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Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Die Pfalzbau Bühnen (Theater im Pfalzbau) sind eines der wichtigsten Gastspielhäuser Deutschlands und damit einzigartig in Rheinland-Pfalz und der Metropolregion Rhein-Neckar. Das vielfältige Programm zeigt einen Querschnitt der besten internationalen, deutschen und regionalen Theaterproduktionen. Im Herbst präsentieren die Festspiele Ludwigshafen Schauspiel- und Tanzaufführungen auf höchstem Niveau. In der zweiten Spielzeithälfte sind neben renommierten Bühnen und Compagnien auch ausgewählte Inszenierungen nahe gelegener Theaterhäuser zu Gast. Neben Schauspiel und Tanz sind dann auch Musiktheaterinszenierungen und Produktionen für Kinder und Jugendliche zu sehen.

Kontakt

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen
Berliner Str. 30
D-67059 Ludwigshafen

Telefon: +49 (0621) 504 30 - 46
Fax: +49 (0)621-5 04-29 30

 

Reservierungen:
Tel. +49 (0)621-504-2558
Montags bis freitags von 10.30 bis 13.00 Uhr und von 17.00 bis 18.30 Uhr,
samstags von 11.30 bis 13.00 Uhr
Fax (0621) 504-2526
E-Mail: pfalzbau.theaterkasse@ludwigshafen.de
http://tickets.vibus.de/00100137000000/default.aspx
sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn
Bewertungschronik

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Festspiele

Festspiele Ludwigshafen

18.10. bis 14.12.2019

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Festspiele Ludwigshafen

Tanz

Black Swan / Nova Carmen

Israel Ballet

Zur fulminanten Musik Tschaikowskys hat Andonis Foniadakis für die ausdrucksstarken Tänzerinnen und Tänzer des Israel Ballet mit Black Swan eine hochkomplexe Choreographie kreiert. Der Gegensatz von Weiß und Schwarz charakterisiert die Hauptrolle und inspirierte Foniadakis dazu, die Schönheit der dunklen Seite der Geschichte aufleuchten zu lassen. Er füllt die dunklen Mächte mit unbändiger Energie, die auf der Bühne einen starken Sog entfaltet und das große Faszinosum dieses romantischen Ballettklassikers offenbart.

Nova Carmen hat Sharon Eyal als Auftragswerk für das Israel Ballet geschaffen. Sie hat die Essenz aus Carmen destilliert, entstanden ist eine völlig neue, außergewöhnliche Interpretation, die den virtuosen Tänzerinnen und Tänzern der Compagnie ihr ganzes Können abverlangt. Sharon Eyal hat in Nova Carmen den Ursprung der bekannten Geschichte hinterfragt und zusammen mit dem Ensemble eine innovative Bewegungssprache gefunden, durch die eine beeindruckende Intensität entsteht.

Das Israel Ballet entwickelte sich seit seiner Gründung im Jahr 1967 zu einer führenden kulturellen Einrichtung Israels und wurde sowohl vom Publikum als auch von der Presse weit über Israel hinaus sehr geschätzt. Die Compagnie repräsentierte Israel bereits an prominenten Aufführungsorten und auf Festivals in Europa, den USA, Asien und Südamerika. Als einzige israelische Compagnie, die das anspruchsvolle klassische und neoklassische Repertoire auf der Bühne umzusetzen in der Lage ist, setzte sich das Israel Ballet das Ziel, durch seine Arbeit die Kunst des klassischen Balletts zu bewahren und zu fördern. Zugleich bringt die Compagnie auch bahnbrechende, innovative künstlerische Werke hervor und betreibt dadurch einen kreativen Dialog zwischen dem klassischem Ballett und der neu entstehenden, vielfältigen zeitgenössischen Kunst Israels.

Die Tänzerinnen und Tänzer des Israel Ballet bewegen sich, als würde ihr Leben davon abhängen.
Tal Levin, haaretz newspaper

Black Swan
Choreographie von Andonis Foniadakis
Musik Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, Julien Tarride

Nova Carmen
Choreographie von Sharon Eyal, Gai Behar
Auszüge der Originalmusik von Georges Bizet

Neuarrangement Ori Lichtik

Preise 46 € / 39 € / 32 € / 25 €

(Bild: © © Ira Tashlitzk)

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Black Swan / Nova Carmen

Konzert

Gaye Su Akyol

TÜRKEI

Gaye Su Akyol gilt als eine der überzeugendsten jungen Stimmen und aufregendsten Klangforscherinnen der Türkei und hat sich nicht nur in der Musikszene ihres eigenen Landes etabliert. Als Singer-Songwriterin, Produzentin und audiovisuelle Konzept-Künstlerin setzt sie sich mit der eigenen Vergangenheit und ihren Wurzeln, dem extrem verlinkten Hier und Jetzt sowie einer wahrscheinlich digital hochlabilen Zukunft auseinander. Ihr erstes internationales Album Hologram Ĭmparatorluğu (auf deutsch etwa „Holografische Gegenrealität“), das 2016 erschien, war ein voller Erfolg und bescherte der Band eine Tour durch ganz Europa, den Mittleren und den Fernen Osten.
Gaye Hanım wuchs im kosmopolitischen Istanbul auf und ließ sich von der anatolischen Musik-Ikone Selda Bağcan und Kurt Cobain gleichermaßen inspirieren. Nirvana waren ebenso prägend wie anatolische Rockmusik, Sonic Youth oder Nick Cave.

Ihr neues Album mit dem Titel Istikrarlı Hayal Hakikattir, der übersetzt „Konsequente Fantasie ist Realität“ bedeutet, hat Gaye Su Akyol selbst geschrieben, arrangiert und koproduziert. Sie kombiniert darin lebensfrohe Balladen, futuristischen Surf-Rock und Post-Punk. Psychedelische E-Gitarren und donnernde Percussions treffen auf Oud und Baglama, elektronische Beats und Synthies auf Violine und Trompete. Das Album ist zutiefst poetisch, hoch politisch und trifft den Kern unserer Zeit. Dank englischer Übersetzungen im Booklet kann man in Gayes bittersüße Traumwelten eintauchen, auch wenn man kein Türkisch versteht. Und das lohnt sich, denn in ihrer Musik erschafft sie ihr ganz eigenes Universum aus nahöstlicher Tradition und urbanem Underground.

Das Konzert von Gaye Su Akyol bietet eine wunderbare Möglichkeit, die deutsch-türkische Freundschaft zu feiern – Gäste aus anderen Ländern sind natürlich ebenfalls willkommen!

Einheitspreis 20 € / ermäßigt 12 €

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Gaye Su Akyol

Tanz

Vertikal

Tanzstück von Mourad Merzouki (Frankreich)
Centre Chorégraphique National de Créteil et du Val-de-Marne / Compagnie Käfig

Die Compagnie Käfig zählt zu den besten und innovativsten HipHop-Formationen Europas. Ihr Leiter Mourad Merzouki, Kurator zweier bekannter HipHop-Festivals, experimentiert in seinen Stücken immer wieder mit anderen Tanz- und Kunst-Disziplinen und entwickelte so den urbanen Tanz zu einem originären, hochprofessionellen Stil. Es entstanden Choreographien, die HipHop, zeitgenössischen Tanz und Zirkus verbinden.

Beim spektakulären Tanzstück Vertikal der Compagnie Käfig ist der Name Programm. In Zusammenarbeit mit Fabrice Guillot, einstiger Bergsteiger und Pionier in der Disziplin Fassadentanz, schuf Merzouki ein wunderschönes Werk, in dem seine Tänzer die Gesetze der Schwerkraft zu überwinden scheinen. Gerade noch mit kraftvollen Tanzschritten am Boden, schweben sie plötzlich scheinbar schwerelos über der Bühne. Benjamin Lebreton gestaltete ein Bühnenbild aus dekorativen, hoch aufgerichteten Mauern, an denen die Tänzer wie von Zauberkraft bewegt hochschnellen, in der Senkrechte tanzen, an langen Seilen hängend noch oben laufen, schwingen und sich synchron bewegen. Es entstehen faszinierende Bilder, spektakulär und glamourös, in der die fünf Tänzerinnen und Tänzer mit großer Leichtigkeit und Virtuosität zwischen Boden und Luft eine bisher ungesehene Show präsentieren, die den Zuschauern bisweilen den Atem stocken lässt. Inspiriert von Zirkusakrobatik und Danse vertical, erobert der Tanz hier eine atemberaubende neue Dimension.

Merzoukis Vertikal stellt eine brillante, einfallsreiche Weiterentwicklung der HipHop-Technik dar.
New York Times

oproduktion mit Biennale de la danse de Lyon 2018,
Scène nationale du Sud-Aquitain, Maison des Arts de Créteil

Choreographie Mourad Merzouki
Musik Armand Amar
Licht Yoann Tivoli, assistiert von Nicolas Faucheux
Bühne Benjamin Lebreton
Kostüme Pascale Robin

Preise 40 € / 34 € / 28 € / 22 €

(Bild. Laurent Philippe)

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Schauspiel

König Lear

Von William Shakespeare
Deutsch von Rainer Iwersen
Werkschau Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Dass alternde Menschen die Gegenwart mit Verwunderung, sogar mit Verstörung wahrnehmen, ist kein neues Phänomen. Zeiten ändern sich, und nicht alle möchten bis zum letzten Moment Schritt halten. Momentan aber dreht sich die Welt so schnell, ist der Fortschritt so rasant, dass man kein Greis sein muss, um sich alt zu fühlen. Es ist dieser Moment von Überforderung in einer hochkomplexen, unübersichtlichen Welt, den Karin Beier ausgerechnet in einem über 400 Jahre alten Stück aufspürt.

König Lear erzählt von einem missglückten Generationenwechsel. Der alte Herrscher versteht nicht mehr, was um ihn herum vorgeht und versucht in einem verzweifelten, irrationalen Akt einen Rest von Stabilität wiederzugewinnen. Er will sein Reich zu gleichen Teilen seinen drei Töchtern vermachen, dafür sollen sie ihm glaubhaft versichern, wie sehr sie ihn lieben. Zweien gelingt das, aber ausgerechnet die Lieblingstochter verweigert das taktische Kalkül. Dafür wird sie bitter bestraft, und eine irrwitzige Tragödie nimmt ihren Lauf.

Edgar Selges König Lear denkt und handelt aus einer heutigen Perspektive. Selge spielt einen modernen Mann, der nicht begreifen will, dass seine Parameter nicht mehr funktionieren. Seinen Bedeutungsverlust verkraftet er nicht und flüchtet in eine Scheinwelt, aus der es kein Entrinnen gibt. Karin Beiers hochaktuelle Inszenierung wirft viele Fragen an unsere unerbittliche Zeit auf, deren Entwicklungen für Viele nicht mehr fassbar sind.

Der feingliedrige, feinnervige Edgar Selge, schon phänotypisch kein gravitätischer Wucht- und Machtmensch – und beileibe kein Bilderbuch-Lear – spielt ihn so federnd und schlenkernd agil, wie er selber mit seinen 70 Jahren noch ist.
Süddeutsche Zeitung

Karin Beier ist seit 2013 Intendantin am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Ihre beachtliche Karriere als Regisseurin begann sie mit innovativen Shakespeare-Aufführungen, und dass sie noch immer einen besonderes Zugang zum Werk des englischen Dramatikers hat, zeigte sie bei den Festspielen 2018 mit Der Kaufmann von Venedig. Als feste Regisseurin arbeitete sie u.a. am Burgtheater Wien, 2007 übernahm sie die Intendanz des Schauspiels Köln. Unter ihrer Leitung erhielt das Deutsche SchauSpielHaus Hamburg zahlreiche Preise und Ehrungen, mit Schiff der Träume nach Federico Fellini eröffnete Karin Beier 2016 das Berliner Theatertreffen.
Für die Rolle des Lear konnte sie in dieser Inszenierung den Ausnahmeschauspieler Edgar Selge gewinnen und damit eine fruchtbare Zusammenarbeit fortsetzen, die 2016 mit Michel Houellebecqs Unterwerfung begann. Neben ihm brillieren u.a. Lisa Beckmann, Ernst Stötzner und Carlo Ljubek.

Inszenierung Karin Beier
Bühne und Kostüme Johannes Schütz
Musik Jörg Gollasch
Dramaturgie Christian Tschirner
Mit Lina Beckmann, Sandra Gerling, Jan-Peter Kampwirth, Matti Krause, Carlo Ljubek, Maximilian Scheidt, Edgar Selge, Ernst Stötzner, Samuel Weiss

Preise 40 € / 34 € / 28 € / 22 €
Dauer 3 Stunden, eine Pause

(Bild: © © Matthias Horn)

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Gespräch

Wort und Wein

Georg Forster / Moderation Tilman Gersch
Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen

Mit nicht einmal achtzehn Jahren wurde Georg Forster zum Weltreisenden. 1772 ging er mit seinem Vater an Bord eines Schiffes, um James Cooks zweite Weltumseglung als Naturkundler und Ethnologe zu begleiten. Mehr als drei Jahre dauerte diese Reise, und sie öffnete dem jungen Mann unvergleichliche Horizonte. Nur wenige seiner Zeitgenossen konnten oder wollten sich einem so riskanten wie erfahrungsreichen Unternehmen ausliefern. Georg Forster entwickelte daraus ein Verständnis des Menschen und der Kulturen, das noch heute als beispielhaft gelten kann. Es machte ihn zum Freidenker und Revolutionär. Was aber hat das alles mit uns zu tun? Eine ganze Menge: Forster gehört zu den Gründern der Mainzer Republik. Unsere Landeshauptstadt war, vier Jahre nach der Französischen Revolution, der erste auf bürgerlich- demokratischem Recht gegründete Freistaat Deutschlands. Und so haben wir einen Experten eingeladen, uns Auskunft zu geben über das Wirken dieses mutigen und umtriebigen Mannes, der, wenn er auch unserer Region nicht entstammte, ihr doch zu historischer Bedeutung in der deutschen Demokratiebewegung verholfen hat.
Der aspekte-Redakteur Frank Vorpahl ist geradezu besessen von der Forster-Forschung. Jahrzehntelang war er auf Spurensuche, besuchte Archive in aller Welt, traf Historiker und Biographen, aber auch Fischer auf der Osterinsel, Bio-Drogendealer auf Tonga und die angeblich letzten Kannibalen auf Tanna. Er stieß auf zum Teil Aufsehen erregende Funde, auf Reste der Cook’schen Expedition, vergessene Texte und unbekannte Zeichnungen. 2018 veröffentlichte er mit Der Welterkunder. Auf der Suche nach Georg Forster eine packende Bilanz seiner Recherche.
Unweit von Mainz betreibt der Weinbautechniker und Rebveredler Ulrich Martin eine ganz andere Art der Geschichtsforschung. Er kultiviert längst in Vergessenheit geratene Weinreben. Weißer Räuschling, Gelber Kleinberger, Arbst, Schwarzurban und Süßschwarz wurden einst in der Region angebaut, fielen aber wie hunderte andere Sorten der Reblausplage und zwei Weltkriegen zum Opfer. Bei einer vom Bund initiierten Suche wurden sie vor zehn Jahren wiederentdeckt – in alten Weinbergen, an Hauswänden, in der wilden Natur. Ulrich Martin sieht in ihrer Rekultivierung eine große Chance. Nicht nur für den Genuss sind sie eine Bereicherung, ihr Genpool kann helfen, den Weinbau an veränderte Klimabedingungen anzupassen. Vielfalt ist Stärke – das sieht Ulrich Martin ganz genauso wie Georg Forster.

MODERATION TILMAN GERSCH
In Zusammenarbeit mit der Städtischen Musikschule Ludwigshafen

Zu Gast
Frank Vorpahl
aspekte-Redakteur und Forster-Forscher
Georg Forster
Historische Rebsorten Rebschule Martin, Gundheim

Einheitspreis 16 € (inkl. 3 Weinproben)

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Schauspiel

Am Königsweg

Von Elfriede Jelinek
Werkschau Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Noch immer rätselt der Westen über das Phänomen Trump. Zwei Jahre nach seiner Wahl hält sich der amerikanische Präsident wider Erwarten fest im Sattel, übersteht Korruptionsvorwürfe, Tweets jenseits aller political correctness und fragwürdige politische Entscheidungen scheinbar unbeschadet. Der österreichischen Autorin und Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek bietet Donald Trump eine perfekte Steilvorlage. Ihre Schreibwut richtet sie diesmal auf einen der mächtigsten und zugleich umstrittensten Männer der Welt. Gemeint aber ist nicht nur Trump selbst (dessen Name im Stück niemals fällt), sondern alle, die in seinem Geiste handeln, die offiziellen Vertreter eines Rechtspopulismus, der zunehmend bedrohlicher wird.

Jelineks dramatische Zuspitzung ist wie gewohnt ein wilder Mix der Genres und Zitate. Gleich zu Beginn tritt sie selbst als blinde Seherin auf. Der König ist ein blinder Ödipus , er bringt die Pest und sitzt in seinem goldenen Turm auf goldenen Stühlchen. Seine Anhänger und Gegner schlagen aufeinander ein wie Kasperle auf das Krokodil. Jelineks Stück scheut kein Klischee, keine Trivialität und findet doch zu einer sehr eigenen und bösen Analyse der Gegenwart. Falk Richters Inszenierung dreht die Schraube noch ein Stück weiter und verpackt den Text in eine überbordende Grand-Guignol-Show. Das Ensemble - darunter der großartige Benny Claessens als Schauspieler des Jahres 2018, die Grande Dame des Schauspiels Ilse Ritter und die Comedienne Idil Baydar - vollführt eine rasante Maskerade am Rand der Geschmacklosigkeit, aber im steten Bewusstsein der ernsten Lage. Denn vor allem erzählt Elfriede Jelineks Königsweg über das Scheitern der Intellektuellen, die der Verrohung und Verflachung der Diskurse nichts entgegenzusetzen haben.

Falk Richter, Regisseur und Autor, wurde 1969 in Hamburg geboren und zählt zu den bedeutendsten Theaterregisseuren und Gegenwartsdramatikern. Er studierte Theaterregie in Hamburg und schrieb bald darauf eigene Stücke. Einer seiner frühen Erfolge war Gott ist ein DJ, mit Nothing hurts wurde er 2000 zum Theatertreffen eingeladen. An großen Theatern in ganz Europa inszeniert er eigene und klassische Stücke sowie Musiktheater. Im März 2019 wurde er zum Professor for Performing Arts an der Danish National School of Performing Arts in Kopenhagen ernannt.

Inszenierung Falk Richter
Bühne Katrin Hoffmann
Kostüme Andy Besuch
Komposition und Musik Matthias Grübel
Dramaturgie Rita Thiele
Mit Idil Baydar, Benny Claessens, Matti Krause, Anne Müller, Ilse Ritter, Tilman Strauß, Julia Wieninger, Frank Willens

Preise 40 € / 34 € / 28 € / 22 €
Dauer 3 Stunden 30 Minuten, eine Pause
Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2018

Ausgezeichnet mit dem Publikumspreis der Mülheimer Theatertage 2018

Kritikerumfrage theater heute 2018:
Stück des Jahres
Inszenierung des Jahres
Schauspieler des Jahres
Kostümbild des Jahres

(Bild: © © Arno Declair)

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Schauspiel

Ahmed revient

Von Alain Badiou
Compagnie Les Hauts Parleurs, Frankreich

Ahmed ist eine Theaterfigur. Er trägt eine Maske und steht in der Tradition der Komödiendichtung des Aristophanes, der Komödien Molières, der burlesken Hirngespinste der Marx Brothers oder der surrealistischen Spinnereien von Monty Python. Geboren in den Außenbezirken des vorigen Jahrhunderts, wirft er einen unbedarften Blick auf die Gesellschaft von heute. Sein Name lässt den Islam anklingen, um die Schärfe seiner Gedanken noch intensiver zu Gehör zu bringen. Ahmed besitzt die Fähigkeit, die Grenzen unserer Republik zu überschreiten und sie anzuprangern. Er tritt auf die Bühne, um über die Liebe und die Poesie, über Identität, Rassismus, Laizismus oder den Islam zu sprechen. Ahmed macht seinen Zuhörern die Lebendigkeit und die Freude an der Philosophie und des Theaters zum Geschenk.

Ahmed ist eine komische Figur. Durch üppige Gestik und eine überschäumende Sprache lässt er eine Fülle an Situationen und Geschichten entstehen, die das Publikum zum Lachen bringen. Die Themen, die er anspricht, sind uns durchaus geläufig, werden von ihm jedoch von einem philosophischen Standpunkt aus beleuchtet. Ahmed gibt sich den Anschein eines arabischen Schelms, doch in Wahrheit gleicht er einem Höhlenmenschen, der sich einer Maske bedient. Im Grunde genommen verkörpert er eine philosophische Figur, die die Welt in Frage stellt. Wie in der griechischen Tragödie ist Ahmeds Ziel die seelische Reinigung.

Deutschlandpremiere

In französischer Sprache

In Koproduktion mit Festival d’Avignon u.a.

Inszenierung und Spiel Didier Galas
Bühne Jean François Guillon
Licht Perrine Cado

Einheitspreis 18 € / ermäßigt 10 €
Familienpaket 44 €
Schulvorstellung 10:00 UHR 9 €

Dauer 1 Stunde 35 Minuten, keine Pause

(Bild. © Christophe Raynaud de Lage)

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Oper

Die Dreigroschenoper

Von Bertolt Brecht / Kurt Weill
Berliner Ensemble

“Es ist nicht die Aufgabe des Künstlers, Antworten zu geben.
Er soll Fragen stellen.“ Robert Wilson

Theatergenie und -erneuerer Robert Wilson, einer der bedeutendsten Repräsentanten des internationalen Gegenwartstheaters, kehrt mit einer Aufsehen erregenden Dreigroschenoper zurück nach Ludwigshafen. Der vielseitige Regisseur, Bühnenbildner, Architekt und Designer schuf in seinen Bühnenwerken eine ganz eigene, stark stilisierte Theatersprache, in der Musik, Bühnenbild und sehr eigenwillige Kostüme eine schillernde Einheit bilden. Gesamtkunstwerke mit surrealem Einschlag, die auch in Deutschland Furore machten. Mancher Zuschauer erinnert sich vielleicht noch an das spektakuläre Gastspiel der Aufführung von The Black Rider vom Thalia Theater in Hamburg, einer Musicalversion von Carl Maria von Webers Freischütz, oder an die bilderstarken folgenden Aufführungen Poe ‒ inspiriert vom Leben und Wirken Edgar Allen Poes ‒ und Alice nach dem Kinderbuchklassiker Alice im Wunderland.

Nun also zeigt Wilson in Ludwigshafen seine am Berliner Ensemble gefeierte Dreigroschenoper, eine elegante, perfekt choreographierte und opulente Version des Brechtklassikers. Raffinierte Ton- und Lichteffekte, kunstvolle Animation, herausragende Darsteller und die herrlich schräge Musik Kurt Weills lassen die Aufführung zu einem einmaligen Erlebnis werden.

Jonathan Peachum betreibt einen äußerst lukrativen Handel mit der Ausstattung von Bettlern, das Geschäft mit den "Ärmsten der Armen" floriert. Doch als er erfährt, dass seine Tochter Polly heimlich Mackie Messer geheiratet hat, tobt er. Die einzige Lösung: Mackie muss an den Galgen. Brechts Parabel erzählt handfest und mit Sinn für die Groteske von den Mechanismen des Marktes, korrupten Verhältnissen, der Verlogenheit der bürgerlichen Moral und von den Gesetzeslücken, die von dem gewieften Geschäftsmann Peachum und dem ausgemachten Kriminellen Mackie erkannt und schamlos ausgenutzt werden. Mit böser Komik und frecher Leichtigkeit wirft Brecht hier einen schonungslosen Blick auf die Realitäten in der Entstehungszeit bis heute.

Und wir dürfen erregt rufen: Wilsons frappierend zarte, vornehmlich im Piano-Ton kammermusikalisch fein witzig ziselierte sowie elegant expressionistisch und überraschend minimalistisch zelebrierte Dreigroschenoper dürfte zum Schönsten, Trefflichsten, Entstaubtesten gehören, das wir je sahen an Produktionen dieses allerorts gegebenen Klassikers.
Welt am Sonntag

Regie, Bühne, Lichtkonzept Robert Wilson
Kostüme Jacques Reynaud
Dramaturgie Jutta Ferbers, Anika Bàrdos
Mit Traute Hoess, Jürgen Holtz, Ingo Hülsmann, Peter Moltzen, Angela Winkler u. a.

Preise 54 € / 46 € / 38 € / 30 €
Dauer 3 Stunden, eine Pause

(Bild: © © Moritz Haase)

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Lesung

Jan Philipp Reemtsma liest Arno Schmidt

»Man kann Bücher leider nur einmal zum ersten Mal lesen. Die großen Autoren entschädigen für diese traurige Einmaligkeit dadurch, daß ihre Bücher bei der zweiten und dritten Lektüre sich erst wirklich entfalten.«

Mit diesem Satz umschreibt der Literatur- und Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma, aus- gewiesener Kenner der Werke des großen Autors Arno Schmidt, seine Leseerlebnisse. Arno Schmidt zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten deutschsprachigen Nachkriegsschriftstellern. Bereits in seiner frühen Erzählung Leviathan zeigte er sich als radikal experimentierender Avantgardist von hoher sprachlicher Artistik. Mit Veröffentlichungen wie Herz aus Stein, Seelandschaft mit Pocahontas und vor allem Zettels Traum gilt sein Werk als ebenso komplex wie das des Iren James Joyce.

Jan Philipp Reemtsma ist dem Dichter seit vielen Jahren eng verbunden. 1981 ermöglichte er die Gründung der „Arno Schmidt Stiftung“, deren Vorstand er seit 1983 ist. Zudem ist er Mitherausgeber der „Bargfelder Ausgabe“ des Gesamtwerks von Arno Schmidt. In verschiedenen Texten erkundet Jan Philipp Reemtsma bei seiner Lesung das Schmidt’sche poetische Terrain und er macht dabei deutlich, welche intellektuelle Freude die Lektüre dieser originellen, geschliffenen Prosa bedeutet. Rolf Michaelis schrieb begeistert in der ZEIT, Reemtsma sei nicht nur ein Vorleser, sondern ein „außerordentlicher Erzähler mit einem feinen Gespür“ für die Eigenheiten Arno Schmidts. Er mache manches durch seine Vortragsart wahrnehmbar, was beim stillen Lesen unbemerkt bliebe.

Jan Philipp Reemtsma, geboren 1952, Prof. Dr. phil., lebt und arbeitet vorwiegend in Hamburg. Der mit zahlreichen Preisen geehrte Wissenschaftler ist Gründer und geschäftsführender Vorstand der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur und Gründer des Hamburger Instituts für Sozialforschung, das er bis 2015 leitete. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Literatur des 18. und 20. Jahrhunderts, Zivilisationstheorie, Geschichte der menschlichen Destruktivität.

Er veröffentlichte zahlreiche Bücher, darunter: Über Arno Schmidt. Vermessungen eines poetischen Terrains (2006), Das unaufhebbare Nichtbescheidwissen der Mehrheit. Sechs Reden über Literatur und Kunst (2005), Warum Hagen Jung-Ortlieb erschlug. Unzeitgemäßes über Krieg und Tod (2003).

Einheitspreis 20 €, ermäßigt 14 €

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Jan Philipp Reemtsma liest Arno Schmidt

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Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Die Pfalzbau Bühnen (Theater im Pfalzbau) sind eines der wichtigsten Gastspielhäuser Deutschlands und damit einzigartig in Rheinland-Pfalz und der Metropolregion Rhein-Neckar. Das vielfältige Programm zeigt einen Querschnitt der besten internationalen, deutschen und regionalen Theaterproduktionen. Im Herbst präsentieren die Festspiele Ludwigshafen Schauspiel- und Tanzaufführungen auf höchstem Niveau. In der zweiten Spielzeithälfte sind neben renommierten Bühnen und Compagnien auch ausgewählte Inszenierungen nahe gelegener Theaterhäuser zu Gast. Neben Schauspiel und Tanz sind dann auch Musiktheaterinszenierungen und Produktionen für Kinder und Jugendliche zu sehen. Reservierungen:
Tel. +49 (0)621-504-2558
Montags bis freitags von 10.30 bis 13.00 Uhr und von 17.00 bis 18.30 Uhr,
samstags von 11.30 bis 13.00 Uhr
Fax (0621) 504-2526
E-Mail: pfalzbau.theaterkasse@ludwigshafen.de
http://tickets.vibus.de/00100137000000/default.aspx
sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

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Aufführungen / Theater Schauspielhaus Zürich Zürich, Rämistrasse 34
Aufführungen / Theater Theater an der Wien Das neue Opernhaus Wien, Linke Wienzeile 6
Aufführungen / Theater Schauspiel Köln Köln, Schanzenstr. 6-20
Aufführungen / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Wuppertal, Kurt-Drees-Straße 4
Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Theater Theater Konstanz Konstanz, Konzilstraße 11
Aufführungen / Theater Staatsschauspiel Dresden Dresden, Theaterstraße 2
Aufführungen / Oper Wiener Staatsoper Wien, Opernring 2
Aufführungen / Theater Volkstheater München München, Brienner Straße 50
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Aufführungen / Theater Vorarlberger Landestheater Bregenz, Seestr. 2
Aufführungen / Theater Theater Erfurt Erfurt, Theaterplatz 1
Aufführungen / Theater Deutsches Schauspielhaus Hamburg Hamburg, Kirchenallee 39
Aufführungen / Oper Staatsoper Stuttgart Stuttgart, Oberer Schloßgarten 3

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