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Robert Musil Literatur Museum

Das "Robert-Musil-Literatur-Museum" befindet sich im Klagenfurter Geburtshaus des österreichischen Dichters von Weltrang und Klassikers der Moderne Robert Musil (1880-1942). Das 1867 errichtete Haus befindet sich im Besitz der Landeshauptstadt Klagenfurt. Es wurde von der Stadt Klagenfurt in den Jahren 1996 und 1997 zu einem modernen Zentrum für Literatur ausgebaut, um für das Museum und für das Robert Musil-Institut für Literaturforschung der Universität Klagenfurt neue Räume zu adaptieren.

Das seit dem Jahr 1994 von der Kulturabteilung der Stadt Klagenfurt geführte Literaturmuseum zeigt nun ständige Ausstellungen zu Robert Musil, Christine Lavant und Ingeborg Bachmann. Das inhaltliche Konzept für die Ausstellungen stammt von Heimo Strempfl, das Ausstellungs-Design wurde von Architekt Franz Freytag (Klagenfurt) entworfen.

Kontakt

Robert Musil Literatur Museum
Literatur-Museum der Landeshauptstadt Klagenfurt
Bahnhofstraße 50
A-9020 Klagenfurt

Telefon: +43 (0)4 63 50 429
Fax: +43 (0)4 63 50 14 29-1
E-Mail: klagenfurt@musilmuseum.at

Ausstellung

Fokus: Schaffenskraft. Arnold Pöschl porträtiert Autorinnen und Autoren

bis zum 6. Oktober 2018

Die Journalistin Kerstin Oberlechner nannte Arnold Pöschl einen „Erzähler mit der Kamera“. Genau deswegen ist er dafür geeignet, Erzählerinnen und Erzähler, deren Werkzeug die Sprache ist, zu porträtieren. Mit einem „jungen Blick“ legt Pöschl den Fokus seiner Arbeit auf die Schaffenskraft von Autorinnen und Autoren.

Im Robert-Musil-Literatur-Museum sehen Sie bis zum 6. Oktober 2018 die Porträts folgender AutorInnen und Autoren: Anna BAAR, Delphine BLUMENFELD, Lilian FASCHINGER, Maja HADERLAP, Lydia MISCHKULNIG, Isabella STRAUB, Silke HASSLER und Peter TURRINI, Alois BRANDSTETTER, Antonio FIAN, Alfred GOUBRAN, Egyd GSTÄTTNER, Gustav JANUŠ, Engelbert OBERNOSTERER, Hugo RAMNEK, Dominik SRIENC und Josef WINKLER.

Arnold PÖSCHL, MA
Geb. 1981 in Klagenfurt. Er begann seinen Ausbildungsweg an der Karl-Franzens-Universität Graz, wo er ab 2002 Geschichte und Kulturwissenschaften studierte. In den Jahren 2004 bis 2005 vertiefte er seine Kenntnisse in den Bereichen Theater, Film und Linguistik an der Universität von Bologna. Von 2005 bis 2008 absolvierte er das Studium Geschichte an der Universität Wien sowie Fotografie und Audiovisuelle Medien an der Höheren Graphischen Bundes-, Lehr- und Versuchsanstalt in Wien (2006-2008). Im Sommer 2007 arbeitete Arnold Pöschl an Filmsets und als Fotoassistent in New York City.

In der Reihe Living Studio Extra der Stadtgalerie Klagenfurt zeigte Arnold Pöschl 2017 die Ausstellung "Küstenland". Sein Fotobildband „Work What We Do“, für welchen er weltweit Menschen an ihrem Arbeitsplatz fotografiert hat ist ebenfalls 2017 erschienen. Darüber hinaus arbeitet der Fotograf für Buchverlage, Werbeagenturen und für Magazine im In- und Ausland. Arnold Pöschl lebt mit seiner Familie als freier Fotograf in Klagenfurt und in der zweisprachigen Gemeinde Ludmannsdorf in Kärnten. www.arnoldpoeschl.com
Lesung

Ebba Koch: Die offene Gesellschaft und ihre Freunde am Beispiel der Dynastie der Großmoguln

In unserer Zeit stehen interkulturelle und interreligiöse Agenden im Zentrum des öffentlichen und akademischen Diskurses, und wir sind besonders an historischen Phänomenen interessiert, die sich damit in Verbindung bringen lassen. Es mag überraschen, im Reich der muslimischen Großmoguln Indiens im 16. Jahrhundert eine offene Gesellschaft kennen zu lernen. Die Mogulkaiser verfolgten eine universalistische kosmopolitische Herrschaftsphilosophie, die durch die Akzeptanz aller Glaubensrichtungen und Kulturen gekennzeichnet war.

Impulsvortrag von Dr. Ebba KOCH mit anschließender Diskussion.

Ebba KOCH
ao. Professorin am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien. Sie hatte Gastprofessuren an der Bogazici Universität, Istanbul (2012/13), Harvard (2008/09), Oxford (2008) und an der American University in Cairo (1998). Die österreichische Kunsthistorikerin beschäftigt sich seit über dreißig Jahren mit der Kunst und Architektur der Großmoguln und deren künstlerischen Verbindungen zu Zentralasien und Europa. Ihr Buch The Complete Taj Mahal and the Riverfront-Gardens of Agra (2012) gilt weltweit als Standardwerk.

Musikalische Gestaltung - Sufi-Musik: Dr. Edgar Hättich, Psychotherapeut und emeritierter Universitätsprofessor Maria Hoppe, Projektmanagerin des Österreichischen Instituts für Validation und Leiterin von künstlerischen und sozialen Projekten.

Eine Veranstaltung der Initiative Vielfalt in Kooperation mit dem Robert Musil Literaturmuseum
Lesung

Klagenfurt. Literarisch. Von innen und von außen: Isabella Straub und Katja Lange-Müller

Isabella STRAUB & Katja LANGE-MÜLLER

Literaturprojekt für das Stadtjubiläum 2018 Klagenfurt als Heimat großer und großartiger AutorInnen und Klagenfurt als international anziehende Literaturhauptstadt, das ist der Rahmen, um anlässlich des Stadtjubiläums neue Blicke auf Klagenfurt zu werfen, die sowohl „von innen“ als auch „von außen“ kommen. Daher laden das Robert-Musil-Literatur-Museum der Landeshauptstadt Klagenfurt und das Robert-Musil-Institut für Literaturforschung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt sowohl in Klagenfurt lebende AutorInnen als auch solche, die Klagenfurt während des Bachmannpreises sehr gut kennengelernt haben, ein, um ihre Sicht auf die Stadt in neuen Texten darzulegen. Insgesamt acht Autorinnen und Autoren werden an mehreren Abenden im Musil Haus ihre Texte lesen und mit dem Publikum diskutieren.

Nach einem Start, der für Gesprächsstoff gesorgt hat, bestreiten die beiden Schriftstellerinnen Isabella Straub und Katja Lange-Müller den zweiten Abend in der Reihe "Klagenfurt. Literarisch":

Isabella STRAUB
Geboren in Wien, lebt in Klagenfurt am Wörthersee. Studium der Germanistik und Philosophie, danach Werbetexterin. Der Roman „Südbalkon“ (Blumenbar2013) war auf der Shortlist des Bremer Literaturförderpreises, des Franz-Tumler-Preises und gewann den Debütpreis der Erfurter Herbstlese. Zuletzt erschien ihr Roman „Wer hier schlief“. Roman. Blumenbar, 2017. Web: https://isabellastraub.at/

Katja LANGE-MÜLLER
Geb. 1951 in Ostberlin (D). Sie erlernte den Beruf der Schriftsetzerin, arbeitete später als Hilfspflegerin auf psychiatrischen Stationen, lebte ein Jahr in der Mongolei und verließ die DDR 1984, fünf Jahre vor dem Mauerfall. 1986 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis, 1995 den Alfred-Döblin-Preis für die Erzählung Verfrühte Tierliebe. Lange-Müller war von 2003 bis 2006 Tutorin des Klagenfurter Literaturkurses. Zuletzt: „Drehtür“. Roman. Kiepenheuer & Witsch, 2016.
Lesung

Carinthischer Sommer unterwegs @Musil Museum in Klagenfurt

Blechreiz Brassquintett & Nataša Konzilia
Lesung Oskar Aichinger

Oskar Aichinger, Komposition
NNN Markus Kuscher, Kostüme
Tina Perisutti, Koordination & Weiterentwicklung
Blechreiz Brassquintett: Nico Samitz, Peter Kosz, Hannes Burgstaller, David Zuder, Martin Kohlweis mit Nataša Konzilia, Percussion

Sgt. Pepper‘s Lonley Hearts Club Band à la Alpen-Adria: die farbenfrohe Kapelle trägt nicht nur Kleidung, die an Tradition erinnert, sie spielt auch ebensolche Musik. Volkslieder, Kirchtagsmusik, Polkas aus dieser kulturell, landschaftlich und sprachlich reichhaltigen Region gewanden sich musikalisch unter der Feder des Komponisten Oskar Aichinger in neue Klänge, lustvoll und virtuos interpretiert von Blechreiz Brassquintett und Nataša Konzilia. Ebenso bunt und vielfältig wie Kleidung und Musik gestalten sich die aufgesuchten Orte: kleine Galerien, große Burgen, belebte Strandbäder, mehr oder weniger frequentierte Bahnhöfe sind ebenso Ziele wie bevölkerte Plätze – alle sind mit der Eisenbahn/ÖBB erreichbar. Dem Alpen-Adria-Gebiet gerecht werdend, besuchen dieses Jahr die musikalischen Botschafter und Botschafterinnen des Carinthischen Sommers ausgewählte Orte in Kärnten und schwärmen auch nach Slowenien und Italien aus. Die musikalischen Botschafter machen Halt an verschiedenen Orten, welche rechtzeitig hier bekannt gegeben werden.

Eintritt frei! In Kooperation mit den Österreichischen Bundesbahnen. www.carinthischersommer.at

Verschiedene Spielorte
Kurs

Ausschreibung 22. Klagenfurter Literaturkurs

Vom 1. bis zum 4. Juli 2018 veranstalten die Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt und das ORF Landesstudio Kärnten den 22. Klagenfurter Literaturkurs, zu dem maximal neun Autorinnen und Autoren eingeladen werden.

Geboten werden:

- Tutorien mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen (Gespräche über den eingereichten Text) - Diskussionen zu den Bedingungen von Literatur und Schreiben
- Die Möglichkeit, die 42. Tage der deutschsprachigen Literatur von 4. bis 8. Juli als Gast zu besuchen. http://bachmannpreis.eu
- Reisekosten und Unterkunft für die Dauer des Literaturkurses und der Tage der deutschsprachigen Literatur.

Die Bedingungen:

Nicht älter als 35 Jahre (Stichtag: 24. Februar 2018)

Mindestens eine literarische Veröffentlichung (deutschsprachig, keine Übersetzung). Als adäquate Veröffentlichung gelten Prosaarbeiten in Buchform, Beiträge für im Buchhandel erhältliche Anthologien und Zeitschriften, keine Texte, die im Eigenverlag erschienen sind. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tage der deutschsprachigen Literatur 2018.

Einreichung und Anfragen:

Interessierte schicken eine Textprobe (ausschließlich Prosa) mit einem Schriftgrad von mindestens 12 Punkt, im Umfang von maximal 10 Seiten jeweils in vierfacher Ausfertigung sowie einen Lebenslauf mit Bibliografie und ein Foto, das Druckqualität aufweisen muss, bis spätestens 23. Februar 2018 (Datum des Poststempels) an:

Robert-Musil-Literatur-Museum
z.H. Dr. Heimo Strempfl
Bahnhofstraße 50
9020 Klagenfurt / Österreich

E-Mail: klagenfurt@musilmuseum.at | Tel.: ++43(0)463/501429 (Fax-DW: 1)

Texte, die nach dem 1. März 2018 eintreffen, können nicht mehr berücksichtigt werden.

Die Auswahl der maximal neun StipendiatInnen erfolgt durch die Tutorinnen und Tutoren: Annette Hug, Julia Schoch und Ludwig Laher.

Die Literaturkurs-Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden im April 2018 persönlich verständigt. Bitte, geben Sie daher unbedingt Ihre Telefonnummer und/oder E-Mail-Adresse an! !
Ausstellung

Dauerausstellung:
Robert Musil (1880-1942): Ins Ungewisse hinsteuern

Die erhalten gebliebenen Reisekoffer des Ehepaares Musil sind Teil des persönlichen Nachlasses, welcher seit Anfang der achtziger Jahre in Klagenfurt aufbewahrt wird. Der schriftliche Nachlaß befindet sich in der Handschriften-, Autographen- und Nachlaß-Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien.

In der Ausstellung mit dem Titel "Ins Ungewisse hinsteuern" wird versucht, die Stationen von Musils Lebensreise mit Originalobjekten, Dokumenten, Fotos und natürlich mit Erstausgaben seiner Bücher - von den Verwirrungen des Zöglings Törleß bis zum Mann ohne Eigenschaften - nachzuzeichnen.

Nachdem Robert Musil nicht einmal ein Jahr lang in dem Haus in der Klagenfurter Bahnhofstraße gelebt hat, wurde bewußt darauf verzichtet, sozusagen historische Situationen zu "arrangieren", die mit dem MUSIL-HAUS nicht in Zusammenhang stehen. Die wertvollen Objekte aus dem persönlichen Nachlaß wurden in einen abstrakten Kontext gestellt.


Robert Musil und Klagenfurt
Robert Musil wurde am 6. November 1880 in Klagenfurt geboren. Das Geburtshaus in der Bahnhofstraße trägt heute die Hausnummer 50. Musils Aufenthalt in Klagenfurt dauerte allerdings nur knappe elf Monate. Trotzdem versuchte er als rund fünfzigjähriger Autor in einer Notiz den Verlauf seines Lebens gleichsam auf Wurzeln zurückzuführen, die in der Geburtsstadt lägen: Ich bin am...geboren, was nicht jeder von sich behaupten kann. Auch der Ort war ungewöhnlich: Kl. in K.; verhältnismäßig wenig Menschen kommen dort zur Welt. In gewissem Sinn deutet sich in beidem schon meine Zukunft an [vgl. Robert Musil (RM): Tagebücher, Bd. 1, herausgegeben von Adolf Frisé, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 1983, S. 681].

Die Geburtsurkunde wurde von der katholischen Diözese Gurk für Robert Mathias Alfred Musil ausgestellt, der um 5 Uhr früh zur Welt kam. Das Dokument weist als Geburtsort St. Ruprecht bey Klagenfurt aus. Der heutige Stadtteil St. Ruprecht war im Jahr 1880 eine eigene Gemeinde.

Vier Jahre vor dem Sohn Robert kam die Tochter Elsa auf die Welt. Elsa Musil starb aber, noch nicht elf Monate alt, im Jahr ihrer Geburt und wurde auf dem Friedhof in St. Ruprecht beerdigt. Um 1940 spekulierte Musil über die Bedeutung der früh verstorbenen Schwester für sein eigenes Leben: [...] meine vor meiner Geburt gestorbene Schwester, mit der ich einen gewissen Kultus trieb...(Ich trieb in Wahrheit keinen Kultus; aber diese Schwester interessierte mich. Dachte ich manchmal: wie, wenn sie noch am Leben wäre; [RM: Tagebücher I, S. 952/953].

Literatur / Lesung Buchtipp