ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart

ECLAT 2018 bietet in fünf Tagen vom 31. Januar bis 4. Februar 24 Uraufführungen und neun Deutsche Erstaufführungen. Von Rebecca Saunders bis Johannes Kreidler, von Tristan Murail bis Juliana Hodkinson prägen singuläre Positionen das Programm mit Musiktheater, Soloperformances und Begegnungen großartiger Interpreten: Quatuor Diotima trifft auf das Klavierduo Sugawara/Hemmi, Calefax Reed Quintet auf die Neuen Vocalsolisten, das SWR Vokalensemble auf das Trio Catch ...

Aus pointierten Gegensätzen entsteht eine spannungsreiche Festival-Dramaturgie. So werden poetische, dramatische und auch utopische Reisen unternommen und die Konsequenzen menschlichen Handelns künstlerisch untersucht.

AKTUELLE TERMINE

NOTHING until now!!

ECLAT - Satellit

Videos, Klanginstallationen, Objekte, Performance
Eine Gruppenausstellung von stock11 im KULTURHAUS

Das Befragen, Kritisieren und Durchbrechen dessen, was Musik sein kann, ist immanenter Bestandteil ihrer Arbeit. Nun versammeln die elf komponierenden, interpretierenden und improvisierenden Mitglieder von stock11 alte und neue hybride Arbeiten erstmals in einer Gruppenausstellung: Videos, Mixed-Media-Kompositionen und Installationen werden neben Objekten und Bildern sowie Durational Live-Performances gezeigt. Das KULTURHAUS, brisant gelegen zwischen S21-Bohrungen und visionärer "Kulturmeile", wird für drei Wochen temporärer Treffpunkt mit viel Raum für Dialog und interaktiven Austausch.
Eine Brücke zu ECLAT schlagen Sebastian Berweck, Daniel Gloger, Mark Lorenz Kysela, Michael Maierhof, Maximilian Marcoll, Christoph Ogiermann, Sebastian Schottke, Martin Schüttler, Hannes Seidl, Uwe Rasch und Jennifer Walshe in drei Nachtkonzerten im Glashaus des Theaterhauses.

Eine stock11-Produktion in Kooperation mit dem KULTURHAUS
und ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart

NOTHING until now!! wird ermöglicht durch die Förderung des Musikfonds
und der SV Sparkassen-Versicherung.

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Freitag 16:00-22:00 Uhr
Samstag 11:00-22:00 Uhr / Sonntag 11:00-18:00 Uhr

Nachtkonzerte
am 1., 2. und 3. Februar, jeweils ab 23:00 Uhr
im Theaterhaus Stuttgart, Glashaus

Ort:

D- 70173 Stuttgart, Willy-Brandt Strasse 12 (Kulturhaus, Alte Polizeiwache)

Dauer:

Fr, 26.1.2018 - Sa, 10.2.2018 |

Preisträgerkonzert zum 62. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart

ECLAT Konzert 1

Johanna Zimmer, Sopran
Ernst Surberg, Klavier
Karen Lorenz, Viola
ensemble mosaik
Enno Poppe, Leitung


Lisa Streich: Zucker
für motorisiertes Ensemble (2016)
Kirsten Reese: Neues Werk
für Ensemble und Fairlight CMI (2017), UA
François Sarhan: Neues Werk
für Ensemble (2017), UA
Juliana Hodkinson: Lightness
für drei Akteure mit verstärkten Streichhölzern (2015)
Malte Giesen: 88 $ or the poetry of capitalism
für drei Solisten und Ensemble (2014), UA

stock11-Mitglied Jennifer Walshe nennt es "the new discipline": Werke, bei denen wir „verstehen, dass da Leute auf der Bühne sind, und dass diese Leute Körper sind/haben“. Auch Instrumente können zu Körpern und „Akteuren“ werden. Das Ineinandergreifen von physischen und musikalischen Gesten, die Ausweitung und elektronische Manipulation klassischen Instrumentariums, außermusikalische und "Wirklichkeits"-Bezüge sowie die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen sind aktuelle Fragen, die für viele Projekte des Festivals und insbesondere auch das Preisträgerkonzert gelten.

Lisa Streich entlockt motorisierten Instrumenten zauberhafte Klänge, Kirsten Reese inspirieren die archaischen und "expressiven" Sounds des Fairlight-Computers zu einem ritualhaften Werk. François Sarhan wiederum, dessen Werk einen kleinen Frankreich-Schwerpunkt im Festival eröffnet, untersucht die Geste auf ihren musikalischen Gehalt.
Juliana Hodkinson und Malte Giesen erhalten den Stuttgarter Kompositionspreis 2017. Hodkinsons preisgekröntes Orchesterwerk wird beim Abschlusskonzert von ECLAT aufgeführt, dafür erklingt hier Lightness, eine "hypnotische" Performance mit choreografierten verstärkten Streichhölzern. Malte Giesen diente der Inhalt einer Spam-Mail als textliche und formale Grundlage seines Stücks, das sich von binnengestalteten Einzelelementen hin zu monolithischen Klangblöcken entwickelt – "vielleicht als Assoziation an die Tendenz global-kapitalistischer Systeme".

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T2)

Termin:

Mi, 31.1.2018, 19:00 |

Johannes Kreidler: Infinissage

ECLAT Konzert 2

Performance (2017), UA

Unendlich fortsetzbare Listen, Sammlungen, Kompilationen sind das Thema in Johannes Kreidlers „Late-Night-Show“, durch die er selbst als Conférencier führt: am Schreibtisch, am Klavier, an der E-Gitarre, mit Fahrradklingeln, Computerspielen etc. Im Gepäck hat er eigene Musikstücke, Einlagen und unterschiedliche Videos. Ausgang – der Aktualität geschuldet – offen...

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T3)

Termin:

Mi, 31.1.2018, 22:00 |

Tristan Murail: Portulan

ECLAT Konzert 3

Ensemble l’Itinéraire
Mathieu Romano, Leitung


Zyklus für acht Musiker (1999 bis 2018)
DE/UA des kompletten Zyklus

Feuilles à travers les cloches / Les Ruines circulaires / Seven Lakes Drive / Garrigue / Dernières nouvelles du vent d‘ouest / La Chambre des cartes / Paludes / neues Werk, UA

„Portulan“ bezeichnet einen historischen Seeatlas, der Landmarken, Leuchttürme, Strömungen und Hafenverhältnisse der Küstenlinien zeigt. Es ist auch der Titel eines Gedichtbands von Tristan Murails Vater Gérard.
Tristan Murail nennt seinen Zyklus eine „Autobiographie in Metaphern“. Jedes der neun immer unterschiedlich besetzten Werke referiert auf ein einen Gegenstand, einen Ort, eine Reise, eine literarische oder ästhetische Erfahrung, die von besonderer Bedeutung für den Komponisten war. In gewisser Weise korrespondiert Portulan so mit den Soloperformances bei ECLAT, die die Verortung des Menschen in einem bestimmten Kontext untersuchen.

L’Itinéraire ist eines der ältesten Ensembles neuer Musik in Frankreich und wurde u.a. von Tristan Murail insbesondere für die kompetente Interpretation der Spektralmusik gegründet.

Die Produktion wird unterstützt durch
impulsneuemusik. Deutsch-französischer Fonds für zeitgenössische Musik

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T3)

Termin:

Do, 1.2.2018, 19:00 |

ANTHROPOSCENE

ECLAT Konzert 4

How to Talk to Clouds
Musiktheater (2017), UA

Komposition: Laurent Durupt
Bühnenbild: Fabian Offert
Choreographie: Jan Rohwedder
Performance: Stine Hertel, Anna Schewelew, Camilla Vetters
Kostüm: Caroline Creutzburg
Produktionsleitung: Carina Graf
Emma Landarrabilco, Flöte / Vianney Desplantes, Posaune / Stanislas Delannoy und Vincent Martin, Schlagzeug / Trami Nguyen, Klavier

ANTHROPOSCENE beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der aktiven Gestaltung des Planeten im Zeitalter des Anthropozäns. Es untersucht mithilfe von Technologien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz das Potenzial von künstlerischen Strategien innerhalb eines bisher vorwiegend wissenschaftlich geführten Diskurses.
„Historisch gesehen ist das Theater das Medium des Sozialen — die Natur erscheint in ihm lediglich als auswechselbare Kulisse. Im Zeitalter des Anthropozäns, in dem die wichtigsten sozialen Fragen Umweltfragen sind, müssen wir diese Ausschließlichkeit überdenken, wenn das Theater gesellschaftlich relevant bleiben will.“ Die drei Autoren erklären das Theater zum Labor, das jedoch, anders als Buckminster Fullers Raumschiff Erde, über zahlreiche Notausgänge verfügt. Die Rahmenbedingungen der in diesem Labor stattfindenden Experimente teilt das Theater jedoch mit dem Gesamtplaneten im Anthropozän ein geschlossener Raum voller Menschen, eine begrenzte Zeitspanne, ein ungewisser Ausgang.

Koproduktion von Centre Dramatique National Comédie de Reims
und Musik der Jahrhunderte/Festival ECLAT

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T1)

Termin:

Do, 1.2.2018, 21:00 |

Klavierduo Yukiko Sugawara und Tomoko Hemmi | Quatuor Diotima

ECLAT Konzert 5

Klavierduo Yukiko Sugawara und Tomoko Hemmi
Quatuor Diotima


Zeynep Gedizlioğlu: Neues Werk
für zwei Klaviere und Streichquartett, UA
Rebecca Saunders: Neues Werk*
für Streichquartett (2017), DE
Tomoko Fukui: Synchronous **
für zwei Klaviere (2017), UA
Joanna Bailie: Radio-Kaleidoscope
für Streichquartett mit Video (2017), DE
Mauro Lanza: The 1987 Max Headroom Broadcast Incident
für Streichquartett und Elektronik (2017), DE
Helmut Lachenmann: Marche fatale (Erstaufführung der Fassung für Klavier)
für Klavier solo (2016), DE

Die klangliche Konfrontation und Verschmelzung zweier unterschiedlicher, in sich homogener Klangapparate spielt bei ECLAT immer wieder eine Rolle. Drei Preziosen autonomer Musik erklingen im ersten Teil des Abends, der mit der künstlerischen Begegnung der beiden Ensembles eröffnet. Danach sind beide „im Original“ zu erleben, bevor im zweiten Teil das Streichquartett sich allmählich erweitert: zunächst durch eine abstrakte Videokomposition von Joanna Bailie, dann durch Mauro Lanzas elektronische Präparation der Streichinstrumente mit einer Referenz an die digitale Gründerzeit – eine Hommage an obsolete und überholte Technologien und an die dunkle Zukunft, die die „Cyberpunk“-Science Fiction der 80er Jahre vorhersagte.
Den Schlusspunkt als ideale Überleitung zum Musiktheater des Abends setzt Helmut Lachenmann ebenfalls mit einem Rückgriff „auf jene Floskeln, an welche die moderne Zivilisation in ihrer täglichen ‚Gebrauchsmusik‘ nach wie vor sich klammert“.

* Kompositionsauftrag der Wigmore Hall
unterstützt von André Hoffmann (Präsident der Fondation Hoffmann), dem Dina Koston and Roger Shapiro Fund (Library of Congress), ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart, Festival Musica Strasbourg, Philharmonie Luxembourg, Klangspuren Schwaz, November Music

** Kompositionsauftrag des Klavierduos Yukiko Sugawara und Tomoko Hemmi
finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T1)

Termin:

Fr, 2.2.2018, 19:00 |

Daily Transformation

ECLAT Konzert 6

Neue Vocalsolisten
asamisimasa
Bas Wiegers, Leitung


Daily Transformations* (2016/17), DE

Komposition: Clemens Gadenstätter
Text: Lisa Spalt
Video: Anna Henckel Donnersmarck
Live-Elektronische Realisation: SWR Experimentalstudio

Unsere ganz alltägliche Wirklichkeit ist in "Daily Transformations" Anlass für weitreichende Transformationen: Kleine alltägliche Beobachtungen, Blicke in unsere Umwelt, Hineinhören in unsere akustische Umgebung sind der Ausgangspunkt für eine poetische, dramatische und vielleicht utopische Reise in die Wirklichkeit menschlichen Wahrnehmungs- und Empfindungsvermögens. „Die drei Medien als ‚Magneten‘ menschlichen Seins“ – Sprechen, Sehen und Hören – werden in Gestalt von drei Tableaus miteinander in Beziehung gesetzt: Sprache verändert das Hören verändert das Sehen verändert das Verstehen von Sprache. Es entsteht ein „Kaleidoskop“, in dem Menschsein, Gesellschaft, Wahrnehmung und vor allem die Möglichkeiten zur Veränderung betrachtet werden. „Daily transformations“ als belebte Installation auf der Bühne: eine Architektur aus Instrumenten und drei Leinwänden, die durch die Musiker*innen, Sänger*innen und durch bewegte Bilder zum Leben erweckt wird.

* Kompositionsauftrag von asamisimasa
finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung

Produktion asamisimasa (mit freundlicher Unterstützung
von Arts Council Norway, Norwegian Program for Artistic Research,
Norwegian Academy of Music, ECLAT und Wien und Modern)

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T2)

Termin:

Fr, 2.2.2018, 21:30 |

Séverine Ballon

ECLAT Konzert 7

Séverine Ballon, Violoncello

Marianthi Papalexandri-Alexandri: Distanz
Installation für Violoncello, Objekte und Elektronik (2017/18), UA

Nach dem großen, an Botschaften reichen „Tableau vivant“ des Vorabends eröffnet eine poetische Miniatur die Samstagskonzerte. Auch sie verbindet Klanginstallation mit musikalischer Geste. Die knapp halbstündige Performance lebt von der kinetischen Energie zwischen Marianthi Papalexandri-Alexandris Motoren und Séverine Ballons Violoncello. Lange Spezialbänder verbinden die auf das Instrument aufgezogenen Kontrabasssaiten mit den Motoren. Eine Sequenz eleganter minimaler Bewegungen entfaltet im Verlauf des Stücks mikro-komplexe liegende Klang-Loops, Vibrationen und Texturen. Ein Licht-Konzept visualisiert den Klang, es entsteht ein Mikro-Hör-Theater voller Schönheit und Konzentration.

Weitere Vorstellungen: 7b 16:15 und 7c 18:15 Uhr

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T4)

Termine:

Sa, 3.2.2018, 15:30 |
Sa, 3.2.2018, 16:15 |
Sa, 3.2.2018, 18:15 |

SWR JetztMusik in ECLAT

ECLAT Konzert 8

Trio Catch
SWR Vokalensemble
Rupert Huber, Leitung


Johannes Boris Borowski: As if
für Klarinette, Violoncello und Klavier (2017), UA
Sara Glojnaric ́: sugarcoating #2
für Klarinette, Violoncello und Klavier (2017), UA
Claus-Steffen Mahnkopf: voiced void
für 24 Stimmen (2008, rev. 2016), UA

Zukunftsblicke – das sind neue Kompositionen immer, besonders intensiv vielleicht, wenn Komponisten und Interpreten zu einer ersten gemeinsamen Arbeit zusammenkommen: Johannes Boris Borowski und Sara Glojnaric ́ treffen erstmals auf die Musikerinnen des Trio Catch, das hier sein ECLAT-Debüt hat.
Die Sänger*innen des Vokalensembles vollenden mit der Uraufführung von „voiced void“ einen langen Weg der Entstehung dieser Komposition – die ihrerseits den Blick in die Zukunft zum Thema hat. Es geht – nach einer Textzusammenstellung der jung verstorbenen Philosophin Francesca Albertini – um das Messianische in der jüdischen Theologie. Und damit um die bessere Welt, die es einmal geben sollte.
Das vielschichtige Chorstück ist Teil des „void“, also des „Leere“-Zyklus, in dem Claus-Steffen Mahnkopf „zur Sprache bringen will, was uns fehlt“.

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T1)

Termin:

Sa, 3.2.2018, 17:00 |

Morphing Relations

ECLAT Konzert 9

Neue Vocalsolisten
Calefax Reed Quintet


José-María Sánchez-Verdú: Terrains vagues
für fünf Stimmen und fünf Rohrblatt-Instrumente (2017), UA
Mayke Nas: Entrez!
für drei hohe Holzbläser (2002)
Elena Rykova: Thousands splinters of a human eye
für fünf Stimmen und fünf Rohrblatt-Instrumente (2017), UA
Fabio Nieder: Eine alpenländische Volksweise von Krieg und Tod.
Windisches Soldatenlied aus Kärnten/Koroška. Ländler.
Eine Konfrontation.
für fünf Stimmen und fünf Rohrblatt-Instrumente (2017), UA
Liza Lim: Axis Mundi
für Solo-Fagott (2012-14)
Steffen Krebber: mediated mixes
für fünf Stimmen und fünf Rohrblatt-Instrumente (2017), UA

Ein Zufall führte zu diesem Projekt: In einem Vortrag über unterschiedliche Tierdarstellungen in der Musikgeschichte spielte Steffen Krebber versehentlich zwei Werke von Clément Janequin und Carola Bauckholt gleichzeitig ab, entdeckte verblüffende Koinzidenzen und Durchhörbarkeit – und bekam Lust, daran weiter zu forschen.
Calefax und Neue Vocalsolisten, zwei gleichermaßen experimentierfreudige Klangkörper, sind gerne auf seine Projektidee eingestiegen und luden drei weitere Komponist*innen zu diesem Abenteuer ein. In zwei interpolierten virtuosen „Kabinettstücken“ von Mayke Nas und Liza Lim stellen sich die Musiker des Calefax Reed Quintet als Solisten vor.

Kompositionsaufträge von Calefax finanziert durch die
Ernst von Siemens Musikstiftung.

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T1)

Termin:

Sa, 3.2.2018, 19:30 |

PRINCIPAL BOY

ECLAT Konzert 10

Konzept und Performance: Raphael Sbrzesny

Musiktheatrale Installation (2017/18), UA

Die Sporthalle des Theaterhauses (erstmals Aufführungsort bei ECLAT) ist „Bühnenbild“ für Raphael Sbrzesnys Videoarbeit über das Fußballspiel Frankreich : Deutschland am denkwürdigen 13. November 2015 im Pariser Stade de France.
Ausgehend von seinen Forschungen zu Michail Bachtins These des „zweileibigen Leibs“ thematisiert Raphael Sbrzesny in seiner begehbaren Installation den Terror und männliches Heldentum. Mithilfe von Alain Badious „Versuch, die Jugend zu verderben“, Bifo Berardis „Helden“ und anderer Schriften untersucht er, was der „junge männliche Subjekttypus“ des Attentäters mit unserer Welt und mit ihm selbst (der gleichen Generation angehörend) zu tun hat.
Sbrzesny kreiert einen von ihm selbst auch bespielten Parcours aus Skulpturen, Video- und Klanginstallationen, der vom Publikum erkundet werden kann. Ein irritierender Beitrag zur aktuellen Gender-Debatte in der Kunst.

Eine gemeinsame Produktion von Akademie Schloss Solitude
und Musik der Jahrhunderte

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T2)

Termin:

Sa, 3.2.2018, 22:00 |

Sous Vide

ECLAT Konzert 11

Musik: Dmitri Kourliandski
Konzept und Performance: Aliénor Dauchez


Performance (2017)

Wie Raphael Sbrzesny ist auch Aliénor Dauchez in der Bildenden Kunst verortet und verbindet bildnerische, darstellende und musikalische Arbeit in Musiktheater-Inszenierungen und vor allem in eigenen Performance-Projekten.
In "Sous Vide", ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Akademie Schloss Solitude entstanden, setzt sie sich den bedrängenden und von ihr ins Extreme getriebenen Bedingungen eines Kühlschrankinneren aus und macht die existentiellen Fragen menschlichen Handelns und Erleidens, die auch in anderen Musiktheaterprojekten des Festivals aufgeworfen werden, unmittelbar erlebbar. Die Klänge, die aus dem Kühlschrank übermittelt werden, werden von Dmitri Kourliandski live-elektronisch auf der Bühne verarbeitet.

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T3)

Termin:

Sa, 3.2.2018, 22:30 |

Daniel Eichholz | Daniel Gloger | ascolta

ECLAT Konzert 12

Daniel Eichholz, Schlagzeug
Daniel Gloger, Countertenor
ascolta


Stefan Keller: Neues Werk
für Drumset, Keyboard und Ensemble (2017), UA
Georgia Koumara: Neues Werk
für Ensemble (2017), UA
Sven-Ingo Koch: Von der Liebe zur Linie III
für Ensemble (2017), UA
Gordon Kampe: »Schummellümmelleichen und schrille Tentakel«
Eine Operette für Daniel Gloger und ascolta (2017), UA
nach Texten von Schorsch Kamerun u.a.

Frivol, grotesk und dabei die Gegenwart derb, übertrieben und bösartig reflektierend – so sieht Gordon Kampe die Operette, und dahin aus Kitsch und Kommerz wieder zurückzukommen will er ihr nun mit seinem neuen Werk verhelfen. Dafür braucht es nur die eigene Chuzpe, einen guten Textdichter, einen wandelbaren Countertenor – und ein Ensemble, das eine große Palette an Klängen und Energie zur Verfügung stellt. Für dieses werden auch die drei anderen Werke des Abends geschrieben, darunter ein Konzert für Drumset, Keyboard und Ensemble von Stefan Keller. Der will seinerseits dem Drumset zu adäquaten Ehren verhelfen und erkundet die „rhythmisch und klanglich hochdifferenzierten und komplexen Musiksprachen, mit denen das Drumset verknüpft ist“.

Unterstützt durch die Kulturstiftung prohelvetia

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T2)

Termin:

So, 4.2.2018, 14:00 |

Séverine Ballon | Neue Vocalsolisten

ECLAT Konzert 13

Séverine Ballon, Violoncello
Neue Vocalsolisten


Georges Aperghis: passwords
für sechs Stimmen (2016), DE
Francesca Verunelli: Ultimi Fiori
für Violoncello (2016/17), UA der Neufassung
Márton Illés: Neues Werk
für sechs Stimmen (2017), UA

Jeder kennt das: Man sitzt vor dem Rechner und hat das Passwort vergessen. Im Kopf schwirren Myriaden von Wortgebilden, ein „trial and error“ beginnt... Unterschiedlichste wiederkehrende, nicht zueinanderpassende Formeln, vielsprachig, verdreht, gewendet, Ahnungen, wo etwas zusammenzupassen scheint und schließlich der erlösende Moment, wenn der Code geknackt ist. Die seit Jahren beglückende Zusammenarbeit zwischen Georges Aperghis und den Neuen Vocalsolisten führt mit „passwords“ in ganz neue klangliche und energetische Welten.
Auch Márton Illés will den Sängern seine erste Arbeit für sie buchstäblich „auf den Leib“ schreiben. Francesca Verunelli stellt sich für ihre „Canzon“ für Violoncello eine Art von „absichtsloser Intensität vor, sozusagen ohne ‚ego‘, ins Extreme gespannt und in einem Punkt gipfelnd, der nicht mehr auszuhalten ist“.

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T3)

Termin:

So, 4.2.2018, 17:00 |

SWR JetztMusik in ECLAT

ECLAT Konzert 14

Aart Strotman, E-Gitarre
Marcus Weiss, Saxophon
Theo Nabicht, Kontrabassklarinette
SWR Symphonieorchester
Manuel Nawri, Leitung


Juliana Hodkinson: can modify completely / in this case / not that
it will make any difference ...
für Elektrische Gitarre und Orchester (2015)
Mike Svoboda: Wittgenstein & Twombly
für Altsaxophon und Orchester (2017), DE
Mariano Etkin: Lágrimas
für Orchester (2016), DE
Iris ter Schiphorst: JEDER
für Kontrabassklarinette, Video und Orchester (2017), UA
Ko-Komposition: Uros Rojko
Kamera und Bildgestaltung: Andreas Brehmer

Begegnungen der ungewöhnlichen Art: Dass ein Orchesterinstrument aus dem hohen Register – zum Beispiel eine Violine – solistisch nach vorn tritt, scheint naheliegend. Was passiert aber, wenn sich ein Instrument aus der tiefen Region dort behaupten will – der allertiefsten gar, so tief, dass sie normalerweise in Orchesterpartituren gar nicht auftaucht? Oder eines, dessen klangliche Herkunft noch immer eher auf den Jazz und in den Club verweist als in den Konzertsaal? Oder eines, das – im Gegensatz zu den Orchesterinstrumenten – von „Natur“ aus unter Strom steht?
Alles "Dinge, von denen wir noch nicht wissen, was sie sind." Dazwischen: "Lágrimas", das leise letzte Werk des 2016 verstorbenen argentinischen Komponisten Mariano Etkin.

Ort:

D-70469 Stuttgart, Siemensstraße 11 (Theaterhaus Stuttgart / T1)

Termin:

So, 4.2.2018, 18:30 |

KONTAKT

Musik der Jahrhunderte

Siemensstraße 13
D 70469 Stuttgart

Telefon: +49 (0)711 62 90 512
Fax: +49 (0) 711 62 90 516
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