STAATSTHEATER KASSEL - OPERNHAUS
Spielzeit 2009/10
Die Meistersinger von Nürnberg
Oper von Richard Wagner
Premiere: 13.2.2010 / 17:00 / Opernhaus
Am Johannistag soll der Gesangs-Wettbewerb stattfinden. Veit Pogner lobt den Preis aus: seine Tochter Eva. Der Goldschmied gibt sie zur Heirat frei und seinen ganzen Reichtum dazu. Die Bedingung: Ein Meister soll sein, wer die Tochter bekommt und im meisterlichen Gesang hat er zu bestehen. Der erste Anwärter, Stadtschreiber Sixtus Beckmesser, ist immerhin »Merker« in der Zunft der Meistersinger. Der zweite, ein Fremder, ist unbekannt in der Stadt. Es ist Walther von Stolzing. Dessen Vorteil: Er ist jung, adelig und Eva hat sich in ihn verliebt. Sein Makel: Er ist weder Meister, noch gehört er zur Zunft. Zwischen diesen beiden gibt es einen weiteren Mann, der Eva zur Frau begehrt: Hans Sachs, Schuhmacher, Poet und Witwer. // Drei Männer, eine Frau. Eine Konstellation also, die unweigerlich dazu führen muss, dass gelogen, getäuscht und geprügelt wird – und die sich nicht zuletzt wie eine komische Geschichte lesen könnte, wäre da nicht Richard Wagner. Zwar waren DIE MEISTERSINGER als heiteres Gegenstück zum TANNHÄUSER gedacht, den er gerade vollendet hatte, als er 1845 sein umfassendes Meistersinger-Konzept entwarf, doch ist Wagners Anliegen ein hintergründigeres. Thema ist wieder Kunst und Kunstproduktion. Sind es im TANNHÄUSER die aristokratischen
Minnesänger, die sich dem Wettbewerb stellen, werden in den MEISTERSINGERN die bürgerlichen Meister aufgerufen, um die Wette zu singen. Sie bilden Wagners Sicht auf das Kunstverständnis des Bürgertums, das im 19. Jahrhundert begonnen hatte, sich über den Verlust der Aufklärungsideale hinwegzutäuschen. Der Komponist lässt seine Oper in einer mittelalterlichen Stadt spielen – in einem fiktiven Nürnberg – hier wollte er verortet wissen, was er für einen Grundkonflikt der Kunst hielt: Künstlerischer Geist (Sachs) versus dilettantischen Künstler (Beckmesser) – aber die Hand Evas gewinnt dann der, der versucht, mit der Tradition zu brechen und ein neues Lied singt: Stolzing. Sein Probelied schon hätte ihn ob des Neuartigen aus dem Rennen katapultiert, wäre da nicht Sachs, unter dessen Anleitung Stolzing ein Lied vortragen kann, das sich den Regeln der Meister fügt. Stolzing jedoch muss seinen Innovationsgeist zugunsten der Aufnahme in die Zunft der Meistersinger zähmen. // Wenn nun Kunst an die Tradition anzuknüpfen hat, wie man es eigentlich von Stolzing hier fordert, ergibt sich Wagner zufolge die Einsamkeit des modernen Künstlers innerhalb seiner Zunft (also der Gesellschaft) wie auch die Stellung des Genies in derselben. Aber am Ende klatscht das Volk: Es feiert Stolzing, und damit die neue Musik, die neue Poesie, die moderne Kunst. Was für ein Triumph!
MUSIKALISCHE LEITUNG: Patrik Ringborg
INSZENIERUNG: Lorenzo Fioroni
BÜHNE: Paul Zoller
KOSTÜME: Katharina Gault
EINSTUDIERUNG DER KAMPSZENEN: Klaus Figge
DRAMATURGIE: Ursula Benzing
CHOREINSTUDIERUNG: Marco Zeiser Celesti
Ort:
Opernhaus
Termine:
So, 14.3.2010
So, 28.3.2010, 16:00
So, 4.4.2010, 16:00
So, 18.4.2010, 16:00
Sa, 1.5.2010, 17:00
So, 23.5.2010, 16:00
Tanzabend II. catcher
Ein Stück von Johannes Wieland
Premiere: 05.03.2010 / 19:30 Uhr / Opernhaus
Der Mensch muss nie, kann aber immer gewaltsam handeln, er muss nie, kann aber immer töten (…) – jedermann. Gewalt überhaupt und Gewalt des Tötens im Besonderen ist (…) kein bloßer Betriebsunfall sozialer Beziehungen, keine Randerscheinung sozialer Ordnung und nicht lediglich ein Extremfall oder eine ultima ratio. Gewalt ist in der Tat (…) eine Option menschlichen Handelns, die ständig präsent ist. Keine umfassende soziale Ordnung beruht auf der Prämisse der Gewaltlosigkeit. Die Macht zu töten und die Ohnmacht des Opfers sind latent oder manifest Bestimmungsgründe der Struktur sozialen Zusammenlebens.
Heinrich Popitz, Phänomene der Macht, Tübingen 1986
Was ist Gewalt? Woher kommt sie und wo entsteht sie? Wie kann Gewalt empfunden werden? Gibt es eine gute Gewalt? Wie viel Gewalt erträgt der Mensch, bevor es zur Gegengewalt kommt? Gewalt äußert sich in einer Spirale unterschiedlichster Erscheinungsformen. Das Tanztheater mit Johannes Wieland seziert die Formen von Gewalt und erstellt ein psychologisches Diagramm unserer Zeit. Auch in dieser Produktion werden die Tänzer des Staatstheaters von internationalen Gästen unterstützt.
Schlag- und Klangwerker Bernd Wegener spielt während des Abends live zu gestaltetem Sounddesign von Christian Düchtel und Matts Flores.
CHOREOGRAFIE Johannes Wieland
BÜHNE Johannes Wieland
KOSTÜME Evelyn Schönwald
LIVE-SCHLAGWERK/KLANG/MUSIK Bernd Wegener
SOUNDDESIGN Christian Düchtel / Matts Flores
PROBEN- UND TRAININGSLEITUNG Michael Langeneckert
DRAMATURGIE Thorsten Teubl
Ort:
Opernhaus
Termine:
Sa, 13.3.2010, 19:30
So, 21.3.2010, 18:00
Sa, 27.3.2010, 19:30
Der Vetter aus Dingsda
Operette von Eduard Künneke
Premiere: 26.03.2010 / 19:30 Uhr / Opernhaus
Die Operette gilt als heiterste Spielart von Musik und -Theater. Sie bringt den zeitgenössischen Alltag ins Spiel, gibt sich Liebesträumen hin, lässt Wege der Selbst-täuschung oder schönen Illusion beschreiten – am Ende -triumphieren immer Lachen und Glück. Wie in Eduard -Künnekes der VETTER AUS DINGSDA, einer an Verwicklungen und Hindernissen reichen Operette, mit der der Komponist 1921 weltweite Bekanntheit erlangte. Ihr Erfolg lag zum einen sicher darin, dass das Stück in den Nachkriegs-wir-ren nostalgische Erinnerungen an eine »gute alte Zeit« her-vorgerufen hat, zum anderen aber – und das erst -sichert ihr wohl den Beliebtheitsstatus bis heute – in Künnekes schwungvoller, spritziger, leichtbeschwingter und zugleich empfindsamer Musik, die der Situationskomik und dem verspielten Charakter des Geschehens die richtige Würze gibt. In der an einem Lustspiel orientierten Geschichte ist die schöne und hoch begüterte Julia de Weert in vielerlei Hinsicht das Objekt der Begierde. Doch sie ist der Vormundschaft von Onkel Josse und Tante Wilhelmine unterstellt, die auch nach Julias Volljährigkeit weiterhin von deren Reichtümern profitieren wollen. Bis zu diesem nicht mehr fernen Tag vertreibt sich Julia die Zeit mit -ihrer lebenslustigen Freundin Hannchen. Ihre ganze Sehnsucht projiziert sie jedoch auf den vor sieben Jahren ausgewanderten Vetter Roderich, mit dem sie damals einen Treueschwur austauschte. Sollte diese Verbindung nach Roderichs Rückkehr zustande kommen, wären für Onkel und Tante die schönen Zeiten unweigerlich vorbei! Sie hegen deshalb Verkupplungspläne. Dann allerdings betritt noch ein Mann das Parkett und für alle potentiellen Ehegatten beginnt ein rasantes Verwechslungsspiel.
Musikalische Leitung: Alexander Hannemann
Inszenierung: Dominique Mentha
Bühne: Helfried Lauckner | Kostüme: Ingrid Erp
Ort:
Opernhaus
Termine:
Fr, 26.3.2010, 19:30 | Premiere
Di, 30.3.2010, 19:30
Mi, 31.3.2010, 19:30
Orlando
Oper von Georg Friedrich Händel
Nach HERCULES kommt im Händel-Jahr 2009 ein weiteres Werk des barocken Meisterkomponisten auf die Kasseler Opernbühne: ORLANDO. Zwölf Jahre früher als HERCULES erfuhr ORLANDO 1733 in London seine erfolgreiche Uraufführung. Der Stoff basiert auf Ludovico Ariostos Epos ORLANDO FURIOSO und ist thematisch im Wechselspiel der Gefühle zwischen Liebesrausch, Macht und Wahnsinn angesiedelt, eine Mischung, die im Sinne der barocken Musik ein breites Spektrum an Affektzuständen verspricht: Georg Friedrich Händels Tonmalerei trägt die Geschehnisse auf unnachahmliche Weise und entführt so sein Publikum in die aufregende Welt der barocken Zauberoper, in der fünf Personen die Grundkonstellation bilden: Orlando liebt Angelica, die aber Medoros Liebe vorzieht, der wiederum von Dorinda begehrt wird. Zoroastro zaubert dazu die Kulissen und kontrolliert das Geschehen um den »Rasenden Roland«. Dieser Orlando, im Konflikt zwischen Mars und Amor, trifft seine Entscheidung zugunsten der Liebe. Die Erkenntnis, dass auch diese Leidenschaft mit Komplikationen und zerstörerischen Impulsen aufwartet, bringt ihn schließlich wieder auf den Weg des Ruhmes zurück. Die Rolle des Zauberers ist es, über die Protagonisten zu wachen, sie zu lenken und im richtigen Augenblick hilfreiche Geister und Schauplätze bereit zu stellen. »Ein jeder lerne von Orlando, dass man durch Liebe oft den Verstand verliert«, bringt Händel in einer der Arien die grundlegende Erkenntnis seiner Oper auf den Punkt.
MUSIKALISCHE LEITUNG: Marco Comin / Alexander Hannemann
INSZENIERUNG: Volker Schmalöer
BÜHNE: Etienne Pluss
KOSTÜME: Sabine Böing
DRAMATURGIE: Ursula Benzing
Ort:
Opernhaus
Termin:
Mo, 5.4.2010
South Pacific
Musical von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II
Ein Marinestützpunkt auf einer Insel im Süd-Pazifik während des Zweiten Weltkriegs. Nellie, eine amerikanische Krankenschwester, trifft auf den französischen Plantagenbesitzer Emile de Becque. Es ist Liebe auf den ersten Blick und obwohl sie sich nur kurz kennen, macht Emile ihr einen Heiratsantrag. Währenddessen geht das Leben auf der Insel seinen gewohnten Gang. Alle versuchen aus den stationierten Seeleuten Profit zu schlagen: Bloody Mary treibt Handel mit Kuriositäten, selbst Luther Billis überlegt in die Souvenirbranche einzusteigen und wertvolle Wildschweinzähne von der Insel Bali Ha’i zu verkaufen. Überhaupt übt diese Nachbarinsel eine Faszination aus, da es – mit Ausnahme der Offiziere – jedem untersagt ist, diese zu betreten: dort sollen die französischen Frauen leben, um sie vor den liebeshungrigen amerikanischen Soldaten zu verstecken. Der gut aussehende Leutnant Joe Cable kommt in geheimer Mission auf die Insel: Er soll ausspionieren, ob sich auf Bali Ha’i Japaner befinden, die einen militärischen Angriff planen. Er will de Becque für seine Sache gewinnen, aber Emile lehnt die gefährliche Aktion ab. Auf Bali Ha’i macht Bloody Mary dann Cable mit ihrer Tochter Liat bekannt und beide verlieben sich ineinander. Nellie erfährt derweil, dass die polynesischen Kinder Emiles eigene aus einer früheren Verbindung mit einer Einheimischen sind. Ihre kleinstädtischen ethnischen Vorbehalte und Moralvorstellungen brechen durch und sie sagt die Hochzeit ab. Auch -Cable kann sich nicht dazu durchringen, Liat zu ehelichen. Der enttäuschte Emile entschließt sich nun doch an der mysteriösen Mission teilzunehmen. Als die Nachricht von Emiles Aufenthaltsort und Cables Tod Nellie erreicht, wird sie sich ihrer wahren Gefühle bewusst …
Das Erfolgs--Musical SOUTH PACIFIC wurde 1949 am Broadway uraufgeführt und gewann bereits 1950 neun Tony Awards, mit der Neuinszenierung 2008 nochmals sieben. Die Verfilmung von 1958 erhielt einen Oscar für die beste Filmmusik. Politisch brisante Themen, wie die Geschehnisse im -Pazifik während des Zweiten Weltkrieges und die Rassenproblematik, wurden gekonnt vermischt mit der eingängig-grandiosen Musik von Rodgers und Welthits wie »A Cockeyed Optimist«, »I ’m Gonna Wash That Man Right Outa My Hair«, »Younger Than Springtime« und »Some Enchanted Evening«.
Musik von Richard Rodgers, Song-Texte von Oscar Hammerstein II
Buch von Oscar Hammerstein II und Joshua Logan $ende$
MUSIKALISCHE LEITUNG: K. Tietje / A. Hannemann / W. Witten
INSZENIERUNG: Matthias Davids
BÜHNE: Mathias Fischer-Dieskau
KOSTÜME: Judith Peter
DRAMATURGIE: Stephanie Winter
CHOREINSTUDIERUNG: Marco Zeiser Celesti
CHOREOGRAFIE: Simon Eichenberger
Ort:
Opernhaus
Termine:
Do, 25.3.2010
Mi, 7.4.2010
Fr, 16.4.2010
Fr, 7.5.2010
Fr, 14.5.2010
Sa, 22.5.2010
Fr, 28.5.2010
Sa, 29.5.2010
Fr, 4.6.2010
Fr, 18.6.2010
Mi, 23.6.2010
Sa, 26.6.2010
Do, 22.7.2010
STAATSTHEATER KASSEL
Friedrichsplatz 15
34117 Kassel
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E-Mail:
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Opernhaus / Schauspielhaus
Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel
tif - Theater im Fridericianum
Friedrichsplatz 17, Hinter dem Museum, 34117 Kassel
Karten:
Kartentelefon: 0561 / 1094-222
Mo 10:00 - 13:00 Uhr, 14:00 - 18:30 Uhr
Di-Fr 10:00 - 18:30 Uhr
Sa 10:00 - 13:00 Uhr
Öffnungszeiten der Theaterkasse:
Di-Fr, 10-18 Uhr
Sa, 10-13 Uhr
So 10-12 Uhr
Online: www.staatstheater-kassel.de