ROBERT MUSIL LITERATUR MUSEUM
Das "Robert-Musil-Literatur-Museum" befindet sich im Klagenfurter Geburtshaus des österreichischen Dichters von Weltrang und Klassikers der Moderne Robert Musil (1880-1942). Das 1867 errichtete Haus befindet sich im Besitz der Landeshauptstadt Klagenfurt. Es wurde von der Stadt Klagenfurt in den Jahren 1996 und 1997 zu einem modernen Zentrum für Literatur ausgebaut, um für das Museum und für das Robert Musil-Institut für Literaturforschung der Universität Klagenfurt neue Räume zu adaptieren.
Das seit dem Jahr 1994 von der Kulturabteilung der Stadt Klagenfurt geführte Literaturmuseum zeigt nun ständige Ausstellungen zu Robert Musil, Christine Lavant und Ingeborg Bachmann. Das inhaltliche Konzept für die Ausstellungen stammt von Heimo Strempfl, das Ausstellungs-Design wurde von Architekt Franz Freytag (Klagenfurt) entworfen.
Ausstellungen
Veranstaltungen
Ausschreibung 16. Klagenfurter Literaturkurs
Vom 1. bis 4. Juli 2012 veranstalten die Kulturabteilung der Stadt Klagenfurt und das ORF Landesstudio Kärnten den 16. Klagenfurter Literaturkurs, zu dem maximal zehn Autorinnen und Autoren eingeladen werden.
Geboten werden:
- Tutorien mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen (Gespräche über den eingereichten Text)
- Diskussionen zu den Bedingungen von Literatur und Schreiben
- Die Möglichkeit, die 36. Tage der deutschsprachigen Literatur von 4. bis 8.
Juli als Gast zu besuchen. http://bachmannpreis.eu
- Reisekosten und Unterkunft sowie Verpflegungsgutscheine für die Dauer des Literaturkurses und der Tage der deutschsprachigen Literatur.
Die Bedingungen:
Nicht älter als 35 Jahre (Stichtag: 29. Februar 2012)
Mindestens eine literarische Veröffentlichung (deutschsprachig, keine Übersetzung). Als adäquate Veröffentlichung gelten Prosaarbeiten in Buchform, Beiträge für im Buchhandel erhältliche Anthologien und Zeitschriften, keine Texte, die im Eigenverlag erschienen sind.
Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tage der deutschsprachigen Literatur 2012.
Einreichung und Anfragen:
Interessierte schicken eine Textprobe (ausschließlich Prosa) mit einem Schriftgrad von mindestens 12 Punkt, im Umfang von maximal 10 Seiten jeweils in vierfacher Ausfertigung sowie einen Lebenslauf mit Bibliografie und ein Foto, das Druckqualität aufweisen muss, bis spätestens 29. Februar 2012 (Datum des Poststempels) an:
Robert-Musil-Literatur-Museum
z.H. Dr. Heimo Strempfl
Bahnhofstraße 50
9020 Klagenfurt / Österreich
E-Mail:
klagenfurt@musilmuseum.at
Tel.: ++43(0)463/501429 (Fax-DW: 1)
Texte, die nach dem 2. März 2012 eintreffen, können nicht mehr berücksichtigt werden.
Die Auswahl der maximal zehn StipendiatInnen erfolgt durch die Tutorinnen: Elfriede Czurda, Friederike Kretzen und Antje Rávic-Strubel.
Die Literaturkurs-Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden im April 2012 persönlich verständigt. Bitte, geben Sie daher unbedingt Ihre Telefonnummer und/oder E-Mail-Adresse an!
Literatour.at - Sebastian Polmans
Die zweite Lesung bestreitet der junge deutsche Autor Sebastian Polmans, der im Jahr 2009, also ein Jahr vor Christina Maria Landerl, Stipendiat des Klagenfurter Literaturkurses war. Polmans war 2011 mit seinem Romandebüt „Junge“ höchst erfolgreich und erhielt dafür unter anderem den mit 15.000 € dotierten Jürgen Ponto-Literaturpreis.
In der Begründung der Jury heißt es: »Ein ruhig, vor allem aber poetisch genau und intensiv erzählter Bericht, der den Leser bald einspinnt, über einige Tage im Leben eines Jungen, immer in dessen Perspektive bleibend: eine bedrohte Kindheit auf dem Lande, hier, eher zufällig, am Niederrhein in der Nähe der holländischen Grenze, wo zwei Sprachen ineinander übergehen und in dem Jungen der Wunsch übermächtig wird, ins Weite auszubrechen.«
Ort:
Musil Museum
Termin:
Do, 22.3.2012 |


Literatour.at - Albrecht Selge
Albrecht Selge war bereits Stipendiat des Literaturkurses in Klagenfurt. Selges Romandebüt „Wache“ lese sich „wie ein nachdenklicher, von unzähligen feinsten Beobachtungen aus prall gefüllten Notizbüchern genährter Essay, als sei der Walter Benjamin des Passagen-Werks sanftmütig wiedergeboren worden ... ein schönes, stilles, oft auch komisches Buch“, notierte Gustav Seibt in der Süddeutschen Zeitung.
Albrecht Selge war 2005 nicht nur Stipendiat beim Klagenfurter Literaturkurs, er wurde – gemeinsam mit den anderen Stipendiaten des Literaturkurses – auch mit dem Förderpreis für Literatur des Landes Kärnten ausgezeichnet.
Ort:
Musil Museum
Termin:
Do, 18.10.2012 |


Literatour.at - Daniel Wisser
Wisser war 2011 auch einer der Bewerber um den Ingeborg-Bachmann-Preis.
Literarisch sucht Daniel Wisser immer nach neuen Formen und neuem Stil, musikalisch liefert der 1971 geborene Autor, Verleger und Musiker mit dem Ersten Wiener Heimorgelorchester elektronischen Pop, wobei bei es bei den Texten natürlich auch auf sprachliche Finesse ankommt.
Ort:
Musil Museum
Termin:
Do, 15.11.2012 |


Dauerausstellung:
Robert Musil (1880-1942): Ins Ungewisse hinsteuern
Die erhalten gebliebenen Reisekoffer des Ehepaares Musil sind Teil des persönlichen Nachlasses, welcher seit Anfang der achtziger Jahre in Klagenfurt aufbewahrt wird. Der schriftliche Nachlaß befindet sich in der Handschriften-, Autographen- und Nachlaß-Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien.
In der Ausstellung mit dem Titel "Ins Ungewisse hinsteuern" wird versucht, die Stationen von Musils Lebensreise mit Originalobjekten, Dokumenten, Fotos und natürlich mit Erstausgaben seiner Bücher - von den Verwirrungen des Zöglings Törleß bis zum Mann ohne Eigenschaften - nachzuzeichnen.
Nachdem Robert Musil nicht einmal ein Jahr lang in dem Haus in der Klagenfurter Bahnhofstraße gelebt hat, wurde bewußt darauf verzichtet, sozusagen historische Situationen zu "arrangieren", die mit dem MUSIL-HAUS nicht in Zusammenhang stehen. Die wertvollen Objekte aus dem persönlichen Nachlaß wurden in einen abstrakten Kontext gestellt.
Robert Musil und Klagenfurt
Robert Musil wurde am 6. November 1880 in Klagenfurt geboren. Das Geburtshaus in der Bahnhofstraße trägt heute die Hausnummer 50. Musils Aufenthalt in Klagenfurt dauerte allerdings nur knappe elf Monate. Trotzdem versuchte er als rund fünfzigjähriger Autor in einer Notiz den Verlauf seines Lebens gleichsam auf Wurzeln zurückzuführen, die in der Geburtsstadt lägen:
Ich bin am...geboren, was nicht jeder von sich behaupten kann. Auch der Ort war ungewöhnlich: Kl. in K.; verhältnismäßig wenig Menschen kommen dort zur Welt. In gewissem Sinn deutet sich in beidem schon meine Zukunft an [vgl. Robert Musil (RM): Tagebücher, Bd. 1, herausgegeben von Adolf Frisé, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 1983, S. 681].
Die Geburtsurkunde wurde von der katholischen Diözese Gurk für Robert Mathias Alfred Musil ausgestellt, der um 5 Uhr früh zur Welt kam. Das Dokument weist als Geburtsort St. Ruprecht bey Klagenfurt aus. Der heutige Stadtteil St. Ruprecht war im Jahr 1880 eine eigene Gemeinde.
Vier Jahre vor dem Sohn Robert kam die Tochter Elsa auf die Welt. Elsa Musil starb aber, noch nicht elf Monate alt, im Jahr ihrer Geburt und wurde auf dem Friedhof in St. Ruprecht beerdigt. Um 1940 spekulierte Musil über die Bedeutung der früh verstorbenen Schwester für sein eigenes Leben:
[...] meine vor meiner Geburt gestorbene Schwester, mit der ich einen gewissen Kultus trieb...(Ich trieb in Wahrheit keinen Kultus; aber diese Schwester interessierte mich. Dachte ich manchmal: wie, wenn sie noch am Leben wäre; [RM: Tagebücher I, S. 952/953].
Literatur-Museum der Landeshauptstadt Klagenfurt
Bahnhofstraße 50
A-9020 Klagenfurt
Telefon: +43 (0)4 63 50 429
Fax: +43 (0)4 63 50 14 29-1
E-Mail:
klagenfurt@musilmuseum.at