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Bewertungen & Erfahrungsberichte Culturall.info - Buchtipps

Terézia Mora
"Die Liebe unter Aliens"

Ausgezeichnet mit dem Georg-Büchner-Preis 2018.

Ein Ausflug ans Meer soll ein junges Paar zusammenführen. Ein Nachtportier fühlt sich heimlich zu seiner Halbschwester hingezogen. Eine Unidozentin flieht vor einer gescheiterten Beziehung und vor der Auseinandersetzung mit sich selbst. Ein japanischer Professor verliebt sich in eine Göttin.

Kunstvoll erzählt Terézia Mora in »Die Liebe unter Aliens« von Menschen, die sich verlieren, aber nicht aufgeben, die verloren sind, aber weiter hoffen. Wir begegnen Frauen und Männern, die sich merkwürdig fremd sind und zueinander finden wollen. Einzelgängern, die sich ihre wahren Gefühle nicht eingestehen. Träumern, die sich ihren Idealismus auf eigensinnige Weise bewahren. Mit präziser Nüchternheit spürt Mora in diesen zehn Erzählungen Empfindungen nach, für die es keinen Auslass zu geben scheint, und erforscht die bisweilen tragikomische Sehnsucht nach Freundschaft, Liebe und Glück.

Erzählungen

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Wenn die Seele fliegen lernt

"Wenn die Seele fliegen lernt" ist kein Roman und keine esoterische Betrachtung, sondern eine Mischung aus Dokumentation und Sachbuch.
Der Inhalt spiegelt auch einen bedeutsamen Teil der interessanten Lebensgeschichte der Autorin wider, wobei der Schwerpunkt der Geschichte auf den Erlebnissen und Erfahrungen des Protagonisten Werner als lebendiger Mensch, wie auch als Geistwesen außerhalb seines Körpers liegt. Die faszinierenden und teils unglaublichen Erlebnisse davor und danach führen zu einem beeindruckenden, erstaunlichen Fazit:
Unser irdisches Leben hat einen Anfang und ein Ende, jedoch entsteht aus dem Ende ein neuer Anfang – eben jener Neu-Beginn in der geistigen Welt, die uns staunen lässt, da unser gesamtes Ich mit unseren Anlagen und Talenten nach wie vor vorhanden ist.
Eine Geschichte, die berührt. Eine Geschichte, die Mut machen soll. Eine Geschichte, die zu einem unvorhersehbaren Happy End führt.
Das Buch ist in dem angesprochenen Themenbereich an Aktualität kaum zu überbieten. Die letzte Sitzung mit dem Protagonisten mittels eines Mediums fand im Sommer 2017 statt.

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Wenn die Seele fliegen lernt

15.05.19, 11:03, KUD: WENN DIE SEELE FLIEGEN LERNT

Das Buch ist spannend geschrieben, was aber eine glatte Untertreibung ist und viel zu wenig über den Inhalt aussagt.
Der Schreibstil ist mitreißend und der Leser will mehr von der Geschichte erfahren, das Buch ist eben interessant und berührend zugleich. Und dann die Überraschung, nämlich mit dem "Hauptdarsteller" des Buches den Dialog fortzusetzen, wenn dieser schon in der anderen Welt ist, unglaublich...
Ein echtes Gänsehaut-Gefühl war bei mir definitiv vorhanden! Die wiedergegebenen Protokolle dieser Unterhaltungen über die Dimensionen hinweg werden von Mal zu Mal gehaltvoller und schlüssiger.
Meiner Meinung nach ist das Buch ein MUSS für jeden, der mehr über unsere Existenz "danach" erfahren möchte.
Ein Buch, welches man nicht Jedem schenken kann, aber allen schenken sollte, die wissen möchten, was nach unserem hiesigen Leben "kommen" könnte.
Ich kann und möchte es auf jeden Fall uneingeschränkt weiterempfehlen...

12.05.19, 12:28, anonym: Gabriele Skarda schildert nicht nur sehr eindrucksvoll das Schicksal Werners, das zu großen Teilen auch ihr eigenes Leben mitbestimmte, sie lässt die Leser auch Einblick haben in die Zeit nach Werner


Gabriele Skarda schildert nicht nur sehr eindrucksvoll das Schicksal Werners, das zu großen Teilen auch ihr eigenes Leben mitbestimmte, sie lässt die Leser auch Einblick haben in die Zeit nach Werners Tod und in ihre eigenen Erfahrungen, mit ihm über seinen Tod hinweg in Kontakt zu bleiben.
Ein sehr berührendes, mutiges und persönliches Buch, das zu vielen Gedanken über Leben und Tod anregt.

1 Buchpräsentation

Uwe Tellkamp
"Die Carus-Sachen"

Illustriert und gestaltet von Andreas Töpfer

Zu Carus gehen: so verabschiedet sich der Gynäkologe von den beiden Kindern, wenn er sich während der frühen Achtziger des 20. Jahrhunderts in Dresden auf den täglichen Weg zur Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus macht. Der Namensgeber der Institution, 1869 in Dresden gestorben, kann als Prototyp der in der Romantik noch selbstverständlichen Doppelbegabung gelten: Naturwissenschaftler, Arzt wie Maler, Verfasser geisteswissenschaftlicher Studien (unter anderem über Goethe). Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn der Vater seine beiden Kinder zu Expeditionen in die unabhängige Kunstszene Dresdens und des Umlands verleitet – es sind die Carus-Sachen, die alle drei umtreiben, zu Versuchen eines Wiederanknüpfens an die ungeteilte Humanität anstiften.

96 Seiten

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Buchpräsentation

Eugen Gomringer
"poema: Gedichte und Essays"

Vor 65 Jahren erschien Eugen Gomringers Gedicht «avenidas» in der Zeitschrift «spirale». Es war ein erstes Beispiel jener «Konstellationen», die in der Folge eine wesentliche Grundform der Konreten Poesie bilden sollte. Auf unvermutete Weise hat dieses Gedicht in jüngster Vergangenheit für Zündstoff gesorgt und eine umstrittene Aktualität gewonnen – Anlass genug, das dichterische Werk des Begründers der Konkreten Poesie neu zu betrachten.
Eugen Gomringer hat dazu eine Anzahl seiner wesentlichen Gedichte versammelt, sie selber kommentiert und ihnen Essays bekannter Autorenkollegen beigegeben. Er hält damit Rückschau auf die Entwick­lung einer literarischen Bewegung, deren minimalistischer Reduktionismus zunächst als belanglose Spielerei belächelt wurde, deren kreatives Potential sich unterdessen jedoch in einer weltweiten Rezeption und Verbreitung erwiesen hat.
Im Mittelpunkt des vorliegenden Bandes stehen sechzehn Texte, die ebenso sinnfällig wie schlagend vor Augen führen, dass nicht nur inhaltliche, sondern auch streng formale Verdichtung poetische Wirkungen hervorbringen kann. Die vielen Facetten dieses Verfahrens zeigen die Gedichte «schwiizer», «ode an züri», «fünf vokale», «schweigen», «kosmos chaos extase», «chumm», «wind», «häuser des i ging», «sie wirken zusammen», «avenidas y flores», «kein fehler im system», «konstellationen», «ping pong», «möv möv», «das schwarze geheimnis», «gleichmässig gleich» und «vokale».
Mit Beiträgen von Maria v. Assel, Heike Baeskow, Max Bill, Mark E. Coray, Florian Cramer, Zsuzsanna Gahse, Annette Gilbert, Nora Gomringer, Nortrud Gomringer, Ingrid Isermann, Walter Jens, Robert Kudielka, Michael Lentz, Sybille Lewitscharoff, Kurt Marti, Peter von Matt, Franz Mon, Oskar Pastior, Ilma Rakusa, Wulf Segebrecht

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Buchpräsentation

Alexander Grau
"Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung"

Claudius-Verlag

Deutschland empört sich. Oft, gerne und über nahezu alles. „Empört Euch!“ war folgerichtig ein Bestseller hierzulande, markiert er doch in zwei Worten das Coming-out der deutschen Seele. Wir leben im Zeitalter der Hypermoral. Moral ist zur Leitideologie und zum Religionsersatz unserer postreligiösen Gesellschaft mutiert. Moral ist absolut geworden, sie duldet keine anderen Diskurse neben sich. So wird aus Moral die Tyrannei der Werte: Minderheitenkult, Kränkungsfetischismus, Gleichheitsideologie. Politik, Wirtschaft, Kunst – alles wird auf moralische Fragen reduziert. Selbst der Konsum hat fair, nachhaltig und ressourcenschonend zu sein. Wer sich diesem Diktat der totalen Moral zu entziehen sucht, wird gesellschaftlich sanktioniert. Der Publizist und Philosoph Alexander Grau, Autor der vielbeachteten Kolumne „Grauzone“ auf cicero.de, liefert eine schonungslose Bestandsaufnahme des zeitgenössischen Hypermoralismus und entlarvt die Grundlagen dieser grotesken Ideologie.

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Im Dezember 2014 erschien der von ihm herausgegebene Band „Religion. Facetten eines umstrittenen Begriffs“. Für das politische Magazin „Cicero“ schreibt er die viel beachtete Online-Kolumne „Grauzone“

128 Seiten

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Buchpräsentation

Jan Wagner
"Der verschlossene Raum"

Hanser Verlag

Georg-Büchner-Preis 2017

Mit den Essays von Jan Wagner auf literarischer Entdeckungsreise: leidenschaftlich, mitreißend, klug.

Wüsste man nichts von Jan Wagners lyrischem Werk, man würde überhaupt nur noch Essays von ihm lesen wollen. Ob er über Bibliotheken, Buchhandlungen, Lyrik oder Kunst schreibt, ob er literarische Postkarten aus Rom oder Los Angeles sendet oder die Epiphanie eines Rosmarins im schwäbischen Garten feiert – man glaubt diesem charmanten Geschichtenerzähler alles. Es bleibt kaum Zeit, die rhetorische Fingerfertigkeit zu bewundern, mit der da zwischen souveräner Gelehrsamkeit unerwartet die nächste Anekdote aus dem Ärmel gezogen wird, und man kann nicht anders als staunen über die Trouvaillen, die Jan Wagner von seinen Entdeckungsreisen quer durch Epochen und Kontinente mitbringt.

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Robert Menasse
"Die Hauptstadt"

Suhrkamp Verlag

Deutscher Buchpreis 2017

Der große europäische Roman

In Brüssel laufen die Fäden zusammen – und ein Schwein durch die Straßen.
Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; »zu den Akten legen« wäre zu viel gesagt, denn die sind unauffindbar. Und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Think-Tank der Kommission vor den Denkbeauftragten aller Länder Worte sprechen, die seine letzten sein könnten.
In seinem neuen Roman spannt Robert Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen.
Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen – für das Schwein, das durch die Straßen läuft. Und David de Vriend bekommt ein Begräbnis, das stillschweigend zum Begräbnis einer ganzen Epoche wird: der Epoche der Scham.

Roman
459 Seiten

Pressestimmen

»Die Hauptstadt ist ein vielschichtiger, hintergründiger und sowieso gut geschriebener Roman, der überdies unterhaltende, kriminalistische Elemente enthält.«
Gerrit Bartels, Tagesspiegel

»… ein großer Wurf.«
Philipp Haibach, DIE WELT

»Ein Coup – denn bislang hat noch kein Schriftsteller von Rang versucht, herauszufinden, ob die europäische Bürokratie literaturfähig ist. … Menasse bietet uns mit seinem Roman Die Hauptstadt ein Lesevergnügen …«
Carsten Otte, taz. die tageszeitung

»Die Schilderung des Brüsseler Beamtenmilieus bereitet keine Schwierigkeiten, im Gegenteil: Sie gelingt ungemein.«
Jochen Hieber, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Robert Menasses großer EU-Roman ist ein leidenschaftliches Plädoyer …«
Harald Jähner, Frankfurter Rundschau

»Robert Menasse balanciert in Die Hauptstadt auf einem Hochseil, das zwischen Krimi und Gesellschaftsroman gespannt ist …«
Süddeutsche Zeitung

»Schriftsteller wie Robert Menasse müssten deutlicher Gehör finden und Politiker endlich wieder eine Brücke zu den Intellektuellen schlagen.«
Björn Hayer, Spiegel Online

»Ein grosses Jubilee Project soll das fünfzigjährige Bestehen der EU-Kommission feiern. Rund um die Vorbereitungen entwickelt Menasse seine raffiniert gebaute Geschichte, in der nichts dem Zufall überlassen ist.«
Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung

»Das ist ein elegant geschriebener, fabelhaft gebauter, pointen- und gedankenreicher Roman.«
Andreas Isenschmid, DIE ZEIT

»Jedes Element für sich ist relevant, unzweifelhaft auch literarisch gelungen.«
Ursula März, Deutschlandfunk Kultur

»Die Hauptstadt, das ist nicht nur ein meisterhaft erzählter Ideen- und Epochenroman, es ist auch ein erhellendes und anregendes Lesevergnügen, bei dem uns Europa in einem neuen Licht erscheint.«
Kristina Pfoser, ORF

»Nun ist Menasse nicht weniger gelungen, als das Europa der EU ebenso vielschichtig wie genüsslich, sprachkunstvoll wie packend darzustellen.«
Klaus Zeyringer, der Standard, Wien

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Natascha Wodin
"Sie kam aus Mariupol"

Rowohlt Verlag

Leipziger Buchpreis 2017 - Belletristik

"Wenn du gesehen hättest, was ich gesehen habe" - Natascha Wodins Mutter sagte diesen Satz immer wieder und nahm doch, was sie meinte, mit ins Grab. Da war die Tochter zehn und wusste nicht viel mehr, als dass sie zu einer Art Menschenunrat gehörte, zu irgendeinem Kehricht, der vom Krieg übriggeblieben war. Wieso lebten sie in einem der Lager für "Displaced Persons", woher kam die Mutter, und was hatte sie erlebt? Erst Jahrzehnte später öffnet sich die Blackbox ihrer Herkunft, erst ein bisschen, dann immer mehr.

"Sie kam aus Mariupol" ist das außergewöhnliche Buch einer Spurensuche. Natascha Wodin geht dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nach, die aus der Hafenstadt Mariupol stammte und mit ihrem Mann 1943 als "Ostarbeiterin" nach Deutschland verschleppt wurde. Sie erzählt beklemmend, ja bestürzend intensiv vom Anhängsel des Holocaust, einer Fußnote der Geschichte: der Zwangsarbeit im Dritten Reich. Ihre Mutter, die als junges Mädchen den Untergang ihrer Adelsfamilie im stalinistischen Terror miterlebte, bevor sie mit ungewissem Ziel ein deutsches Schiff bestieg, tritt wie durch ein spätes Wunder aus der Anonymität heraus, bekommt ein Gesicht, das unvergesslich ist. "Meine arme, kleine, verrückt gewordene Mutter", kann Natascha Wodin nun zärtlich sagen, und auch für uns Leser wird begreifbar, was verlorenging. Dass es dieses bewegende, dunkel-leuchtende Zeugnis eines Schicksals gibt, das für Millionen anderer steht, ist ein literarisches Ereignis.
"Das erinnert nicht von ungefähr an die Verfahrensweise, mit der W. G. Sebald, der große deutsche Gedächtniskünstler, verlorene Lebensläufe der Vergessenheit entriss." (Sigrid Löffler in ihrer Laudatio auf Natascha Wodin bei der Verleihung des Alfred-Döblin-Preises 2015)

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Buchpräsentation

Bodo Kirchhoff
"Widerfahrnis"

Frankfurter Verlagsanstalt

Deutscher Buchpreis 2016

Reither, bis vor kurzem Verleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm. Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Aber noch stärker verbindet die beiden, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet zu sein scheinen. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittelmeer das Glück über sie hereinbricht, schließt sich ihnen ein Mädchen an, das kein Wort redet, nur da ist ...

Kirchhoff erzählt in seiner großartigen Novelle von der Möglichkeit einer Liebe sowie die Parabel von einem doppelten Sturz: in die Liebe, ohne ausreichend lieben zu können, und in das Mitmenschliche, ohne ausreichend gut zu sein. »Aber wo wären wir ohne etwas Selbstüberschätzung«, sagt der Protagonist Reither, um sich Mut zu machen für den ersten Kuss mit Leonie Palm, »jeder wäre nur in seinem Gehäuse, ein Flüchtling vor dem Leben.«

Eine Novelle
224 Seiten

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Marcel Beyer
"Flughunde"

Suhrkamp Verlag

Georg-Büchner-Preis 2016 für Marcel Beyer

Flughunde sind fledermausähnliche Flattertiere mit hundeartigem Kopf. Für Hermann Karnau sind sie von Kindheit an Sinnbild einer Welt, die vor dem Zugriff fremder Stimmen geschützt ist. Die Stimme ist der Fetisch des Akustikers Karnau, der 1940 den Plan faßt, systematisch das Phänomen der menschlichen Stimme zu erkunden.
Die eine Erzählstimme gehört Hermann Karnau, dessen Namen der Autor einem Wachmann im Berliner Bunker unter der Reichskanzlei entliehen hat. Die andere gehört der achtjährigen Helga, einer Tochter des Propagandaministers. Immer wieder kommt es zu Begegnungen der beiden, zuletzt im April 1945, als Karnau in Berlin ist, um die Führerstimme aufzuzeichnen.
Ein Zeitsprung führt in den Sommer 1992. Hermann Karnau, der nach dem Krieg untertauchen konnte, findet in seinem Plattenarchiv die Stimmen, die Gespräche von Helga und Helgas Geschwistern während ihrer letzten Tage und Nächte wieder. Auch den Kindern hat er die Stimmen – bis zum letzten Atemzug – abgelauscht.
»Der Roman Flughunde macht das Dritte Reich als Medien-Phänomen, als eine Erscheinungsform der akustischen Propaganda und Massensuggestion, zu seinem Thema, personifiziert in der sinistren Gestalt eines Akustikers … Karnau, das Horch-Ungeheuer, ist der fürchterlichste Roman-Unhold, seit Patrick Süskind in seinem Roman Das Parfum das Geruchsmonster Grénouille erfand, das die Menschen experimentell umbrachte, um ihnen die Gerüche zu rauben.« Sigrid Löffler

Roman
Broschur, 304 Seiten

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Guntram Vesper
"Frohburg"

Schöffling & Co.

Preis der Leipziger Buchmesse 2016 (Belletristik)

FROHBURG ist ohne Zweifel das opus magnum von Guntram Vesper, zugleich für den Autor der Ausgangspunkt von allem: Der Ort seiner Geburt 1941, Jugend, Aufwachsen und Erwachen, die Flucht der Familie 1957, das umliegende Land die Folie der Geschichtsbetrachtung einer deutschen Epoche. Hier werden ein Land und eine Zeit gültig festgehalten, Kultur und Politik, Krieg und Nachkrieg, ein umfassendes, großartiges Portrait deutschen Lebens im zwanzigsten Jahrhundert; ein gewaltiges Prosawerk, das neben die großen Bücher von Peter Kurzeck, Walter Kempowski und Uwe Johnson zu stellen ist. FROHBURG ist ein Füllhorn an Geschichten, zumeist aus eigenem Erleben grundiert, eine große autobiographische Erzählung, ein Welt-Buch im Überschaubaren, ein Geschichts- und Geschichtenpanorama, wie wir schon lange keines hatten.

Roman
1008 Seiten.
Leinen. Bedruckte Vorsätze

Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik
»Guntram Vespers Roman FROHBURG gehört zu den Büchern, bei denen man leicht, ganz schnell, auf die großen Begriffe kommt. Opus magnum. Mammutwerk. Solche Wendungen. Schließlich breitet Guntram Vesper eine umfangreiche Geschichtslandschaft vor uns aus, die von der Gegenwart aus die alte Bundesrepublik, die DDR natürlich, die Nazizeit umfasst und weit in die Geschichte Deutschlands zurückbindet, bis dahin, wohin nur noch die Geschichtsbücher reichen.«
Begründung der Jury

»Autobiographische Familienstränge gehen immer unmittelbar über in gesellschaftliche Stränge, also ich und Gesellschaft in ganz konkreter Form werden zusammengebunden. (...) Spektakulär, wie er das schafft.«
Helmut Böttiger, swr 2

»FROHBURG, kein Zweifel, müssen Sie lesen!«
zdf aspekte

»Das gewichtigste Buch dieser Tage. In jeder Hinsicht.«
Andreas Platthaus, FAZ

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Swetlana Alexijewitsch:
"Secondhand-Zeit – Leben auf den Trümmern des Sozialismus"

Suhrkamp

Nobelpreis für Literatur 2015

Gut zwanzig Jahre sind vergangen seit dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums, die Russen entdeckten die Welt, und die Welt entdeckte die Russen. Inzwischen aber gilt Stalin wieder als großer Staatsmann, die sozialistische Vergangenheit wird immer öfter, vor allem von jungen Menschen, nostalgisch verklärt.
Russland, so Swetlana Alexijewitsch, lebt in einer Zeit des »Second-hand«, der gebrauchten Ideen und Worte. Die Reporterin befragt Menschen, die sich von der Geschichte überrollt, gedemütigt, betrogen fühlen. Sie spricht mit Frauen, die in der Roten Armee gekämpft haben, mit Soldaten, Gulag-Häftlingen, Stalinisten. »Historiker sehen nur die Fakten, die Gefühle bleiben draußen …, ich aber sehe die Welt mit den Augen der Menschforscherin.«
Wer das Russland von heute verstehen will, muss dieses Buch lesen. Swetlana Alexijewitsch formt aus den erschütternden Erfahrungen von Menschen, die zwischen Neuanfang und Nostalgie schwanken, den Lebensroman einer noch nicht vergangenen Epoche.

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Nicolas Mahler
"Franz Kafkas nonstop Lachmaschine"

Reprodukt

Preis der Literaturhäuser 2015

Wie fühlt es sich an, als Comicautor in der Hochkultur anzukommen? Wie übersetzt man Thomas Bernhard und Robert Musil in Comicform? Und gibt es nicht mehr Überschneidungen zwischen Franz Kafka und “Fix und Foxi”-Erfinder Rolf Kauka, als man zunächst annehmen mag? Auch in der vierten Sammlung von autobiografischen Geschichten berichtet Nicolas Mahler mit trockenem Witz aus seinem aufregenden Leben als Comiczeichner und von den grotesken Situationen, in die er fortwährend gerät.

Nicolas Mahler ist einer der profiliertesten und produktivsten Comickünstler im deutschsprachigen Raum. Bei Reprodukt ist neben autobiografischen Comics wie “Kunsttheorie versus Frau Goldgruber” zuletzt die tragikomische Erzählung “Lone Racer” erschienen. Viel Aufmerksamkeit wurde Nicolas Mahler für seine Literaturadaptionen “Alte Meister” und jüngst “Der Mann ohne Eigenschaften” zuteil, die im Suhrkamp Verlag veröffentlicht wurden.

“Witziger, als Nicolas Mahler sie gestaltet, können Comics kaum sein.” – Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung

128 Seiten, schwarzweiß, 14 x 21 cm, Klappenbroschur

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Jan Wagner
"Regentonnenvariationen"

Hanser Verlag

Preis der Leipziger Buchmesse 2015

In seinem neuen Gedichtband vermisst Jan Wagner poetisch die Welt – von Schlehen im Frost bis zu Eseln in Sizilien.
Der Garten, in dem die Regentonne steht, ist phantastisch weit, reich und offen – eine Welt. In diesem Lyrikband geht es in die Natur mit all ihren kunstvollen Variationen des Lebens. Jan Wagner lässt den Giersch schäumen, dass einem weiß vor Augen wird, nimmt Weidenkätzchen und Würgefeige, Morchel und Melde, Eule, Olm und Otter ins poetische Visier, zoomt ran, überblendet assoziativ, bis der Blick sich weitet und man weiß, für einen Augenblick zum Wesen der Dinge vorgedrungen zu sein. Es ist immer wieder ein Wunder, wie es diesem Lyriker gelingt, Bilder zu schaffen, die in einem Halbvers Stimmungen heraufbeschwören – bis längst Vergessenes oder nie Gesehenes vor Augen steht.

" ... eine lyrische Festschrift der Naturkunde und der ihr eingeschriebenen Magie." Herbert Wiesner, Die Welt, 13.03.15

"... einer der talentiertesten Lyriker des Landes, der in seinen Gedichten genauso zugänglich ist, wie er sich auf Sprachvielfalt und Raffiniesse versteht. Er ist ein Virtuose der Form, der sich selbst am Ton des Mittelalterlichem elegant erprobt und dem es schon gelungen ist, an Idole wie Dylan Thomas und Elizabeth Bishop sprachlich anzuknüpfen. Und: Jan Wagner schreibt im wahren Sinnn des Wortes schöne Gedichte, manchmal fast zu schöne."
Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel, 13.03.15

"Jan Wagner ist der beste Lyriker seiner Generation und eine der stärksten und originellsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur."
Christopher Schmidt, Süddeutsche Zeitung, 13.03.15

"Was Wagners Lyrik auszeichnet, ist die Zuwendung zur Welt und zu deren Bewohnern. Zugleich sind seine Motive der Gegenwart entrückt. … Diesem Lyriker geht es nicht um Kritik an den Verhältnissen, sondern um die verborgene Schönheit der Welt."
Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.15

"Man kann nicht anders, als die Meisterschaft des Dichters zu bewundern." Stephan Speicher, Die Zeit, 12.02.15

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Amos Oz
"Unter Freunden"

Suhrkamp Verlag

Siegfried Lenz Preis 2014 für Amos Oz

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler

Zvi Provisor, der mürrische Gärtner des Kibbuz Jikhat, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Gemeinschaft mit Katastrophenmeldungen zu versorgen: die Erkrankung des norwegischen Königs, der Brand in einem spanischen Waisenhaus, ein Vulkanausbruch in Chile. Abgelenkt von seiner täglichen Dosis Pessimismus, entgeht ihm, dass die Witwe Luna Blank nur ihm zuliebe ihr gutes Sommerkleid trägt. Er, der keine Berührungen zulassen kann, muss erkennen, dass die ungewohnte weibliche Präsenz seine ihm heilige Alltagsroutine ins Wanken bringt. Amos Oz, der Meister der Zwischentöne, knüpft in Unter Freunden an seinen Bestsellererfolg Eine Geschichte von Liebe und Finsternis an und kehrt zu der Zeit zurück, die ihn am meisten inspiriert hat: seine Kibbuz-Jahre.
»Diese Geschichten erzählen von den elementaren Kräften menschlicher Existenz. Von Einsamkeit. Von Liebe. Von Verlust. Von Tod. Von Sehnsucht. Von Verzicht und Verlangen. Also von den grundlegenden Dingen, die jeden betreffen.« Amos Oz

»Amos Oz ist der große Charakterschriftsteller unserer Zeit.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Unter Freunden ist ein großes Werk, ruhig, beharrlich, kraftvoll, anrührend, ein Buch, dem man viele Leserwünscht, die ihre Gedanken mit ihm schweifen lassen.«
Süddeutsche Zeitung

»Amos Oz versteht es meisterhaft, seine Figuren mit wenigen Strichen lebendig werden zu lassen.«
DIE WELT

»Mit dem Buch Unter Freunden ist der israelische Schriftsteller in seine Kibbuz-Jahre zurückgekehrt. Mit schnörkellos erzählten Geschichten lässt er uns an den Gründungsmythen des Staates Israel teilhaben – ohne Rücksicht auf Tabus, die diese Mythen schier unangreifbar zu machen scheinen.«
Deutschlandfunk

»Verzicht, Verlangen, Liebe, Einsamkeit und der Schmerz - das sind die Themen dieser Geschichten. Man könnte sie überall auf der Welt finden, in Amos Oz' Kibbuz Jikhat aber werden sie wie unter einem Brennglas sichtbar. Schnörkellos, ohne ein Wort zu viel, erzählt der Autor, und was er nicht benennt, ist dennoch spürbar.«
Deutschlandradio Kultur

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Patrick Modiano
"Der Horizont"

Hanser Literaturverlag

Nobelpreis für Literatur 2014

Zwei Verlorene, die sich finden und wieder verlieren - ein Roman über Zeit und Erinnerung von Nobelpreisträger Patrick Modiano
Während einer Demonstration stoßen sie in einem Metroeingang zufällig zusammen, Margaret Le Coz und Jean Bosmans. Sie, geboren in Berlin als Tochter einer französischen Mutter, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, er schreibt an seinem ersten Roman. Die beiden werden für kurze Zeit ein Liebespaar. Bis Margaret Hals über Kopf aus Paris flieht. Vierzig Jahre später spürt Bosmans dieser verlorenen Liebe nach. Was ihm bleibt sind seine Erinnerungen und eine konkrete Spur, die in eine Berliner Buchhandlung führt. Patrick Modianos neues Buch – in Frankreich als sein schönster Roman über das Vergehen der Zeit gerühmt – ist die Geschichte eines jungen Paares in den unruhigen sechziger Jahren.

"Der Meister der zeitgenössischen Erinnerungsliteratur." Joseph Hanimann, Süddeutsche Zeitung

"Man gleitet sofort hinein, in den Modiano-Ton, in diesen samtig-melancholischen Strom." Andreas Schäfer, Der Tagesspiegel

"In seinem neuen Buch erweist sich der Franzose Patrick Modiano erneut als Meister des anmutigen, sanft melancholischen Erzählens." Judith Kuckart, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag

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Terézia Mora
"Das Ungeheuer"

Luchterhand Literaturverlag

Deutscher Buchpreis 2013

Eine der wichtigsten Gegenwartsautorinnen
»Solche Geschichten gibt's, zu Hauf. Ingenieur gewesen, Job verloren, Frau verloren, auf der Straße gelandet«: Kein außergewöhnliches Schicksal vielleicht auf den ersten Blick, doch Terézia Moras Romanheld Darius Kopp droht daran zu zerbrechen. Denn Flora, seine Frau, die Liebe seines Lebens, ist nicht einfach nur gestorben, sie hat sich das Leben genommen, und seitdem weiß Darius Kopp nicht mehr, wie er weiter existieren soll. Schließlich setzt er sich in seinen Wagen, reist erst nach Ungarn, wo Flora aufgewachsen ist, und dann einfach immer weiter. Unterwegs liest er in ihrem Tagebuch, das er nach ihrem Tod gefunden hat, und erfährt, wie ungeheuer gefährdet Floras Leben immer war – und dass er von alldem nicht das Geringste mitbekommen hatte.
Arbeit und Schlaf, Arbeit, Arbeitsweg und Schlaf. So sah das erfolgreiche Leben von Darius Kopp aus. Bis er eines Tages den Job verlor. Und bis sich bald darauf seine Frau das Leben nahm und ihm zum zweiten Mal in kürzester Zeit der Teppich unter den Füßen weggezogen wurde. Seitdem lebt er apathisch dahin, tötet die Zeit mit stumpfem Fernsehen und Fertigpizzen. Sein Freund Juri versucht Darius zwar wieder zurück in sein altes Leben als IT-Experte zurückzubefördern, doch dieser beschließt, eigene Wege zu gehen. Er wollte doch das geheime Tagebuch seiner Frau lesen, und er muss auch noch ihre Urne beisetzen. Aber wo? In ihrem ungarischen Heimatdorf oder in Budapest oder an den Hängen des Ararat? Und so begibt sich Darius Kopp auf eine lange Reise – auf der Suche nach der Wahrheit über seine Frau. Über sich selbst. Und über diese dunkle und ungeheuere Welt.

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 688 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

"Terézia Mora hat ein großes, ein zutiefst humanes Buch geschrieben."
Hubert Spiegel / FAZ (07.09.2013)

"Beklemmend und grandios. [...] Mit aller Wucht erzählt dieses Buch von unserer Gegenwart."
Rainer Moritz / Neue Zürcher Zeitung (25.09.2013)

"Terézia Mora ist mit "Das Ungeheuer" ein wunderbarer Roman über eine existenzielle Erfahrung gelungen."
Ulrich Rüdenauer / SWR2 (02.09.2013)

"Ein schmerzreicher und mitreißender Roman"
Volker Hage / DER SPIEGEL (07.10.2013)

"Tiefer ist Terézia Mora noch nie in die Abgründe hinabgestiegen, um die Bodenlosigkeiten heutigen Lebens auszuloten."
Sigrid Löffler / Deutschlandradio Kultur (03.09.2013)

"In ihrem unvergleichlich kühlen, brillanten und originellen Stil erzählt Terézia Mora auf avancierte und bewegende Weise von der dunklen Seite in uns selbst."
Andrea Gerk / NDR Kultur (02.09.2013)

"So gegenwärtig, so brutal und so konsequent wie Terézia Mora erzählt kaum ein anderer von unserer sich zunehmend verquickenden Lebens- und Arbeitswelt."
Christoph Schröder / KulturSPIEGEL (30.09.2013)

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Buchpräsentation

Marcel Beyer
"Putins Briefkasten"

Kleist-Preis 2014

Eines Morgens, in einer ihm »selber nicht ganz klaren Anwandlung«, fährt Marcel Beyer an den Stadtrand von Dresden, um dort einen Briefkasten noch einmal zu sehen, nicht irgendeinen, sondern den Wladimir Putins, der in den achtziger Jahren hier lebte. Er findet ihn nicht mehr vor. Aber was Beyer auf seiner Spurensuche wahrnimmt und aufschreibt, entwickelt sich unterderhand zu einem Kurzporträt Putins, das erhellender ist als jede dickleibige politische Biographie. Was immer Beyer hier in seinen Erzählungen und Skizzen in den Blick nimmt - seien es Blumen oberhalb des Genfer Sees, eine von Rimbaud aufgegebene Kleinanzeige, ein einäugiger Löwe im Dresdner Zoo, von Dostojewskij zum Brüllen gebracht, ein kleinformatiges Gemälde von Gerhard Richter oder Lessings Ofenschirm in Wolfenbüttel -, stets entzünden sich an konkreten Phänomenen seine Überlegungen zu Sprache, Kultur und politischer Geographie.
Putins Briefkasten, Marcel Beyers Sammlung seiner unveröffentlichten Erzählungen und Denkbilder, ist ein Buch über Wahrnehmung, Stil, über das Hören und Schreiben. Und wir werden, während wir diese Abfolge einzelner Momente und Bewegungen staunend lesen, so ganz nebenbei zu blitzartigen, überraschenden Einsichten geführt.

Broschur, 219 Seiten

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Buchpräsentation

Judith Schalansky
"Der Hals der Giraffe"

Preis der Literaturhäuser 2014

»Der beste Roman des Jahres.« Hubert Winkels, Deutschlandfunk Anpassung im Leben ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. In einer Stadt im hinteren Vorpommern. Dass ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – die Stadt schrumpft, es fehlt an Kindern. Aber noch vertreibt Inge Lohmark, Lehrerin vom alten Schlag, mit ihrem Starrsinn alles Störende. Als sie schließlich Gefühle für eine Schülerin entwickelt und ihr Weltbild ins Wanken gerät, versucht sie in immer absonderlicheren Einfällen zu retten, was nicht mehr zu retten ist.
Judith Schalanskys Bildungsroman wurde 2011 zum großen Presse und Publikumserfolg. Kritikerinnen und Kritiker bejubelten den »besten Roman des Jahres« und die Leserinnen und Leser machten ihn zum Bestseller. Schauplatz der Geschichte ist eine der irrwitzigsten Anstalten der Welt: die Schule.

Judith Schalansky hat einen originellen, eigensinnigen und hellwachen Roman geschrieben, mit dem sie sich an die Spitze der literarischen Evolution setzt.«
Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Judith Schalansky hat eine wunderbar-grausame und mindestens ebenso bemitleidenswerte und anrührende Figur geschaffen. Sie hat dafür eine grandiose, eindrückliche Stimme entwickelt, die sarkastisch ist und für den Leser zugleich sehr lustig. …eine Stimme, die dem Leser noch lange im Ohr bleiben wird.«
Ulrich Rüdenauer, taz. die tageszeitung

»Ein Kunststück - für die bundesdeutsche Literatur seit 1989 - von geradezu historischen Dimensionen gelang Judith Schalansky mit Der Hals der Giraffe - der erste in Ostdeutschland spielende Roman, der fast völlig ohne die üblichen, wie aus dem Gruselkabinett des Kalten Krieges am Checkpoint Charlie ausgeborgt wirkenden, DDR-Versatzstücke auskommt.«
Sebastian Hammelehle, SPIEGEL ONLINE

»Judith Schalansky erzählt vom Leben einer Naturwissenschaftlerin, deren Verstand – vor und nach der Wende – jede Gefühlsregung nivelliert. Sie zeichnet das Bild einer unsympathischen Frau allerdings so eindringlich, dass man heftige Sympathie für diese aus der Zeit gefallene Heldin empfindet, die sich für Tiere stets mehr interessierte als für Menschen oder gar Kinder.«
Manuela Reichart, Deutschlandradio Kultur

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Buchpräsentation

Marjana Gaponenko
"Wer ist Martha?"

Adelbert-von-Chamisso-Preis 2013

Wer Martha ist, wird hier nicht verraten, aber über Luka Lewadski kann Folgendes gesagt werden: Ornithologe aus der Ukraine und Verfasser der bahnbrechenden Studie Über die Rechenschwäche der Rabenvögel. Über seinen Forschungen ist er in die Jahre gekommen und 96 geworden. Viel Zeit bleibt nicht mehr, sagt der Arzt. Und die will gut genutzt sein, sagt sich Lewadski. Also reist er nach Wien, steigt im noblen Hotel Imperial ab und lernt im Fahrstuhl einen Altersgenossen kennen, dem der Lebensfaden auch schon reichlich kurz geworden ist. Wie die beiden Alten aus der Muppet Show in ihrer Loge sitzen die zwei beim Früchte-Wodka in der Hotelbar, kommentieren die Frisuren der Damen, rekapitulieren das mörderische vergangene Jahrhundert und träumen von der Revolution. Und langsam wird Lewadski das Geld zum Sterben knapp.
Wer ist Martha? ist ein wunderbar kühner Roman und ganz großes Kino. Es geht um die Freude am Dasein, die Würde des Menschen, die Liebe zur Schöpfung. Marjana Gaponenko verhandelt diese und auch noch die letzten Dinge auf ihre eigene Art: Wer ist Martha? ist ein Roman in Frack und Fummel, so phantastisch und originell, so lebendig und frech, dass sich selbst noch der Tod darüber kaputtlacht.

Roman, 237 Seiten

»Ein Buch wie ein grandioses Fest, sicher wie ein Kinderglaube, souverän getragen durch eine mutige Sprache, die erstaunt bis zum Schluss.«
Angelika Overath, Neue Zürcher Zeitung

»In Wer ist Martha? wird drauflos fabuliert, was das Zeug hält. Das haut ziemlich auf die Pauke, weil Marjana Gaponenko ein überschießendes Talent ist.«
Paul Jandl, DIE WELT

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Buchpräsentation

Wilhelm Genazino
"Idyllen in der Halbnatur"

Hanser Verlag

Kasseler Literaturpreis 2013

Die Welt ist voller Merkwürdigkeiten, man muss nur hinsehen. Ein Mann verliert einen Schuh. Ein anderer Mann, Kleist, beschreibt seiner Braut auf Hunderten von Seiten, durch welche gründlichen Maßnahmen sie beide unfehlbar glücklich werden. Der Büchner-Preisträger Wilhelm Genazino erzählt, wie er schreibt, wie er zum Schreiben kam und warum die Welt so merkwürdig und ohne Bücher kaum auszuhalten ist. In Prosastücken und Essays nähert er sich auf unverwechselbare Weise Büchern und Bildern, vor allem aber Menschen, seien sie nun Schriftsteller, deren berühmte Figuren oder auch jene Namenlosen, die irgendwann auf der Straße ihren Schuh verlieren. Und damit einen ungeschriebenen Roman erleben.

Fester Einband, 240 Seiten

„In den ‚Idyllen in der Halbnatur‘, einer fulminanten Selbstbeschreibung des eigenen Werks, einer bestechenden Selbstoffenlegung des poetologischen Programms wimmelt es von sinnfälligen Zitaten.“ Christian Thomas, Frankfurter Rundschau, 22.01.13

"Genazino ist ein Meister der Beobachtung. Aus geringsten Anlässen schlägt er erzählerische Funken." Thomas Groß, Mannheimer Morgen, 31.07.12

"Hin und wieder verliert auch Genazino einen Schuh. Spielerisch. Manchmal legt er ihn aus wie einen Köder. Es ist ein kurzweiliges Vergnügen, seinen Spuren zu folgen." Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung, 30.07.12

"Erhellend und unterhaltsam, oberflächlich nie schreibt Genazino. Für den Essayband "Idyllen in der Halbnatur" gilt dies nicht weniger als für seine Romane." Ralf Sziegoleit, Frankenpost, 24.08.12

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Sibylle Lewitscharoff "Pong"

Berlin-Verlag

Büchner-Preis 2013

Fast zärtlich zeichnet Sibylle Lewitscharoff den Alltag eines Verrückten nach, der sich selbst genügt. Mit hinreißenden Wortspielereien und Neuschöpfungen skizziert sie das Psychogramm eines eigenwilligen Helden und präsentiert zugleich eine poetische Parabel über die allgegenwärtigen Ängste des Lebens. Sibylle Lewitscharoff erhielt 1998 für »Pong« den Ingeborg Bachmann-Preis
Pong ist ein »nicht unschöner« Mann. Er will die Welt verbessern, Ungerechtigkeiten besiegen und Kinder vor dem schweren Parfüm ihrer Mutter bewahren. Das einzige Problem: Pong ist verrückt. Seine ungewöhnliche Geburt durch »den Großen Ratsch« läßt ihn zu einem Sonderling mit einer eigenen Weltwahrnehmung werden. Sein aus Ängsten, Zwängen und festen Regeln bestehender Alltag soll seine fragile Exsistenz vor allem Fremden schützen. Pongs Universum wirkt auf den ersten Blick bizarr, bei näherer Betrachtung erschließt sich aber seine tiefe Logik und Stimmigkeit.

144 Seiten

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David Wagner
"Leben"

Rowolth

Preis der Leipziger Buchmesse

«Wann passiert es schon, daß einem die Verlängerung des eigenen Lebens angeboten wird?»

Der Anruf kommt um kurz nach zwei. Ein junger, sterbenskranker Mann geht ans Telefon, und eine Stimme sagt: Wir haben ein passendes Spenderorgan für Sie. Auf diesen Anruf hat er gewartet, diesen Anruf hat er gefürchtet. Soll er es wagen, damit er weiter da ist für sein Kind? Er nimmt seine Tasche und läßt sich ins Berliner Virchow-Klinikum fahren.

Von der Geschichte und Vorgeschichte dieser Organtransplantation handelt «Leben»: von den langen Tagen und Nächten im Kosmos Krankenhaus neben den wechselnden Bettnachbarn mit ihren Schicksalen und Beichten – einem Getränkehändler etwa, der heimlich seine Geliebte besucht, oder einem libanesischen Fleischer, der im Bürgerkrieg beide Brüder verlor. Beim Zuhören bemerkt er zum ersten Mal, daß auch er schon ein Leben hinter sich hat. Und da, in seinem weißen Raumschiff Krankenbett, unterwegs auf einer Reise durch Erinnerungs- und Sehnsuchtsräume, kreisen die Gedanken: Wen hat er geliebt? Für wen lohnt es sich zu leben? Und welcher Mensch ist gestorben, so daß er weiter leben kann, möglicherweise als ein anderer als zuvor?

David Wagner hat ein berührendes, nachdenklich stimmendes, lebenskluges Buch über einen existentiellen Drahtseilakt geschrieben. Ohne Pathos und mit stilistischer Brillanz erzählt er vom Lieben und Sterben, von Verantwortung und Glück – vom Leben, das der Derwisch eine Reise nennt.

288 Seiten

LEBEN von David Wagner ist das literarische Ereignis des Frühjahrs. Das Buch ist in all seinem Raffinement und seiner Beschreibungskunst die organische Fortschreibung eines Werks, das bereits zu den bemerkenswertesten der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zählte.
(Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Dieses Buch zeugt von einer literarischen Bravour, die selbst den erschüttertsten Leser über das Schicksal einer Figur im Wettlauf mit dem Tod hinwegtröstet. Was für ein Buch!, sagen auch wir, voller Dankbarkeit für David Wagners LEBEN. Wir halten inne in ihm, über vieles im Leben denken wir nach der Lektüre anders. Große Kunst.
(Hajo Steinert, Die Welt)

Große, berührende Literatur. Und ein Plädoyer für das Leben, das seinen Sinn im Lachen eines kleinen Mädchens haben kann.
(Thomas Andre, Spiegel online)

Viel zu oft werden Bücher als gehaltvoll bejubelt, die vielleicht den einen oder anderen interessanten Gedanken enthalten, aber sonst aus locker aufgequirltem Erzählschaum bestehen. LEBEN verdient das Prädikat auf jeder Seite. Ein kluges, berührendes Buch.
(Jenny Hoch, Welt am Sonntag)

Das Leben mit der Krankheit, das Warten auf eine neue Leber, der Alltag im Krankenhaus, die Angst, die Einsamkeit, davon erzählt David Wagner in LEBEN, so ruhig aber, so distanziert und fast ironisch in der Selbstreflexion, dass er den Schmerz, die Angst und die Einsamkeit vergessen lässt und den Leser in einen merkwürdigen Schwebezustand versetzt. Es ist dieser Ton, es ist diese Transparenz der Sprache und der Gedanken, die das Buch so besonders machen. Ein bewegender Roman.
(Georg Diez, Der Spiegel)

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Ursula Krechel
"Landgericht"

Jung und Jung Verlag

Deutschen Buchpreis 2012

Nach »Shanghai fern von wo« geht Ursula Krechel noch einmal den Spuren deutscher Geschichte nach. Ihr neuer Roman handelt vom Exil und von den fünfziger Jahren, von einer Rückkehr ohne Ankunft.

Was muss einer fürchten, was darf einer hoffen, der 1947 aus dem Exil nach Deutschland zurückkehrt? Nach ihrem gefeierten, 2008 erschienenen Buch »Shanghai fern von wo« geht Ursula Krechel mit ihrem neuen großen Roman »Landgericht« noch einmal auf Spurensuche. Die deutsche Nachkriegszeit, die zwischen Depression und Aufbruch schwankt, ist der Hintergrund der fast parabelhaft tragischen Geschichte von einem, der nicht mehr ankommt. Richard Kornitzer ist Richter von Beruf und ein Charakter von Kohlhaas’schen Dimensionen. Die Nazizeit mit ihren absurden und tödlichen Regeln zieht sich als Riss durch sein Leben. Danach ist nichts mehr wie vorher, die kleine Familie zwischen dem Bodensee, Mainz und England versprengt, und die Heimat beinahe fremder als das in magisches Licht getauchte Exil in Havanna. Ursula Krechels Roman lässt Dokumentarisches und Fiktives ineinander übergehen, beim Finden und Erfinden gewinnt eine Zeit atmosphärische Konturen, in der die Vergangenheit schwer auf den Zukunftshoffnungen lastet. Mit sprachlicher Behutsamkeit und einer insistierenden Zuneigung lässt »Landgericht« den Figuren späte Gerechtigkeit widerfahren. »Landge-richt«, der Roman mit dem doppeldeutigen Titel, handelt von einer deutschen Familie, und er erzählt zugleich mit großer Wucht von den Gründungsjahren einer Republik.

Roman
496 Seiten, gebunden

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Narvid Kermani
"Dein Name"

Hanser Verlag

Heinrich-von-Kleist Preis 2012

Am 8. Juni 2006 beginnt Navid Kermani sein neues Buch, und es wird einer der ungewöhnlichsten Romane unserer Zeit. Hier schreibt einer über alles, was es zu wissen gibt über sein Leben und das Leben überhaupt: die Gegenwart und die Vergangenheit seiner Familie, die Erinnerung an gestorbene Freunde und die mitreißende Lektüre Jean Pauls und Hölderlins. Die Geschichte seines Großvaters, der von Nahost nach Deutschland ging, wird zum Herzstück des Romans. Immer wieder drängt sich dem Romancier der entscheidende Moment dazwischen: der des Schreibens. „Dein Name“ ist ein Roman, der das Privateste ebenso in den Blick nimmt wie die Geschichte, in der wir leben - ein Buch, das unser Bild der Gegenwart nachhaltig verändern wird.

Fester Einband, 1232 Seiten
mit 20 Abbildungen

"Ein fulminanter Riesentagebuchroman." Martin Ebel, Frankfurter Rundschau, 29.08.11

"Ein Buch, das einem so ausdauernd und hartnäckig im Kopf herumgeht wie
lange keines mehr." Heinrich Wefing, Die Zeit, 01.09.11

"Roman, Tagebuch, Bekenntnis und Poetik in einem. ... Dieses Buch hat viele nahrhafte Zutaten. Wer Interesse, Aufmerksamkeit und Geduld einbringt, dem hat es eine Menge zu geben. Sodass die stillschweigende Rechnung - was gibt mir das Buch für meinen Einsatz an Lebenszeit? - hier aufgeht." Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 29.08.11

"Ein Buch, das am Leben entlang entsteht, das sich vom Zufall lenken lässt, nicht von literarischen Zielen. ... Es ist der alte Traum: die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Keine Hierarchien der Gegenstände, alles gleich wichtig." Martin Ebel, Frankfurter Rundschau, 29.08.11

"Es ist ein Totenbuch, ein Buch des Lebens - ein gewaltiges Buch, über das gesprochen werden muss." Alexander Solloch, NDR, 09.09.11

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Felicitas Hoppe
"Hoppe"

S. Fischer Verlag

Georg-Büchner-Preis 2012

Als Leben zu kurz, als Roman zu schön, um wahr zu sein: Das Beste, was bislang über Hoppe geschrieben wurde!

›Hoppe‹ ist keine Autobiographie, sondern Hoppes Traumbiographie, in der Hoppe von einer anderen Hoppe erzählt: von einer kanadischen Kindheit auf dünnem Eis, von einer australischen Jugend kurz vor der Wüste, von Reisen über das Meer und von einer Flucht nach Amerika. Hoppes Lebens- und Reisebericht wird zum tragikomischen Künstlerroman, mit dem sie uns durch die Welt und von dort aus wieder zurück in die deutsche Provinz führt, wo ihre Wunschfamilie immer noch auf sie wartet.
Eine Geschichte über vergebliche Wünsche, gescheiterte Hochzeiten und halbierte Karrieren. Und über das unbestreitbare Glück, ein Kind des Rattenfängers aus Hameln zu sein.

Roman

»Die schönste und intelligenteste Prosa Deutschlands schreibt Felicitas Hoppe.« Denis Scheck, ARD Druckfrisch

»Ein lustvolles Experiment mit Leser- und Formerwartungen, das demonstriert: Wo derzeit alles Bio verspricht - naturbelassen, schadstofffrei und umweltverträglich -, liefere ich schiere Synthetik, reinsten Kunststoff! (…) hier geht es um eben die Selbstermächtigung des träumenden, wunschhaften Erzählens als der wahreren Wahrheit der Literatur - und damit auch des ihr gewidmeten Lebens.«
Erhard Schütz, Die Literarische Welt

»so liest man vergnügliche Szenen, mäandert munter durch die Hoppewelt - so voller Esprit und Witz und Schöpferkraft.«
Gabriele von Arnim, Deutschlandradio Kultur

»Unentwegt entfacht sie Wortwitze und überrumpelt komische Situationen. (…) Dieses Buch ist rundum positiv.«
Helmut Böttinger, Süddeutsche Zeitung

»Mit ›Hoppe‹ ist Hoppe ein künstlerischer Selbstentwurf gelungen, der in seiner romantischen Radikalität die fiktionale Romankonstruktion sprengt und in der zeitgenössischen Literatur kaum Entsprechungen finden dürfte.«
Hans-Jost Weyandt, Spiegel online

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Durs Grünbein
"Aroma - Ein römisches Zeichenbuch"

Suhrkamp Verlag

Tomas-Tranströmer-Preis 2012

Einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der Gegenwert stellt sich in Vers und Prosa der Ewigen Stadt.

„Aufblühen wird man hier, auch als kraut sich gern überlassen.
Dem wohligen Phototropismus. Der man im Norden war,
Dieser Eisblock Identität, Psyches Schneemann ist bald zerronnen.“

Der so spricht, ist an einem Ort angekommen, wo viele seiner Schreib- und Lebensmotive zusammenlaufen. Durs Grünbeins Jahr in Rom hat Gestalt gewonnen in einem Zeichenbuch. Die Stadt – „Roma caput mundi“ – wird als ein Schauplatz der Zeichen und Verweise erfahren und schlägt sich, wie bei den Reisenden früherer Zeiten, in Zeichnungen nieder – freilich in geschriebener Form. Aus vier Kapiteln gefügt, entstand so sein opus incertum, nach dem Vorbild des altrömischen Mauerwerks aus Bruchsteinen.

Grünbeins Aroma eröffnet mit langzeiligen Gedichten in freiem, hexametrisch gewitterndem Versmaß: doch nicht auf der Suche nach dem verlorenen Gestern. Vielmehr sind es die kaleidoskopisch zu fassenden Momente der Gegenwart, die den Blick des Dichters auf Stadt und Umland lenken. Die geistige Bruderschaft im Zeichen der Urbanität findet der Dichter, über die Zeiten hinweg, in Juvenal, dessen Dritte Satire er neu übersetzt und erläutert. In einer Reihe von Prosabildern, die an römischen Erinnerungsorten den Apostel Paulus so gut einfangen wie den Antiquitätenhändler und den afrikanischen Immigranten, bricht Grünbein mit dem lyrischen Maß, bevor in freien Versen das Zeichenbuch ausklingt: „Die Städte träumen alle voneinander. / Sie rufen sich beim Markennamen, und das Echo / Hallt durch die engen Korridore der Straßen."

Gebunden, 184 Seiten

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Wolfgang Herrndorf:
"Sand"

Rowohlt Berlin

Preisträger der Leipziger Buchmesse 2012

"Er aß und trank, bürstete seine Kleider ab, leerte den Sand aus seinen Taschen und überprüfte noch einmal die Innentasche des Blazers. Er wusch sich unter dem Tisch die Hände mit ein wenig Trinkwasser, goß den Rest über seine geplagten Füße und schaute die Straße entlang. Sandfarbene Kinder spielten mit einem sandfarbenen Fußball zwischen sandfarbenen Hütten. Dreck und zerlumpte Gestalten, und ihm fiel ein, wie gefährlich es im Grunde war, eine weiße, blonde, ortsunkundige Frau in einem Auto hierherzubestellen."

Während in München Palästinenser des "Schwarzen September" das Olympische Dorf überfallen, geschehen in der Sahara mysteriöse Dinge. In einer Hippie-Kommune werden vier Menschen ermordet, ein Geldkoffer verschwindet, und ein unterbelichteter Kommissar versucht sich an der Aufklärung des Falles. Ein verwirrter Atomspion, eine platinblonde Amerikanerin, ein Mann ohne Gedächtnis – Nordafrika 1972.

Ein mitreißender Agententhriller – und noch viel mehr: ein literarisches Abenteuer, ein außerordentlicher Roman.

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Feridun Zaimoglu "Ruß"

Kiepenheuer & Witsch Verlag

Preis der Literaturhäuser 2012

Liebe, Trauer und Vergeltung im Ruhrpott – eine deutsche Saga

Ein Kiosk in Duisburg ist der Ausgangspunkt einer rasanten Geschichte, die ihren Held durch den Ruhrpott, nach Warschau und bis auf die Großglocknerstraße führt – und an die Grenzen seiner Liebes- und Leidensfähigkeit.

Mit »Liebesbrand« und »Hinterland« hat Feridun Zaimoglu erfolgreich die Romantik in die deutsche Gegenwartsliteratur zurückgeholt, und nun wendet er sich einer Region zu, die deutscher kaum sein könnte: dem Ruhrpott, Industriebrache im Wandel zur Dienstleistungsregion. Die Gegend ist im Umbruch, und gebrochen ist auch der Held dieser Geschichte. Renz war Arzt, doch als seine Frau von einem Einbrecher ermordet wurde, zerbrach seine Welt und brach sein Wille. Seit mehreren Jahren hilft er bei seinem Schwiegervater aus, der einen Kiosk mitten in Duisburg führt, kümmert sich um die Alltagssorgen der Trinker und Hänger, trauert um seine Frau und sinnt auf Vergeltung. Sein Leben kommt wieder in Fahrt, als er den Auftrag erhält, einen verstörten jungen Mann aus Warschau zurückzuholen. Wieder in Duisburg verliebt er sich in die Kellnerin Marja, doch dann holt ihn die Vergangenheit ein: Er erfährt von der Haftentlassung des Täters und heftet sich an seine Fersen.

Zaimoglu zeigt das Drama eines Menschen, den kaum noch etwas im Leben hält, vor dem Hintergrund einer Welt, die durch eine lange Tradition geprägt ist und sich gerade neu erfindet. Große deutsche Literatur!

Roman
272 Seiten, gebunden

»So kunstvoll wie immer, aber dieses mal mit den Mitteln bewusster Verknappung, hat Feridun Zaimoglu einen lebensklugen und spannenden Roman über Deutschlands verwildernden Westen geschrieben.«
Süddeutsche Zeitung, Meike Fessmann

»Feridun Zaimoglus Buch ist ein ernsthafter Versuch, unbürgerliche Literatur zu schreiben. So etwas traut sich kaum noch ein Autor.«
Die Zeit

»Zaimoglu zeichnet eine archaische Männerwelt, in der es nie weit ist vom Gespräch zur Schlägerei und in der eher ein elementares Naturrecht gilt, als das Vertrauen auf den Rechtsstaat. Was daraus entsteht ist Road-Novel, Milieustudie und Thriller, vor allem aber – und das sind die schönsten, intensivsten Passagen – ein Liebesroman. [...] Überhaupt lebt dieser Roman mit seinem kruden Geschehen ganz von der Sprache. Gerade in dem, was er weglässt – Gefühle, Schönheit, Wärme – lässt er große Sehnsucht und Lebensschmerz erkennen. Das macht Ruß zu einem eindrucksvollen Leseerlebnis.«
Deutschlandradio

»Er war und ist ein Autor, der ein Ohr für ungewöhnliche Geschichten und Töne hat und sich beides, Geschichten wie Tonfälle, anzuverwandeln weiß, um etwas Eigenes daraus zu machen. Ein unzuverlässiger Protokollant also, aber ein begnadeter Materialsammler, der seine Funde buchstäblich auf der Straße macht. [...] Denn Zaimoglu beschreibt ja nicht den Kohlenpott von heute. Sein Blick ist nicht auf das Existierende gerichtet, sondern auf das bereits Verschwundene. In die Lücken, die es hinterlassen hat, stößt Zaimoglu mit seiner Phantasie, seinem Einfühlungsvermögen, seinem mimetischen Sprachgefühl, seiner Menschenliebe und mit der ganzen schillernden Pracht des für ihn so typischen, schrägen, diesmal expressionistisch aufgerauhten Pathos. So entsteht in Ruß dann doch ein Abbild des Ruhrgebiets – als Remix, dessen Autor auf den alten Tonspuren surft, wie es ihm gefällt.«
FAZ

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Ian Kershaw "Das Ende"

Kampf bis in den Untergang - NS-Deutschland 1944/45
Deutsche Verlags-Anstalt

Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2012

Warum kämpften die Deutschen bis zum bitteren Ende?

Das »Dritte Reich« kämpfte nicht nur bis zum bitteren Ende, bis zur totalen Niederlage, es funktionierte auch bis zum Schluss. Bis die Rote Armee vor den Pforten der Reichskanzlei stand, wurde die öffentliche Ordnung in Deutschland, das täglich ein Stück mehr unter alliierte Besatzung geriet, weitgehend aufrechterhalten. Löhne wurden bezahlt und die Verwaltung lief – wenngleich unter großen Schwierigkeiten – weiter. Die Gründe dafür, warum Hitlers Deutschland militärisch zusammenbrach, sind bekannt, die Frage, wie und warum das »Dritte Reich« bis zum Schluss funktionierte, ist dagegen bis heute nicht beantwortet. Zentral bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie das Regime bis zum Ende durchhalten konnte, so der renommierte NS-Historiker Ian Kershaw, ist Hitlers Art der charismatischen Herrschaft.

Originaltitel: The End. Hitler's germany, 1944-45
Originalverlag: Allen Lane an imprint of Penguin Books
Aus dem Englischen von Klaus Binder, Bernd Leineweber, Martin Pfeiffer
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 704 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
mit Abbildungen

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Timothy Snyder "Bloodlands"

Europa zwischen Hitler und Stalin
C.H. Beck

Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2012

Timothy Snyder erzählt in seinem aufsehenerregenden, zutiefst aufwühlenden Buch drei miteinander verknüpfte Geschichten – Stalins Terrorkampagnen, Hitlers Holocaust und den Hungerkrieg gegen die Kriegsgefangenen und die nichtjüdische Bevölkerung – so wie sie sich tatsächlich zugetragen haben: zur gleichen Zeit und am gleichen Ort.
Makellos recherchiert, atemberaubend geschrieben und von eindringlicher Humanität gehört Bloodlands zu den historischen Büchern, die einen anderen Blick auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts eröffnen. Noch bevor der Zweite Weltkrieg begann, hatte Hitlers zeitweiliger Partner und späterer Gegner Stalin bereits Millionen von Menschen umgebracht – und setzte dieses Morden während des Krieges fort. Bevor Hitler besiegt war, hatte er sechs Millionen Juden ermorden lassen – und ließ Millionen andere Menschen gezielt verhungern. All dies geschah auf einem einzigen Gebiet: den „Bloodlands“ zwischen Russland und Deutschland. Doch als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, verschwand die Erinnerung an diesen millionenfachen Mord in der Dunkelheit hinter dem Eisernen Vorhang.
Nicht nur unser Bild vom Holocaust erweist sich jedoch mit dem Blick auf die „Bloodlands“ als unvollständig und westlich verzerrt. Auch die Geschichte Europas gewinnt ein verlorenes Terrain im Osten zurück: die gemeinsame Erinnerung an 14 Millionen Tote und die größte Tragödie der modernen Geschichte.

Aus dem Englischen von Martin Richter
523 Seiten
mit 36 Karten
Gebunden

Auch als E-Book lieferbar.

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Maxim Leo
"Haltet Euer Herz bereit"

Eine ostdeutsche Familiengeschichte
Heyne Verlag

Europäischen Buchpreis 2011

Der preisgekrönte Journalist erzählt kritisch, liebevoll und unsentimental

Die Familie von Maxim Leo war wie eine kleine DDR. In ihr konzentriert sich vieles, was in diesem Land einmal wichtig war: die Hoffnung und der Glaube der Gründerväter. Die Enttäuschung und das Lavieren ihrer Kinder, die den Traum vom Sozialismus nicht einfach so teilen wollten. Und die Erleichterung der Enkel, als es endlich vorbei war. In dieser Familie wurden im Kleinen die Kämpfe ausgetragen, die im Großen nicht stattfinden durften.

Der Journalist und Autor Maxim Leo ist Träger des Europäischen Buchpreises 2011. Leo, der in Ost-Berlin geboren wurde, wird für sein Buch „Haltet euer Herz bereit“ ausgezeichnet, das liebevoll und mitreißend die Geschichte seiner Familie vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall erzählt. Der diesjährige Jury-Präsident des Europäischen Buchpreises, der britische Schriftsteller und Booker-Preisträger Julian Barnes, würdigte Maxim Leo als einen ebenso unterhaltsamen wie klugen Erzähler deutscher Geschichte.

Taschenbuch
Broschur, 272 Seiten

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Friedrich Christian Delius
"Bildnis der Mutter als junge Frau"

Rowohlt Verlag

Georg-Büchner-Preisträger 2011

Rom im Januar 1943: Eine junge deutsche Frau steht kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes. An einem sonnigen Tag begibt sie sich auf einen Spaziergang durch die fremden Straßen. Trotz der verwirrend schönen Eindrücke ist sie mit ihren Gedanken woanders. Ihr Mann wurde überraschend an die afrikanische Front abkommandiert. Der Zeitpunkt seiner Rückkehr ist ungewiss. Und auf ihrem Gang durch die Ewige Stadt beginnt die junge Frau zu ahnen, dass der Krieg verloren gehen könnte …

rororo
Taschenbuch, 128 S.

«Eine wundervolle Erzählung.» (Süddeutsche Zeitung)
«Ein kleines Meisterwerk … und eine Liebeserklärung an die Stadt Rom und an die Mutter.» (Die Zeit)
«Ein Meisterwerk an Anmut und historischem Scharfblick.» (Neue Zürcher Zeitung)
«Spannung und Elastizität dieser großartigen Erzählung sind gewaltig.» (Die Welt)

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Eugen Ruge
"In Zeiten des abnehmenden Lichts"

Rowohlt-Verlag

Deutscher Buchpreis 2011

Roman einer Familie

Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr 89 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.

Hardcover, 432 S.
19,95 €
978-3-498-05786-2

«Überragend ... eine faszinierende Innensicht der DDR.» Felicitas von Lovenberg, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

«Eugen Ruge ist ein Erzähler von einer Virtuosität, von einer sprachlichen Finesse, von einer erzähltechnischen Genauigkeit, wie man sie nicht alle Tage antrifft ... Meisterlich.» Andreas Isenschmid, 3SAT-KULTURZEIT

«Seine Figuren haben Bestand jenseits der Zeiten. Und vielleicht erzählt er gerade deshalb mehr von der DDR und den Nöten des Lebens als all die Bücher, die sich an den Ideologien und an der harten Wirklichkeit abarbeiten. Die Zeit ist reif für diesen unverstellten, humorvollen und einfühlsamen Blick.» Jörg Magenau, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

«Gelassen, umsichtig, souverän ... Ein Roman, der die DDR wirklich hinter sich lässt.» Dirk Knipphals, DIE TAGESZEITUNG

«Das eigentliche Wunder dieses Romans besteht aber darin, wie er jeder seiner Figuren Gerechtigkeit widerfahren lässt, in einer präzisen, unprätentiösen Sprache, die ganz auf Beobachtung setzt, die Bedeutung der Dinge, auf Gerüche, Gesten. Es gibt nicht den geringsten Grund, der DDR als Staat hinterher zu trauern, aber es gibt eine Menge Gründe, das gelebte, das geglückte oder vergeudete Leben mit feinem schwarzen Humor zu erzählen.» Michael Kumpfmüller, DIE WELT

«Ein lebenskluger Roman.» Iris Radisch, DIE ZEIT

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Buchpräsentation

Tomas Tranströmer "Sämtliche Gedichte"

Hanser Verlag

Literatur-Nobelpreis 2011

Das schmale lyrische Gesamtwerk von Tomas Tranströmer hat auch außerhalb Schwedens großen Einfluß ausgeübt; besonders aber in Deutschland. In seinen Gedichten kommt eine innere, erträumte Welt hinter der Wirklichkeit zur Sprache, die in ihrer exakten Schönheit ein Gegenbild zeichnet.

übersetzt aus dem Schwedischen von Hanns Grössel
Erscheinungsdatum: 08.02.1997
Flexibler Einband, 264 Seiten





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Jörg Bernig
"Weder Ebbe noch Flut"

Mitteldeutscher Verlag

Eichendorff-Literaturpreis 2011

Die Geschichte der großen Liebe von Albert und Dorothee beginnt 1983 am Rande eines Kirchentages in Leipzig. Ein Kind soll für die beiden ein Zauberspruch gegen einen Alltag sein, mit dem sie nichts anfangen können. Doch Dorothee wird nicht schwanger, auch die Medizin vermag nicht zu helfen.
Dann fällt die Mauer, neue Möglichkeiten tun sich auf, aber Albert entbindet Dorothee von ihrem Versprechen auf ein gemeinsames Leben. Er verlässt sie aus Liebe, damit wenigstens sie sich ihren Kinderwunsch erfüllen kann. Er selbst geht nach Wales – wie er sagt: ans Ende der Welt. Dort will er seine Forschungen zu Adalbert Stifter abschließen, dessen Ehe ebenfalls kinderlos geblieben war. Und noch tiefer reicht die Verbindung Alberts mit dem Leben Stifters: Als Albert einige Jahre später zum Abschluss seiner Forschungen nach Oberplan, Stifters Geburtsort in Böhmen, reist, lebt Dorothee dort …
Jörg Bernig erzählt die Geschichte einer großen Liebe, die durch Kinderlosigkeit in Gefahr gerät. Die Art und Weise, wie er die Liebenden in den Jahren vor und nach den Herbstereignissen von 1989 zeichnet und dies behutsam mit biografischen Details aus dem Leben Adalbert Stifters verbindet, macht diesen Roman zu einem Buch der Romantik von heute – einer Romantik, gegen die das alltägliche Leben steht.

Jörg Bernig, geboren 1964, lebt in Radebeul an der Elbe. Seine literarischen Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit den Förderpreisen zum Friedrich-Hölderlin-Preis sowie zum Lessing-Preis. Bisher erschienen die Gedichtbände »Winterkinder« und »billett zu den göttern« sowie die Romane »Dahinter die Stille« und »Niemandszeit«.

Roman
264 S., geb. mit SchU
ISBN 978-3-89812-464-5

"Was Bernigs Roman auszeichnet, ist ein hoher künstlerischer Anspruch, der sich jedoch nie in forcierter Künstlichkeit gefällt. Vielmehr gelingt es dem Autor, einen provozierend ruhigen Erzählfluss zu inszenieren, der die Einblicke auf den dramatischen Grund des Geschehens dadurch nur umso wirkungsvoller hervortreten lässt. Bernig erzählt mit großem Sinn für die Poesie von Landschaften, mit Sinn für Geschichte und Politik, für Witz und dessen ältere Bedeutung: Geist. Dass Glück durch Verzicht Wirklichkeit werden kann, ist die geheime Botschaft dieses Romans. Dass Verzicht deshalb reich machen kann, seine unzeitgemäße Wahrheit."
Ulrich Schacht, Die politische Meinung, August 2008

"Bernig hat einen Roman von intensiver Sprachkraft geschrieben, eine bewegende Gegenwartsgeschichte."
Rudolf Scholz, Sächsische Zeitung

"Jörg Bernig erzählt die Geschichte von Albert und Dorothee in vielen Rückblenden und mit zahlreichen Zitaten und biografischen Daten von Adalbert Stifter, dass manchmal die Grenze zwischen Roman und Dokumentation verwischt wird. Dabei ist Bernigs Sprache poetisch, die den Leser teilhaben lässt an der Spurensuche nach dem persönlichen Glück und nach Adalbert Stifter."
Manfred Orlick, www.buchinformationen.de

"Wie Bernig diese Zeit [der späten achtziger Jahre] in Sprache fasst, wie es ihm zum Beispiel mit der Figur des DDR-Frührentners ‚Fratze‘ oder bei der Beschreibung einer DDR-typischen Party gelingt, seinen Ton im Wechsel von Ironie und Melancholie auszubalancieren, das dürfte fraglos ein ganz eigener Beitrag in Sachen ‚Wenderoman‘ sein."
Dülstweef, SAX. Das Dresdener Stadtmagazin

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Martin Walser
"Muttersohn"

Rowohlt Verlag

Auf die Frage, wovon sein neuer Roman handele, bekennt Martin Walser, dass es einfacher wäre zu sagen, wovon er nicht handele. Hier sind alle seine großen Themen gebündelt: Liebe und Vergeblichkeit, Lüge und Wahrheit, Glauben und Wissen. Muttersohn ist ein von Humor polierter Glaubensroman, ein Erleuchtungsbuch, in dem auch die Vernunft ihren Platz findet – nur nicht den von Aufklärungsfanatikern eingeforderten.

Hardcover, 512 S.

«Muttersohn» ist ein Abenteuer, ein wilder, ein mit allen Daseinsfarben auf trumpfender Roman. Ein Roman darüber, was die Liebe vermag, was der Glaube vermag, was die Sprache vermag.

«Als Evangelium stellt dieses Werk keine Frage – es ist.»
FELICIAS VON LOVENBERG, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

«Ein heiteres, altersweises Spiel, das von Normen und Begrenzungen nichts mehr wissen will.»
ADAM SOBOCZYNSKI, DIE ZEIT

«So luzide kann Wahn nur in irre großer Literatur sein.»
SABINE VOGEL, BERLINER ZEITUNG

«Dies ist kein wunderliches Alterswerk, sondern ein großer Wurf.»
RICHARD KÄMMERLINGS, WELT AM SONNTAG

«Martin Walsers neuer Roman ist ein Liebes-Evangelium.»
JÖRG MAGENAU, LITERATUREN

«Er war noch nie so gut wie jetzt.»
IM MAGAZIN JOBST-ULRICH BRANDT, FOCUS

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Hanna Krall
"Herzkönig"

Verlag Nuee Kritik

Europäischer Literaturpreis

»Das ist der letzte Abschnitt meiner Reise, und es wäre dumm, wenn ich jetzt verrückt werden würde.«

Diese nüchterne Feststellung stammt von Izolda Regensberg alias Maria Pawlicka. Seit der Deportation ihres Mannes nach Auschwitz besteht der Sinn ihres Lebens allein darin, ihren Herzkönig zu befreien. Die fieberhaften Bemühungen werden von Absurditäten und Zufällen, von glücklichen und unglücklichen Fügungen begleitet. In Zeiten der Vernichtung wundert sich Izolda über keine Grausamkeit - auch nicht über die eigene.

Bis Izolda schließlich im Mai 1945 im Lager Ebensee auf ihren Ehemann trifft, hat sie eine Odyssee von Lagern und Gefängnissen hinter sich. Das Paar kehrt mit »polnischen« Pässen nach Polen zurück. Jahre später fliegt die geborgte Identität auf, und die beiden erhalten jüdische Pässe, die sie zur Ausreise nach Wien zwingen.

Izolda, die hervorragende Spezialistin im Überleben, muss erkennen, dass sie das Leben nach dem Überleben nicht in den Griff bekommt. Sie empfindet zunehmend Fremdheit gegenüber der Welt, deren Fixpunkt ihr verloren gegangen ist. Sie zieht zu den Töchtern nach Israel. Umgeben von alltäglichen politischen Ausnahmezuständen und unverständlichen Wortfetzen lebt sie in ihrer Erinnerung noch im Zweiten Weltkrieg.

»Herzkönig« handelt vom Schicksal polnischer Juden - jener, die durch den Holocaust umkamen, und jener, die ihn mit Verletzungen unterschiedlichster Art überlebten. Erschütternde historische Situationen korrespondieren mit persönlichen Katastrophen. Und für jede findet die Autorin knappe Sätze, die beim Leser einen tiefen Schrecken hinterlassen. So einfach und zugleich poetisch schreibt nur Hanna Krall.

Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall
175 Seiten
12,5 x 20,5 cm
gebunden

So verschränkt sich der Tod gleich auf der ersten Seite mit der Liebe. Hanna Krall, die als Kind den Holocaust überlebte, hat dem Journalismus des (realsozialistischen) Willens ihren ganzen Wirklichkeitssinn entgegengesetzt. Seit dreißig Jahren erzählt sie Geschichten von Menschen und davon, wie deren Leben von der (großen) Geschichte berührt wurde. So arbeitet die gelernte Journalistin an der Bewahrung des kollektiven Gedächtnisses. Viele Geschichten wurden ihr im Laufe der Jahre erzählt, doch nur wenn »hinter einer Geschichte noch ein Geheimnis steckt«, kann sie darüber schreiben, sagt sie.
Diese banale und doch so essentielle Voraussetzung jedes Kunstschaffens hat die Autorin auch formal beherzigt. Das »Geheimnis« der Izolda R., ist, um es schnell zu sagen, die Kraft der Liebe.
Die Welt ist aus den Fugen, wenn man vor dem Mitleid die Flucht ergreift oder wenn »einen Bekannten treffen« ein Synonym für tödliche Bedrohung ist. Durch die Lakonik schafft Krall eine Leichtigkeit, die das Grauen bergen kann. »Je größer die Verzweiflung, desto weniger Sätze braucht man.« Diese ihr eigentümliche Reduktion hat Hanna Krall nun in einem Roman zur Meisterschaft gebracht. Schrecken und Staunen breiten sich im Leser aus. Unglaublich, unfassbar bleibt das Überlebthaben.
(Marie-Luise Knott, FAZ)

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Frédéric Martel
"Mainstream. Wie funktioniert, was allen gefällt"

Knaus Verlag

Wer beherrscht unsere Köpfe und warum? – Eine faszinierende Expedition zu den Mächtigen des Kulturbetriebs

Avatar, Stieg Larsson, Google, Michael Jackson – wie funktioniert die Kultur der Massen und wer macht sie? Was gefällt allen, überall auf der Welt? Und warum? Es geht in diesem Report über die weltweite Kulturindustrie um ein Billionengeschäft. Es geht aber auch um die Herrschaft über Worte, Bilder, Träume und Weltanschauungen.

Fünf Jahre reiste der Medienforscher Frédéric Martel auf allen Kontinenten, befragte in 1250 Interviews die Mitwirkenden der Kreativindustrien von 30 Ländern. Auf der Suche nach Gewinnern und Verlierern begleitet ihn der Leser in die Kapitalen des Entertainment, nach Hollywood und Bollywood, zu TV Globo nach Brasilien, zu Sony, Al Jazeera, Televisa, in ägyptische Multiplexkinos, die Kleinstädten gleichen, zu Kellnern in L.A., aus denen Weltstars wurden, und zu Julliard-School-Absolventen, die kellnern. Noch beherrscht Amerika den globalen Markt, doch deutlich dringt aus den Medienkonzernen in Mumbai, Shanghai, Seoul, Rio und Dubai der Schlachtruf: »Wir haben ein Milliardenpublikum, wir haben Geld, wir werden es Hollywood zeigen.« Dagegen spielen europäische Filme, Bücher, Musik eine immer geringere Rolle, da wir in Europa unsere elitäre Position, die auf Massenkultur hinunterschaut, nicht aufgeben wollen. Wir brauchen uns daher nicht zu wundern, wenn wir den Krieg um Werte, Bilder und die Inhalte in den Köpfen der Menschen verlieren.

Provozierende These: Will Europa ein internationaler Player sein, braucht es mehr Mainstream.

Aus dem Französischen von Elsbeth Ranke, Ursel Schäfer
Deutsche Erstausgabe

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 512 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

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Bora Cosic
"Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution"

Suhrkamp Verlag

Stefan-Heym-Preis 2011

Aus dem Serbischen von Mirjana und Klaus Wittmann

Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution, heute ein Klassiker der europäischen Literatur, war ein Kultbuch in Jugoslawien. Aus der Perspektive eines Kindes - unschuldig bis zur Idiotie - wird in kaum zu überbietender Knappheit vorgeführt, wie Krieg, Faschismus und Kommunismus den Mikrokosmos einer heruntergekommenen Familie in Belgrad der vierziger Jahre heimsuchen. Hier hält man Lenins Schrift »Ein Schritt vor, zwei zurück« für ein Tango-Lehrbuch, diskutiert über Zwerge in Einmachgläsern und geht in Deckung, wenn die Partisanen den Freund von gestern zum Feind erklären. Die unheimliche Lakonie des Erzählers, der irrsinnige Witz und melancholische Humor des Buches machen es zu einem Meisterwerk der Subversion.

suhrkamp taschenbuch 3422, Broschur, 120 Seiten

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Maja Haderlap
"Engel des Vergessens"

Wallstein Verlag

Bachmann-Preis 2011

Ein großes Romandebüt, das von einem Leben in der Mitte Europas erzählt; mit kraftvoller Poesie; Geschichten, die uns im Innersten betreffen.

Maja Haderlap gelingt etwas, das man gemeinhin heutzutage für gar nicht mehr möglich hält: Sie erzählt die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes. Erinnert wird eine Kindheit in den Kärntner Bergen. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn. Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Familie gehört, ist er noch allgegenwärtig. In den Wald zu gehen hieß eben »nicht nur Bäume zu fällen, zu jagen oder Pilze zu sammeln«. Es hieß, sich zu verstecken, zu flüchten, sich den Partisanen anzuschließen und Widerstand zu leisten. Wem die Flucht nicht gelang, dem drohten Verhaftung, Tod, Konzentrationslager. Die Erinnerungen daran gehören für die Menschen so selbstverständlich zum Leben wie Gott.Erst nach und nach lernt das Mädchen, die Bruchstücke und Überreste der Vergangenheit in einen Zusammenhang zu bringen und aus der Selbstverständlichkeit zu reißen - und schließlich als (kritische) junge Frau eine Sprache dafür zu finden. Eindringlich, poetisch, mit einer bezaubernden Unmittelbarkeit.

Ein Auszug aus dem Roman wurde 2011 in Klagenfurt mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet.

»Maja Haderlap hat eine gewaltige Geschichte geschrieben... Die Großmutter wie noch keine, der arme bittere Vater wie noch keiner, die Toten wie noch nie, ein Kind wie noch keines.« (Peter Handke)

Roman
288 Seiten
Einband: gebunden, Schutzumschlag

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Monika Maron
"Flugasche"

S. Fischer Verlag

Lessing-Preisträgerin 2011

Bitterfeld vor 30 Jahren: Die Journalistin Josefa Nadler kommt hierher, um eine Reportage über das veraltete und umweltgefährdende Kraftwerk zu machen. Mit ihrer kritischen Haltung gerät sie unter Druck und muss sich vor den Kollegen und der Partei rechtfertigen. Als es ihr nicht gelingt, ihren Standpunkt klarzumachen, zieht sie sich zurück.
›Flugasche‹ (1981), Monika Marons erster Roman, machte die Autorin über Nacht berühmt. Er zählt heute zu den Meisterwerken der deutschen Nachkriegsliteratur und bildet einen wichtigen Bezugspunkt zu Monika Marons 2009 erschienener Reportage ›Bitterfelder Bogen‹.

Roman

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Friedrich Christian Delius
"Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus"

Reinbek, Rowohlt-Verlag

Georg-Büchner-Preisträger 2011

“In der Mitte seines Lebens, im Sommer 1981, beschließt der Kellner Paul Gompitz aus Rostock, nach Syrakus auf der Insel Sizilien zu reisen. Der Weg nach Italien ist versperrt durch die höchste und ärgerlichste Grenze der Welt, und Gompitz ahnt noch keine List, sie zu durchbrechen. Er weiß nur, daß er die Mauern und Drähte zweimal zu überwinden hat, denn er will, wenn das Abenteuer gelingen sollte, auf jeden Fall nach Rostock zurückkehren.” So beginnt F. C. Delius’ Chronik eines ungewöhnlichen, schweijkschen Abenteuers aus unserer Zeit.
Nach siebenjähriger Vorbereitung gelingt es dem Kellner im Juni 1988, mit einer Jolle von Hiddensee aus die Seegrenze der DDR zu überqueren und nach Gedser in Dänemark zu segeln – ein “einfacher Grenzdurchbruch”, wie Gompitz meint, Vergehen gegen § 213 Abs. 1, weil nicht in Gruppe und nicht unter Mitführung gefährlicher Gegenstände bewerkstelligt und auch keine Grenzanlagen beschädigt wurden. Delius erzählt von der Mühsal der Vorbereitungen, von der Hartnäckigkeit, wie Gompitz das Segeln lernte, sein Boot tarnte, auf tragikomische Weise versuchte, Geld in den Westen zu schaffen, wie er gegen jede Gefahr eine List fand, immer etwas schlauer als die Staatssicherheit, alles ohne Mitwisser. Einfach auf sein Recht auf eine Bildungs- und Pilgerreise pochend, auf den Spuren Johann Gottfried Seumes, dessen “Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802″ er seit Jugendzeiten im Kopf hat, von Triest über Terni und Rom bis zum Ziel seiner Reise, Syrakus. Doch zunehmend, wir schreiben Oktober 1988, ein Jahr vor dem Fall der Mauer, irritiert ihn die Frage: “Wie kommst du am besten wieder zurück?” – und er schafft auch das mit List und Tücke.

Erzählung
160 Seiten

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Frank Jöricke
"Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage"

Solibro Verlag

"Am Tag, als Janis Joplin starb, unterschrieb mein Vater den Kaufvertrag für unser Reihenhaus. Er legte so den Grundstein dafür, dass eine große Liebe zu einer Gütergemeinschaft verkam."

Frank Jörickes Roman ist eine launige Zeitreise durch die verschiedenen Dekaden der jüngeren bundesrepublikanischen Geschichte. Seien es die Studentenunruhen, die Ölkrise oder das Aufkommen des Feminismus, Daily Soaps oder die Maueröffnung, alles Anlässe für den Erzähler, mit abgeklärt-kompromisslosem Blick die schrullige Bagage, die sich Verwandtschaft nennt, bei ihrem bunten Treiben zwischen Zeitgeist und Fettnäpfchen zu beobachten. Es entstehen typische Charakterbilder skurriler Normalos, die sich tapfer durchs Reihenhausleben schlagen: Onkel, Tante, die Eltern, die sich mit ihrer späten Scheidung "um viele schöne getrennte Jahre" gebracht haben ...

Hier wird nicht versucht, die vermeintliche Langeweile der Wohlstandsdekaden mit einer Konsumgeschichte aufzuwerten, sondern eine amüsante Chronologie der nicht ganz so yuppiehaften Familienwelt in der Provinz erzählt, die Wiedererkennungseffekte garantiert und die Skurrilität damaliger Normalität mit ironisch-liebevollem Blick in Erinnerung ruft und würdigt.

Und ein schönes Zubrot ist der Anhang, denn dort findet der interessierte Leser noch einmal eine launige Kurzfassung der wichtigsten Ereignisse von 1967 bis 2003; damit erübrigt sich der Griff zum Lexikon.

Hardcover mit Schutzumschlag
256 Seiten

"Es gibt Bücher, die sind so gelungen, das man sie kaum aus der Hand legen mag - es sei denn, um sich die Lachtränen abzuwischen. Frank Jöricke ist mit seinem Erstling ein derartiges Kunstwerk gelungen."
Badisches Tagblatt

"Das ist nicht nur höllisch lustig, sondern auch sehr informativ."
MDR Sputnik, Quergelesen

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Melinda Nadj Abonji
"Tauben fliegen auf"

jung und jung

Schweizer Buchpreis 2010

Eine ungarische Familie aus Serbien in der Schweiz. Ein schwungvoll und gewitzt erzählter Roman aus der Mitte Europas.

Es ist ein schokoladenbrauner Chevrolet mit Schweizer Kennzeichen, mit dem sie zur allgemeinen Überraschung ins Dorf einfahren, und die Dorfstraße ist wirklich nicht gemacht für einen solchen Wagen. Sie, das ist die Familie Kocsis, und das Dorf liegt in der Vojvodina im Norden Serbiens, dort, wo die ungarische Minderheit lebt, zu der auch diese Familie gehört.
Oder, richtiger, gehörte. Denn sie sind vor etlichen Jahren schon ausgewandert in die Schweiz, erst der Vater und dann, sobald es erlaubt war, auch die Mutter mit den beiden Töchtern, Nomi und Ildiko, und Ildiko ist es, die das hier alles erzählt. So auch den Besuch im Dorf, der dann nicht der einzige bleibt, Hochzeiten und Tod rufen sie jedesmal wieder zurück ins Dorf, wo Mamika und all die anderen Verwandten leben, solange sie leben.
Zuhause ist die Familie Kocsis also in der Schweiz, aber es ist ein schwieriges Zuhause, von Heimat gar nicht zu reden, obwohl sie doch die Cafeteria betreiben und obwohl die Kinder dort aufgewachsen sind. Die Eltern haben es immerhin geschafft, aber die Schweiz schafft manchmal die Töchter, Ildiko vor allem, sie sind zwar dort angekommen, aber nicht immer angenommen. Es genügt schon, den Streitigkeiten ihrer Angestellten aus den verschiedenen ehemals jugoslawischen Republiken zuzuhören, um sich nicht mehr zu wundern über ein seltsames Europa, das einander nicht wahrnehmen will. Bleiben da wirklich nur die Liebe und der Rückzug ins angeblich private Leben?

Roman
320 Seiten, gebunden

Was für eine Sprache! Was für eine Fantasie! Während einer Hochzeit lacht Jugoslawiens Staatschef Tito aus einer Wolke hinab auf die feiernden Gäste. Ein andermal singen Trauerweiden, und das dunkle Wasser des Sees erzählt eine Geschichte. Nebenbei wird geflucht wie nur irgendwas, und Stalin soll einen sibirischen Gruß aus seinem unterkühlten Arsch schicken.
Selten erzählt eine Autorin so poetisch von den Schrecken eines Krieges, des Balkankrieges, und von den familiären Tragödien, die mit der wechselvollen Politik dieser Region verbunden sind. Die Schweizerin erzählt eine Geschichte über das Weggehen und Ankommen, Erwachsenwerden und Familie, Politik, Liebe, Hass und Einsamkeit. Ein großes Erlebnis, denn zwischen dem Leid findet Nadj Abonji so viel Schönheit, dass einem beim Lesen wieder und wieder die Sinne übergehen.
Uli Müller, Financial Times Deutschland

Abonjis Geschichte ist gut, ein Ereignis aber ist ihre Sprache.
Tobias Becker, Der Spiegel

Eine teils ergreifende, nie sentimentale Familiengeschichte, aber ebenso ein Roman über die Anpassungsfähigkeit des Menschen.
Judith von Sernburg, Frankfurter Rundschau

Das ist sie also: die zeitgemässe Form, über Emigration, entschwindende Heimat und das Leben im Dazwischen zu schreiben. Mit Humor, pointierter Wehmut und rhythmischem Sound.
Sibylle Birrer, Neue Zürcher Zeitung

Melinda Nadj Abonjis Versuch, ein persönliches Stück Zeitgeschichte – den Zusammenbruch Ex-Jugoslawiens – im Schicksal einer Immigrantenfamilie zu spiegeln, ist auf beeindruckende Weise gelungen. Wie mutig zudem, ein Ausländerdasein in der Schweiz so aufrichtig, so bitter, so sensibel und fair zu beschreiben.
Alice Werner, Berner Zeitung

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Clemens J. Setz
"Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes"

Suhrkamp Verlag

Belletristik-Preis der Leipziger Bucmesse 2011

Clemens J. Setz gewinnt mit dem Erzählband den diesjährigen Preis der Leipziger Buchmesse. Anlässlich des Preises der Leipziger Buchmesse lobt die Jury: »Täuschende Nachbarn, Prügelorgien der Kunst, verrückende Maschinen – diese Erzählungen locken den Leser in ein Labyrinth aus Zärtlichkeit, Gewalt, Liebe und Gemeinheit.«

Eines Tages ist es da. Steht am Ende einer Sackgasse mitten in der Stadt. Es ist ein großes Kind. Den Blick hält es demütig zu Boden gesenkt, seine Haut ist rissig. Tagsüber versammeln sich die Bewohner der Stadt um dieses Kind, veranstalten Kundgebungen und Konzerte. Nachts schlagen sie auf es ein, mit Fäusten, Stöcken und Ketten – auf die Skulptur aus weichem, niemals trocknendem Lehm, auf das Mahlstädter Kind. Der Künstler hat es ihnen zur Vollendung überlassen, hat ihnen die Aufgabe übertragen, es »in die allgemein als vollkommen empfundene Form eines Kindes zu bringen«. Zuerst treibt die Kunstbegeisterung die Bewohner der Stadt, dann kommen sie als Pilger ihrer Wut, verlieren prügelnd die Kontrolle über sich und beinahe auch ihren Verstand.

Nach den beiden von der Kritik bejubelten und mit Preisen ausgezeichneten Romanen Söhne und Planeten und Die Frequenzen legt der österreichische Autor Clemens J. Setz nun einen Band mit Erzählungen vor. Es sind Geschichten gespickt mit grotesken Ideen und subtilem Horror, voller gewalttätiger Momente und zärtlicher Gesten. Wie in den Romanen präsentiert sich Setz auch in der kurzen Form als scharfer Beobachter der menschlichen Natur und einfühlsamer, geradezu liebevoller Porträtist ihrer Eigenarten.

Erzählungen
Gebunden, 350 Seiten

»Clemens J. Setz hat [die Grazer] Moderne gleichsam auf den jüngsten Stand gebracht, mit Erzählungen von eher dunklen, ja vielleicht sogar bösen und grausamen Gestalten, die ihre seltsame Plastizität mit den Figuren aus Computerspielen teilen, unheimlich präsent und porös zugleich.«
Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung

»Da wagt einer das radikale Gegenprogramm zur hübsch verkasteten Literaturwerkstättenliteratur, bricht dunkle Lieder pfeifend aus den literarischen Reihenhaussiedlungen aus.«
Elmar Krekeler, Die Welt

»Er ist das Wunderkind der deutschen Literatur: radikal, unbedingt, ganz anders im Ton als seine Generationsgenossen.Von einer apokalyptischen Verzweiflung.«
Die Zeit

»Hier schreibt ein ganz Großer, einer, für den die Wirklichkeit in all ihren bizarren, grotesken, absurden, realistischen wie simulatorischen Aspekten noch längst nicht auf- und ausgeschrieben ist. Im Gegenteil – es hat gerade erst einmal angefangen.«
Werner Jung, Neues Deutschland online

»Clemens J. Setz‘ achtzehn Geschichten kommen scheinbar harmlos daher, im Gewand einer Alltäglichkeit, die jeder zu kennen meint, und entwickeln dann eine Brutalität und eine Grausamkeit, auf die man jedes Mal von Neuem nicht gefasst ist. Dabei macht Setz etwas, das man sehr selten findet in der jungen deutschen Literatur. Er schreibt in aller Direktheit über Körper und Sex.«
Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Diese Radikalität einer beinahe luftdicht abgepackten Verzweiflung gab es in der Literatur zuletzt in den Jahrzehnten, bevor Setz geboren wurde. Sie steckte in den Beckettschen Mülltonnen und den letzten Erzählungen und Stücken des alten Max Frisch.«
Iris Radisch, Die Zeit

»Sein Erzählungsband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes, mit 18 Stories auf 350 Seiten auch nicht gerade schmal, löst die hohen Erwartungen nun auf phänomenale Weise ein. Hier ist ein Autor zu erleben, der sprachliche Tricks und Kniffe beherrscht, von denen man vorher noch gar nicht wusste, dass es sie gibt.«
Richard Kämmerlings, Die Welt

»Wenn Sex und Gewalt in dieser Form auch bislang nicht das Lieblingsthema der deutschen Literatur waren, so räumt Setz ihnen mit seinem neuen Buch einen gebührenden Platz ein.«
Tobias Lehmkuhl, Cicero März 2011

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Martin Pollack
"Kaiser von Amerika. Die große Flucht aus Galizien"

Hanser Verlag

Buchpreis für Europäische Verständigung 2011

Die Freiheitsstatue: Hunderttausende ließen sich um 1900 von diesem verlockenden Bild über den Ozean locken. Damals hatte in Galizien (heute Polen und Ukraine), dem Armenhaus der Habsburger-Monarchie, eine Welle der Emigration eingesetzt. Kleinbauern, Handwerker, jüdische "Luftmenschen", sie alle suchten eine bessere Zukunft; der Kaiser von Amerika, meinten sie, werde sie nach ihrer Flucht freudig willkommen heißen. Aus dieser Hoffnung entwickelte sich rasch ein einträgliches Geschäft, an dem viele mitverdienten. Schlepper, Agenten, Menschenhändler und die Aussicht auf ein besseres Leben: Martin Pollack erzählt von Menschen, die um 1900 ihr Glück in den USA suchten.

Fester Einband, 288 Seiten
Mit Abbildungen
19.90 € (D) / 29.90 sFR (CH) / 20.50 € (A)
ISBN 978-3-552-05514-8

"Mit „Kaiser von Amerika“ wird Martin Pollack seinem Ruf als „Entzauberer Galiziens“ mehr als gerecht: Er zeichnet ein höchst nüchternes Bild der Provinz, und heikle Themen, etwa die hohe Anzahl der Juden unter den Nutznießern der Fluchtwelle, scheut er auch nicht. Doch beides tut er mit Absicht: 'Ich glaube, man muss jeden Konflikt ansprechen, erst daraus kann sich irgendeine Weiterentwicklung ergeben.' Dass er dabei Parallelen zu heute, zu den Praktiken der modernen Schlepperbanden oder der heutigen Medien, aufzeigt, macht sein Buch umso lesenswerter." Marta Kijowska, FAZ, 26.11.2010

"Pollack, dem gerade der Leipziger Buchpreis zuerkannt wurde, schafft es meisterlich, den Leser mittels Gerichtsakten, Zeitungsartikeln und Recherchen vor Ort auf eine packende Wanderung durch historische, längst vergessene Landschaften mitzunehmen." Sebastian Bickerich, Tagesspiegel, 29.11.2010

"Ausgezeichnete dokumentarische Literatur, seriös recherchiert, spannend erzählt, in glasklarem, schnörkellosem Stil." Christian Schacherreiter, Oberösterreichische Nachrichten, 1.12.2010

"Mit großem journalistischem Geschick macht Martin Pollack seine gründlich recherchierten historischen Tatbestände lebendig und anschaulich. Er folgt den Schicksalen einzelner Auswanderer, beschreibt ihren Leidensweg und das harte Leben, das sie als Arbeitssklaven in Übersee, beim Eisenbahnbau und in den Kohlegruben und Stahlwerken von Pennsylvania erwartete. Pollacks Darstellung ist erhellend, sachlich und doch voll verhaltener Empathie für die ewigen Verlierer. Sie liest sich glänzend." Sigrid Löffler, Deutschlandradio Kultur, 07.09.2010

"Martin Pollack erzählt eine historische Geschichte mit einem untrüglichen Sinn für die Probleme der Gegenwart. Das hat seine Bücher immer schon ausgezeichnet und macht gerade dieses so wahrhaftig." Gerhard Zeillinger, Die Presse, 23.10.2010

"Eine düstere historische Bestandsaufnahme, die von der Schattenseite der Auswanderung erzählt. Auch in der "Neuen Heimat", in den USA, in Brasilien, werden die Emigranten ausgebeutet, beim Eisenbahnbau, in den Stahlwerken und Kohlegruben. Dem literarischen Instinkt und journalistischen Können Martin Pollacks ist es zu verdanken, dass sich sein Buch ausgesprochen spannend liest." Eva Rother, Ö1 Ex libris, 07.11.2010

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Mario Vargas Llosa
"Das böse Mädchen"

Aus dem Spanischen von Elke Wehr
suhrkamp

Literaturnobelpreis 2010

Als er sie zum erstenmal sieht, tanzt sie den Mambo wie keine andere, damals in Miraflores, Sommer 1950. Sie ist, wie er, fünfzehn Jahre alt – aber was für Freiheiten nimmt sie sich heraus! Wie aufregend wenig bekümmert sie all das, was man in diesem steifkatholischen Lima tut oder nicht tut. Und dann ist sie plötzlich von einem Tag auf den anderen verschwunden. Die Erinnerung an das »böse Mädchen« und ihr geheimnisvolles Anderssein läßt Ricardo nicht mehr los.
Seine Freiheit besteht darin, nach Paris zu gehen, als Übersetzer, ein intellektuelles Glück, von dem er glaubt, es könne ihm genügen. Da aber taucht aus heiterem Himmel das »böse Mädchen« auf, unterwegs nach Havanna, wo sie zur Revolutionärin ausgebildet werden soll. Sie lieben sich in einer Nacht, die bestimmt ist von dem Wissen, daß ihre Wege wieder auseinandergehen. Seinen hitzigen Antrag, mit ihm zu leben, hat sie lachend zurückgewiesen. Nicht lange darauf bricht sie als eine verheiratete Madame Arnoux wieder in sein Leben ein und zerstört seine mühsam wiedergewonnene Gelassenheit. Von da an wird sie, die ihm unter wechselndem Namen begegnet, in immer abenteuerlicheren und gefährlicheren Liebesverbindungen, zur Obsession seines Lebens. Paris, London, Tokio, Madrid sind die Stationen ihrer rätselhaften Kometenbahn, die seinen Lebenskreis ein ums andere Mal schneidet.
Besessenheit – die zu einer Form der Liebe wird. Mario Vargas Llosa erzählt das Rätsel einer Beziehung, deren Unglück und Glück, untrennbar, wie ein Verhängnis über den Liebenden liegt.

»Es tut mir leid«, sagte sie, »ich muß gehen. Die Dinge sind mir außer Kontrolle geraten.«
Der neue große Roman von Mario Vargas Llosa – eine dramatische, zerstörerische, lebensbedrohende, aufwühlende, tragische Lebens- Liebesgeschichte
Miguel-de-Cervantes-Preis 1994 · Jerusalem-Preis 1995 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1996 · Nabokov-Preis 2002

Roman
D: 24,80 € | A: 25,50 € | CH: 37,90 sFr
Gebunden, 395 Seiten

»Der Leser fühlt sich von diesem großen Autor einmal wieder bewegt, belehrt und belustigt und...beinahe gerührt an Zeiten erinnert, in denen alles besser werden sollte.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Die abenteuerliche Geschichte einer obsessiven Liebe.«
Freundin

»Die Geschichte einer Schicksalsbeziehung. So sinnlich geschrieben, dass man Lilys Parfum förmlich riechen kann.«
Woman

»Zu schade, dass es solche ‚bösen Mädchen’ immer bloß in der Literatur gibt.«
tz München

»Der neue Roman von Mario Vargas Llosa lässt einen die Haltestelle verpassen, die Nacht durchlesen und vor Spannung die Fingernägel abknabbern. Er ist eine Liebesgeschichte, die von Besessenheit und Selbstaufgabe handelt und dabei zu Herzen geht.«
Cosmopolitan

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Buchpräsentation

Reinhard Jirgl
"Die Stille"

Hanser Verlag

Georg-Büchner-Preis 2010

Einhundert Jahre aus der Geschichte zweier Familien und aus der Geschichte eines Landes: Reinhard Jirgls "Die Stille" ist das monumentale Epos vom langen 20. Jahrhundert in Deutschland. Am Anfang steht ein Fotoalbum, die ältesten Bilder sind über achtzig Jahre alt: einhundert Fotografien zweier Familien, die eine aus Ostpreußen stammend, die andere aus der Niederlausitz. Zwei Weltkriege, Inflation, Flucht und Vertreibung haben diese beiden Familien über fünf politische Systeme hinweg, von der Kaiserzeit bis heute, überlebt. Den einhundert Fotografien folgend, erzählt Jirgl Geschichten von Verletzungen, Liebe und Verrat. "Die Stille" bestätigt seinen außergewöhnlichen Rang.

Roman
Fester Einband, 536 Seiten
Preis: 24.90 € (D) / 42.90 sFR (CH) / 25.60 € (A)
ISBN 978-3-446-23266-2

"Reinhard Jirgls "Die Stille" überwältigt mit der ganzen Wucht des Existentialismus." Oliver Jungen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.09

"Reinhard Jirgl beerbt in seinem misanthropischen Zeitroman "Die Stille" Arno Schmidt und Alfred Döblin, ohne dabei epigonal zu wirken. ... Ein faszinierendes Werk." Jan Süselbeck, die tageszeitung, 12.03.09

"Jirgls neuer Roman 'Stille' verlangt viel von seinem Leser und ist eines der bedeutendsten Bücher unserer Zeit. ... Jirgls Bücher sind eine Zumutung. Genau das aber macht ihn zu einem der großen, vielleicht zu dem wichtigsten Autor der deutschen Gegenwartsliteratur. Sein Werk ragt heraus, weil es einzigartig ist." Martina Meister, Die Zeit, 26.03.09

"Ein beeindruckendes Panoramabild Deutschlands im 20. Jahrhundert." Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 21.04.09

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Reinhard Jirgl "Die Stille"

Buchpräsentation

Kathrin Schmidt
"Du stirbst nicht"

Kiepenheuer & Witsch Verlag

Deutscher Buchpreis 2009

Vom Hirnschlag erwacht - die atemberaubende Geschichte einer Heilung

Helene Wesendahl weiß nicht, wie ihr geschieht: Sie findet sich im Krankenhaus wieder, ohne Kontrolle über ihren Körper, sprachlos, mit Erinnerungslücken. Ihr Weg zurück ins Leben konfrontiert sie mit einer fremden Frau, die doch einmal sie selbst war.

Kathrin Schmidt packt ihre Leser diesmal durch die Beschränkung, und zwar im wörtlichen Sinne. Mit den Augen ihrer erwachenden Heldin blicken wir in ein Krankenzimmer, auf andere Patienten, das Pflegepersonal und den eigenen Körper, der plötzlich ein Eigenleben zu führen scheint. Und wir erleben die mühsamen Reha-Maßnahmen mit, die Reaktionen der Familie, den aufopferungsvollen Einsatz ihres Mannes – und die bruchstückhafte Wiederkehr ihrer Erinnrung.
Was da zutage tritt, konfrontiert Helene mit einem Leben, in dem sie sich kaum wiedererkennt, und das vieles in Frage stellt, was in der neuen Situation so selbstverständlich scheint. Sie entdeckt frühe Brüche in ihrer Biographie, verdrängte Leidenschaften und aus der Not geborene Verpflichtungen. Als ihr bewusst wird, dass ihr Herz sich bereits auf Abwege begeben hatte und sie den Mann, der sie jetzt so eifrig pflegt, eigentlich verlassen wollte, droht sie den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Kathrin Schmidt gelingt das Erstaunliche: Sie macht den Orientierungs- und Sprachverlust nach einer Hirnverletzung erfahrbar und zeigt einen Weg der Genesung, der in zwei Richtungen führt, zurück und nach vorn. Dabei entsteht ein Entwicklungsroman ganz eigener Art, der durch seine innere Dynamik fesselt und durch die Rückhaltlosigkeit, mit der seine Heldin sich mit ihrer Vergangenheit und Gegenwart konfrontiert, fasziniert. Er überzeugt vor allem durch die bewegende Schilderung eines sprachlichen Neubeginns.

Roman
352 Seiten

»Von Randzonen her, von atmosphärischen Details, die merkwürdigerweise am ehesten zu fassen sind, nähert sich das Buch allmählich den Brennpunkten ihres Lebens. Nach einiger Zeit häufen sich die Indizien.« Helmut Böttiger, Die Zeit

»Du stirbst nicht ist ein Buch über das, was einen Menschen ausmacht. Was ihn treibt und was ihn hält.« Petra Kohse, Frankfurter Rundschau

»Ein eindringliches Buch. (...) Kathrin Schmidt ist wieder da. Wir dürfen uns freuen!« Vladimir Balzer, Die Welt

»Der Leser erlebt diesen frappierenden Kampf eins zu eins aus der Perspektive der Heldin, ist mit ihr in diesem fremden Frauenkörper gefangen wie einst bei Kafka der rechtschaffende Gregor Samsa in seinem Käferpanzer. (...) Erneut erweist sich Kathrin Schmidt als Erzählvirtuosin, die kollektive historische Erinnerungspartikel im persönlichen Schicksal ihrer Protagonistin zum Vorschein bringt.« Katrin Hillgruber, Spiegel Online

»Kathrin Schmidt hat ein bewegendes Buch über ein altes Thema der Literatur geschrieben: über die Identität, ihre Auslöschung und ihre Neukonstruktion.« ARTE Magazin

»Kleine Fortschritte gehen durch die anteilnehmende Erzählhaltung nahe; der Leser erkundet die wiedergefundene Zeit, die persönlichen und auch politischen Ereignisse der letzten Jahre, auf Augenhöhe mit der Protagonistin.« SWR 2

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Kathrin Schmidt "Du stirbst nicht"

Buchpräsentation

Herta Müller
"Atemschaukel"

Hanser Verlag

Literatur-Nobelpreis 2009

Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. "Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15º C." So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.

Roman
304 Seiten

"Ein überwältigender, ergreifender, demütig machender Roman, die vielleicht nachhaltigste Leseerfahrung dieses Herbstes." Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.09

"Ein sprachliches Kunstwerk, wie es das in diesem Herbst kaum ein zweites Mal geben dürfte. Wer es schafft, Herta Müllers bestürzenden, bedrückenden und - wegen seiner sprachlichen Kraft - beglückenden Roman zu Ende zu lesen, wird dieses Buch nie wieder vergessen." Hajo Steinert, Focus, 10.08.09

"Dass eine so arme Geschichte, dass ein so armes Lebensstück mit so viel Schönheit erzählt wird, ohne jeden Schnörkel, ganz der Wahrhaftigkeit verpflichtet, das macht nicht zuletzt die Größe dieses Romans aus." Jochen Jung, Der Tagesspiegel, 19.08.09

"Ein kühnes Sprachkunstwerk, das seinesgleichen sucht in der europäischen Literatur unserer Zeit." Karl-Markus Gauß, Süddeutsche Zeitung, 20.08.09

"Ein atemberaubendes Meisterwerk." Michael Naumann, Die Zeit, 20.08.09

"Die Lager sind ja eine menschliche Grenzerfahrung, die wir in ihrer Andersartigkeit gern in einem Dachspeicher unseres kollektiven Gedächtnisses verstauben lassen. Müller holt sie aus dieser Verdrängung heraus, gliedert sie mit ihrer Sprachkunst in unsere Kultur ein und macht sie der Trauer zugänglich." Ruth Klüger, Die Welt, 15.08.09

"Das Unsägliche von alltäglicher Angst in diktatorischer Gesellschaft, von Arrest, Folter und Mord auf eigentümliche Weise buchstäblich zur Sprache zu bringen ist die Kunst dieser Autorin." Michael Naumann, Die Zeit, 20.08.09

"Mit seinem dichten Motivnetz schafft der Roman eine Intensität und Präsenz, die ihresgleichen in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur nicht haben. Ein Manifest der Erinnerung und der Sprache, deren komplexes Verhältnis es auf ergreifende Weise bezeugt. Ein Meisterwerk." Michael Lentz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.09

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Herta Müller "Atemschaukel"

Literatur / Lesung Literaturhaus Salzburg Salzburg, Strubergasse 23
Literatur / Festival POETRY ON THE ROAD BREMEN Bremen, Neustadtswall 30
Literatur / Museum Robert Musil Literatur-Museum Klagenfurt Klagenfurt, Bahnhofstraße 50
Literatur / Wettbewerb Literarischer März Darmstadt Darmstadt, Frankfurter Straße 71
Literatur / Museum Robert Walser-Zentrum Bern Bern, Marktgasse 45
Literatur / Lesung Literaturhaus München München, Salvatorplatz 1
Literatur / Messe Buch Wien
Literatur Literaturfest Niedersachsen Hannover, Schiffgraben 6-8

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