zur Startseite

Theater Bielefeld

Die Geschichte des Theaters Bielefeld beginnt, als eine Bürgerinitiative mehr Kultur in ihrer Stadt fordert. Durch ihre Spenden wird der Bau des Stadttheaters ermöglicht und das Theater Bielefeld wird 1904 eröffnet. Seitdem ist es das kulturelle Zentrum Ostwestfalens, das mit seinem Publikum lebt und sich mit ihm wandelt.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter – ob in der Bühnentechnik, der Maske, Dramaturgie oder in den Ensembles – trägt dazu bei, dass kreative Ideen und Visionen auf der Bühne ihren Ausdruck finden. Wir setzen Jahrhunderte alte Stoffe in Bezug zur Gegenwart und entdecken neue, zeitgenössische Stücke. Wir spielen, tanzen und singen, schreiben und rechnen, bauen Dekorationen, knüpfen Perücken und nähen Kostüme.

Das Theater Bielefeld ist ein Drei-Sparten-Haus, in dem sich Gesang, Tanz und Schauspiel unter einem »Dach« befinden. Rund 370 passionierte MitarbeiterInnen erschaffen in über 600 Vorstellungen pro Spielzeit Räume zum Lachen, Mitleiden, Nachdenken und Diskutieren. Über 200.000 ZuschauerInnen aus Bielefeld, der Region und ganz Deutschland haben Teil an der Kunst, die Tag für Tag auf den Bühnen der Spielstätten entsteht.

Kontakt

Theater Bielefeld
Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld
Brunnenstraße 3-9
D-33602 Bielefeld

Telefon: +49 (0)521-515454 Kartentelefon

 

SPIELSTÄTTEN
Stadttheater: Niederwall 27, Bielefeld
Theater am Alten Markt, TAMZWEI und TAMDREI: Alter Markt 1, Bielefeld
Tor 6 Theaterhaus: Hermann-Kleinewächter-Straße 4, Bielefeld

THEATERKASSE
VORVERKAUF UND ABOBÜRO
Altstädter Kirchstraße 14
D-33602 Bielefeld
Telefon +49 (0)521 / 51 54 54
Email abobuero@theater-bielefeld.de
Sie erreichen uns in diesen Zeiten:
Di bis Fr 10:00 - 18:00 Uhr und Sa 10:00 -14:00 Uhr
Jugendprogramm

Ariane und Blaubart

Paul Dukas

Premiere: 02. März 2019

Originaltitel Ariane et Barbe-Bleue // Libretto von Maurice Maeterlinck

Altersempfehlung ab 16

Ariane betritt als Braut die Burg des Herzogs Blaubart, begleitet von ihrer Amme. Hinter der einzigen ihr verbotenen Tür, die sie umso zielsicherer ansteuert, trifft Ariane auf ihre Vorgängerinnen: fünf eingesperrte Frauen, die mehr tot als lebendig vor sich hin vegetieren. Auch wenn Blaubart anders als in vergleichbaren Opern – etwa von Béla Bartók – kaum in Erscheinung tritt: Sein mächtiges Ich ist in jedem Raum seiner Burg präsent und lastet zentnerschwer auf den Frauen. Jede mit ihrer eigenen Geschichte, jede vom Todesurteil des Herzogs bedroht. Ariane gewinnt ihr Vertrauen und verleiht ihnen die Kraft zum gemeinsamen Widerstand. Mit dem Selbstbewusstsein ihrer antiken Namensschwester Ariadne ausgestattet, die dem Geliebten den Ausweg aus dem Labyrinth des grausamen Minotaurus wies, hat Ariane den Mut und den Intellekt, es mit dem nahezu unsichtbaren Gegner aufzunehmen.

Paul Dukas, berühmt für seine symphonische Dichtung Der Zauberlehrling, gelang mit seiner 1907 uraufgeführten Oper Ariane et Barbe-Bleue eine dunkel-sinnliche und atmosphärisch dichte Vertonung des bekannten Märchenstoffs. Kein Geringerer als Maurice Maeterlinck formte hieraus ein Libretto, das erstaunlich aktuelle Themen berührt. Dukas’ Tonsprache übertrifft zuweilen noch die vor Farben nur so sprühenden Opernpartituren seines Lehrers Alexander Zemlinsky und verleiht der berührenden Befreiungsgeschichte immer wieder geradezu rauschhafte Momente.

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Theater

Wie es euch gefällt

William Shakespeare

Premiere: 16. März 2019

Die Welt ist aus den Fugen! Oliver betrügt seinen Bruder Orlando um dessen Erbe. Herzog Frederik verbannt seinen Bruder, um selbst zu regieren. Seine Tochter Celia verlässt den Vater aus inniger Freundschaft zu ihrer Cousine Rosalinde, der Tochter des Verbannten. Um nicht erkannt zu werden, legt sie ihre Mädchenkleider ab, verwandelt sich in einen jungen Mann und nennt sich fortan Ganymed. Die Liebe zu Orlando, dem sie nur kurz begegnet ist, lässt sich dagegen nicht so leicht abstreifen.

Und so setzt sich ein ganzer Zug von Exilanten in Bewegung, in Unkenntnis voneinander, mit Narren und Bediensteten an der Seite. Gemeinsamer Fluchtpunkt ist der Ardenner Wald. In ländlicher Umgebung hoffen alle auf Vergessen und Neubeginn. In Zweckgemeinschaften mit utopischem Potential lernen sie sich neu kennen, begegnen sich unerkannt, erlegen Wild, singen Lieder und philosophieren. Obwohl das keiner so gut kann wie Jacques, der melancholische Narr: »Die ganze Welt ist Bühne …« Für Orlando indes gibt es nur Rosalinde, die ferne Geliebte, deren Namen er in die Bäume ritzt und Verse dazu schmiedet. Dabei ist sie zum Greifen nah als Ganymed, der für ihn die Rolle der Rosalinde spielt. Und das ist noch längst nicht die einzige Liebesverkettung!

Balancierend zwischen Tragik und Komik erschafft Shakespeare einen ungeheuer vielschichtigen und vielgestaltigen Figurenkosmos wirbelt Gewissheiten so klug und zugleich wild durcheinander, dass es eine Lust ist: »Wär ich eine Frau, ich würde alle küssen, wie es mir gefällt, wär ich ein Mann, ich würde laufen, so schnell ich kann. Und wär ich beide, so ging ich aus der Welt.« Die letzten Sätze könnten zugleich der Beginn einer neuen Geschichte sein. Kein Ende.

Inszenierung: Christian Schlüter
Bühne: Anna Bergemann
Kostüme: Clemens Leander
Sounddesign: Tobias Vethake
Dramaturgie: Viktoria Göke
Jugendprogramm

König Ubu

Alfred Jarry

Premiere: 15. März 2019

Ubu ist nicht nur maßlos selbstgefällig und gefräßig, er äußert sich auch gern. »Scheiße« gehört zu seinem Lieblingsvokabular. Dabei ist Ubu nicht irgendwer, sondern Hauptmann der Dragoner und Adjutant des Königs. Seiner Frau, von ihm im zärtlichsten Falle »Mutter Ubu« genannt, reicht das nicht. Sie will ihn, und damit auch sich, an der Spitze sehen. Ubu leuchtet das für seine Person ein. Also lässt er nach Überwindung anfänglicher Skrupel den amtierenden König umbringen und erklärt sich selbst zum Herrscher. Das Volk wird mit Fleisch und Geld zum Jubeln gebracht. Und da Machthunger etwas Herrliches ist, von dem Ubu fortan gar nicht genug haben kann, radiert er zum Amtsantritt die Justiz aus, um nunmehr nach seiner eigenen Rechtsprechung zu agieren. Unermüdlich erfindet er neue Steuern, erhöht alte und treibt sie im Zweifelsfalle höchstpersönlich gewaltsam ein. Als sich Widerstand aus dem Ausland regt, überwindet Ubu erneut den trägen Feigling in sich und wird, weitere Grenzen überschreitend, zum Weltenfresser.

Bei seiner Uraufführung 1896 sorgte das Stück für einen handfesten Theaterskandal, verstieß Jarry doch gegen gängige Theaterkonventionen, ließ er doch unter anderem ganze Heerscharen von einem Darsteller spielen und eine Gehirnentzugsmaschine auftreten. Zudem verbarg sich in dem grotesken Spektakel politischer Sprengstoff (wer wollte, konnte unter anderem eine Anspielung auf die Dreyfus-Affäre darin entdecken). In Zeiten des Kampfes um den größeren roten Knopf ist die Absurdität des Stoffes wieder in der Realität angekommen.

Inszenierung: Clara Weyde
Bühne: Julia Nussbaumer
Kostüme: Clemens Leander
Musik: Thomas Leboeg
Dramaturgie: Katrin Enders
Theater

Faust 2

Johann Wolfgang Goethe

Premiere: 29. März 2019

Faust, das Ich-Monument, pflügt durch die Gegenwart. Ungeduldig, die kleinen Versuchungen und das ungenügende Wissen hinter sich lassend, will er mehr. Und so beginnt die wilde Fahrt über Raum und Zeit hinweg: Faust frisst sich durch das Wurmloch Mephisto in die Menschheitsgeschichte. Doch weder die schönste Frau noch die Erfindung der wunderbaren Geldvermehrung oder die Erschaffung des künstlichen Menschen erlösen ihn von seiner Unruhe. Er kehrt im Gegenteil, egal wohin er sich wendet, immer unglücklicher zurück. Nichts füllt seine innere Leere, er bleibt unerlöst. Goethes Faustisches Prinzip eines ungebändigten Strebens nach Landnahme, Unterwerfung und Dominanz kennt eigentlich nur eine, die göttliche, Grenze. Vom Weltenversteher wandelt sich Faust zum Weltenerobere und letztlich zum Schöpfer. Oder ist dies alles nur der delirierende Traum eines sterbenden, blinden Greises?

In einer multimedialen Installation in der Tradition seiner filmisch-theatralischen Essays Der Auftrag und Die Möglichkeit packt der Dokumentarfilmer Konrad Kästner dieses Mal in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Dariusch Yazdkhasti das zentrale literarische Werk der Deutschen bei den Hörnern. Ist es Prophetie, Menschheitsmythos, nationale Selbstermächtigung, Geburtsstunde des modernen Ich oder bereits Abgesang? Wo in dieser Trümmerlandschaft der Gegenwart zwischen Apokalypse und Paradies ist er verborgen, der Augenblick, an dem festzuhalten lohnt?

Inszenierung: Konrad Kästner, Dariusch Yazdkhasti
Video: Konrad Kästner
Bühne: Mareen Biermann
Kostüme: Silke Bauer
Dramaturgie: Anne Vogtmann
Jugendprogramm

Momentum

Lot Vekemans

ab 16 Jahren

Schauspiel von Lot Vekemans, Deutsch von Eva M. Pieper und Alexandra Schmiedebach

Meinrad hat es geschafft, er steht an der Spitze von Staat und Partei. Doch seit geraumer Zeit sind seine Umfragewerte im Keller, ein Eklat jagt den nächsten. Unfähig zu regieren, geschweige denn Visionen zu entwickeln, tut er alles, um seinen labilen Zustand zu vertuschen. Die Jubiläumsfeier seiner Partei scheint die letzte Chance, das Blatt zu wenden. Vielleicht sollte seine Frau Ebba die Rede an seiner Stelle halten? Diesen Vorschlag seines Beraters Dieter lehnt Meinrad strikt ab. Das lässt sich mit seinem Ego nicht vereinbaren. Und so stellt sich für Ebba einmal mehr die Frage, ob ihr Lebenskonzept, sich an der Seite des vermeintlich starken Mannes aufzuopfern, irgendeinen Sinn ergibt. Kein Wunder, dass sie in dieser Situation die Erinnerung an ihr ungeborenes Kind einholt. Es fordert Raum, wird zum Dialogpartner und beschleunigt den Zusammenbruch. Doch wie könnte ein Neustart aussehen?

Mit ihrem neuesten Stück begibt sich die niederländische Autorin Lot Vekemans in die abgründigen Sphären von Politik und Macht.

Inszenierung: Bernhard Mikeska
Bühne: Steffi Wurster
Kostüme: Irene Ip
Theater

Moskitos

Lucy Kirkwood

b 14 Jahren

Die Liebe ist nicht die stärkste Kraft im Universum. Physikalisch betrachtet ist sie nicht einmal eine Kraft. Die Physikerin Alice lebt mit ihrem hochbegabten, aber verhaltensauffälligen Sohn Luke in Genf. Auf dem Höhepunkt ihres beruflichen Lebens schmeißt sie sich obsessiv in ihre Arbeit am weltweit beachteten »Large Hadron Collider«, während Luke an seiner Schule in immer größere Schwierigkeiten gerät. Ihre Schwester Jenny sitzt rauchend und trinkend in Luton vor dem Computer. Sie verkauft obskure Versicherungen und pflegt die demente Mutter Karen, eine einstmals hochdekorierte Wissenschaftlerin. In dieser Ansammlung von brillanten Geistern ist Jenny das selbstmordgefährdete Sorgenkind, nachdem sie als Impfverweigerin den Tod ihrer Tochter an Masern verschuldet hat. Nichtsdestotrotz ist sie es, die sich um die pflegebedürftige Mutter kümmert und mit ihrer schroffen Art eine Verbindung zu Luke findet. Durch sein Verschwinden geraten die Ereignisse endgültig außer Kontrolle. Die Familie erweitert sich zum allumfassenden tragikomischen Kampfplatz, auf dem nichts mehr unmöglich scheint – auch nicht das Auftauchen eines Bosons, das an Lukes verschollenen Vater erinnert ...

Lucy Kirkwood lässt die Verstrickungen von Kindern, Eltern und Geschwistern wie im »Large Hadron Collider« ineinander krachen. Bei dem Aufprall von Teilchen werden dort Kräfte erforscht, die nur die Wucht zweier Moskitos haben, die zusammenstoßen, aber bei der Entstehung des Universums von fundamentaler Bedeutung sind. Sie könnten sogar mit einer Wahrscheinlichkeit von einem Zehntel eines Millionstel Billionstel von einem Prozent ein schwarzes Loch erzeugen.

Inszenierung: Dariusch Yazdkhasti
Bühne: Anna Bergemann
Kostüme: Rahwa Oreyon
Sound- und Videodesign: Konrad Kästner
Dramaturgie: Viktoria Göke
Oper

Dead Man Walking

Jake Heggie

Oper in zwei Akten // Libretto von Terrence McNally nach dem gleichnamigen Buch von Sister Helen Prejean // Auftragswerk der San Francisco Opera in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

»Dead Man Walking!« – so lautet der Ruf amerikanischer Gefängnisaufseher, wenn ein zum Tode Verurteilter seinen Gang zur Hinrichtung antritt. Diesen Ruf wählte die Ordensschwester Helen Prejean als Titel ihres Buchs, in dem sie ihre Begegnung mit einem Todeskandidaten schildert. Auch in der gleichnamigen Oper von Jake Heggie stehen Schwester Helens Erfahrungen im Mittelpunkt. Nachdem sie mit dem wegen Vergewaltigung und Mordes zum Tode verurteilten Joseph de Rocher bisher nur seelsorgerische Briefe ausgetauscht hat, bittet er nun, da der Termin seiner Hinrichtung näher rückt, um ein persönliches Treffen. Wider Erwarten findet Helen keinen reuigen Sünder vor, sondern eine seine Schuld leugnenden Täter, der lediglich auf ihre Unterstützung und geistliche Begleitung bei seinem Begnadigungsgesuch hofft. Über seine Schuld muss und will Schwester Helen nicht befinden, die christliche Begleitung aber kann sie ihm nicht verwehren. Während der Zeit, die sie im Gefängnis verbringt, werden ihre Grundüberzeugungen und Glaubensgewissheiten einer schweren Prüfung unterzogen. Sie entdeckt die menschlichen Seiten des Mörders, lernt seine Familie kennen – wird aber auch mit dem tiefen Leid der Hinterbliebenen der Opfer konfrontiert, die mit Unverständnis auf ihren Einsatz für das Recht auf Leben eines erwiesenermaßen Schuldigen reagieren.

Die Oper lässt keinen Zweifel an der Schuld des Verurteilten. Doch was als eine moralisch eindeutige Geschichte beginnt, führt schnell in die Grauzone zwischen Schuld und Verantwortung, Rache und Vergebung. Jake Heggies suggestive und spannungsgeladene Musiksprache, die neben opernhaften Elementen amerikanische Musikstile wie Blues und Gospel einbindet und auch ihre Nähe zur Filmmusik nicht verleugnet, eröffnet einen unmittelbaren und emotionalen Zugang zu einem Thema, das für die Opernbühne zunächst ungewohnt wirkt: die Berechtigung der Todesstrafe.
Theater

How to Date a Feminist

Samantha Ellis

Steve und Kate, beide frisch verlassen, lernen sich bei einem Kostümball als Robin Hood und Wonder Woman kennen. Im wirklichen Leben sind sie Bäcker und Journalistin. Steve hat die Wochenenden seiner Kindheit bei der Mutter im Friedenscamp Greenham Common verbracht, umgeben von selbstbestimmten, politisch engagierten Frauen am Rande der Legalität. Kate ist nach dem Weggang der Mutter bei ihrem Vater geblieben, der sie gemäß seinen unverrückbaren Vorstellungen von Ehe und Weiblichkeit erzogen hat. Wie kommen ein überzeugter Feminist und eine Frau, die immer wieder auf Machos hereinfällt, zusammen? Nachdem die ersten Hürden der Annäherung überwunden sind, macht Steve seiner Liebsten einen Heiratsantrag – nicht ohne sich vorher für sämtliche patriarchalischen Entgleisungen der Menschheitsgeschichte zu entschuldigen – und Kate sagt »ja« zu diesem Abenteuer! Die Vorbereitungen für die Hochzeit, mit den jeweiligen Elternhäusern im Hintergrund, erweisen sich als hochkomplizierte diplomatische Verhandlungen. Als es endlich geschafft ist, führt ausgerechnet die Annäherung von Steves Mutter und Kates Vater zum Abbruch der Feierlichkeiten nach nur 90 Minuten. Ein Happy End scheint erst einmal nicht in Sicht.

Die englische Autorin Samantha Ellis dekliniert in ihrer 2016 in London uraufgeführten Komödie How to Date a Feminist lustvoll Geschlechterklischees und ihre Umkehrungen durch und treibt das Vexierspiel auch formal auf die Spitze, indem sie sämtliche Rollen für eine Schauspielerin und einen Schauspieler konzipiert. Ein besonderer Clou, der beweist, dass intelligentes Spiel nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern auch debattentauglich ist.

Inszenierung: Christian Schlüter
Bühne und Kostüme: Jürgen Höth
Dramaturgie: Anne Vogtmann
Jugendprogramm

Der Feuervogel

Simone Sandroni

ab 10 Jahre

In der ersten Premiere der Spielzeit 2018/19 widmet sich TANZ Bielefeld erneut einem Schlüsselwerk der Ballettmusik: Igor Strawinskys Der Feuervogel. Die Uraufführung des Stücks schlug 1910 musikalisch wie tänzerisch eine Brücke von der Romantik in die Moderne. Dem damals erst 28 Jahre alten Komponisten verhalf sie zu weltweitem Ruhm. Ergänzt wird Strawinskys Werk durch Eine Steppenskizze aus Mittelasien von Alexander Borodin. Interpretiert von den Bielefelder Philharmonikern nimmt die geheimnisvoll-mystische Komposition das Publikum mit auf die Reise in die sagenhafte Welt des Feuervogels.

Das Originallibretto erzählt die Geschichte des Prinzen Iwan Zarewitsch, der auf der Jagd nach dem Feuervogel in das Reich des dunklen Zauberers Kastschej eindringt. Dort fängt er den Vogel, lässt ihn jedoch auf dessen Wunsch hin wieder frei. Zum Dank eilt der Vogel dem Prinzen zur Hilfe, als dieser durch Kastschej bedroht wird. Gemeinsam können sie die Macht des Zauberers brechen und die 13 gefangen gehaltenen Prinzessinnen befreien. Iwan Zarewitsch und seine geliebte Zarewna sind glücklich miteinander vereint.

Simone Sandroni spürt diesen der russischen Märchenwelt entspringenden Figuren nach und verleiht ihnen psychologische Tiefe. Im Mittelpunkt steht das Beziehungsgeflecht der Protagonisten, das er behutsam in unsere heutige Lebensrealität überträgt. Spannungsgeladene Momente in seiner Choreografie wechseln sich ab mit impressionistischen, leisen Partien. Zu den kontrastreichen Kompositionen Borodins und Strawinskys entsteht so ein atmosphärisch dichter und bewegender Tanzabend.

Choreografie und Inszenierung: Simone Sandroni
Musikalische Leitung: Gregor Rot
Bühne und Kostüme: Silke Bauer
Licht: Johann Kaiser
Illustrationen zum Prolog: Sabrina Anastasia Treptow
Musical

Daddy Langbein (Daddy Long Legs)

Paul Gordon & John Caird

Musical nach dem Roman von Jean Webster // Musik und Liedtexte von Paul Gordon // Buch von John Caird // Deutsch von Marie-Luise Schottleitner und Martin Fischerauer

Jeannine Michèle Wacker, bekannt aus Sturm der Liebe, und Gero Wendorff, zuletzt in Hochzeit mit Hindernissen in Bielefeld zu sehen, sind die Protagonisten dieses berührenden Zwei-Personen-Musicals: Jerusha Abbott (18) erfährt, dass einer der Mäzene ihres Waisenhauses ihr eine College-Ausbildung finanzieren will. Bedingung ist, dass sie monatlich einen Brief schreibt, sich aber damit abfinden muss, weder eine Antwort zu erhalten noch ihren Gönner je kennenzulernen. Da sie glaubt, seinen Schatten gesehen zu haben, spricht sie ihn mit „Daddy Langbein“ an („Daddy Long Legs“, engl. für Weberknecht). Aus der einseitigen Briefschreibpflicht wird rasch ein emotionales Versteckspiel, das für beide überraschende Wendungen bereithält.

Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Thomas Winter
Bühne: Yulia Lebedeva, Thomas Winter
Kostüme: Yulia Lebedeva
Dramaturgie: Jón Philipp von Linden
Oper

La Traviata

Giuseppe Verdi

Oper in drei Akten // Text von Francesco Maria Piave nach Alexandre Dumas’ La Dame aux Camélias

Anlässlich ihrer vermeintlichen Genesung von der Tuberkulose veranstaltet Violetta Valéry ein rauschendes Fest. Dabei spürt sie es ganz genau: Dieses Mal mag sie dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen sein, aber letztendlich wurde ihr nur wenig zusätzliche Zeit geschenkt. Die Todesnähe verleiht ihr den Mut, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen. Könnte die verehrungsvolle Liebe des jungen Alfredo Germont einen Ausweg bieten aus dem umschwärmten, aber gleichzeitig einsamen Leben als begehrteste Kurtisane von Paris? Es lockt die Verheißung auf die lang ersehnte wahre Liebe. Alfredo kann über ihre Vergangenheit hinwegsehen, doch reicht das aus für einen radikalen Neuanfang? Der gesellschaftlichen Haltung und der Todesahnung zum Trotz wagt Violetta den Aufbruch ins Ungewisse. Amore e morte – Liebe und Tod – wollte Giuseppe Verdi zunächst seine Oper nach dem Roman Die Kameliendame von Alexandre Dumas d. J. nennen. Ein Titel, der in seiner Unbestimmtheit zwar für einen Großteil des Opernrepertoires gelten könnte, aber selten so passend erscheint wie für die Geschichte der Violetta Valéry, die sich in den Spannungsfeldern zwischen wahrer und käuflicher Liebe, Todessehnsucht und Todesangst entfaltet. Von den ersten Klängen der Ouvertüre an konzentriert sich Verdis Musik auf das innere Erleben der Protagonistin, deren ständiger Begleiter der Tod ist und die dennoch voller Kraft und Lebensfreude aufbegehrt.

Nach dem desaströsen Misserfolg der Uraufführung 1853 entwickelte sich La Traviata zu einer der beliebtesten Opern der Musikgeschichte, ganz im Einklang mit der Einschätzung ihres Schöpfers: »Als Profi halte ich Rigoletto für meine beste Arbeit, als Liebhaber aber La Traviata.«

Musikalische Leitung: Alexander Kalajdzic
Inszenierung: Nadja Loschky
Bühne: Katrin Connan
Kostüme: Katharina Schlipf

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musical

My Fair Lady

Frederick Loewe // Alan Jay Lerner

Musical nach Bernard Shaws Pygmalion und dem Film von Gabriel Pascal // Buch von Alan Jay Lerner, Musik von Frederick Loewe // Deutsch von Robert Gilbert

Professor Higgins hat eine prima Idee: Er könnte seine Zufallsbekanntschaft, die Blumenverkäuferin Eliza, von ihrem schlimmen Dialekt »heilen« und sie nebenbei auch gleich zu einer Dame machen. In Oberst Pickering findet er einen angemessenen Wettgegner, dem er sein Können beweisen will. Eliza, die gar nicht weiß, wie ihr geschieht, wird zu Sprecherziehung und Manierenunterricht im Professorenhaus verdonnert und einige Monate später den Oberen Zehntausend vorgeführt. Schon beim zweiten Anlauf überzeugt sie die High Society aufs Schönste, Higgins gewinnt die Wette und feiert seinen Erfolg. Doch er hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn Eliza empfindet ihre neue Identität durchaus nicht als das Ziel ihrer Wünsche – und den ganzen Vorgang ohnehin als höchst fragwürdig … My Fair Lady könnte ein bitterböser Kommentar zur Zweiklassengesellschaft im Allgemeinen und der Unterdrückung der Frau im Besonderen sein, wenn es nicht dank seiner Komik und besonders der Melodien von Frederick Loewe (Ich hätt' getanzt heut Nacht, Bringt mich pünktlich zum Altar) längst zu einem der beliebtesten Musicals überhaupt geworden wäre, dessen Charme derlei Botschaften auf viel subtilere Weise transportiert.

Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Thomas Winter
Bühne und Kostüme: Ulv Jakobsen
Choreografie: Thomas Klotz
Choreinstudierung: Hagen Enke
Theater

Charlys Tante

Brandon Thomas

Im spanischen Urlaubsparadies unter Palmen herrscht flirrende Hitze und Liebe liegt in der Luft. Die Freunde Charly und Chris genießen das schöne Leben in ihrer Ferienwohnung mit Pool und berichten von ihren jüngsten Eroberungen. Erstaunt stellen sie fest, dass ihre Angebeteten Eveline und Anita Schwestern sind. Dumm nur, dass die jungen Frauen schon übermorgen zurück nach Deutschland fliegen und ihr strenger, sie überbehütender Vater ihnen verbietet, sich mit ledigen Hallodris alleine zu treffen. Zum Glück spielt den Freunden der Zufall in die Hände: Charlys reiche, verwitwete Tante aus Texas kündigt ihren Besuch an. Der perfekte Anlass für ein Wiedersehen mit den beiden Schwestern. Doch fatalerweise verzögert sich die Ankunft der Tante, und so schlüpft Diener Pedro mit High Heels und Perücke in die Rolle seines Lebens. Dabei wird er nicht nur von Eveline und Anita umschwärmt, auch ihr Vater beginnt sich schnell für die falsche Tante und ihr Vermögen zu interessieren. Charly und Chris haben alle Hände voll zu tun Pedro im Zaum zu halten, einen Heiratsantrag an die vermeintliche Verwandte zu verhindern und gleichzeitig den Schwestern ihre Liebe zu gestehen. Als dann auch noch die wirkliche Tante vor der Tür steht, ist das Chaos perfekt.

Charlys Tante ist eine der berühmtesten Verwechslungskomödien und wurde seit ihrer Uraufführung 1892 in zahlreichen Bearbeitungen auf Leinwand und Bühne vom Publikum gefeiert.

Inszenierung: Mareike Mikat
Bühne: Jürgen Höth
Kostüme: Anna Sörensen
Dramaturgie: Katrin Enders
Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Aufführung Kulturteam Detmold Detmold, Charles-Lindbergh-Ring 10
Fr, 29.3.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung Kulturteam Detmold Detmold, Charles-Lindbergh-Ring 10
Fr, 29.3.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Schauspiel Show-Bizz-Enterprise Ltd. Bochum, Hohensteinstr. 37
Sa, 30.3.2019, 15:00 Uhr
Aufführungen / Kulturveranstaltung Kurhaus Bad Hamm Hamm, Ostenallee 87
Aufführungen / Theater Theater Osnabrück Osnabrück, Domhof 10/11
Aufführungen / Varieté GOP Kaiserpalais Bad Oeynhausen Bad Oeynhausen, Im Kurgarten 8
Aufführungen / Theater Theaterlabor im Tor 6 Bielefeld, H.-Kleinewächter-Str. 4

Sie haben noch keinen Login? Dann registrieren Sie sich gleich hier!

Registrieren Sie sich jetzt, um Kommentare schreiben zu können.