteil, was ich mache, ist Weiss-Malen – es entsteht Licht.

Ich habe zwar immer sehr gerne meine eigenen Geschichten veröffentlicht – aber lange Zeit konnte ich die schönen Dinge, das, was ich wirklich umsetzen wollte, nur am Rande machen.
Und damit wären wir nun bei der Segen-Seite des Schabkartons: der hohe Wiedererkennungseffekt. Ich bin jetzt einfach der schwarze, der geschabte Binder. Ich habe wider allen Rat an meiner Technik festgehalten und am Schluss hat sich das ausgezahlt: Ich bin inzwischen quasi mein eigenes Label – „Ich bin der Binder“.»

Mit Illustrationen nach Texten von
Heinrich Böll, Friedrich Dürrenmatt, Hans Magnus Enzensberger, Friedrich Glauser, Kurt Guggenheim, Heinz Janisch, Franz Kafka, Gottfried Keller, Eduard Mörike, Johanna Spyri / Peter Stamm, Lisa Tetzner / Hans ten Doornkaat und Urs Widmer

Das neueste Werk von Hannes Binder, «Der digitale Dandolo», erscheint anlässlich der Ausstellung im Limmat Verlag.

Hannes Binder, geboren 1947 in Zürich, studiert an der Kunstgewerbeschule Zürich, arbeitet ab 1968 als Grafiker und Illustrator in Mailand und in Hamburg. Heute lebt er als freischaffender Illustrator und Künstler in Zürich. Sein Werk ist vielfach ausgezeichnet und und übersetzt worden.
Seine Illustrationen waren bereits 2016 in der Ausstellung Friedrich Glauser – Ceci n’est pas très beau im Strauhof zu sehen.

Kuration: Rémi Jaccard
Szenografie: Simon Husslein
Grafik: Atelier Pol
Video: Carlotta Holy

Vernissage
Donnerstag, 6. Februar 2020 | 18.30 Uhr | Strauhof
In Anwesenheit des Künstlers | Einführung von Hans ten Doornkaat

Di-Fr 12–18 Uhr | Do 12–22 Uhr | Sa-So 11–17 Uhr

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Hannes Binder – Die doppelte Lektüre

Strauhof

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Do 12–22 Uhr
Sa–So 11–17 Uhr

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Jahreskarte CHF 90
Unter 16 Jahren gratis
Museumspass/Raiffeisen-Karte gratis
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Bewertungen & Erfahrungsberichte Strauhof

Literatur / Lesung Literaturhaus Zürich Zürich, Limmatquai 62
Literatur / Lesung Sogar Theater Zürich Zürich, Josefstrasse 106

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