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Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Das Schauspielhaus ist die Hauptspielstätte. Der Zuschauerraum des von dem berühmten Architektenpaar Hermann Helmer und Ferdinand Fellner d. J. 1899/1900 erbauten Theaters ist in Rot und Gold gehalten und gilt mit seinen neobarocken Elementen, dem Figurenschmuck und dem roten Gestühl als einer der schönsten Theaterräume Deutschlands.

Neben der großen Bühne finden auch Veranstaltungen im MarmorSaal (1. Rang) und im RangFoyer (2. Rang) sowie im Restaurant Theaterkeller statt.

Dem Deutschen SchauSpielHaus steht eine Phase umfangreicher Sanierungsarbeiten bevor: Die beiden Ränge des denkmalgeschützten Zuschauersaals müssen vollständig entkernt und statisch ertüchtigt werden.

Aufgrund der Baumaßnahmen wird der Spielbetrieb in der Kirchenallee ab 1/5/2018 unterbrochen und die Spielzeitpause verlängert. Die kommende Spielzeit 2018-19 eröffnet Ende Oktober 2018. Bereits am 13/10/2018 startet das Junge SchauSpielHaus sein Programm. Während der Sanierungsarbeiten stehen auch der MalerSaal, das RangFoyer sowie die Große ProbeBühne nicht für Vorstellungen zur Verfügung.

Während der Rangsanierung sind wir mit vielen Gastspielen unterwegs und spielen in Hamburg u.a. auf Kampnagel, im Monsun-Theater oder der Immanuelkirche auf der Veddel.

Kontakt

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg
Neue SchauSpielHaus GmbH
Kirchenallee 39
D-20099 Hamburg

Telefon: +49 (0)40.2 48 71-3
E-Mail: kartenservice@schauspielhaus.de

Bewertungschronik

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

© Arno Declair
Theater

Geschichten aus dem Wiener Wald

von Ödön von Horváth

Premiere: 07. November 2020

„Ich habe kein anderes Ziel als dies: Demaskierung des Bewusstseins“, schrieb Horváth in einer seiner wenigen Selbstauskünfte. Vor dem Hintergrund der damals größten Wirtschaftskrise der Geschichte kam ihm die Erfahrung entgegen, wie sich die volkstümlichen Klischees in den Köpfen quasi von selbst entlarvten, sich zuspitzten in ihrem Widerspruch zur aktuellen Lage und auf brutale Weise hervortraten – und die Wiener Gemütlichkeit sehr ungemütlich wurde. Wird der Mann arbeitslos, erläutert der Held eines anderen seiner Stücke, „dann lässt die Liebe nach, und zwar automatisch“. Über die Darstellung sprachlicher Verrohung gelingt es Horváth, quasi „poetisch“ präzise den Bewusstseinsstatus seiner Figuren einzufangen. »Geschichten aus dem Wiener Wald«, geschrieben Ende der 1920er Jahre in dieser Zeit katastrophaler Arbeitslosigkeit, ist ein Schlüsselwerk des modernen Dramas. Die zentrale Figur ist Marianne, die in ihrem Leben nach einer Rolle für sich sucht. Wie auch andere Frauenfiguren Horváths lebt sie in scheußlichen Abhängigkeiten. „Papa sagt immer, die finanzielle Unabhängigkeit der Frau vom Mann ist der letzte Schritt zum Bolschewismus.“
Aber Marianne kämpft gegen ihre arrangierte Verlobung und versucht zu tun, was ihren Empfindungen und ihrem Gefühl entspricht, das heißt, sich aus dem Konstrukt zu befreien, das ihr Vater, Besitzer eines Spielwarenladens, „Zauberkönig“ genannt, und ihr Bräutigam Oskar, Metzger, gebaut haben. Offenbar soll die marode „Puppenklinik“ durch diese Ehe gerettet werden. Als die Dinge ihren Lauf nehmen, sagt Marianne von sich selbst: „Jetzt bricht der Sklave seine Fessel“. Lange vor 1968 und #MeToo fällt bereits 1929 der Satz: „Mein Körper gehört mir“.

Heike M. Goetze gewann 2008 beim »Körber Studio Junge Regie« für ihre Zürcher Diplominszenierung von Juli Zehs Roman »Spieltrieb« den Preis als beste Nachwuchsregisseurin. Sie inszenierte u. a. am Schauspielhaus Zürich, am Schauspiel Hannover sowie am Schauspielhaus Bochum und wurde zum Festival »Radikal jung« und den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Heike M. Goetze inszeniert zum ersten Mal am Deutschen SchauSpielHaus.

REGIE, BÜHNE UND KOSTÜME: Heike M. Goetze
LICHT: Susanne Ressin
MUSIK: Fabian Kalker
DRAMATURGIE: Ralf Fiedler

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Theater

Reich des Todes

von Rainald Goetz

In der Krise wächst der Wunsch nach durchgreifenden Entscheidungen und ja, Notwendigkeiten gibt es fraglos, das erlebt die Welt 2020. „Die Zeit des Staates ist gekommen“, schreibt im März die Züricher Zeitung NZZ. Aber ist die alte Lust, das bewegende Moment der Diktatur hier und da nicht auch zu spüren? Wird der so heftig begrüßte Notstands-Staat zum Staat unserer Zukunft? Jedenfalls hat der Wunsch im Apparat und in den Händen und Köpfen mancher Mächtiger, den Baumeister*innen staatlicher Strukturen, Tradition: wie etwa in den verfassungsrechtlichen Umbrüchen am Ende der Weimarer Republik und im Faschismus, wie aber auch in den Demokratien des 21. Jahrhunderts. Über die Gefahren solcher Entwicklungen hat Rainald Goetz ein lang erwartetes Stück geschrieben, 2007 angekündigt in seinem Blog »Klage: „Die wirklichen Situationen des politischen Betriebs selbst in Augenschein nehmen, um davon verwirrt zu werden und dadurch besser über Politik nachdenken zu können“. Über ein Jahr lang ist er regelmäßig im Bundestag präsent, beobachtet, beschreibt und filmt die Protagonist*innen des Berliner Politbetriebes im Parlament, in Untersuchungsausschüssen, in den Parteizentralen, im Bundeskanzleramt. Nun liegt der Text vor: »Reich des Todes. Politische Theorie« setzt – allerdings verblüffend – bei der amerikanischen Regierung nach 9/11 an, dem darauffolgenden Irakkrieg, den damit verbundenen Skandalen wie Guantanamo, Abu Ghraib. Wie jetzt? Blick zurück auf 2001? Wieso reagiert Götz ausgerechnet heute auf diese längst vergangenen Ereignisse, journalistisch bereits ausführlich dokumentiert? Eine allgemeine Antwort findet sich in seiner Dankesrede zur Büchner-Preisverleihung 2015: „In Wirklichkeit ist diese Verspätung Hinweis auf eine der besten Qualitäten von Literatur überhaupt.“ Der schnellen Welterfassungskompetenz des Journalismus müsse sie kämpferisch und eigen ihre Deutung von Aktualität an die Seite stellen. So untersucht Rainald Goetz in seinem neuen Stück die Kommunikation der Akteure im Weißen Haus als Modell für den Gebrauch und Missbrauch politischer Macht, fragt sich, welche Dynamiken sich in den amerikanischen Gefangenenlagern entwickelten. Welche Verfassungsbrüche, welche Menschenrechtsverletzungen legte der damals von Präsident Bush deklarierte „Krieg gegen den Terror“ nahe? Öffnete 9/11 der unheimlichen Wiederkehr autoritären Geistes in Amerika und Europa Tür und Tor? Wie funktioniert grundsätzlich die parlamentarische Regulation staatlicher Macht? „... nachts, als ich wachlag, dachte ich wieder an mein Projekt eines theoretischen Erzählens, Geschichte als Abstraktion, und ob sie denn je das Licht der Welt erblicken würde,“ notiert Goetz 2008 in »Klage«. Nun hat er das Projekt realisiert, 21 Jahre nach seiner letzten Uraufführung von »Jeff Koons« am Deutschen SchauSpielHaus.

Regie: Karin Beier
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Eva Dessecker, Wicke Naujoks
Videodesign: Voxi Bärenklau
Musik: Jörg Gollasch
Licht: Annette ter Meulen
ramaturgie: Ralf Fiedler, Rita Thiele
Einstudierung Sprechchor: Christine Groß
Körpertraining und choreographische Mitarbeit: Valenti Rocamora i Tora

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Jugendprogramm

All das Schöne

von Duncan Macmillan mit Jonny Donahoe
Deutsch von Corinna Brocher
13+

„1. Eiscreme. 2. Wasserschlachten. 3. Länger aufbleiben als sonst und fernsehen.“

Was macht man als siebenjähriges Kind, wenn die eigene Mutter versucht, sich das Leben zu nehmen? Man schreibt ihr eine Liste mit all dem, was an der Welt schön ist. In diesem einzigartigen Monolog treten wir als Publikum in direkten Kontakt mit der Tochter, die uns von ihrem Leben erzählt und uns zu Mitspieler*innen ihrer Biografie werden lässt.
Ihre Kindheit ist nicht finster, Musik ist ein beständiger Begleiter, es wird Jazz gehört, auf dem Klavier in der Küche musiziert, gesungen; aber immer ist da die schwelende Depression der Mutter, erneute Versuche ihrerseits, sich das Leben zu nehmen. Ihr Vater vergräbt sich mit seinen Platten allein in seinem Zimmer, schottet sich ab.

Auch als Jugendliche macht sie mit der Liste weiter, schreibt neue Einträge, die die Mutter überzeugen sollen. „319. So heftig lachen, dass dir die Milch aus der Nase schießt. 517. Mit jemandem so vertraut sein, dass man ihn nachgucken lässt, ob man Brokkoli-Reste zwischen den Zähnen hat.“

Und irgendwann an der Uni lernt sie jemanden kennen, der ihre Liste seinerseits fortführt – dieses Mal für sie: „1003. Zum ersten Mal erleben, dass du jede Minute am Tag an jemanden denken musst, sodass du kaum mehr essen oder schlafen oder dich konzentrieren kannst, und er dir völlig vertraut vorkommt, obwohl du ihn erst seit ganz Kurzem kennst.“

Diesen Jemand heiratet sie. Es scheint alles gut zu werden. Doch die Angst, wie die eigene Mutter zu sein, bleibt. Und eine Liste mit allem, wofür es sich zu leben lohnt, hält niemanden auf, der sich entschlossen hat, seinem Leben ein Ende zu setzen.

„Weil wir, um in der Gegenwart zu leben, in der Lage sein müssen, uns eine Zukunft vorzustellen, die besser sein wird als die Vergangenheit.“

Der preisgekrönte Autor Duncan Macmillan entwirft mit seinem Text ein ganz besonderes theatrales Ereignis: Die Protagonistin integriert das Publikum auf subtile Art und Weise in ihre Lebensgeschichte, das Publikum wird zum Tierarzt, der ihren geliebten Hund einschläfert, zum überforderten Vater, der ihr versucht zu erklären, was mit ihrer Mutter nicht stimmt, zur ersten große Liebe, die sie an der Uni kennenlernt. Das Reden und Denken über den Tod führt letztlich zum Gegenteil: zu einem großen, feierlichen Plädoyer für das Leben und „all das Schöne“ in ihm.

Regie: Franziska Stuhr
Dramaturgie: Stanislava Jević
Bühne & Kostüme: Karlotta Matthies
Musik: Jan Paul Werge

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Theater

Häuptling Abendwind

von Johann Nepomuk Nestroy

Echte Staatsgeschäfte werden beim Essen gemacht. Und so ist es auch kein Wunder, dass sich Häuptling Abendwind („der Sanfte“) für die Bewirtung seines Staatsgastes Häuptling Biberhahn („den Heftigen“) auf dringender Frischfleischsuche befindet. Ins Visier gerät hierbei ein schiffbrüchiger Friseur aus Europa.
Doch die Sache ist kompliziert: denn Abendwinds Tochter Atala schwärmt für den angeschwemmten Haarspezialisten und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen das kulinarische Vorhaben ihres Vaters. Doch der Häuptling kennt kein Erbarmen. Mulmig wird Abendwind erst in dem Moment zumute, in welchem sein Staatsgast nach dem ersten Bissen des frischen Friseurbratens von seinem in Europa lebendem Sohn berichtet. Man ahnt, hier bahnt sich eine mittelschwere Häuptlingskrise an. Und die damit verbundene Frage, wer am längeren Knochen nagt. Auf Musik der gleichnamigen Operette Jacques Offenbachs basierend, erzählt Nestroy in seinem 1896 uraufgeführten Stück von den kannibalistischen Auswüchsen autokratischer Regierungsführung. Leichte Abweichungen hinsichtlich der von Nestroy vorgeschlagenen Speiseabfolge könnten sich ergeben. Einige Zutaten jedoch scheinen unumgänglich und werden von Abendwinds Chefkoch HO-GU entsprechend umstandslos beim Namen genannt: „A bisserl ein' Bananenschmarrn und südpolische Umurken“.

Regie: Christoph Marthaler
Bühne: Duri Bischoff
Kostüme: Sara Kittelmann
Licht: Susanne Ressin
Musik: Bendix Dethleffsen, Clemens Sienknecht
Ton: Finn Corvin Gallowsky, Katja Haase
Dramaturgie: Malte Ubenauf

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1 Theater

Die Nibelungen - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht

Nach »Effi Briest« und »Anna Karenina« präsentiert Rock-Antenne Walhalla jetzt den brandneuen Hit der Walküren: Das Nibelungenlied!

„In Worms bi dem Rhine wohnten dri Könige mit ihr Kraft. In Dienste von ihr Landen vil stolze Riterschaft. Mit stoltzlichen Ehren all ihres Lebens Zeit, bis jämmerlich sie starben von zweier edeln Frovwen Streit.“

Erleben Sie die berühmte Familiensaga um Kriemhild, Brunhild, Gunter, Gernot, Giselher, Ute, Hagen, Etzel, den starken Siegfried und den rattenscharfen Spielmann Volker von Alzey. Tauchen Sie ein in ein Jahrtausendwerk, an dem sich die größten Geister scheiden: „Ein elendes Zeug, nicht einen Schuss Pulver werth.“ (Friedrich der Große) / „Ein köstliches Werk!“ (Goethe) / „Abstrus-peinliche Betrugskomödie dank der törichten Schwatzhaftigkeit ihrer Protagonisten.“ (Marcel Reich-Ranicki)

Extreme Emotionen, große Heldentaten und Ströme von Blut sind garantiert, wenn Barbara Bürk und Clemens Sienknecht mit der nächsten Folge ihrer erfolgreichen Radioshow auf Sendung gehen.

Regie: Clemens Sienknecht, Barbara Bürk
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Licht: Björn Salzer
Dramaturgie: Sybille Meier

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1 Stream

Ab jetzt

Komödie von Alan Ayckbourn

Am 25.4. und 1.5. ab 18 Uhr als Stream für 24 Stunden online

Der Komponist Jerome arbeitet besessen an einem großen zeitgenössischen Werk zum Thema „Liebe“. Sein Arbeitsprinzip ist das Sampeln und Modulieren von Alltagsgeräuschen und Sprachfetzen. Alle Räume seiner Wohnung sind mit Mikrofonen bestückt, um ununterbrochen alle Geräusche aufzeichnen zu können. Doch Jerome hat ein Problem: Seit seine Frau und Tochter ihn – nicht zuletzt wegen seines künstlerischen Abhörwahns – verlassen haben, ist sein Schaffen in eine ernste Krise geraten. Ihm fehlt jede Inspiration. Zumindest die geliebte Tochter, so Jerome, müsse er ab und an sehen, um wieder kreativ arbeiten zu können. Bisher allerdings hegen sowohl das Jugendamt als auch seine Ex berechtigte Zweifel an der sozialen Kompetenz des Künstlers. Sie weigern sich, Besuche seiner Tochter zu bewilligen. Also mietet Jerome eine Schauspielerin, die seine neue Verlobte und eine perfekte Hausfrau spielen soll…

Zurück in die Zukunft. Alan Ayckbourns 1988, vor der digitalen Revolution, geschriebene Komödie ist Science Fiction von gestern. Gemessen an dem, was uns seither an häuslicher Technik umgibt, ist es teilweise anrührend naiv. Als theatrale Versuchsanordnung zum Thema Mensch und Maschine, erlebtem Gefühl und reproduzierbarer Geste, entfaltet sie allerdings immer noch eine kaum überbietbare Situationskomik. Höhepunkt dabei ist der immer wieder um- und fehlprogrammierte Roboter GOU 300 F. Ursprünglich zum Babysitten gedacht, später aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr gezogen, leidet der hochkomplexe Androide an chronischer Unterbeschäftigung, da es eben kein Kind mehr zu betreuen gibt. Die mütterliche Maschine füllt diesen Leerlauf im Beschäftigungsprogramm selbständig und irrwitzig auf, indem er/sie/es in ihren/seinen mechanisierten Sprach- und Handlungsformeln Verhaltensmuster der menschlichen Umgebung kopiert. Während Jerome also all seine Lebens-und Liebesgeräusche aufzeichnet, um daraus das perfekte Kunstwerk zu komponieren, eine Schauspielerin sich bei dem Versuch, seine perfekte Geliebte zu spielen, in ihn verliebt, wird all dies wiederum von einem dysfunktionalen Roboter kopiert und karikiert…

Regie: Karin Beier
Bühne: Thomas Dreißigacker
Kostüme: Hannah Petersen
Musik: Jörg Gollasch
Licht: Holger Stellwag
Dramaturgie: Christian Tschirner

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30.04.20, 08:41, jen: Toller Online-Spielplan mit technisch aufwendigen Produktionen und Mitschnitten.

Toller Online-Spielplan mit technisch aufwendigen Produktionen und Mitschnitten.

Theater

Ivanov

von Anton Čechov
aus dem Russischen von Peter Urban

„Was ist los mit mir?“, fragt Ivanov seinen Nachbarn Pavel Lebedev. Ivanov versteht sich selbst nicht mehr. Früher hat er sich sozial engagiert, ließ Schulen bauen, setzte sich für politische Reformen ein. Mittlerweile ist ihm das alles egal, das ganze Leben ist ihm egal, selbst die hohen Schulden, die sein Gut belasten, rütteln ihn nicht wach. Einst hat er seine Frau Anna geliebt, die wegen dieser Liebe von ihrer jüdischen Familie verstoßen und enterbt wurde. Jetzt liebt er sie nicht mehr, kann sie nicht mehr lieben, obwohl er weiß, dass sie bald an Tuberkulose sterben wird. Genervt von den bedrückenden Verhältnissen zu Hause treibt es ihn abends aufs Nachbargut der Lebedevs. Zwischen deren Tochter Saša und ihm bahnt sich eine Liebelei an, doch sobald Ivanov mit ihr zusammen ist, möchte er allein sein, treibt es ihn wieder fort. Ivanov quält eine ziellose Energie, eine seelische Leere. Das provoziert seine Umwelt, die er gleichermaßen fasziniert und abstößt, wobei sich hinter dieser Fixierung auf ihn verbirgt, was diese Gesellschaft selbst aushöhlt, unterminiert: Ivanovs psychische Labilität spiegelt die Kälte, die Aggression, den Egoismus und die Kopflosigkeit einer Welt, die Zukunftsängste plagen, die spürt, dass ein grundlegender Wandel notwendig wäre, sich aber überfordert fühlt, die die Orientierung verliert und so in der Hoffnungslosigkeit landet. »Ivanov« ist Čechovs erstes Theaterstück, 1887 in Moskau uraufgeführt, ein Stück, das er liebte, auf das er über Jahre hinweg immer wieder zurückkam, das er komplett überarbeitete. Es hat schon all die Ingredienzien, die auch die Figuren seiner späteren Stücke zu Pionieren unserer Ängste, unserer Sehnsüchte, unseres Versagens machen. Die Größe Čechovs ist, dass er diese psychische Signatur ohne Überheblichkeit diagnostiziert, sie ist tragisch, sie ist komisch, sie ist menschlich. So, wie er in seiner typischen Lakonie bemerkt: „Keine Literatur kann in puncto Absurdität das wirkliche Leben übertreffen.“

Regie: Karin Beier
Kostüme: Astrid Klein
Mitarbeit Ausstattung: Selina Puorger
Mitarbeit Kostüm: Janin Lang
Musik: Jörg Gollasch
Licht: Annette ter Meulen
Choreografie: Thomas Stache
Dramaturgie: Rita Thiele

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Theater

Eine Frau flieht vor einer Nachricht

nach dem gleichnamigen Roman von David Grossman
Deutsch von Anne Birkenhauer

Literatur und Realität – Kunst und Krieg, wenn das nicht zynisch klingt – stießen kaum je so hart aufeinander wie in David Grossmans von der Kritik gefeiertem, beeindruckenden Roman. 2006 stirbt während der Arbeit an dem Buch der jüngste Sohn des israelischen Autors bei einem Militäreinsatz in den letzten Stunden des Libanonkriegs.
Das zentrale Motiv des Buchs wiederholt sich real. Ora, die Frau, die vor einer Nachricht flieht, setzt sich in Bewegung und beginnt zu erzählen: von ihrer Liebe zu zwei Männern, die seit früher Jugend in ihrem Leben vorkommen, von Wut und Zärtlichkeit, Verzweiflung und Leidenschaft – und von ihrem Sohn Ofer, der sich freiwillig für einen Militäreinsatz im Westjordanland meldet. Ora setzt sich in Bewegung, weil sie das drohende Ereignis nicht hinnehmen will und kann. Sie versucht, den Sohn durch unaufhörliches Erinnern am Leben zu halten, das Unglück zu bannen, indem sie ihrem Jugendfreund Avram, dem biologischen Vater von Ofer, der im Sechstagekrieg selbst Soldat war, von ihrem Sohn erzählt. Sie macht sich unerreichbar für die Nachricht, die einträfe, wenn das Schreckliche geschähe. Auf Oras langer Wanderung durch Israel und die Landschaft ihrer Erinnerung begegnen wir den Söhnen, den Männern, dem Krieg und allem, was geblieben und übrig geblieben ist von drei Leben. – Der Autor und Friedensaktivist David Grossman spiegelt einen der größten Konflikte der Gegenwart in minimalistischen Erlebnissen des Alltags. In unzähligen Momenten zeigt er das Leben seiner Figuren unauflöslich mit Politik und Krieg verflochten. Paradoxerweise sind es die Kraft und Zartheit, Verletzbarkeit und Offenheit seiner Sprache, seine besondere Art zu erzählen, die erst das Mörderische in seiner umfassenden Gewalt spürbar machen.
Dušan David Pařízek hat bereits Grossmans Roman »Kommt ein Pferd in die Bar« für die Salzburger Festspiele zu einer erfolgreichen und vielerorts gezeigten deutschsprachigen Erstaufführung gebracht. Am Deutschen SchauSpielHaus ist von ihm derzeit seine Bühnenadaption des Romans »Trutz« von Christoph Hein zu sehen.

Regie und Bühne: Dušan David Parízek
Kostüme: Kamila Polívková
Licht: Rebekka Dahnke
Dramaturgie: Ralf Fiedler

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Einbruch der Wirklichkeit

Ensemble Lesung

Als im September 2015 Geflüchtete zu Tausenden an deutschen Bahnhöfen ankamen, erlebten viele Menschen in Deutschland zum ersten Mal die direkten Auswirkungen der Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Die Entscheidung Angela Merkels, die Grenzen nicht zu schließen, trug dem Recht auf Asyl, das in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert ist, Rechnung. Dennoch hält die massive Kritik an dieser Entscheidung, sowohl außen- als auch innenpolitisch, bis heute an. „2015 darf sich nicht wiederholen“ ist eine längst konsensfähige, durch nahezu alle politischen Parteien und europäischen Regierungen hindurch vertretene Meinung. Gemeint ist damit in den seltensten Fällen, dass sich die Bombardierung der Zivilbevölkerung durch das Assad-Regime und der Terror des sog. „Islamischen Staates“ nicht wiederholen dürfe. Auch nicht, dass die lebensgefährlichen Umstände der Flucht künftig durch die Einrichtung sicherer Fluchtrouten vermieden werden und die menschenwürdige Unterbringung der Geflüchteten sichergestellt werden solle. Gemeint ist, dass Flüchtende nicht mehr oder zumindest nicht in derart großer Anzahl an die innereuropäischen Grenzen gelangen dürfen.
Zu diesem Zweck schloss die Europäische Union 2016 das „EU-Türkei-Abkommen“, in dem sich die Türkei bereit erklärte, die Flüchtlingsrouten, insbesondere die sog. „Balkanroute“, abzuriegeln und so zu verhindern, dass Geflüchtete die EU betreten. Sechs Milliarden Euro lässt sich die EU diesen sog. „Flüchtlingsdeal“ kosten. Das Recht auf Asyl wurde spätestens durch Abschluss dieser Vereinbarung zur Verhandlungsmasse degradiert.
Dass die massive Kritik am Abkommen, die EU mache sich damit durch Erdoğan erpressbar, gerechtfertigt ist, zeigte sich am 28/2/2020. Der türkische Präsident öffnete die Grenzen zu Griechenland als Reaktion auf die, seiner Begründung nach, mangelnde Unterstützung der EU im Syrienkonflikt. Zehntausende Menschen erreichten in den folgenden Tagen die griechischen Grenzen und wurden dort teils gewaltsam am Übertritt gehindert. Die Geflüchteten sitzen seitdem in den Lagern der Grenzregion fest und warten auf Hilfe und Entscheidungen der EU – bislang vergeblich. Die Berichte, die Helfer*innen vor Ort insbesondere aus dem Flüchtlingslager Moria auf Lesbos liefern, schildern katastrophale humanitäre Bedingungen. Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie droht eine beispiellose Katastrophe.

Navid Kermani war im Herbst 2015 im Auftrag des Nachrichtenmagazins »Der Spiegel« auf der „Balkanroute“ unterwegs. Unter dem Titel »Einbruch der Wirklichkeit. Auf dem Flüchtlingstreck durch Europa« veröffentlichte er seine Reportagen und beschrieb „die Lage an der türkischen Westküste. Die sog. „Europäische Flüchtlingskrise“, die 2015 ihren Anfang nahm, steuert aktuell auf einen weiteren traurigen Höhepunkt zu.

Das Ensemble des SchauSpielHauses hat gemeinsam mit Navid Kermani seine Reportagen eingelesen, um auch und gerade in Zeiten der COVID-19-Pandemie, in denen kaum Platz für andere Themen zu sein scheint, auf die Situation der Geflüchteten weltweit und insbesondere an der griechisch-türkischen Grenze aufmerksam zu machen.

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Virtueller Rundgang

Besuchen Sie das Schauspielhaus auf einem 360°-Rundgang im Internet.

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Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

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Aufführungen / Theater Schauspielhaus Zürich Zürich, Rämistrasse 34
Aufführungen / Theater Schauspiel Köln Köln, Schanzenstr. 6-20
Aufführungen / Oper Theater an der Wien Das neue Opernhaus Wien, Linke Wienzeile 6
Aufführungen / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Wuppertal, Kurt-Drees-Straße 4
Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Theater Theater Konstanz Konstanz, Konzilstraße 11
Aufführungen / Theater Staatsschauspiel Dresden Dresden, Theaterstraße 2
Aufführungen / Oper Wiener Staatsoper Wien, Opernring 2
Aufführungen / Theater Volkstheater München München, Brienner Straße 50
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Aufführungen / Theater Vorarlberger Landestheater Bregenz, Seestr. 2
Aufführungen / Theater Theater Erfurt Erfurt, Theaterplatz 1
Aufführungen / Oper Staatsoper Stuttgart Stuttgart, Oberer Schloßgarten 3
Aufführungen / Musical Ronacher Wien Wien, Seilerstätte 9

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