SPRENGEL-MUSEUM HANNOVER

Das im Jahr 1979 eröffnete Sprengel Museum Hannover zählt mit seiner umfangreichen Sammlung und dem vielfältigen Wechselausstellungsprogramm zu den bedeutendsten Museen der Kunst des 20. Jahrhunderts und 21. Jahrhunderts.
Aufbauend auf der Sammlung Dr. Bernhard Sprengels, der Schwerpunkte im Bereich des deutschen Expressionismus und der französischen Moderne gelegt hat, ist der Bestand in den vergangenen 26 Jahren um die wesentlichen Epochen zeitgenössischer Kunst erweitert worden; seit 1994 existiert die Abteilung Fotografie und Medien. Mit ca. 25 Wechselausstellungen im Jahr, zahlreichen Symposien und Vortragsreihen, einem umfangreichen didaktischen Programm und dem seit 1993 im Hause verankerten Kurt Schwitters Archiv bietet das Sprengel Museum Hannover ein lebendiges Forum für Kunst und Wissenschaft.

AKTUELLE SONDERAUSSTELLUNGEN

John Gossage. The Thirty-Two Inch Ruler / Map of Babylon

Di, 21.2.2012, 18:30 | Eröffnung

Mi, 22.2.2012 - So, 17.6.2012

Eröffnung: Es begrüßt Inka Schube. Im Anschluss laden wir Sie herzlich ein zu einem Künstlergespräch mit John Gossage.

Der in Washington DC lebende Fotograf John Gossage (*1946) war in der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! mit The Pond, einer Arbeit aus dem Jahr 1985, vertreten.

Mehr als 30 Jahre später entstand The Thirty-Two Inch Ruler / Map of Babylon. In fotografisch ästhetisch reflektierender Weise beschreibt John Gossage den Ort, an dem er lebt und in dem Donald Rumsfeld sein Nachbar war. Das Sprengel Museum Hannover zeigt ca. 25 Arbeiten aus dieser Serie.

Lorbeeren und Erdbeeren. Max Ernst - Das grafische Spätwerk 1949–1976

Mo, 27.2.2012, 18:30 | Eröffnung

Mi, 29.2.2012 - So, 10.6.2012

Eröffnung: Es begrüßt Ulrich Krempel, es spricht Karin Orchard.

Die Sammlungspräsentation lenkt den Fokus auf die Zeit nach 1949, als Max Ernst (Brühl 1891 – 1976 Paris), acht Jahre nach seiner Emigration in die USA, erstmals wieder nach Europa zurückkehrt und sich 1953 endgültig in Frankreich niederlässt.

Der chronologische Einschnitt ist nicht nur durch die biografische Zäsur begründet, sondern markiert zugleich den bemerkenswerten Anstieg seiner grafischen Produktion. In Frankreich gerät das Leben von Max Ernst zwar in ruhigere Bahnen, doch sein international wachsender Ruhm, umfangreiche Ausstellungen und zahlreiche Ehrungen begleiten ihn fortan.

»Lorbeeren und Erdbeeren. Das unvermeidliche Ergebnis dieser Kundgebungen: plötzlich Bekanntsein diesseits und jenseits der Wasser. Jeder beflissene Kunstschüler verehrt ihn, bessere Damen lächeln ihm zuvorkommend zu, Würdenträger lüften den Hut und rufen aus: ›Er hats erreicht.‹ Wie aber stellt sich der Schnabelmax [d. i. Max Ernst] zu dieser Notorietät, er, dem eine einzige wilde Erdbeere tausendmal lieber ist als alle Lorbeeren der Welt? Wie kann er diese Last ohne zu versumpfen in sich ertragen? Die Antwort ist leicht: seit seinen Jugendjahren ist er sich der Gefahr bewusst, und das heißt: die Gefahr ist nicht da. Die Lösung ist höchst einfach: handeln!«

Ausgewählte Einzelblätter, Mappenwerke und Künstlerbücher sind zu sehen, die einen konzentrierten Querschnitt durch das grafische Werk dieses Zeitraums vermitteln. Eines der Hauptwerke von Max Ernst entsteht 1964: das 30 Blätter umfassende Künstlerbuch Maximiliana ou L’Exercice illégal de l’astronomie, eine Hommage an den Astronomen Ernst Wilhelm Leberecht Tempel. Das grafische Werk von Max Ernst zeichnet sich durch eine variantenreiche stilistische Formensprache aus: Oszillierende Kurven und Liniengespinste, Abdrücke von Natur- und Alltagsformen, Zeichenhaftes sind ebenso zu finden wie Überlagerungen von Linien und Farbfeldern, die sich zu neuen Motiven umdeuten lassen.

Das Werk von Max Ernst ist einer der wichtigen Sammlungsschwerpunkte im Sprengel Museum Hannover. Die Fritz Behrens-Stiftung erwarb 1972 von der Galerie Brusberg, Hannover, die fast vollständige Druckgrafik. Durch einen Tausch gegen ein Gemälde von Emil Nolde gelangte dieses Konvolut 1982 in das Sprengel Museum Hannover.

Eine Rückkehr zur Malerei

Gemälde von Ilya Kabakov, 1961-2011

So, 29.1.2012 - So, 6.5.2012

Die Malerei gibt es im Werk von Ilya Kabakov seit dessen ersten Anfängen; sein malerisches Werk entsteht bereits früh, noch in der Sowjetunion, parallel zu seiner „Brotarbeit“ als Zeichner und Illustrator.

Auch in den unzähligen Installationen der letzten Jahrzehnte, gemeinsam mit seiner Frau Emilia realisiert, spielt die Malerei immer wieder eine zentrale Rolle. Sie bot Ilya Kabakov die Möglichkeit der Camouflage, des Spielens mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und Autorennamen, des Ausweitens des erzählerischen Raums der Werke. Seit etwa dem Jahre 2000 hat Ilya Kabakov sich von der künstlerischen Installation weitgehend abgewandt und forciert nun eine sehr persönliche Malerei, in der er eine Revision des Gelebten und Geleisteten, der Bilder der Vergangenheit, der Bildwelten des sowjetischen Sozialismus vornimmt. Vielteilige Bildfolgen entstanden dabei, wie „Unter dem Schnee“ oder „Fliegend“, in denen das Entschwinden dieser realen Welten seine bildlichen Entsprechungen findet. Die fliegenden und fliehenden Bilder im weißen Bildraum der Folge „Sie fliegen“ benennen Abschiede und schaffen den Anklang an gegensätzliche Traditionen der Kunst des 20.Jahrhunderts, an eine abbildende und konstruktive, abstrakte.

Ungewöhnlich direkt persönlich sind auch einige Werkgruppen der allerletzten Zeit. In „Schwarze Gemälde“ erschafft der Maler einen vielfältig fokussierten, montierten Bildraum, in dem persönliche Erlebnisse der letzten Zeit – wie ein Japanaufenthalt anlässlich der Verleihung des Premium Imperiale – eine vom Künstler gedachte große Szene entstehen lassen. Die dunkle Farbigkeit setzt diese Bildgruppe deutlich ab von der offenen Präsentation der Familienbilder aus der Gruppe „Sie schauen“. In ihr imaginiert Kabakov, nur fußend auf einigen wenigen Familienfotografien, die Gegenüberstellung des Malers wie Betrachters mit den realen und imaginierten Figuren der persönlichen Vergangenheit des Künstlers. Die Tanten, Onkels, die Mutter und der kindliche Ilya Kabakov schauen auf uns, in Vergegenwärtigung eines verflossenen Lebens in einem jüdischen Familienverbund in der Sowjetunion der Stalinzeit.

Die Ausstellung umfasst ca. 60 Gemälde sowie drei Modelle für nicht realisierte Installationen/Denkmäler.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Abbildungen aller Werke sowie Texten von Ilya Kabakov, Karin Hellandsjø und Ulrich Krempel.

Dieter Kiessling - Videoinstallationen

Mi, 2.11.2011 - So, 5.2.2012

Mit den in der Ausstellung präsentierten Videoinstallationen »Staub 2« (1996/2000) und »Kante« (2010) erforscht Dieter Kiessling (geb. 1958 in Münster) die Mechanismen der Bilderzeugung und -wiedergabe. Seine auf Präzision und Reduktion basierenden Arbeiten zeigen den technischen Blick der Kamera und setzen sich mit dem Verhältnis und der Differenz zwischen Realität und Abbild auseinander.

Im Mittelpunkt steht die Closed-Circuit-Arbeit »Staub 2«, die aus einer Videokamera und einem Videoprojektor besteht. Die Kamera nimmt die durch das Publikum aufgewirbelten Staubpartikel auf, die dann auf die Wand projiziert werden. In der Interaktion mit dem Be-trachter und den Bedingungen der Technik entwickelt Kiessling eine konzeptuelle Arbeit, die sich dabei fast nebenbei auch mit der menschlichen Wahrnehmung auseinander setzt. Die jüngere Videoprojektion »Kante« spielt mit dem Phänomen der Unschärfe durch Distanz und Nähe in der Bewegung der Wiedergabe der Kamera einer einfachen Raumkante.

Die Ausstellung setzt mit den Videoinstallationen von Dieter Kiessling den Fokus auf die Untersuchung der menschlichen Wahrnehmung und wird nicht zuletzt zu einem visuellen Erlebnis für den Betrachter.

WarenHandlung: FORMschön

Eine Kunstausstellung für Kinder

So, 23.10.2011 - So, 5.2.2012

Ein Fenster voller Gewürze, safrangelb und schokobraun, ein roter Wecker, eine Feldflasche, eine Glühbirne, Löffel, Tassen, Teller, ein Auto... Und man könnte fast glauben, in einem Trödelladen zu sein! Wenn da nicht die Künstler Dieter Roth, Niki de Saint Phalle, César, Daniel Spoerri, Robert Rauschenberg und Arman wären, die mit all diesen Dingen, Waren und Fundstücken, formschöne Kunstwerke hergestellt hätten. In der WarenHandlung kann zwar nichts gekauft, aber vieles bewundert und entdeckt werden.

Götter und Helden. Nachleben und Eigenleben antiker Mythen in der Grafik

Mi, 14.9.2011 - So, 19.2.2012

Vermehrt lassen sich heute wieder erzählerische Tendenzen in der Kunst konstatieren. Zu den ältesten Geschichten zählen die antiken klassischen Mythen, die von Künstlern seit je her als Steinbruch für eigene Bilderfindungen und eigenwillige Interpretationen genutzt werden. Auch das Interesse am Mythos in der Alltagskultur als irrationale Fantasiewelt ist nie abgerissen. Mit Werken aus der Sammlung des Sprengel Museum Hannover von Max Beckmann, Max Ernst, Pablo Picasso, Gerhard Marcks, Oskar Kokoschka, Henri Laurens, Georges Braque, Ossip Zadkine, Henry Moore, HAP Grieshaber, Jim Dine, Horst Antes und Niki de Saint Phalle wird diese Arbeit am Mythos in der Moderne präsentiert.

DIE SAMMLUNG

Das von der Architektengruppe Peter und Ursula Trint, Köln, und Dieter Quast, Heidelberg, entworfene, 1979 eröffnete und 1992 durch einen zweiten Bauabschnitt erweiterte Museum wird von einem Konzeptionsprinzip des Dialoges zwischen"Öffnung und Schließung", zwischen "öffentlichem Bereich und Kunstaura" getragen. Mit seinem offenen Charakter ist das Museum zu einem Ort der Begegnung und Kommunikation geworden.

Eine großzügige Schenkung sorgte für den Startschuss: 1969 übergab Dr. Bernhard Sprengel seine umfangreiche Sammlung moderner Kunst der Stadt Hannover und stiftete zusätzlich einen namhaften Betrag zum Bau des Museums. Die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen kamen überein, den Bau und den laufenden Betrieb des Museums gemeinsam zu tragen. Das Sprengel Museum Hannover vereint neben der Sammlung Sprengel Werke des 20. und 21. Jahrhunderts aus dem Besitz des Landes Niedersachsen und der Stadt Hannover.

Die Zusammenführung dieser wichtigen Bestände macht das Sprengel Museum Hannover zu einem der bedeutendsten Zentren moderner Kunst. Keine enzyklopädisch aufgebaute Sammlung, sondern die Gliederung nach Schwerpunkten prägt den Kunstbestand des Museums. Die Sammlung umfasst Werke des deutschen Expressionismus ebenso, wie die des französischen Kubismus bis hin zur Abstrakten Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg und Strömungen wie Minimal Art, Informel, Nouveau Réalisme, Konzeptkunst und Postminimal Art. Als ein wichtiger Sammlungsschwerpunkt hat sich in den vergangenen Jahren der Bereich Fotografie und Medien entwickelt.

Die Bildung von Schwerpunkten bzw. Werkgruppen macht den besonderen Charakter der Sammlung aus. Eindrucksvolle Akzente setzen die Werkgruppen von Pablo Picasso, Fernand Léger, Max Ernst, Emil Nolde, Paul Klee und Max Beckmann sowie die Schenkung Niki de Saint Phalle.

Mit der großen Kurt-Schwitters-Sammlung und dem in seiner Art einmaligen "Kabinett der Abstrakten" von El Lissitzky werden Höhepunkte der Kunst der 1920er und 1930er Jahre vorgestellt. Kleinere Werkgruppen von Hans Arp und Lyonel Feininger, Ernst Wilhelm Nay, Emil Schumacher, Keith Sonnier und James Turrell machen in beispielhafter Weise künstlerische Entwürfe des 20. Jahrhunderts sichtbar.

Die Klassische Moderne, zu der die Malerei und Plastik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählt, bildet den Sammlungsschwerpunkt des Sprengel Museum Hannover. Wichtige Künstlergruppierungen (Die Brücke, Der Blaue Reiter), Stilströmungen (Kubismus, Surrealismus) und Persönlichkeiten (Dix, Boccioni) werden umfangreich und mit herausragenden Einzelwerken vorgestellt. Eine besondere Attraktion der Sammlung sind die von Künstlern gestalteten Räume. Das wiedererrichtete "Kabinett der Abstrakten" von El Lissitzky und die Rekonstruktion des MERZbaus von Kurt Schwitters stellen zwei herausragende, dabei jedoch ganz unterschiedliche Konzepte vor, einen Raum künstlerisch zu gestalten. Mit dem neu eingerichteten Raum von James Turrell, der vier verschiedene Lichtinstallationen zeigt, findet dieser Schwerpunkt seine Fortsetzung in der Kunst der Gegenwart.

Sprengel Museum Hannover

Kurt-Schwitters-Platz
D-30169 Hannover

Telefon: +49(0)511 168 - 4 38 75
Fax: +49(0)511 168 - 4 50 93
E-Mail: Sprengel-Museum@Hannover-Stadt.de

Öffnungszeiten

Montag geschlossen
Dienstag 10 - 20 Uhr
Mittwoch bis Sonntag 10 - 18 Uhr

Sammlungen & Wechselausstellungen
Montag geschlossen
Dienstag 10 - 20 Uhr
Mittwoch bis Sonntag 10 - 18 Uhr

Kinderforum
Samstag 14 - 18 Uhr
Sonntag 10 - 13 Uhr und 14 - 18 Uhr

Feiertagsregelungen
Karfreitag geschlossen
Ostersonntag und –montag 10 - 18 Uhr
1. Mai 10 - 18 Uhr
Himmelfahrt 10 - 18 Uhr
Pfingstsonntag und –montag 10 - 18 Uhr
3. Oktober 10 - 18 Uhr
Heiligabend, 1. Weihnachtstag und Silvester geschlossen
Neujahr 13 - 18 Uhr (freier Eintritt)