Die Helmut Förnbacher Theater Company

Die Helmut Förnbacher Theater Company ist eine der ältesten freien, nicht subventionierten Schweizer Theatergruppen und wurde 1980 vom Film- und Theater-Regisseur und Schauspieler Helmut Förnbacher anlässlich einer vielbeachteten Inszenierung von Hofmannsthals „Jedermann“ in der Basler Elisabethenkirche gegründet.

Seither hat die Company mit inzwischen weit über hundert (!) Eigenproduktionen eine grosse Zahl treuer Zuschauerinnen und Zuschauer für ihr Theater gewinnen und begeistern können.

Kunst (Art)

Yasmina Reza

Premiere: 19. September 2017

Das Stück heisst „Kunst“. Und es ist eine. Es stammt von Yasmina Reza, der französischen Dramatikerin, die so leichte Komödien schreibt, dass man gar nicht merkt, wie schwer sie sind. Und wie sie die Welt verändern. In „Kunst“ brennt ein rein weisses Bild, 1,20 x 1,60 Meter gross, ein Loch in die Welt, das drei Männer, Marc (Luftfahrtingenieur), Serge (Dermatologe) und Yvan (Papierhändler) verschluckt. Beziehungsweise deren Beziehung. Seitdem ist dieses weisse Bild das berühmteste, monochrome Mal-Machwerk der Theatergeschichte.

Es geht in „Kunst“ nicht nur um Kunst. Es geht um eine Welt. Dass eine weisse Fläche von 1,20 x 1,60 Meter, die Serge für 200'000 Euro gekauft hat, eine Welt aus Freundschaft, Liebe und Vertrauen ins Chaos stürzt - inklusive Weinkrämpfen, Wutausbrüchen („Für diese Scheisse hast du 200'000 bezahlt?“), einer Schlägerei, gegenseitigem Ehefrauenschlechtmachen („Du sprichst nur deshalb von Paula, einer Frau, die mein Leben teilt, in diesen unerträglichen Worten, weil du die Art, wie sie den Zigarettenrauch verscheucht, missbilligst?“) und einem womöglich geplatzten Trommelfell.

Eine Eleganz-Schlenderei über den Boulevard, dessen Asphalt aus einer hauchdünnen, federnden Tragödienkruste besteht. Darunter: Abgründe.

Yasmina Reza inszeniert dieses Männergerangel um Kunst mit süffisant genauem Frauenblick und dem Gespür für den Hintersinn von Nebensächlichem. Kein Wunder auch, dass neben moderner Kunst auch allerlei Moden zwischen Psychoanalyse und Dekonstruktivismus verhandelt werden.

Mit: Helmut Förnbacher, Falk Döhler, Percy von Tomëi.
Inszenierung und Raum: Verena Buss

Termine:

Di, 19.9.2017, 20:00 | Premiere |
Do, 21.9.2017, 20:00 |
So, 24.9.2017, 18:00 |
Mi, 27.9.2017, 20:00 |
Sa, 30.9.2017, 20:00 |

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand...

Nach dem Bestseller von Jonas Jonasson

Premiere: 20. Oktober 2017

Allan Karlsson wird 100 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern. Doch während sich der Bürgermeister und die lokale Presse auf das grosse Spektakel vorbereiten, hat der Hundertjährige ganz andere Pläne: Er büxt einfach –aus und schon bald steht ganz Schweden wegen seiner Flucht Kopf. Ein Koffer, voll mit gestohlenem Geld, in dessen Besitz Allan eher zufällig gelangt, bringt eine Verbrecherorganisation auf den Plan, die ihr Eigentum zurückhaben möchte. So kommt es, dass schliesslich nicht nur die Polizei hinter ihm her ist, sondern auch die Ganoven. Nach und nach gesellen sich skurrile Figuren wie der Gelegenheitsdieb Julius Jonsson, der ewige Student Benny Ljungberg und die schöne Elefantenbesitzerin Gunilla hinzu. Unauffällig kann die ungewöhnliche Reisegruppe nicht reisen, da auch noch Elefant Sonja mit an Bord ist. Dass auch einige Leichen den Fluchtweg von Allan und seinem Gefolge pflastern, ist halt so... Und damit hat Allan ja seine Erfahrung, er hat in jüngeren Jahren das ganze Weltgeschehen auf den Kopf gestellt.

Jonas Jonasson erzählt die Geschichte einer urkomischen Flucht und zugleich die irrwitzige Lebensgeschichte eines eigensinnigen Mannes, der sich zwar nicht für Politik interessiert, aber trotzdem irgendwie immer in die grossen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts verwickelt war.
Das Buch ist seit seinem Erscheinen von keiner Bestsellerliste mehr wegzudenken und ist allein im deutschsprachigen Raum mehr als zwei Millionen Mal verkauft worden.

Mit: Jupp Saile
Lea-Sina Bühler, Falk Döhler, Lothar Hohmann, Brigitta Laube, Percy von Tomëi, Marcel Zehnder, Matthias Zelazko.
Inszenierung: Sandra Rudin-Förnbacher

Termine:

Fr, 20.10.2017, 19:00 | Premiere |
So, 22.10.2017, 18:00 |
Do, 26.10.2017, 19:00 |

Offene Zweierbeziehung

Dario Fo und Franca Rame

Die unsterbliche Komödie von Nobelpreisträger Dario Fo und von Franca Rame - als „Frühlings-Highlight“

Franca Rame und Dario Fo stellen die Machtverhältnisse in der Ehe mit allen Mitteln der Komik auf den Kopf: Sie manövrieren Antonia und ihren Mann in groteske Situationen, legen ihnen witzig derbe Dialoge in den Mund, lassen viel Raum für Improvisationen und die Zuschauer Teil des Spiels werden. Eine lustvolle Gratwanderung zwischen Lachen und Weinen.

Die Szenen dieser Ehe sind von der Selbstironie, aber auch von bitteren Einsichten geprägt. Wie spitze Klingen funkeln die Dialoge, vieles kommt einem bekannt vor. Langsam lebt Antonia auf, schrumpft das Selbstgefühl ihres Mannes - besonders in jenem Augenblick, als er erfahren muss: Auch Antonia hat einen Geliebten...! - Oder hat sie ihn erfunden, um sich zu rächen...?

"Offene Zweierbeziehung“ ist ein witziges, intelligentes und immer aktuelles Stück. Mehr denn je überlegen wir, wie wir eine Zweierbeziehung leben und gleichzeitig unsere individuellen Bedürfnisse wahrnehmen können. - Für beide Geschlechter sind die Ansprüche an eine Zweierbeziehung sehr hoch. Für das Zusammenleben gibt es keine allgemeingültigen Rezepte mehr, die man einfach übernehmen könnte. - Auch Dario Fo und Franca Rame liefern in diesem Stück keine abschliessenden Antworten. Aber sie entlarven schonungslos festgefahrene Verhaltensmuster. Wir lachen über das beziehungungsmüde und nicht voneinander lassen könnende Paar - und werden doch auf uns selber zurückgeworfen. - Welchem der Beiden bin ich näher...? Wie würde ich reagieren, wenn…?

Dieses Stück ist etwas für Theatergourmets. Ein Stück, das den Zuschauerinnen und Zuschauern noch lange im Gedächtnis bleiben wird. - Ein Stück, das dem Darsteller-Paar alles an Spielfreude, Tempo, Präzision und komödiantischem Können abverlangt.

"Offene Zweierbeziehung" hat auch nach einem Vierteljahrhundert nichts an bissig, ironischer Aktualität verloren. Wie durch ein Brennglas gesehen, entfaltet sich vor den Augen der Zuschauer das exemplarische Scheitern einer Beziehung in diesem spannungsgeladenen Komödienklassiker.

Mit: Kristina Nel, Lothar Hohmann und David Köhne
Regie: Markus Schlüter

Ort:

Förnbacher Theater im Badischen Bahnhof Basel
(Schwarzwaldallee 200, CH-4058 Basel)

Termine:

Fr, 27.10.2017, 20:00 |
So, 29.10.2017, 18:00 |

Der Vater

(Le Père)
Florian Zeller

Zellers preisgekröntes Drama («Prix Molière» für das beste französische Theater Stück, «Best play of the year» in London und New York) – Ein Muss!

Ein berührendes Stück über einen alten Mann, der an Alzheimer erkrankt ist.

André, achtzig, Witwer, Vater von zwei Töchtern, merkt, dass sich etwas verändert - es verschwinden Sachen, er versteckt Gegenstände, er fühlt sich bedroht, verfolgt, er verliert die zeitliche und räumliche Orientierung: "Irgendetwas Seltsames passiert. Als hätte ich kleine Löcher. Im Gedächtnis. Kriegt keiner mit. Winzig klein. Mit bloßem Auge nicht zu sehen. Aber ich, ich spüre es ..."

Noch lebt er allein in seiner Pariser Wohnung, versucht vor Anne, seiner älteren Tochter, den Eindruck aufrechtzuerhalten, alles sei in Ordnung, wobei es ganz offensichtlich ist, dass er allein nicht mehr zurechtkommen kann. Also organisiert sie für ihn Pflegehilfen, mit denen sich aber dieser stolze und seine Würde behauptende alte Mann ständig zerstreitet. Und nun will sie mit ihrem neuen Lebenspartner nach London gehen. Was tun? Wie vorgehen…?

Zeller beantwortet diese Fragen in "Vater" nun nicht in einer chronologisch linearen, sondern in einer kausalen Abfolge von 15 raffiniert verschachtelten Szenen - ein Vexierspiel von Wahn und Wirklichkeit, in dem André, mal Maulheld, mal frech und gewitzt, staunend und bangend auf all das ihm nun Befremdliche blickt, seien es die Veränderungen in der Wohnung oder die bei seinen Mitmenschen: Anne, ihr Lebenspartner Pierre, Laura, die hübsche neue Pflegerin, die Krankenschwester und der Pfleger, die ihm wie Spukgestalten in einem Strudel von Verdacht und Verrat erscheinen. Denn Zeller erzählt seine Geschichte konsequent aus der Perspektive des Vaters, des ungläubig Betroffenen, als eine tragische Farce, in die sich der alte Mann immer mehr verheddert, bis er am Ende aufgibt und nach seiner Mutter ruft: "Mama, ich will weg von hier. Ich will, dass man mich hier wegholt. Ich will nach Hause."

Ein theatralisches Spiegelkabinett, überraschend, schräg, beängstigend, aber auch komisch und schrill: ein alter Mann auf der Spurensuche nach sich selbst, gerät in eine Welt, in der seine Biografie und die Beziehungen, die sie mitgebracht hat, nicht mehr gelten, weil diese Welt, in der sie entstanden sind, im Untergehen, im Verlöschen ist.

Mit: Helmut Förnbacher
Lea-Sina Bühler, Lothar Hohmann, Kristina Nel,
Percy von Tomëi u.a.

Regie: Verena Buss

Ort:

Förnbacher Theater im Badischen Bahnhof Basel
(Schwarzwaldallee 200, CH-4058 Basel)

Termin:

Sa, 21.10.2017, 20:00 |

Der Besuch der alten Dame

Friedrich Dürrenmatt

Der Besuch der alten Dame ist eines der anregendsten und fesselndsten Stücke, die je geschrieben worden sind. Die Sprache Dürrenmatts ist stark, seine Bühnenfiguren voll prallen Lebens, seine Geschichten auch heute hochaktuell, konsequent und unerbittlich, seine Theater-Bilder von tragischer, gültiger Grösse.

Die alte Dame ist ein böses Stück, sagt Dürrenmatt - doch nichts schadet dieser Komödie, die tragisch endet, mehr als tierischer Ernst. Claire Zachanassian ist die reichste Frau der Welt, durch ihr Vermögen in der Lage, wie eine Heldin der
griechischen Tragödie zu handeln - absolut, grausam, wie Medea etwa - doch die Dame hat Humor... eine seltsame Grazie, einen bösartigen Charme ... Sie ist eine dichterische Erscheinung ...

Die Güllener sind Menschen wie wir alle. Sie sind nicht böse, durchaus nicht; zuerst entschlossen, das Angebot der alten Dame, Ill für eine Milliarde zu töten, abzulehnen, machen sie Schulden. Nicht aus böser Absicht, aus Leichtsinn - aus dem Gefühl heraus, es lasse sich schon irgendwie arrangieren. Doch dann geben die Güllener der Versuchung nach. Die Versuchung war zu gross...!

Inszenierung: Helmut Förnbacher

Ort:

Förnbacher Theater im Badischen Bahnhof Basel
(Schwarzwaldallee 200, CH-4058 Basel)

Termin:

Di, 24.10.2017, 19:00 |

Die Helmut Förnbacher Theater Company

im Badischen Bahnhof Basel

Schwarzwaldallee 200
CH 4058 Basel

Telefon: +41 (0)61 361 90 33
Fax: +41 (0)61 361 90 33
E-Mail: info@foernbacher.ch