zur Startseite
0

Theater Bielefeld

Die Geschichte des Theaters Bielefeld beginnt, als eine Bürgerinitiative mehr Kultur in ihrer Stadt fordert. Durch ihre Spenden wird der Bau des Stadttheaters ermöglicht und das Theater Bielefeld wird 1904 eröffnet. Seitdem ist es das kulturelle Zentrum Ostwestfalens, das mit seinem Publikum lebt und sich mit ihm wandelt.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter – ob in der Bühnentechnik, der Maske, Dramaturgie oder in den Ensembles – trägt dazu bei, dass kreative Ideen und Visionen auf der Bühne ihren Ausdruck finden. Wir setzen Jahrhunderte alte Stoffe in Bezug zur Gegenwart und entdecken neue, zeitgenössische Stücke. Wir spielen, tanzen und singen, schreiben und rechnen, bauen Dekorationen, knüpfen Perücken und nähen Kostüme.

Das Theater Bielefeld ist ein Drei-Sparten-Haus, in dem sich Gesang, Tanz und Schauspiel unter einem »Dach« befinden. Rund 370 passionierte MitarbeiterInnen erschaffen in über 600 Vorstellungen pro Spielzeit Räume zum Lachen, Mitleiden, Nachdenken und Diskutieren. Über 200.000 ZuschauerInnen aus Bielefeld, der Region und ganz Deutschland haben Teil an der Kunst, die Tag für Tag auf den Bühnen der Spielstätten entsteht.

Kontakt

Theater Bielefeld
Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld
Brunnenstraße 3-9
D-33602 Bielefeld

Telefon: +49 (0)521-515454 Kartentelefon

 

SPIELSTÄTTEN
Stadttheater: Niederwall 27, Bielefeld
Theater am Alten Markt, TAMZWEI und TAMDREI: Alter Markt 1, Bielefeld
Tor 6 Theaterhaus: Hermann-Kleinewächter-Straße 4, Bielefeld

THEATERKASSE
VORVERKAUF UND ABOBÜRO
Altstädter Kirchstraße 14
D-33602 Bielefeld
Telefon +49 (0)521 / 51 54 54
Email abobuero@theater-bielefeld.de
Sie erreichen uns in diesen Zeiten:
Di bis Fr 10:00 - 18:00 Uhr und Sa 10:00 -14:00 Uhr

Theater Bielefeld bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Theater Bielefeld

Jugendprogramm

Amadis

Johann Christian Bach

Premiere: 27. April 2019

ab 13
Originaltitel Amadis de Gaule // Tragédie lyrique in drei Akten // Libretto von Philippe Quinault

Unbändiger Hass erfüllt den Zauberer Arcalaus. Seit sein Bruder im Kampf gegen den Prinzen Amadis fiel, schmiedet er gemeinsam mit seiner Schwester Arcabonne Rachepläne: Nicht nur sterben soll Amadis, sondern vorher auch noch möglichst viel leiden. Das zaubernde Geschwisterpaar beschwört dafür dämonisch Hilfe herauf: den personifizierten Hass und die Zwietracht. Solch übernatürlichen Kräfte ist der Mensch Amadis hilflos ausgeliefert. Fassungslos muss er miterleben, wie seine glückliche Liebesbeziehung zu Oriane ohne den geringsten Anlass an Eifersucht und Misstrauen zerbricht. Mit dem verwirrten und verzweifelten Amadis glauben die Geschwister nun ein leichtes Spiel zu haben. Doch als Arcabonne ihm endlich gegenübertritt, um ihren Rachedurst durch seinen Tod zu stillen, muss sie erkennen, dass sie tief in seiner Schuld steht: Amadis rettete ihr einst das Leben. Und so zieht die Zwietracht auch in die Geschwisterbeziehung ein: Muss Arcabonne unverbrüchlich zu ihrem Racheschwur stehen? Oder kann Menschlichkeit über blinden Hass siegen? Bevor Amadis sich glücklich mit seiner Oriane versöhnen kann, stehen beiden noch harte Prüfungen bevor.

Geboren in Leipzig, ausgebildet in Italien, lange in London tätig, im steten Kontakt zum Mannheimer Hof: Johann Christian Bach ist nicht nur der kosmopolitischste der Bach-Söhne, sondern auch der einzige, von dem Opern überliefert sind. Sein 1779 uraufgeführter Amadis entstand als Auftragswerk für die Pariser Oper. An der Schnittstelle zwischen Spätbarock und Klassik erweist sich der jüngste Bach-Sohn gleichermaßen als Erbe Händels wie auch als Vorläufer Mozarts, auf dessen Stil er großen Einfluss ausübte.

Nach seinen begeistert aufgenommenen Inszenierungen von Il Trittico und Der Freischütz kehrt Regisseur Maximilian von Mayenburg erneut nach Bielefeld zurück.

Musikalische Leitung: Merijn van Driesten
Inszenierung: Maximilian von Mayenburg
Bühne und Kostüme: Sophie du Vinage, Sylvie Berndt
Dramaturgie: Anne Christine Oppermann

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Amadis bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Amadis

Theater

PReVolution

Cornelius Gebert, Carmen Priego

Premiere: 24. Mai 2019

Ein Science Fiction Ensemble Projekt

Seit einer Hunderttausendstelsekunde der Ewigkeit ist es nun schon unterwegs in den unermesslichen Weiten des Weltraums: das Raumschiff »MS Horen«. An Bord eine Crew von sieben wagemutigen RaumfahrerInnen, auserwählt für die eine große, wichtige Mission, von deren Gelingen das Überleben der Menschheit abhängt.

Bis es aber soweit ist, müssen die PrevolutionärInnen die Tücken des kosmischen Alltags meistern. Und warum läuft da ein Countdown? Daher treffen sie sich regelmäßig zum basisdemokratischen Austausch, um die notwendigen Aufgaben zu verteilen. Durch immer neue Regeln und eigentümliche Rituale das Chaos im Kollektiv vermeiden! Wer dagegen verstößt, über den wird Gericht gehalten. Man liebt, streitet, schlägt und verträgt sich. Und um die fröhliche Gruppendynamik nicht zu zerstören, wird gesungen und getanzt, gespielt und auch mal ein Gedicht vorgetragen. Bloß nicht an der Unendlichkeit verrückt werden! Nur die Mission ist ein wenig ins Hintertreffen geraten. Kennt überhaupt noch jemand Start und Ziel dieser Odyssee? Denn in der Unendlichkeit verblassen die Erinnerungen und wichtige Botschaften werden übersehen. Bis sich völlig unerwartet etwas Fremdes als Besuch ankündigt und an Bord kommt. Die Besatzung wird vor die schwierigste Entscheidung ihres Lebens gestellt.

PReVolution beschreibt die absurde Irrfahrt einer unerschrockenen Gruppe zwischen Evolution, Revolution und dem großen Moment davor auf der Suche nach ihrer Bestimmung.

Inszenierung: Lukas Graser, Louisa Schiedek

PReVolution bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte PReVolution

Theater

Lazarus

David Bowie // Enda Walsh

Premiere: 18. Mai 2019

Nach dem Roman The Man Who Fell to Earth von Walter Tevis

»Ich will zurück zu den Sternen.« – 1976 spielte David Bowie als Thomas Newton die Titelrolle im Film Der Mann, der vom Himmel fiel von Nicolas Roeg: Er landet als unsterblicher Außerirdischer auf der Erde, um Wasser für seinen Heimatplaneten zu suchen, gründet ein Milliardenunternehmen, verliebt sich unglücklich und scheitert letztendlich an der Kälte der menschlichen Zivilisation. Das Attribut des Außerirdischen blieb an Bowie zeitlebens haften, und so war es nur konsequent, dass er Jahrzehnte später das Schicksal des Thomas Newton erneut aufgriff und zum Bühnenstück formte. Im Musical Lazarus treffen wir ihn in seiner New Yorker Wohnung. Vereinsamt kämpft Newton, der sich dem irdischen Dasein ergeben hat, mit dem Gin und den Geistern der Vergangenheit, als ein rätselhaft unwirkliches Mädchen bei ihm auftaucht. Längst ist ihm seine Unsterblichkeit zum Fluch geworden. Er sehnt sich nach Erlösung. Lazarus ist Ausdruck eines überaus starken Ichs, des Gesamtkunstwerks, das die Persönlichkeit David Bowie zeitlebens in sich vereinte. Songs wie Absolute Beginners, This is not America, The Man Who Sold the World und Heroes durchziehen den Plot und machen Lazarus zu einer eigenwilligen Bühnenkreation, angesiedelt zwischen Rockkonzert, Schauspiel und Installation. Kaum verwunderlich, dass Lazarus autobiografisch Züge trägt: Der biblische Kranke gleichen Namens, der von Jesus zurück ins Leben geholt wird, mag für Bowie eine Symbolfigur gewesen sein, als er selbst an Krebs erkrankte. Als er einen Monat vor seinem Tod gemeinsam mit Co-Autor Enda Walsh der Uraufführung in New York beiwohnte, ahnte niemand etwas davon: »Ich will zurück zu den Sternen.«

Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Michael Heicks
Bühne: Annette Breuer
Kostüme: Franziska Gebhardt

Lazarus bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Lazarus

Theater

Orpheus in der Unterwelt

Jacques Offenbach

Premiere: 07. Juni 2019

Originaltitel Orphée aux Enfers // Opéra bouffon // Text von Hector Crémieux und Ludovic Halévy // in deutscher Sprache

Früher war alles besser! Das mythologische Paar Orpheus und Eurydike gilt als Musterexemplar ehelicher Liebe und Treue. Bis in den Tod folgte er ihr, erweichte mit seinen musikalischen Klagen sogar die Götter und hätte Eurydike so beinahe retten können. Als er aber verzweifelt allein ins Leben zurückkehren musste, schwor er allen Frauen ab. Treue über das Grab hinaus. Soweit die Legende. Jacques Offenbach entwickelte in seinem 1858 uraufgeführten Orpheus in der Unterwelt eine alternative Erzählung, die einen satirischen Blick gleichermaßen auf den Mythos wie auf die zeitgenössische Gesellschaft warf. Keineswegs herrscht eitel Sonnenschein in der Beziehung des Musiklehrers Orpheus und seiner Gattin. Er betrügt sie, sie betrügt ihn. Aber trennen kann man sich nicht. Wie sähe das denn aus?! Als Eurydikes Geliebter, der Todesgott Pluto, sie in die Unterwelt entführt, sind dementsprechend alle glücklich. Eurydike gefällt es überaus, vom Tod geküsst zu werden, und Orpheus fühlt sich endlich einmal frei. Wäre da nicht die öffentliche Meinung, die Orpheus dazu zwingt, seine Frau von den Göttern zurückzufordern. Nur allzu gern nutzen die gelangweilten Götter diesen Anlass zu einem Betriebsausflug in die Hölle, um sich an diesem reizvoll verrufenen Ort selbst ein Bild der Lage zu machen. Wer würde sich schon die Chance auf einen heißen Höllen-Cancan entgehen lassen?!

Früher war alles besser? Offenbach räumt mit diesem und anderen Mythen gründlich auf. Ob Medienherrschaft, bürgerliche Doppelmoral oder hierarchische Strukturen – damals wie heute bietet Orpheus in der Unterwelt zahlreiche Gelegenheiten, gesellschaftliche Enwicklungen persiflierend aufs Korn zu nehmen. Pünktlich zu Offenbachs 200. Geburtstag im Juni 2019 stellt sich sein beliebtestes Werk der öffentlichen Meinung in Bielefeld.

Musikalische Leitung: Gregor Rot
Inszenierung: Nadja Loschky

Orpheus in der Unterwelt bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Orpheus in der Unterwelt

Theater

Faust 2

Johann Wolfgang Goethe

Faust, das Ich-Monument, pflügt durch die Gegenwart. Ungeduldig, die kleinen Versuchungen und das ungenügende Wissen hinter sich lassend, will er mehr. Und so beginnt die wilde Fahrt über Raum und Zeit hinweg: Faust frisst sich durch das Wurmloch Mephisto in die Menschheitsgeschichte. Doch weder die schönste Frau noch die Erfindung der wunderbaren Geldvermehrung oder die Erschaffung des künstlichen Menschen erlösen ihn von seiner Unruhe. Er kehrt im Gegenteil, egal wohin er sich wendet, immer unglücklicher zurück. Nichts füllt seine innere Leere, er bleibt unerlöst. Goethes Faustisches Prinzip eines ungebändigten Strebens nach Landnahme, Unterwerfung und Dominanz kennt eigentlich nur eine, die göttliche, Grenze. Vom Weltenversteher wandelt sich Faust zum Weltenerobere und letztlich zum Schöpfer. Oder ist dies alles nur der delirierende Traum eines sterbenden, blinden Greises?

In einer multimedialen Installation in der Tradition seiner filmisch-theatralischen Essays Der Auftrag und Die Möglichkeit packt der Dokumentarfilmer Konrad Kästner dieses Mal in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Dariusch Yazdkhasti das zentrale literarische Werk der Deutschen bei den Hörnern. Ist es Prophetie, Menschheitsmythos, nationale Selbstermächtigung, Geburtsstunde des modernen Ich oder bereits Abgesang? Wo in dieser Trümmerlandschaft der Gegenwart zwischen Apokalypse und Paradies ist er verborgen, der Augenblick, an dem festzuhalten lohnt?

Inszenierung: Konrad Kästner, Dariusch Yazdkhasti
Video: Konrad Kästner
Bühne: Mareen Biermann
Kostüme: Silke Bauer
Dramaturgie: Anne Vogtmann

Faust 2 bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Faust 2

Theater

Woher wir kommen

Simone Sandroni

Ein wiederkehrendes Format in der Arbeit des Künstlerischen Leiters von TANZ Bielefeld Simone Sandroni ist die Charakterstudie. Nach einer Reihe einfühlsamer Portraits für international renommierte SolistInnen, eröffnete er seine Auftaktsaison am Theater Bielefeld 2015/16 mit Geschichten, die ich nie erzählte, einem Stück, in dem er die Mitglieder seines frisch gegründeten Ensembles zu Wort kommen ließ. Spielerisch leicht verband er ihre persönlichen Erinnerungen mit erdachten Geschichten und gab so nicht nur einen Einblick, sondern auch einen humorigen Kommentar zum Alltag des/der BerufstänzerIn.

Um das menschliche Individuum und dessen choreografische Inszenierung dreht sich auch Simone Sandronis neueste Kreation Woher wir kommen. Ausgehend von den Persönlichkeiten der TänzerInnen entwickelt er archetypische Charaktere, die gegensätzlicher nicht sein könnten. In einer Küche – dem Nukleus sozialen Miteinanders – lässt er sie aufeinander treffen und dekliniert lustvoll alle Situationen durch, die aus diesen Begegnungen entstehen können. Es wird gelacht und geweint, gestritten und sich wieder vertragen, geliebt und gehasst – und natürlich auch gekocht. Zu diesem bunten Tableau vivant des sozialen Mit- und Gegeneinanders steuert Franzsika Gebhardt eine detailreiche Ausstattung bei. Von Milian Vogel, der in dieser Spielzeit bereits die Tanz-Uraufführung New Sites in der Rudolf-Oetker-Halle begleitete, stammen die Kompositionen und musikalischen Arrangements.

Indem Simone Sandroni dem Individuum Raum gibt, lenkt er gleichzeitig den Blick auf die Diversität der Gruppe. Dem Akt des Erzählens stellt er in logischer Konsequenz das Zuhören gegenüber – eine Fähigkeit, die bei der Vielheit kultureller Hintergründe, Werte und Überzeugungen in der globalisierten Gesellschaft heute vielleicht so wichtig ist, wie nie zuvor.

Choreografie und Inszenierung: Simone Sandroni
Bühne und Kostüme: Franziska Gebhardt
Musik: Milian Vogel
Licht: Johann Kaiser
Dramaturgie: Janett Metzger

Woher wir kommen bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Woher wir kommen

Theater

Wie es euch gefällt

William Shakespeare

Die Welt ist aus den Fugen! Oliver betrügt seinen Bruder Orlando um dessen Erbe. Herzog Frederik verbannt seinen Bruder, um selbst zu regieren. Seine Tochter Celia verlässt den Vater aus inniger Freundschaft zu ihrer Cousine Rosalinde, der Tochter des Verbannten. Um nicht erkannt zu werden, legt sie ihre Mädchenkleider ab, verwandelt sich in einen jungen Mann und nennt sich fortan Ganymed. Die Liebe zu Orlando, dem sie nur kurz begegnet ist, lässt sich dagegen nicht so leicht abstreifen.

Und so setzt sich ein ganzer Zug von Exilanten in Bewegung, in Unkenntnis voneinander, mit Narren und Bediensteten an der Seite. Gemeinsamer Fluchtpunkt ist der Ardenner Wald. In ländlicher Umgebung hoffen alle auf Vergessen und Neubeginn. In Zweckgemeinschaften mit utopischem Potential lernen sie sich neu kennen, begegnen sich unerkannt, erlegen Wild, singen Lieder und philosophieren. Obwohl das keiner so gut kann wie Jacques, der melancholische Narr: »Die ganze Welt ist Bühne …« Für Orlando indes gibt es nur Rosalinde, die ferne Geliebte, deren Namen er in die Bäume ritzt und Verse dazu schmiedet. Dabei ist sie zum Greifen nah als Ganymed, der für ihn die Rolle der Rosalinde spielt. Und das ist noch längst nicht die einzige Liebesverkettung!

Balancierend zwischen Tragik und Komik erschafft Shakespeare einen ungeheuer vielschichtigen und vielgestaltigen Figurenkosmos wirbelt Gewissheiten so klug und zugleich wild durcheinander, dass es eine Lust ist: »Wär ich eine Frau, ich würde alle küssen, wie es mir gefällt, wär ich ein Mann, ich würde laufen, so schnell ich kann. Und wär ich beide, so ging ich aus der Welt.« Die letzten Sätze könnten zugleich der Beginn einer neuen Geschichte sein. Kein Ende.

Inszenierung: Christian Schlüter
Bühne: Anna Bergemann
Kostüme: Clemens Leander
Sounddesign: Tobias Vethake
Dramaturgie: Viktoria Göke

Wie es euch gefällt bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Wie es euch gefällt

Jugendprogramm

König Ubu

Alfred Jarry

Ubu ist nicht nur maßlos selbstgefällig und gefräßig, er äußert sich auch gern. »Scheiße« gehört zu seinem Lieblingsvokabular. Dabei ist Ubu nicht irgendwer, sondern Hauptmann der Dragoner und Adjutant des Königs. Seiner Frau, von ihm im zärtlichsten Falle »Mutter Ubu« genannt, reicht das nicht. Sie will ihn, und damit auch sich, an der Spitze sehen. Ubu leuchtet das für seine Person ein. Also lässt er nach Überwindung anfänglicher Skrupel den amtierenden König umbringen und erklärt sich selbst zum Herrscher. Das Volk wird mit Fleisch und Geld zum Jubeln gebracht. Und da Machthunger etwas Herrliches ist, von dem Ubu fortan gar nicht genug haben kann, radiert er zum Amtsantritt die Justiz aus, um nunmehr nach seiner eigenen Rechtsprechung zu agieren. Unermüdlich erfindet er neue Steuern, erhöht alte und treibt sie im Zweifelsfalle höchstpersönlich gewaltsam ein. Als sich Widerstand aus dem Ausland regt, überwindet Ubu erneut den trägen Feigling in sich und wird, weitere Grenzen überschreitend, zum Weltenfresser.

Bei seiner Uraufführung 1896 sorgte das Stück für einen handfesten Theaterskandal, verstieß Jarry doch gegen gängige Theaterkonventionen, ließ er doch unter anderem ganze Heerscharen von einem Darsteller spielen und eine Gehirnentzugsmaschine auftreten. Zudem verbarg sich in dem grotesken Spektakel politischer Sprengstoff (wer wollte, konnte unter anderem eine Anspielung auf die Dreyfus-Affäre darin entdecken). In Zeiten des Kampfes um den größeren roten Knopf ist die Absurdität des Stoffes wieder in der Realität angekommen.

Inszenierung: Clara Weyde
Bühne: Julia Nussbaumer
Kostüme: Clemens Leander
Musik: Thomas Leboeg
Dramaturgie: Katrin Enders

König Ubu bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte König Ubu

Jugendprogramm

Momentum

Lot Vekemans

ab 16 Jahren

Schauspiel von Lot Vekemans, Deutsch von Eva M. Pieper und Alexandra Schmiedebach

Meinrad hat es geschafft, er steht an der Spitze von Staat und Partei. Doch seit geraumer Zeit sind seine Umfragewerte im Keller, ein Eklat jagt den nächsten. Unfähig zu regieren, geschweige denn Visionen zu entwickeln, tut er alles, um seinen labilen Zustand zu vertuschen. Die Jubiläumsfeier seiner Partei scheint die letzte Chance, das Blatt zu wenden. Vielleicht sollte seine Frau Ebba die Rede an seiner Stelle halten? Diesen Vorschlag seines Beraters Dieter lehnt Meinrad strikt ab. Das lässt sich mit seinem Ego nicht vereinbaren. Und so stellt sich für Ebba einmal mehr die Frage, ob ihr Lebenskonzept, sich an der Seite des vermeintlich starken Mannes aufzuopfern, irgendeinen Sinn ergibt. Kein Wunder, dass sie in dieser Situation die Erinnerung an ihr ungeborenes Kind einholt. Es fordert Raum, wird zum Dialogpartner und beschleunigt den Zusammenbruch. Doch wie könnte ein Neustart aussehen?

Mit ihrem neuesten Stück begibt sich die niederländische Autorin Lot Vekemans in die abgründigen Sphären von Politik und Macht.

Inszenierung: Bernhard Mikeska
Bühne: Steffi Wurster
Kostüme: Irene Ip

Momentum bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Momentum

Theater

How to Date a Feminist

Samantha Ellis

Steve und Kate, beide frisch verlassen, lernen sich bei einem Kostümball als Robin Hood und Wonder Woman kennen. Im wirklichen Leben sind sie Bäcker und Journalistin. Steve hat die Wochenenden seiner Kindheit bei der Mutter im Friedenscamp Greenham Common verbracht, umgeben von selbstbestimmten, politisch engagierten Frauen am Rande der Legalität. Kate ist nach dem Weggang der Mutter bei ihrem Vater geblieben, der sie gemäß seinen unverrückbaren Vorstellungen von Ehe und Weiblichkeit erzogen hat. Wie kommen ein überzeugter Feminist und eine Frau, die immer wieder auf Machos hereinfällt, zusammen? Nachdem die ersten Hürden der Annäherung überwunden sind, macht Steve seiner Liebsten einen Heiratsantrag – nicht ohne sich vorher für sämtliche patriarchalischen Entgleisungen der Menschheitsgeschichte zu entschuldigen – und Kate sagt »ja« zu diesem Abenteuer! Die Vorbereitungen für die Hochzeit, mit den jeweiligen Elternhäusern im Hintergrund, erweisen sich als hochkomplizierte diplomatische Verhandlungen. Als es endlich geschafft ist, führt ausgerechnet die Annäherung von Steves Mutter und Kates Vater zum Abbruch der Feierlichkeiten nach nur 90 Minuten. Ein Happy End scheint erst einmal nicht in Sicht.

Die englische Autorin Samantha Ellis dekliniert in ihrer 2016 in London uraufgeführten Komödie How to Date a Feminist lustvoll Geschlechterklischees und ihre Umkehrungen durch und treibt das Vexierspiel auch formal auf die Spitze, indem sie sämtliche Rollen für eine Schauspielerin und einen Schauspieler konzipiert. Ein besonderer Clou, der beweist, dass intelligentes Spiel nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern auch debattentauglich ist.

Inszenierung: Christian Schlüter
Bühne und Kostüme: Jürgen Höth
Dramaturgie: Anne Vogtmann

How to Date a Feminist bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte How to Date a Feminist

Theater

Kaleidoscope_To the Dark Side of the Moon

Ray Bradbury, Pink Floyd

»Sie fielen. Sie fielen wie Kieselsteine in einen Brunnenschacht. Sie waren zerstreut wie Spielwürfel nach einem gewaltigen Wurf. Und anstelle der Menschen waren da nur noch Stimmen.«

In den unendlichen Weiten des Alls hat sich eine Katastrophe ereignet. Ein Raumschiff ist nach einem Kometeneinschlag explodiert und hat seine Ladung in das ungastliche Nichts des Universums geschleudert. Die Besatzung trudelt im Raumanzug in der Schwerelosigkeit des Weltraums langsam auseinander, ihrem Schicksal entgegen. Hollis treibt Richtung Erde, der Kommandant zum Mond, andere schweben gen Mars oder Pluto. Noch sind sie per Funk miteinander verbunden, aber stetig steuern sie auf ihre Isolation zu. Zwischen Schock und Verzweiflung machen sich lang gehegter Groll, Neid und Missgunst Luft. So trauert Hollis verpassten Chancen hinterher und würde alles dafür geben, seine Träume gegen Erinnerungen eintauschen zu können. Im Angesicht des Todes hat er nur noch den einen Wunsch, eine letzte gute Tat zu vollbringen, bevor er in die Atmosphäre der Erde eintaucht. Eine musikalische Weltraumexpedition, die fünfzig Jahre nach der ersten Mondlandung kunstvoll Pink Floyds berühmtes Album The Dark Side of the Moon mit der poetischen und berührenden Erzählung Kaleidoscope von Science-Fiction-Autor Ray Bradbury verknüpft.

»Es ist wie in einem riesigen Kaleidoskop. Man sieht alle möglichen Formen-, Farben und Größenanordnungen. Gott, ist das schön.«

Inszenierung und Bühne: Michael Heicks
Kostüme: Anna Sörensen
Musikalische Leitung: Norbert Stertz
Video: Sascha Vredenburg
Dramaturgie: Anne Vogtmann

Kaleidoscope_To the Dark Side of the Moon bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Kaleidoscope_To the Dark Side of the Moon

Oper

La Traviata

Giuseppe Verdi

Oper in drei Akten // Text von Francesco Maria Piave nach Alexandre Dumas’ La Dame aux Camélias

Anlässlich ihrer vermeintlichen Genesung von der Tuberkulose veranstaltet Violetta Valéry ein rauschendes Fest. Dabei spürt sie es ganz genau: Dieses Mal mag sie dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen sein, aber letztendlich wurde ihr nur wenig zusätzliche Zeit geschenkt. Die Todesnähe verleiht ihr den Mut, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen. Könnte die verehrungsvolle Liebe des jungen Alfredo Germont einen Ausweg bieten aus dem umschwärmten, aber gleichzeitig einsamen Leben als begehrteste Kurtisane von Paris? Es lockt die Verheißung auf die lang ersehnte wahre Liebe. Alfredo kann über ihre Vergangenheit hinwegsehen, doch reicht das aus für einen radikalen Neuanfang? Der gesellschaftlichen Haltung und der Todesahnung zum Trotz wagt Violetta den Aufbruch ins Ungewisse. Amore e morte – Liebe und Tod – wollte Giuseppe Verdi zunächst seine Oper nach dem Roman Die Kameliendame von Alexandre Dumas d. J. nennen. Ein Titel, der in seiner Unbestimmtheit zwar für einen Großteil des Opernrepertoires gelten könnte, aber selten so passend erscheint wie für die Geschichte der Violetta Valéry, die sich in den Spannungsfeldern zwischen wahrer und käuflicher Liebe, Todessehnsucht und Todesangst entfaltet. Von den ersten Klängen der Ouvertüre an konzentriert sich Verdis Musik auf das innere Erleben der Protagonistin, deren ständiger Begleiter der Tod ist und die dennoch voller Kraft und Lebensfreude aufbegehrt.

Nach dem desaströsen Misserfolg der Uraufführung 1853 entwickelte sich La Traviata zu einer der beliebtesten Opern der Musikgeschichte, ganz im Einklang mit der Einschätzung ihres Schöpfers: »Als Profi halte ich Rigoletto für meine beste Arbeit, als Liebhaber aber La Traviata.«

Musikalische Leitung: Alexander Kalajdzic
Inszenierung: Nadja Loschky
Bühne: Katrin Connan
Kostüme: Katharina Schlipf

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

La Traviata bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte La Traviata

Musical

My Fair Lady

Frederick Loewe // Alan Jay Lerner

Musical nach Bernard Shaws Pygmalion und dem Film von Gabriel Pascal // Buch von Alan Jay Lerner, Musik von Frederick Loewe // Deutsch von Robert Gilbert

Professor Higgins hat eine prima Idee: Er könnte seine Zufallsbekanntschaft, die Blumenverkäuferin Eliza, von ihrem schlimmen Dialekt »heilen« und sie nebenbei auch gleich zu einer Dame machen. In Oberst Pickering findet er einen angemessenen Wettgegner, dem er sein Können beweisen will. Eliza, die gar nicht weiß, wie ihr geschieht, wird zu Sprecherziehung und Manierenunterricht im Professorenhaus verdonnert und einige Monate später den Oberen Zehntausend vorgeführt. Schon beim zweiten Anlauf überzeugt sie die High Society aufs Schönste, Higgins gewinnt die Wette und feiert seinen Erfolg. Doch er hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn Eliza empfindet ihre neue Identität durchaus nicht als das Ziel ihrer Wünsche – und den ganzen Vorgang ohnehin als höchst fragwürdig … My Fair Lady könnte ein bitterböser Kommentar zur Zweiklassengesellschaft im Allgemeinen und der Unterdrückung der Frau im Besonderen sein, wenn es nicht dank seiner Komik und besonders der Melodien von Frederick Loewe (Ich hätt' getanzt heut Nacht, Bringt mich pünktlich zum Altar) längst zu einem der beliebtesten Musicals überhaupt geworden wäre, dessen Charme derlei Botschaften auf viel subtilere Weise transportiert.

Musikalische Leitung: William Ward Murta
Inszenierung: Thomas Winter
Bühne und Kostüme: Ulv Jakobsen
Choreografie: Thomas Klotz
Choreinstudierung: Hagen Enke

My Fair Lady bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte My Fair Lady

Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Schauspiel Show-Bizz-Enterprise Ltd. Bochum, Hohensteinstr. 37
Sa, 25.5.2019, 15:00 Uhr
Aufführungen / Schauspiel Show-Bizz-Enterprise Ltd. Bochum, Hohensteinstr. 37
Sa, 25.5.2019, 15:00 Uhr
Aufführungen / Theater Theater Osnabrück Osnabrück, Domhof 10/11
Aufführungen / Varieté GOP Kaiserpalais Bad Oeynhausen Bad Oeynhausen, Im Kurgarten 8
Aufführungen / Theater Theaterlabor im Tor 6 Bielefeld, H.-Kleinewächter-Str. 4

Sie haben noch keinen Login? Dann registrieren Sie sich gleich hier!

Bitte schauen Sie in Ihrem E-Mail-Postfach nach der Registrierungsmail und klicken Sie auf den darin enthaltenen Link.