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Sprengel Museum Hannover

Das im Jahr 1979 eröffnete Sprengel Museum Hannover zählt mit seiner umfangreichen Sammlung und dem vielfältigen Wechselausstellungsprogramm zu den bedeutendsten Museen der Kunst des 20. Jahrhunderts und 21. Jahrhunderts.
Aufbauend auf der Sammlung Dr. Bernhard Sprengels, der Schwerpunkte im Bereich des deutschen Expressionismus und der französischen Moderne gelegt hat, ist der Bestand in den vergangenen 26 Jahren um die wesentlichen Epochen zeitgenössischer Kunst erweitert worden; seit 1994 existiert die Abteilung Fotografie und Medien. Mit ca. 25 Wechselausstellungen im Jahr, zahlreichen Symposien und Vortragsreihen, einem umfangreichen didaktischen Programm und dem seit 1993 im Hause verankerten Kurt Schwitters Archiv bietet das Sprengel Museum Hannover ein lebendiges Forum für Kunst und Wissenschaft.

Kontakt

Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
D-30169 Hannover

Telefon: +49(0)511 168 - 4 38 75
Fax: +49(0)511 168 - 4 50 93
E-Mail: Sprengel-Museum@Hannover-Stadt.de

 

Öffnungszeiten

Sammlungen & Wechselausstellungen
Montag geschlossen, Dienstag 10 - 20 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 10 - 18 Uhr

Kinderforum
Samstag 14 - 18 Uhr, Sonntag 10 - 13 Uhr und 14 - 18 Uhr

Feiertagsregelungen
Karfreitag geschlossen
Ostersonntag und -montag 10 - 18 Uhr
1. Mai 10 - 18 Uhr
Himmelfahrt 10 - 18 Uhr
Pfingstsonntag und -montag 10 - 18 Uhr
3. Oktober 10 - 18 Uhr
Heiligabend, 1. Weihnachtstag und Silvester geschlossen
Neujahr 13 - 18 Uhr (freier Eintritt)
Ausstellung

Anne Collier

Mi, 19.9.2018 | Eröffnung

Mi, 19.9.2018 - So, 6.1.2019

Das unschuldige Bild ist eine Illusion – das gilt im besonderen Maße für das allgegenwärtige Medium der Fotografie. Genau an dieser Stelle setzt das künstlerische Interesse der 1970 in Los Angeles geborenen, aktuell in New York lebenden Anne Collier ein. Sie nutzt gefundene Materialien, bearbeitet diese und gelangt so zu einer reflektierten Archäologie der Gebrauchsweisen der Fotografie. Dabei ist es eine bestimmte Art der Fotografie, die Collier interessiert. Es handelt sich vorwiegend um Bilder, die durch eine sehr emotionale Bildsprache charakterisiert sind: Augen, Wolken, Wellen sowie Fotografien von unverblümtem und romantisiertem Sexismus. Indem die Künstlerin Poster, Plattencover, Fotozeitschriften, Buchseiten und Film-Stills abfotografiert, hinterfragt sie die Bedeutung von Bildern, die unseren Alltag prägen und Sehnsüchte illustrieren.

Die von Collier gesammelten Fotos scheinen dabei wie historisch entrückt. Sie stammen mehrheitlich aus Medien der 1970er- und 1980er-Jahre. Was aber hat sich seitdem grundlegend geändert? Die Künstlerin rekontextualisiert den ursprünglichen Bildzusammenhang und formuliert ihn neu. Collier erklärt, sie sei vor allem daran interessiert, „Objekte mit einer komplizierten Geschichte zu fotografieren“ und „eine Spannung zu erzeugen – zwischen dem was abgebildet wird und wie es abgebildet wird“. Indem Collier das Fotografieren an sich thematisiert und bereits Fotografiertes erneut ablichtet, schafft sie Distanz zum Motiv, filtert Emotionen und liefert einen Anlass zur Reflexion des Dargestellten. Ihre überaus analytische Perspektive verzichtet dabei auf Sentimentalität oder Pathos. So ist der Betrachter – ob weiblich oder männlich – selbst gefordert, Position zu beziehen.

Anne Colliers Werke wurden bereits in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, wie z. B. dem Fotomuseum Winterthur (2017), dem San Francisco Museum of Modern Art, dem Centre Pompidou, Paris, der Fondazione Prada, Mailand, (alle 2016) und dem Museum of Contemporary Art, Chicago (2014). Ihre Präsentation im Sprengel Museum Hannover ist die erste museale Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland.
Ausstellung

Kleine Geschichte(n) der Fotografie (#1)


Eine Ausstellung in mehreren Kapiteln

Mi, 13.6.2018 - So, 2.9.2018

Die als mehrteilige Reihe konzipierte Ausstellung „Kleine Geschichte(n) der Fotografie“ geht das Wagnis einer alternativen Geschichtsschreibung ein und stellt die Frage: Wie lässt sich die Geschichte der neueren Fotografie nach dem „Ende der großen Erzählungen“ überhaupt begreifen? Ausgangspunkt sind wesentliche Begriffen einer solchen Geschichte, Ziel ist die Erstellung eines Glossars, das zum Umgang mit neuerer künstlerischer Fotografie befähigt. Mit nur wenigen, ikonischen Bildern führt die Ausstellung dabei die Verschiedenartigkeit der jeweiligen Begriffe Raum für Raum vor – freilich ohne sie nur zu illustrieren: „Abstraktion“, „Bewegung“, „Bild-Gebäude“, „Blick“, „Weiblicher Körper“ und „Re:Produktion“.

In einer unkonventionellen Präsentationsform, die von einer eigenen Homepage zum Thema begleitet wird, werden bekannte, aber auch weniger populäre Fotografien aus den vergangenen Jahrzehnten beispielhaft vorgestellt.

Mit Lynda Benglis, David Claerbout, Jan Dibbets, VALIE EXPORT, Claus Goedicke, Andreas Gursky, Gottfried Jäger, Barbara Kasten, Sherrie Levine, Giuseppe Penone, Thomas Ruff, Edward Ruscha, Katharina Sieverding, Jörg Sasse, Hannah Villiger, Christopher Williams und einer Störung von Franz de Hamilton sowie einem begleitenden Beitrag von Adrian Sauer

Gefördert durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Sparkasse Hannover.
Ausstellung

Theaster Gates. Kurt-Schwitters-Preis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung

Sa, 23.6.2018 - So, 2.9.2018

Der Träger des Kurt Schwitters-Preises der Niedersächsischen Sparkassenstiftung 2017, Theaster Gates (geb. 1973 in Chicago, USA) wird im Juni 2018 mit einer Festveranstaltung und einer Ausstellung in der Oberen Sammlung des Sprengel Museum Hannover geehrt. Zugleich wird im Kunstmuseum Basel eine Einzelausstellung des Künstlers zu sehen sein und Hannover und Basel werden eine gemeinsame Publikation zu der aktuellen Produktion von Gates erstellen.

Gates, der in Deutschland vor allem seit der documenta 13, 2012 mit seiner Neugestaltung des Hugenottenhauses in der Kasseler Altstadt bekannt wurde, ist seitdem international mit Ausstellungen u. a. in der National Gallery, Washington (2017), dem Kunsthaus Bregenz (2016), sowie internationalen Biennalen (Venedig, Istanbul, Whitney) zu sehen gewesen. Der Ausgangspunkt und Hauptwirkungsort des als Bildhauer und Städteplaner ausgebildeten Künstlers bleibt die South Side in Chicago, in der er 2006 mit dem Kauf und der Renovierung eines einfachen Stadthauses auf der Dorchester Avenue inmitten der Bankenkrise begann. Seitdem hat Gates verschiedene Stiftungen wie The Dorchester Project und die Rebuild Foundation gegründet, mit deren Hilfe er verlassene und verfallene Häuser, ein Bankgebäude und eine Schule aufkauft, wiederherstellt und neuen Nutzungen zuführt. Dieses Prinzip des Recyclings von Materialien und Gebäuden, das in Chicago eine besondere künstlerische Tradition hat, wird von Gates eingesetzt für die Wiederbelebung und soziale und kulturelle Stärkung eines von einem African American-Arbeiterklassemilieu geprägten Stadtteils, dessen Aufstreben in die Mittelklasse durch die Insolvenz der Bank Lehmann Brothers 2008 jäh gestoppt worden war. Zugleich ist es jetzt Teil einer vorbildlichen, künstlerisch geprägten Stadtteilentwicklung, die auch durch die Verbundenheit des dort aufgewachsenen ehemaligen US-Präsidenten Obama einen neuen Aufschwung erfährt.

Für den Skulpturenhof und die Obere Sammlung projektiert Gates eine ortsbezogene Arbeit mit Bezug zu dem Themenfeld der Schwarzen Madonna („Black Madonna“), zu dem er mit Bezug zu ausgewählten Werken der Sammlung des Sprengel Museum Hannover, dem von ihm angekauften Bildarchiv des 1950er-Jahre Magazins „Ebony“ (Elfenbein) sowie anderen Referenzen arbeiten wird.

Der Kurt-Schwitters-Preis wird im kommenden Jahr zum elften Mal vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Er möchte Künstlerinnen und Künstler würdigen, „deren Werk durch die Berufung auf Kurt Schwitters gekennzeichnet ist und sich durch das Vorwagen in neue Bereiche künstlerischen Gestaltens und künstlerischer Vorstellungen auszeichnet oder deren Werk einen Beitrag zur Verbindung und Integration der künstlerischen Gattungen leistet”.

Die Jury zur Vergabe des Kurt-Schwitters-Preises 2017 an Theaster Gates mit Dr. Reinhard Spieler, Direktor Sprengel Museum Hannover (Vorsitzender), Dr. Ralf Beil, Direktor Kunstmuseum Wolfsburg, Dr. Laurent Le Bon, Direktor Musée Picasso, Paris, Massimiliano Gioni, Künstlerischer Direktor New Museum, New York, Susanne Pfeffer, Direktorin Fridericianum, Kassel, begründet die Wahl wie folgt:

„Theaster Gates ausgesprochen interdisziplinärer Ansatz, die ungewöhnlichen Arbeitsmaterialien, das Arbeiten und Denken in und mit Räumen, seine performative Praxis und die gesellschaftspolitische Zielrichtung seiner Kunst schreiben den künstlerischen Denkkosmos von Kurt Schwitters auf beeindruckende und zeitgemäße Weise im aktuellen künstlerischen Diskurs fort.”

Die Vergabe des Kurt-Schwitters-Preises ist ein wichtiger Baustein der Kulturförderung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, die sich nicht nur im Bereich bildende Kunst, sondern auch in den Bereichen Musik, Museen und Denkmalpflege engagiert.

Es erscheint eine Publikation (dt/engl.) in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Basel.
Ausstellung

UNFAVOURABLE TACTICAL POSITION. 
ASMUS PETERSEN (90. Geb.)

Mi, 25.4.2018 - So, 29.7.2018

Das Markenzeichen des hannoverschen Malers und Publizisten Asmus Petersen (geb. 1928) sind Seeschlachten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. „Krieg heute überhaupt darzustellen, fordert Abstraktion“, lautet Petersens künstlerisches Credo, und so sind es Bewegungsdiagramme, die er mit Funksprüchen, Positionsdaten und Zeitangaben zu abstrakt-konzeptuellen Bildern verdichtet.

Asmus Petersen studierte zunächst Wirtschaftswissenschaften, bevor er sich Ende der 1960er-Jahren der Kunst und der Schriftstellerei zuwandte. In Hannover wurde Petersen mit seinem Atelier in der Wasserkunst, in dem er von 1970 bis 2016 arbeitete, selbst zu einer Institution und Attraktion.

Aus Anlass des 90. Geburtstags des hannoverschen Künstlers und Publizisten Asmus Petersen zeigt das Sprengel Museum Hannover in der sogenannten Einblickshalle eine Auswahl seiner Schlachtenbilder.
Ausstellung

Fake News: Original + Fälschung + Kopie + … aus der Sammlung des Sprengel Museum Hannover

Sa, 17.2.2018 - Mo, 31.12.2018

Nicht zuletzt seit dem Fall um Wolfgang Beltracchi sind die Hüterinnen und Hüter der Kunstsammlungen in Deutschland erneut alarmiert: Nahezu jede Sammlung enthält Werke, die aus verschiedenen Gründen gefälscht, kopiert, neu gegossen oder neu abgezogen wurden. Die medienwirksamen Fälle wie Beltracchi sind dabei die kunsthistorisch am wenigsten interessanten – dies zeigen auch die Beispiele aus dem Sprengel Museum Hannover, von denen einige irrtümlicherweise über Jahrzehnte hinweg als fragliche Originale gezeigt wurden.

Verschiedene Werke, von prominenten Urhebern wie Giorgio de Chirico, Alberto Giacometti, Oskar Kokoschka, Max Beckmann und Wols, die sich nach bisheriger Beweislage als Repliken, Fälschungen und Kopien erwiesen haben, werden im dritten, kabinettartigen Saal des Erweiterungsbaus präsentiert. Zusammen mit diesen Werken werden auch einige Originale der Künstler gezeigt, und es wird zu jedem „Fall“ der aktuelle Forschungsstand dargelegt, der über Jahrzehnte durch den Austausch mit WissenschaftlerInnen, das Erstellen von Werkverzeichnissen, Restaurierungen und Provenienzrecherchen entstanden ist. Auch Diskussionen um vermeintliche Fälschungsfälle, deren Ende noch offen ist, werden vorgestellt.

Schließlich soll die Arbeit von Dirk Dietrich Hennig (geb. 1967), dessen eigenes Werk um Themen wie Original, Geschichte und Fälschung kreist, die Präsentation rhetorisch unterstreichen.

Das Sprengel Museum Hannover strebt mit dieser Sammlungspräsentation eine weitere Öffnung und Transparenz der Arbeit der Institution an – nicht nur die klassische Präsentation und das Sammeln und Bewahren, sondern auch die Offenlegung der wissenschaftlichen Strategie des Museums gehören zu dessen Aktivitäten.

Es erscheint ein Begleitheft (dt/engl.) mit Texten von Patricia Hartmann und Carina Plath. Vorträge und Gespräche werden die Präsentation und ihre Diskussion bereichern.
Ausstellung

GÜNTER HAESE - HANS UHLMANN
. Bildhauer der Zweiten Moderne

Mi, 25.4.2018 - So, 7.10.2018

Mit Günter Haese (Kiel 1924 – 2016 in der Nähe von Hannover) und Hans Uhlmann (Berlin 1900 – 1975 Berlin) werden zwei Bildhauer vorgestellt, deren Werk trotz ihrer großen Prominenz im Westdeutschland der Nachkriegszeit zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.

Beide Künstler hatten internationale Karrieren, Haese hatte gar sein Debüt mit einer Ausstellung im Museum of Modern Art, New York, und waren auf den Großausstellungen der documenta und den Biennalen in Venedig und Saõ Paolo, Brasilien, vertreten. Durch den Zweiten Weltkrieg bedingt, gehören sie einer Generation an, die erst in relativ hohem Alter zur bildenden Kunst gefunden hat. War Haese als Soldat im Zweiten Weltkrieg und zunächst Autodidakt, begann er 1950 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Bruno Goller und Ewald Mataré sein Studium. Der gelernte Ingenieur Uhlmann wurde dagegen aufgrund einer Flugblattaktion 1933 für anderthalb Jahre von der Gestapo inhaftiert und begann im Gefängnis mit ersten Drahtskulpturen. Er bekam bereits 1950 einen Lehrauftrag an der Universität der Künste Berlin und wurde in Folge zu einem der bekanntesten Bildhauer für Skulpturen im öffentlichen Raum. Haese hatte 1964 seine erste Einzelausstellung in Ulm, die zur Vereinbarung einer Einzelausstellung im MoMA noch im selben Jahr führte.

Das Ausgangsmaterial beider Bildhauer ist zunächst Draht, aus dem Volumen geschaffen wird, bei Uhlmann geformt zu Köpfen, die während der Inhaftierungszeit entstehen, bei Haese seit den 1960er-Jahren aus Messing, wobei er den Draht mit beweglichen Teilen aus zerlegten Uhren verbindet und so kinetische Skulpturen entwickelt. Das einfache Material weicht bei Uhlmann massiveren Werkstoffen wie Edelstahl, er wendet sich Techniken wie Schmieden bzw. Löten zu. Es entstehen konstruktiv gedachte Skulpturen und Zeichnungen. Haese entdeckt die Bewegung als Element, das bei seinen Drahtskulpturen zu komplexeren Werken führt, indem diese mit Licht und Zeit interagieren.

In einer Doppelausstellung wird das Werk beider Künstler mit ausgewählten Zeichnungen und Skulpturen einander gegenübergestellt. Auf diese Weise werden ihre vergleichbaren Fragestellungen in der Bildhauerei ebenso deutlich wie die unterschiedlichen Herangehensweisen, Techniken und Temperamente. In Anknüpfung an den umfangreichen, hochkarätigen Bestand von Kunst nach 1945 aus der Sammlung des Sprengel Museum Hannover gibt die Schau mit neuen Leihgaben aus den Nachlässen beider Künstler die Gelegenheit, diese hervorragenden Bildhauer wiederzuentdecken
Ausstellung

Ella Bergmann-Michel und Robert Michel - Ein Künstlerpaar der Moderne

Fr, 25.5.2018 - So, 2.9.2018

Ella Bergmann-Michel (1895 – 1971) und Robert Michel (1897 – 1983) zählen zu den Künstlern der avantgardistischen Moderne. Schon früh wurden sie als »Pioniere der Bildcollage« gefeiert. Ihre Bilder und Collagen sind eine Synthese aus dadaistischen und konstruktiven Tendenzen mit dem Ziel, Kunst, Technik und Natur miteinander zu verbinden. Darüber hinaus beschäftigten sich beide mit den neuen Medien ihrer Zeit: Reklame, Architektur, Fotografie und Film.

Das Paar lernte sich 1917 während des Kunststudiums in Weimar kennen und erlebte die Aufbruchsstimmung während der Gründung des Bauhauses. Zu Beginn der 1920er-Jahre erfolgten die ersten Ausstellungen. Seit 1921 waren sie eng mit Kurt Schwitters befreundet, man besuchte sich gegenseitig und unternahm gemeinsame Reisen. Durch Schwitters` Vermittlung waren sie an den Wanderausstellungen der Société Anonyme durch die USA beteiligt. Ab Mitte der 1920er-Jahre beschäftigte sich Robert Michel verstärkt mit Architektur, Leuchtreklame, Typografie und Werbung. Ella Bergmann-Michel begann ab 1927 mit Fotografie und Film zu experimentieren und leitete ab 1930 gemeinsam mit Paul Seligmann die Arbeitsgemeinschaft »Liga für den unabhängigen Film«. 1928 zählten u. a. Kurt Schwitters, Robert Michel und Willi Baumeister zur neu gegründeten Interessengemeinschaft »ring neuer werbegestalter«. Das Künstlerpaar war auch engagiert im Bund »das neue frankfurt«. Während der nationalsozialistischen Zeit reduzierten beide ihre künstlerischen Aktivitäten. In der Nachkriegszeit wurden beide wiederentdeckt, es folgten zahlreiche Ausstellungen. Seit 1988 befindet sich der Nachlass des Künstlerpaares als Leihgabe im Sprengel Museum Hannover.

Präsentiert werden etwa 250 Werke aus allen Schaffensperioden und Medien, u. a. Collagen, Zeichnungen, Druckgrafik, Reklame- und Architekturentwürfe, Typografie und Fotografien. Die Ausstellung in der Wechselausstellungshalle des Museums ist chronologisch aufgebaut und stellt die Werke von Ella Bergmann-Michel und Robert Michel einander gegenüber, ergänzt um gewidmete Werke von Freunden und Weggefährten wie Johannes Molzahn und Kurt Schwitters. In der Blue Box werden die sozialkritischen Dokumentarfilme der 1930er-Jahre von Ella Bergmann-Michel gezeigt. Es erscheint ein Katalog. Die Ausstellung wird gefördert vom Land Niedersachsen.

Das Sprengel Museum Hannover plant gemeinsam mit der Familie, diesen überaus bedeutenden Nachlass als Zustiftung oder Schenkung endgültig in das Museum zu überführen, um ihn auch weiterhin der musealen Präsentation und Forschung zugänglich zu machen.

Es erscheint ein Katalog im Snoeck Verlag mit 176 Seiten, 215 Farbabbildungen und Texten von Dörte Wiegand, Karin Orchard, Megan R. Luke, Lisa Felicitas Mattheis, Sünke Michel und Philipp Michel, herausgegeben von Karin Orchard. Preis: 29 EUR

Kuratorin: Dr. Karin Orchard
Ausstellung

El Lissitzky "Das Kabinett der Abstrakten" Die neue Rekonstruktion

Ein Museumsraum der Avantgarde in Hannover

Sa, 18.2.2017 - Mo, 31.12.2018

Der „Demonstrationsraum“ von El Lissitzky entstand 1927 im Provinzialmuseum Hannover. Er gilt als ein Meilenstein der modernen Kunst- und Museumsgeschichte. 1937 von den Nationalsozialisten zerstört, wurde er 1968 in Erinnerung an Alexander Dorner erstmals nachgebaut und 1979 ins Sprengel Museum Hannover überführt. Die aktuelle Rekonstruktion versucht, sich dem ursprünglichen Kabinett erneut anzunähern.

In Kooperation und mit großzügiger Unterstützung von E)(POMONDO by Holtmann, Hannover-Langenhagen
Ausstellung

DIE SAMMLUNG

Das von der Architektengruppe Peter und Ursula Trint, Köln, und Dieter Quast, Heidelberg, entworfene, 1979 eröffnete und 1992 durch einen zweiten Bauabschnitt erweiterte Museum wird von einem Konzeptionsprinzip des Dialoges zwischen"Öffnung und Schließung", zwischen "öffentlichem Bereich und Kunstaura" getragen. Mit seinem offenen Charakter ist das Museum zu einem Ort der Begegnung und Kommunikation geworden.

Eine großzügige Schenkung sorgte für den Startschuss: 1969 übergab Dr. Bernhard Sprengel seine umfangreiche Sammlung moderner Kunst der Stadt Hannover und stiftete zusätzlich einen namhaften Betrag zum Bau des Museums. Die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen kamen überein, den Bau und den laufenden Betrieb des Museums gemeinsam zu tragen. Das Sprengel Museum Hannover vereint neben der Sammlung Sprengel Werke des 20. und 21. Jahrhunderts aus dem Besitz des Landes Niedersachsen und der Stadt Hannover.

Die Zusammenführung dieser wichtigen Bestände macht das Sprengel Museum Hannover zu einem der bedeutendsten Zentren moderner Kunst. Keine enzyklopädisch aufgebaute Sammlung, sondern die Gliederung nach Schwerpunkten prägt den Kunstbestand des Museums. Die Sammlung umfasst Werke des deutschen Expressionismus ebenso, wie die des französischen Kubismus bis hin zur Abstrakten Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg und Strömungen wie Minimal Art, Informel, Nouveau Réalisme, Konzeptkunst und Postminimal Art. Als ein wichtiger Sammlungsschwerpunkt hat sich in den vergangenen Jahren der Bereich Fotografie und Medien entwickelt.

Die Bildung von Schwerpunkten bzw. Werkgruppen macht den besonderen Charakter der Sammlung aus. Eindrucksvolle Akzente setzen die Werkgruppen von Pablo Picasso, Fernand Léger, Max Ernst, Emil Nolde, Paul Klee und Max Beckmann sowie die Schenkung Niki de Saint Phalle.

Mit der großen Kurt-Schwitters-Sammlung und dem in seiner Art einmaligen "Kabinett der Abstrakten" von El Lissitzky werden Höhepunkte der Kunst der 1920er und 1930er Jahre vorgestellt. Kleinere Werkgruppen von Hans Arp und Lyonel Feininger, Ernst Wilhelm Nay, Emil Schumacher, Keith Sonnier und James Turrell machen in beispielhafter Weise künstlerische Entwürfe des 20. Jahrhunderts sichtbar.

Die Klassische Moderne, zu der die Malerei und Plastik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählt, bildet den Sammlungsschwerpunkt des Sprengel Museum Hannover. Wichtige Künstlergruppierungen (Die Brücke, Der Blaue Reiter), Stilströmungen (Kubismus, Surrealismus) und Persönlichkeiten (Dix, Boccioni) werden umfangreich und mit herausragenden Einzelwerken vorgestellt. Eine besondere Attraktion der Sammlung sind die von Künstlern gestalteten Räume. Das wiedererrichtete "Kabinett der Abstrakten" von El Lissitzky und die Rekonstruktion des MERZbaus von Kurt Schwitters stellen zwei herausragende, dabei jedoch ganz unterschiedliche Konzepte vor, einen Raum künstlerisch zu gestalten. Mit dem neu eingerichteten Raum von James Turrell, der vier verschiedene Lichtinstallationen zeigt, findet dieser Schwerpunkt seine Fortsetzung in der Kunst der Gegenwart.

Ausstellungen / Museum Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim Hildesheim, Am Steine 1-2
Ausstellungen / Museum Wilhelm Busch Museum Hannover Hannover, Georgengarten 1
Ausstellungen / Museum Theatermuseum Hannover Hannover, Prinzenstr. 9
Ausstellungen / Museum Kunstverein Hannover Hannover, Sophienstraße 2
Ausstellungen / Ausstellung Historisches Museum Hannover Hannover, Pferdestraße 6
Ausstellungen / Ausstellung Odeon.art Hannover, Odeonstraße 3
Session Gallery Atelier
Ausstellungen / Ausstellung Kunstverein Wolfsburg e.V. Wolfsburg, Schlossstraße 8
Ausstellungen / Ausstellung Museum für Photographie Braunschweig Braunschweig, Helmstedter Str. 1