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Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Das Schauspielhaus ist die Hauptspielstätte. Der Zuschauerraum des von dem berühmten Architektenpaar Hermann Helmer und Ferdinand Fellner d. J. 1899/1900 erbauten Theaters ist in Rot und Gold gehalten und gilt mit seinen neobarocken Elementen, dem Figurenschmuck und dem roten Gestühl als einer der schönsten Theaterräume Deutschlands.

Neben der großen Bühne finden auch Veranstaltungen im MarmorSaal (1. Rang) und im RangFoyer (2. Rang) sowie im Restaurant Theaterkeller statt.

Dem Deutschen SchauSpielHaus steht eine Phase umfangreicher Sanierungsarbeiten bevor: Die beiden Ränge des denkmalgeschützten Zuschauersaals müssen vollständig entkernt und statisch ertüchtigt werden.

Aufgrund der Baumaßnahmen wird der Spielbetrieb in der Kirchenallee ab 1/5/2018 unterbrochen und die Spielzeitpause verlängert. Die kommende Spielzeit 2018-19 eröffnet Ende Oktober 2018. Bereits am 13/10/2018 startet das Junge SchauSpielHaus sein Programm. Während der Sanierungsarbeiten stehen auch der MalerSaal, das RangFoyer sowie die Große ProbeBühne nicht für Vorstellungen zur Verfügung.

Während der Rangsanierung sind wir mit vielen Gastspielen unterwegs und spielen in Hamburg u.a. auf Kampnagel, im Monsun-Theater oder der Immanuelkirche auf der Veddel.

Kontakt

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg
Neue SchauSpielHaus GmbH
Kirchenallee 39
D-20099 Hamburg

Telefon: +49 (0)40.2 48 71-3
E-Mail: kartenservice@schauspielhaus.de

Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Schauspiel

Coolhaze

von Studio Braun

Premiere: 4.12.2021

„Du kannst heute nichts mehr erfinden. Du kannst nur weiter entwickeln und neu kombinieren. Deshalb ist Coolhaze das größte Experiment aller Zeiten!“

Heinrich von Kleists Geschichte des Michael Kohlhaas, dem Rosshändler aus Brandenburg, dem widerrechtlich zwei Pferde erst gepfändet und dann zerschunden, dem der Knecht halb und die Frau ganz totgeschlagen werden und der vom ehrbaren Kaufmann zum rachsüchtigen Wutbürger mutiert, ist die perfekte Grundlage für ein größenwahnsinniges Filmprojekt. Dem selbsternannten Regie-Genie Florian von Richthofen schwebt dabei ein Action-Musical mit erotischen Horrorszenen vor, ein politisch brisantes Fantasy-Abenteuer, Blockbuster und Avantgardefilm zugleich – nicht weniger als der ultimative Genre-Mix 2020. Aus Brandenburg wird New York City, aus Pferden Motorräder, aus Kohlhaas: Coolhaze. Als dieser zwei Bikes nach New Jersey überführen will, werden sie vom korrupten Cop Coby Burner konfisziert. Binnen kürzester Zeit führt der Rechtsstreit zu einem gnadenlosen Feldzug auf den Straßen New Yorks.
Am Filmset werden keine Kosten und Mühen gescheut. Eine Jazz-Bigband peitscht im Stil der großen Actionfilm-Soundtracks die Handlung voran. Für die Hauptrolle konnte von Richthofen den beliebten Kinostar Charly Hübner gewinnen. Gedreht wird mit aufwendigster Technik und von Richthofen versucht die Beteiligten zu Höchstleistungen zu treiben. Doch die Atmosphäre am Set ist vergiftet. Die Frage ist nicht, ob es zum Showdown kommt, sondern wann. Und wo. Und zwischen wem. Und wem noch. Und wie oft.

Regie: Studio Braun
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Dorle Bahlburg
Licht: Rebekka Dahnke
Musik: Sebastian Hoffmann, Studio Braun
Musikalische Leitung: Sebastian Hoffmann
Video: Jan Speckenbach
Animation: Luis August Krawen
Dramaturgie: Bastian Lomsché

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Schauspiel

Aus dem Leben

Ein Projekt von Brigitte Venator und Karin Beier
Textbearbeitung von Julian Pörksen

Premiere: 15.12.2021

„Der freiwilligste Tod ist der schönste. Das Leben hängt vom Willen der anderen ab – der Tod von unserem“, sagt der französische Philosoph und Essayist Michel de Montaigne. Der einflussreiche Philosoph des 16. Jahrhunderts stellt die Autonomie des Menschen auch im Angesicht des Todes in den Vordergrund seiner Reflexionen. Und eben diese Frage, ob die Freiheit des Menschen auch die Freiheit zum Tod umfasst, ist im 21. Jahrhundert wieder hochaktuell. In dem Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung versus Schutz des Lebens verläuft die Debatte um die Sterbehilfe in Deutschland, nachdem das Bundesverfassungsgericht im Februar 2020 das geltende Verbot der „geschäftsmäßigen“ Suizidhilfe für nichtig erklärt hat. Das Gericht musste sich mit der Frage auseinandersetzen, ob der Staat dem sterbewilligen Menschen Hindernisse in den Weg legen darf, weil es um das höchste Gut unseres Wertesystems geht – um das Leben. Oder muss er im Gegenteil die Patient*innen bei ihrem Schritt im Sinne des freien Willens unterstützen?

Wir haben den Tod und das Sterben weitgehend aus unserem Alltag verdrängt. Die Bedürfnisse des modernen Menschen sind auf Jugendlichkeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit ausgerichtet. Der Tod hat darin keinen Platz. Diese aktuelle Debatte führt uns nun vor, dass wir uns dringend mit den Themen Tod, Sterben, Trauer auseinandersetzen sollten: Für eine Gesellschaft, die auf diesem Weg vielleicht auch neue Einsichten über sich selbst gewinnt. In diesem Theaterprojekt kommen Menschen zu Wort, für die die Themen Sterben und Tod Teil ihres Alltags sind. Sie haben sich aus beruflichen oder privaten Gründen entschlossen, sterbenskranke Menschen als Palliativpfleger* innen oder Sterbebegleiter*innen auf ihrem letzten Weg beizustehen. Wir haben Angehörige interviewt, die sich damit auseinandersetzen mussten, dass Familienmitglieder die sogenannte Exit-Strategie wählten und mit Hilfe von Sterbehilfeorganisationen aus dem Leben schieden. Menschen, die unheilbar krank sind, erzählen von ihrem persönlichen und juristischen Kampf um das Recht, den Zeitpunkt ihres Todes selbst bestimmen zu können. Sie fordern, dass es möglich sein muss, den tödlichen Cocktail auch als Privatperson legal auf Rezept zu erhalten, um diesen zuhause ohne Beisein eines Arztes oder Mitwirkung einer Institution zu sich nehmen zu können.

Basierend auf diesen Interviews erzählen Schauspieler*innen diese sehr persönlichen und individuellen Geschichten über Sterben, Trauer und Abschied.

Bühne: Amber Vandenhoeck
Kostüme: Wicke Naujoks
Licht: Björn Salzer
Musik: Jörg Gollasch
Dramaturgie: Beate Heine
Choreografische
Mitarbeit: Valentí Rocamora i Torà

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Schauspiel

Quai West

von Bernard-Marie Koltès

Premiere: 22.12.2021

aus dem Französischen von Simon Werle
Fassung von Michael Thalheimer und Klaus Missbach

In einem verfallenen Viertel einer großen westlichen Hafenstadt, das vom Stadtzentrum durch einen Fluss getrennt ist, gibt es einen dunklen Ort, vielleicht einen großen, leeren Hangar, der Unterschlupf ist für Obdachlose, für Süchtige und Dealer. Ein äußerst merkwürdiger Ort für alle denkbaren Abrechnungen, vor allem aber ein Ort, an dem aus unerfindlichen Gründen niemals Polizei auftaucht und den man auf mysteriöse Weise verwahrlosen lässt, wie eine vergessene Ecke in einem Garten, wo die Pflanzen sich anders entwickeln, wo die normale Ordnung nicht existiert, dafür aber eine seltsam andere. Hierher kommt Maurice Koch, ein Bankier, der Millionen veruntreut hat, begleitet von seiner Mitarbeiterin Monique, um Selbstmord zu begehen. In der Dunkelheit der Nacht treffen sie auf Charles, der von einem besseren Leben auf der anderen Seite des Flusses träumt, auf Fak, der hinter Charles’ Schwester Claire her ist, und auf deren Eltern Cécile und Rodolfe, geflohen vor dem Krieg in ihrem Heimatland. Eine merkwürdige Konstellation von Menschen, die nur dieser seltsame Ort ermöglicht. Und alle sind damit beschäftigt, ununterbrochen zu tauschen, Geschäfte zu machen, zu dealen, ein Handeln, „das sich aus tausend gewöhnlichen Dramen zusammensetzt: aus Verlangen, Geldgier, vermeintlichem Einverständnis, aus tiefen Geheimnissen, die jeder für sich behält“ (Koltès).
»Quai West« wurde 1986 uraufgeführt. Die Bedeutung des früh verstorbenen Autors Koltès ist unstrittig: Sein Werk ist politisch absolut gegenwärtig, realistisch, geheimnisvoll, hart, unerbittlich, poetisch, tragisch und komisch zugleich.

Regie: Michael Thalheimer
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Michaela Barth
Komposition: Bert Wrede
Licht: Holger Stellwag
Dramaturgie: Klaus Missbach

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Performance

Die Ruhe

Eine Performance-Installation von SIGNA / ab 16 Jahre

In der ehemaligen Post- und Paketzentrale von Altona öffnet ein neuartiges Regenerationszentrum. Ziel ist eine umfassende Erholung von Trauma, Erschöpfung und Verwirrung, die nicht nur Menschen, sondern alle Lebewesen betreffen. Der Kuraufenthalt bereitet sie auf ihren endgültigen Umzug in einen dichten Wald vor, um dort neu erlernte Verhaltensmuster und Lebensformen zu erproben.
Das Regenerationszentrum befindet sich derzeit in der Versuchsphase und bietet einen fünfstündigen Aufenthalt für geneigte Klient*innen.

Das partizipative Theaterformat von SIGNA erfordert 2G-Bedingungen.
Sind Sie vollständig geimpft oder genesen, können sie diese Performanceinstallation besuchen.

Konzept und Regie: Signa Köstler, Arthur Köstler
Bühne: Signa Köstler, Lorenz Vetter
Kostüme: Signa Köstler
Mitarbeit Kostüme: Tristan Kold
Technisches Design, Sound und Medien: Arthur Köstler
Mitarbeit Technisches Design, Sound und Medien: Erik Ebert, Lorenz Vetter
Dramaturgie: Sybille Meier
Produktionsleitung: Arthur Köstler
Mitarbeit Produktionsleitung: Lorenz Vetter, Jaavar Sidi Aly
Technische Produktionsleitung: Simon Urbschat

Gefördert von der Danish Arts Foundation.

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Kindertheater

Wutschweiger

von Jan Sobrie und Raven Ruëll, aus dem Flämischen von Barbara Buri / 8+

Im Leben von Ebeneser wird plötzlich alles kleiner – zunächst der Sessel und schließlich die Wohnung, in der seine Familie lebt. Nach dem Umzug ins Hochhaus, in dem seine Eltern unter den ständigen Geldsorgen zu verschwinden scheinen, trifft er auf Sammy, die sich mit einem Leben ohne Geld bereits bestens auskennt. Gemeinsam finden sie den Mut, gegen die Ungerechtigkeit, die ihnen aufgrund der ökonomischen Unterschiede zwischen ihnen und ihren Mitschüler*innen begegnet, aufzubegehren. Mit starken sprachlichen Bildern beschreiben die beiden Autoren eine Welt, in der nichts selbstverständlich ist. Sie thematisieren Verunsicherungen und Momente der Ausgrenzung, mit denen Kinder aus einkommensschwachen Familien täglich konfrontiert sind.

Regie und Musik: Klaus Schumacher
Bühne: Katrin Plötzky
Kostüme: Karlotta Matthies

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Schauspiel

33 Variationen auf Haydns Schädel

Eine heutige Revue von Péter Esterházy
Deutsch von György Buda

Er wurde auch gerne „Papa“ genannt. Joseph Haydn schrieb über dreißig Jahre lang unermüdlich Symphonien und Streichquartette am Hof des ungarischen Fürsten Esterházy. Doch so recht zum Star wollte es der „Vater“ der Wiener Klassik nie bringen in der österreichisch-ungarischen Provinzgemeinde Eisenstadt. Erst mit einem Geburtstagsständchen für den Kaiser Franz im Burgtheater Wien landete er seinen wahren Welt-Hit. Das kleine Liedchen kennt heute jedes Kind, es wurde bald nach Haydns Tod zur deutschen Nationalhymne erkoren. Da verwundert es nicht weiter, dass schon in der Begräbnisnacht der Kopf des Komponisten von glühenden Anhänger*innen der Wiener Schädellehre aus dem Grab geraubt und auf den Sitz des musikalischen Genies vermessen wurde. Nachdem das Künstlerhaupt durch viele anatomisch versierte Verehrerhände gewandert war, landete es schließlich bei der Gesellschaft der Musikfreunde Wiens und konnte dort 30 Jahre lang in der hauseigenen Ausstellung bewundert werden. Endlich fand der Schädel 1954 im fürstlichen Mausoleum der Familie Esterházy (zusammen mit den übrigen Relikten des Komponisten) seine letzte Ruhe.
Diese kuriose und wahre Begebenheit nimmt Péter Esterházy, ein Nachfahre der obig erwähnten Adelsfamilie, zum Anlass für seinen postdramatischen Theatertext, um darin gründlich abzurechnen mit Hochkultur, Star-Gewese und Geniekult. Die von feiner, warmherziger Ironie und kluger Gegenwarts-Reflexion gezeichneten Variationen folgen keiner streng linearen Dramaturgie, sondern fügen Momentaufnahmen und Zitate, Geistesblitze und Assoziationen, Fragmente und Fundstücke zu einer losen Szenenfolge zusammen – gepaart mit spielerischem Witz. Péter Esterházy zählt zu den bedeutendsten ungarischen Autoren der Gegenwart. Seine Bücher wurden in 27 Sprachen übersetzt und er erhielt mehr als 60 internationale Auszeichnungen. Der 2016 verstorbene Schriftsteller wurde vor allem durch sein Opus magnum »Harmonia Caelestis« einem breiten Publikum bekannt.
Péter Esterházy wollte amüsieren, anregen, phantasieren, philosophieren und vor allem „politisch inkorrekt“ laut denken dürfen. Das brachte ihm den Zorn des rechtsnationalen Regimes von Orban ein, und er wurde bald aus allen Lehrplänen Ungarns gestrichen. Demgegenüber wird der ungarische Regisseur Viktor Bodo, der sich als Dozent der Theaterakademie in Budapest der Protestbewegung #freeSFZE gegen die „kulturnationale“ Übernahme von Orbans Regierung angeschlossen hat, Péter Esterházy am Deutschen SchauSpielHaus eine Bühne bieten und die groteske Revue dieses neu zu entdeckenden Theaterautors zur deutschsprachigen Erstaufführung bringen.

Regie: Viktor Bodo
Bühne: Zita Schnabel
Kostüme: Fruzsina Nagy
Musik: Klaus von Heydenaber
Sounddesign: Gábor Keresztes
Video: Vince Varga
Dramaturgie: Ralf Fiedler, Anna Veress

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Kindertheater

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Tanztheaterprojekt mit jugendlichen Akteur*innen von Tomas Bünger / 13+

Jetzt erzähle ich: Wer bin ich? Und was sind meine Wurzeln? Bin ich wie meine Mutter oder wie mein Vater? Haben meine Großeltern anders gelebt? Weiß ich überhaupt etwas dar-über? Was wäre, wenn man seine Familie selber aussuchen könnte? Was wäre, wenn man sich seine eigene Identität kreieren könnte?

Mit elf Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren entwickeln wir ein Tanztheaterprojekt zu den Themen Identität, Familie und Herkunft – im medialen Zeitalter. Denn Identität (von Jugendlichen) ist heute gar nicht mehr denkbar ohne ihre (digitale) Inszenierung. Aber was verbirgt sich hinter diesen Inszenierungen? Wie können wir hinter all die vorgegebenen medialen Inszenierungen und Codes, hinter die Stereotype von Männlichkeit/Weiblichkeit und Fremd- und Anderssein blicken? Und einen Raum öffnen für unsere individuellen Ge-schichten, Wünsche und Ängste? Gibt es ein Jenseits der Inszenierung? Wie können wir als Individuen Sichtbarkeit erlangen? Unsere Körper zum Sprechen bringen? Unsere Stimme erheben?

„Birds fly away from inside of me“ / Aus dem Lied „Derinden“ von Bariş Diri

Auf diese Forschungsreise macht sich der auch international arbeitende Choreograf und Tänzer Tomas Bünger mit den jungen Akteur*innen. Er hat bereits mehrfach mit Jugendlichen sehr tiefgründige Tanztheaterproduktionen entwickelt, die auf einer intensiven Identitätsarbeit basieren.

Regie, Choreographie und Musik: Tomas Bünger
Ausstattung: Karlotta Matthies
Organisationsleitung und Theaterpädagogik: Laura Brust
Dramaturgie: Stanislava Jević

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Schauspiel

J’accuse!

von René Pollesch

„SH: Der Mensch ist ein äußerst fremdartiges Wesen. In aller Nüchternheit betrachtet, also aus der Perspektive eines Tieres zum Beispiel, ist er die Erscheinung eines Wesens, das mehr fremdartige Gewohnheiten – wie aus einem anderen Land – mit sich bringt, als jedes andere auf dieser Erde entstandene Wesen. Ja, und es braucht ganz einfach eine tiefgehende existentielle Erfahrung, durch die uns klar wird, wie albern, sinnlos und willkürlich eigentlich alles ist, was wir so tun. Die Art, wie wir uns umarmen und küssen und waschen, wie wir uns beim Essen benehmen, hat nichts Natürliches und nichts Gewohntes mehr.“ G.K. Chesterton

Der Regisseur René Pollesch zeigt mit „J’accuse!“ einen gewohnt diskursiven Theaterabend mit Humor. Er setzt sich gemeinsam mit seinen Spieler*innen pointiert mit einer Kultur des Klagens, des Sich-Beklagens und der Entrüstung auseinander und spitzt darin die Frage zu: Warum müssen wir eigentlich an unseren eigenen Ansprüchen scheitern?
René Pollesch inszeniert seine Texte stets selbst. Er arbeitete in der Intendanz von Frank Castorf regelmäßig an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz sowie weiterhin am Burgtheater Wien, am Staatsschauspiel Stuttgart, an den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus Zürich und am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg. Seit der Spielzeit 2021-22 ist er Intendant der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

REGIE: René Pollesch
BÜHNE: Barbara Steiner
KOSTÜME: Tabea Braun
LICHT: Rebekka Dahnke
DRAMATURGIE: Sybille Meier

GEMISCHTES DOPPEL
Im Oktober bieten wir Ihnen am 23/10 »J’accuse!« und am 30/10 »Lärm. Blindes Sehen. Blinde sehen!« als Gemischtes Doppel an. Das Kombi-Ticket ist für die Platzgruppen A bis D mit 50% Ersparnis auf den Vollpreis an der Theaterkasse, telefonisch und online buchbar.

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Schauspiel

Der Geheimagent

von Joseph Conrad

Ein internationales Gipfeltreffen führender Politiker soll stattfinden. Die Geheimdienste kämpfen gegen terroristische Angriffe überall in Europa, aber sie bekämpfen sich auch untereinander: So erscheint die englische Gesetzgebung einem ausländischen Geheimdienst viel zu liberal. Was tun? Man beauftragt einen Agent Provocateur damit, ein Bombenattentat in London durchzuführen. Im Schock werden die Briten ihre Gesetze verschärfen, so das Kalkül. Was
wie eine Vision aus dem 21. Jahrhundert klingt, liegt der Handlung eines Romans zugrunde, den Joseph Conrad 1907 veröffentlicht. »Der Geheimagent« ist Adolf Verloc, der mit seiner Frau Winnie und ihrem geistig behinderten Bruder Stevie einen schmuddeligen Laden im Londoner Stadtteil Soho betreibt. Verloc führt ein Doppelleben: Er spioniert als Spitzel der britischen Polizei, aber auch einer ausländischen Botschaft anarchistische Kreise aus. Eines Tages bekommt er seitens der Botschaft den Auftrag, einen fingierten Terroranschlag auf die Sternwarte von Greenwich auszuführen. »Der Geheimagent« ist ein knallharter Politikkrimi um die Täuschungen und Selbsttäuschungen aller beteiligten Figuren. Seinem schonungslosen Blick auf private und ideologische Abgründe gewinnt Joseph Conrad auch zahlreiche komische
Momente ab, denn die Figuren verstehen sich nicht oder sie verstehen sich falsch, sei es aus Ignoranz, Borniertheit oder Naivität.

Regie: Frank Castorf
Bühne: Aleksandar Denic
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Licht: Lothar Baumgarte
Künstlerische Produktionsleitung: Sebastian Klink
Live-Kamera: Andreas Deinert, Severin Renke
Video- und Live-Schnitt: Marek Lukow, Alexander Grasseck
Sounddesign: William Minke
Tonangler: Michael Genter, Jochen Laube
Dramaturgie: Patric Seibert

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© Sinje Hasheider
Kindertheater

Pinocchio

von Carlo Collodi / in einer Fassung von Barbara Bürk / 8+

„Nach den Augen machte er die Nase. Aber die Nase, kaum war sie fertig, fing an zu wachsen: Sie wuchs und wuchs und wuchs und wurde in wenigen Minuten eine Riesennase, die kein Ende mehr nehmen wollte. Der arme Geppetto gab sich alle Mühe, sie zu stutzen, aber je mehr er an ihr abschnitt und kürzte, desto länger wurde diese freche Nase.“

Die Geschichte beginnt bereits äußerst unerhört: ein Stück Holz, das zu einem Tischbein verarbeitet werden soll, meldet sich plötzlich zu Wort. Der Tischler ist davon so überrumpelt, dass er das Holz seinem armen Bekannten Geppetto überlässt, der sich daraus eine Holzpuppe schnitzen möchte, um mit ihr durch die Gegend zu ziehen und ein wenig Geld zu verdienen. Doch kaum ist die Holzpuppe fertiggestellt, wird sie lebendig und hat sogleich ihren eigenen Kopf: „Essen, trinken, schlafen, mich vergnügen“ – so stellt Pinocchio sich sein Leben vor. Neugierig und unbedarft zieht er hinaus in die Welt. Auf seiner abenteuerlichen Reise begegnet ihm neben dem Alltäglichen der Menschen auch allerlei Wunderbares: Er trifft auf sprechende Tiere, gelangt an magische Orte, muss sich aus Gefahren befreien und erfährt am eigenen Leib die Macht von Zauberkräften.

Beim Besuch eines Marionettentheaters wird er sich seiner speziellen körperlichen Beschaffenheit bewusst, als ihn die spielenden Puppen zwischen all den Menschen im Publikum als ihresgleichen erkennen. Er fühlt sich ihnen und ihrer Welt jedoch nicht zugehörig. „Ich bin es leid, immer eine Puppe sein zu müssen. Es ist höchste Zeit, dass ich auch ein Mensch werde.“, beschließt er und setzt fortan alles daran, dass diese große Verwandlung gelingt.

Mit „Pinocchio“, der weltbekannten Bildungsgeschichte des Florentiner Journalisten und Schriftstellers Carlo Collodi, die aufgrund der phantastischen Abenteuer ihres Protagonisten seit ihrem Erscheinen in den 1880er Jahren sowohl ein junges als auch ein erwachsenes Lesepublikum begeistert hat, nehmen sich Barbara Bürk und Clemens Sienknecht einen weiteren großen Klassiker der Kinderliteratur vor. Ebenso unterhaltsam und musikalisch wie bereits in ihren beliebten Inszenierungen von „Der Zauberer von Oz“ und „Alice im Wunderland“ erzählen sie diesmal die turbulente Entwicklung der hölzernen Puppe, die vor allem für ihre bei jeder Lüge wachsende Nase berühmt geworden ist.

Regie: Barbara Bürk
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Musik: Clemens Sienknecht
Dramaturgie: Sonja Szillinsky

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Kindertheater

Tiere im Theater

von Gertrud Pigor / 5+

Was wir Menschen nicht ahnen: In einer verborgenen Welt unter uns, in den Museumskellern, Stadtarchiven und Unterdecks Hamburgs leben Tiere, die heimlich unseren Alltag lenken. Auch im Theater mit seinen vielen geheimnisvollen Räumen gibt es unzählige Möglichkeiten, sich zu verstecken und unbemerkt ins Geschehen einzugreifen. Unter der Bühne des Jungen SchauSpielHauses lebt daher seit langem eine kleine Truppe wahrer Expert*innen, die von dort bestimmt, was auf der Bühne vor sich geht. Die Intendantin, eine erfahrene Katze, jubelt seit Jahren den Theaterleuten heimlich ihre Lieblingsstücke unter und setzt gemeinsam mit zwei alten Theaterhasen alle Hebel in Bewegung, damit die Proben exakt so verlaufen, wie es sich die Theatertiere vorstellen.

Doch dann gerät einiges durcheinander: der Umzug in ein anderes Theatergebäude sorgt für große Aufregung und der neue Praktikant, der zwar leidenschaftlich für das Theater brennt, aber von nichts eine Ahnung hat, bringt die Truppe immer wieder in Gefahr, entdeckt zu werden. Und zu allem Überfluss häufen sich mysteriöse Vorkommnisse, die die bevorstehende Eröffnung bedrohen. Wird es den Theatertieren gelingen, das Ruder herumzureißen – und dennoch von den Menschen unentdeckt zu bleiben?

Gertrud Pigors Inszenierungen für Kinder bestechen durch ihre bezaubernden Tierfiguren und ihren warmherzigen Humor. Ihre Arbeiten gehören daher seit vielen Jahren zum Repertoire des Jungen SchauSpielHauses.

Bild: Andreas Haase / Sinje Hasheider
Es spielen: Jara Bihler, Hermann Book, Severin Mauchle, Christine Ochsenhofer, Nico-Alexander Wilhelm

Regie: Gertrud Pigor
Bühne: Katrin Plötzky
Kostüme: Hannah Petersen
Komposition: Jan Fritsch
Choreographie: Tomas Bünger
Dramaturgie: Sonja Szillinsky, Till Wiebel

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Schauspiel

Die Räuber der Herzen

von Bonn Park / nach Friedrich Schiller

Die Räuber sind Ganoven. Ihr Ideal verratend, sich für die Armen und Unterdrückten einzusetzen, stehlen sie Gold und Pferde, bedienen sich frei an Zivilisation und Natur. In einem außer Kontrolle geratenen sozialen Gefüge rechnet Friedrich Schiller in seinem ersten Stück mit Staatswillkür ab und setzt sich mit dem Bösen auseinander, sucht nach Kippmomenten, in denen grundsätzliche Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Respekt verraten werden.
Bonn Park geht es in seiner Bearbeitung des Stoffes um eine Utopie, ein Gefühl, nach dem wir uns sehnen, einen Cut in der Geschichte, der Schönheit und neue Ideen an die Stelle von Griesgrämigkeit setzt.
Schillers Figuren eint das Begehren zu wissen, wer sie sind und, in der Happy End-Version, wer sie sein könnten: Die besseren Räuber. Diese Räuber glänzen, sie sind freundlicher denn je und begehen nur noch die richtigen Verbrechen. Sie lassen andere ausreden, respektieren jene, die nie respektiert werden – und bringen die zur Strecke, die sich weigern, in makellosem Zauber zu leben.
Der 1987 geborene Regisseur und Dramatiker Bonn Park studiert ab 2010 Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin, gleichzeitig zeigt er erste Arbeiten an der Volksbühne Berlin. Seine Stücke werden oft prämiert, so zuletzt seine Uraufführung »Drei Milliarden Schwestern« 2018 an der Volksbühne Berlin. Für diese Arbeit bekommt er den Friedrich-Luft-Preis und wird in der Kritiker*innen Umfrage von Theater Heute zum Nachwuchsregisseur des Jahres 2019 gewählt.

REGIE: Bonn Park
BÜHNE UND KOSTÜME: Laura Kirst
LICHT: Andreas Juchheim
DRAMATURGIE: Anika Steinhoff
KOMPOSITION: Ben Rössler
MUSIKERIN: Fee Aviv Marschall
ZAUBERER: Jan Logemann

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Schauspiel

Richard the Kid & the King

nach William Shakespeare

mit Texten von Tom Lanoye
Koproduktion mit den Salzburger Festspielen 2021

Er war eine schwere Geburt. Die Ankunft Richards III. auf der Welt ist überschattet von seinen körperlichen Missbildungen und merkwürdigen Vorzeichen. Wäre es vielleicht besser gewesen, dieses Kind wäre nie geboren? Richards Mutter, die Herzogin von York, ahnt Böses: Von Anfang an bleibt ihr der Sohn dunkel und fremd. Kaum kann sie Liebe zu ihm entwickeln, wie er auch sonst überall auf Ablehnung stößt. Später, im jugendlichen Alter, erweist er sich in den Schlachten um die englische Krone als äußerst kaltblütig, brutal und erfolgreich. Sind Machtgier, Skrupellosigkeit und Zerstörungswut Ergebnis einer zerstörten Kindheit? Sind die Ursachen in sozialen und familiären Kontexten auszumachen, oder gibt es schlicht keine erschöpfende Erklärung für die Existenz egomaner und boshafter Machtmenschen?
Mit Richard III. betritt einer der größten Antihelden der Theaterliteratur die Bühne: schamlos, gierig, gewalttätig, schlechthin die Inkarnation des Bösen. Zugleich ist er eine Hauptattraktion des Shakespeare’schen Kosmos: hellsichtig, witzig, heuchlerisch, verführerisch. Er weiß um die Manipulierbarkeit der Menschen, ist ein großer Lügner, ein Virtuose der Instrumentalisierung anderer und der genussvollen Selbstinszenierung. Ein genialer Coup, der diese Rolle bis heute zu einer außerordentlichen schauspielerischen Aufgabe macht. Was macht die Attraktion dieses „Dreckskerls“ aus? Ist er ein pathologischer Sonderfall, ein gekränkter Outlaw oder womöglich die konsequenteste Ausprägung eines Systems? Wie ist die Zustimmung der vielen, das Einverständnis mit seiner Politik zu erklären?
Karin Henkel macht die Königsdramen »Heinrich VI.« und »Richard III.« zum Ausgangspunkt ihrer Inszenierung. In »Richard the Kid«, dem ersten Teil des Abends, richtet sie den Fokus auf die Kindheit und die Familiengeschichte Richards, die Zeit vor seiner Machtergreifung. Seit Jahren liefern sich die Häuser York und Lancaster erbitterte und blutige Schlachten um die englische Königsherrschaft in den sogenannten „Rosenkriegen“.
In »Richard the King«, dem zweiten Teil des Abends, befasst sich Karin Henkel mit dem politischen Umfeld des berühmt-berüchtigten Machthabers. Warum spielen alle mit, obwohl sie um die Lügen und das falsche Spiel Richards wissen? Empfinden seine Anhänger, die ihm die Machtergreifung ermöglichen, obwohl sie wissen, wie gefährlich er ist, die gleiche brutale Freude? Macht die eigene Gier sie blind? Was für eine Rolle spielen Ignoranz, falsche Nachsicht, Feigheit und systematisches Wegschauen der anderen? Wie gelingt Richard der zynische Spagat, die Menschen einerseits aufs Tiefste zu verabscheuen, sie andererseits aber doch für seine Zwecke zu gewinnen?
Shakespeare zeigt mit Richard III. auf eindrückliche Weise das kollektive Versagen eines ganzen Landes und die Deformation einer verunsicherten Gesellschaft, deren zunehmende Verrohung den Aufstieg des Tyrannen erst ermöglicht. Beunruhigend bleibt, was hinter unserem Vergnügen steckt, Richard III. in seinen dunkelsten Machenschaften zu folgen. Was macht auch uns zu Kollaborateuren?

REGIE: Karin Henkel
BÜHNE: Katrin Brack
KOSTÜME: Klaus Bruns
LICHT: Rainer Casper
MUSIK: Arvild J. Baud
DRAMATURGIE: Sybille Meier, Andrea Schwieter

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Schauspiel

Kindeswohl

von Ian McEwan / Bühnenadaption des Romans »The Children Act«
von Karin Beier und Sybille Meier, aus dem Englischen von Werner Schmitz

19. November 2019, Landgericht Berlin. Zwei Ärzte werden wegen Totschlags verurteilt. Sie hatten zunächst per Kaiserschnitt das gesunde Zwillingsmädchen auf die Welt geholt, um dessen Leben zu retten, und anschließend das andere, schwerstbehindert, aber wahrscheinlich lebensfähig, auf Wunsch der Mutter per Kaliumchloridspritze im offenen Bauch ins Jenseits zu befördern. Für den Richter handelte es sich hierbei eindeutig um Kindstötung, die Ärzte sahen in ihrem Handeln das Recht auf Spätabtreibung gegeben.
Es sind solche Grenz-Fälle, mit denen die brillante Familienrichterin Fiona Maye regelmäßig konfrontiert wird. Wo das Recht mit moralischem Ermessen in Konflikt gerät, muss die Mittfünzigerin umsichtig ihre Urteile fällen. Da erreicht sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und am Tiefpunkt ihrer Ehe ein richterlicher Eilantrag: sie soll über Leben und Tod entscheiden. Wird dem siebzehnjährigen Adam keine Bluttransfusion verabreicht, muss er innerhalb weniger Tage an Leukämie sterben. Doch als strenggläubige Zeugen Jehovas lehnen seine Eltern diese lebensrettende Maßnahme strikt ab. Ihre Religion verbietet ihnen, das Leben des eigenen Kindes über den Glauben zu stellen. Fiona beschließt kurzerhand, den jungen Adam persönlich in der Klinik aufzusuchen, und verlässt den üblichen Weg ihrer juristischen Professionalität – ein schwerwiegender Schritt, der fatale Folgen nach sich ziehen soll.
Der 2014 erschienene und 2017 verfilmte Roman »Kindeswohl« von Ian McEwan verhandelt die Widersprüche unserer Referenzsysteme, nach denen wir unsere Entscheidungen ausrichten. Was tun, wenn Werte in Konflikt miteinander geraten: Religion wider säkulares Recht, Empathie gegen vernunftbasiertes Wissen, subjektives moralisches Empfinden gegen objektive gesellschaftliche Normen? Und wieviel Verantwortung kann daraus für das einzelne menschliche Handeln abgeleitet werden? Die von Ian McEwan psychologisch meisterhaft gezeichneten Figuren geraten in ein moralisches Dilemma, das sie in die tragische Krise ihrer Urteilskraft und eine tiefe emotionale Verzweiflung stürzen lässt.
Die Richterin Fiona entscheidet schließlich: „Nach meiner Überzeugung ist sein Leben mehr wert als seine Würde.“ Sie verurteilt Adam zum Leben. Doch Adam fordert von ihr sein Recht, die Verantwortung ihres Tuns in aller Konsequenz zu übernehmen.

REGIE: Karin Beier
BÜHNE: Johannes Schütz
KOSTÜME: Astrid Klein
MUSIK: Jörg Gollasch
LICHT: Annette ter Meulen
DRAMATURGIE: Sybille Meier

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Schauspiel

Die Brüder Karamasow

von Fjodor Michailowitsch Dostojewski
aus dem Russischen von Swetlana Geier
Fassung von Bastian Lomsché und Rita Thiele

In seinem letzten Werk, das Familien-, Kriminal- und Justizroman zugleich ist, erzählt Fjodor M. Dostojewski die Geschehnisse um die Ermordung des Scheusals Fjodor Karamasow und die Ermittlungen gegen seine Söhne Dimitrji, Iwan und Aljoscha. Diese „Geschichte einer Familie“, wie das erste Buch im Roman heißt, legt die familiären und zwischenmenschlichen Abgründe der Figuren und das poröse Gerippe einer überholten Gesellschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts frei. In einer Zeit, in der Religiosität und aufkeimender Liberalismus aufeinanderprallen, Gott in Frage gestellt und die Seele für kausal begreifbar erklärt wird, werden die Gewissheiten des Daseins der „alten Menschen“ pulverisiert. Im Prozess um den Mordfall Karamasow steht somit symbolisch auch eine ganze Epoche vor Gericht und nahezu zwangsläufig endet das Verfahren in einem Justizirrtum. Für fast alle Beteiligten führt die Geschichte in die Katastrophe, da sie sich als unfähig erweisen, das Alte hinter sich zu lassen und so an der notwendigen „Neuwerdung des Menschen“ zugrunde gehen. Die im Roman aufgestellte, berühmt gewordene These, „Wenn Gott tot ist, ist alles erlaubt“, traf die damalige Leserschaft mit solcher Härte, dass es, ähnlich wie bei Goethes »Werther«, zu einer wahren Selbstmordwelle kam.
Auch 140 Jahre nach Erscheinen des Romans scheinen geltendes Recht und Rechtsgefühl vermehrt auseinander zu driften. Die Menschheit bedürfte im Angesicht der Klimakatastrophe, gigantischer Fluchtbewegungen, Demokratiekrisen und einer kaum für möglich gehaltenen, weltweiten Pandemie ebenfalls einer radikalen Neuwerdung, der sich große Kräfte entgegenstellen.
Oliver Frljić war Intendant des Kroatischen Nationaltheaters in Rijeka, bis er aus Protest gegen die kroatische Kulturpolitik 2016 seinen Rücktritt erklärte. Seit 2015 inszeniert er in ganz Europa, verstärkt auch im deutschsprachigen Raum. Mit »Die Brüder Karamasow« wird er seine Beschäftigung mit dem Werk Dostojewskis fortsetzen und erstmals am Deutschen SchauSpielHaus inszenieren.

REGIE: Oliver Frljic
BÜHNE: Igor Pauška
KOSTÜME: Katrin Wolfermann
LICHT: Holger Stellwag
MUSIK: Daniel Regenberg
DRAMATURGIE: Sybille Meier

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Kindertheater

Making of Sophie Scholl

eine Stückentwicklung von Stanislava Jević und Klaus Schumacher mit dem Ensemble / 13+

Sophie Scholl ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Geschichte. Ihr unbedingtes Einstehen für Menschenwürde und ihr mutiger Kampf gegen das Vernichtungsregime der Nazis haben sie zu einer Ikone werden lassen, deren Geschichte in unzähligen Büchern, Filmen und Theaterstücken immer wieder aufs Neue erzählt wird. Mit Bewunderung schauen wir auf einen Menschen, der für Wahrheit und Gerechtigkeit heldenhaft den eigenen Tod auf sich nahm. Lange Zeit prägte das idealisierte Bild, das ihre Schwester Inge Scholl von Sophie zeichnete, unseren Blick. Doch seitdem der Nachlass der Familie Scholl frei zugänglich ist, wird die uns fern scheinende Ikone mehr und mehr zum fehlbaren, widersprüchlichen Menschen, der sich als Kind und Jugendliche von der NS-Ideologie verführen ließ – und der uns darum umso näherkommen kann. Angesichts des Rechtsrucks in vielen europäischen Ländern, brauchen wir eine lebendige Erinnerungskultur und menschliche Vorbilder wie sie.

„Ein Gefühl dafür, was Recht und was Unrecht ist.“
Sophie Scholl

In unserer Stückentwicklung schauen wir einem Filmteam dabei zu, wie es ein Bild von Sophie Scholl für die Nachwelt konstruiert und dabei der Frage nachgeht, wie und warum sich Gesellschaften ihre Held*innenbilder erschaffen. Was kann das Theater mit seinen phantastischen und verfremdenden Mitteln, was der Mainstream-Film, der vor allem realistisch erzählt, nicht kann? „Making of Sophie Scholl“ macht die Konstruktion einer Heldenfigur und den widersprüchlichen Menschen dahinter sichtbar. Der „heldenhafte Mensch“ wird lesbar als eine Vielfalt von in ihm schlummernden Möglichkeiten und als eine Projektion derjenigen, die über ihn nachdenken.

Regie: Klaus Schumacher
Ausstattung: Katrin Plötzky
Komposition und Live-Musik: Tobias Vethake
Video: Jürgen Salzmann

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Schauspiel

Café Populaire

Hamburger Fassung
von Nora Abdel-Maksoud

„Warum kann man im Theater so gut Witze über Arme machen? – Weil sie sich die Karten eh nicht leisten können.“ Ein böser Scherz, besonders hinterhältig, wenn man bedenkt, wer da wahrscheinlich lacht. »Café Populaire« bietet unzählige solcher raffinierter Gemeinheiten, ist subversive Satire vom Feinsten, seine junge Autorin eine Entdeckung, die sich um alles schert, vor allem um „Race, Class und Gender“, allerdings jenseits jeglicher Political Correctness. „Das Thema des heutigen Abends ist Klassismus, ja, nicht Klassizismus“. Da ist Svenja, Gutmensch und Bildungsbürgerin schlechthin, die als Künstlerin mit Humor und Humanismus die Welt verbessern will, aber wie viele Kulturschaffende ihren Lebensunterhalt prekär, in diesem Falle als Clown in einem Hospiz verdient. Da ist Püppi, eine altlinke Hospizbewohnerin, die nach dem Tod ihres Mannes einen neuen Betreiber für ihre Arbeiterkneipe sucht. Und Aram mit Migrationshintergrund, der „Dienstleistungsproletarier“, der sich mit allen möglichen Jobs, Uber-Fahrer, Paketbote, Masseur usw., über Wasser hält. Und nicht zuletzt Don, das böse, neoliberale Alter Ego von Svenja, das immer wieder ungewollt aus ihr herausbricht und sich überheblich von den „Prolls“ abzugrenzen sucht. Brillant, wie Nora Abdel-Maksoud in rasanten Dialogen mit Witz und Verve dem Publikum tiefernste Fragen um die Ohren haut: Wie steht es eigentlich wirklich um unsere Weltoffenheit? Welche Rolle spielt Geld, spielt Klasse, spielen soziale Klischees in unserer Gesellschaft?

»Café Populaire« wurde 2018 am Neumarkt Theater in Zürich uraufgeführt.

Für das Hamburger SchauSpielHaus hat die Autorin eine eigene Fassung geschrieben. Nora Abdel-Maksoud hat für ihr Stück »Café Populaire« den mit 5.000 Euro dotierten Hermann-Sudermann-Preis erhalten.

Regie: Sebastian Kreyer
Bühne: Thomas Dreißigacker
Kostüme: Maria Roers
Licht: Andreas Juchheim
Musik: Andreas Seeligmann
Video- und Sounddesign: Valerij Lisac
Dramaturgie: Ralf Fiedler

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Schauspiel

Anna Karenina - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht nach Lew Tolstoi

„Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise.“ Ob das so stimmt, oder ob nicht vielleicht sogar das Gegenteil der Fall ist, lässt uns der russische Schriftsteller Lew Tolstoi in seinem Jahrtausend-Werk »Anna Karenina« ergründen. Die Protagonistin des Romans ist eine der drei namhaften Ehebrecherinnen des 19. Jahrhunderts, die im Verstoß gegen gesellschaftliche Gepflogenheiten an ihrer leidenschaftlichen Liebe zu einem anderen als ihrem Ehemann zugrunde gehen muss.

Clemens Sienknecht und Barbara Bürk setzen ihre Serie des menschlichen Scheiterns fort. Die dritte Folge ihrer hochgeschätzten Radioshow »Berühmte Seitensprünge der Weltliteratur« widmen sie dieses Mal der Titelheldin aus Russland, die es ziemlich genau 20 Jahre vor Effi Briest und ungefähr 20 Jahre nach Emma Bovary mit eben dergleichen Geschichte zu eben demselben Weltruhm gebracht hatte.

Regie: Barbara Bürk, Clemens Sienknecht
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Licht: Björn Salzer
Ton: Finn Corvin Gallowsky, Katja Haase
Dramaturgie: Sybille Meier

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Schauspiel

Reich des Todes

von Rainald Goetz

Die Krise boomt und mit ihr die Macht der Politiker, die sie zu managen haben. Überall wird in Menschen- und Bürgerrechte eingegriffen, vorübergehend mag das notwendig sein, doch es ist auch die Sternstunde der Autokraten: Orbàn, Erdoğan, Kaczyński, der polnische Justizminister Ziobro, sie alle benutzen die unumgängliche Bekämpfung der Pandemie, um ihre Herrschaft weiter nachhaltig auszubauen.
„Vive la crise!“, dieses Zitat von Proust könnte Rainald Goetz seinem neuen Theaterstück voranstellen, denn auch er beschreibt eine Regierung, die im Schatten einer drohenden Gefahr mit Furor und vermeintlich patriotischem Eifer Demokratiezerstörung betreibt. Es geht um den „Krieg gegen den Terror“, den George W. Bush unmittelbar nach den Anschlägen von 9/11 deklarierte. Wie jetzt? Wieso beschäftigt sich Goetz erst heute mit dem, was im Namen dieses Krieges an Machtmissbrauch und Menschenrechtsverletzungen in Amerika selbst, vor allem aber auch im völkerrechtswidrigen Irakkrieg geschah? Inklusive der Übergriffe und Folterungen in amerikanischen Gefangenenlagern wie Abu Ghraib? Journalistisch sind diese Ereignisse doch umfassend dokumentiert. Nun, um Dokumentation geht es Rainald Goetz ganz offensichtlich nicht: Die realen Personen der Zeitgeschichte, Bush und sein Regierungskabinett sowie die Täter*Innen von Abu Ghraib verbannt er in eine „Hades“ betitelte Aufzählung unterhalb seines Personalverzeichnisses. Die Stückfiguren nehmen zwar die gleichen Positionen ein, Goetz gibt ihnen aber andere Namen, die auch an Persönlichkeiten aus verschiedenen Zeiten erinnern: Roon, preußischer Kriegsminister des 19. Jahrhunderts, Kelsen, der berühmte Verfassungsrechtler der Weimarer Republik, oder auch Schill, ehemaliger „Richter Gnadenlos“ und Innensenator in Hamburg. Diese Mehrdeutigkeit hat System: Ständig fordert Goetz zu neuen Kontextualisierungen auf, zum Teil durch direkte Anspielungen, beispielsweise auf den deutschen Faschismus. Zum anderen setzt er mehr assoziative Impulse durch Mottos, Zwischentitel, Musiken, die er zitiert, Nebenwelten, die unausgesprochen mitschwingen, dem Stück dennoch eine größere Reichweite verleihen. Goetz versucht – grundsätzlich und spielerisch zugleich – über Strukturen von Machtpolitik und Machtmissbrauch nachzudenken. Krisen können Sternstunden für Autokraten, auch Diktatoren werden, das zeigt die Geschichte. Goetz stellt in diesem Zusammenhang die finstere Frage: Welche Faktoren müssen denn zusammenkommen, damit der Exzess, das „Böse, Kaputte“ Oberhand gewinnen kann?

HINWEIS:
Die Uraufführung »Reich des Todes« thematisiert u. a. die Misshandlung und Folter irakischer Gefangener in Abu Ghraib, wozu auch sexuelle Demütigungen gehörten. In diesem Zusammenhang gibt es in unserer Inszenierung Szenen, projizierte Bilder und Fotos, die Gewalt und Nacktheit zeigen.

Die Inszenierung »Reich des Todes« wurde zum Berliner Theatertreffen und den Mülheimer Theatertagen 2021 eingeladen.

Regie: Karin Beier
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Eva Dessecker, Wicke Naujoks
Komposition und musikalische Leitung/ Komposition und Einstudierung „Beschluss“, V. Akt: Jörg Gollasch
Videodesign: Voxi Bärenklau
Dramaturgie: Rita Thiele, Ralf Fiedler
Licht: Annette ter Meulen
Einstudierung Sprechchor „Desastres de la Guerra“, IV. Akt: Christine Groß
Körpertraining und choreographische Mitarbeit: Valenti Rocamora i Tora
Mitarbeit Videorecherche: Vanessa Christoffers-Trinks
Produktionsleitung: Anna Werner

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Schauspiel

Effi Briest - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Clemens Sienknecht und Barbara Bürk
nach Theodor Fontane

„Effi Briest schaukelt mit Elektra, Medea, Penthesilea und deren drei Schwestern Nora, Lulu und Franziska im Kirschgarten und spielt Verstecken. Ihre couragierte Mutter, Lady Macbeth, kündigt Geert von Innstetten an, der im Biberpelz und seidenen Schuhen erscheint und um Effis schmutzige Hände anhält. Geert, der unlängst eine Liebelei mit Sara Sampson hatte, zieht nach der Hochzeit mit Effi in Bernarda Albas Haus nach Damaskus oder Andorra. Effi wird schwanger, die heilige Johanna wird geboren und Fräulein Julie und Hedda Gabler werden die Zofen. Die schöne Aussicht, die Hoffnung auf Glaube und Liebe, auf glückliche Tage, endet mit zerbrochenen Krügen: Effi beginnt mit dem Revisor Crampas eine Affaire Rue de Lourcine. Was folgt, ist ein Totentanz, ein böses Frühlings Erwachen aus dem Sommernachtstraum.“ (Clemens Sienknecht)

»Effi Briest – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie« war zum Berliner Theatertreffen 2016 eingeladen.

Barbara Bürk und Clemens Sienknecht erhielten den Theaterpreis Hamburg 2016 in der Kategorie "Herausragende Inszenierung / Dramaturgie" für »Effi Briest – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie«.

Regie: Barbara Bürk, Clemens Sienknecht
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Licht: Björn Salzer
Dramaturgie: Sybille Meier

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1 Schauspiel

Die Nibelungen - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht

Nach »Effi Briest« und »Anna Karenina« präsentiert Rock-Antenne Walhalla jetzt den brandneuen Hit der Walküren: Das Nibelungenlied!

„In Worms bi dem Rhine wohnten dri Könige mit ihr Kraft. In Dienste von ihr Landen vil stolze Riterschaft. Mit stoltzlichen Ehren all ihres Lebens Zeit, bis jämmerlich sie starben von zweier edeln Frovwen Streit.“

Erleben Sie die berühmte Familiensaga um Kriemhild, Brunhild, Gunter, Gernot, Giselher, Ute, Hagen, Etzel, den starken Siegfried und den rattenscharfen Spielmann Volker von Alzey. Tauchen Sie ein in ein Jahrtausendwerk, an dem sich die größten Geister scheiden: „Ein elendes Zeug, nicht einen Schuss Pulver werth.“ (Friedrich der Große) / „Ein köstliches Werk!“ (Goethe) / „Abstrus-peinliche Betrugskomödie dank der törichten Schwatzhaftigkeit ihrer Protagonisten.“ (Marcel Reich-Ranicki)

Extreme Emotionen, große Heldentaten und Ströme von Blut sind garantiert, wenn Barbara Bürk und Clemens Sienknecht mit der nächsten Folge ihrer erfolgreichen Radioshow auf Sendung gehen.

Regie: Clemens Sienknecht, Barbara Bürk
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Licht: Björn Salzer
Video: Peter Stein, Antje Haubenreisser
Dramaturgie: Sybille Meier

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Schauspiel

Lärm. Blindes Sehen. Blinde sehen!

von Elfriede Jelinek

Wenn sich Elfriede Jelinek, seit ihren literarischen Anfängen „Herrin der Medien-Gewitter“, in ihrem neuesten Theatertext an das unaufhörliche Gerede über die Pandemie in den Medien heftet, dann kann nur ein Strom schillernder Bedeutungen entstehen. Lärm: das ist der Wortschwall an Nachrichten, Reden, Erklärungen, Gerüchten, Theorien und Verschwörungsmythen, der uns im Zusammenhang mit der Pandemie täglich überschwemmt. Kunst ist, wie Jelinek aus dieser Kakophonie streitender Stimmen ein Netz bemerkenswerter Korrespondenzen spinnt: Beispielsweise ist die Behauptung, allein und einzig Wahrheit und Wirklichkeit zu kennen, ein Anspruch, den alle teilen und der gerade deshalb immer wieder aufs Neue spaltet und sprengt.

Auch Bilderwelten überlagern sich in diesem kalkuliert zwielichtigen Terrain. So überblendet Jelinek eine der berühmtesten Orgien der antiken Literatur, das Gelage bei der Zauberin Kirke, die Odysseus’ Gefährten in Schweine verwandelt, mit der enthemmten, zügellosen Welt der Superspreader von Ischgl, die das Corona-Virus in ganz Europa verbreiteten. Diese Analogie zeigt vielleicht am deutlichsten den unverschämten Witz Elfriede Jelineks, die Schreckensbilder der Pandemie in Amüsement umschlagen lässt, ohne ihre ernsthaften Absichten zu verraten. Denn wie eine schwarze Wolke lässt sie über der Groteske das todbringende Environment einer Natur schweben, die der Mensch unaufhörlich schändet. Umso wahnhafter das allgemeine Gerede über die erdrückenden Folgen dieser Hybris: Im Parforceritt zieht uns Jelinek durch krude Wege politischer Irrungen und Wirrungen, in Höhen und Niederungen mythischen Tiefsinns und realen Schwachsinns, so dass sich letztendlich die Frage stellt: Gehen in dieser apokalyptischen Landschaft der Blinden und Tauben nicht alle Wahrheiten in einem freiwillig-unfreiwilligen Gelächter zu Bruch?

Regie: Karin Beier
Bühne: Duri Bischoff
Kostüme: Wicke Naujoks
Musik: Jörg Gollasch
Video: Severin Renke
Licht: Annette ter Meulen
Choreographische Mitarbeit: Altea Garrido
Körpertraining: Valentí Rocamora i Torà
Dramaturgie: Rita Thiele

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Schauspiel

Ecce Homo oder: Ich erwarte die Ankunft des Teufels

Ein Abend in zwei Teilen nach Friedrich Nietzsche und Mary MacLane
Deutsch von Ann Cotton / UnterGrund

Als der gefolterte, blutende Jesus vor das Volk geführt wurde, soll Pilatus gesagt haben: Siehe, der Mensch! Nietzsche, der Antichrist, übernimmt den Ausspruch, um sich sein Leben zu erzählen: es sei der Versuch, über sich „ein wenig Licht und Schrecken zu verbreiten“. Zwei Monate nach der Vollendung von »Ecce Homo« (lat. für „Siehe, der Mensch“) endet seine Schaffenszeit in der geistigen Umnachtung. Zehn Jahre später, Nietzsche war gerade gestorben, entsteht auf der anderen Seite des Atlantiks ein nicht minder selbstsüchtiger Tagebuchroman, verfasst von der neunzehnjährigen Mary MacLane. In der Ödnis von Montana verhandelt sie ihr Leben und Denken, gewissenlos und mit einer „wunderbaren Fähigkeit zu Elend und zu Glück.“ Ihre Erlösung erwartet sie, in gewisser Weise wie Nietzsche, in der Ankunft des Teufels.
Zwei hemmungslose Egomanen, die alles andere als Egoisten sind, fordern die Welt heraus, an der sie verzweifeln. Zuflucht finden sie im Rausch einer „Umwertung aller Werte“. Der Ich-Kosmos manövriert sich durch die Gesellschaft der Anderen. Ist es denkbar, dass Selbstsucht und ein solidarisches, empathisches Miteinander sich vertragen?

Zu Beginn der Spielzeit 19-20 musste »Ecce Homo« aus Gründen der Besetzung kurzfristig auf die Spielzeit 20-21 verschoben werden. In der Zwischenzeit hat die Konzeption des Abends eine neue Richtung genommen. Nietzsches fulminantes Denken wird mit MacLanes virtuoser Weltbeschäftigung in Kontrast gesetzt, die 120 Jahre nach ihrem Erscheinen nun erstmals ins Deutsche übersetzt wurde. Der erste Teil beruht auf der Schrift Nietzsches, der zweite Teil auf dem Roman MacLanes.

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1 Stream

Ab jetzt

Komödie von Alan Ayckbourn

Am 25.4. und 1.5. ab 18 Uhr als Stream für 24 Stunden online

Der Komponist Jerome arbeitet besessen an einem großen zeitgenössischen Werk zum Thema „Liebe“. Sein Arbeitsprinzip ist das Sampeln und Modulieren von Alltagsgeräuschen und Sprachfetzen. Alle Räume seiner Wohnung sind mit Mikrofonen bestückt, um ununterbrochen alle Geräusche aufzeichnen zu können. Doch Jerome hat ein Problem: Seit seine Frau und Tochter ihn – nicht zuletzt wegen seines künstlerischen Abhörwahns – verlassen haben, ist sein Schaffen in eine ernste Krise geraten. Ihm fehlt jede Inspiration. Zumindest die geliebte Tochter, so Jerome, müsse er ab und an sehen, um wieder kreativ arbeiten zu können. Bisher allerdings hegen sowohl das Jugendamt als auch seine Ex berechtigte Zweifel an der sozialen Kompetenz des Künstlers. Sie weigern sich, Besuche seiner Tochter zu bewilligen. Also mietet Jerome eine Schauspielerin, die seine neue Verlobte und eine perfekte Hausfrau spielen soll…

Zurück in die Zukunft. Alan Ayckbourns 1988, vor der digitalen Revolution, geschriebene Komödie ist Science Fiction von gestern. Gemessen an dem, was uns seither an häuslicher Technik umgibt, ist es teilweise anrührend naiv. Als theatrale Versuchsanordnung zum Thema Mensch und Maschine, erlebtem Gefühl und reproduzierbarer Geste, entfaltet sie allerdings immer noch eine kaum überbietbare Situationskomik. Höhepunkt dabei ist der immer wieder um- und fehlprogrammierte Roboter GOU 300 F. Ursprünglich zum Babysitten gedacht, später aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr gezogen, leidet der hochkomplexe Androide an chronischer Unterbeschäftigung, da es eben kein Kind mehr zu betreuen gibt. Die mütterliche Maschine füllt diesen Leerlauf im Beschäftigungsprogramm selbständig und irrwitzig auf, indem er/sie/es in ihren/seinen mechanisierten Sprach- und Handlungsformeln Verhaltensmuster der menschlichen Umgebung kopiert. Während Jerome also all seine Lebens-und Liebesgeräusche aufzeichnet, um daraus das perfekte Kunstwerk zu komponieren, eine Schauspielerin sich bei dem Versuch, seine perfekte Geliebte zu spielen, in ihn verliebt, wird all dies wiederum von einem dysfunktionalen Roboter kopiert und karikiert…

Regie: Karin Beier
Bühne: Thomas Dreißigacker
Kostüme: Hannah Petersen
Musik: Jörg Gollasch
Licht: Holger Stellwag
Dramaturgie: Christian Tschirner

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30.04.20, 08:41, jen Toller Online-Spielplan mit technisch aufwendigen Produktionen und Mitschnitten.

Toller Online-Spielplan mit technisch aufwendigen Produktionen und Mitschnitten.

Theater

Ivanov

von Anton Čechov

aus dem Russischen von Peter Urban
Fassung von Karin Beier und Rita Thiele

„Was ist los mit mir?“, fragt Ivanov seinen Nachbarn Pavel Lebedev. Ivanov versteht sich selbst nicht mehr. Früher hat er sich sozial engagiert, ließ Schulen bauen, setzte sich für politische Reformen ein. Mittlerweile ist ihm das alles egal, das ganze Leben ist ihm egal, selbst die hohen Schulden, die sein Gut belasten, rütteln ihn nicht wach. Einst hat er seine Frau Anna geliebt, die wegen dieser Liebe von ihrer jüdischen Familie verstoßen und enterbt wurde. Jetzt liebt er sie nicht mehr, kann sie nicht mehr lieben, obwohl er weiß, dass sie bald an Tuberkulose sterben wird. Genervt von den bedrückenden Verhältnissen zu Hause treibt es ihn abends aufs Nachbargut der Lebedevs. Zwischen deren Tochter Saša und ihm bahnt sich eine Liebelei an, doch sobald Ivanov mit ihr zusammen ist, möchte er allein sein, treibt es ihn wieder fort. Ivanov quält eine ziellose Energie, eine seelische Leere. Das provoziert seine Umwelt, die er gleichermaßen fasziniert und abstößt, wobei sich hinter dieser Fixierung auf ihn verbirgt, was diese Gesellschaft selbst aushöhlt, unterminiert: Ivanovs psychische Labilität spiegelt die Kälte, die Aggression, den Egoismus und die Kopflosigkeit einer Welt, die Zukunftsängste plagen, die spürt, dass ein grundlegender Wandel notwendig wäre, sich aber überfordert fühlt, die die Orientierung verliert und so in der Hoffnungslosigkeit landet. »Ivanov« ist Čechovs erstes Theaterstück, 1887 in Moskau uraufgeführt, ein Stück, das er liebte, auf das er über Jahre hinweg immer wieder zurückkam, das er komplett überarbeitete. Es hat schon all die Ingredienzien, die auch die Figuren seiner späteren Stücke zu Pionieren unserer Ängste, unserer Sehnsüchte, unseres Versagens machen. Die Größe Čechovs ist, dass er diese psychische Signatur ohne Überheblichkeit diagnostiziert, sie ist tragisch, sie ist komisch, sie ist menschlich. So, wie er in seiner typischen Lakonie bemerkt: „Keine Literatur kann in puncto Absurdität das wirkliche Leben übertreffen.“

Regie: Karin Beier
Kostüme: Astrid Klein
Mitarbeit Ausstattung: Selina Puorger
Mitarbeit Kostüm: Janin Lang
Musik: Jörg Gollasch
Licht: Annette ter Meulen
Choreografie: Thomas Stache
Dramaturgie: Rita Thiele

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Schauspiel

Der Messias

Eine Weihnachtsfarce von Patrick Barlow

Deutsch von Volker Ludwig und Ulrike Hofmann

Seit der Premiere 1988 am Theater Basel – unter dem damaligen Intendanten Frank Baumbauer – begeistern André Jung und Michael Wittenborn in der Inszenierung von Nikola Weisse das Publikum. Nach Stationen in Köln, München, Zürich, Luxemburg und – wiederum unter Frank Baumbauer – von 1993 bis 1999 auch in Hamburg macht »Der Messias«, inzwischen mit Marie Jung als Frau Timm, erneut Station im SchauSpielHaus.

Mit großem Elan zeigen Theo und Bernhard die Weihnachtslegende und übernehmen alle Rollen selbst – den Erzengel Gabriel, den brummeligen Zimmermann Josef, die frustrierte Hausfrau Maria, römische Tribunen, tumbe Hirten und die Weisen aus dem Morgenland. Natürlich kommt es dabei zu diversen Pannen, die die Darsteller ungewollt zur Improvisation zwingen und entzweien. Begleitet werden sie dabei von Frau Timm, einem befreundeten Opernstar ohne Bühnenpraxis und Begabung ..

Regie: Nikola Weisse
Bühne: Andreas Tschui
Kostüme: Kathrin Gurth
Musik: Georg Friedrich Händel, Christoph Marthaler
Dramaturgie: Stefanie Carp

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Online

Haus der Geister

Leeres Theater. Auf der Bühne stirbt
Ein Spieler nach den Regeln seiner Kunst
Den Dolch im Nacken. Ausgerast die Brunst
Ein letztes Solo, das um Beifall wirbt.
Und keine Hand. In einer Loge, leer
Wie das Theater, ein vergessenes Kleid.
Die Seide flüstert, was der Spieler schreit…
(Heiner Müller)

Seit dem schaurigen Monat November haben wir eine neue Serie im SchauSpielhausStreaming-Programm gestartet. Unser Ensemble wird Ihnen auf und hinter den Bühnen, an Ihnen bisher unbekannten Orten des Grauens im Deutschen SchauSpielHaus Gespenstergeschichten präsentieren. Geister aus der Geschichte des SchauSpielHauses, und Besucher*innen, Untote, die sich im Lockdown hierher verirrt haben.

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SchauSpielHausBesuch

Wir kommen zu Ihnen nach Hause!

Karin Beier traf unsere Ensemblemitglieder zum Zweiergespräch über das Leben mit Corona und ohne Theater. Die Schauspieler*innen brachten zu jedem Gespräch etwas mit: Einen Text, ein Lied, eine kleine Performance, ein Kunststück – lassen Sie sich überraschen!

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Online

Virtueller Rundgang

Besuchen Sie das Schauspielhaus auf einem 360°-Rundgang im Internet.

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Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Neue SchauSpielHaus GmbH

Das Schauspielhaus ist die Hauptspielstätte. Der Zuschauerraum des von dem berühmten Architektenpaar Hermann Helmer und Ferdinand Fellner d. J. 1899/1900 erbauten Theaters ist in Rot und Gold gehalten und gilt mit seinen neobarocken Elementen, dem Figurenschmuck und dem roten Gestühl als einer der schönsten Theaterräume Deutschlands.

Neben der großen Bühne finden auch Veranstaltungen im MarmorSaal (1. Rang) und im RangFoyer (2. Rang) sowie im Restaurant Theaterkeller statt.

Dem Deutschen SchauSpielHaus steht eine Phase umfangreicher Sanierungsarbeiten bevor: Die beiden Ränge des denkmalgeschützten Zuschauersaals müssen vollständig entkernt und statisch ertüchtigt werden.

Aufgrund der Baumaßnahmen wird der Spielbetrieb in der Kirchenallee ab 1/5/2018 unterbrochen und die Spielzeitpause verlängert. Die kommende Spielzeit 2018-19 eröffnet Ende Oktober 2018. Bereits am 13/10/2018 startet das Junge SchauSpielHaus sein Programm. Während der Sanierungsarbeiten stehen auch der MalerSaal, das RangFoyer sowie die Große ProbeBühne nicht für Vorstellungen zur Verfügung.

Während der Rangsanierung sind wir mit vielen Gastspielen unterwegs und spielen in Hamburg u.a. auf Kampnagel, im Monsun-Theater oder der Immanuelkirche auf der Veddel.

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Aufführungen / Theater Schauspielhaus Zürich Zürich, Rämistrasse 34
Aufführungen / Theater Schauspiel Köln Köln, Schanzenstr. 6-20
Aufführungen / Oper Theater an der Wien Das neue Opernhaus Wien, Linke Wienzeile 6
Aufführungen / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Wuppertal, Kurt-Drees-Straße 4
Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Theater Theater Konstanz Konstanz, Konzilstraße 11
Aufführungen / Theater Staatsschauspiel Dresden Dresden, Theaterstraße 2
Aufführungen / Oper Wiener Staatsoper Wien, Opernring 2
Aufführungen / Theater Volkstheater München München, Tumblingerstraße 29
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Aufführungen / Theater Vorarlberger Landestheater Bregenz, Seestr. 2
Aufführungen / Theater Theater im Pfalzbau Ludwigshafen Ludwigshafen, Berliner Str. 30
Aufführungen / Theater Theater Erfurt Erfurt, Theaterplatz 1
Aufführungen / Oper Staatsoper Stuttgart Stuttgart, Oberer Schloßgarten 3
Aufführungen / Musical Ronacher Wien Wien, Seilerstätte 9
Konzerte / Konzert Tonhalle Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1
Ereignisse / Tanz Dresden Frankfurt Dance Company Dresden / Frankfurt
Ausstellungen / Museum GRASSI Museum für Völkerkunde Leipzig Leipzig, Johannisplatz 5-11
Ereignisse / Festspiele Mozartwoche Salzburg 27.1. bis 6.2.2022
Familie / Theater Junges Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Ereignisse / Festspiele Domstufen-Festspiele Erfurt 15.7. bis 7.8.2022
Konzerte / Konzert Festival Strings Lucerne Luzern, Dreilindenstr. 89
Familie / Festival Mülheimer Theatertage das Forum deutschsprachiger Gegenwartsdramatik
Bildung / Kurs Tanzschule Grenke Kiel Kiel, Deliusstraße 3-5

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