Theater Bielefeld          Bielefelder Philharmoniker    

Theater Bielefeld

Spielzeit 2017/18

Werther

Jules Massenet

Premiere: 02. Dezember 2017, Stadttheater

Lyrisches Drama in vier Akten nach Johann Wolfgang von Goethe // Dichtung von Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann

Der junge Dichter Werther ist hingerissen von Charlotte. Leidenschaftlich steigert er sich in seine Emotion hinein – zu seinem und ihrem Unglück. Denn sie fühlt sich an ihr Versprechen gebunden, den erfolgreichen Geschäftsmann Albert zu heiraten. Verzweifelt fordert Charlotte den liebeskranken Dichter auf, Abstand zu suchen. Doch ausgerechnet zum Weihnachtsfest bittet sie ihn, zurückzukehren. Während in Deutschland die geradezu sakrale Verehrung des Dichterfürsten Goethe Adaptionen seiner Werke beinahe unmöglich machte, konnten französische Komponisten ungenierter zur Tat schreiten. Den wohl berühmtesten Selbstmord der Literaturgeschichte verwandelte Jules Massenet in eine lyrische Oper. Auf einer Deutschlandreise verschlang Massenet gebannt Goethes Briefroman Die Leiden des jungen Werther: »Ich konnte mich nicht von der Lektüre jener brennenden Briefe losreißen, in denen sich die Gefühle der größten Leidenschaft widerspiegelten. Was für aufwühlende Szenen, was für fesselnde Bilder muss das ergeben!« Wenngleich heute nicht mehr zu befürchten steht, dass durch den Roman oder die Oper eine Welle von Suiziden liebeskranker Jugendlicher ausgelöst wird wie bei Erscheinen des Romans, so bleiben die unbedingten Emotionen der verzweifelt Liebenden doch zeitlos und berührend. Massenet gab den tiefen Seelenregungen Werthers eine sinnlich-kantable Tonsprache, deren poetischem Zauber sich, wie Charlotte, auch kaum ein Zuhörer zu entziehen vermag.

Musikalische Leitung: Alexander Kalajdzic
Inszenierung: Alexander Charim
Bühne und Kostüme: Ivan Bazak
Dramaturgie: Anne Christine Oppermann

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

D-33602 Bielefeld, Niederwall 27 (Stadttheater)

Termine:

Fr, 29.12.2017, 20:00 |
Di, 23.1.2018, 20:00 |

Die Kommune

Thomas Vinterberg

reiheit, Gleichheit, Basisdemokratie! Am Ende von aufwändigen Bewerbungsgesprächen gibt es sie: Die Kommune. Neun zauberhafte, nackte, tolerante, sexwillige, kluge und politisch aktive Menschen. Gelebte Utopie! Doch der Traum vom idealen Leben lässt sich nicht so leicht realisieren, weil es eben Menschen sind, die dieses Leben leben. Und weil Erik, Gründungsmitglied der Kommune und langjähriger Lebensgefährte von Anna, sich irgendwann in die zwanzig Jahre jüngere Emma verliebt. Sie soll einziehen. Kann das gut gehen?

Der Regisseur und Autor Thomas Vinterberg wuchs selbst in einer Kommune auf. Sein Stück beschreibt die Abgründe einer Gemeinschaft und ist gleichzeitig eine große Liebeserklärung an eine Zeit, in der die Menschen dem Wagnis größtmöglicher Freiheit auf der Spur waren.

Inszenierung: Michael Heicks
Bühne und Kostüme: Timo Dentler, Okarina Peter
Dramaturgie: Katrin Enders

Ort:

D-33602 Bielefeld, Alter Markt 1 (Theater am Alten Markt)

Termin:

Sa, 6.1.2018, 19:30 |

Schneeweißchen und Rosenrot

Manuel Schöbel nach Grimm

Alles beginnt mit einem missmutigen Zwerg, der einsam im Wald haust und seine Schätze bewacht. Wohin er auch blickt – auf die Bäume, die Vögel, die Fische – immer gibt es mehrere und im schlimmsten Fall: Paare. Als zwei Brüder des Wegs kommen, die sich trotz ihrer Unterschiedlichkeit blendend verstehen, hat er es endgültig satt. Kurzerhand verzaubert er den einen Bruder in einen Jäger, den anderen in einen Bären und bekommt sofort bessere Laune, denn: »Jäger und Bär / hassen sich sehr«. Am Rande des Waldes wohnen die Schwestern Schneeweißchen und Rosenrot gemeinsam mit ihrer Mutter. Schneeweißchen kann sich stundenlang ins Lesen von Märchen vertiefen. Rosenrots Blick zieht es hinaus. Was beide verbindet, ist ihre unbändige Neugier und die Lust, etwas Aufregendes zu erleben. Da mag die Mutter warnen so viel sie will. Doch was dann folgt, übersteigt ihre kühnsten Träume, denn die Welt vor ihrer Türe steckt voller Gefahren und Zauber. Ein Zwerg will befreit werden, ein Bär beschützt, ein Jäger erlöst. Und während die Rosen vorm Haus wie wild wuchern, verwandelt sich die ewige Sorge der Mutter in Stolz auf ihre Töchter, die zurückkehren und nichts Geringeres als die Liebe gefunden haben.

Manuel Schöbel ist mit seiner behutsamen Modernisierung des Grimm'schen Märchens von Schneeweißchen und Rosenrot ein frischer Blick auf einen Klassiker gelungen, der Poesie und Witz mit Spannung und den großen Themen vereint: Schließlich braucht es Mut, Verstand und Herz, um die Abenteuer des Heranwachsens zu bestehen.

Inszenierung: Nora Bussenius
Komposition und Einstudierung: Henning Brand
Bühne und Kostüme: Sebastian Ellrich
Dramaturgie: Katrin Enders

Ort:

D-33602 Bielefeld, Niederwall 27 (Stadttheater)

Termine:

So, 17.12.2017, 11:00 |
So, 17.12.2017, 14:00 |
So, 17.12.2017, 17:00 |
Mo, 18.12.2017, 09:00 |
Mo, 18.12.2017, 11:30 |
Di, 19.12.2017, 09:00 |
Di, 19.12.2017, 11:30 |
Do, 21.12.2017, 11:00 |
Do, 21.12.2017, 14:00 |
Fr, 22.12.2017, 15:00 |
Fr, 22.12.2017, 18:00 |
Sa, 23.12.2017, 11:00 |
Sa, 23.12.2017, 14:00 |
Sa, 23.12.2017, 17:00 |
Di, 26.12.2017, 12:00 |
Di, 26.12.2017, 14:30 |
Sa, 30.12.2017, 11:00 |
Sa, 30.12.2017, 14:00 |
Sa, 6.1.2018, 11:00 |
So, 7.1.2018, 11:00 |
So, 7.1.2018, 14:00 |

Ellbogen

Fatma Aydemir

Romanadaption

Sie ist in Berlin geboren. Sie heißt Hazal Akgündüz. Sie fiebert ihrem 18. Geburtstag entgegen und hofft, dass ihr Leben bald endlich richtig losgeht. Eigentlich könnte aus ihr eine gewöhnliche Erwachsene werden. Nur dass ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern sich in Deutschland fremd fühlen und sich ihr keine einzige befriedigende Lebensperspektive zu eröffnen scheint. Tagsüber sitzt sie in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme und schreibt aussichtslose Bewerbungen am Fließband. Nachmittags absolviert sie den Praxisteil in der Bäckerei ihres Onkels für 3,50 Euro die Stunde. Abends trifft sie ihre besten Freundinnen, sie takeln sich auf und ziehen um die Häuser. Hazal glaubt weder ihren Eltern, noch dem Gequatsche ihrer Lehrer. Am wenigsten aber glaubt sie an sich selbst. Doch so kann das nicht weitergehen. Hazal will kein »Opfer« mehr sein. Und dann passiert es, an ihrem 18. Geburtstag, mitten in der Nacht, in einer U-Bahn Station, einfach so wird sie zum Täter. Und bereut nichts.

Mit Ellbogen legt die 1986 in Karlsruhe geborene Fatma Aydemir ein fulminantes Romandebüt über ein junges Mädchen hin, das ihren Platz auf der Welt sucht und dabei auf die schiefe Bahn gerät. Eine transkulturelle Coming-of-Age-Geschichte.

Inszenierung: Dariusch Yazdkhasti
Bühne und Kostüme: Okarina Peter, Timo Dentler
Dramaturgie: Viktoria Göke

Ort:

D-33602 Bielefeld, Alter Markt 1 (Theater am Alten Markt)

Termin:

So, 7.1.2018, 19:30 |

Die Möglichkeit

Konrad Kästner

Sie hat schon längst begonnen: die Suche nach dem besseren Menschen. Taube können wieder hören, Lahme können wieder gehen und Autos können selbständig fahren. Unsere Telefone reden mit uns. Sie funktionieren als Erweiterung unseres Gehirns. Die Vernetzung zwischen Mensch und Maschine wird immer enger. Programme entwickeln ihre eigenen Auffassungen von Richtig und Falsch. Die Vorstellung von harten Robotern aus Eisen und Drähten ist schon lange obsolet. Maschinen werden immer menschlicher – in Form und Funktion. Sie gewinnen im Schach, spielen Musik, finden kreative Lösungen für komplexe Probleme und machen den Menschen Stück für Stück überflüssig. Selbst Anwälte, Aktienhändler, Ärzte oder Autoren könnten von Maschinen ersetzt werden. Und das muss gar nicht mal schlecht sein, denn oft machen die Maschinen ihre Arbeit deutlich besser. Programmierer, Mathematiker, Transhumanisten, Genetiker und globale Konzerne arbeiten allesamt an dieser Zukunft. Doch was im Silicon Valley Begeisterung auslöst, wird bei uns mit Skepsis belegt. Soll man alles machen, nur weil man es kann? Sind wir Gefangene der sprichwörtlichen »German Angst«? Verschreiben wir uns doch mal für einen Moment dem amerikanischen »Why Not?«.

Konrad Kästner begibt sich mit einem halbdokumentarischen Abend zwischen Film und Theater in eine nahe Zukunft, die in Form einer zweiten Evolution längst unseren Alltag durchwirkt. Der Mensch als Mängelwesen hat ausgedient – die Zukunft ist voller Möglichkeiten.

Inszenierung: Konrad Kästner
Bühne und Kostüme: Mareen Biermann
Dramaturgie: Anne Vogtmann

Ort:

D-33602 Bielefeld, Alter Markt 1 (TAM ZWEI )

Termine:

Fr, 5.1.2018, 20:00 |
So, 7.1.2018, 19:30 |

Otello

Giuseppe Verdi

Oper in vier Akten // Libretto von Arrigo Boito nach William Shakespeares Othello, der Mohr von Venedig

Otello hat mehr erreicht, als er wohl je zu erträumen wagte: Er bekleidet einen hohen militärischen Rang, scheint gesellschaftlich anerkannt zu sein und hat Desdemona, eine der schönsten und begehrtesten Frauen des Landes, im Sturm erobert. Und dies alles gelang ausgerechnet ihm, dessen Leben als Sklave vorgezeichnet schien, der auf abenteuerlichen Wegen als Habenichts in eine fremde Gesellschaft kam. Als der intrigante Jago ihm das Gift der Eifersucht einträufelt, beginnt Otello jedoch alles zu entgleiten. Mit kleinen, wohldosierten Bemerkungen wird nicht nur Otello, sondern die gesamte Gesellschaft manipuliert. Aber was ist Jagos Motivation? Geht es ihm nur um seinen persönlichen Vorteil oder ist er tatsächlich das personifizierte Böse, wie er dem Publikum gegenüber offen behauptet? Wie kann der Zuschauer einem Demagogen trauen, dessen suggestives Blendwerk Dinge anders erscheinen lässt, als sie sind?

Mit Jago erschuf William Shakespeare eine abgrundtief zynische Figur, einen Meister der Verführung. Kein Wunder, dass Giuseppe Verdi und sein Librettist Arrigo Boito zeitweise beabsichtigten, ihre Oper Jago zu nennen. Sie entschieden sich dann aber doch, nicht den rationalen Drahtzieher, sondern den handelnden, emotionalen Menschen zur Titelfigur zu erheben. Eng wie nie zuvor verschmelzen Musik und Wort in diesem Spätwerk Verdis zu einer Einheit: ein wahres Musikdrama und ein Höhepunkt der romantischen italienischen Oper!

Musikalische Leitung: Alexander Kalajdzic
Inszenierung: Paul-Georg Dittrich
Bühne: Lena Schmid, Monika Annabel Zimmer
Kostüme: Anna Rudolph
Video: Vincent Stefan

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

D-33602 Bielefeld, Niederwall 27 (Stadttheater)

Termine:

Mi, 20.12.2017, 20:00 |
Fr, 9.2.2018, 20:00 |

Romeo und Julia

Simone Sandroni

zur Musik von Sergej Prokofjew nach der Tragödie von William Shakespeare // Mit den Bielefelder Philharmonikern

Das wohl bekannteste Liebespaar der Welt, eine der tragischsten Feindschaften zwischen zwei Familien, die prominentesten Bürger Veronas – William Shakespeares Tragödie Romeo und Julia inspirierte seit jeher die unterschiedlichsten Künste. Zu Beginn der neuen Spielzeit spürt Chefchoreograf Simone Sandroni tänzerisch der schicksalhaften Liebes- und Lebensgeschichte nach. Er entwickelt dabei seine eigene choreografische Ausdrucksweise für die Figuren, fernab von klassischen Ballettvorlagen. Sandroni eröffnet neue Perspektiven auf den historischen Stoff und überführt damit dieGeschichte ins 21. Jahrhundert. Mit Feingefühl für die fragile Liebesbeziehung, mit starker physischer Präsenz für die Anfeindungen der Familien und mit Bewegungen des zeitgenössischen Tanzes wird das Drama choreografisch umgesetzt.

Musikalisch taucht der Abend gänzlich in die orchestrale Musik von Sergej Prokofjew ein. Die Bielefelder Philharmoniker präsentieren bei dieser Inszenierung seine berühmte Ballettmusik Romeo und Julia. Zwei Jahre später als geplant, 1938, wurde das Auftragswerk des russischen Komponisten im tschechischen Brünn uraufgeführt. Spätestens seit der Premiere in Leningrad im Jahr 1940 feierte Prokofjew weltweit Erfolge mit seinem Werk.

Ort:

D-33602 Bielefeld, Niederwall 27 (Stadttheater)

Termine:

Do, 21.12.2017, 20:00 |
Mo, 25.12.2017, 18:00 |

Avenue Q

Robert Lopez / Jeff Marx / Jeff Whitty

Musical von Robert Lopez, Jeff Marx (Musik und Gesangstexte) und Jeff Whitty (Buch) // Basierend auf einem Originalkonzept von Robert Lopez und Jeff Marx // Deutsch von Dominik Flaschka (Dialoge) und Roman Riklin (Songtexte)

Princeton hat gerade seinen Abschluss in Englisch gemacht und sucht in New York eine Wohnung. Erst in der Avenue Q findet er das zu seinem Konto passende Mietpreisniveau und trifft dort auf eine ganze Reihe Leute, die die Großstadt aus ihrer Mitte gespült hat: Brian, der gerade seinen Job als Komiker verloren hat, Kate, die sich nach einem Mann sehnt, Nicky und Rod, die eine Albtraum-WG führen, und Christmas Eve, die als Therapeutin immer noch auf ihren ersten Patienten wartet. Zum Glück verbreitet Daniel Küblböck (gibt’s den auch noch?) als Hausmeister unerschütterlich gute Laune.

Wie in erfolgreichen Comedy-Fernsehserien wie Sesamstraße oder Die Muppet Show sind die meisten Bewohner der Avenue Q Puppen. Sie stolpern durch heikle Alltagssituationen, denen sie nur eines entgegenzusetzen haben, allerdings etwas Unschlagbares: Singen (na gut, und Diskutieren, etwa wenn es um die Frage geht, ob Rod schwul ist oder nicht). Mit lustvollem Seitenhieb auf die Erklär-Bär-Mentalität der erwähnten TV-Shows verhandelt Avenue Q lauter No-Gos der Kinderunterhaltung wie Immigration und Rassismus, Homosexualität und Pornografie sowie Arbeits- und Obdachlosigkeit. Die schmissigen Songs sind nach bester Broadway-Manier gestrickt. Dort war Avenue Q ab 2003 fast sechs Jahre am Stück zu sehen.

Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Christian Lugerth
Bühne und Kostüme: Udo Herbster
Puppentraining: Eike Schmidt
Choreografie: Michaela Duhme

Ort:

D-33602 Bielefeld, Niederwall 27 (Stadttheater)

Termine:

Di, 19.12.2017, 20:00 |
So, 31.12.2017, 17:00 |
So, 31.12.2017, 21:00 |
So, 21.1.2018, 19:30 |

Das Knurren der Milchstraße

Bonn Park

»Ein Raumschiff fliegt durch das Theater! Es leuchtet spektakulär und macht Geräusche aus der Zukunft. Dann landet es auf der Bühne.« Ihm entsteigt ein winzig kleiner Außerirdischer. Ob die Erde noch zu retten ist? Er weiß es nicht. Ehrlich. Kim Jong Un unternimmt schon mal einen Versuch. Er möchte die beiden Koreas wiedervereinigen. Notfalls mittels Atombombe. Der abgewählte Donald Trump würde so gern sämtliche Waffen einschmelzen und sein Geld loswerden. Wirklich. Und was ist mit den guten Vorsätzen von Heidi Klum? Oder mit der Frau, die die Sozialdemokratie retten will? Was hat eine rauchende Giraffe auf der Bühne zu suchen? Und wer ist eigentlich dieser Bonn Park, der sich in sein eigenes Stück hineingeschrieben hat? Fest steht: Hier werden Gewissheiten über den Haufen geworfen. Und das in schönster theatraler Selbstüberforderung. Grenzenlose Träume, verschossene Missionen, Lästerparaden, Wortkaskaden, Stille, Chöre – nichts ist zu groß fürs TAMDREI! Die Zuschauer finden selbstverständlich auch noch ihren Platz in dieser überbordenden Experimentieranordnung. Im besten Fall sind sie sich und ihrem Nachbarn am Ende ein klein wenig näher gekommen.

Eine Liebeserklärung an die letzte Menschheit. Ein Abend »für Leute, die bereit sind, sich der Überforderung der Welt zu stellen und aufhören können, über Leichen zu gehen.« (Bonn Park)

Inszenierung: Bonn Park
Bühne und Kostüme: Julia Nussbaumer
Dramaturgie: Katrin Enders

Ort:

D-33602 Bielefeld, Alter Markt 1 (TAM DREI)

Termine:

So, 17.12.2017, 19:30 |
Sa, 30.12.2017, 19:30 |
So, 28.1.2018, 19:30 |

1984

George Orwell

In einer Bühnenfassung von Robert Icke und Duncan Macmillan

»Die Vergangenheit wurde ausradiert. Das Ausradierte vergessen. Die Lüge wird Wahrheit und wieder Lüge.« Winston Smith arbeitet im Ministerium für Wahrheit in Ozeanien, einer der drei Supermächte der Welt, die sich im andauernden Krieg gegeneinander befinden. Im Ministerium wird die Geschichte ausgelöscht und die Geschichtsschreibung im Sinne der Parteilinie neu geschrieben. Das Leben der Menschen innerhalb dieses totalitären Systems ist gekennzeichnet von Einsamkeit, Misstrauen, Angst und ständiger Kontrolle. Die Partei arbeitet an der perfekten Sprache: »Neusprech« verringert den Wortschatz und zielt auf die Auslöschung des freien Geistes. Die Gedankenpolizei überwacht permanent die gesamte Bevölkerung, schon der bloße Gedanke ist ein Verbrechen und könnte die Todesstrafe zur Folge haben. Unter diesen Umständen begibt sich Winston in Lebensgefahr, als er anfängt, seine systemkritischen Gedanken einem Tagebuch anzuvertrauen. »Es gibt die Wahrheit und es gibt die Unwahrheit. Freiheit bedeutet die Freiheit zu sagen, dass zwei und zwei vier ist. Gilt dies, ergibt sich alles andere von selbst.« Als Winston dann auch noch Julia, Aktivistin der Anti-Sex-Liga, kennenlernt, wird ihre heimliche Liebe zum Akt des Widerstandes.

Duncan Macmillan und Robert Icke verlegen Orwells berühmte Dystopie über die Zerstörung des Menschen durch eine Staatsmaschinerie nochmals in die Zukunft und lassen den Betrachter immer tiefer in den Kopf des Protagonisten eindringen. In einer Zeit, in der Worte wie Wahrheit, Realität und Freiheit keine Verbindlichkeit mehr besitzen, ist 1984 politischer denn je.

Inszenierung: Christian Schlüter
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Video: Sascha Vredenburg
Sounddesign: Joe Bauer
Dramaturgie: Dariusch Yazdkhasti

Ort:

D-33602 Bielefeld, Niederwall 27 (Stadttheater)

Termine:

Sa, 30.12.2017, 20:00 |
Mi, 10.1.2018, 20:00 |

Arsen und Spitzenhäubchen

Joseph Kesselring

Abby und Martha Brewster sind mit Abstand die liebenswertesten Damen, die im rauen Stadtteil Brooklyn zu finden sind. Dessen ist sich ihr Neffe Mortimer sicher. Jedermann steht die Tür ihrer großen Villa offen, immerzu werden Köstlichkeiten serviert und für jedes Problem haben die Schwestern ein offenes Ohr. Selbstverständlich eilt Mortimer also zu ihnen, nachdem er seiner Liebsten einen Heiratsantrag gemacht hat. Die Tanten sind außer sich vor Freude. Selbst Teddy, Mortimers geisteskranker Bruder, der sich für Präsident Roosevelt hält, unterbricht für einen Moment die Ausgrabung seines Panamakanals im Keller. Doch dann entdeckt Mortimer eine Leiche und seine heile Welt gerät ins Wanken. Seine Tanten – Mörderinnen? Sein verrückter Bruder – der Totengräber? Schlimmer noch, die Schwestern versuchen nicht einmal, ihre Tat zu verbergen. Stolz erzählen sie von ihrem Hobby, einsame ältere Herren von ihrer irdischen Malaise zu befreien und von Teddy im Keller begraben zu lassen. Der zwölfte ist es heute! Hurra! Mortimer hat alle Hände voll zu tun, die Tanten vom nächsten Opfer und die Polizei von den Tanten fern zu halten. Doch die Familie wäre nicht vollständig, stünde nicht plötzlich der steckbrieflich gesuchte Bruder Jonathan vor der Tür. Im Gepäck führt er, natürlich, eine Leiche. Bald gerät Mortimer selbst ins Fadenkreuz des familiären Irrsinns.

Kesselrings morbide und hochnotkomische Kriminalgroteske über die Abgründe des kleinen Bürgers feierte 1941 am Broadway Premiere und wurde zum Kassenschlager; drei Jahre später trug der gleichnamige Film mit Cary Grant als Mortimer endgültig zur Unsterblichkeit der Komödie bei.

Inszenierung: Henner Kallmeyer
Bühne und Kostüme: Franziska Gebhardt
Dramaturgie: Viktoria Göke

Ort:

D-33602 Bielefeld, Alter Markt 1 (Theater am Alten Markt)

Termine:

So, 31.12.2017, 17:00 |
So, 31.12.2017, 21:00 |
Di, 2.1.2018, 20:00 |

Paare. Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit

Johann Buchholz

ab 14

»Als ich vor Jahren den Keller meiner Berliner Mietwohnung ausräumte, fand ich einen Karton mit Unterlagen eines Therapeuten, der dort früher gelebt hatte. Auf einer Patientenakte stand: ›Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit‹. Es war die Akte eines Paares. […] Wenn Filme oder Märchen mit der Hochzeit enden, denke ich: Da beginnt das Dilemma doch erst! Die Therapie ist für mich die Konzentration dieser Verrücktheit.«
Johann Buchholz

Der Filmregisseur Johann Buchholz hat diese und weitere (fiktive) Akten zu szenischen Miniaturen verarbeitet. Unterschiedliche Regisseure nehmen sich jeweils eine Szene vor, fast das gesamte Schauspielensemble ist dabei. Es entsteht ein Reigen schneller Beziehungsminiaturen, die Liebe als dauerhaften Irrsinn zeigen und als dringend therapiebedürftig! Zwei Menschen, eine Couch, drei Minuten. Das Publikum schlüpft in die Rolle des Therapeuten und muss dabei vor allem eines können: zuhören. Mit atemberaubender Geschwindigkeit jagen wir in das Herz der deutschen Gefühlsgegenwart. Denn die Zeiten, in denen unglückliche Dauersingles von einer Affäre in die nächste stolperten, sind vorbei. Wir wollen zusammenbleiben!

Inszenierung: Michael Heicks, Henner Kallmeyer, Mareike Mikat, Christian Schlüter, Dariusch Yazdkhasti
Bühne: Michael Heicks
Kostüme: Franziska Gebhardt
Dramaturgie: Dariusch Yazdkhast

Ort:

D-33602 Bielefeld, Alter Markt 1 (Theater am Alten Markt)

Termine:

Mo, 25.12.2017, 19:30 |
Di, 26.12.2017, 19:30 |

Die Zauberflöte

Wolfgang Amadeus Mozart

Große Oper in zwei Aufzügen // Dichtung von Emanuel Schikaneder // Dialoge von Andrea Schwalbach und Daniel Westen

Macht und Ohnmacht von Liebe sowie ein turbulentes Gefühlschaos prägen die Handlung der Zauberflöte genauso wie unkonventionelle Ausdeutungen von Schönheit, Stärke und Weisheit. In dieser Oper steckt mehr als der bloße, wenn auch fesselnde Zauber.

Der junge Mann Tamino, der anfangs noch vor einem Untier flüchtet, entwickelt sich zum wahren Helden, der drollige Vogelbursche Papageno entdeckt für sich und seine Außenseiterrolle das passende Gegenüber, und selbst der omnipotent wirkende Sarastro kämpft in letzter Konsequenz mit den emotionalen Schatten seiner Vorgänger. Mozart liebte seine Figuren – ausnahmslos. Und so ist jeder Typ aufgrund seiner Fantastik, Schrullen und schlussendlich Authentizität ein kleines Abbild unser selbst, eingehüllt in die märchenhafte Atmosphäre dieser Mozart’schen Erfindungswelt.

Die Inszenierung von Andrea Schwalbach begreift die Oper als Stück zur fantasievollen Unterhaltung, zum Nachdenken, Mitfühlen und auch vergnüglichen Lächeln und ist jetzt zurück auf der Stadttheaterbühne.

In deutscher Sprache

Ort:

D-33602 Bielefeld, Niederwall 27 (Stadttheater)

Termine:

Di, 26.12.2017, 20:00 |
Fr, 2.2.2018, 20:00 |

Ewig jung

Erik Gedeon

(Unter Mitarbeit von Peter Jordan)

Im Jahr 2050 sitzen die Reste eines in die Jahre gekommenen Ensembles in einem schon länger geschlossenen Theater, das ihnen nun als Alterssitz dient. Das obligatorische Unterhaltungsprogramm übernehmen sie selbst, schließlich sind sie Schauspieler. Sie träumen sich in alte Zeiten zurück, durchleben noch einmal ihre Bühnenerfolge und singen die Lieder ihrer Jugend. Das geht zwar nicht ohne Konkurrenzgebaren und unterschiedliche Wahrnehmungen ab, aber das Leben ließe sich aushalten, wäre da nicht die unverschämt junge und gnadenlose Schwester mit ganz anderen Vorstellungen des Tagesablaufs. Nicht genug, dass sie ihre Schützlinge mit Kinderliedern zum Mitklatschen malträtiert, sie vermiest ihnen durch ihre musikalischen Vorträge über Krankheit, Alter und Tod auch die ganze Stimmung. Doch kaum dreht sie ihnen den Rücken zu, regt sich bei den ehemaligen Bühnenstars wieder das Theaterblut und die Lebensgier. Von I Love Rock’n’Roll bis Born To Be Wild zeigt sich: Der alte Kampfgeist ist noch nicht gebrochen, nur eingeschränkt durch morsche Knochen und falsche Gebisse ...

Erik Gedeons Ewig jung verbindet mitreißende Musik mit klugem Schauspiel und bissigem Witz. Erleben Sie Schauspieler des Bielefelder Ensembles, um Jahrzehnte gealtert, in einem Abend über Vergänglichkeit und unvergessene Momente.

Inszenierung: Michael Heicks
Musikalische Leitung: Laurenz Wannenmacher
Bühne: Michael Heicks

Ort:

D-33602 Bielefeld, Alter Markt 1 (Theater am Alten Markt)

Termin:

Fr, 22.12.2017, 20:00 |

Das Molekül

Musical von William Ward Murta
ab 13

Can-Can-tanzende Atome? Die Biologiestunde – das Musical? Nein, das neue Bühnenwerk aus der Feder von Bielefelds Musicalspezialisten William W. Murta widmet sich einem durchaus ernstzunehmendem Thema: Die sensationelle Entschlüsselung der DNA Anfang der 1950er-Jahre und die Entwicklung der Gentechnologie rund ein halbes Jahrhundert später. Genauer gesagt: den Menschen, die hinter dieser Forschung steckten. Die Visionen verfolgten, dabei von Liebe, Hass, Eitelkeiten, Vorurteilen und Ängsten abgelenkt wurden und neben bahnbrechenden Entdeckungen auch Fehlentscheidungen trafen. Nicht untypisch für das Bühnenpersonal eines Musicals.

Bei Das Molekül klingen ganz en passant Themen an, die nach wie vor brisant sind: Was bedeuten diese Entdeckungen für die Menschheit? Medizinischen Fortschritt? Bessere Krimis? Oder gehen sie doch einen Schritt zu weit in die ethische Grauzone, Stichwort »Der Mensch als Bausatz«? William W. Murta, der nach Starry Messenger und The Birds of Alfred Hitchcock bereits das dritte große Musical für das Theater Bielefeld schreibt, zieht alle Register seiner Broadwayaffinen musikalischen Handschrift und legt seinen Protagonisten bewegende Songs in die Kehle.

Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Thomas Winter
Dramaturgie: Jón Philipp von Linden
Bühne und Kostüme: Ulv Jakobsen

Ort:

D-33615 Bielefeld, Universitätsstraße 25 (Universität Bielefeld | Halle vor dem Westend)

Termin:

Sa, 3.2.2018, 19:30 |

Swing Mr. Jurmann - Briefe an Veronika

Nick Westbrock // Walter Jurmann

Text von Nick Westbrock
Musik von Walter Jurmann

Veronika aus Berlin, eine freiberufliche Sängerin, ist aus Erbschaftsgründen nach Los Angeles gereist. Hier nimmt sie eine Kiste mit Briefen, Schallplatten und weiteren Unterlagen in Empfang, die trotz des für sie unbekannten Absenders ihren Namen und ihre Berliner Anschrift tragen. Gespannt begibt sie sich auf einen Trip durch ein vergangenes Leben, das verwirrende Parallelen zu ihrem eigenen aufweist und ihr vor allem eine Persönlichkeit näher bringt: Walter Jurmann. Pianist, Komponist, Arrangeur, Salonlöwe, Weltenbummler, Lebemann – und womöglich der heimliche Geliebte der Adressatin? Fasziniert von seiner Musik – große Schlager der Weimarer Republik (Veronika, der Lenz ist da!) und dem Hollywood der Vierzigerjahre (Swing Mr. Mendelssohn, San Francisco) – reift in Veronika ein Plan, der ihr Leben verändern wird …

Musikalische Leitung und Einstudierung: Anahit Ter-Tatshatyan
Inszenierung: Nick Westbrock
Bühne und Kostüme: Mareen Biermann
Choreografie: Michaela Duhme

Ort:

Loft

Termine:

Mo, 15.1.2018, 20:00 |
Do, 18.1.2018, 20:00 |

Istanbul

Selen Kara // Torsten Kindermann // Akin E. Şipal

Was wäre, wenn das Wirtschaftswunder nicht hier in Deutschland stattgefunden hätte, sondern in der Türkei? Wenn Bielefeld in den Fünfzigern nicht zu einem prosperierenden Zentrum der Textil- und Fahrradindustrie aufgeblüht wäre? Was, wenn der berühmte Pudding nicht in Ostwestfalen vom Industriellenhimmel gefallen wäre, sondern in Istanbul?
Deutsche Gastarbeiter wären in Scharen in die Türkei ausgewandert und hätten in Istanbul eine neue Heimat gefunden. Mit großem Fleiß hätten sie das Bruttosozial-produkt der Stadt gesteigert, hätten den Arbeitskräftemangel kompensiert und sich mal mehr, mal weniger erfolgreich um die türkische Sprache und die landestypischen Sitten und Gebräuche bemüht. Um sich dann in jahrzehntelanger Heimwerkertätigkeit – immer in den Sommerferien – mit dem Ersparten den Traum vom Eigenheim in der alten Heimat Bielefeld zu erfüllen.

Mit einer bestechend simplen Umkehrung der Perspektive erzählt Istanbul die tragikomische Lebensgeschichte des Bielefelder Gastarbeiters Klaus Gruber in der fremden und schillernden Metropole. Zwischen Werkbank, Basar, dem bunten Nachtleben und Teehäusern (in denen es nirgendwo handgebrühten Filterkaffee gibt) erleben wir in deutschen Spielszenen den Auswandereralltag, während auf Türkisch die Sehnsucht nach Glück, Liebe und Heimat besungen wird.
Die Königin des türkischen Pop, Sezen Aksu, begleitete mit ihren Liedern schon Generationen von Türken durch ihr Leben. Sie liefert den Soundtrack für diesen überraschenden und liebevollen Liederabend über Heimat und das Ankommen in der Fremde, an dessen Ende man sich fast wünscht, die Geschichte wäre tatsächlich anders verlaufen.

Inszenierung und Bühne: Michael Heicks
Musikalische Leitung: Torsten Kindermann
Kostüme: Franziska Gebhardt

Ort:

Theater am Alten Markt

Termine:

Mo, 18.12.2017, 20:00 |
Mi, 20.12.2017, 20:00 |

Theater Bielefeld

Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld

Brunnenstraße 3-9
D 33602 Bielefeld

Telefon: +49 (0)521-515454 Kartentelefon

SPIELSTÄTTEN
Stadttheater: Niederwall 27, Bielefeld
Theater am Alten Markt, TAMZWEI und TAMDREI: Alter Markt 1, Bielefeld
Tor 6 Theaterhaus: Hermann-Kleinewächter-Straße 4, Bielefeld

THEATERKASSE
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