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Theater Bielefeld

Die Geschichte des Theaters Bielefeld beginnt, als eine Bürgerinitiative mehr Kultur in ihrer Stadt fordert. Durch ihre Spenden wird der Bau des Stadttheaters ermöglicht und das Theater Bielefeld wird 1904 eröffnet. Seitdem ist es das kulturelle Zentrum Ostwestfalens, das mit seinem Publikum lebt und sich mit ihm wandelt.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter – ob in der Bühnentechnik, der Maske, Dramaturgie oder in den Ensembles – trägt dazu bei, dass kreative Ideen und Visionen auf der Bühne ihren Ausdruck finden. Wir setzen Jahrhunderte alte Stoffe in Bezug zur Gegenwart und entdecken neue, zeitgenössische Stücke. Wir spielen, tanzen und singen, schreiben und rechnen, bauen Dekorationen, knüpfen Perücken und nähen Kostüme.

Das Theater Bielefeld ist ein Drei-Sparten-Haus, in dem sich Gesang, Tanz und Schauspiel unter einem »Dach« befinden. Rund 370 passionierte MitarbeiterInnen erschaffen in über 600 Vorstellungen pro Spielzeit Räume zum Lachen, Mitleiden, Nachdenken und Diskutieren. Über 200.000 ZuschauerInnen aus Bielefeld, der Region und ganz Deutschland haben Teil an der Kunst, die Tag für Tag auf den Bühnen der Spielstätten entsteht.

Kontakt

Theater Bielefeld
Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld
Brunnenstraße 3-9
D-33602 Bielefeld

Telefon: +49 (0)521-515454 Kartentelefon

 

SPIELSTÄTTEN
Stadttheater: Niederwall 27, Bielefeld
Theater am Alten Markt, TAMZWEI und TAMDREI: Alter Markt 1, Bielefeld
Tor 6 Theaterhaus: Hermann-Kleinewächter-Straße 4, Bielefeld

THEATERKASSE
VORVERKAUF UND ABOBÜRO
Altstädter Kirchstraße 14
D-33602 Bielefeld
Telefon +49 (0)521 / 51 54 54
Email abobuero@theater-bielefeld.de
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Bewertungschronik

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Theater Bielefeld

Theater

TransitTage

Ein Anna-Seghers-Projekt // Swen Lasse Awe

Premiere: 16. November 2019

ab 14

»Manche von unseren Freunden, wenn sie sich ausmalen, wie ein anderes Deutschland aussehen wird – du mein Gott, was haben sie für die Zukunft für Träume.« (Anna Seghers: Das siebte Kreuz)

Im Frühjahr 1941 verlässt Anna Seghers Europa. In Deutschland ist ihr Werk zu diesem Zeitpunkt längst von den Nazis verboten, ihr Besitz beschlagnahmt, ihre Bücher verbrannt. In Mexiko wird sie, die verfolgte Antifaschistin, herzlich aufgenommen. Hier findet sie mit ihrer Familie für die verbleibenden Kriegsjahre Zuflucht sowie einen Kreis aus engagierten FreundInnen und KollegInnen. Ein gutes Zuhause, wenngleich auch keine neue Heimat. Permanent zwischen den Welten hängen. Nirgendwo ankommen. Nie ganz dazugehören. Das sind nicht nur die bestimmenden Themen in Anna Seghers‘ Leben, sondern auch in ihrem großen Exilroman Transit, aus dem im Februar 1943 in Mexiko erstmals öffentlich gelesen wird.

In der Ferne und Fremde entwirft die Autorin eine Analyse des Europas, das sie verlassen musste – und stellt erstaunliche Überlegungen über eines an, das mal werden könnte. Vor dem Hintergrund der bemerkenswerten Werke von Anna Seghers lohnt es sich einmal mehr, einen Blick auf das Europa zu werfen, das tatsächlich geworden ist. Ein Europa, das wieder mit Extremerfahrungen von Flucht und Exil konfrontiert ist. Ein Europa, in dem »Transitzentren« geschaffen werden, um »neue Grenzregime zu etablieren«.

TransitTage feiert Anna Seghers, Deutschlands große Exil-Erzählerin, ihren scharfen Blick, ihr Leben auf der Durchreise und all die Gestrandeten, denen sie eine bleibende Stimme verliehen hat.

Inszenierung: Swen Lasse Awe
Bühne und Kostüme: Thilo Ullrich
Komposition und Sound: Philipp Koelges
Dramaturgie: Franziska Eisele

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Theater

Neujahr

Juli Zeh

Premiere: 21. November 2019

Henning ist auf der Flucht vor sich selbst. Er quält sich am Neujahrsmorgen auf Lanzarote mit dem Fahrrad einen Berg hoch. Er kämpft mit sich, dem Gegenwind, dem viel zu schweren Rad, die ungeeignete Kleidung scheuert, er hat Durst und ist unterzuckert. Und doch treiben ihn die Gedanken an seine Familie immer weiter bergaufwärts. Die Ehe mit seiner Frau funktioniert eigentlich bestens. Beide können es sich leisten, im Beruf kürzer zu treten und kümmern sich gleichberechtigt um die zwei Kinder. Gleichzeitig befindet sich Henning in einem Zustand permanenter Überforderung. Er leidet unter Angstzuständen und Panikattacken, die er verheimlicht und die ihn zu ersticken drohen. Sein Alltag wird zum nackten Überlebenskampf, und im Stakkato der Pedaltritte bricht die Wut aus ihm heraus: Scheiß-Welt, Scheiß-Kinder, Scheiß-Familie. Mit dem Zusammenbruch erreicht er den Gipfel und stürzt in die Erinnerung: Er war schon einmal hier, als Kind, mit seinen Eltern und seiner Schwester Luna. Ein schreckliches Geheimnis umweht diesen Ort, ein lange Zeit verdrängtes Erlebnis bricht über Henning herein.

Juli Zeh nimmt mit ihrem aktuellen Erfolgsroman die bürgerliche Mitte ins Zentrum einer Erzählung über die Überforderung derjenigen, die eigentlich alles richtig machen. Der Abgrund lauert im Alltag, der sie im Griff hat, ohne Aussicht auf Erlösung. Ein Alltag, in dem die aufgeklärten, modernen Eltern den beruflichen und familiären Anforderungen gerecht werden wollen und sich selbst und den Kindern gerade dadurch abhandenkommen. Dabei spannt Juli Zeh den erzählerischen Bogen vom inneren Monolog eines Getriebenen zu einem märchenartigen Thriller über ein lange verschüttetes Kindheitserlebnis.

Inszenierung: Dariusch Yazdkhasti
Bühne und Kostüme: Julia Hattstein
Video: Konrad Kästner
Dramaturgie: Elisa Hempel

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Oper

Aida

Giuseppe Verdi

Premiere: 30. November 2019

Oper in vier Akten und sieben Bildern / Libretto von Antonio Ghislanzoni nach einem Handlungsentwurf von Auguste Mariette Bey und einem Szenarium von Camille du Locle / Musik von Giuseppe Verdi

Entwurzelt, verschleppt, ausgebeutet: Die äthiopische Prinzessin Aida fristet ein bitteres Dasein als Sklavin am ägyptischen Königshof. Einziger Lichtblick ist die Liebe zum Feldherrn Radames, doch der ist zugleich Objekt der Begierde der mächtigen Prinzessin Amneris. Als Aidas Landsleute Ägypten überfallen, wird Radames auserwählt, die Verteidigung zu leiten. Sein ägyptisches Heer besiegt die äthiopischen Truppen, er kehrt als Held zurück. Aidas letztes und wichtigstes Geheimnis – niemand weiß, dass sie die Königstochter des Feindeslandes ist – droht aufzufliegen, als sie ihren Vater unter den Gefangenen erblickt. Aidas Liebe zu ihrem Geliebten und ihrem Vater wird einer unmenschlichen Zerreißprobe ausgesetzt, als dieser sie zwingt, jenen zum Verrat anzustiften.

Jenseits aller Ägypten-Romantik, die ganze Generationen von Opernliebhaber*innen hervorgebracht haben dürfte, entpuppt sich Verdis späte Oper als Kammerspiel von schnörkelloser Leidenschaft: Wie so oft spiegelt sich große Politik im intimsten Miteinander der Protagonist*innen, führen Entscheidungen hier zu tsunamiartigen Wellen dort. Ist das Libretto auf das Nötigste reduziert, um Figuren und Motivationen herauszumeißeln, spielt die Musik buchstäblich auf der großen Klaviatur der Emotionen und zeugt von Verdis Reife und Meisterschaft. Ein Musikdrama italienischen Zuschnitts, das sich die nur scheinbare zeitliche und räumliche Ferne der Handlung zunutze machte, um aktuelle Verhältnisse im Italien und Europa des späten 19. Jahrhunderts kritisch aufs Korn zu nehmen.

Musikalische Leitung: Alexander Kalajdzic
Inszenierung: Nadja Loschky
Bühne: Ulrich Leitner
Kostüme: Irina Spreckelmeyer
Dramaturgie: Jón Philipp von Linden

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Musical

Babytalk

Das Kinder-Krieg-Musical

Premiere: 01. Dezember 2019

Texte von Peter Lund / Musik von Thomas Zaufke

Es ist die natürlichste Sache der Welt: Kinderkriegen. Oder etwa nicht? Als Charlotte und Robert es endlich ausgesprochen haben, dass sie sich ein Kind wünschen, könnten sie vor Freude übersprudeln. Aber dann beginnen die Gedanken zu kreisen. Ist jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt? Was macht eigentlich eine Schwangerschaft mit einem Frauenkörper? Mädchen oder Junge? Und wie soll es heißen? Und auf einmal stellen sie fest, dass nach 14 gemeinsamen Jahren der / die PartnerIn doch noch ein unbekanntes Wesen ist. Das erste gemeinsame Musical vom Erfolgsduo Peter Lund und Thomas Zaufke seziert den ganz normalen Wahnsinn fortpflanzungswilliger Beziehungen: Witzig, nachdenklich, bissig, wahr.

Klavier und Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Nick Westbrock
Bühne und Kostüme: Nick Westbrock
Dramaturgie: Anne Christine Oppermann

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Jugendprogramm

Parallele Welten – Krieg. Erinnern

Schreib- und Theaterwerkstatt

Premiere: 07. Dezember 2019

ab 14

Krieg. Erinnern / حرب تذكر Savaş hatırlıyorum

Die Flüsterpost trägt nicht weiter. Täter und Opfer sterben aus, und wir bleiben mit Büchern und Fotos zurück - Momentaufnahmen, die kalt werden.

Haben wir das Recht zu erfahren, was Mitglieder unserer Familie im Krieg erlebt haben, was ihr Leid, ihre Heldentaten oder Verbrechen waren? Macht es Sinn, sie mit Fragen zu bedrängen? Wie prägen die unterschiedlichen Gedenkkulturen unserer Herkunftsländer unseren Blick auf die Welt? Die Spieler*innen zwischen 17 und 62 Jahren haben kurdische, türkische, kosovarische, serbische, bosniakische, ägyptische, italienische, syrische, russische und deutsche Wurzeln.

Und wohin soll es führen? Dass sich die Täter wieder erinnern und noch schlechter fühlen? Dass sich die Opfer den Schmerz erneut in Erinnerung rufen? Ist es die Idee der Pille davor?!

Leitung: Omar El-Saeidi / Martina Breinlinger

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1 Tanz

Opus Fünfundsechzig

Simone Sandroni

Ein Abend von TANZ Bielefeld mit den Bielefelder Philharmonikern zur 8. Symphonie von Dmitri Schostakowitsch

Schostakowitschs Symphonie Nr. 8 in c-Moll gilt heute als eine der größten Leistungen des russischen Komponisten. 1943 entstanden, wurde sie – ebenso wie die Siebte und die Neunte – den »Kriegssymphonien« zugeordnet. Im Gegensatz zu der weit verbreiteten Lesart seiner ZeitgenossInnen, ist sie jedoch nicht nur als ein Requiem an die zahllosen Opfer des Krieges zu lesen, sondern vielmehr auch als das persönliche Bekenntnis eines leidenden Künstlers. Obwohl Schostakowitschs Werk als Aushängeschild sozialistischer Kunst gehandelt wurde, sah sich der Komponist während seines gesamten Schaffens immer wieder von Stalins Machtapparat gemaßregelt und musste um seine Existenz und die seiner Familie fürchten.

Gemeinsam mit den Bielefelder Philharmonikern legen Simone Sandroni und sein Ensemble die verschiedenen Deutungsebenen einer Musik frei, die durch ihre Expressivität und ihre mitreißende Kraft beeindruckt. Was bedeutet es, ein künstlerisches Leben in Unfreiheit zu führen? Welchen Umgang findet der Einzelne mit der Unterdrückung? Was hilft ihm, standzuhalten und seine persönliche Integrität zu wahren?

»Es ist unmöglich, alles, was mit einem so großen Phänomen wie Schostakowitsch in Verbindung steht, zu beurteilen und zu verstehen«, hielt der berühmte Pianist Swjatoslaw Richter in den Siebzigerjahren fest. TANZ Bielefeld entwickelt eigene, physische Zugänge zu Schostakowitschs Opus 65 und eröffnet damit einen universellen, zeitgenössischen Blickwinkel auf dieses für sein Schaffen zentrale Werk. Nach Prokofjews Romeo und Julia und Strawinskys Der Feuervogel beschließt die Uraufführung am Theater Bielefeld eine Tanz-Trilogie, die den drei wohl bedeutendsten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts gewidmet ist.

Musikalische Leitung: Gregor Rot
Choreografie und Inszenierung: Simone Sandroni
Bühne und Kostüme: Jürgen Höth
Licht: Johann Kaiser
Dramaturgie: Janett Metzger

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Theater

Demian

Hermann Hesse

Emil Sinclair wächst in einem gutbürgerlichen Elternhaus auf. Die Welt ist hell, klar und freundlich. Gleichzeitig bemerkt er bereits als Zehnjähriger, dass es eine Flut von ungeheuren, lockenden, furchtbaren, rätselhaften Dingen gibt, die dem Wertekanon und den Moralvorstellungen, die ihm beigebracht wurden, widersprechen. Die Welt hat offensichtlich auch eine dunkle Seite. Franz Kromer, der aus ärmlichen Verhältnissen kommt, scheint ihr anzugehören. Emil Sinclair ist gleichermaßen fasziniert und abgestoßen von dem wenig Älteren, sucht und meidet seine Nähe und lässt sich schließlich von ihm erpressen. Eine aussichtslose Lage. Wäre da nicht Max Demian, ein neuer Mitschüler und bekennender Außenseiter. Er rettet Emil Sinclair nicht nur aus seiner Bedrängnis, sondern wird fortan auch sein Leitstern. Obschon selbst noch ein Heranwachsender, hat Demian auf alle drängenden Fragen und Nöte eine Antwort – scharfzüngig, überlegen und provokativ. Der freie Wille ist ihm ebenso heilig wie seine Überzeugung, dass keine Norm unumstößlich ist, dass ohne Kampf nichts Neues entstehen, kein Individuum sich entfalten kann: »Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören.« Wie weit das Zerstören einer Welt gehen kann, lässt das Ende dieser Coming-of-Age-Geschichte ahnen.

Hermann Hesses Roman wurde 1919 veröffentlicht und gilt als Psychogramm einer Jugend, die in den Ersten Weltkrieg verwickelt wurde. Hundert Jahre später besticht diese Ich-Erzählung nicht nur durch ihre Zeitlosigkeit im Hinblick auf das Abenteuer des Erwachsenwerdens, sondern auch durch ihre Aktualität in der Beschreibung einer Welt, die im Begriff ist, sich neu zu ordnen.

Auch als Klassenzimmerstück möglich.

Inszenierung und Bühne: Michael Heicks

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Oper

Die Hochzeit des Figaro

Wolfgang Amadeus Mozart

Opera buffa in vier Akten / Text von Lorenzo Da Ponte

Figaro heiratet seine Susanna! Endlich ist er da, der schönste Tag im Leben! So sollte es zumindest sein. Aber ausgerechnet am Hochzeitsmorgen gesteht Susanna ihrem Bräutigam, dass auch sein Dienstherr Graf Almaviva ein Auge auf sie geworfen hat. Und dass das Zimmer, das er dem Brautpaar zur Verfügung stellt, zwar schön und geräumig ist, hauptsächlich aber sehr günstig für heimliche Grafenbesuche gelegen wäre. So hat sich Figaro seine Hochzeit nicht vorgestellt. Und mit Sicherheit wird er nicht klein beigeben und diese Situation akzeptieren. Bloß verfolgen alle im gräflichen Schloss ihre ganz eigene Agenda, sodass jeder noch so gut durchdachte Plan in nur noch größeres Durcheinander mündet. Innerhalb nur eines einzigen, aberwitzigen Tages wird das Unterste zuoberst gekehrt, sorgfältig Verborgenes oŒffenbar und der Blick in eigene und fremde Abgründe geworfen. Führt ein Weg aus diesem allzu menschlichen Chaos?

Für Die Hochzeit des Figaro arbeitete Mozart erstmals mit dem kongenialen Textdichter Lorenzo Da Ponte zusammen. Gemeinsam schufen sie eine spritzige musikdramatische Komödie, die gleichzeitig die tiefsten menschlichen Sehnsüchte fühlbar macht.

Musikalische Leitung: Alexander Kalajdzic
Inszenierung: Alexander Charim
Bühne: Ivan Bazak

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Theater

Jugendliebe

Ivan Calbérac

Antoines Putzfrau Dragana befindet sich im Streik, seit sie im Wirtschaftsmagazin gelesen hat, was ihr Arbeitgeber verdient. 734 Mal so viel wie sie! Eine lästige Angelegenheit für Antoine, zumal seine Freundin gerade beim Shoppen seine Kreditkarte überzogen hat. Er ist schließlich kein Wohlfahrtsinstitut und das Geld schneller weg, als man denkt. Da platzt auch noch sein Anwalt mit einer Hiobsbotschaft herein: Antoine ist seit langem verheiratet, eine Tatsache, die er längst vergessen hat, weil sie keine Rolle mehr in seinem Leben spielt. Maryse war seine Jugendliebe, die Blitzhochzeit in Las Vegas eine Schnapsidee. Nun will Maryse, die inzwischen als Entwicklungshelferin in Malawi arbeitet, die Scheidung. Die Crux: Ihr steht die Hälfte des gemeinsamen Vermögens zu. Die Zeit drängt, denn die Jugendliebe hat ihr persönliches Erscheinen angekündigt.

In dieser Situation erweist sich Draganas Einraumwohnung als Eingang zum Paradies und erhoffter Ausweg aus der Misere. Ein geradezu idealer Ort, Maryse zu empfangen und ihr ein Sozialdrama vorzuspielen. Gesagt, getan. Antoine zieht mit seiner Freundin (französischer Adel) in den Plattenbau. Willkommen im Paralleluniversum! Was nun folgt, ist eine rasante Reihe tragikomischer Ereignisse und Verwicklungen, die alle Beteiligten um Illusionen ärmer und Erfahrungen reicher macht.

Ivan Calbérac, bekannt u. a. durch den Kinofilm Frühstück bei Monsieur Henri, ist mit Jugendliebe eine hinreißende Komödie über ein prekäres Thema gelungen.

Inszenierung: Michael Heicks
Bühne und Kostüme: Timo Dentler, Okarina Peter
Dramaturgie: Katrin Enders

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Theater

Orpheus in der Unterwelt

Jacques Offenbach

Originaltitel Orphée aux Enfers // Opéra bouffon // Text von Hector Crémieux und Ludovic Halévy // in deutscher Sprache

Früher war alles besser! Das mythologische Paar Orpheus und Eurydike gilt als Musterexemplar ehelicher Liebe und Treue. Bis in den Tod folgte er ihr, erweichte mit seinen musikalischen Klagen sogar die Götter und hätte Eurydike so beinahe retten können. Als er aber verzweifelt allein ins Leben zurückkehren musste, schwor er allen Frauen ab. Treue über das Grab hinaus. Soweit die Legende. Jacques Offenbach entwickelte in seinem 1858 uraufgeführten Orpheus in der Unterwelt eine alternative Erzählung, die einen satirischen Blick gleichermaßen auf den Mythos wie auf die zeitgenössische Gesellschaft warf. Keineswegs herrscht eitel Sonnenschein in der Beziehung des Musiklehrers Orpheus und seiner Gattin. Er betrügt sie, sie betrügt ihn. Aber trennen kann man sich nicht. Wie sähe das denn aus?! Als Eurydikes Geliebter, der Todesgott Pluto, sie in die Unterwelt entführt, sind dementsprechend alle glücklich. Eurydike gefällt es überaus, vom Tod geküsst zu werden, und Orpheus fühlt sich endlich einmal frei. Wäre da nicht die öffentliche Meinung, die Orpheus dazu zwingt, seine Frau von den Göttern zurückzufordern. Nur allzu gern nutzen die gelangweilten Götter diesen Anlass zu einem Betriebsausflug in die Hölle, um sich an diesem reizvoll verrufenen Ort selbst ein Bild der Lage zu machen. Wer würde sich schon die Chance auf einen heißen Höllen-Cancan entgehen lassen?!

Früher war alles besser? Offenbach räumt mit diesem und anderen Mythen gründlich auf. Ob Medienherrschaft, bürgerliche Doppelmoral oder hierarchische Strukturen – damals wie heute bietet Orpheus in der Unterwelt zahlreiche Gelegenheiten, gesellschaftliche Enwicklungen persiflierend aufs Korn zu nehmen. Pünktlich zu Offenbachs 200. Geburtstag im Juni 2019 stellt sich sein beliebtestes Werk der öffentlichen Meinung in Bielefeld.

Musikalische Leitung: Gregor Rot
Inszenierung: Nadja Loschky

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Familienprogramm

Der Zauberer von Oz

Lyman Frank Baum
Familienstück zur Weihnachtszeit

Dorothys Leben auf dem Land mit Tante Em und Onkel Henry ist trist und eintönig, weit und breit nur graue Einöde. Doch das ändert sich schlagartig, als eines Tages ein Sturm aufzieht und Dorothys Welt kräftig durcheinanderwirbelt. Mitsamt dem Farmhaus wird sie in die Lüfte gehoben und in das Land Oz katapultiert. Ein märchenhafter Ort, an dem Zauberer, Hexen und andere wundersame Wesen leben. Mit lautem Krachen landet das Farmhaus auf der Erde und begräbt dabei die böse Hexe des Ostens unter sich. Das hat Dorothy natürlich nicht gewollt, doch noch ehe sie weiß, wie ihr geschieht, wird sie für diese Tat gefeiert und bejubelt, hat sie doch soeben eine Schreckensherrschaft beendet. Viel brennender interessiert Dorothy, wie sie nun wieder nach Hause kommen soll. Die gute Hexe des Nordens weiß, da kann nur der große Zauberer von Oz helfen.

Und so begibt sich Dorothy auf eine abenteuerliche Reise in die Smaragdstadt. Auf dem Weg findet sie drei ungewöhnliche Reisegefährten: eine Vogelscheuche, die sich wünscht klug zu sein, einen Blechmann, der so gerne ein Herz hätte, und einen ängstlichen Löwen, der unbedingt mutiger sein möchte. Alle drei hoffen, dass der Zauberer von Oz auch ihre Wünsche erfüllen wird. Doch ist dieser Zauberer wirklich so mächtig?

Lyman Frank Baums 1900 erschienenes Kinderbuch ist eine zauberhafte Geschichte über die Macht der Freundschaft, das Erkennen der eigenen Stärken und den Glauben an sich selbst. Spätestens seit der Verfilmung mit Judy Garland 1939 ist sie weit über die Grenzen amerikanischer Kinderzimmer hinaus bekannt.

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Theater

Spin

David Gieselmann

Auftragswerk anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Universität Bielefeld

Autor David Gieselmann ist am Theater Bielefeld spätestens seit Sissy Murnau kein Unbekannter mehr. Nachdem er bewiesen hat, dass Serien auch theatertauglich sind, überlässt er nun die Androiden nicht länger nur dem Kino und stellt mit Spin eine Androidin auf die Bühne.

Spin ist das Werk einer betrügerischen Biochemikerin unter Verwendung veruntreuter EU-Gelder. Da sie, wenngleich illegal entstanden, nun einmal da ist, löst sie eine Menge Begehrlichkeiten aus. Der Geheimdienst ist ebenso hinter Spin her wie der Kunstfleisch- und der Kunstmarkt; die »Church of Spin« erhebt sie zur spirituellen Leitfigur, die AktivistInnenbewegung »Private-I-See-You« fordert ihre sofortige Abschaltung. Ihrer Schöpferin Regula wird sie unversehens zur Tochter, was Regulas Vater auf den Plan ruft und damit das reinste Familiendrama in Gang setzt. Spin weiß alles und fühlt nichts. Im Bewusstsein dieses Dilemmas trifft sie schließlich eine überraschende und folgenreiche Entscheidung.

Das Schöne an Spin ist, dass ihr Denktempo einerseits der Komödie vorauseilt, ihre Naivität in Bezug auf ihre Sehnsucht Mensch zu sein, aber wiederum der Komödie hinterherhinkt. Im besten Falle lässt sich das Publikum in diese sich widerstrebenden Tempi hineinziehen und verdrängt sein Wiedererkennen in den Figuren vor lauter Ablenkung erfolgreich – ganz gleich wie menschlich oder transhuman diese handeln. Es wird dies also hoffentlich eine allzu menschliche Komödie. (David Gieselmann)

Inszenierung: Christian Schlüter
Bühne und Kostüme: Jürgen Höth
Video: Sascha Vredenburg
Dramaturgie: Katrin Enders

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Theater

Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

Bertolt Brecht

Chicagos Gemüsehändler sind in einer schweren Krise. Blumenkohl und anderes Grünzeug finden keinen Absatz mehr. Da betritt Arturo Ui, ein kleiner Gangster aus der Bronx, die Bildfläche. Warum nicht aus dieser wirtschaftlichen Misere Profit schlagen? Doch Uis Angebot, das Geschäft durch Drohung und Gewalt anzukurbeln, verfängt nicht. Statt sich mit Kriminellen einzulassen, begeben sich die Mitglieder des Gemüsekartells lieber in die Welt der politischen Intrigen. Sie überzeugen den angesehenen Politiker Dogsborough, sich städtischer Gelder zu bedienen, um ihnen unter die Arme zu greifen. Der Betrug droht aufzufliegen, als eine Untersuchung eingeleitet wird, und Ui wittert seine Chance. Öffentlich stellt er sich auf die Seite des angeschlagenen Politikers, kurz darauf segnen zwei wichtige Zeugen unter ungeklärten Umständen das Zeitliche. Ui weiß die Schwächen der anderen für sich zu nutzen und so steht auch bald das Gemüsekartell unter seinem Einfluss. Mittels Verführung, Mord und unverhohlener Dreistigkeit steigt Ui die Leiter der Macht immer weiter empor. Mehr und mehr Leichen pflastern seinen Weg, doch Arturo Ui will expandieren und hat noch lange nicht genug.

Bertolt Brecht schrieb diese scharfzüngige Parabel über Adolf Hitlers Weg zur Macht 1941 im Exil und verlegte die Handlung in Chicagos Gangstermilieu zur Zeit von Al Capone. Brecht befragt den scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg eines Diktators und stellt die opportunistische Gesellschaft bloß, die ihn ermöglicht. »Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.«

Inszenierung und Musik: PRINZIP GONZO (Tim Tonndorf, Robert Hartmann)
Bühne: Anna Bergemann
Kostüme: Josephin Thomas
Dramaturgie: Anne Vogtmann, Elisa Hempel

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Musical

Otello darf nicht platzen!

Das Musical – Brad Carroll / Peter Sham

Musical nach der Komödie von Ken Ludwig / Buch und Gesangstexte von Peter Sham / Musik von Brad Carroll / Deutsch von Roman Hinze

Cleveland, Opernhaus. Zur Galavorstellung von Verdis Otello wird Startenor Tito Merelli erwartet. Die Damen der Operngilde sind schon seit Wochen völlig aus dem Häuschen und das ganze Theater vibriert vor Aufregung. Die Vorfreude wendet sich langsam in Unruhe, als der illustre Gastsänger nach der Generalprobe immer noch nicht eingetroffen ist. Theaterdirektor Saunders ist der Verzweiflung nahe, schließlich hat sich kein Geringerer als Präsident Roosevelt angekündigt – wir schreiben Herbst 1934 –, um die Vorstellung zu erleben. Zum Glück hat Max, Regieassistent mit gesanglichen Ambitionen, genug Mumm in den Knochen, um die Partie zu übernehmen – nicht nur die des Otello, sondern auch gleich die des Tito Merelli! Der ist zwar inzwischen endlich im Haus, hat aber nach einem lautstarken Krach mit seiner Gemahlin eine viel zu große Menge Beruhigungstabletten geschluckt und ist nun nicht mehr wachzukriegen. Max spielt und singt seine Rolle so gut, dass niemand die Verwechslung überhaupt bemerken würde – wären da nicht gleich mehrere ambitionierte Damen, die immer schon mal eine Nacht mit Tito Merelli verbringen oder ihm zumindest vorsingen wollten. Als der echte Tito Merelli erwacht, ist das Chaos perfekt …

Nimmt Ken Ludwigs beliebte Komödie schon jedes gängige Klischee über mittelgroße Opernbetriebe lustvoll aufs Korn, lässt die im klassischen Broadwaystil gehaltene Musicalfassung von Peter Sham und Brad Carroll das Geschehen auf und hinter der Bühne erst so richtig authentisch werden. Und das schon lange, bevor die hauseigene Primadonna beim nächtlichen Privatcasting dem Stargast quasi alle großen Sopran-Opernarien im Schnelldurchlauf um die Ohren schmettert …
Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Thomas Winter
Bühne und Kostüme: Ulv Jakobsen
Choreografie: Dominik Büttner
Choreinstudierung: Hagen Enke

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Theater

Lazarus

David Bowie // Enda Walsh

Nach dem Roman The Man Who Fell to Earth von Walter Tevis

»Ich will zurück zu den Sternen.« – 1976 spielte David Bowie als Thomas Newton die Titelrolle im Film Der Mann, der vom Himmel fiel von Nicolas Roeg: Er landet als unsterblicher Außerirdischer auf der Erde, um Wasser für seinen Heimatplaneten zu suchen, gründet ein Milliardenunternehmen, verliebt sich unglücklich und scheitert letztendlich an der Kälte der menschlichen Zivilisation. Das Attribut des Außerirdischen blieb an Bowie zeitlebens haften, und so war es nur konsequent, dass er Jahrzehnte später das Schicksal des Thomas Newton erneut aufgriff und zum Bühnenstück formte. Im Musical Lazarus treffen wir ihn in seiner New Yorker Wohnung. Vereinsamt kämpft Newton, der sich dem irdischen Dasein ergeben hat, mit dem Gin und den Geistern der Vergangenheit, als ein rätselhaft unwirkliches Mädchen bei ihm auftaucht. Längst ist ihm seine Unsterblichkeit zum Fluch geworden. Er sehnt sich nach Erlösung. Lazarus ist Ausdruck eines überaus starken Ichs, des Gesamtkunstwerks, das die Persönlichkeit David Bowie zeitlebens in sich vereinte. Songs wie Absolute Beginners, This is not America, The Man Who Sold the World und Heroes durchziehen den Plot und machen Lazarus zu einer eigenwilligen Bühnenkreation, angesiedelt zwischen Rockkonzert, Schauspiel und Installation. Kaum verwunderlich, dass Lazarus autobiografisch Züge trägt: Der biblische Kranke gleichen Namens, der von Jesus zurück ins Leben geholt wird, mag für Bowie eine Symbolfigur gewesen sein, als er selbst an Krebs erkrankte. Als er einen Monat vor seinem Tod gemeinsam mit Co-Autor Enda Walsh der Uraufführung in New York beiwohnte, ahnte niemand etwas davon: »Ich will zurück zu den Sternen.«

Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Michael Heicks
Bühne: Annette Breuer
Kostüme: Franziska Gebhardt

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Musical

Daddy Langbein (Daddy Long Legs)

Paul Gordon & John Caird

Musical nach dem Roman von Jean Webster // Musik und Liedtexte von Paul Gordon // Buch von John Caird // Deutsch von Marie-Luise Schottleitner und Martin Fischerauer

Jeannine Michèle Wacker, bekannt aus Sturm der Liebe, und Gero Wendorff, zuletzt in Hochzeit mit Hindernissen in Bielefeld zu sehen, sind die Protagonisten dieses berührenden Zwei-Personen-Musicals: Jerusha Abbott (18) erfährt, dass einer der Mäzene ihres Waisenhauses ihr eine College-Ausbildung finanzieren will. Bedingung ist, dass sie monatlich einen Brief schreibt, sich aber damit abfinden muss, weder eine Antwort zu erhalten noch ihren Gönner je kennenzulernen. Da sie glaubt, seinen Schatten gesehen zu haben, spricht sie ihn mit „Daddy Langbein“ an („Daddy Long Legs“, engl. für Weberknecht). Aus der einseitigen Briefschreibpflicht wird rasch ein emotionales Versteckspiel, das für beide überraschende Wendungen bereithält.

Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Thomas Winter
Bühne: Yulia Lebedeva, Thomas Winter
Kostüme: Yulia Lebedeva
Dramaturgie: Jón Philipp von Linden

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Theater

How to Date a Feminist

Samantha Ellis

Steve und Kate, beide frisch verlassen, lernen sich bei einem Kostümball als Robin Hood und Wonder Woman kennen. Im wirklichen Leben sind sie Bäcker und Journalistin. Steve hat die Wochenenden seiner Kindheit bei der Mutter im Friedenscamp Greenham Common verbracht, umgeben von selbstbestimmten, politisch engagierten Frauen am Rande der Legalität. Kate ist nach dem Weggang der Mutter bei ihrem Vater geblieben, der sie gemäß seinen unverrückbaren Vorstellungen von Ehe und Weiblichkeit erzogen hat. Wie kommen ein überzeugter Feminist und eine Frau, die immer wieder auf Machos hereinfällt, zusammen? Nachdem die ersten Hürden der Annäherung überwunden sind, macht Steve seiner Liebsten einen Heiratsantrag – nicht ohne sich vorher für sämtliche patriarchalischen Entgleisungen der Menschheitsgeschichte zu entschuldigen – und Kate sagt »ja« zu diesem Abenteuer! Die Vorbereitungen für die Hochzeit, mit den jeweiligen Elternhäusern im Hintergrund, erweisen sich als hochkomplizierte diplomatische Verhandlungen. Als es endlich geschafft ist, führt ausgerechnet die Annäherung von Steves Mutter und Kates Vater zum Abbruch der Feierlichkeiten nach nur 90 Minuten. Ein Happy End scheint erst einmal nicht in Sicht.

Die englische Autorin Samantha Ellis dekliniert in ihrer 2016 in London uraufgeführten Komödie How to Date a Feminist lustvoll Geschlechterklischees und ihre Umkehrungen durch und treibt das Vexierspiel auch formal auf die Spitze, indem sie sämtliche Rollen für eine Schauspielerin und einen Schauspieler konzipiert. Ein besonderer Clou, der beweist, dass intelligentes Spiel nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern auch debattentauglich ist.

Inszenierung: Christian Schlüter
Bühne und Kostüme: Jürgen Höth
Dramaturgie: Anne Vogtmann

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Theater

Konstellationen

Nick Payne

Wie kommt man dem Geheimnis der Unsterblichkeit näher? Wenn man es schafft, die Spitzen seiner Ellbogen zu lecken. Vielleicht. Bleibt immer noch die Frage, ob man das überhaupt will, ewig leben. Aber Entscheidungen rückgängig machen können, das wäre zumindest schon mal ein Anfang. Denn wer kennt es nicht, das Gefühl, im entscheidenden Moment falsch abgebogen zu sein und nun weiter zu müssen auf der Einbahnstraße. Nick Paynes Stück Konstellationen macht die Umkehr möglich! Und so nimmt die Begegnung von Roland und Marianne nicht ihren Lauf, sondern verschiedene Verläufe: in Varianten, die sich manchmal nur durch eine Nuance unterscheiden. Die beiden treffen sich auf einer Grillparty, einmal mit, dann wieder ohne Partner im Hintergrund, bei Regen oder Sonnenschein. Alles ist denkbar. Sie tauschen sich über ihre Berufe aus. Er ist Imker, sie Physikerin – Paralleluniversen auch hier. Die erste gemeinsame Nacht verläuft in keinem Fall optimal, egal ob Roland geht oder im Schlafsack auf dem Boden nächtigt. Ihre Liebe wird gleich von mehreren Seiten bedroht. Ist es Mariannes Krankheit? Geht Roland fremd? Oder Marianne? Was wird Marianne auf den Heiratsantrag von Roland antworten? Ändert es etwas, ob er den Antrag mit einer gut vorbereiteten Rede über den Bienenstaat untermauert oder den Zettel vergessen hat und nun frei improvisiert?

Nick Payne schafft es mit seinem preisgekrönten Stück, Gewissheiten auf eine charmante und spielerische Art in Frage zu stellen.

Inszenierung: Dariusch Yazdkhasti
Bühne und Kostüme: Paul Lerchbaumer
Dramaturgie: Franziska Betz

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Theater

Ewig jung

Erik Gedeon

(Unter Mitarbeit von Peter Jordan)

Im Jahr 2050 sitzen die Reste eines in die Jahre gekommenen Ensembles in einem schon länger geschlossenen Theater, das ihnen nun als Alterssitz dient. Das obligatorische Unterhaltungsprogramm übernehmen sie selbst, schließlich sind sie Schauspieler. Sie träumen sich in alte Zeiten zurück, durchleben noch einmal ihre Bühnenerfolge und singen die Lieder ihrer Jugend. Das geht zwar nicht ohne Konkurrenzgebaren und unterschiedliche Wahrnehmungen ab, aber das Leben ließe sich aushalten, wäre da nicht die unverschämt junge und gnadenlose Schwester mit ganz anderen Vorstellungen des Tagesablaufs. Nicht genug, dass sie ihre Schützlinge mit Kinderliedern zum Mitklatschen malträtiert, sie vermiest ihnen durch ihre musikalischen Vorträge über Krankheit, Alter und Tod auch die ganze Stimmung. Doch kaum dreht sie ihnen den Rücken zu, regt sich bei den ehemaligen Bühnenstars wieder das Theaterblut und die Lebensgier. Von I Love Rock’n’Roll bis Born To Be Wild zeigt sich: Der alte Kampfgeist ist noch nicht gebrochen, nur eingeschränkt durch morsche Knochen und falsche Gebisse ...

Erik Gedeons Ewig jung verbindet mitreißende Musik mit klugem Schauspiel und bissigem Witz. Erleben Sie Schauspieler des Bielefelder Ensembles, um Jahrzehnte gealtert, in einem Abend über Vergänglichkeit und unvergessene Momente.

Inszenierung: Michael Heicks
Musikalische Leitung: Laurenz Wannenmacher
Bühne: Michael Heicks

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Ewig jung

4

Theater Bielefeld

Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld

Die Geschichte des Theaters Bielefeld beginnt, als eine Bürgerinitiative mehr Kultur in ihrer Stadt fordert. Durch ihre Spenden wird der Bau des Stadttheaters ermöglicht und das Theater Bielefeld wird 1904 eröffnet. Seitdem ist es das kulturelle Zentrum Ostwestfalens, das mit seinem Publikum lebt und sich mit ihm wandelt.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter – ob in der Bühnentechnik, der Maske, Dramaturgie oder in den Ensembles – trägt dazu bei, dass kreative Ideen und Visionen auf der Bühne ihren Ausdruck finden. Wir setzen Jahrhunderte alte Stoffe in Bezug zur Gegenwart und entdecken neue, zeitgenössische Stücke. Wir spielen, tanzen und singen, schreiben und rechnen, bauen Dekorationen, knüpfen Perücken und nähen Kostüme.

Das Theater Bielefeld ist ein Drei-Sparten-Haus, in dem sich Gesang, Tanz und Schauspiel unter einem »Dach« befinden. Rund 370 passionierte MitarbeiterInnen erschaffen in über 600 Vorstellungen pro Spielzeit Räume zum Lachen, Mitleiden, Nachdenken und Diskutieren. Über 200.000 ZuschauerInnen aus Bielefeld, der Region und ganz Deutschland haben Teil an der Kunst, die Tag für Tag auf den Bühnen der Spielstätten entsteht.
SPIELSTÄTTEN
Stadttheater: Niederwall 27, Bielefeld
Theater am Alten Markt, TAMZWEI und TAMDREI: Alter Markt 1, Bielefeld
Tor 6 Theaterhaus: Hermann-Kleinewächter-Straße 4, Bielefeld

THEATERKASSE
VORVERKAUF UND ABOBÜRO
Altstädter Kirchstraße 14
D-33602 Bielefeld
Telefon +49 (0)521 / 51 54 54
Email abobuero@theater-bielefeld.de
Sie erreichen uns in diesen Zeiten:
Di bis Fr 10:00 - 18:00 Uhr und Sa 10:00 -14:00 Uhr

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Theater Bielefeld

Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Aufführung KulturTeam Stadt Detmold
Fr, 15.11.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung KulturTeam Stadt Detmold
Fr, 15.11.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Theater Theater Osnabrück Osnabrück, Domhof 10/11
Aufführungen / Varieté GOP Kaiserpalais Bad Oeynhausen Bad Oeynhausen, Im Kurgarten 8
Aufführungen / Theater Theaterlabor im Tor 6 Bielefeld, H.-Kleinewächter-Str. 4

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