Hamburger Kunsthalle

Die Hamburger Kunsthalle gehört zu den bedeutendsten und größten Kunstmuseen Deutschlands. Ihre erstklassige Sammlung führt die Besucher durch sieben Jahrhunderte Kunstgeschichte, von den mittelalterlichen Altären Meister Bertrams bis zu internationaler Gegenwartskunst von der Pop Art bis heute mit ständigen Vertretern wie Hanne Darboven, Gerhard Richter und Richard Serra. Weitere Höhepunkte sind die holländische Malerei des 17. Jahrhunderts mit Werken von Rembrandt und Ruisdael, die Malerei der deutschen Romantik mit den umfangreichen Werkgruppen von Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge, sowie zentrale Werke von Adolph Menzel und Max Liebermann. Die herausragende Sammlung der Klassischen Moderne verfügt über Werke von Max Beckmann, Edvard Munch und den Malern der „Brücke“. Neben der Sammlung erregt die Hamburger Kunsthalle international Aufmerksamkeit mit hochkarätigen Sonderausstellungen, die jährlich tausende Besucher in die Hansestadt locken.

Lost Places. Orte der Photographie

Do, 7.6.2012, 19:00 | Eröffnung

Fr, 8.6.2012 - So, 23.9.2012

In den letzten Jahren hat die Photographie innerhalb der künstlerischen Medien einen neuen Höhepunkt erreicht. Ausgehend von der Düsseldorfer Schule mit Künstlern wie Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff oder Candida Höfer hat sich eine junge Generation von Künstlern entwickelt, die auf unterschiedliche Weise das Thema ‚Raum' und ‚Ort' im Zeichen historischer Veränderungen und sozialer Krisen aufzeigen. Mit der Ausstellung Lost Places widmet sich die Hamburger Kunsthalle diesen neuen Positionen, die in Photographie, Film und Installation verschiedenste Orte und Lebensräume und ihre zunehmende Isolierung dokumentieren.

Joel Sternfelds dokumentarische Photographien zeigen Z.B. Orte, die Schauplatz eines Verbrechens waren. Thomas Demand reinszeniert reale Tatorte zunächst als Modell, um sie dann abzulichten. Beate Gütschow wiederum konstruiert in ihren großformatigen Photographien Stadt- und Naturlandschaften, die an bekannte Orte erinnern, jedoch keinen wirklichen Bezug zulassen. Sarah Schönfeld besucht alte Orte ihrer DDR-Kindheit und photographiert diese im gegenwärtigen Zustand, wobei sie beide Momente miteinander konfrontiert. Der Amerikaner Andrew Moore dokumentiert den Verfall amerikanischer Industriestädte wie Detroit als Beispiel des Niedergangs ganzer sozialer Systeme. Omer Fast erzählt in seiner fiktiven Video-Installation Nostalgia die Geschichte illegaler Auswanderer aus drei verschiedenen Perspektiven.

Die Ausstellung Lost Places zeigt ca. 30 unterschiedliche Positionen zeitgenössischer Photographie und Videokunst zu diesem Thema mit zahlreichen Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen.

Beteiligte Künstler: Thomas Demand (*1964), Omer Fast (*1972), Beate Gütschow (*1970), Andreas Gursky (*1955), Candida Höfer (*1944), Sabine Hornig (*1964), Jan Köchermann (*1967), Barbara Probst (*1964), Alexandra Ranner (*1967), Ben Rivers (*1972), Thomas Ruff (*1958), Sarah Schönfeld (*1979), Gregor Schneider (*1969), Joel Sternfeld (*1944), Thomas Struth (*1954), Guy Tillim (*1962), Jörn Vanhöfen (*1961), Jeff Wall (*1946), Tobias Zielony (*1973) u. a.

Kuratorin: Dr. Petra Roettig
Kuratorische Assistenz: Luisa Pauline Fink und Andrea Völker

Ort:

Galerie der Gegenwart, Sockelgeschoss

ALICE im Wunderland der Kunst

Do, 21.6.2012, 19:00 | Eröffnung

Fr, 22.6.2012 - So, 30.9.2012

Seit fast 150 Jahren fasziniert eine der herausragenden literarischen Erfindungen Kinder wie Erwachsene gleichermaßen: Lewis Carrolls Geschichte von der kleinen Alice im Wunderland. Die Abenteuer des Mädchens im rätselhaften Kaninchenbau und hinter den Spiegeln verzauberten schon kurz nach ihrem Erscheinen Königin Viktoria von England wie Oscar Wilde gleichermaßen. Bis heute ziehen sie ein Millionenpublikum in ihren Bann. Nun wird Alice und den mannigfachen künstlerischen Reaktionen, die sie entfachte, erstmals eine Ausstellung gewidmet. Die Schau Alice im Wunderland der Kunst in der Hamburger Kunsthalle umfasst etwa 200 Werke aus 150 Jahren Kunstgeschichte, darunter Gemälde, Skulpturen, Buchillustrationen, Photographien, Zeichnungen, Filme und Rauminstallationen. Das breite Spektrum an Medien eröffnet dem Besucher die unterschiedlichsten Zugangsmöglichkeiten und verwandelt die Ausstellung selbst in ein anregendes Wunderland.

Die Ausstellung beginnt mit Werken von Lewis Carroll (mit bürgerlichem Namen Charles Lutwidge Dodgson, 1832-1898), dem Mathematikprofessor, Schriftsteller, Photographen und Kunstsammler. Sie setzt sich fort mit wegweisenden Illustrationen, dokumentiert ebenso Theaterinszenierungen wie auch Filme. Von ersten freien bildkünstlerischen Werken des späten 19. Jahrhunderts ausgehend, hat sie einen Schwerpunkt im Surrealismus. Denn besonders Max Ernst, René Magritte, Salvador Dalí und andere fühlten sich durch Alice bestärkt in ihrer Suche nach dem Phantastischen. Sie setzt sich fort mit Künstlern der 1960er und 1970er Jahre, die sich mit ihrem Streben nach Bewusstseinserweiterung wie auch mit ihrem neuen Verständnis der Wechselbeziehung von Sprache und Bild auf Lewis Carroll bezogen. Schließlich zeigen Arbeiten zeitgenössischer Künstler von Stephan Huber, Anna Gaskell, Kiki Smith und Pipilotti Rist, dass die Faszination an Alice bis heute ungebrochen ist.

Beteiligte Künstler u. a. :
Stephan Balkenhol, Peter Blake, Thorsten Brinkmann, Marcel Broodthaers, Margaret Cameron, Lewis Carroll, Salvadore Dalí, Walt Disney, Max Ernst, Anna Gaskell, Dan Graham, Rodney Graham, Gary Hill, Stephan Huber, Pierre Huyghe, Oskar Kokoschka, Joseph Kosuth, Yayoi Kusama, René Magritte, Duane Michals, John Everett Millais, Richard Oelze, Dante Gabriel Rossetti, Kiki Smith, Monika Sosnowska, Jan Švankmajer, Dorothea Tanning, John Tenniel, Diana Thater, Francesca Woodman.

Die Hamburger Kunsthalle zeigt eine eigene, stark überarbeitete Version der Ausstellung Alice in Wonderland, die vorher in der Tate Liverpool zu sehen war. Die Schau wird um eigene Bestände und weitere Leihgaben aus renommierten internationalen Museen und Privatsammlungen ergänzt. So werden zum Beispiel große Installationen zeitgenössischer Künstler wie Stephan Huber und Pipilotti Rist präsentiert.

Kuratiert in Hamburg von Annabelle Görgen-Lammers und Hubertus Gaßner und Christoph Benjamin Schulz, assistiert von Jonas Beyer.

Ort:

Galerie der Gegenwart, 1. und 2. Etage

Georg Jappe: Ornithopoesie
"Vögel sind das Gedächtnis der Landschaft"

So, 25.3.2012 - So, 8.7.2012

Vögel inspirierten Georg Jappe sein Leben lang: aus Beobachtungen ihrer Arten, Gesänge, Flüge und Geschichte entwickelte er ein vielschichtiges Werk in den Grenzbereichen von Bildender Kunst, Poesie und Ornithologie: „Ornithopoesie" – eine Wortschöpfung Georg Jappes. Gezeigt werden u.a. Künstlerbücher, großformatige Schrift- und Schreibtischblätter, Foto- und Filmarbeiten bis hin zu akustischen Werken. Zugleich gibt diese Präsentation einen ersten Einblick in die jüngst von der „Lili Fischer und Georg Jappe Stiftung" der Hamburger Kunsthalle geschenkte Werkauswahl des Künstlers.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.

Ort:

Hamburger Kunsthalle, Saal der Meisterzeichnung

Paul Wunderlich: Das frühe lithographische Werk

So, 5.2.2012 - So, 27.5.2012

Eine Einzelausstellung zu Paul Wunderlich hat es in einem Hamburger Museum bislang noch nie gegeben. Die Präsentation seiner Lithographien in der Hamburger Kunsthalle will diese Lücke schließen, zählte Wunderlich doch bis zu seinem Tod im Jahr 2010 zu jenen Künstlern der Stadt, die international hohes Ansehen genossen. Zweifellos war Wunderlich ein Frühberufener: Noch während seines Studiums an der Landeskunstschule in Hamburg wurde ihm die Leitung der graphischen Werkstatt übertragen, wo er als Drucker für Emil Nolde und Oskar Kokoschka arbeitete und seinen Kommilitonen Horst Janssen in die Kunst der Radierung einführte. Der Skandal um die Lithographie-Folge „qui s'explique", die wegen ihrer sexuellen Brisanz von der Hamburger Staatsanwaltschaft 1960 beschlagnahmt wurde, machte ihn schlagartig berühmt und brachte ihm einen festen Platz in der Sammlung des Museum of Modern Art in New York ein. Auch ist Wunderlich zu Lebzeiten als einziger deutscher Künstler in die Pariser „Académie des Beaux-Arts" aufgenommen worden.

Anlass der Ausstellung ist eine großzügige Schenkung des Berliner Kunsthändlers Dieter Brusberg, durch den die Hamburger Kunsthalle unlängst in den Besitz eines großen Bestandes an Lithographien von Wunderlich gelangt ist. Da sich die Sammlung auf einen spezifischen Zeitabschnitt, namentlich auf Wunderlichs frühe Lithographien, konzentriert, wird die Ausstellung um 1975 ein Schnitt vornehmen. Das ermöglicht einen gezielten Blick auf die Frühphase des Künstlers, auf die Entwicklung von Wunderlichs unverwechselbarer Handschrift und auf bislang unpublizierte Lithographien, in denen sich auch Einflüsse anderer Künstler zeigen.

Kurator der Ausstellung: Jonas Beyer

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation in der „Kleinen Reihe", sie wird von den Freunden der Kunsthalle finanziert und ist im Museumsshop erhältlich.

Ort:

Hamburger Kunsthalle

Louise Bourgeois: Passage dangereux

Fr, 10.2.2012 - So, 17.6.2012

Louise Bourgeois gilt als Jahrhundert-Künstlerin. Anlässlich ihres 100. Geburtstags zeigt die Hamburger Kunsthalle Skulpturen, Rauminstallationen, Radierungen, Arbeiten aus Stoff und Tapisserien der letzten 15 Lebensjahre der Künstlerin (1911-2010), die als eine der bedeutendsten und einflussreichsten Künstlerinnen unserer Zeit gilt. Einige der ausgestellten Werke sind zum ersten Mal überhaupt öffentlich zu sehen.

Auf dem Außenplateau der Kunsthalle thront eine über 9 Meter hohe, überdimensionale Spinne aus Bronze, Stahl und Marmor: Maman (1999). Gleichermaßen beeindruckend wie furchterregend ist diese monumentale Skulptur ein zentrales Werk von Louise Bourgeois. Der Titel Maman (Mutter) macht deutlich, dass Bourgeois diese Skulptur als Hommage an ihre eigene Mutter verstanden hat, die als Restauratorin von Tapisserien tätig war. Das unermüdliche Wiederherstellen und Restaurieren von Gewebe, das auch Spinnen eigen ist, wird zugleich zu einem Symbol für das unendliche, sich wiederholende und erneuernde Leben im Allgemeinen.
Vor allem das besondere Gespür der Künstlerin im Umgang mit Materialien wird in der Ausstellung deutlich. Zu sehen sind unter anderem die so genannten Cells, also käfigartige, mit Objekten und kleinen Skulpturen gefüllte Räume, wie etwa die Passage dangereux (1997) – die größte und spektakulärste Arbeit dieser Werkserie. Die vierzehnteilige Radierungsserie À l'infini (2008) aus dem Besitz des Museum of Modern Art in New York wird erstmals in Deutschland vorgestellt. Die großformatigen, von Hand überarbeiteten Blätter zeigen Linien, die sich begegnen und verknoten. Sie bilden Ausformungen wie Blasen, Zellen oder ineinander verschlungene, menschliche Körper und erinnern – blutrot gemalt – an Blutbahnen. Zugleich kann das Werk À l'infini („Bis ins Unendliche") als Bild für die Zeit, für den Lebensweg des Menschen gelesen werden. In den Arbeiten aus Stoff der letzten, bemerkenswert produktiven Schaffensphase der Künstlerin verselbständigt sich der Faden zu einem Muster, zu einer abstrakten Formation von großer Schönheit.
98 Jahre alt geworden, vereinigte Louise Bourgeois in ihrer Person und in ihrem Lebensweg mehrere Epochen. In Paris geboren erlebte sie als junge Frau die Pariser Moderne, studierte u. a. bei Fernand Léger und bewegte sich im Kreis der Surrealisten. 1938 übersiedelte sie mit dem amerikanischen Kunsthistoriker Robert Goldwater, ihrem Ehemann, nach New York. Dort kam sie mit den aus Frankreich emigrierten Künstlern um Marcel Duchamp in Kontakt und war mit Vertretern des Abstrakten Expressionismus befreundet. Bourgeois nahm die in den USA dominanten Strömungen der Minimal- und der Pop Art wahr, schloss sich jedoch nie einer der bestehenden Gruppen an. Vielmehr entwickelte Louise Bourgeois eine seltene stilistische Komplexität, die vieles von dem vorwegnahm, was Anliegen einer jüngeren Künstlergeneration werden sollte.

Kuratorin der Ausstellung: Dr. Brigitte Kölle
Kuratorische Assistenz: Luisa Pauline Fink

Ort:

Hamburger Kunsthalle

minimal and beyond

Sammlungspräsentation

Sa, 22.10.2011 - So, 24.6.2012

In den 1960er Jahren veränderte sich mit dem Aufkommen der sogenannten Minimal Art der Begriff des Kunstwerks radikal. Elementare Formen, serielle Anordnungen, industrielle Materialien und Fertigungsweisen sind Kennzeichen dieser Kunstrichtung, die von den USA ausging und zu deren Hauptvertretern Carl Andre, Dan Flavin, Donald Judd, Sol LeWitt und Robert Morris gezählt werden. Jeglicher Illusionismus, jegliche Symbolik wurden getilgt: Das Werk ist das, was es ist. Trotz dieser Selbst-Referentialität wurden Skulpturen nicht als in sich abgeschlossene Gebilde aufgefasst, sondern in ihrer Beziehung zum umgebenden Raum gesehen.

Seitdem haben etliche Künstler in vielfältiger Weise die Formensprache des Minimalismus aufgegriffen und diese mit zusätzlichen Bedeutungsebenen angereichert. Politische, soziale und kulturelle Fragen rücken nun, neben formalen und ästhetischen Aspekten, verstärkt ins Blickfeld und fordern eine andere, kritischere Form des Involviertseins des Betrachters heraus. Die Sammlungspräsentation minimal and beyond zeigt Skulpturen, Objekte, Bilder, Photographien, Zeichnungen und Videos von den 1960er Jahren bis heute, u. a. mit Carl Andre, Hanne Darboven, Isa Genzken, Félix González-Torres, On Kawara, Kitty Kraus, Robert Morris, Bruce Nauman, Cady Noland, Gregor Schneider und Andreas Slominski.

Ort:

Galerie der Gegenwart, 3.OG

Hamburger Kunsthalle

Glockengießerwall
D-20095 Hamburg

Telefon: 040 - 428 131 200
Fax: 040 - 428 54 34 09
E-Mail: info@hamburger-kunsthalle.de

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Donnerstag 10 bis 21 Uhr, vor Feiertagen 10 bis 18 Uhr
Montag geschlossen
Die Kassen schließen jeweils 30 Minuten vor Ende der Besuchszeit

Bibliothek
Dienstag bis Samstag 11 bis 17 Uhr

Bistro und Café Liebermann
Dienstag bis Sonntag ab 10 Uhr
Das Bistro ist zurzeit nur von außen zugänglich.

Eintrittspreise

Freien Eintritt erhalten Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren,
Mitglieder der Freunde der Kunsthalle e.V. und des Malschulvereins in der Kunsthalle e.V.

Sammlungsbesuch inkl. Sonderausstellungen
Erwachsene 10 €
ermäßigt 5 €
Familienkarte (Eltern mit Kindern unter 18 Jahren) 14 €

Ermäßigten Eintritt erhalten Studenten und Auszubildende bis 27 Jahre,
Wehr- und Zivildienstleistende, Schwerbehinderte, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger