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Theater Bielefeld

Die Geschichte des Theaters Bielefeld beginnt, als eine Bürgerinitiative mehr Kultur in ihrer Stadt fordert. Durch ihre Spenden wird der Bau des Stadttheaters ermöglicht und das Theater Bielefeld wird 1904 eröffnet. Seitdem ist es das kulturelle Zentrum Ostwestfalens, das mit seinem Publikum lebt und sich mit ihm wandelt.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter – ob in der Bühnentechnik, der Maske, Dramaturgie oder in den Ensembles – trägt dazu bei, dass kreative Ideen und Visionen auf der Bühne ihren Ausdruck finden. Wir setzen Jahrhunderte alte Stoffe in Bezug zur Gegenwart und entdecken neue, zeitgenössische Stücke. Wir spielen, tanzen und singen, schreiben und rechnen, bauen Dekorationen, knüpfen Perücken und nähen Kostüme.

Das Theater Bielefeld ist ein Drei-Sparten-Haus, in dem sich Gesang, Tanz und Schauspiel unter einem »Dach« befinden. Rund 370 passionierte MitarbeiterInnen erschaffen in über 600 Vorstellungen pro Spielzeit Räume zum Lachen, Mitleiden, Nachdenken und Diskutieren. Über 200.000 ZuschauerInnen aus Bielefeld, der Region und ganz Deutschland haben Teil an der Kunst, die Tag für Tag auf den Bühnen der Spielstätten entsteht.

Kontakt

Theater Bielefeld
Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld
Brunnenstraße 3-9
D-33602 Bielefeld

Telefon: +49 (0)521-515454 Kartentelefon

 

SPIELSTÄTTEN
Stadttheater: Niederwall 27, Bielefeld
Theater am Alten Markt, TAMZWEI und TAMDREI: Alter Markt 1, Bielefeld
Tor 6 Theaterhaus: Hermann-Kleinewächter-Straße 4, Bielefeld

THEATERKASSE
VORVERKAUF UND ABOBÜRO
Altstädter Kirchstraße 14
D-33602 Bielefeld
Telefon +49 (0)521 / 51 54 54
Email abobuero@theater-bielefeld.de
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Di bis Fr 10:00 - 18:00 Uhr und Sa 10:00 -14:00 Uhr

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Musical

Otello darf nicht platzen!

Das Musical – Brad Carroll / Peter Sham

Premiere: 01. September 2019

Musical nach der Komödie von Ken Ludwig / Buch und Gesangstexte von Peter Sham / Musik von Brad Carroll / Deutsch von Roman Hinze

Cleveland, Opernhaus. Zur Galavorstellung von Verdis Otello wird Startenor Tito Merelli erwartet. Die Damen der Operngilde sind schon seit Wochen völlig aus dem Häuschen und das ganze Theater vibriert vor Aufregung. Die Vorfreude wendet sich langsam in Unruhe, als der illustre Gastsänger nach der Generalprobe immer noch nicht eingetroffen ist. Theaterdirektor Saunders ist der Verzweiflung nahe, schließlich hat sich kein Geringerer als Präsident Roosevelt angekündigt – wir schreiben Herbst 1934 –, um die Vorstellung zu erleben. Zum Glück hat Max, Regieassistent mit gesanglichen Ambitionen, genug Mumm in den Knochen, um die Partie zu übernehmen – nicht nur die des Otello, sondern auch gleich die des Tito Merelli! Der ist zwar inzwischen endlich im Haus, hat aber nach einem lautstarken Krach mit seiner Gemahlin eine viel zu große Menge Beruhigungstabletten geschluckt und ist nun nicht mehr wachzukriegen. Max spielt und singt seine Rolle so gut, dass niemand die Verwechslung überhaupt bemerken würde – wären da nicht gleich mehrere ambitionierte Damen, die immer schon mal eine Nacht mit Tito Merelli verbringen oder ihm zumindest vorsingen wollten. Als der echte Tito Merelli erwacht, ist das Chaos perfekt …

Nimmt Ken Ludwigs beliebte Komödie schon jedes gängige Klischee über mittelgroße Opernbetriebe lustvoll aufs Korn, lässt die im klassischen Broadwaystil gehaltene Musicalfassung von Peter Sham und Brad Carroll das Geschehen auf und hinter der Bühne erst so richtig authentisch werden. Und das schon lange, bevor die hauseigene Primadonna beim nächtlichen Privatcasting dem Stargast quasi alle großen Sopran-Opernarien im Schnelldurchlauf um die Ohren schmettert …
Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Thomas Winter
Bühne und Kostüme: Ulv Jakobsen
Choreografie: Dominik Büttner
Choreinstudierung: Hagen Enke

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Theater

Spin

David Gieselmann

Premiere: 06. September 2019

Auftragswerk anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Universität Bielefeld

Autor David Gieselmann ist am Theater Bielefeld spätestens seit Sissy Murnau kein Unbekannter mehr. Nachdem er bewiesen hat, dass Serien auch theatertauglich sind, überlässt er nun die Androiden nicht länger nur dem Kino und stellt mit Spin eine Androidin auf die Bühne.

Spin ist das Werk einer betrügerischen Biochemikerin unter Verwendung veruntreuter EU-Gelder. Da sie, wenngleich illegal entstanden, nun einmal da ist, löst sie eine Menge Begehrlichkeiten aus. Der Geheimdienst ist ebenso hinter Spin her wie der Kunstfleisch- und der Kunstmarkt; die »Church of Spin« erhebt sie zur spirituellen Leitfigur, die AktivistInnenbewegung »Private-I-See-You« fordert ihre sofortige Abschaltung. Ihrer Schöpferin Regula wird sie unversehens zur Tochter, was Regulas Vater auf den Plan ruft und damit das reinste Familiendrama in Gang setzt. Spin weiß alles und fühlt nichts. Im Bewusstsein dieses Dilemmas trifft sie schließlich eine überraschende und folgenreiche Entscheidung.

Das Schöne an Spin ist, dass ihr Denktempo einerseits der Komödie vorauseilt, ihre Naivität in Bezug auf ihre Sehnsucht Mensch zu sein, aber wiederum der Komödie hinterherhinkt. Im besten Falle lässt sich das Publikum in diese sich widerstrebenden Tempi hineinziehen und verdrängt sein Wiedererkennen in den Figuren vor lauter Ablenkung erfolgreich – ganz gleich wie menschlich oder transhuman diese handeln. Es wird dies also hoffentlich eine allzu menschliche Komödie. (David Gieselmann)

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Theater

Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

Bertolt Brecht

Premiere: 08. September 2019

Chicagos Gemüsehändler sind in einer schweren Krise. Blumenkohl und anderes Grünzeug finden keinen Absatz mehr. Da betritt Arturo Ui, ein kleiner Gangster aus der Bronx, die Bildfläche. Warum nicht aus dieser wirtschaftlichen Misere Profit schlagen? Doch Uis Angebot, das Geschäft durch Drohung und Gewalt anzukurbeln, verfängt nicht. Statt sich mit Kriminellen einzulassen, begeben sich die Mitglieder des Gemüsekartells lieber in die Welt der politischen Intrigen. Sie überzeugen den angesehenen Politiker Dogsborough, sich städtischer Gelder zu bedienen, um ihnen unter die Arme zu greifen. Der Betrug droht aufzufliegen, als eine Untersuchung eingeleitet wird, und Ui wittert seine Chance. Öffentlich stellt er sich auf die Seite des angeschlagenen Politikers, kurz darauf segnen zwei wichtige Zeugen unter ungeklärten Umständen das Zeitliche. Ui weiß die Schwächen der anderen für sich zu nutzen und so steht auch bald das Gemüsekartell unter seinem Einfluss. Mittels Verführung, Mord und unverhohlener Dreistigkeit steigt Ui die Leiter der Macht immer weiter empor. Mehr und mehr Leichen pflastern seinen Weg, doch Arturo Ui will expandieren und hat noch lange nicht genug.

Bertolt Brecht schrieb diese scharfzüngige Parabel über Adolf Hitlers Weg zur Macht 1941 im Exil und verlegte die Handlung in Chicagos Gangstermilieu zur Zeit von Al Capone. Brecht befragt den scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg eines Diktators und stellt die opportunistische Gesellschaft bloß, die ihn ermöglicht. »Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.«

Inszenierung und Musik: PRINZIP GONZO (Tim Tonndorf, Robert Hartmann)
Bühne: Anna Bergemann
Kostüme: Josephin Thomas
Dramaturgie: Anne Vogtmann, Elisa Hempel

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Theater

Demian

Hermann Hesse

Premiere: 13. September 2019

Emil Sinclair wächst in einem gutbürgerlichen Elternhaus auf. Die Welt ist hell, klar und freundlich. Gleichzeitig bemerkt er bereits als Zehnjähriger, dass es eine Flut von ungeheuren, lockenden, furchtbaren, rätselhaften Dingen gibt, die dem Wertekanon und den Moralvorstellungen, die ihm beigebracht wurden, widersprechen. Die Welt hat offensichtlich auch eine dunkle Seite. Franz Kromer, der aus ärmlichen Verhältnissen kommt, scheint ihr anzugehören. Emil Sinclair ist gleichermaßen fasziniert und abgestoßen von dem wenig Älteren, sucht und meidet seine Nähe und lässt sich schließlich von ihm erpressen. Eine aussichtslose Lage. Wäre da nicht Max Demian, ein neuer Mitschüler und bekennender Außenseiter. Er rettet Emil Sinclair nicht nur aus seiner Bedrängnis, sondern wird fortan auch sein Leitstern. Obschon selbst noch ein Heranwachsender, hat Demian auf alle drängenden Fragen und Nöte eine Antwort – scharfzüngig, überlegen und provokativ. Der freie Wille ist ihm ebenso heilig wie seine Überzeugung, dass keine Norm unumstößlich ist, dass ohne Kampf nichts Neues entstehen, kein Individuum sich entfalten kann: »Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören.« Wie weit das Zerstören einer Welt gehen kann, lässt das Ende dieser Coming-of-Age-Geschichte ahnen.

Hermann Hesses Roman wurde 1919 veröffentlicht und gilt als Psychogramm einer Jugend, die in den Ersten Weltkrieg verwickelt wurde. Hundert Jahre später besticht diese Ich-Erzählung nicht nur durch ihre Zeitlosigkeit im Hinblick auf das Abenteuer des Erwachsenwerdens, sondern auch durch ihre Aktualität in der Beschreibung einer Welt, die im Begriff ist, sich neu zu ordnen.

Auch als Klassenzimmerstück möglich.

Inszenierung und Bühne: Michael Heicks

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Oper

Die Hochzeit des Figaro

Wolfgang Amadeus Mozart

Premiere: 28. September 2019

Opera buffa in vier Akten / Text von Lorenzo Da Ponte / In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Figaro heiratet seine Susanna! Endlich ist er da, der schönste Tag im Leben! So sollte es zumindest sein. Aber ausgerechnet am Hochzeitsmorgen gesteht Susanna ihrem Bräutigam, dass auch sein Dienstherr Graf Almaviva ein Auge auf sie geworfen hat. Und dass das Zimmer, das er dem Brautpaar zur Verfügung stellt, zwar schön und geräumig ist, hauptsächlich aber sehr günstig für heimliche Grafenbesuche gelegen wäre. So hat sich Figaro seine Hochzeit nicht vorgestellt. Und mit Sicherheit wird er nicht klein beigeben und diese Situation akzeptieren. Bloß verfolgen alle im gräflichen Schloss ihre ganz eigene Agenda, sodass jeder noch so gut durchdachte Plan in nur noch größeres Durcheinander mündet. Innerhalb nur eines einzigen, aberwitzigen Tages wird das Unterste zuoberst gekehrt, sorgfältig Verborgenes oŒffenbar und der Blick in eigene und fremde Abgründe geworfen. Führt ein Weg aus diesem allzu menschlichen Chaos?

Für Die Hochzeit des Figaro arbeitete Mozart erstmals mit dem kongenialen Textdichter Lorenzo Da Ponte zusammen. Gemeinsam schufen sie eine spritzige musikdramatische Komödie, die gleichzeitig die tiefsten menschlichen Sehnsüchte fühlbar macht.

Musikalische Leitung: Alexander Kalajdzic
Inszenierung: Alexander Charim
Bühne: Ivan Bazak

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Theater

Orpheus in der Unterwelt

Jacques Offenbach

Originaltitel Orphée aux Enfers // Opéra bouffon // Text von Hector Crémieux und Ludovic Halévy // in deutscher Sprache

Früher war alles besser! Das mythologische Paar Orpheus und Eurydike gilt als Musterexemplar ehelicher Liebe und Treue. Bis in den Tod folgte er ihr, erweichte mit seinen musikalischen Klagen sogar die Götter und hätte Eurydike so beinahe retten können. Als er aber verzweifelt allein ins Leben zurückkehren musste, schwor er allen Frauen ab. Treue über das Grab hinaus. Soweit die Legende. Jacques Offenbach entwickelte in seinem 1858 uraufgeführten Orpheus in der Unterwelt eine alternative Erzählung, die einen satirischen Blick gleichermaßen auf den Mythos wie auf die zeitgenössische Gesellschaft warf. Keineswegs herrscht eitel Sonnenschein in der Beziehung des Musiklehrers Orpheus und seiner Gattin. Er betrügt sie, sie betrügt ihn. Aber trennen kann man sich nicht. Wie sähe das denn aus?! Als Eurydikes Geliebter, der Todesgott Pluto, sie in die Unterwelt entführt, sind dementsprechend alle glücklich. Eurydike gefällt es überaus, vom Tod geküsst zu werden, und Orpheus fühlt sich endlich einmal frei. Wäre da nicht die öffentliche Meinung, die Orpheus dazu zwingt, seine Frau von den Göttern zurückzufordern. Nur allzu gern nutzen die gelangweilten Götter diesen Anlass zu einem Betriebsausflug in die Hölle, um sich an diesem reizvoll verrufenen Ort selbst ein Bild der Lage zu machen. Wer würde sich schon die Chance auf einen heißen Höllen-Cancan entgehen lassen?!

Früher war alles besser? Offenbach räumt mit diesem und anderen Mythen gründlich auf. Ob Medienherrschaft, bürgerliche Doppelmoral oder hierarchische Strukturen – damals wie heute bietet Orpheus in der Unterwelt zahlreiche Gelegenheiten, gesellschaftliche Enwicklungen persiflierend aufs Korn zu nehmen. Pünktlich zu Offenbachs 200. Geburtstag im Juni 2019 stellt sich sein beliebtestes Werk der öffentlichen Meinung in Bielefeld.

Musikalische Leitung: Gregor Rot
Inszenierung: Nadja Loschky

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Theater

Lazarus

David Bowie // Enda Walsh

Nach dem Roman The Man Who Fell to Earth von Walter Tevis

»Ich will zurück zu den Sternen.« – 1976 spielte David Bowie als Thomas Newton die Titelrolle im Film Der Mann, der vom Himmel fiel von Nicolas Roeg: Er landet als unsterblicher Außerirdischer auf der Erde, um Wasser für seinen Heimatplaneten zu suchen, gründet ein Milliardenunternehmen, verliebt sich unglücklich und scheitert letztendlich an der Kälte der menschlichen Zivilisation. Das Attribut des Außerirdischen blieb an Bowie zeitlebens haften, und so war es nur konsequent, dass er Jahrzehnte später das Schicksal des Thomas Newton erneut aufgriff und zum Bühnenstück formte. Im Musical Lazarus treffen wir ihn in seiner New Yorker Wohnung. Vereinsamt kämpft Newton, der sich dem irdischen Dasein ergeben hat, mit dem Gin und den Geistern der Vergangenheit, als ein rätselhaft unwirkliches Mädchen bei ihm auftaucht. Längst ist ihm seine Unsterblichkeit zum Fluch geworden. Er sehnt sich nach Erlösung. Lazarus ist Ausdruck eines überaus starken Ichs, des Gesamtkunstwerks, das die Persönlichkeit David Bowie zeitlebens in sich vereinte. Songs wie Absolute Beginners, This is not America, The Man Who Sold the World und Heroes durchziehen den Plot und machen Lazarus zu einer eigenwilligen Bühnenkreation, angesiedelt zwischen Rockkonzert, Schauspiel und Installation. Kaum verwunderlich, dass Lazarus autobiografisch Züge trägt: Der biblische Kranke gleichen Namens, der von Jesus zurück ins Leben geholt wird, mag für Bowie eine Symbolfigur gewesen sein, als er selbst an Krebs erkrankte. Als er einen Monat vor seinem Tod gemeinsam mit Co-Autor Enda Walsh der Uraufführung in New York beiwohnte, ahnte niemand etwas davon: »Ich will zurück zu den Sternen.«

Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Michael Heicks
Bühne: Annette Breuer
Kostüme: Franziska Gebhardt

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Musical

Daddy Langbein (Daddy Long Legs)

Paul Gordon & John Caird

Musical nach dem Roman von Jean Webster // Musik und Liedtexte von Paul Gordon // Buch von John Caird // Deutsch von Marie-Luise Schottleitner und Martin Fischerauer

Jeannine Michèle Wacker, bekannt aus Sturm der Liebe, und Gero Wendorff, zuletzt in Hochzeit mit Hindernissen in Bielefeld zu sehen, sind die Protagonisten dieses berührenden Zwei-Personen-Musicals: Jerusha Abbott (18) erfährt, dass einer der Mäzene ihres Waisenhauses ihr eine College-Ausbildung finanzieren will. Bedingung ist, dass sie monatlich einen Brief schreibt, sich aber damit abfinden muss, weder eine Antwort zu erhalten noch ihren Gönner je kennenzulernen. Da sie glaubt, seinen Schatten gesehen zu haben, spricht sie ihn mit „Daddy Langbein“ an („Daddy Long Legs“, engl. für Weberknecht). Aus der einseitigen Briefschreibpflicht wird rasch ein emotionales Versteckspiel, das für beide überraschende Wendungen bereithält.

Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Thomas Winter
Bühne: Yulia Lebedeva, Thomas Winter
Kostüme: Yulia Lebedeva
Dramaturgie: Jón Philipp von Linden

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Theater

How to Date a Feminist

Samantha Ellis

Steve und Kate, beide frisch verlassen, lernen sich bei einem Kostümball als Robin Hood und Wonder Woman kennen. Im wirklichen Leben sind sie Bäcker und Journalistin. Steve hat die Wochenenden seiner Kindheit bei der Mutter im Friedenscamp Greenham Common verbracht, umgeben von selbstbestimmten, politisch engagierten Frauen am Rande der Legalität. Kate ist nach dem Weggang der Mutter bei ihrem Vater geblieben, der sie gemäß seinen unverrückbaren Vorstellungen von Ehe und Weiblichkeit erzogen hat. Wie kommen ein überzeugter Feminist und eine Frau, die immer wieder auf Machos hereinfällt, zusammen? Nachdem die ersten Hürden der Annäherung überwunden sind, macht Steve seiner Liebsten einen Heiratsantrag – nicht ohne sich vorher für sämtliche patriarchalischen Entgleisungen der Menschheitsgeschichte zu entschuldigen – und Kate sagt »ja« zu diesem Abenteuer! Die Vorbereitungen für die Hochzeit, mit den jeweiligen Elternhäusern im Hintergrund, erweisen sich als hochkomplizierte diplomatische Verhandlungen. Als es endlich geschafft ist, führt ausgerechnet die Annäherung von Steves Mutter und Kates Vater zum Abbruch der Feierlichkeiten nach nur 90 Minuten. Ein Happy End scheint erst einmal nicht in Sicht.

Die englische Autorin Samantha Ellis dekliniert in ihrer 2016 in London uraufgeführten Komödie How to Date a Feminist lustvoll Geschlechterklischees und ihre Umkehrungen durch und treibt das Vexierspiel auch formal auf die Spitze, indem sie sämtliche Rollen für eine Schauspielerin und einen Schauspieler konzipiert. Ein besonderer Clou, der beweist, dass intelligentes Spiel nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern auch debattentauglich ist.

Inszenierung: Christian Schlüter
Bühne und Kostüme: Jürgen Höth
Dramaturgie: Anne Vogtmann

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Theater

Kaleidoscope_To the Dark Side of the Moon

Ray Bradbury, Pink Floyd

»Sie fielen. Sie fielen wie Kieselsteine in einen Brunnenschacht. Sie waren zerstreut wie Spielwürfel nach einem gewaltigen Wurf. Und anstelle der Menschen waren da nur noch Stimmen.«

In den unendlichen Weiten des Alls hat sich eine Katastrophe ereignet. Ein Raumschiff ist nach einem Kometeneinschlag explodiert und hat seine Ladung in das ungastliche Nichts des Universums geschleudert. Die Besatzung trudelt im Raumanzug in der Schwerelosigkeit des Weltraums langsam auseinander, ihrem Schicksal entgegen. Hollis treibt Richtung Erde, der Kommandant zum Mond, andere schweben gen Mars oder Pluto. Noch sind sie per Funk miteinander verbunden, aber stetig steuern sie auf ihre Isolation zu. Zwischen Schock und Verzweiflung machen sich lang gehegter Groll, Neid und Missgunst Luft. So trauert Hollis verpassten Chancen hinterher und würde alles dafür geben, seine Träume gegen Erinnerungen eintauschen zu können. Im Angesicht des Todes hat er nur noch den einen Wunsch, eine letzte gute Tat zu vollbringen, bevor er in die Atmosphäre der Erde eintaucht. Eine musikalische Weltraumexpedition, die fünfzig Jahre nach der ersten Mondlandung kunstvoll Pink Floyds berühmtes Album The Dark Side of the Moon mit der poetischen und berührenden Erzählung Kaleidoscope von Science-Fiction-Autor Ray Bradbury verknüpft.

»Es ist wie in einem riesigen Kaleidoskop. Man sieht alle möglichen Formen-, Farben und Größenanordnungen. Gott, ist das schön.«

Inszenierung und Bühne: Michael Heicks
Kostüme: Anna Sörensen
Musikalische Leitung: Norbert Stertz
Video: Sascha Vredenburg
Dramaturgie: Anne Vogtmann

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Theater

Konstellationen

Nick Payne

Wie kommt man dem Geheimnis der Unsterblichkeit näher? Wenn man es schafft, die Spitzen seiner Ellbogen zu lecken. Vielleicht. Bleibt immer noch die Frage, ob man das überhaupt will, ewig leben. Aber Entscheidungen rückgängig machen können, das wäre zumindest schon mal ein Anfang. Denn wer kennt es nicht, das Gefühl, im entscheidenden Moment falsch abgebogen zu sein und nun weiter zu müssen auf der Einbahnstraße. Nick Paynes Stück Konstellationen macht die Umkehr möglich! Und so nimmt die Begegnung von Roland und Marianne nicht ihren Lauf, sondern verschiedene Verläufe: in Varianten, die sich manchmal nur durch eine Nuance unterscheiden. Die beiden treffen sich auf einer Grillparty, einmal mit, dann wieder ohne Partner im Hintergrund, bei Regen oder Sonnenschein. Alles ist denkbar. Sie tauschen sich über ihre Berufe aus. Er ist Imker, sie Physikerin – Paralleluniversen auch hier. Die erste gemeinsame Nacht verläuft in keinem Fall optimal, egal ob Roland geht oder im Schlafsack auf dem Boden nächtigt. Ihre Liebe wird gleich von mehreren Seiten bedroht. Ist es Mariannes Krankheit? Geht Roland fremd? Oder Marianne? Was wird Marianne auf den Heiratsantrag von Roland antworten? Ändert es etwas, ob er den Antrag mit einer gut vorbereiteten Rede über den Bienenstaat untermauert oder den Zettel vergessen hat und nun frei improvisiert?

Nick Payne schafft es mit seinem preisgekrönten Stück, Gewissheiten auf eine charmante und spielerische Art in Frage zu stellen.

Inszenierung: Dariusch Yazdkhasti
Bühne und Kostüme: Paul Lerchbaumer
Dramaturgie: Franziska Betz

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Theater

Ewig jung

Erik Gedeon

(Unter Mitarbeit von Peter Jordan)

Im Jahr 2050 sitzen die Reste eines in die Jahre gekommenen Ensembles in einem schon länger geschlossenen Theater, das ihnen nun als Alterssitz dient. Das obligatorische Unterhaltungsprogramm übernehmen sie selbst, schließlich sind sie Schauspieler. Sie träumen sich in alte Zeiten zurück, durchleben noch einmal ihre Bühnenerfolge und singen die Lieder ihrer Jugend. Das geht zwar nicht ohne Konkurrenzgebaren und unterschiedliche Wahrnehmungen ab, aber das Leben ließe sich aushalten, wäre da nicht die unverschämt junge und gnadenlose Schwester mit ganz anderen Vorstellungen des Tagesablaufs. Nicht genug, dass sie ihre Schützlinge mit Kinderliedern zum Mitklatschen malträtiert, sie vermiest ihnen durch ihre musikalischen Vorträge über Krankheit, Alter und Tod auch die ganze Stimmung. Doch kaum dreht sie ihnen den Rücken zu, regt sich bei den ehemaligen Bühnenstars wieder das Theaterblut und die Lebensgier. Von I Love Rock’n’Roll bis Born To Be Wild zeigt sich: Der alte Kampfgeist ist noch nicht gebrochen, nur eingeschränkt durch morsche Knochen und falsche Gebisse ...

Erik Gedeons Ewig jung verbindet mitreißende Musik mit klugem Schauspiel und bissigem Witz. Erleben Sie Schauspieler des Bielefelder Ensembles, um Jahrzehnte gealtert, in einem Abend über Vergänglichkeit und unvergessene Momente.

Inszenierung: Michael Heicks
Musikalische Leitung: Laurenz Wannenmacher
Bühne: Michael Heicks

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Ewig jung

Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Theater Theater Osnabrück Osnabrück, Domhof 10/11
Aufführungen / Varieté GOP Kaiserpalais Bad Oeynhausen Bad Oeynhausen, Im Kurgarten 8
Aufführungen / Theater Theaterlabor im Tor 6 Bielefeld, H.-Kleinewächter-Str. 4

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