19. Blues Festival Basel

Di, 10.4.2018 - So, 15.4.2018

Blues in der Kirche:
Bluesdiakon Reto Nägelin,
Yvonne Moore, Chicago Dave & Conference Band,
Crawbone Zydeco

Bluesdiakon Reto Nägelin

Der Bluesdiakon, Reto Nägelin verleiht dem Alltagsblues Worte

Bluesgottesdienste sind im Trend – das ist erfreulich. Doch Diakon Reto Nägelin folgt nicht einem Trend, er hat ihn in der Schweiz vielmehr lanciert. Wenn er eine Messe zelebriert, werden nicht als Beilage ein paar blue notes gespielt; es entsteht eine Interaktion zwischen Gottesdienst, Musik – und natürlich den Besuchern. Basel war die letzten Jahre mehr als Beweis genug; wer dabei war, verliess die Stadtkirche nach einer Stunde beseelter und glücklicher. Damit der Zauber auch dieses Jahr funktioniert, hat Nägelin erneut hochkarätige Blueskünstler/innen eingeladen: Die Sängerin Yvonne Moore sowie den Gitarristen Chicago Dave mit Musikern seiner legendären «Conference Band».

Reto Nägelin engagiert wie immer Persönlichkeiten, die etwas zu sagen haben, nicht nur auf ihrem Instrument: Yvonne Moore gehört zu den herausragenden Stimmen der Schweiz und verzaubert das Publikum seit 35 Jahren mit unglaublicher Power und Präsenz. Ihre Reise begann mit dem Blues, führte sie um die ganze Welt und in zahlreiche andere Genres – um während der letzten Jahre in grosser Reife und Facettenvielfalt zum Ursprung zurückzukehren. An Yvonne Moores Seite spielt und singt Chicago Dave alias David Rutschmann, der bekannte Blueser aus Lupsingen, zusammen mit Musikern der renommierten «Conference Band» (Thomas Schwarzenbach, Bärni Spoendlin und Christoph Bürki). Gönnen Sie sich dieses konfessionsübergreifende 5-Stern-Menu für Geist, Seele und Musikherz. (rk)

Yvonne Moore, Chicago Dave & Conference Band:
Yvonne Moore, Vocal
Chicago Dave, Vocal/Guitar
Thomas Schwarzenbach, Percussion/Org (Conference Band)
Bärni Spoendlin, Bass (Conference Band)
Christoph Bürki, Drums (Conference Band)


Reto Nägelin engagiert wie immer Persönlichkeiten, die etwas zu sagen haben, nicht nur auf ihrem Instrument: Yvonne Moore gehört zu den herausragenden Stimmen der Schweiz und verzaubert das Publikum seit 35 Jahren mit unglaublicher Power und Präsenz. Ihre Reise begann mit dem Blues, führte sie um die ganze Welt und in zahlreiche andere Genres – um während der letzten Jahre in grosser Reife und Facettenvielfalt zum Ursprung zurückzukehren. An Yvonne Moores Seite spielt und singt Chicago Dave alias David Rutschmann, der bekannte Blueser aus Lupsingen, zusammen mit Musikern der renommierten «Conference Band» (Thomas Schwarzenbach, Bärni Spoendlin und Christoph Bürki). Gönnen Sie sich dieses konfessionsübergreifende 5-Stern-Menu für Geist, Seele und Musikherz. (rk)

Vor der Kirche ab ca. 17.15 Uhr
Crawbone Zydeco
Bayou Claude, Lead Vocals/Guitar/Mandolin
Steamboat Jack, Accordion/Vocals
Major Gumbo, Slide Guitar/Mandolin/Vocals
Reverend Long, Cajon/Rubboard/Percussion/Vocals


Ein Konzert von CRAWBONE ZYDECO ist eine Reise in die Sümpfe von Louisiana. In den mit einem scharfen Schuss Blues gewürzten, fröhlichen Songs in Cajun-Französisch und Englisch der Band CRAWBONE ZYDECO verschmelzen die Einflüsse mehrerer Kulturen, welche in den von Alligatoren verseuchten Bayous angesiedelt sind. Französische Akkordeon-Musik vermischt sich mit dem Blues der schwarzen Plantagensklaven aus Afrika und den kreolischen Polyrhythmen der Karibik.
CRAWBONE ZYDECO zaubern auf ihren akustischen Instrumenten ein lebensbejahendes Gefühl auf die Bühne: Eingängige Melodien, swingender Rhythmus, gespickt mit Geschichten über Luft und Liebe, Essen und Trinken,
mitten aus dem lokalen Leben, meist heiter, die Seele übervoll mit Blues. Das Repertoire von CRAWBONE ZYDECO umfasst traditionelle Cajun- und Zydeco-Klassiker und mit New Orleans Blues getränkte Nummern, wie man sie überall in Louisiana seit über 100 Jahren hören kann: Rau und schmutzig, voller Sentimentalität und Lebensfreude.
Bei CRAWBONE ZYDECO geniesst das Publikum ein musikalisches, mehrgängiges Menü, welches unverfälscht nach dem traditionellen Krabbengericht „Boiled Crawfish“ aus Louisiana duftet, angerührt mit einem karibischen Hühnerknochen, einem „Voodoo Bone“ und serviert mit dem authentischen Zydeco Lebensgefühl: “Laissez les bon temps rouler!“

Beginn: 18:00 Uhr
Einlass: 17:30 Uhr

Eintritt frei

Ort:

CH-4410 Liestal, Rosengasse 1 (Stadtkirche Liestal)

Termin:

Sa, 10.3.2018, 18:00 |

Promo Blues Night 2018

Martin Baschung & Big B Tonic (CH, AG/ZH)
Nominiert vom Blues Festival Baden

Martin Baschung, Guitars / Vocals
Sandro Vanetti, Guitars
Hanspeter Vogt, Bluesharp
Jürg Amrein, Bass
Martin Fröhlich, Drums

„Smokin‘ deep BLUES – from the heart“

Martin Baschung ist mit Leib und Seele Blues-Musiker und seit nun mehr 15 Jahren mit seiner Band Martin Baschung & Big B Tonic im In- und Ausland unterwegs. Der Bluesman aus dem Aargauer Limmattal ist bekannt für gefühlvolle Interpretationen und spannende Arrangements, auf der Bühne genauso wie auf seinen CDs. Die Life-Shows von Martin Baschung & Big B Tonic zeigen, wie abwechslungsreich und spannend Blues sein kann. Die Band interpretiert Eigenkompositionen und Covers, die die Handschrift des Bandleaders und seiner Crew tragen, modern aber ohne die traditionellen Wurzeln zu leugnen. Martin Baschung & Big B Tonic sind mit einer geballten Ladung Blues und einem authentischen, gelungenen Album auf Tour und versprechen dem Publikum einen unvergesslichen Abend, ein Live-Programm voller Intensität und Spielfreude.

Patchvox (CH, BS/BL)
Nominiert vom Blues Festival Basel

Aurelia Erhard, Vocals
Dascha Lüscher, Vocals
Franziska Hafner, Vocals
Jacques Minder, Guitar
Hansi Gempp, Bass
Röné Bringold, Cajon/Perkussion

Das Besondere an Patchvox sind die drei perfekt harmonierenden Stimmen.

Damit gibt die Basler Band ihren Interpretationen einen ganz eigenen Touch.
Die Sängerinnen Aurelia Erhardt, Dascha Lüscher und Franziska Hafner singen schon in der Schulzeit gemeinsam im Chor. Danach gehen sie vorerst eigene Wege in der Musik. Franziska tritt einem Ensemble bei und schult in bis zu sechsstimmigen Arrangements Stimme und Ohr. Dascha ist in diversen Projekten als Sängerin aktiv und besucht drei Semester die Jazzschule Basel. Aurelia schreibt auf ihren Reisen rund um die Welt eigene Songs. In Tokyo gründet sie mit dem Gitarristen Tsuyoshi Kihara die Band Lumino und veröffentlicht zwei CDs.

Im Jahr 2010 gründen die Drei ein Acapella-Trio. Sie vermissen jedoch bald instrumentale Unterstützung und finden mit Gitarre, Bass und Perkussion die perfekte Besetzung. Gitarrist Jacques Minder spielt viele Jahre in Bluesbands, unter anderem bei Freewheelin’. Bassist Hansi Gempp bringt nach über 40 Jahren Erfahrung in verschiedensten Formationen den richtigen Groove. Das neuste Mitglied Röné Bringold komplettiert als Perkussionist die Rhythm Section.

Don P. & The Blue Jags (CH, LU)
Nominiert vom Lucerne Blues Festival

Don P., Vocals/Guitars
Bruno K., Bass/Backing Vocals
Martin D., Drums

So let's shake the rattlesnake straight ahead!

Don P. & The Blue Jags spielen eigene Blues’n’Rock Songs mit Einflüssen von R’n’R über Soul bis Funk. Die eingängigen Songs sind abwechslungsreich und frisch arrangiert und gehen in die Beine. Stevie Ray Vaughan, Rory Gallagher, Freddie King, Albert Collins usw. lassen immer wieder mal grüssen und werden hin und wieder auch gerne gecovert. Don P. & The Blue Jags touren seit Jahren erfolgreich durch das In- und Ausland.

Für Don P., Gitarrist, Sänger, Songwriter, sind die Livebühnen wie sein zweites Zuhause. Er ist seit über drei Jahrzehnte live in Clubs, Festivals, Openairs usw. unterwegs. Er spielt eine harte, emotionsgeladene Bluesgitarre die massgeschneidert zu den gespielten Songs passt.

Flo Bauer Blues Project (F, Alsace)
Nominiert vom Blues Festival Basel

Flo Bauer, Guitar/Voice
Pierrot Bauer, Drums
Seyller Benoit, Bass
Mario Tardio, Klavier

Der Flo Bauer Blues Project besteht aus 2 Generation und ist der gute Mix zwischen Modernität und Erfahrung für eine Universales Blues spielen.
Flo der Singer/Songwriter mit seinen 20 Jahren hat schon ein langes Erfahrung, seit er 6 Jahre alt ist macht er Musik und mit 16 hat er bei THE VOICE bis zum Viertelfinale mitgemacht.
In Dezember 2016 hat er der Preis als Revelation (Newcomer) an BLUES SUR SEINE bei Paris gewonnen und in Februar 2017 bring er seine erstes Album raus mit die 2 Erfahrene Kumpeln Pierrot&Ben die ihn begleiten und noch viel Gäste sind auf das CD.
Für das SWISS BLUES CHALLENGE wird auch Mario am Klavier dabei sein
Erleben sie das Band LIVE, POWER und EMOTIONEN für alle Generationen.

Félix Rabin (CH, Romandie)
Nominiert vom Sierre Blues Festival

Félix Rabin, Vocal & Guitar
Jan Peyer, Bass
Nicolas Pittet, Drum

"Es war 2015, zwei Jahre nach seinem ersten Auftritt am Jazz Festival in Montreux. Als erneut Eingeladener um die traditionellen Jam Sessions des Clubs zu eröffnen, verblüffte Felix Rabin seine Leute, profilierte sich definitiv als DER coole Name des Festivals und mass sich insbesondere mit Matthieu Chedid und Avishai Cohen.
So lanciert, mobilisierte der Wundergitarrist, seit er ein vollkommener Künstler geworden war, die Medien (live bei Radio Paradiso, ein Portrait ausgestrahlt auf RTS….) und landete in den Programmen von Festi’Neuch, bei Verbier Impulse, oder in den Untergrund Clubs von Paris, London, wo er es liebt, sich zu bewegen. Als neuer Champion der ElektroSzene Schweiz straft der heute einundzwanzigjährige „Bretone aus Neuchâtel“, diejenigen Lügen, für die die Grammatik des Blues-Rock vor allem Erfahrungssache ist. Konzerte, die einen auf den Trip bringen, sicherer Stil, weiche Stimme: Das „Kind von Montreux“ ruft in seinem Repertoire das Andenken der Giganten Jimi Hendrix und Stevie Ray Vaughan hervor, indem er einen gleichzeitig „reingehenden“ virtuosen, glühenden 2.0 Rock liefert.
Wenn es eine Zukunft des Blues-Rock gibt, dann heisst sie Felix Rabin. Er trägt eine slim jeans, hat einen zerzausten Wuschelkopf und eine Engelskehle und ein verdammt gutes Spiel. Von Montreux bis Paris oder London wünscht man sich, dass viele andere bald ein wenig von seinem Licht auffangen."
-David Brun-Lambert-

Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr

Eintritt frei

Ort:

CH-4058 Basel, Rebgasse 12 (Volkshaus Basel)

Termin:

Di, 10.4.2018, 20:00 |

Estella Benedetti Band (CH)
& Blind Boys of Alabama (US),
Swiss Blues Award 2018

Estella Benedetti Band (CH):
Estella Benedetti - vocals
Michael Giger - guit, vocals
Richard Hugener - Bass
Alex Wilson - Organ, keys
Mara Lustenberger - sax, vocals
Rafael Woll - drums, vocals


Winner Promo Blues Night 2017

Die Schweizer Szene hat internationales Format. Dieses Format zu würdigen, ihm zum Durchbruch zu verhelfen, ist eines der Hauptanliegen des Blues Festivals Basel. In aller Regel haben wir einen guten Riecher, so auch bei Estella Benedetti; bei der letztjährigen Promo Blues Night landete sie souverän auf dem Siegerpodest, und seither geht in Sachen Karriere bei ihr ganz schön die Post ab. Ihre Stimme ist aussergewöhnlich, die Saitenkunst ihres Bühnenpartners Michael 'G' Giger hervorragend, das in Los Angeles eingespielte Album top. Jetzt kommt die sympathische Luzernerin erneut nach Basel, auf die Hauptbühne, mit weiteren hochkarätigen Cracks in ihrer Band: Bassist Richard Hugener, Schlagzeuger Rafael Woll, Saxophonistin Mara Lustenberger sowie der britische Keyboard-Virtuose Alex Wilson. Ein eigenständiges, heisses Gebräu zwischen Texas Blues, Rock, Americana und Folk.

Musik atmete Estella in ihrer Kindheit bereits täglich ein. Vater Benedetti, ein versierter Jazzschlagzeuger, brachte ihr früh das Trommeln bei, Mutter Benedetti das Klavierspielen – und den Schlüssel zum eigenen Weg fand sie schliesslich bei einer Tournee mit einem Gospelchor: Die Stimme! Estellas Neugier führte zuerst zur klassischen Musik, wo sie ihre Gesangstechnik erlernte und am Konservatorium sowie an der «Academy of contemporary music» verfeinerte. Ihr Herz allerdings schlug für bluenotes und heisse Rhythmen. Estella sang in diversen Bands, unterrichtete am «Female Funk Project» in Zürich, gründete ihre eigene Gesangsschule in Luzern, arbeitete sich weiter hoch zur diplomierten Gesangspädagogin und veredelte mit ihrer Stimme zahlreiche Studioproduktionen.

Höchste Zeit, nun auch ihr eigenes Ding durchzuziehen. Mit dem Gitarristen Michael Giger fand sie den perfekten Wegbegleiter. Als Gitarrist vereint der auf eigenständige Weise die Essenz der Saitekunst von SRV, Jimi Hendrix, Al di Meola, George Benson – und als Liederschmid zehrt er genauso von seiner Jazzausbildung an der Musikhochschule Luzern wie von Songwriter-Ikonen à la Bob Dylan. Gemeinsam schrieben Benedetti und Giger 2010 das Album «Naked Soul». Nach diversen Konzerten (Festival da Jazz in St. Moritz, Voices on top und als Support von Maceo Parker) ging's erneut ins Studio, für die Single «Returning Back Home». Im Regieraum der Schweizer Starproduzent Urs Wiesendanger, und hinter der Schlagzeugküche ein gewissser John J.R. Robinson – der legendäre Hausdrummer von Quincy Jones. Robinson war vom Song und von der Sängerin derart begeistert, dass er sie fürs nächste Album nach Los Angeles einlud. Estella und Michael packten die Chance ihres Lebens und flogen nach Hollywood. Robinson holte weitere Cracks aus Quincy Jones' Umfeld ins Team; Bassist Neil Stubenhaus und Keyboarder Randy Kerber – kaum ein Weltstar, für den die beiden nicht bereits gespielt hätten. Der Rest ist Geschichte: Die Platte heisst «That was smokin», sie ist umwerfend – und live wird Estella Benedetti mit ihrer Band erst recht restlos überzeugen. (rk)

Swiss Blues Award 2018

Der Schweizer "Grammy"

Der «SWISS BLUES AWARD» wird jährlich vom Verein Blues Festival Basel an Personen oder Institutionen verliehen, die sich durch grosse Verdienste um den Blues in der Schweiz auszeichneten. KandidatenInnen, die für diesen Ehrenpreis vorgeschlagen werden, müssen sich auf einem oder mehreren Gebieten in der Schweizer Bluesszene verdient gemacht haben. Es kann sich um MusikerInnen, Organisationen, Medienschaffende, Produzenten, Vereine, usw. handeln. Vorschläge nehmen der Verein Blues Festival Basel und die Jurymitglieder bis Ende Oktober im Jahr vor dem Festival entgegen.

Die Nominierten sind berechtigt, vom Zeitpunkt der Nominierung an das Logo «Nominiert SWISS BLUES AWARD» zu verwenden. Der oder die GewinnerIn werden Ende Januar von den Jury Mitgliedern gewählt, die sich bis zur Bekanntgabe am Schlussabend des Blues Festivals Basel der Schweigepflicht unterziehen. Die Jury nominiert zwei bis drei Kandidaten, die dann zum Schlussabend des Festival eingeladen werden. Der oder die PreisträgerIn kann nur einmal gewählt werden, hingegen können Nichtgewählte für ein anderes Jahr wieder nominiert werden.

Blind Boys of Alabama (US):
Clarence Fountain - lead-vocals (sofern es ihm seine Gesundheit erlaubt)
Paul Beasley - vocals
Jimmy Carter - vocals
Ben Moore - vocals
Eric 'Ricky' McKinnie - drums, percussion, vocals
Joey Williams - lead guitar, vocals
Trae Pierce - bass
Peter Levin - organ


Die mehrfachen Grammy Gewinner

Es gibt im Blues ein paar ganz besonders fürstlich klingende Namen von Pionieren, die uns vor Ehrfurcht erstarren lassen; Robert Johnson, B.B. King, Muddy Waters, John Lee Hooker. Doch es gibt da noch den Gospel; der hat von Anfang an und auf seine Weise für den Blues ebenso viel getan. Auch er hat ein paar Legenden, in derselben Liga. Sogar solche, die problemlos beides vereinen – göttliche und weltliche Musik auf höchstmöglichem Niveau. Die gute Nachricht: Sie kommen zu uns nach Basel, die legendären Blind Boys of Alabama.

Die unglaubliche Geschichte begann 1939, als fünf blinde Jungen am «Talladega Institute for the Negro Deaf and Blind» die verschworene Gemeinschaft einer Gospelgruppe gründeten, unter dem Namen «The Happyland Singers». 1948, bei einem gemeinsamen Auftritt mit den Jackson Harmonies, wurden sie kurzerhand umbenannt – und heissen seither «Five Blind Boys of Alabama». Birmingham (Alabama) war seinerzeit die Hochburg des vierstimmigen Gospel-Satzgesangs, jener afro-amerikanischen Vokalkunst, bei welcher die Melodien auf dramatische Weise kontrastiert werden. Der Stil, welcher später von Stars wie dem «Golden Gate Quartet» säkularisiert wurde, war vorerst nur in religiösen Kreisen verbreitet. Die Blind Boys of Alabama waren von Anfang an eine der wichtigsten Lokomotiven, sangen während Jahrzehnten bei Gospelveranstaltungen zusammen mit den Soul Stirrers, den Pilgrim Travelers, den Blind Boys of Mississippi – und hätten allein deswegen den Ikonen-Status bereits verdient. Doch das Schicksal hatte noch grössere Pläne. «Wir hätten nie gedacht, dass sowas möglich ist», meint Gründungsmitglied Clarence Fountain, «doch dank Gott und durch viel Arbeit werden manchmal Träume wahr.» Und wie wahr sie wurden! Der Quantensprung passierte 1983, als die Blind Boys beim Musical «The Gospel at Colonus» mitwirkten, bei Sophokles' legendärer griechischer Tragädie «Ödipus auf Kolonos». Die Produktion gewann einen Obie Award und öffnete sämtliche Türen.

Seither haben die Blind Boys of Alabama als die wohl berühmtesten und beliebtesten Ambassadoren des Gospels Musikgeschichte geschrieben. Über 70 Platten und CDs, Live-Konzerte für mehrere US-Präsidenten (zuletzt für Barack Obama), unzählige Parts in Filmen und TV-Shows, insgesamt sechs Grammies (vier davon in Folge), und 2007 schliesslich die Aufnahme in die Gospel Music Hall of Fame. Es ist nicht nur ihr einzigartiger Gesang, es ist ebenso ihre Offenheit und die Fähigkeit, stilistische Brücken zu bauen. Die Liste der Stars, mit denen sie zusammenarbeiteten, spricht Bände: Aaron Neville, Tom Waits, Mavis Staples, Bonnie Raitt, Randy Travis, Solomon Burke, Lou Reed, Mahalia Jackson, Tom Petty, Peter Gabriel. Auf der Bühne des Blues Festivals Basel erwartet uns ein aussergewöhnlich berührendes Spektakel. «Unsere Mission ist, den Menschen zu zeigen, dass es Hoffnung gibt; gerade heute ist das Bedürfnis danach gross», betont Leadsänger Clarence Fountain. «Wir singen mit Freude, Leidenschaft und Liebe!» (rk)

Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr

Ort:

CH-4058 Basel, Rebgasse 12 (Volkshaus Basel)

Termin:

Mi, 11.4.2018, 20:00 | |

Sari Schorr (US) &
Walter Trout (US)

Sari Schorr (US)

Keeping the Blues Alive

Wir lieben solche Mythen, sie gehören zum Blues und machen neugierig auf neue Sterne am Blueshimmel. Einen derartigen Stern dürfen wir nun zur grossen Freude begrüssen, und deshalb hier die vorauseilende Sage: Der legendäre Blues-Produzent Mike Vernon (Peter Green, John Mayall, Eric Clapton) wird 2015 bei der International Blues Challenge in Memphis/Tennessee mit dem «Keeping the Blues Alive» ausgezeichnet, hört bei dieser Gelegenheit den Auftritt einer Sängerin namens Sari Schorr, flippt dabei völlig aus, überhäuft sie mit «der Blues ist auferstanden!»-Komplimenten – und bietet ihr an, gemeinsam ein Album zu produzieren. Die unglaublich durckvolle Platte heisst «A Taste of Nature», Sari bedankt sich bei ihrem Mentor («Vernons geniales Können erst hat uns dazu inspiriert, furchtlos an die Songs heranzugehen»), tourt mit ihrer eigenen Band durch Europa, spielte letztes Jahr u.a. in Montreux – und macht nun (für die erste 2018er-Hälfte exklusiv!) Halt in Basel.

Eine Newcomerin war sie denn doch nicht ganz, die aussergewöhnliche Powerfrau aus New York. Aufgewachsen mit der Musik ihrer Idole Ray Charles, Aretha Franklin und Otis Redding – wurde ihre Liebe zum Blues, Soul und Rock bald zur Profession. Sari trat als unbekannte Solistin in berühmten Clubs wie dem New Yorker CBGB auf, lernte Stars wie Warren Haynes, Keb Mo', Sonny Landreth, Marianne Faithful, Rosanne Cash, Donald Fagan, Eric Burdon, Kris Kristofferson oder Carly Simon kennen, ging mit Joe Louis Walker und Poppa Chubby auf Tour – und hörte immer und immer wieder dasselbe: «Wow!» Ihre Stimme hat völlig unzweifelhaft Weltklasse-Format, das musste sich früher oder später durchsetzen. Als Bluesrocksängerin kann sie es mit allen aufnehmen; eine Mischung aus Tina Turner und Janis Joplin, vergleichbar mit Beth Hart, Dana Fuchs, Lisa Lystam, Nina Attal, Candy Cane, Ina Forsman oder Layla Zoe. Sari Schorrs aktuelles Album zeigt in der Tat ihr volles Potenzial, und neben Produzent Vernon ist auch ihr Gitarrist ein regelrechter Glücksgriff: Innes Sibun, der Saitenzauberer aus Robert Plant's Band spielt atemberaubend, genau so wie die ganze Crew. «The Engine Room ist wirklich eine bemerkenswerte Band», sagt Sari strahlend, «etwas Magisches passiert, wenn wir gemeinsam auf der Bühne sind». Eine Formation der Sonderklasse, die weltweit atemberaubende Kritiken einheimst. Und wenn wir schon beim Einheimsen sind: Sari wurde vor Kurzem in die «New York Blues Hall of Fame aufgenommen.» Jetzt wird sie unser Publikum verzaubern und mächtig einheizen für Walter Trout. Der ist übrigens auch zu hören, der Walter Trout, auf ihrem aktuellen Album. Wahrlich mehr als eine heisse Mischung . (rk)

Walter Trout (US)

Der Mann ist längst eine Legende!

Gitarrenfreaks muss eine Trout-Biografie wohl vorkommen wie Wasser in den Rhein tragen; der Mann ist längst eine Legende! Wir machen's trotzdem, damit unser gesamtes Publikum sich des geschichtsträchtigen Momentes bewusst wird. Walter Trout ist schlicht und einfach einer der besten Blues-Gitarristen aller Zeiten, wird im selben Atemzug mit Eric Clapton, Jimi Hendrix und Co. genannt – und hat vor Kurzem ein zweites Leben geschenkt erhalten. Das gibt er nun freizügig und so virtuos wie nie zuvor weiter, und darauf freuen wir uns wie kleine Kinder! «Kunst ist Kindheit nämlich» (Rainer Maria Rilke) – das gilt selbstverständlich auch fürs Kunst-Publikum.

1951 in Ocean City geboren, brillierte Walter Trout bereits Ende der 60er-Jahre in verschiedenen lokalen Bands, verliess 1973 seine Heimat New Jersey und zog nach Los Angeles. Als Session-Gitarrist machte er sich dort schnell einen Namen, spielte mit Cracks wie den Righteous Brothers, Percy Mayfield oder John Lee Hooker – und zog diese Ikonen-Luft gierig ein. 1981 holte ihn niemand Geringerer als «Canned Heat» ins Boot; zusammen mit der legendären US-amerikanischen Bluesrockband spielte der Ausnahmekönner während vier Jahren und veredelte drei ihrer Alben (1981 «Boogie Assault», 1984 «Heat Brothers ’84» und später 2003 «Friends in the Can»). Der nächste Höhepunkt liess nicht auf sich warten: John Mayall klopfte an die Tür, holte ihn 1984 in die sagenumwobene Bluesbreakers Band und spielte mit ihm fünf seiner besten Platten ein. Das wäre an sich bereits Mythen-Stoff genug, doch wie das bei Künstlern vom Schlag eines Walter Trout nun mal so ist – irgendwann wollen die eigenene Weg gehen. Seit 1989 wandelt der Gitarrenmagier nun auf Solopfaden, und das mit grossem Erfolg. Nicht weniger als 26 Alben und 12 Singles; eine Platte hochkarätiger als die andere (denken wir nur an «The Outsider» von 2008, oder an das Luther Allison-Tributalbum «Luther's Blues» von 2013). Und natürlich praktisch pausenlos on the road, auf allen grossen Blues-Bühnen der Welt. Bis zum grossen Tiefschlag: Wegen einer nicht medikamentös behandelbaren Lebererkrankung landete Walter Trout auf der Intensivstation einer Spezialklinik in Nebraska und erhielt an Bob Dylans Geburtstag (26. Mai 2014) eine neue Leber. Eine gross angelegte Spendenaktion hatte die nicht versicherte Operation finanziert. Soll noch einer behaupten, die Bluesgemeinde sei nicht solidarisch. In der Zwischenzeit hat Walter Trout, auch Dank der grossen Hilfe seiner Frau Marie, wieder neue Lebenskraft erlangt – man hat den Eindruck, so viel wie nie zuvor! Bereits die Comeback-Tour «I'm back» von 2015 war beeindruckend; auf dem aktuellen Album «We’re all in this together» von 2017 sprüht er vor Ausdruckskraft, auch als Sänger – und gibt dabei illustren Gästen und Weggefährten wie John Mayall, Joe Bonamassa oder Warren Haynes eine Plattform. Jetzt kommt der Meister nach Basel (auch er für sechs Monate Schweiz-exklusiv!); bereits der Gedanke daran bereitet unseren Bluesherzen Luftsprünge. (rk)

Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr

Ort:

CH-4058 Basel, Rebgasse 12 (Volkshaus Basel)

Termin:

Do, 12.4.2018, 20:00 | |

Jane Lee Hooker (US),
Sonny Landreth (US) & Erja Lyytinen (FIN) & Guests

Jane Lee Hooker (US):
Dana 'Danger' Athens, Vocals
'Hail Mary' Zadroga, Bass
Tracy 'High Top', Guitar
Melissa 'Cool Whip' Houston, Drums
Tina 'TBone' Gorin, Guitar


... schon fast rebellisch, wild und dennoch unglaublich gefühlvoll.

Gibt's da womöglich unbekannte Nachkommen der im Jahre 2001 verstorbenen Blueslegende John Lee Hooker? Im zweiten Moment erkennt man schmunzelnd das verkaufsfördernde Wortspiel – und im dritten bemerkt man ehrfurchtsvoll, dass die provozierte Aufmerksamkeit mehr als gerechtfertig ist! Jane Lee Hooker, eine Frauenband aus New York, mit der Blueslegende aus Clarksdale weder verwandt noch verschwägert – und dennoch hochgradig dem Blues, seinem Spirit, seiner Geschichte verpflichtet. Aber nicht auf die rustikale Art; im Gegenteil höchst eigenständig, schon fast rebellisch, wild und dennoch unglaublich gefühlvoll. «Blues Punkrock» nennen sie ihre Mischung, wenn's denn überhaupt Schubladen braucht. Die Musik und Bühnenpräsenz der fünf leidenschaftlichen Bluesfrauen spricht für sich selbst, davon werden wir uns an diesem Freitag Abend gerne und restlos überzeugen lassen.

Musikalische Greenhorns sind die Ladies ganz und gar nicht. Ihr Rüstzeug holten sie sich in Bands wie Nashville Pussy, Wives oder Bad Wizard – und bei ihrem Blues-Studium wühlten sie respektvoll in der Schatzkiste von Wegbereitern wie Muddy Waters, Howlin' Wolf, Johnny Winter oder Big Mama Thornton. Doch irgendwann galt es, the real thing anzupacken, eine eigene Band mit unverkennbarer Handschrift zu gründen. Das passierte 2013, aber weder leichtsinnig noch mittelmässig – schon eher mit der existenziellen «alles oder nichts»-Leidenschaft. «Eine richtige verschworene Gang, eine Familie», erklären sie mit grösster Ernsthaftigkeit. «Wir lieben es, zusammen und für einander zu spielen. Und wir haben sehr viel Energie und Geduld investiert, unseren eigenen Stil zu finden.» Das hat sich mehr als gelohnt – und drang schliesslich bis zum deutschen Bluespromoter Thomas Ruf durch, auf dessen renommiertem Label ihr aktuelles Debutalbum «No B!» erschien. Eine starke Platte, die in Sachen Konzept eine deutliche Sprache spricht: Zehn der elf Songs sind klassische Bluessongs, doch allesamt mit einem ureigenen Stempel versehen. Respekt und Rebellion im Gleichgewicht. Da sind Songs von Johnny Winter, Ray Charles, Otis Redding, Willie Dixon und natürlich von Muddy Waters. Der ganze Spirit erinnert ohnehin an Muddy Waters, an dessen Zusammenarbeit mit Johnny Winter; damals klang Muddy für ihn untypisch bluesrockig, und es ist kein Zufall, dass seine Platte «Hard Again» aus jener Phase den fünf Frauen am besten gefällt. «Es ist das Album, zu dem wir spielten, als wir noch Kinder waren, um Solos zu üben. Wir denken immer noch, dass es eine der besten Platten ist, die je aufgenommen wurde!» meinen die Ladies ehrfurchtsvoll. Auf ihrem Album leuchtet ebenso eine Eigenkompostion («In The Valley»). Nur eine, und diese Strategie ist beabsichtigt. «Es gibt schon zu viele schlechte Songs auf der Welt. Wir haben kein Interesse daran, noch welche hinzuzufügen». Zu bescheiden, finden wir, denn diese Nummer hat grosse Klasse und macht Lust auf mehr. Wie auch immer; berauschend hohe Intensität und Originalität verkörpern Jane Lee Hooker ohnehin – und darauf freuen wir uns sehr. (rk)

Sonny Landreth (US) & Erja Lyytinen (FIN) & Guests
Sonny Landreth, Guitar/Lead Vocal
David Ranson, Bass/Vocal
Brian Brignac, Drums/Vocal
Spec. Guest: Erja Lyytinen


... einer der virtuosesten und innovativsten Slidegitarristen

Er selbst nannte sich mal einen «Rockmusik spielenden Blues-Gitarristen». Bescheidenheit ist nicht die präziseste Lupe; eher zutreffend ist der Blickwinkel zahlreicher berühmter Kollegen, zum Beispiel jener Eric Claptons: «Sonny Landreth ist der vermutlich meist unterschätzte Musiker auf unserem Planeten – und wahrscheinlich einer der fortgeschrittensten!» Ohne Zweifel gilt Sonny Landreth als einer der virtuosesten und innovativsten Slidegitarristen, und zudem als heiss gefragter Musician's Musician. Sieht man sich die Liste der Weltstars an, die sich ihre Musik durch den Bottleneck-Meister aus Louisiana veredeln liessen, hält man den Atem an: John Hiatt, Bonnie Raitt, Allen Toussaint, Mark Knopfler, Buddy Guy, Jimmy Buffett, Dolly Parton, John Mayall, Kenny Loggins, Clifton Chenier, Elliott Murphy, Freddy Fender, Zachary Richard, Junior Wells – und sogar zwei Schweizer Cracks, Stephan Eicher und Hank Shizzoe. Wer's noch immer nicht glaubt; auch Landreths Trophäensammlung spricht eine deutliche Sprache: «Instrumentalist of the Year 2005», «Best Guitar Player 2008», «Best Slide Guitarist 2008» und schiesslich der Blues Music Award «Instrumentalist Guitar of the year» 2009. Mit andern Worten: Eine regerechte Saiten-Ikone kommt nach Basel, begleitet von seiner fantastischen Band «The Goners». Als Special Guest wird zudem die finnische Bluesmusikerin und Bottleneck-Virtuosin Erja Lyytinen mit dabei sein.

Sonny Landreths Musik ist ein hochkarätiger Schmelztiegel. Der sympathische Ausnahmekönner ist tief im Jazz und Blues des Mississippi Deltas verwurzelt, hat auch vom Rock'n'Roll der späten 50er-Jahre einiges abgekriegt – und verbindet das Ganze auf eigenständige Weise mit dem Zydeco- und Cajun-Spirit seiner Heimat Lafayette. Mit 10 Jahren begann Sonny, Trompete zu spielen, was seine Phrasierung bis heute auch als Gitarrist nachhaltig prägte. Mit 14 entdeckte er die Welt der Saiten, versuchte sich zuerst auf einer Lap-Steel und entwickelte schliesslich sukzessive seine beispiellose Slidegitarrentechnik. Er ist vermutlich der Einzige, welcher dieses Saiten-Genre mit seiner legendären «behind the Slide»-Technik (einer ungewöhnlichen Kombination aus Slide- und Grifftechnik) wirklich revolutionierte. Doch Sonny Landreth ist mehr als bloss Fingerakrobat; er spielt äusserst beseelt, lässt jedem Ton den nötigen Raum – und ist zudem ein hervorragender Sänger & Songwriter. 14 hochgelobte Alben hat er bisher veröffentlicht, auf unzähligen renommierten Bühnen (z.B. auch bei Eric Claptons Crossroads Guitar Festival) gespielt – nun wird er unser Publikum verzaubern. Bei einigen Songs zusammen mit dem finnischen Shooting-Star Erja Lyytinen als Special Guest; die feurige Ausnahmekönnerin wird ihre Gitarrentricks sogar zusätzlich noch bei einem Workshop verraten. Wäre das Schild nicht längst zum Klischee verkommen, wir würden's glattweg und mit restlos gutem Gewissen für diesen Abend aushängen: «The guitar event of the year!» (rk)

Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr

Ort:

CH-4058 Basel, Rebgasse 12 (Volkshaus Basel)

Termin:

Fr, 13.4.2018, 20:00 | |

Selwyn Birchwood (US),
Maria Muldaur (US) feat. Sam Burckhardt (US, CH)

Selwyn Birchwood (US):
Selwyn Birchwood, Guitar/Lap Steel/Vocals
Regi Oliver, Baritone Saxophone/Tenor Saxophone/Alto Saxophone/Bass Clarinet/Flute
Donald 'Huff' Wright, Bass
Courtney "Big Love" Girlie, Drums


Ein Gitarren und Lapsteel spielender Rohdiamant

Dass der Spirit von Tampa, Florida grossartige bluenotes und Slideklänge hervorbringt, dafür ist das Lebenswerk des legendären Tampa Red mehr als Beweis genug. Jetzt scheint aus genau jener Gegend ein neuer Stern am Blueshimmel aufzugehen: Selwyn Birchwood, ein Gitarren und Lapsteel spielender Rohdiamant, der das Zeug hat, Brücken zu bauen: von den Wurzeln des Blues zu einem funky und zeitgemässen Stil der Zukunft. Noch nie waren Brückenbauer dieser Art wichtiger; aus der Ursprungszeit gibt es kaum noch lebende Zeugen – und im Heute ist die Versuchung gross, entweder in die Parodie oder in die fingertechnisch-akademische Überlegenheit zu flüchten. Selwyn schafft es meisterhaft, diesen Fallen zu entkommen; dank seiner Fähigkeit, jedes Publikum in den Bann seiner warmen und zugänglichen Persönlichkeit zu ziehen – mit einer erdverbundenen und gleichzeitig entrückten Musik. Spätestens seit 2013 weiss das die Blueswelt, die ihm den «International Blues Challenge»- und den «Albert King Guitarist Of The Year»-Preis bescherte – was schliesslich zum Deal mit dem legendären Alligator Records-Label führte. Birchwoods erste Alligator-Platte («Don’t Call No Ambulance», 2014) zeigte die gesamte Dimension seiner Möglichkeiten und wurde zurecht als «perfekt realisierte Vision von zeitgenössischem Blues» beschrieben. Mittlerweile erschien ein zweites Album («Pick Your Poison», 2017), welches die Erwartungen in diesen begnadeten Künstler – und somit auch unsere Vorfreude auf sein Konzert in Basel – weiter in die Höhe schraubt.

Geboren wurde Selwyn 1985 in Orlando, Florida. Mit 13 entdeckte er die Gitarre, spätestens mit 17 die existenzielle Leidenschaft des Blues. Die Musik von Albert King, Freddie King, Albert Collins, Muddy Waters, Lightnin’ Hopkins und Buddy Guy prägte sich wie ein Brandeisen in seine Seele ein. Mit 19 kam das endgültige Schlüsselerlebnis; sein Nachbar war die Texas Blues-Legende Sonny Rhodes – und der wurde zum Mentor. Sonny war beeindruckt vom jungen Selwyn, zeigte ihm allerlei Saitentricks und wies ihn ein in die Geheimnisse eines erfolgreichen Künstlerlebens. Die beiden tourten gemeinsam durch Amerika und Kanada, Selwyn lernte die wichtigsten Lektionen seines Lebens: «Dank Sonny begriff ich, was es heisst, Bandleader zu sein, auf der Bühne und gleichzeitig als Geschäftsmann zu bestehen.» Auch den grossen Joker 'Lapsteel' entdeckte er dank Sonny Rhodes – und wohl auch den entscheidenden Code der Berührungskraft; «... spiel nur, was in deinem Herzen ist», soll Sonny immer wieder gesagt haben. «Diese Worte werde ich nie vergessen», meint Selwyn mit leuchtenden Augen. Seit 2010 wohnt Selwyn Birchwood in Tampa, ist seither mit seiner Band non-stop auf Tournee, eröffnet Konzerte für Stars wie Robert Cray oder Buddy Guy, spielt mit einem weiteren Freund und Lehrer, mit Joe Louis Walker – und provoziert überall begeisterte Kritik. Mit seinen eigenständigen Songs, einem Mix aus wilden Tanznummern, Country-Stampfern, Soul Blues-Balladen, Chicago Blues-Feuer und modernem Texas-Rock wird er auch Basel verzaubern. (rk)

Maria Muldaur (US) feat. Sam Burckhardt (US, CH):
Maria Muldaur, voc
Chris Burns, keyb/b/voc
Craig Caffall, g/voc
Ronnie Smith, dr/voc
Sam Burckhardt, sax


Eine Legende kommt nach Basel

Am Samstag Abend weht auf der Bühne des Blues Festival Basel seit Jahren ein besonders kraftvoller Wind – mit geschichsträchtiger Herkunft, direkt aus der Windy City, einem der Epizentren der bluenotes. Chicago Blues ist angesagt, in seiner ganzen Vielfalt. Dieses Jahr ist es uns gelungen, eine regelrechte Ikone zu verpflichten: Die grossartige Maria Muldaur kommt exklusiv für ein Konzerte nach Europa, nach Basel – und wird am Sonntag gleich noch bei unserem beliebten BFB-Brunch auftreten. Begleitet wird sie von ihrer fantastischen Live-Band (Chris Burns keyboards and bass, Craig Caffall guitars, Ronnie Smith drums), und mit dabei als Special Guest einmal mehr Sam Burckhardt, unser Blues-Ambassador. Der Saxophonist und Heimweh-Basler wurde damals von Blueslegende Sunnyland Slim nach Chicago gerufen, begleitete ihn während 13 Jahren – und ist seither in der dortigen Szene tief verankert. Wir freuen uns, wenn Sam seine amerikanischen Freunde dieses Jahr erneut zu Höchstleistungen motivieren wird.

Der Begriff Chicago Blues wird Maria Muldaur kaum gerecht, obwohl sie ihn mit jeder Pore verkörpert. Blues ist längst ihr Zuhause, doch Marias Background geht darüber hinaus. Die 1942 in New York geborene Ausnahmekünstlerin hat die Geschichte der US-Rootsmusik entscheidend mitgeprägt. Nach ersten Berührungen mit dem Rock'n'Roll führte sie ihr Weg bereits früh zur Folkmusik im Greenwich Village der 1960er-Jahre. Genau zu jener Zeit begann es dort zu brodeln; in ihrer ersten Band spielte sie mit späteren Koryphäen wie David Grisman und Stefan Grossman, nahm Geigenunterricht bei Doc Watson – und begegnete einem gewissen Bob Dylan. Der Rest ist Geschichte, die beiden sind bis heute enge Freunde geblieben, und in Martin Scorseses Dylan-Dokumentation «No Direction Home» erhält Maria Muldauer nicht zufällig den wichtigsten Interview-Platz. In Cambridge/Massachusetts, einer anderen Protestsong-Hochburg der damaligen Zeit, lernte sie den Folksänger Geoff Muldaur kennen; die beiden heirateten, zeugten Tochter Jenni (heute eine erfolgreiche Singer/Songwriterin), spielten während Jahren mit der Jim Kweskin Jug Band – und trennten sich schliesslich 1972. Das war der Anfang von Maria Muldaurs beispielloser Solokarriere. Bereits ihre erste LP (mit Saitengurus wie Ry Cooder, Clarence White, David Lindley und Amos Garrett im Studio) wurde 1973 zum Welthit, vor allem dank der Songperle «Midnight At The Oasis». Sie landete 1974 gleich noch einen Hit («I'm a Woman», mit Paul Butterfield an der Bluesharp), war mit Grateful Dead auf der Bühne, sang in Jerry Garcias Band, befreundete sich mit Bluegrass-Ikone Peter Rowan – und wurde 1975 auch beim Montreux Jazz Festival gefeiert.

Bis Ende der 90er-Jahre tourte die Powerfrau pausenlos und tanzte auf allerlei Stilhochzeiten von Gospel, R&B, Country, Jazz über Big Band bis Kindermusik. Ungefähr zur Jahrtausendwende passierte Marias endgültige Hinwendung zu ihrer wichtigsten Quelle, dem Blues. Das hat ihr bisher viel Glück gebracht und insgesamt sechs Blues-Award- und Grammy-Nominierungen beschert. Schwierig, ihre besten Alben hervorzuheben – es sind zu viele, fantastisch sind sie alle. «Richland Woman Blues» (2001, mit Bonnie Raitt, Taj Mahal und Alvin Youngblood Hart), «Sisters & Brothers» (2004, mit Eric Bibb und Rory Block), «Sweet Lovin' Ol' Soul» (2005, mit Taj Mahal, Tracy Nelson, Pinetop Perkins, Del Rey, Steve James), und natürlich ihr insgesamt 40. Album «First Came Memphis Minnie» (mit Rory Block, Ruthie Foster, Bonnie Raitt, Phoebe Snow, Koko Taylor). 2014 erschien die multimediale Retrospektive «Way Past Midnight» mit ihren besten Blues- und Jazz-Aufnahmen – und jetzt, auf dem Höhepunkt ihrer 50-jährigen Karriere, macht die Grande Lady Halt in Basel. Wenig ist sicher im Leben, doch immerhin das sei garantiert: Maria Muldaurs Auftritt wird magisch! Ausser, Sie verpassen ihn ... (rk)

Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr

Ort:

CH-4058 Basel, Rebgasse 12 (Volkshaus Basel)

Termin:

Sa, 14.4.2018, 20:00 | |

Festival All Stars Blues Brunch

Und noch einmal heisst es:"Hier spielt der Blues". Mit dem Blues Brunch schliesst das 18th Blues Festival Basel.

In den vergangenen Jahren wurde der Blues Brunch mit den Festival Allstars als Abschlussveranstaltung von vielen Besuchern als der heimliche Höhepunkt des Festivals bezeichnet und war immer sehr schnell ausverkauft.

Das Geheimnis des Erfolgs ist die hohe Bereitschaft aller Künstler, sich an der Jamsession zu beteiligen und mit Musiker-Kolleginnen und -Kollegen kreativ und gekonnt zu improvisieren. Auch den international erfolgreichen Stars bietet sich selten eine solche Gelegenheit und es macht ihnen ganz offensichtlich einen ungewohnt grossen Spass.

Mit reichhaltigem Brunch und vielen Gästen. Der frühzeitige Ticketkauf zahlt sich aus.

Ort:

CH-4058 Basel, Rebgasse 12 (Volkshaus Basel)

Termin:

So, 15.4.2018, 11:00 | |

Blues Festival Basel

im Volkshaus Basel

Rebgasse 12
CH 4058 Basel

Telefon: +41 (0)61-751 54 74
Fax: +41 (0)61-753 89 56
E-Mail: sekretariat@bluesbasel.ch

TICKETS
VIP-Sitzplatz an nummerierten Tischen (6 Personen) mit Bedienung CHF 90.–
Sitzplatz Konzertbestuhlung mit Selbstbedienung CHF 70.–
Stehplatz / Stehtische CHF 40.–
Festivalpass Stehplatz 4 Tage (Mi – Sa) CHF 100.–
Blues Brunch inkl. Buffet CHF 80.–

VORVERKAUF
- TICKETCORNER Schweiz 0900 800 800 (CHF 1.19/min, Festnetztarif), www.ticketcorner.ch, www.eventim.de, Bestell-Hotline 01805-570070 (0.14 €/Min., Mobilfunkpreis max. 0.42 €/Min)
- www.bluesbasel.ch | +41 (0)61 302 75 80, +41 (0)61 751 54 74