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Theater Bielefeld

Die Geschichte des Theaters Bielefeld beginnt, als eine Bürgerinitiative mehr Kultur in ihrer Stadt fordert. Durch ihre Spenden wird der Bau des Stadttheaters ermöglicht und das Theater Bielefeld wird 1904 eröffnet. Seitdem ist es das kulturelle Zentrum Ostwestfalens, das mit seinem Publikum lebt und sich mit ihm wandelt.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter – ob in der Bühnentechnik, der Maske, Dramaturgie oder in den Ensembles – trägt dazu bei, dass kreative Ideen und Visionen auf der Bühne ihren Ausdruck finden. Wir setzen Jahrhunderte alte Stoffe in Bezug zur Gegenwart und entdecken neue, zeitgenössische Stücke. Wir spielen, tanzen und singen, schreiben und rechnen, bauen Dekorationen, knüpfen Perücken und nähen Kostüme.

Das Theater Bielefeld ist ein Drei-Sparten-Haus, in dem sich Gesang, Tanz und Schauspiel unter einem »Dach« befinden. Rund 370 passionierte MitarbeiterInnen erschaffen in über 600 Vorstellungen pro Spielzeit Räume zum Lachen, Mitleiden, Nachdenken und Diskutieren. Über 200.000 ZuschauerInnen aus Bielefeld, der Region und ganz Deutschland haben Teil an der Kunst, die Tag für Tag auf den Bühnen der Spielstätten entsteht.

Kontakt

Theater Bielefeld
Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld
Brunnenstraße 3-9
D-33602 Bielefeld

Telefon: +49 (0)521-515454 Kartentelefon

 

SPIELSTÄTTEN
Stadttheater: Niederwall 27, Bielefeld
Theater am Alten Markt, TAMZWEI und TAMDREI: Alter Markt 1, Bielefeld
Tor 6 Theaterhaus: Hermann-Kleinewächter-Straße 4, Bielefeld

THEATERKASSE
Altstädter Kirchstraße 14
D-33602 Bielefeld
Telefon +49 (0)521 / 51 54 54
Email abobuero@theater-bielefeld.de
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Theater

Voluptas & Die hungrigen Kinder

Ein Ensemble-Projekt

Premiere: 17. Oktober 2020

ab 16

Ein weißes Blatt Papier. Eine leere Bühne. Alles scheint möglich. Nichts ist vorgeschrieben. Davor hungrige Schauspieler*innen, die darauf warten, von der Leine gelassen zu werden. Wird das Papier zerrissen und die Bühne gestürzt? Welche Welten werden entstehen? Und wie werden sie sich drehen? Führt die Tür, die geöffnet wird, ins Paradies? Eine riesige Schere zerschneidet das Papier. Eine Seuche, die mit C beginnt und mit a endet, macht, dass unser Spielzeitmotto zur Prophezeiung wird. ALLES KÖNNTE ANDERS SEIN. Wir halten einen 40-seitigen Katalog mit Hygieneregeln in der Hand. Eine surreale Infrastruktur wird unser Zuhause. Wir sind traurig, wissen nicht, wie wir weitermachen können mit einem Projekt, dass so sehr von Improvisation, gemeinsamem Handeln und Intuition lebt. Wir versuchen trotz Stress zart miteinander zu sein, einige steigen aus. Es entsteht eine Theaterinstallation, die sich in verschiedenen Blicklinien mit dem Thema Zeitenwende befasst. Liebende, die nicht wissen wie Lieben funktioniert. Drei blinde Schwestern, die ausziehen durch Poesie die Welt zu verzaubern. Ein Fuchs, der mit Hölderlin spricht: »Alles Getrennte wird sich wiederfinden. Das Paradies ist zwar verriegelt und der Cherub direkt hinter uns, aber wir müssen eine Reise um die Welt machen, und sehen, ob das Paradies vielleicht irgendwo weiter hinten wieder offen ist.«

Text und Inszenierung: Schauspielensemble
Bühne: Brit Dehler, Leona Grundig
Kostüme: Greta Dietz, Carmen Witt

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Theater

Im Rausch

Premiere: 24. Oktober 2020

ab 14

Panta rhei. Alles fließt? Auch wenn Transformation und Aufbruch selten so greifbar geworden sind wie im Jahr 2020, fühlten wir uns vielleicht nie so ohnmächtig. In der kollektiven Isolation haben sich unsere sozialen Kontakte noch stärker in den virtuellen Raum verlagert. Wenn Blicke zwischen den Bildschirmen ins Leere laufen, Emojis die echten Gefühle ersetzen und Berührungen unmöglich sind, riskieren wir, uns nicht nur von unseren Mitmenschen, sondern zunehmend auch von uns selbst zu entfernen.

Das diffuse Knäuel von Emotionen, das wir seit Beginn der sozialen Distanzierung mit uns umhertragen, versucht Chefchoreograf Simone Sandroni in seiner ersten Kreation der Spielzeit 2020/21 zu entwirren. All die losen Enden – jene Gefühle, die wir in Ermangelung eines physischen Gegenübers nicht aus- oder gar erleben durften – werden geordnet und neu miteinander verknüpft. Daraus entspinnt sich eine ekstatische Choreografie, die die tanzenden Körper zu einem gemeinschaftlichen Befreiungsschlag gegen noch immer geltende Limitationen erhebt und unser Seelenleben, wenn auch nur für einen Abend, wieder in den Fluss bringt.

Zu der treibenden Komposition des Drummers Marc Lohr entwickelt die Performance ihre eigene Dynamik und wird so zu einem Ventil für aufgestaute Energien. Dass eine Aktion zur nächsten führt und Gefühlszustände, Hochs und Tiefs organisch ineinander übergehen, lässt uns schnell vergessen, wie alles begonnen hat. »Es wird sein wie bei einem guten Rave: Danach fühlst du nichts mehr außer diese grenzenlose Liebe, die sich wie ein roter Faden durch unser ganzes Leben zieht.« (Simone Sandroni)

Inszenierung und Choreografie: Simone Sandroni
Musik (Komposition und Arrangement): Marc Lohr
Bühne und Kostüme: Sebastian Ellrich
Dramaturgie: Janett Metzger

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Musiktheater

Die spinnen, die Römer!

Stephen Sondheim / Burt Shevelove / Larry Gelbart

Originaltitel A Funny Thing Happened on the Way to the Forum / Musical in zwei Akten / Buch von Burt Shevelove und Larry Gelbart / Musik und Gesangstexte von Stephen Sond­heim / Nach den Komödien des Plautus / Neue deutsche Fassung von Roman Hinze / Deutsche Erstaufführung dieser Fassung

»Ohne Freiheit geht der freiheitliche Staat entzwei / Für den Sklaven ist es hoffnungs­lose Träumerei ...« Nein, weder spielt diese Komödie auf aktuelle politische Zustände an, noch ist Pseudolus, der dies singt, eine Figur aus einem Asterix-Comic, wo die Römer be­kanntlich auch »spinnen« – aber er könnte es durchaus sein. Als Sklave im alten Rom hat er es nicht leicht: Hero, sein junger Besitzer, hat am nachbarlichen Fenster ein bezaubernd schönes Gesicht gesehen und beauftragt Pseudolus, ihm die dazugehörige Dame um­gehend herzuschaffen. Doch das ist mit meh­reren Problemen verbunden. Zum einen handelt es sich um ein Freudenhaus, dessen Betreten Heros Eltern ihm strengstens verboten haben; zum anderen ist die betref­fende Schönheit bereits dem Hauptmann Miles Gloriosus versprochen. Und der ist quasi schon im Anmarsch. Gleichwohl stimmt Pseudolus zu – unter der Bedingung, dass Hero ihm die erträumte Freiheit garantiert, wenn er die Sache dennoch hinkriegt. Klar, dass sich ab diesem Zeitpunkt die Hinder­nisse häufen, sodass Pseudolus gar nicht anders kann, als virtuos auf der Zufallsorgel des Glücks zu spielen ...

Stephen Sondheim, seit seiner Beteiligung an der West Side Story 1957 als Geheimtipp am Broadway gehandelt, gelang 1962 mit seiner Komödie A Funny Thing Happened on the Way to the Forum ein Überraschungserfolg. Das Musical und der daraus entstandene Film parodierten die seinerzeit so beliebten Monu­mental­ oder auch »Sandalenfilme« der Marke Quo vadis. Sondheim verlieh seinem ersten eigenen Werk neben einer Menge Ohrwürmern jenen unverwechselbaren musi­kalischen Tonfall, der fortan seine Musicals wie Into the Woods, Company oder Sweeney Todd prägen und ihn zu einer Legende ma­chen sollte.

Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Klaus Christian Schreiber
Bühne und Kostüme: Julia Hattstein
Choreografie: Dominik Büttner
Puppenbau: Eike Schmidt

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Theater

Blackbird UA

Matthias Brandt

Fünfzehn sein ist nicht leicht. Gerade denkt Motte noch an die mühevoll organisierten Flaschen Amselfelder, die ihm bald den ers­ten Rausch seines Lebens versprechen – da reißt ihn ein Telefonanruf vom rissigen Leder seines Sitzsacks: Sein bester Freund Bogi ist im Krankenhaus. Non-Hodgkin-Lymphom. Krebs. Und auf einmal ist nichts mehr, wie es war. Dabei ist Mottes Leben schon turbulent genug: Die Turnierfahrt der Fußball-AG steht an. Der Vater ist gerade ausgezogen. Der neue Rockworld-Plattenladen macht auf. Die Lehrer spielen mal wieder verrückt. Und dann fährt auch noch Jacqueline Schmiedebach auf dem Hollandrad vorbei. Genug, um sich vom Sterben seines besten Freundes abzu­lenken. Mit unzähligen Sprüchen, Witzen, Liebesbriefen und Anekdoten versucht Motte seine Überforderung einfach wegzuquat­schen – bis ihm die Worte ausgehen und aus der Stille Neues entsteht.

Das Romandebüt des Schauspielers Matthias Brandt vereint derbe Komik mit zarter Melan­cholie und eroberte damit die Bestsellerlisten. Die Geschichte einer Jugend in der tristen Einfamilienhausidylle einer westdeutschen Kleinstadt taucht tief ein in das pubertäre Wechselbad der Gefühle, ist in einem Mo­ment zum Kaputtlachen, im nächsten zum Tränenverdrücken. Zwischen der Möglichkeit der Liebe und der Möglichkeit des Todes stolpert Motte ins Erwachsensein und findet am Ende das, was jeden ausmacht: seine Sprache.

Inszenierung: Christian Schlüter
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Video: Sascha Vredenburg
Dramaturgie: Franziska Eisele

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Theater

Deinen Platz in der Welt

Dominik Busch

Ein herabfallender Felsbrocken, der ein Fami­liengefüge von Grund auf erschüttert; ein Verfolgter, der vor einen Bus rennt; eine of­fene Tür, vor der ein Vater zu spät auf seinen Sohn wartet; ein Mann, zu dem täglich eine Fremde kommt, die seine Frau ist; eine Taxi­fahrerin, die ihre Kund*innen überredet, sich selbst ans Steuer zu setzen; eine beinahe verheiratete Tochter, die durch ein Geständ­nis ihres Vaters zum Waisenkind wird; eine Tür, die eine Frau verschluckt; eine Dienst­reise nach Afrika, die sich für immer in den Körper eines Mannes einschreibt; zwei Filme ­macherinnen, deren einst geteilter Idealis­mus durch Marketingstrategien getrennt wird; ein brennender Obdachloser, der die Liebe sucht.

Diese und weitere Momentaufnahmen des Stückes zeigen Menschen im Schwebe­zustand. Sie sind vom Leben aus der Bahn geworfen, ihr Platz in der Welt ist unsicher geworden. Jede der Episoden ist in einem scheinbar geschlossenen Lebenskosmos verankert. Und doch spiegeln sie sich ineinander oder hängen sogar unmittelbar zusammen.

Der Schweizer Autor, Hörspielmacher und Bassist Dominik Busch hat mit poetisch­musikalischer Sprachkraft ein Mosaik ver­schiedener Lebenswelten geschaffen, die allesamt instabil sind. Wie nahe sie uns kommen und wie viel Veränderungspotential in ihnen steckt, liegt nicht zuletzt im Blick des Betrachters.

Inszenierung: Dariusch Yazdkhasti
Bühne: Anna Bergemann
Kostüme: Clemens Leander
Einstudierung Sprech-Chor: Hagen Enke
Dramaturgie: Katrin Enders

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Tanz

The Black Rider

The Casting of the Magic Bullets

Tom Waits / William S. Burroughs / Robert Wilson
Spartenübergreifende Produktion

Musik und Gesangstexte von Tom Waits / Buch von William S. Burroughs / Deutsch von Wolfgang Wiens / In deutscher Sprache mit englischen Songs

Spartenübergreifende Produktion von Musiktheater, Schauspiel und Tanz

Einen Volltreffer hat Wilhelm bei seinem Käthchen gelandet: Er liebt sie, sie liebt ihn – einfach perfekt! Zumindest wäre es das, wenn sie nicht die Tochter des Försters wäre und der nicht darauf bestehen würde, dass sein zukünftiger Schwiegersohn auch beim Schießen Volltreffer landet. Da stehen die Chancen des Schreibers Wilhelm gegenüber seinen Mitbewerbern sehr schlecht, auch wenn er sich redlich bemüht, noch heimlich schnell das Schießen zu lernen. In seiner Verzweiflung nimmt er die magischen Kugeln des mysteriösen Stelzfuß an, die angeblich immer ihr Ziel finden. Und ihm wurde nicht zu viel versprochen! Wilhelm genießt sein Leben als treffsicherer, allseits bewunderter Schütze in vollen Zügen. Noch vor dem alles entscheidenden Probeschuss hat er alle Kugeln verschossen und benötigt dringend neue. Aber dieses Mal erfährt er auch den damit verbundenen Pakt: Die Kugeln gehorchen Wilhelms Willen. Doch eine gehört dem Schwarzen Reiter …

Als Schuss ins Schwarze entpuppte sich dieses ungewöhnliche Stück, das Webers romantischer Oper eine zweite, bald ebenso legendäre musikalische Version der Volkssage vom Freischütz an die Seite stellte. Mit großer Lust am Schaurig-Schönen gehen Rocklegende Tom Waits, Beat-Generation-Autor William S. Burroughs und Starregisseur Robert Wilson in ihrem 1990 entstandenen Gemeinschaftswerk dem Modernen und Absurden der dämonischen Gruselgeschichte nach. Einfach teuflisch gut.

Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Michael Heicks
Bühne: Michael Heicks
Kostüme: Anna Sörensen

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Theater

How to Date a Feminist

Samantha Ellis

Steve und Kate, beide frisch verlassen, lernen sich bei einem Kostümball als Robin Hood und Wonder Woman kennen. Im wirklichen Leben sind sie Bäcker und Journalistin. Steve hat die Wochenenden seiner Kindheit bei der Mutter im Friedenscamp Greenham Common verbracht, umgeben von selbstbestimmten, politisch engagierten Frauen am Rande der Legalität. Kate ist nach dem Weggang der Mutter bei ihrem Vater geblieben, der sie gemäß seinen unverrückbaren Vorstellungen von Ehe und Weiblichkeit erzogen hat. Wie kommen ein überzeugter Feminist und eine Frau, die immer wieder auf Machos hereinfällt, zusammen? Nachdem die ersten Hürden der Annäherung überwunden sind, macht Steve seiner Liebsten einen Heiratsantrag – nicht ohne sich vorher für sämtliche patriarchalischen Entgleisungen der Menschheitsgeschichte zu entschuldigen – und Kate sagt »ja« zu diesem Abenteuer! Die Vorbereitungen für die Hochzeit, mit den jeweiligen Elternhäusern im Hintergrund, erweisen sich als hochkomplizierte diplomatische Verhandlungen. Als es endlich geschafft ist, führt ausgerechnet die Annäherung von Steves Mutter und Kates Vater zum Abbruch der Feierlichkeiten nach nur 90 Minuten. Ein Happy End scheint erst einmal nicht in Sicht.

Die englische Autorin Samantha Ellis dekliniert in ihrer 2016 in London uraufgeführten Komödie How to Date a Feminist lustvoll Geschlechterklischees und ihre Umkehrungen durch und treibt das Vexierspiel auch formal auf die Spitze, indem sie sämtliche Rollen für eine Schauspielerin und einen Schauspieler konzipiert. Ein besonderer Clou, der beweist, dass intelligentes Spiel nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern auch debattentauglich ist.

Inszenierung: Christian Schlüter
Bühne und Kostüme: Jürgen Höth
Dramaturgie: Anne Vogtmann

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Theater

Demian

Hermann Hesse

Emil Sinclair wächst in einem gutbürgerlichen Elternhaus auf. Die Welt ist hell, klar und freundlich. Gleichzeitig bemerkt er bereits als Zehnjähriger, dass es eine Flut von ungeheuren, lockenden, furchtbaren, rätselhaften Dingen gibt, die dem Wertekanon und den Moralvorstellungen, die ihm beigebracht wurden, widersprechen. Die Welt hat offensichtlich auch eine dunkle Seite. Franz Kromer, der aus ärmlichen Verhältnissen kommt, scheint ihr anzugehören. Emil Sinclair ist gleichermaßen fasziniert und abgestoßen von dem wenig Älteren, sucht und meidet seine Nähe und lässt sich schließlich von ihm erpressen. Eine aussichtslose Lage. Wäre da nicht Max Demian, ein neuer Mitschüler und bekennender Außenseiter. Er rettet Emil Sinclair nicht nur aus seiner Bedrängnis, sondern wird fortan auch sein Leitstern. Obschon selbst noch ein Heranwachsender, hat Demian auf alle drängenden Fragen und Nöte eine Antwort – scharfzüngig, überlegen und provokativ. Der freie Wille ist ihm ebenso heilig wie seine Überzeugung, dass keine Norm unumstößlich ist, dass ohne Kampf nichts Neues entstehen, kein Individuum sich entfalten kann: »Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören.« Wie weit das Zerstören einer Welt gehen kann, lässt das Ende dieser Coming-of-Age-Geschichte ahnen.

Hermann Hesses Roman wurde 1919 veröffentlicht und gilt als Psychogramm einer Jugend, die in den Ersten Weltkrieg verwickelt wurde. Hundert Jahre später besticht diese Ich-Erzählung nicht nur durch ihre Zeitlosigkeit im Hinblick auf das Abenteuer des Erwachsenwerdens, sondern auch durch ihre Aktualität in der Beschreibung einer Welt, die im Begriff ist, sich neu zu ordnen.

Auch als Klassenzimmerstück möglich.

Inszenierung und Bühne: Michael Heicks
Kostüme: Sandra Maria Paluch

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Digital

Neue Formate

Leider kann es einen normalen Spielbetrieb in unseren drei Häusern bis zum Ende der Saison aufgrund der geltenden Schutzmaßnahmen – für das Publikum und auch für die Künstler*innen auf sowie die Mitarbeiter*innen hinter der Bühne – nicht geben. Wir sind trotzdem weiter für Sie da! Im Netz finden Sie Videos, Audios und vieles mehr. Analog starten wir mit neuen, kleinen Formaten, um Ihnen wieder live begegnen zu können. Kurz: Wir arbeiten für Sie an der Wiederverzauberung der Welt!

Bei allen Angeboten wird natürlich der Gesundheitsschutz der Besucher*innen großgeschrieben.
Theater

Konstellationen

Nick Payne

Wie kommt man dem Geheimnis der Unsterblichkeit näher? Wenn man es schafft, die Spitzen seiner Ellbogen zu lecken. Vielleicht. Bleibt immer noch die Frage, ob man das überhaupt will, ewig leben. Aber Entscheidungen rückgängig machen können, das wäre zumindest schon mal ein Anfang. Denn wer kennt es nicht, das Gefühl, im entscheidenden Moment falsch abgebogen zu sein und nun weiter zu müssen auf der Einbahnstraße. Nick Paynes Stück Konstellationen macht die Umkehr möglich! Und so nimmt die Begegnung von Roland und Marianne nicht ihren Lauf, sondern verschiedene Verläufe: in Varianten, die sich manchmal nur durch eine Nuance unterscheiden. Die beiden treffen sich auf einer Grillparty, einmal mit, dann wieder ohne Partner im Hintergrund, bei Regen oder Sonnenschein. Alles ist denkbar. Sie tauschen sich über ihre Berufe aus. Er ist Imker, sie Physikerin – Paralleluniversen auch hier. Die erste gemeinsame Nacht verläuft in keinem Fall optimal, egal ob Roland geht oder im Schlafsack auf dem Boden nächtigt. Ihre Liebe wird gleich von mehreren Seiten bedroht. Ist es Mariannes Krankheit? Geht Roland fremd? Oder Marianne? Was wird Marianne auf den Heiratsantrag von Roland antworten? Ändert es etwas, ob er den Antrag mit einer gut vorbereiteten Rede über den Bienenstaat untermauert oder den Zettel vergessen hat und nun frei improvisiert?

Nick Payne schafft es mit seinem preisgekrönten Stück, Gewissheiten auf eine charmante und spielerische Art in Frage zu stellen.

Inszenierung: Dariusch Yazdkhasti
Bühne und Kostüme: Paul Lerchbaumer
Dramaturgie: Franziska Betz

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Theater Bielefeld

Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld

Die Geschichte des Theaters Bielefeld beginnt, als eine Bürgerinitiative mehr Kultur in ihrer Stadt fordert. Durch ihre Spenden wird der Bau des Stadttheaters ermöglicht und das Theater Bielefeld wird 1904 eröffnet. Seitdem ist es das kulturelle Zentrum Ostwestfalens, das mit seinem Publikum lebt und sich mit ihm wandelt.

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Das Theater Bielefeld ist ein Drei-Sparten-Haus, in dem sich Gesang, Tanz und Schauspiel unter einem »Dach« befinden. Rund 370 passionierte MitarbeiterInnen erschaffen in über 600 Vorstellungen pro Spielzeit Räume zum Lachen, Mitleiden, Nachdenken und Diskutieren. Über 200.000 ZuschauerInnen aus Bielefeld, der Region und ganz Deutschland haben Teil an der Kunst, die Tag für Tag auf den Bühnen der Spielstätten entsteht.
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Stadttheater: Niederwall 27, Bielefeld
Theater am Alten Markt, TAMZWEI und TAMDREI: Alter Markt 1, Bielefeld
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Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Theater Theater Osnabrück Osnabrück, Domhof 10/11
Aufführungen / Varieté GOP Kaiserpalais Bad Oeynhausen Bad Oeynhausen, Im Kurgarten 8
Aufführungen / Theater Theaterlabor im Tor 6 Bielefeld, H.-Kleinewächter-Str. 4

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