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(Foto: © Priska Ketterer / Lucerne Festival)
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Lucerne Festival

Das zentrale Festival im Sommer von Mitte August bis Mitte September bietet ein vielfältiges Angebot von rund 100 Konzerten und weiterführenden Veranstaltungen. Jedes Sommer-Festival hat ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Dramaturgie des Programms zieht. Geboten wird ein vielfältiges Angebot an Konzertformaten – Sinfoniekonzerte, Kammermusik, Rezitale, De­buts, Late Nights und vieles mehr. Flankiert wird der Sommer von Kurzfestivals im Frühjahr und Herbst: Im November von «Lucerne Festival Forward» und vor Ostern von einer Frühjahrs-Residenz des Lucerne Festival Orchestra. «Lucerne Festival Forward» wird von Musiker*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) künstlerisch und konzeptionell gestaltet. Im Mai 2023 wird ein viertes Festival hinzukommen: ein dreitägiges Klavierfest, das der Pianist Igor Levit kuratiert. Das KKL Luzern, erbaut von Jean Nouvel und für seine Akustik ebenso berühmt wie für seine Architektur, ist die zentrale Spielstätte von Lucerne Festival.

Die drei Sparten «Symphony», «Contemporary» und «Music For Future» stehen für die zentralen Programm-Schwerpunkte des Festivals. Jeden Sommer gastieren die renommiertesten internationalen Sinfonieorchester am Vierwaldstättersee, unter anderem die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker oder das Royal Concertgebouworkest. Das Lucerne Festival Orchestra wurde 2003 von Claudio Abbado und Michael Haefliger ins Leben gerufen und versammelt jeden Sommer für zwei Wochen international renommierte Orchestermusiker*innen in Luzern, im Herbst ist es häufig mit Tourneen im Ausland präsent. Seit 2016 ist Riccardo Chailly Chefdirigent des Orchesters. Täglich treten im Sommer auch internationale Star-Solist*innen auf, hinzu kommt ein «artiste étoile», der mit mehreren Veranstaltungen im Fokus steht. Neben der Pflege des traditionellen Repertoires nimmt bei Lucerne Festival die Programmierung und Vermittlung von zeitgenössischer Musik im Bereich «Contemporary» einen zentralen Stellenwert ein. Der Lucerne Festival Academy, 2003 von Pierre Boulez und Michael Haefliger gegründet, steht seit 2016 der Künstlerische Leiter Wolfgang Rihm vor. Mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO), das Musiker*innen aus dem Academy-Netzwerk versammelt, verfügt das Festival über einen eigenen Klangkörper für zeitgenössische Musik, das auch im Ausland gastiert. Ein «composer-in-residence» setzt im Sommer-Festival wichtige programmatische Akzente. Die Sparte «Music For Future» rückt die Förderung junger Musiker und Angebote für junges Publikum ins Zentrum. Das Angebot umfasst eine Debut-Reihe, Konzerte mit Jugendorchestern und vielfältige Veranstaltungen für Familien sowie Konzerte in Schulen. Darüber hinaus werden Förderpreise wie der Credit Suisse Young Artist Award oder der Fritz-Gerber-Award vergeben. Neue Zielgruppen werden auch beispielsweise über das innovative Gratis-Format 40min angesprochen.

Kontakt

Lucerne Festival
Hirschmattstr. 13
CH-6002 Luzern

Telefon: +41 (0)41 226 44 00
Fax: +41 (0)41 226 44 60
E-Mail: info@lucernefestival.ch

Bewertungschronik

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Festival

Sommer-Festival 2022

Di, 9.8.2022 - So, 11.9.2022 | Festival

Fünf Wochen, über 100 Konzerte: Die Weltstars der Klassik im Herzen der Schweiz.

Mit dem diesjährigen Motto «Diversity» setzt Lucerne Festival ein Zeichen für Chancengleichheit unabhängig von der Hautfarbe, dem Geschlecht, der Religion, der sexuellen Orientierung oder der sozialen Herkunft. Die Wahl des Themas zeigt die Notwendigkeit eines strukturellen Wandels der Klassik-Branche auf, in der weisse Künstler*innen und in vielen Funktionen Männer noch immer stark dominieren. Eingeladen sind Künstler*innen aus gesellschaftlichen Gruppierungen, die in der Szene bis heute unterrepräsentiert sind. Dabei stehen auch viele Werke vergessener oder verdrängter Komponist*innen auf dem Programm. Darüber hinaus unternimmt das Festival den Brückenschlag zu anderen Musikstilen wie zu Jazz oder Volksmusik und präsentiert Werke mit multikulturellem Hintergrund.

Das Lucerne Festival Orchestra eröffnet das Festival offiziell mit Chefdirigent Riccardo Chailly am 12. August. Zuvor stimmen international renommierte Jugendorchester im Rahmen von «Music for Future» auf den Konzertsommer ein: Die Jugend-Formation des von Chi-chi Nwanoku gegründeten Chineke! Orchestra spielt das erste Konzert. Es folgen das National Youth Orchestra of the USA sowie Chor und Orchester von Superar Suisse. Das Lucerne Festival Orchestra präsentiert im Eröffnungsprogramm ein neues Werk von Wolfgang Rihm, dem Künstlerischen Leiter der Academy. Darüber hinaus spielt Anne-Sophie Mutter als Reverenz an das Festivalthema ein Violinkonzert des schwarzen Mozart-Zeitgenossen Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges. Der 2019 begonnene Rachmaninow-Zyklus wird fortgesetzt: mit der Zweiten Sinfonie e-Moll im Eröffnungskonzert, die im zweiten Programm des Orchesters mit dem Zweiten Klavierkonzert c-Moll gekoppelt wird. In einem weiteren Programm mit Riccardo Chailly ist die Erste Sinfonie von Gustav Mahler zu erleben, in Kombination mit den Liedern eines fahrenden Gesellen, die der junge Südtiroler Bariton Andrè Schuen gestaltet. Jakub Hrůša, der im vergangenen Sommer beim Lucerne Festival Orchestra als Einspringer mit einer gefeierten Interpretation von Dvořáks Sechster Sinfonie debutierte, kehrt nun für einen tschechischen Abend zurück und präsentiert Dvořáks Violinkonzert mit Augustin Hadelich als Solisten, die Sinfonie Aus der Neuen Welt sowie Josef Suks Scherzo fantastique.

Zwei stilistisch äusserst vielseitige Künstlerpersönlichkeiten übernehmen im Sommer 2022 die Position der diesjährigen «artistes étoiles». Der New Yorker Tyshawn Sorey ist Schlagzeuger, Pianist, Posaunist und Komponist, er ist Grenzgänger zwischen Jazz und zeitgenössischer Komposition und arbeitet mit Improvisation und offenen Spielanweisungen. Die südafrikanische Sopranistin Golda Schultz ist als Opernstar auf internationalen Bühnen zu Gast und wurde 2021 an der Bayerischen Staatsoper für ihre Interpretation der Agathe in Webers Freischütz gefeiert.

Die Lucerne Festival Academy und das Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) arbeiten mit composer-in-residence Thomas Adès und «artiste étoile» Tyshawn Sorey zusammen und widmen Wolfgang Rihm ein Konzert zum 70. Geburtstag.

18 Orchester gastieren innerhalb eines Monats in Luzern, neben den Berliner und den Wiener Philharmonikern sowie dem Royal Concertgebouw Orchestra werden u.a. das Cleveland Orchestra und das Philadelphia Orchestra erwartet. Weitere prominente Namen finden sich im Festivalkalender. Mit dabei sind Igor Levit, Víkingur Ólafsson, Sir András Schiff und viele mehr.

Lassen Sie sich von unserer Programmübersicht auf das Sommer-Festival 2022 einstimmen! Der Vorverkauf beginnt am 29. März, 12 Uhr.

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Gespräch

Music for Future Talk 1

mit Chi-chi Nwanoku u. a.
(in Englisch)

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© Orlando Gilli
Konzert

Chineke! Junior Orchestra | Glass Marcano | Gerard Aimontche

Chineke! Junior Orchestra
Glass Marcano, Dirigentin
Gerard Aimontche, Klavier


Samuel Coleridge-Taylor (1875–1912): Othello-Suite op. 79
Stewart Goodyear (*1978): Callaloo. Karibische Suite für Klavier und Orchestra
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893): Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

So klingt die Zukunft! Der «Diversity»-Sommer bei Lucerne Festival wird eingeläutet vom Chineke! Junior Orchestra, das sich aus ethnisch diversen Musiker*innen im Alter von 11 bis 22 Jahren zusammensetzt. Dieses Jugendorchester der Chineke! Foundation wurde von Chi-chi Nwanoku gegründet, einer britischen Kontrabassistin mit nigerianischen Wurzeln, die sich immer wieder fragte, warum sie denn die einzige Schwarze auf dem Konzertpodium ist. Das kann so nicht bleiben, sagte sie sich, und schritt zur Tat. Die Chineke! Orchester stehen für höchste künstlerische Qualität und setzen über ein ausgetüfteltes Mentoring-System bei den Wurzeln an, bei der Ausbildung. In ihren Konzerten erklingen nicht nur die allbekannten Werke, sondern auch Black Composers. An diesem Abend sind es der britische Spätromantiker Samuel Coleridge-Taylor und der 1978 geborene Kanadier Stewart Goodyear, bei dessen karibischer Suite Callaloo Gerard Aimontche, ein schwarzer russischer Pianist, den Solopart spielt. Eine Entdeckung erwartet Sie auch am Pult mit der jungen venezolanischen Dirigentin Glass Marcano, die 2020 in Paris den Wettbewerb «La Maestra» gewann.

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© Chris Lee
Konzert

National Youth Orchestra of the USA | Daniel Harding | Alisa Weilerstein

National Youth Orchestra of the USA
Daniel Harding, Dirigent
Alisa Weilerstein, Violoncello


Edward Elgar (1857–1934): Cellokonzert e-Moll op. 85
Gustav Mahler (1860–1911): Sinfonie Nr. 5 cis-Moll

Die Vereinigten Staaten sind wohl der Inbegriff eines «Melting Pot», in dem sich die verschiedensten ethnischen Gruppen zu einer neuen nationalen Kultur verbinden. Das gilt auch für das 2013 auf Initiative der New Yorker Carnegie Hall gegründete National Youth Orchestra of the USA, das ebenso schwarze und weisse Musiker*innen wie solche mit asiatischem oder hispanischem Hintergrund zusammenführt. Eines aber haben alle gemeinsam: Sie sind zwischen 16 und 19 Jahre alt und zählen zu den besten Nachwuchskräften des Landes. Und deshalb werden sie auch Sommer für Sommer von gefragten Pultstars angeleitet: Valery Gergiev machte den Anfang, Christoph Eschenbach und Marin Alsop waren da, zuletzt Michael Tilson Thomas und Sir Antonio Pappano. Im Sommer 2022 übernimmt Daniel Harding die Stabführung und fordert mit Mahlers Fünfter Sinfonie dem Orchester alles ab, was grosse Sinfonik ausmacht: den opulenten Klang und die zarten Nuancen, instrumentale Virtuosität und beseelte Kantilenen. Die bringt zuvor auch Alisa Weilerstein zu Gehör: mit Edward Elgars elegischem Cellokonzert.

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© R. Rosenthal
Konzert

Ilumina | Jennifer Stumm | Mark Padmore

«The Nature of Light»

Ilumina
Jennifer Stumm, Viola und Musikalische Leitung
Mark Padmore, Tenor


«The Nature of Light»

Heitor Villa-Lobos (1887–1959): Prelúdio (Introdução) aus Bachiana brasileira Nr. 4
Ludwig van Beethoven (1770–1827): «Allegro» aus dem Streichquartett cis-Moll op. 131
Richard Wagner (1813–1883): Vorspiel zu Tristan und Isolde bearbeitet für Streichsextett von Sebastian Gürtler
Benjamin Britten (1913–1976): Les Illuminations für hohe Stimme und Streicher op. 18
sowie weitere Werke von Johann Sebastian Bach, György Kurtág, Jean-Baptiste Lully, Nico Muhly, Baden Powell und Franz Schubert

Dass viele junge Menschen aufgrund ihrer Herkunft keine Möglichkeit erhalten, ihre Begabung zu entwickeln, das will die amerikanische Bratschistin Jennifer Stumm nicht hinnehmen. Und so gründete sie 2015 Ilumina. Was als soziales Musikprojekt auf einem Bauernhof in den Bergen von São Paulo begann, hat sich in wenigen Jahren zu einem renommierten Kammermusikfestival und einem wichtigen Sprungbrett für junge Talente entwickelt: Ilumina will hochbegabten jungen Musiker*innen aus Südamerika ein Studium an den besten Musikhochschulen ermöglichen und bringt sie dafür mit internationalen Solist*innen zusammen, die sie unterstützen. Gemeinsam mit ihren Mentor*innen gestalten sie Konzerte beim Ilumina-Festival und auf weltweiten Tourneen. «Die klassische Musik muss den Eurozentrismus überwinden, viel mehr Länder einbeziehen und anerkennen, wie viele Talente es auf der Welt gibt und wie sehr wir diese Menschen brauchen», ist Jennifer Stumm überzeugt. Denn Vielfalt und Gleichberechtigung würden auf der Bühne ganz neue Energien erzeugen.

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Konzert

Chor und Orchester von Superar Suisse | Laida Alberdi

Chor und Orchester von Superar Suisse
Laida Alberdi, Dirigentin


Modest Mussorgsky (1839–1881): Das grosse Tor von Kiew aus den Bildern einer Ausstellung
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): «Allegro moderato» A-Dur aus der Sinfonie KV 201
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893): Walzer aus der Serenade für Streicher C-Dur op. 48
Klaus Badelt (*1967): Auszüge aus der Filmmusik zu Pirates of the Caribbea bearbeitet von Ted Rickets
Carlos Garcia (1914–2006): Ritmos Ciganos
Poco a Poco. Peruanisches Volkslied, bearbeitet von Andy Garcia

Kindern und Jugendlichen über die Freude an der Musik neue Perspektiven aufzuzeigen, unabhängig von ihrer Herkunft: Das ist das Ziel von Superar Suisse. Der gemeinnützige Verein, der 2022 seinen zehnten Geburtstag feiert, bietet deshalb kostenlosen Unterricht in den Fächern Chorgesang und Orchester an, mehrmals wöchentlich und in der Gruppe. Gerade das gemeinschaftliche Musizieren und die regelmässigen gemeinsamen Auftritte motivieren nämlich dazu, Grenzen zu überwinden und über sich hinauszuwachsen – und genau das bedeutet das spanische Wort «superar». Bei ihrem Open- Air-Konzert auf dem Europaplatz, unmittelbar vor der offiziellen Festspieleröffnung, präsentieren die jungen Sänger*innen und Instrumentalist* innen alte und neue Hits. Wiener Klassik trifft da auf ein Volkslied aus den südamerikanischen Anden, ein eleganter Tschaikowsky-Walzer auf die Filmmusik zum Kinohit Fluch der Karibik: Ted Rickets hat die bekanntesten Ohrwürmer des Original-Soundtracks zu einer packenden Orchestersuite zusammengestellt.

Dieses Konzert hat keine Pause.

Eintritt frei

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© Prashant Gupta/DG
Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Riccardo Chailly | Anne-Sophie Mutter

Lucerne Festival Orchestra 1

Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly, Dirigent
Anne-Sophie Mutter, Violine


Wolfgang Rihm (*1952): Neues Werk für Orchester (Uraufführung)
Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges (1745–1799): Violinkonzert A-Dur op. 5 Nr. 2
Sergej Rachmaninow (1873–1943): Sinfonie Nr. 2 e-Moll op. 27

Mit einer doppelten Premiere steigen das Lucerne Festival Orchestra und Riccardo Chailly in den Festspielsommer 2022 ein. Sie bringen zunächst ein neues Werk von Wolfgang Rihm zur Uraufführung, dem Künstlerischen Leiter der Lucerne Festival Academy, der im März seinen 70. Geburtstag feierte. Anschliessend gesellt sich die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter dazu, für ihren ersten gemeinsamen Auftritt mit dem Orchester. Passend zum Thema «Diversity» spielt sie ein Violinkonzert von Joseph Bologne, dem Chevalier de Saint-Georges, einem der wenigen schwarzen Komponisten aus dem 18. Jahrhundert. Als «Mozart noir» wird er heute bezeichnet, doch in Paris war er damals viel erfolgreicher als sein Salzburger Kollege: Der begnadete Geiger avancierte zum Lieblingsmusiker von Königin Marie-Antoinette, sorgte aber auch mit seinen Fechtkünsten für Furore und kämpfte später an der Spitze einer Legion von 1.000 Soldaten für die Republik. So vielseitig war nicht einmal der polyglotte Sergej Rachmaninow. Seine hochromantische Zweite Sinfonie betört dafür mit sehnsüchtigen Melodien, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen.

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Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Riccardo Chailly | Anne-Sophie Mutter

Lakeside Symphony

Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly
Anne-Sophie Mutter, Violine


Wolfgang Rihm (*1952): Neues Werk für Orchester (Uraufführung)
Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges (1745–1799): Violinkonzert A-Dur op. 5 Nr. 2
Sergej Rachmaninow (1873–1943): Sinfonie Nr. 2 e-Moll op. 27

Das Eröffnungskonzert für alle

Ein Festival-Highlight für Gross und Klein: Geniessen Sie das Eröffnungskonzert live auf der Grossleinwand auf dem Luzerner Inseli – mit Blick auf den abendlichen Vierwaldstättersee und das grandiose Panorama von Rigi, Bürgenstock & Co. Anne-Sophie Mutter, Riccardo Chailly und das Lucerne Festival Orchestra verzaubern Sie mit Musik von der Klassik bis zur Gegenwart.

Eintritt frei

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© Lucerne Festival
Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Riccardo Chailly | Mao Fujita

Lucerne Festival Orchestra 2

Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly, Dirigent
Mao Fujita, Klavier


Sergej Rachmaninow (1873–1943): Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18
Sergej Rachmaninow (1873–1943): Sinfonie Nr. 2 e-Moll op. 27

Am Vierwaldstättersee fand Sergej Rachmaninow, der nach der Oktoberrevolution von 1917 Russland verliess und fortan als Klaviervirtuose um die Welt tourte, Anfang der 1930er Jahre eine neue Heimat: In Hertenstein liess er sich eine Villa im neuesten Bauhaus-Stil errichten und genoss dort die Ruhe und die Schönheiten der Natur. Bis der Zweite Weltkrieg ausbrach und er abermals die Flucht ergriff, diesmal in die USA. Rachmaninow in Luzern zu feiern: Das ist für Riccardo Chailly eine Herzensangelegenheit. Weshalb er mit dem Lucerne Festival Orchestra das Orchesterschaffen des russischen Komponisten aufführt und einspielt. Diesen Sommer widmet er sich der Zweiten Sinfonie und dem Zweiten Klavierkonzert, dem berühmtesten aller vier Rachmaninow-Konzerte, das mit acht immer stärker anschwellenden Klavierakkorden anhebt, wie mit Glockenklängen.

Konzerteinführung | 17.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stähr

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Konzert

Sir András Schiff

Sir András Schiff, Klavier

«Zum Gedenken an Bernard Haitink»
Werke von J.S. Bach, Mozart, Beethoven und Schubert

Sir András Schiff wird spontan entscheiden, welche Kompositionen er aufführt, und seine Wahl im Konzert auch erläutern.

So viel ist klar: Bei den vier Komponisten, die er für sein Luzerner Sommer-Rezital ausgewählt hat, ist András Schiff ganz in seinem Element. Johann Sebastian Bach ist für ihn «der grösste und wichtigste» unter ihnen, auch weil seine Klangwelt eine starke spirituelle Wirkung entfalte. Mozarts Kunst empfindet Schiff als «Geschenk an die Menschheit», Beethoven attestiert er etwas «Metaphysisches und Kosmisches», das ans Existenzielle rühre. Und über Franz Schubert sagt er: «Seine Musik ist die menschlichste, die ich kenne, und auch die persönlichste. Seine Bescheidenheit und Demut berühren mich tief.» Kompliziert wird es nur, wenn Sir András entscheiden muss, welche der vielen grossartigen Werke, die alle vier hinterlassen haben, er denn spielen soll. Schliesslich ist sein Repertoire riesig und umfasst weite Teile ihrer Klaviermusik. Die Lösung? Überraschung! András Schiff wird spontan, also erst am Tag des Konzerts selbst, bestimmen, welche Stücke der vier Komponisten wir hören werden. Und er wird die Werke in seiner Matinee dann auch anmoderieren und mit ihren Besonderheiten vorstellen.

Dieses Konzert hat keine Pause.

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© John Rogers
Konzert

JACK Quartet | Tyshawn Sorey

JACK Quartet 1

JACK Quartet:
Christopher Otto, Violine
Austin Wulliman, Violine
John Pickford Richards, Viola
Jay Campbell, Violoncello
Tyshawn Sorey, Schlagzeug


Liza Lim (*1966): String Creatures (Uraufführung)
Auftragswerk von Lucerne Festival, dem Melbourne Recital Centre und dem Miller Theatre at Columbia University
Tyshawn Sorey: Neues Werk für Schlagzeug und Streichquartett
Uraufführung / Auftragswerk von Lucerne Festival

«Ist es Jazz? Neue Klassik? Komposition? Improvisation? Tonal? Atonal? Minimal? Maximal?», fragte der Musikkritiker Alex Ross nach einem Auftritt Tyshawn Soreys ebenso begeistert wie verwirrt. In der Tat lässt sich Soreys Schaffen nur schwer kategorisieren: Er ist Multi-Instrumentalist, Dirigent und Komponist, bewegt sich zwischen Jazz und zeitgenössischem Komponieren, lässt präzise Notiertes und frei Improvisiertes ineinanderfliessen. «Wenn ich bemerke, dass ich irgendeinen Stil diskriminiere, dann ist das ein Problem, mit dem ich mich beschäftigen muss. Ich kann es doch nicht dem musikalischen Genre anlasten, dass ich es nicht mag.» Seine «Amtszeit» als Luzerner «artiste étoile» läutet Sorey ganz klassisch ein, mit einem neuen Streichquartett nämlich. Doch gewiss wird er der traditionsreichen Gattung unerhörte Facetten abgewinnen. Genau wie Liza Lim: String Creatures hat die Australierin ihr neues Werk für das JACK Quartet betitelt, das die Instrumente und Musiker durch unterschiedliche Materialien und Applikationen in fantastische Mischwesen verwandelt.

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© Priska Ketterer/Lucerne Festival
Konzert

West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim

West-Eastern Divan Orchestra
Daniel Barenboim, Dirigent


Bedřich Smetana (1824–1884): Má vlast (Mein Vaterland)

Aus Böhmen kommt die Musik, behauptet ein Volkslied, aber in den Musentempeln der europäischen Hochkultur, voran in Wien, hielt man es doch lieber mit der eigenen Tradition. Bedřich Smetana gebührt das Verdienst, mit seinem Orchesterzyklus Má vlast ein spezifisch tschechisches Kolorit in die europäische Musiksprache eingebracht und somit für mehr Vielfalt gesorgt zu haben. Smetana stellt darin die Schönheiten seiner Heimat vor: den Burgfelsen Vyšehrad, den Lauf der Moldau von der Quelle bis nach Prag, die lieblichen Reize «Aus Böhmens Hain und Flur». Und er führt in die tschechische Mythenwelt ein, denn er portraitiert auch die Amazone Šárka, begibt sich in die Hussiten-Festung Tábor, enthüllt die Geheimnisse des sagenumwobenen Bergs Blaník. In Luzern werden die sechs hinreissenden Tondichtungen, die einen Gipfelpunkt der Nationalromantik markieren, von einem Orchester aufgeführt, das wie die Verkörperung des Sommer-Mottos «Diversity» erscheint: Das 1999 von Daniel Barenboim gegründete West-Eastern Divan Orchestra vereint verschiedene Kulturen, Religionen und Nationalitäten und feiert die verbindende Kraft der Musik.

Dieses Konzert hat keine Pause.

Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stähr

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© danielbarenboim.com
Gespräch

Music for Future Talk 2

mit Daniel Barenboim u. a.
(in Englisch)

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Konzert

Rhapsody in Blue

40min 1

Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra

«Rhapsody in Blue»

Die Reihe 40min wendet sich nicht nur an bekennende Klassik-Fans, sondern an alle, die einfach mal Festivalluft schnuppern wollen. Um 18.20 Uhr, wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat, stellen wir Ihnen in moderierten Kurzkonzerten ausgewählte Künstler*innen und Werke vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der jeweiligen Veranstaltung können Sie über unserer Website lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Resttickets bezogen werden.

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© Olaf Heine/DG
Konzert

West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim | Lang Lang

West-Eastern Divan Orchestra 2

West-Eastern Divan Orchestra
Daniel Barenboim, Dirigent
Lang Lang, Klavier


Maurice Ravel (1875–1937): Rapsodie espagnole
Manuel de Falla (1876–1946): Noches en los jardines de Espana für Klavier und Orchester
Claude Debussy (1862–1918): Images pour orchestre Nr. 2: Ibéria
Maurice Ravel (1875–1937): Boléro

Die Musik lebt vom Austausch der Kulturen. Anfang des 20. Jahrhunderts begeisterten sich die Franzosen Maurice Ravel und Claude Debussy für Spanien und setzten der iberischen Klangwelt in gleich mehreren berühmten Orchesterwerken ein Denkmal. Der Spanier Manuel de Falla ging den umgekehrten Weg: Er zog nach Paris, holte sich dort Inspiration von Debussy und Ravel und legte seine Noches en los jardines de España als impressionistisches Klanggemälde an. Den hochvirtuosen Klavierpart wird an diesem Abend der chinesische Tastentitan Lang Lang gestalten – womit die Brücke bis nach Asien geschlagen wäre. Und Daniel Barenboim am Pult des West-Eastern Divan Orchestra ist ohnehin das Paradebeispiel eines Weltbürgers:Geboren als Sohn russischer Eltern in Argentinien, wuchs er in Israel auf, studierte in Paris, lebte in London und Chicago, ist heute in Berlin zuhause. Er besitzt vier Staatsbürgerschaften, spricht sechs Sprachen fliessend und konzertiert seit 70 Jahren rund um den Globus. Schon Wilhelm Furtwängler nannte ihn «ein Phänomen». Und das ist Barenboim, der im Spätherbst seinen 80. Geburtstag feiert, bis heute geblieben.

Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stähr

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© Peter Fischli / Lucerne Festival
Konzert

Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra | Kit Armstrong

Lucerne Festival Orchestra 3

Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra
Kit Armstrong, Klavier


George Gershwin (1898–1937): Zweiter Satz aus dem Concerto in F, arrangiert für Trompete, Klavier und Streichquartett
Antonín Dvořák (1841–1904): Klavierquintett A-Dur op. 81
Kaikhosru Shapurji Sorabji (1892–1988): Transzendentale Etüde Nr. 36 (für die linke Hand)
Tōru Takemitsu (1930–1996): A Bird came down the walk für Viola und Klavier
Florence Price (1887–1953): Klavierquintett a-Moll

2009 machten Bauarbeiter auf dem Dachboden eines verfallenen Hauses in St. Anne, Illinois, eine erstaunliche Entdeckung: Sie förderten dort ganze Stapel mit handgeschriebenen Noten aus der Feder von Florence Price zutage, die in dem Anwesen einst ihre Sommerresidenz unterhielt. Der sensationelle Fund führte zur Renaissance dieser grossartigen afroamerikanischen Komponistin, die nach ihrem Tod im Jahr 1953 fast völlig in Vergessenheit geraten war. Kit Armstrong stellt mit Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra das Klavierquintett in a-Moll vor, das spätromantisches Melos mit Anklängen an Kirchenlieder und einem Juba-Tanz verbindet. Multikulturell geht es ohnehin zu an diesem Abend. Blues Reminiszenzen enthält der langsame Satz aus George Gershwins Klavierkonzert, tschechische Ohrwürmer erwarten uns bei Antonín Dvořáks Klavierquintett mit seiner hinreissenden Dumka. Parsischer Herkunft ist der 1988 verstorbene Kaikhosru Shapurji Sorabji, der eine musikalische Brücke von Ost nach West schlägt und etliche Klavierwerke vorlegte, die lange als «unspielbar» galten. Fernöstliche Impulse steuert schliesslich der Japaner Tōru Takemitsu bei.

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© John Rogers
Konzert

Spotlight on: Tyshawn Sorey

40min 2

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Tyshawn Sorey, Dirigent


«Spotlight on: Tyshawn Sorey»

Die Reihe 40min wendet sich nicht nur an bekennende Klassik-Fans, sondern an alle, die einfach mal Festivalluft schnuppern wollen. Um 18.20 Uhr, wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat, stellen wir Ihnen in moderierten Kurzkonzerten ausgewählte Künstler*innen und Werke vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der jeweiligen Veranstaltung können Sie über unserer Website lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Resttickets bezogen werden.

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© Guido Werner
Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Riccardo Chailly | Andrè Schuen

Lucerne Festival Orchestra 4

Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly, Dirigent
Andrè Schuen, Bariton


Gustav Mahler (1860–1911):
Lieder eines fahrenden Gesellen
Sinfonie Nr. 1 D-Dur

Die Lieder eines fahrenden Gesellen sind Gustav Mahlers frühestes Meisterwerk. Er schuf sie 1884/85, als er unglücklich in die Sopranistin Johanna Richter verliebt war, und diese Erfahrung, aber auch sein Traum von einer «schönen Welt» prägen die von ihm selbst gedichteten Verse und die Musik. Vorgetragen wird der Zyklus vom jungen Südtiroler Bariton Andrè Schuen, der als Opernstar für Furore sorgt und zugleich ein Liedinterpret ersten Ranges ist. Die Gesellen-Lieder zitierte Mahler wenig später auch in seiner Ersten Sinfonie, die ganz heterogene Klangsphären collagiert und das Musterbild eines «diversen» Kunstwerks abgibt. «Wie ein Naturlaut» solle die Musik klingen, lautet die Spielanweisung zum Kopfsatz, der mit dem verfremdeten Kuckucksruf spielt. Mahler verwendet in der Sinfonie auch volksmusikalische Anklänge an den Ländler und den Walzer. Im dritten Satz präsentiert er den Kanon Frère Jacques als Trauermarsch in einer schauerlichen Moll-Variante – und konterkariert dieses «Leichenbegängnis» durch die «Lustigkeit und Banalität einer sich dreinmischenden böhmischen Musikantenkapelle». Ein Klangerlebnis!

Dieses Konzert hat keine Pause.

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© Akvile Sileikaite
Konzert

Zoltán Despond | Vesselin Stanev

Zoltán Despond, Violoncello
Vesselin Stanev, Klavier


Ludwig van Beethoven (1770–1827): Sonate für Violoncello und Klavier D-Dur op. 102 Nr. 2
Robert Schumann (1810–1856): Fantasiestücke op. 73
Nadja Boulanger (1887–1979): Drei Stücke für Violoncello und Klavier
Paul Hindemith (1895–1963): Sonate für Violoncello solo op. 25 Nr. 3
Sergej Prokofjew (1891–1953): Sonate für Violoncello und Klavier C-Dur op. 119

Den Reigen der Debutkonzerte im Festspielsommer 2022 eröffnet ein Schweizer aus der Romandie: Zoltán Despond, Jahrgang 1992, den der Kritiker Peter Hagmann zu einem «der besten Cellisten seiner Generation» ausrief. Mit diesem Urteil steht er nicht allein. Thomas Grossenbacher etwa, Solocellist im Tonhalle-Orchester Zürich, rühmt die besondere Sensibilität seines Schülers: «Seine Interpretationen haben Aussage und berühren, die Tongebung ist erfüllt und beseelt.» Im September 2021 stellte sich Despond mit einem Rezital im Wiener Musikverein vor, trat anschliessend in Lyon, Graz, Salzburg, Nizza und Toulouse auf und feiert bis zum Sommer noch seinen Einstand in der Alten Oper Frankfurt, im Leipziger Gewandhaus und in der Berliner Philharmonie. Für Lucerne Festival hat er ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das neben Beethoven und Schumann auch zwei Klassiker der Moderne umfasst: Paul Hindemith und Sergej Prokofjew. Und mit Nadia Boulanger präsentiert er eine Komponistin, deren Schaffen die Wiederentdeckung lohnt. Despond liebt die Spontaneität der Interpretation: «Am Ende tanzt und singt man mit der Zeit.»

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Konzert

Antonín Dvořáks neue Welten

40min 3

Lucerne Festival Orchestra
Jakub Hrůša


«Antonín Dvořáks neue Welten»

Die Reihe 40min wendet sich nicht nur an bekennende Klassik-Fans, sondern an alle, die einfach mal Festivalluft schnuppern wollen. Um 18.20 Uhr, wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat, stellen wir Ihnen in moderierten Kurzkonzerten ausgewählte Künstler*innen und Werke vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der jeweiligen Veranstaltung können Sie über unserer Website lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Resttickets bezogen werden.

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Konzert

Igor Levit

Rezital

Igor Levit, Klavier

Johannes Brahms (1833–1897):
Sechs Choralvorspiele für Orgel aus op. 122, auf das Klavier übertragen von Ferruccio Busoni BV B 50
Fred Hersch (*1955):
Variations on a Folk Song (Schweizer Erstaufführung)
Richard Wagner (1813–1883):
Vorspiel zu Tristan und Isolde
arrangiert für Klavier von Zoltán Kocsis
Franz Liszt (1811–1886):
Klaviersonate h-Moll S 178

Mit seinem Zyklus der 32 Beethoven-Klaviersonaten, den er bis 2021 bei Lucerne Festival aufführte, hat Igor Levit interpretatorische Massstäbe gesetzt. Doch jetzt ist die Zeit reif für neue Herausforderungen. Und für den nächsten Gipfel im Klavierrepertoire: Weshalb er sich nun der gewaltigen h-Moll-Sonate von Franz Liszt widmet. Doch geht es Levit nie um die blosse Virtuosität – er sucht nach dem philosophischen und metaphysischen Mehrwert. Da ist Liszts magische Sonate, in der alle Motive, auch die gegensätzlichen, auf einer gemeinsamen Keimzelle gründen, der ideale Stoff. Eine transzendentale Ausstrahlung haben auch die Choralvorspiele von Brahms, sein letztes Werk, das die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit und mit Gott sucht. Und das Vorspiel zu Wagners Tristan und Isolde weist ohnehin schon in eine andere Welt, musikalisch wie ideell. Einen Kontrapunkt dazu setzen die Variations on a Folk Song, die Levit bei Fred Hersch in Auftrag gegeben hat, einem amerikanischen Jazzmusiker. Den hält er für «einen der besten Pianisten unserer Zeit». Und verdankt seinen Ratschlägen sehr viel: «Er nahm mir die Furcht vor dem Weg, den ich gehe.»

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© Peter Fischli / Lucerne Festival
Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Jakub Hrůša | Augustin Hadelich

Lucerne Festival Orchestra 5

Lucerne Festival Orchestra
Jakub Hrůša, Dirigent
Augustin Hadelich, Violine


Josef Suk (1874–1935): Scherzo fantastique op. 25
Antonín Dvořák (1841–1904): Violinkonzert a-Moll op. 53
Antonín Dvořák (1841–1904): Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 Aus der Neuen Welt

«Die Amerikaner erwarten grosse Dinge von mir», schrieb Antonín Dvořák, als er 1892 als Direktor ans New Yorker Musikkonservatorium berufen wurde. Tatsächlich wünschte man sich ausgerechnet von ihm, dem bekennenden Tschechen, nicht mehr und nicht weniger, als dass er die erste echte amerikanische Sinfonie komponieren sollte. Und Dvořák fand den Schlüssel zum Erfolg: «Diversity» lautete sein Rezept. Deshalb liess er sich Spirituals, Plantagenlieder aus den Südstaaten und indianische Melodien vortragen und integrierte seine neuen Klangerfahrungen in die berühmte Neunte, die Sinfonie aus der Neuen Welt. Jakub Hrůša, der mit Dvořáks Sechster im vergangenen Sommer triumphal am Pult des Lucerne Festival Orchestra debutierte, wird diesen multikulturellen Meilenstein dirigieren. Zuvor bringt er noch eine weitere Kostbarkeit aus Dvořáks Schatzkästlein zu Gehör: das zauberhafte Violinkonzert. Der deutsch-amerikanische Geiger und Grammy-Preisträger Augustin Hadelich, der eine makellose Technik mit beseeltem Ton verbindet, gestaltet den Solopart; für seine Aufnahme des Werks, die er mit Hrůša einspielte, erhielt Hadelich 2019 den begehrten «Opus Klassik».

Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stähr

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© Beowulf Sheehan
Konzert

JACK Quartet

JACK Quartet 2

JACK Quartet:
Christopher Otto, Violine
Austin Wulliman, Violine
John Pickford Richards, Viola
Jay Campbell, Violoncello


Catherine Lamb (*1982): Streichquartett Nr. 1

«Der heftigste Klang ist nicht der intensivste», weiss die in Berlin lebende amerikanische Komponistin Catherine Lamb. «Gerade für die Arbeit mit bestimmten Klangfärbungen und schattierungen gilt, dass die Töne umso ausdrucksstärker wirken, je schlichter und entspannter sie gespielt werden, mit genügend Raum zur Entfaltung.» Lambs minimalistische, meditative Musik nimmt sich viel Zeit und entwickelt gerade deshalb einen ungeheuren Sog – nicht zuletzt, weil sie das Hören selbst zum Thema macht, weil sie uns die eigene Wahrnehmung gewahr werden lässt. Das gilt auch für Lambs Erstes Streichquartett: Es dauert gut 50 Minuten, verzichtet auf komplizierte Spieltechniken und vertrackte Rhythmen und konzentriert sich stattdessen ganz auf die Schwingungen der vier Streichinstrumente. Mit ihren Haltenoten öffnen sie einen harmonischen Raum, der pulsiert, sich ausdehnt und dessen mikrotonale Einfärbungen fortwährend changieren. Das JACK Quartet, das eng mit Catherine Lamb zusammenarbeitet, sorgt für ein intensives Hörerlebnis.

Dieses Konzert hat keine Pause.

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Gespräch

Diversity - Vielfalt und Einheit

NZZ Podium

Gesprächsrunde mit:
Iris Bohnet Ökonomin und Professorin für Business & Government
Adam Fischer Dirigent und Mitglied des Hungarian Helsinki Committee
Mithu Sanyal Schriftstellerin, Kulturwissenschafterin, Journalistin
Golda Schultz Sopranistin
Moderation: Martin Meyer Leiter «NZZ Podium»

«Diversity - Vielfalt und Einheit»

«Diversity», die Wertschätzung und Inklusion möglichst vieler gesellschaftlicher Gruppen, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Doch in der Geschichte zeigt sich ein anderes Bild, und auch heute sind Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung noch immer verbreitet. Die Moral der Majorität zeigt sich darin, wie sie ihre Minoritäten behandelt. Diversity und Identitätskultur sind da problematisch, wo sie zum Kult und zur Ideologie werden. Eine Sackgasse ist zudem die «Essenzialisierung» von Merkmalen wie Hautfarbe oder sexuelle Identität, aber auch die Überhöhung des Opferstatus – Verantwortlichkeiten werden dadurch verwischt. Menschsein erschöpft sich nicht in Gruppenzugehörigkeit, es gibt auch die Freiheit des Individuums und das Recht des Kollektivs. Der Blick auf das Ganze darf nicht durch eine Fixierung auf das Einzelne getrübt werden. Es kommt wesentlich auf die richtige und gerechte Balance an.

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© Uli Weber / Decca
Konzert

Les Musiciens du Prince - Monaco | Gianluca Capuano | Cecilia Bartoli u.a.

Les Musiciens du Prince - Monaco
Gianluca Capuano, Dirigent
Charles Workman, Tito Vespasiano
Anna Prohaska, Vitellia
Melissa Petit, Servilia
Cecilia Bartoli, Sesto
Lea Desandre, Annio
Peter Kálmán, Publio


Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): La clemenza di Tito KV 621, Opera seria in zwei Akten

Ein Regent, der sein zerstrittenes Volk versöhnt, den Staat befriedet und sogar dem Attentäter verzeiht, der ihm nach dem Leben trachtete: Darum geht es in Mozarts letzter Oper La clemenza di Tito, die im September 1791, drei Monate vor seinem Tod, zur Uraufführung gelangte. Cecilia Bartoli hat die Geschichte um den «milden» Kaiser Titus sicher nicht zufällig ausgewählt. In Zeiten der gesellschaftlichen Spaltung und Zerrissenheit ist sie das beste Plädoyer für ein humanes Miteinander. Vor allem aber bezaubert Mozart durch seine göttliche Musik. Man muss nur die grosse Arie des Sesto, Parto, ma tu ben mio, hören, in der die Solostimme einen zärtlichen Liebesdialog mit der Bassettklarinette anstimmt und einen Zauber entfaltet, dem sich niemand entziehen kann. Die Bartoli selbst wird den Part des «Verräters» Sesto gestalten, den Mozart für einen Soprankastraten schuf: eine Paradepartie für diese Ausnahmekünstlerin. Gemeinsam mit einem hochkarätigen Ensemble, ihren Musiciens du Prince-Monaco und dem Dirigenten Gianluca Capuano wird sie Mozarts späte «Seria» so lebendig darbieten, dass von einer rein «konzertanten Aufführung» keine Rede sein kann.

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© Axel Saxe
Konzert

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Elena Schwarz | Tim McAllister | Kirill Gerstein

Lucerne Festival Academy 1

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Elena Schwarz, Dirigentin
Tim McAllister, Saxophon
Kirill Gerstein, Klavier


Tyshawn Sorey: Neues Werk für Saxofon und Orchester (Uraufführung)
Auftragswerk von Lucerne Festival und vom Atlanta Symphony Orchestra im Rahmen des «Amplifying Voices»-Programms von New Music USA
Thomas Adès (*1971): In Seven Days. Klavierkonzert mit Bewegtbild
(mit Video-Installation)

Wer komponiert heute noch Programmmusik? Tausendsassa Thomas Adès tut es. Mit In Seven Days, seiner «Sinfonie mit obligatem Klavier» (Kirill Gerstein), folgt er dem biblischen Schöpfungsbericht. Dabei geht es Adès aber nicht um einen musikalischen Bilderbogen. Vielmehr will er die überschiessende kreative Energie der Schöpfung erfahrbar machen, unterstützt durch eine Videoinstallation des israelischen Filmemachers Tal Rosner. In einer Reihe von Variationen lässt er Themen und Motive wachsen und wuchern, beleuchtet sie immer neu — mit üppigen, in der Tonalität verankerten Orchesterfarben, die mal an barocke Vorbilder gemahnen, mal an Hollywood. «Die Musik zoomt auf die Atome des Chaos und schraubt sich hinauf zu den höchsten Höhen der Sternbilder», so der Musikkritiker Tom Service. «Erst sehen wir die Lebewesen auf der Erde wie vom Mond aus, dann stürzen wir uns herab und landen mitten unter ihnen.» In der zweiten Konzerthälfte erklingt ein neues Werk, das «artiste étoile» Tyshawn Sorey für den amerikanischen Saxofonisten Timothy McAllister geschrieben hat.

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Konzert

MythenEnsembleOrchestral | Graziella Contratto | Golda Schultz

MythenEnsembleOrchestral
Graziella Contratto, Dirigentin
Golda Schultz, Sopran


Gustav Mahler (1860–1911): Vier ausgewählte Lieder:
Wo die schönen Trompeten blasen
Das irdische Leben
Ich atmet einen linden Duft
Ich bin der Welt abhanden gekommen
Sinfonie Nr. 5 cis-Moll. Bearbeitung für Kammerorchester von Klaus Simon

Bei Gustav Mahlers tosenden, weltbewegten Sinfonien wird es meist ziemlich voll auf dem Podium: Ein 100-köpfiges Orchester ist da der Regelfall. Aber – es geht auch anders. Das bewies schon Arnold Schönberg, als er 1918 den Verein für musikalische Privataufführungen gründete und dort grossbesetzte Werke in Arrangements für Kammerorchester vorstellte. Diesem Beispiel folgt der deutsche Komponist Klaus Simon, der etliche Mahler-Sinfonien für Ensemble bearbeitet hat. Dabei legt er das Innenleben von Mahlers Musik frei und lässt die kunstvolle Polyphonie in schönster Transparenz hörbar werden. Das MythenEnsembleOrchestral, das sich aus Schweizer und internationalen Solist*innen zusammensetzt, wird unter der Leitung der Fin-de-Siècle-Expertin Graziella Contratto Mahlers Fünfte Sinfonie in dieser Fassung aufführen. Zuvor aber eröffnet «artiste étoile» Golda Schultz ihre Residenz beim Sommer-Festival: Ausgewählt hat sie für ihr Entrée vier berührende Mahler-Lieder, die vom irdischen Jammertal und der Sehnsucht nach einer besseren Welt erzählen.

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© wildundleise
Konzert

Festival Strings Lucerne | Raphaela Gromes

Nachmittagskonzert

Festival Strings Lucerne
Raphaela Gromes, Violoncello und Moderation


Matilde Capuis (1913–2017): Tre Momenti für Violoncello und Streichorchester
Robert Schumann (1810–1856): Abendlied op. 85 Nr. 12, für Streichorchester bearbeitet von Johan Svendsen
Clara Schumann (1819–1896): «Andante molto» aus den Drei Romanzen op. 22, für Violoncello und Streichorchester bearbeitet von Julian Riem
Pauline Viardot Garcia (1821–1910): Bohémienne, Romance und Tarantelle aus den Six Morceaux VWV 3003, für Violoncello und Streichorchester bearbeitet von Julian Riem
Joaquín Rodrigo: Dos miniaturas andaluzas für Streichorchester
Georges Bizet (1838–1875): Carmen-Fantasie für Violoncello und Streichorchester
Uraufführung

Haben Sie schon einmal von Matilde Capuis gehört? Noch nicht? Dann wird es Zeit, glaubt Raphaela Gromes und eröffnet das Nachmittagskonzert der Festival Strings Lucerne mit den Tre Momenti der italienischen Komponistin, die 2017 im Alter von 104 Jahren verstarb. Musikalisch ist Capuis noch ganz der spätromantischen Klangsprache verpflichtet – und fügt sich damit bestens zu den Werken von Clara und Robert Schumann, die anschliessend erklingen. Oder zu den drei Stücken von Pauline Viardot-García: Sie war um die Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur als gefeierte Sängerin, sondern auch als versierte und produktive Komponistin erfolgreich. Die vielfach preisgekrönte deutsche Cellistin Raphaela Gromes gehört zu den originellen Köpfen in der Klassikbranche und liebt es, ungewöhnliche Repertoirepfade zu beschreiten. Das aber auf höchstem Niveau: Die Süddeutsche Zeitung attestierte ihr Klangschönheit und Poesie, die Neue Zürcher Zeitung «diabolische Akrobatik und ansteckende Musizierlust». Und das sind die besten Voraussetzungen für die verwegene Carmen-Fantasie auf Themen aus Georges Bizets gleichnamiger Oper, die sich Gromes von ihrem Klavierpartner Julian Riem komponieren liess.

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© Marco Borggreve
Konzert

Thomas Adès | Kirill Gerstein

Thomas Adès
und Kirill Gerstein, Klavier


Claude Debussy (1862–1918): En blanc et noir für zwei Klaviere
Igor Strawinsky (1882–1971): Symphonie de Psaumes (Psalmensinfonie), für zwei Klaviere arrangiert von Dmitri Schostakowitsch
Claude Debussy (1862–1918): Lindaraja
Thomas Adès (*1971): Konzertparaphrase über Powder Her Face für zwei Klaviere
Maurice Ravel (1875–1937): La Valse

Composer-in-residence Thomas Adès kam über das Klavier zum Komponieren. Und er ist seinem Instrument bis heute treu geblieben, sei es mit Soloauftritten oder im Duo mit dem russisch-amerikanischen Pianisten Kirill Gerstein. In Luzern interpretieren die beiden zwei Klassiker für zwei Klaviere: En blanc et noir, Debussys patriotisch- hintergründigen Kommentar zum Ersten Weltkrieg, und La Valse, Ravels apokalyptische Untergangsvision im 3/4-Takt. Sie spielen aber auch eine selten zu hörende Bearbeitung, die Dmitri Schostakowitsch von Strawinskys Psalmensinfonie angefertigt hat. Und selbstverständlich steht ein echter Adès auf dem Programm. Vier Szenen aus seiner Erfolgsoper Powder Her Face, die das skandalträchtige Leben der Herzogin von Argyll nachzeichnet, hat Adès für Klavierduo bearbeitet: eine schwelgerische, mit zahlreichen pianistischen Kabinettstückchen gespickte Hommage an die virtuosen Opernparaphrasen eines Franz Liszt oder Ferruccio Busoni.

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© Priska Ketterer / Lucerne Festival
Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Avi Avital | Raphael Christ

Lucerne Festival Orchestra 6

Lucerne Festival Orchestra
Avi Avital, Mandoline
Raphael Christ, Violine und Musikalische Leitung


Ludwig van Beethoven (1770–1827): Ouvertüre zum Ballett Die Geschöpfe des Prometheus op. 43
Antonio Vivaldi (1678–1741): Konzert für Mandoline und Streicher C-Dur RV 425
Béla Bartók (1881–1945): Rumänische Volkstänze Sz 68
Bearbeitung für Mandoline und Orchester von Avi Avital
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60

Infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine werden die beiden ursprünglich geplanten Konzerte des Mariinsky Orchestra mit Valery Gergiev am 21. und 22. August nicht stattfinden. Das Konzert am 21. August wird nun neu vom Lucerne Festival Orchestra gestaltet.

Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stähr

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Seminar

Teilnehmer*innen des Composer Seminars | Wolfgang Rihm | Dieter Ammann

Composer Seminar

Teilnehmer*innen des Composer Seminars:
Olivia Bennett, Pengyi Li, Jinan Zhenyan Li, Minzuo Lu, Aregnaz Martirosyan, Lila Wildy Quillin, Hugo Van Rechem und Raimonda Žiūkaitė
Wolfgang Rihm und Dieter Ammann, Dozenten


Präsentation und Diskussion der ausgewählten Werke

Bei seinem Amtsantritt als Leiter der Lucerne Festival Academy im Jahr 2016 rief Wolfgang Rihm das Composer Seminar ins Leben. Aber schon viel früher, als composer-in-residence des Festspielsommers 1997 nämlich, suchte er in Luzern im Rahmen eines Meisterkurses den Austausch mit der jungen Komponist*innengeneration. Wichtige Impulse erhielt damals auch Dieter Ammann, den allein schon beeindruckte, «wie jemand drei Tage lang sprechen und hören und einfach präsent sein kann, ohne dass man beim Zuhören auch nur Grundbedürfnisse wie Hunger oder dergleichen verspürt». Heute leiten Ammann und Rihm gemeinsam das Composer Seminar. Beiden geht es nicht darum, die Teilnehmer*innen auf irgendwelche ästhetischen Standpunkte einzuschwören (erst recht nicht auf ihre eigenen). Ziel ist vielmehr der produktive Dialog zwischen möglichst unterschiedlichen Positionen und Entwicklungsstufen. In vier öffentlichen Sitzungen stellen die ausgewählten Komponist*innen sich und ihre Werke vor.

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© Peter Fischli / Lucerne Festival
Konzert

Budapest Festival Orchestra | Iván Fischer | Daniil Trifonov

Budapest Festival Orchestra
Iván Fischer, Dirigent
Daniil Trifonov, Klavier


Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Ouvertüre zu Coriolan op. 62
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 Sinfonia eroica

Wer sich seinen Beethoven dramatisch und kämpferisch vorstellt, der kommt bei der epochalen Eroica voll auf seine Kosten: Geplant als ein auf Napoleon gemünztes Heldenportrait, schlug Beethovens Dritte Sinfonie mit ihren aufrührerischen Fanfaren, dem Pathos der «Marcia funebre» und den Anspielungen auf den Prometheus-Mythos einen derart neuartigen Ton an, dass Beethovens Zeitgenoss*innen nachgerade verstört reagierten. Auch mehr als zweihundert Jahre später hat diese Musik nichts von ihrer revolutionären Sprengkraft eingebüsst. Wer bei Beethoven bloss an den «Titanen» denkt, den wird das Vierte Klavierkonzert dagegen überraschen: Mit einem poetisch verinnerlichten Klaviersolo beginnt es, und auch sonst präsentiert sich Beethoven hier nicht von seiner heroisch-expressiven, sondern von seiner schwärmerischen, lyrischen Seite. Gemeinsam mit dem Ausnahmepianisten Daniil Trifonov zeigen Iván Fischer und sein famoses Budapest Festival Orchestra, wie vielfältig Beethovens Œuvre ist.

Infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine werden die beiden ursprünglich geplanten Konzerte des Mariinsky Orchestra mit Valery Gergiev am 21. und 22. August nicht stattfinden. Das Konzert am 22. August wird nun neu vom Budapest Festival Orchestra gestaltet.

Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stähr

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© Kaupo Kikkas
Konzert

Randall Goosby | Anna Han

Debut Randall Goosby

Randall Goosby, Violine
Anna Han, Klavier


Antonín Dvořák (1841–1904): Sonatine für Violine und Klavier G-Dur op. 100
William Grant Still (1895–1978): Suite für Violine und Klavier
Edvard Grieg (1843–1907): Violinsonate Nr. 3 c-Moll op. 45

Sein Vater ist Afroamerikaner, die Mutter Koreanerin: Für den Geiger Randall Goosby, geboren 1996 in San Diego, ist «Diversity» das Natürlichste von der Welt. Dieses Selbstverständnis bringt er nun ein in die Klassikbranche – und startet gerade durch zu einer kometenhaften Karriere. Im Sommer 2021 feierte er seinen Einstand beim Los Angeles Philharmonic unter Gustavo Dudamel, im vergangenen Oktober trat er erstmals mit dem London Philharmonic auf, und im Mai 2022 spielt er das Mendelssohn-Konzert mit dem Philharmonia Orchestra. «Randall Goosby weiss, wer er ist», erklärt sein Lehrer Itzhak Perlman. «Sein Ton ist wunderschön, er berührt uns sofort.» Dass Goosby mit der Musik auch ein politisches Statement verbindet, beweist sein Debutalbum Roots: eine Hommage an Black Composers, die, wie er sagt, «in der Musikbranche zurechtkommen mussten, als Rassismus, Vorurteile und Ausgrenzung noch an der Tagesordnung waren». Einer von ihnen, William Grant Still, steht auch auf seinem Luzerner Debut-Programm. Goosby koppelt ihn mit der Sonatine von Antonín Dvořák, die in Amerika entstand, und mit einer hochromantischen Violinsonate von Edvard Grieg.

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Musik

Musikgruppen aus aller Welt

In den Strassen

Claudia Masika, Kenia/Senegal/Guyana/Schweiz
The Tapi Project, Indien
Arturo y su Azucaribe, Kuba/Schweiz
Cheibe Balagan, Schweiz/Japan
Xiao Jing Wang/Wang Chenyi, China
Sara Curruchich, Guatemala


So klingt Vielfalt: Zum bereits siebzehnten Mal versammeln sich Musiker*innen aus der ganzen Welt in der Luzerner Altstadt und sorgen für ein buntes, ohrenöffnendes Musikspektakel für Gross und Klein – sechs Tage lang, bei freiem Eintritt! Angeführt werden sie von der Kenianerin Claudia Masika, dem Highlight der letztjährigen «In den Strassen»-Ausgabe. Das detaillierte Programm publizieren wir im Juli.

Bucherer AG – Partner In den Strassen

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© Priska Ketterer / Lucerne Festival
Konzert

Budapest Festival Orchestra | Iván Fischer | Camilla Nylund | Klaus Florian Vogt | Günther Groissböck

Budapest Festival Orchestra
Iván Fischer, Dirigent
Camilla Nylund, Sieglinde
Klaus Florian Vogt, Siegmund
Günther Groissböck, Hunding


Richard Wagner (1813–1883):
Siegfried-Idyll
Die Walküre. Konzertante Aufführung des Ersten Aufzugs

Wer sich einmal auf Richard Wagner einlässt, kommt nicht mehr von ihm los, glaubt Iván Fischer. Selbst ist er schon als Kind in Ungarn mit dem Wagner-Virus infiziert worden, denn seine Eltern waren eingeschworene Wagnerianer. Für alle, die noch nicht so weit sind, bietet er in diesem Konzert die ideale Einstiegsdroge: den ersten Akt aus der Walküre. Die Handlung ist spannend wie ein Krimi. Man fiebert mit den beiden Hauptfiguren Sieglinde und Siegmund mit, denen nur eine einzige gemeinsame Nacht vergönnt ist, ehe Siegmund am nächsten Tag im Duell mit Sieglindes eifersüchtigem Ehemann Hunding sterben muss. Wagners Musik lässt uns gleich in der einleitenden Verfolgungsjagd atemlos werden, sie betört, wenn es um das höchste der Gefühle geht, und sie kulminiert am Ende in der rauschhaften Ekstase des Liebesakts. Mit Camilla Nylund, Klaus Florian Vogt und Günther Groissböck sorgen drei Topstars aus der Wagner-Szene für vokalen Hochgenuss. Am meisten aber liebt Iván Fischer die lyrischen Momente in Wagners Musik. Und die kann er am Anfang des Abends mit dem zarten Siegfried-Idyll, entstanden 1870 in Tribschen bei Luzern, voll auskosten.

Dieses Konzert hat keine Pause.

Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stähr

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© Mathias Benguigui
Meisterkurs

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Thomas Adès u. a.

Masterclass in Conducting

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Teilnehmer*innen des Conducting Fellowship
Thomas Adès, Leitung


Igor Strawinsky (1882–1971): Agon. Ballett für zwölf Tänzer
Witold Lutosławski (1913–1994): Sinfonie Nr. 3
Per Nørgård (*1932): Drømmespil (Traumspiel) für Kammerorchester

Ob Gustav Mahler, Leonard Bernstein oder Pierre Boulez: Sie alle waren Komponisten und zugleich begnadete Dirigenten. Thomas Adès, composer-in-residence des Sommer-Festivals 2022, reiht sich ein in diese Phalanx der Doppelbegabungen. Ja, er ist obendrein ein ausgezeichneter Pianist, also eine veritable Dreifachbegabung. Und damit die ideale Besetzung für den allsommerlichen Dirigier-Meisterkurs der Lucerne Festival Academy. Denn Adès kennt beide Seiten der Musik: Er kann vermitteln, wie etwas kompositorisch «gemacht» ist. Er weiss aber auch um die praktischen Probleme der Aufführung und um interpretatorische Klippen. Ausgewählt hat er drei wichtige, je eigene Positionen des Komponierens im 20. Jahrhundert. Und weil er die Werke von Igor Strawinsky, Witold Lutosławski und Per Nørgård drei Tage später selbst dirigieren wird, wenn er am Pult des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) steht, ist sein öffentlicher Meisterkurs nicht nur eine aufschlussreiche Einführung in die Kunst des Dirigierens, sondern auch die ideale Vorbereitung auf den Konzertbesuch.

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Thomas Adès u. a. bewerten:

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© Daria Acosta
Konzert

Summertime

40min 4

Golda Schultz, Sopran
Alan Gilbert, Klavier
weitere Solist*innen


«Summertime»

Die Reihe 40min wendet sich nicht nur an bekennende Klassik-Fans, sondern an alle, die einfach mal Festivalluft schnuppern wollen. Um 18.20 Uhr, wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat, stellen wir Ihnen in moderierten Kurzkonzerten ausgewählte Künstler*innen und Werke vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der jeweiligen Veranstaltung können Sie über unserer Website lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Resttickets bezogen werden.

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Bewertungen & Berichte Summertime

© Julia Weseley
Konzert

Sol Gabetta | Kristian Bezuidenhout

Sol Gabetta, Violoncello
Kristian Bezuidenhout, Klavier


Johannes Brahms (1833–1897): Violinsonate Nr. 1 G-Dur op. 78, eingerichtet in D-Dur für Violoncello und Klavier
Franz Schubert (1797–1828):
«Allegretto quasi andantino» aus der Klaviersonate a-Moll D 537
Ungarische Melodie D 817
«Andante» aus der Klaviersonate A-Dur D 664
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Cellosonate Nr. 3 A-Dur op. 69
Felix Mendelssohn (1809–1847): Variations concertantes op. 17
Johannes Brahms (1833–1897): Cellosonate Nr. 1 e-Moll op. 38

«Solistin»: Dieses Wort weckt in Sol Gabetta zwiespältige Gefühle. Schliesslich leitet es sich vom italienischen Adjektiv «solo» ab, und das heisst «allein», bringt also eine gewisse Einsamkeit zum Ausdruck. Die argentinische Cellistin, die ihre internationale Karriere 2004 als Preisträgerin des «Credit Suisse Young Artist Award» bei Lucerne Festival begann und 2018 hier als «artiste étoile» begeisterte, ist aber eine bekennende Anhängerin des Miteinanders und legt deshalb umso grösseren Wert auf die Kammermusik, auf das Zusammenspiel. Mit dem australischen Allrounder Kristian Bezuidenhout hat sie eine gleichgestimmte Seele gefunden. Er bringt für diesen Duo-Auftritt gleich drei verschiedene Klaviere mit: ein Fortepiano von Conrad Graf, einen historischen Blüthner-Flügel und ein modernes Steinway Grand Piano. Für jeden der vier Komponisten des Abends, von Beethoven über Schubert und Mendelssohn bis zu Brahms, schaffen die beiden so eine unverwechselbare Klangwelt. Sie zeigen, wie vielfältig der Ausdruck der Tasteninstrumente sein kann. Und natürlich auch der des Violoncellos, denn Sol Gabetta, wird ihrem Instrument die jeweils passenden Farbnuancen entlocken.

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© Benjamin Ealovega
Konzert

Mishka Rushdie Momen

Debut

Mishka Rushdie Momen, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770–1827): Klaviersonate cis-Moll op. 27 Nr. 2 Sonata quasi una fantasia
Robert Schumann (1810–1856): Nr. 4 «Ziemlich langsam» aus Bunte Blätter op. 99
Vijay Iyer (*1971): Hallucination Party (über ein Thema von R. Schumann), Teil 1
Robert Schumann (1810–1856): Romanze Fis-Dur op. 28 Nr. 2
Nico Muhly (*1981): Small Variations
Frédéric Chopin (1810–1849): Fantaisie-Impromptu cis-Moll op. post. 66
Héloïse Werner (*1991): Neues Werk für Klavier, Auftragswerk der I&I Foundation
Franz Schubert (1797–1828): Fantasie C-Dur D 760 Wandererfantasie

Die Namensverwandtschaft ist kein Zufall: Mishka Rushdie Momens Mutter stammt aus Indien, sie ist die Schwester des berühmten Romanciers Salman Rushdie. 1992 in London geboren, studierte Tochter Mishka an der Guildhall School of Music bei Imogen Cooper und Joan Havill; ausserdem nahm sie Unterricht bei Richard Goode und absolvierte András Schiffs «Performance Programme for Young Pianists» an der Kronberg Academy. Schiff lud sie dann zu seiner Konzertreihe «Building Bridges» ein und trat mit ihr in Zürich, New York und Antwerpen auf. Mishka Rushdie Momen, die bereits als 13-Jährige die Leschetizky Competition in New York gewann, konzertierte mit dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Mozarteumorchester Salzburg und dem Orchestre National d’Île de France. Als Kammermusikerin arbeitet sie mit Steven Isserlis, Midori, dem Endellion und dem Orion String Quartet zusammen. Obwohl die Klassik und die Romantik das Herzstück ihres Repertoires bilden, engagiert sie sich auch für die zeitgenössische Musik und hat für ihr Luzerner Debut ein neues Werk bei der französischen Komponistin Héloïse Werner in Auftrag gegeben, das sie hier uraufführen wird.

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© Peter Hundert
Szenisches Konzert

NDR Elbphilharmonie Orchester | NDR Vokalensemble und Gäste | Alan Gilbert | Louisa Miller | Solist*innen

«Porgy an Bess»

NDR Elbphilharmonie Orchester
NDR Vokalensemble und Gäste
Alan Gilbert, Dirigent
Morris Robinson, Porgy
Elizabeth Llewellyn, Bess
Chauncey Packer, Sportin’ Life
Lester Lynch, Crown
Norman Garrett, Jake, Simon Frazier
Golda Schultz, Clara
Cameo Humes, Robbins, Mingo, Peter, Krabbenverkäufer
Latonia Moore, Serena
Tichina Vaughn, Maria, Lily, Annie, Erdbeerfrau
Njabulo Madlala, Jim, Leichenbestatter


The Gershwins’ Porgy and Bess
von George Gershwin, DuBose und Dorothy Heyward und Ira Gershwin
Oper in drei Akten (halbszenische Aufführung)

Mit Porgy and Bess schrieb George Gershwin Geschichte: Diese «American Folk Opera» ist das erste Musikdrama, das unter People of Color spielt, in der Catfish Row der Hafenstadt Charleston. In den USA der 1930er Jahre, die von rassistischer Diskriminierung geprägt waren, gehörte viel Mut dazu, ein solches Sujet zu wählen. Umso mehr, als Gershwin hier einfache Fischer, Arbeitslose und sogar Drogenabhängige auf die Bühne brachte. Musikalisch zeigte er sich ebenfalls experimentierfreudig und fügte jazzige Elemente, Songs und (selbst erfundene) Spirituals in die Partitur ein. Authentizität war für Gershwin das oberste Gebot. Weshalb er während der Arbeit sogar in der Nähe von Charleston Quartier bezog, um den Dialekt der Gullah, der Afroamerikaner*innen in South Carolina, genau zu studieren. Im «Diversity»-Sommer darf dieses Werk nicht fehlen! Alan Gilbert wird es mit einem rein schwarzen Ensemble um Elizabeth Llewellyn und Morris Robinson in den Titelrollen halbszenisch aufführen. Die famose Golda Schultz verzaubert mit dem berühmten Summertime, und natürlich erklingen auch Hits wie I Got Plenty o’Nuttin’ oder It Ain’t Necessarily So.

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© Kristian Schuller/DG
Konzert

Spotlight on: Thomas Adès

40min 5

Anne-Sophie Mutter, Violine
Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Thomas Adès


«Spotlight on: Thomas Adès»

Die Reihe 40min wendet sich nicht nur an bekennende Klassik-Fans, sondern an alle, die einfach mal Festivalluft schnuppern wollen. Um 18.20 Uhr, wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat, stellen wir Ihnen in moderierten Kurzkonzerten ausgewählte Künstler*innen und Werke vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der jeweiligen Veranstaltung können Sie über unserer Website lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Resttickets bezogen werden.

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© Fay Fox
Konzert

Luzerner Sinfonieorchester | Michael Sanderling | Joyce El-Khoury

Luzerner Sinfonieorchester
Michael Sanderling, Dirigent
Joyce El-Khoury, Sopran


Lili Boulanger (1893–1918): D'un matin de printemps
Richard Strauss (1864–1949): Vier letzte Lieder
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893): Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 Pathétique

Sie war die erste Frau, die den begehrten «Prix de Rome» gewann: Welche Wunderwerke hätte die Französin Lili Boulanger der Musikwelt noch beschert, wenn sie nicht schon 1918 mit nur 24 Jahren verstorben wäre? Mit dem zarten Tongemälde D’un matin de printemps erinnert Michael Sanderling an diese hochbegabte Komponistin. Und dirigiert anschliessend zwei Abschiedswerke. Richard Strauss ist zu hören mit den Vier letzten Liedern, seinem schönheitstrunkenen Abgesang auf die romantische Musik. Die schwerelosen Melismen und jubilierenden Höhenflüge des Soloparts gestaltet Joyce El-Khoury; im Libanon geboren, engagiert sie sich heute humanitär und pädagogisch für ihr Heimatland. Nach der Pause erklingt Tschaikowskys berühmte Pathétique, die verlöschend endet, wie ein ausmusizierter Tod. Dass der Komponist tatsächlich nur wenige Tage nach der Uraufführung an der Cholera starb, mit der er sich möglicherweise absichtlich infizierte, erscheint makaber. «Tschaikowsky war eine zerrissene Persönlichkeit, er hat seinen Platz in der Gesellschaft nie wirklich gefunden», glaubt Sanderling. Und zelebriert die Sechste als ergreifendes Requiem.

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Musiktheater

Ensembles des Luzerner Theaters und des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) u. a.

Ensemble des Luzerner Theaters
Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Musiktheaterkollektiv Agora
Maja S. K. Ratkje, Komponistin


«STYX Tours. Ein Rendezvous mit dem Tod»
Uraufführung

Zusammenarbeit des Luzerner Theaters mit Lucerne Festival und Agora

Mit STYX Tours begibt sich das Publikum auf eine musiktheatrale Reise ins Ungewisse. Uns erwartet eine ebenso humorvolle wie berührende Begegnung mit unseren eigenen Abgründen, den verpassten Chancen und 99 Arten zu sterben. Denn wenn wir mit dem Tod konfrontiert sind, denken wir unweigerlich über das Leben nach: Was macht ein Leben lebenswert? Was ist? Was bleibt? Für die Uraufführung entwickelt das Musiktheaterkollektiv Agora, das an der Schnittstelle von Musiktheater und digitalen Medien arbeitet, gemeinsam mit der Komponistin Maja S. K. Ratkje, Musiker*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) sowie dem Opernchor und Sänger*innen aus dem Ensemble des Luzerner Theaters eine Musiktheater-Performance auf dem Gelände des Alten Krematoriums beim Friedhof Friedental. Neben zwei Uraufführungen von Ratkje gestalten das LFCO und Agora mit den Sänger*innen einen musiktheatralen Spaziergang über das Aussengelände und in das Krematorium selbst — mit barocken Arien, Lamento-Chören und elektronischen Loops.

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© Marc Doradzillo
Konzert

ensemble recherche

ensemble recherche

Lisa Streich (*1985): Nebensonnen für Violine, Viola, Violoncello und Klarinette
Helmut Lachenmann (*1935): Neues Werk für Streichtrio (Schweizer Erstaufführung)
Auftragswerk von Lucerne Festival, dem ensemble recherche, dem Westdeutschen Rundfunk, Milano Musica, Françoise und Jean-Philippe Billarant (IRCAM Paris) sowie dem Festival Wien Modern, gefördert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung
Wolfgang Rihm (*1952): Chiffre IV für Bassklarinette, Violoncello und Klavier
Dieter Ammann (*1962): Gehörte Form. Hommages für Streichtrio

Was für eine beziehungsreiche Kammermusik-Matinee hat das famose ensemble recherche ersonnen, um die runden Geburtstage von Wolfgang Rihm und Dieter Ammann zu feiern! Da ist zum Beispiel der Titel Gehörte Form, den Ammann für ein frühes Streichtrio wählte: Er geht auf eine Formulierung zurück, mit der Rihm Ammanns Arbeitsweise charakterisierte, «die Musik aus sich selbst heraus» zu entwickeln «und nicht einer vorgefassten formalen Idee» zu folgen. Solch einen intuitiven, zuhörenden Ansatz verfolgt auch Rihm selbst, etwa in seinem grossen Chiffren Zyklus: «Die Musik entsteht völlig frei aus der Fantasie-Spannung. Nicht: Automatik, sondern: Setzung.» Als Schweizer Erstaufführung erklingt eine neue Triokomposition von Helmut Lachenmann, der wie Rihm tief in der deutsch-österreichischen Musiktradition verwurzelt ist. Und der gegenwärtig als Mentor der Schwedin Lisa Streich wirkt, die ihm 2015 zum 80. Geburtstag ihr Stück Nebensonnen widmete.

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© Ari Magg
Konzert

Víkingur Ólafsson

Rezital

Víkingur Ólafsson, Klavier

«Mozart und seine Zeitgenossen»

Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791):
Rondo F-Dur KV 494
Fantasie d-Moll KV 397 (385g)
Rondo D-Dur KV 485
Gigue G-Dur KV 574
Klaviersonate C-Dur KV 545
«Adagio ma non troppo» aus Streichquintett g-Moll KV 516, für Klavier bearbeitet von Vìkingur Ólafsson
Klaviersonate c-Moll KV 457
Adagio h-Moll KV 540
Baldassare Galuppi (1706–1785):
«Andante spiritoso» aus der Klaviersonate Nr. 9 f-Moll
«Larghetto» aus der Klaviersonate Nr. 34 c-Moll
Domenico Cimarosa (1749–1801):
Sonate Nr. 42 d-Moll, für Klavier bearbeitet von Víkingur Ólafsson
Sonate Nr. 55 a-Moll, für Klavier bearbeitet von Víkingur Ólafsson
Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788): Rondo d-Moll Wq 61 Nr. 4
Joseph Haydn (1732–1809): Klaviersonate h-Moll Hob XVI:32
Franz Liszt (1811–1886): Ave verum corpus de Mozart S 461

Der Isländer Víkingur Ólafsson ist ein Mann für besondere Projekte. Als er sich im November 2019 mit einem beeindruckenden Debut bei Lucerne Festival vorstellte, präsentierte er – neben zwei Beethoven-Sonaten – eine Collage aus Bach und Bach-Bearbeitungen, ohne Unterbrechung dargeboten wie eine autonome Komposition. Etwas Ähnliches unternimmt er nun mit Wolfgang Amadé Mozart: Er koppelt Mozart-Werke aus den 1780er Jahren mit Klaviermusik von Zeitgenossen. Und sorgt so für frappierende Effekte. «Galuppis Sonate Nr. 9 ist für mich total modern. Es handelt sich um eine Komposition ohne Melodie, es gibt Akkordfolgen, die mich an Schlafwandeln erinnern. Aus heutiger Sicht wirkt das wie Philip Glass», erklärt Víkingur. «Oder nehmen Sie Carl Philipp Emanuel Bach: Er komponiert völlig zeituntypisch. Sein Rondo in d-Moll klingt wie Beethoven mit einem Hauch von Strawinsky.» Víkingur Ólafsson will die Musik nicht reproduzieren, sondern in einen persönlichen Dialog mit dem Komponisten treten. «Das war aber schon immer so. Deshalb unterscheiden sich die Mozart-Aufnahmen so substanziell», weiss er und bekennt: «Ich spiele Musik, die ich im Moment des Spielens erschaffe.»

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© The Japan Art Association / The Sankei Shimbun
Konzert

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Thomas Adès | Anne-Sophie Mutter

Lucerne Festival Academy 2

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Thomas Adès, Dirigent
Anne-Sophie Mutter, Violine


Per Nørgård (*1932): Dream Play für Kammerorchester
Igor Strawinsky (1882–1971): Agon. Ballett für zwölf Tänzer
Thomas Adès (*1971): Air für Violine und Orchester (Uraufführung)
Auftragswerk «Roche Commissions» für Lucerne Festival
Ko-Auftraggeber: Anne-Sophie Mutter, Carnegie Hall und Boston Symphony Orchestra
Witold Lutosławski (1913–1994): Sinfonie Nr. 3

Berührungsängste mit der Tradition kennt er nicht: Composerin-residence Thomas Adès, der sein neues Werk für Stargeigerin Anne-Sophie Mutter selbst dirigiert, knüpft in seinem Schaffen an die unterschiedlichsten Idiome an – von Bach bis zum Blues, von der sinfonischen Tradition bis zur Clubkultur. Und doch erkennt man seine Musik sofort. Auch Igor Strawinsky liess sich von einer Vielzahl an Stilen anregen, zu seinem letzten Ballett Agon etwa durch ein französisches Tanztraktat aus dem 17. Jahrhundert. Agon entpuppt sich als muntere Revue stilisierter Tänze, die frühbarocke Modelle mit einer avancierten Tonsprache verschmilzt – und das grossbesetzte Orchester (inklusive Mandoline und Kastagnetten!) zu immer neuen, aparten Ensembles gruppiert. Eine abwechslungsreiche Folge instrumentaler Episoden präsentiert auch Per Nørgårds Drømmespil («Traumspiel»), während Witold Lutosławski in seiner Dritten Sinfonie mit der für ihn so typischen «kontrollierten Aleatorik» arbeitet: Auskomponierte Passagen wechseln sich ab mit Abschnitten, die den Musiker*innen grosse rhythmische Freiheiten gewähren – was pulsierende Klangflächen von packender Vitalität erzeugt.

Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Mark Sattler

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© Felix Broede
Konzert

Mahler Chamber Orchestra | Isabelle Faust | Antoine Tamestit | Matthew Truscott

Mahler Chamber Orchestra
Isabelle Faust, Violine
Antoine Tamestit, Viola
Matthew Truscott, Konzertmeister und musikalische Leitung


Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges (1745–1799): Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 11 Nr. 2
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Sinfonia concertante Es-Dur 364 (320d)
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Sinfonie C-Dur KV 425 Linzer



Als Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges, 1778 auf der Höhe seines Ruhms stand und in Paris als Violinvirtuose und Leiter des vielbewunderten Orchestre de la Loge Olympique gefeiert wurde, hielt sich auch Wolfgang Amadé Mozart in der französischen Hauptstadt auf. Und mehr noch: Er lebte mit dem Chevalier für einige Wochen sogar unter demselben Dach, nämlich im Haus des Barons Melchior von Grimm. Die beiden – der sogenannte «schwarze Mozart» Saint-Georges und der originale – müssen einander also zumindest über den Weg gelaufen sein, wenn sie sich nicht sogar persönlich gekannt haben. Leider ist weder vom einen noch vom anderen etwas dazu überliefert. Das Mahler Chamber Orchestra vollzieht die Begegnung nach und koppelt die knappe D-Dur-Sinfonie des Chevaliers mit der überbordenden Linzer Sinfonie des Salzburger Meisters. Wieviel Inspiration Mozart aus der Seine-Metropole mitnahm, beweisen Isabelle Faust und Antoine Tamestit mit der charmanten Sinfonia concertante für Violine und Viola, die kurz nach der Paris-Reise entstand und die seinerzeit in Frankreich grassierende Mode konzertanter Sinfonien mit mehreren Soloinstrumenten aufgreift.

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© tyshawnsorey.com
Konzert

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Tyshawn Sorey

Lucerne Festival Academy 3

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Tyshawn Sorey, Dirigent und verschiedene Instrumente


Tyshawn Sorey:
For Anton Vishio für Flöte, Klarinette und Klavier
For Marcos Balter für Violine und Orchester
Improvisation für Schlagzeug solo
Autoschediasms für Orchester

Kann ein Orchester improvisieren? Diese visionäre Idee verfolgte der Amerikaner Lawrence «Butch» Morris mit seiner «Conduction»-Methode: Mit einem Repertoire gestischer Zeichen koordinierte er als Dirigent das freie Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Ensembles und stiftete sie zu einer Komposition in Echtzeit an. «Artiste étoile» Tyshawn Sorey hat in jungen Jahren eng mit Morris zusammengearbeitet und den Ansatz seines Mentors später weiterentwickelt. Mit den jungen Musiker*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) bringt er Autoschediasms zur Aufführung: eine Kollektivimprovisation, die er als primus inter pares leitet - mit Handzeichen, Taktstock und spontan notierten schriftlichen Spielanweisungen. Doch Sorey ist in diesem Konzert auch als begnadeter Schlagzeuger zu erleben. Ausserdem erklingen zwei Werke aus jüngster Zeit: die kristalline Akkordstudie For Anton Vishio und For Marcos Balter, Soreys Dekonstruktion des klassischen Instrumentalkonzerts: Statt um die virtuose Zurschaustellung der Solovioline gehe es in diesem «Noncerto» darum, «mit jedem Klang im Moment zu bleiben – nicht um die Frage ‹Was kommt als Nächstes?›».

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© AURA / Luzern Tourismus
Kirchenmusik

Solist*innen, Vokalensemble und Orchester des Collegium Musicum Luzern | Pascal Mayer | Suzanne Z’Graggen

Gottesdienst zum Kirchweihfest

Solist*innen, Vokalensemble und Orchester des Collegium Musicum Luzern
Pascal Mayer, Leitung
Suzanne Z’Graggen, Orgel


Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Kyrie in F major, BWV 233a
Gloria in excelsis Deo, BWV 191
Sanctus in C major, BWV 237

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© DG
Konzert

Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia – Roma | Sir Antonio Pappano | Elīna Garanča

Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia
Sir Antonio Pappano
Elīna Garanča, Mezzosopran


Gioachino Rossini (1792–1868): Ouvertüre zu L'Italiana in Algeri
Maurice Ravel (1875–1937): Shéhérazade
Nikolai Rimsky-Korsakow (1844–1908): Scheherazade. Sinfonische Suite nach Tausendundeine Nacht op. 35

Im 19. Jahrhundert begann man in Europa von fremden Ländern und Menschen zu träumen. Vor allem der Orient stieg zu einem Sehnsuchtsort auf. «Ich möchte Damaskus sehen und Persiens Städte mit den luftig-leichten Minaretten. Ich möchte schöne Turbane aus Seide sehen über dunklen Gesichtern mit schimmernden Zähnen», heisst es in Maurice Ravels Liedzyklus Shéhérazade, der mit Melismen und lasziver Chromatik eine ferne Traumwelt beschwört. Nikolai Rimsky-Korsakow hatte die Figur der orientalischen Märchenerzählerin Scheherazade aus Tausendundeiner Nacht schon einige Jahre zuvor zur Heldin einer Tondichtung erkoren. Er charakterisiert die fremde Schöne mit Arabesken und einem zarten Violinsolo von verführerischem Schmelz, während der mordlüsterne Sultan mit blechgepanzerten, tyrannischen Akkorden auftritt. Rimskys farbenprächtige, sinnliche Instrumentation verrät auch ein wichtiges Motiv der Orientmode: Exotik und Erotik sind eng miteinander verwandt, nur ein Buchstabe trennt sie. Ganz und gar italienisch geht es dagegen in Gioachino Rossinis Algerien zu, wo der Abend beginnt: mit einem Triumph des Brio und der guten Laune.

Konzerteinführung | 17.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Malte Lohmann

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© Priska Ketterer/Lucerne Festival
Konzert

Diversity! Carte blanche für die Lucerne Festival Contemporary Leaders

40min 6

Mitglieder des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)

«Diversity! Carte blanche für die Lucerne Festival Contemporary Leaders»

Die Reihe 40min wendet sich nicht nur an bekennende Klassik-Fans, sondern an alle, die einfach mal Festivalluft schnuppern wollen. Um 18.20 Uhr, wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat, stellen wir Ihnen in moderierten Kurzkonzerten ausgewählte Künstler*innen und Werke vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der jeweiligen Veranstaltung können Sie über unserer Website lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Resttickets bezogen werden.

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© Michiel Hendryckx
Konzert

Royal Concertgebouw Orchestra | Collegium Vocale Gent | Philippe Herreweghe u.a.

Royal Concertgebouworkest
Collegium Vocale Gent
Philippe Herreweghe, Dirigent
Robin Johannsen, Sopran
Werner Güra, Tenor
Florian Boesch, Bass


Joseph Haydn (1732–1809): Die Schöpfung. Oratorium in drei Teilen Hob. XXI:2

Vor genau fünfzig Jahren trat das Royal Concertgebouw Orchestra, das Lucerne Festival schon so viele Sternstunden geschenkt hat, erstmals bei den Festspielen am Vierwaldstättersee auf. Dieses Jubiläum muss gefeiert werden: Passend zum Sommerthema «Diversity» haben sich die Gäste aus Amsterdam Haydns Oratorium Die Schöpfung ausgesucht, diesen tönenden Lobpreis auf die Vielfalt der Welt. Mit kindlicher Freude an der Tonmalerei zeichnet Haydn darin nicht nur Sonne, Mond und Sterne, sondern auch allerlei Getier nach: Das Fagott lässt die Taube gurren, die Nachtigall tiriliert zu virtuosen Arabesken der Flöte. Mit tiefen Trillern brüllt der Löwe, zu leisen Streichertremoli schwirrt das Heer der Insekten aus, zu sanft wiegenden Melodien grasen die Schafe auf der Weide. Am Pult ist Philippe Herreweghe zu erleben, der belgische Grandseigneur der historisch informierten Aufführungspraxis. Auch er ist ein Jubilar des Jahres 2022, feiert er doch im Mai seinen 75. Geburtstag. Haydns Musik, deren Intelligenz und Klangreichtum er nicht genug rühmen kann, ist ihm eine Herzensangelegenheit. Und mit dem Concertgebouw Orchestra steht ihm dafür das richtige Orchester zur Seite.

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© Olivia da Costa
Konzert

Aaron Akugbo | Zeynep Özsuca

Aaron Akugbo, Trompete
Zeynep Özsuca, Klavier


Sally Beamish (*1956): Trinculo für Trompete und Klavier
Georg Philipp Telemann (1681–1767): Methodische Sonate b-Moll TWV 41:h3
Joy Guidry: They know what they’ve done to us für Trompete und Elektronik (Uraufführung) - Auftragswerk der I&I Foundation
Florence Price (1887–1953): Remenbrance, Sympathy, Resignation, Adoration
Richard Rodgers (1902–1979): My Funny Valentine
George Enescu (1881–1955): Légende für Trompete und Klavier
Peter Maxwell Davies (1934–2016): Farewell to Stromness
Karl Pilss (1902–1979): Sonate für Trompete und Klavier

Es ist nicht sein erster Auftritt bei Lucerne Festival – und es wird auch nicht sein letzter für diesen Sommer bleiben: Der 1998 geborene Aaron Akugbo stellte sich hier bereits 2021 mit dem Ensemble Connaught Brass vor, und da er auch Solotrompeter des Chineke! Orchestra ist, wird er am 11. September im Schlusskonzert noch einmal zu hören sein. Doch sein grosses Debut als Solist feiert der Sohn eines nigerianischen Vaters und einer schottischen Mutter mit diesem Konzert. Sein Programm ist fein austariert in puncto Diversität. Zwei Komponistinnen sind dabei: die afroamerikanische Spätromantikerin Florence Price und die britische Zeitgenossin Sally Beamish. Der Barockmeister Telemann trifft auf eine Uraufführung von Black-Art-Künstler*in Joy Guidry, die Broadway-Ballade My Funny Valentine auf die Sonate des Wieners Karl Pilss, die von Richard Strauss inspiriert ist. Aaron Akugbo besuchte Meisterkurse von Reinhold Friedrich und Tine Thing Helseth, wurde 2019 beim Girolamo Fantini-Trompetenwettbewerb mit einem Sonderpreis bedacht und gab 2020 mit Haydns Trompetenkonzert seinen Einstand in der Londoner Royal Festival Hall.

Dieses Konzert hat keine Pause.

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© Jiyang Chen
Konzert

Helsinki Philharmonic Orchestra | Susanna Mälkki | Andreas Haefliger

Helsinki Philharmonic Orchestra
Susanna Mälkki, Dirigentin
Andreas Haefliger, Klavier


Kaija Saariaho (*1952): Vista für Orchester
Dieter Ammann (*1962): The Piano Concerto (Gran Toccata)
Schweizer Erstaufführung
Auftragswerk der Münchner Philharmoniker, von BBC Radio 3, des Boston Symphony Orchestra, des Konzerthauses Wien, von Lucerne Festival, des Taipeh Symphony Orchestra und von Pro Helvetia
Per Nørgård (*1932): Sinfonie Nr. 8
Jean Sibelius (1865–1957): Tapiola op. 112. Sinfonische Dichtung für Orchester

Bei dieser Musik könne man sich so rasant in die Kurven legen wie mit einem Sportwagen, schwärmt die Dirigentin Susanna Mälkki. Und die Musikkritikerin Anna Kardos befand: «Wenn Easy Rider kein Film geworden wäre, sondern ein klassisches Musikstück – es hätte wohl so geklungen.» Mit seinen treibenden Grooves, seiner atemberaubenden Virtuosität und seiner verschwenderischen Klangfantasie ist Dieter Ammanns Klavierkonzert Gran Toccata in den drei Jahren seit seiner Premiere zu einem richtiggehenden Hit der Gegenwartsmusik avanciert. Nun erklingt es endlich auch in der Schweiz – zusammen mit drei Polarlichtern, die am Luzerner Festspielhimmel erstrahlen. Mit seinem letzten grossen Orchesterwerk, benannt nach dem finnischen Waldgott Tapio, beschwor Jean Sibelius die nordische Natur: «Wir stehen ganz im Bann der düsteren Kiefernwälder; wir hören die heulenden Winde, deren eisige Töne vom Nordpol selbst zu kommen scheinen», erklärte der Dirigent Walter Damrosch. Farbig schillernde Klanglandschaften entwerfen auch die Finnin Kaija Saariaho und der Däne Per Nørgård.

Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
Dieter Ammann im Gespräch mit Mark Sattler

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© Priska Ketterer / Lucerne Festival
Konzert

Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko

Berliner Philharmoniker 1

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko, Dirigent


Gustav Mahler (1860–1911): Sinfonie Nr. 7 e-Moll

Was für eine Sinfonie! In Gustav Mahlers Siebter prallen die Gegensätze aufeinander. Ein Trauermarsch steht am Anfang, mündet aber alsbald in einen «Allegro»-Hauptsatz von elementarer Lebenskraft. Zwei «Nachtmusiken» rahmen ein gespenstisches Scherzo, das einem Totentanz gleicht. Und im blendenden, tageshellen Finale in C-Dur trifft eine Pauken-Intrada auf Anklänge an Wagners Meistersinger, Choräle, Janitscharenmusik und Glockengeläut. Das alles erklingt mit einem raffiniert aufgefächerten Instrumentarium, wie man es bis dahin in der Orchestermusik nicht zu hören bekam: Mahler bringt nicht nur exotisches Schlagwerk wie die Herdenglocken oder die Rute zum Einsatz – er wartet auch mit den zarten Klängen der Gitarre und der Mandoline auf. Die Berliner Philharmoniker, Weltmeister in Sachen Klangkultur, können bei diesem Werk alle Facetten ihrer Kunst vorführen. Und ihr Chefdirigent Kirill Petrenko ist hier ohnehin ganz in seinem Element. Er stürze sich «kopfüber und mit schwindelerregender Risikobereitschaft in Extreme», urteilte der Bayerische Rundfunk über Petrenkos Interpretation. «Die Musik ist auf Speed.»

Dieses Konzert hat keine Pause.

Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stähr

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© Michael Shingo Crawford
Konzert

Samuel Nebyu | Charles Abramovic

Samuel Nebyu, Violine
Charles Abramovic, Klavier


Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges (1745–1799): Les Caquets. Rondo en Staccato
Samuel Coleridge-Taylor (1875–1912): Four African Dances op. 58
Daniel Bernard Roumain (*1971): Filter für Violine solo
Tyson Davis: Grey Fireworks (after H. Frankenthaler) für Violine und Klavier (Uraufführung), Auftragswerk der I&I Foundation
Henry Thacker Burleigh (1866–1949): Southland Sketches
Samuel Coleridge-Taylor (1875–1912): Deep River aus 24 Negro Melodies op. 59
Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges (1745–1799): Sonate B-Dur op. 1a
Joseph White (1836–1918): La Jota Aragonesa op. 5
William Grant Still (1895–1978): Quit Dat Fool’nish

Ein Programm, das ausschliesslich Werke von Black Composers enthält: Das hat es bei Lucerne Festival noch nie gegeben! Der 1993 geborene Geiger Samuel Nebyu, der bereits mit Anne-Sophie Mutter Bachs Doppelkonzert aufführte, sorgt für diese Premiere und präsentiert dabei Musik aus zweieinhalb Jahrhunderten. Natürlich ist der Mozart-Zeitgenosse Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges dabei, aber auch Joseph White, ein kubanischer Violinvirtuose aus dem 19. Jahrhundert, dazu Samuel Coleridge-Taylor, der als «schwarzer Mahler» apostrophiert wurde. Henry Thacker Burleigh sang Antonín Dvořák Spirituals vor, als der seine Sinfonie aus der Neuen Welt komponierte; William Grant Still war der erste, der eine Afro-American Symphony vorlegte. Und ausserdem erklingen noch zwei zeitgenössische Werke, darunter eine Uraufführung. Für Samuel Nebyu, der Sohn einer Ungarin und eines Äthiopiers ist, in Asien aufwuchs und sich selbst als «multikulturelle Person» bezeichnet, ist sein Festivaldebut mehr als ein Konzert: «Ich habe diese Werke ausgesucht, weil sie schön sind und eine starke humanistische und historische Botschaft vermitteln», erklärt er.

Dieses Konzert hat keine Pause.

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© Marco Borggreve
Konzert

Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko | Tabea Zimmermann

Berliner Philharmoniker 2

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko, Dirigent
Tabea Zimmermann, Viola


Alfred Schnittke (1934–1998): Konzert für Viola und Orchester
Dmitri Schostakowitsch (1906–1975): Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93

Polystilistik: Sie ist das Synonym für musikalische «Diversity». Als eigene Stilrichtung hat Alfred Schnittke sie in den 1970er Jahren ausgeprägt, um die Tradition mit der Moderne zu versöhnen. Sein Violakonzert von 1985 ist ein Paradebeispiel dafür. Es verbindet Neues mit Vertrautem, bringt Anklänge an Walzer, Marsch und Filmmusik, aber auch tief empfundene, lamentoartige Momente, eine «Stille mit innerem Beben», wie Tabea Zimmermann es nennt. Gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern, die unter ihrem Chefdirigenten Kirill Petrenko nicht zuletzt mit russischem Repertoire für Furore sorgen, wird die Trägerin des Siemens Musikpreises das Werk aufführen. In der Sowjetunion wurde Schnittkes Schaffen beargwöhnt – es entsprach nicht den Maximen des Sozialistischen Realismus. Das verbindet den Komponisten mit seinem grossen Vorbild Dmitri Schostakowitsch, der sogar um sein Leben fürchten musste, weil seine Musik dem Machthaber Stalin nicht gefiel. 1953, nach Stalins Tod, legte Schostakowitsch seine persönliche Abrechnung vor: die Zehnte Sinfonie, deren Scherzo den Diktator mit einem tönenden Pandämonium portraitiert. Ein erschütterndes Werk der Selbstbehauptung.

Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stahr

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© Manuela Jans / Lucerne Festival
Konzert

Juan Diego Flórez | Sinfonía por el Perú Youth Orchestra | Roberto González-Monjas

Juan Diego Flórez, Tenor
Sinfonía por el Perú Youth Orchestra
Roberto González-Monjas, Dirigent


Gioachino Rossini (1792–1868):
Ouvertüre zu La cenerentola
Sì, ritrovarla io giuro aus La cenerentola
Gaetano Donizetti (1797–1848):
Ouvertüre zu La Favorite
Quanto è bella und
Una furtiva lagrima aus der L’elisir d’amore
Vincenzo Bellini (1801–1835):
O di Capellio, generosi amici, È serbato a questo acciaro und L’amo tanto e m’è sì cara aus I Capuleti e i Montecchi
Manuel de Falla (1876–1946):
Danza española aus La vida breve

Melodien und Orchesterstücke aus Zarzuelas von Tomás Barrera/Rafael Calleja Gómez, Federico Moreno Torroba, Gerónimo Giménez y Bellido, Pablo Sorozábal Mariezcurrena, Daniel Alomía Robles, Manuel Casazola Huancco, Miguel Ángel Hurtado Delgado und Carlos Porfirio Vásquez

Juan Diego Flórez könnte den süssen Ruhm eines Startenors voll auskosten. Er könnte um den Globus jetten, sich heute in New York, morgen in Wien und nächste Woche in London feiern lassen. Könnte sich auf eine Handvoll von Paradepartien konzentrieren, um seine Trümpfe auszuspielen: die glänzenden Spitzentöne, die frappierende Koloraturfertigkeit, die stilsichere Phrasierungskunst. Doch Flórez blickt über den Tellerrand der eigenen Kunst hinaus und verfolgt auch eine gesellschaftliche Mission. Deshalb hat er in seinem Heimatland die Sinfonía por el Perú gegründet, ein edukatives Projekt, mit dem er Kindern aus benachteiligten Familien eine musikalische Ausbildung ermöglicht. Und ihnen die Chance gibt, ihr Leben zu verändern. «Der Motor dieser Kinder ist ihre Armut», erklärt er. «Sie brauchen nur ein paar Monate, um gut zu spielen. Sie saugen alles sofort auf, sind unglaublich motiviert.» Gemeinsam mit diesem Orchester und dem Dirigenten Roberto González-Monjas, der 2021 in Luzern mit Bachs Brandenburgischen Konzerten gefeiert wurde, gestaltet er ein vielfältiges Programm, das einen Bogen vom Belcanto zur spanischen Zarzuela schlägt.

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© Marco Borggreve
Konzert

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Sylvain Cambreling

Lucerne Festival Academy 4

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Sylvain Cambreling, Dirigent


Bettina Skrzypczak (*1962):
Neues Werk für Orchester (Uraufführung)
Auftragswerk von Lucerne Festival mit finanzieller
Unterstützung durch Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung, und die Fondation SUISA
Wolfgang Rihm (*1952):
Sub-Kontur für Orchester (Schweizer Erstaufführung)
Dieter Ammann (*1962):
Core für Orchester
Turn für Orchester
Boost für Orchester

Wie gratuliert man zwei bedeutenden, Lucerne Festival eng verbundenen Komponisten zum runden Geburtstag? Ganz einfach: Indem man ihre Musik spielt. Mit seinem grossen Orchesterwerk Sub-Kontur von 1976 habe er einen «symphonischen Topos zerkauen» wollen, so Wolfgang Rihm, den spätromantischen «Adagio-Typus» nämlich. Und mit dieser deutlichen Bezugnahme auf die musikalische Tradition wie auch mit seiner bewusst subjektiven, körperhaften Ausdrucksmusik sorgte er in den damaligen Avantgardekreisen für empörte Reaktionen. Um vermeintliche Normen und ästhetische Konventionen der sogenannten Neuen Musik hat sich auch Dieter Ammann nie geschert. Zehn Jahre arbeitete er an seinem Orchester-Triptychon Core-Turn-Boost, das ganz unterschiedliche Einflüsse zu einer bezwingen Tonsprache von grosser Ereignisdichte und koloristischer Finesse verschmilzt: die sinfonische Tradition ebenso wie Material des Improvisationstrios Koch-Schütz-Studer. Gespannt sein dürfen wir überdies auf ein neues Orchesterstück von Bettina Skrzypczak, das dem Phänomen der Zeit und dem Prozesshaften der musikalischen Form nachspürt.

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© Priska Ketterer / Lucerne Festival
Konzert

London Symphony Orchestra | Sir Simon Rattle

London Symphony Orchestra
Sir Simon Rattle, Dirigent


Jean Sibelius (1865–1957): Die Okeaniden op. 73
Tapiola op. 112. Sinfonische Dichtung für Orchester
Anton Bruckner (1824–1896): Sinfonie Nr. 7 E-Dur WAB 107
Aufführung nach der Edition von Benjamin-Gunnar Cohrs

«In der Musik geht es letztlich immer um die gigantische Metapher von Tod, Verlust und Abschied», weiss Simon Rattle. «Ein Kaleidoskop aus Emotionen öffnet sich, Erinnerungen, Visionen, Träume, Bilder, Erfahrungen, alles fliesst ineinander. Es ist wie bei einem Ertrinkenden, der sein Leben im Zeitraffer an sich vorüberziehen sieht.» Im ersten seiner beiden Konzerte mit dem London Symphony Orchestra dirigiert Rattle Anton Bruckners Siebte Sinfonie, die den Tod Richard Wagners vorausahnt und beklagt. Und die zugleich mit Choralanklängen und ihrem orgelähnlich registrierten Orchester eine ausgesprochen transzendentale Aura vermittelt. Die bewegende Siebte markierte Bruckners internationalen Durchbruch und gehört bis heute zu seinen beliebtesten Sinfonien. Rattle koppelt sie mit einem weiteren Abschiedswerk: mit der Tondichtung Tapiola, der letzten grossen Komposition von Jean Sibelius, die allerdings nicht dem christlichen Gott, sondern dem Waldgott Tapio aus der finnischen Sagenwelt huldigt. Mit vielfach geteilten Streichern beschwört Sibelius hier die Stimmen der Waldgeister herauf, während er in den Okeaniden das ewige Spiel der Wellen aufgreift.

Konzerteinführung | 17.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stähr

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Kinderkonzert

Die Schurken

Familienkonzert

Die Schurken:
Martin Schelling, Klarinette und Schauspiel | Stefan Dünser, Trompete und Schauspiel | Goran Kovacevic, Akkordeon und Schauspiel | Martin Deuring, Kontrabass und Schauspiel
Sara Ostertag, Regie
Michèle Rohrbach, Co-Regie
Nina Ball, Ausstattung
Zuggal Mathias, Lichtdesign


«Vergissmeinnicht»
Ein inszeniertes Konzert über Lebensfreude, das kreative Vergessen im Alter — und die Musik, die alles repariert

Für alle ab 6 Jahren

So vieles haben die vier alten Freunde miteinander erlebt! Doch nun wohnen sie in einer ebenso luxuriösen wie langweiligen Seniorenresidenz und fragen sich, ob das schon alles gewesen sein soll. Einer der vier ist vergesslich und verwirrt. Ja, manchmal erkennt er nicht einmal mehr seine Freunde - was für viele komische Momente sorgt. Doch die Musik weckt seine Erinnerungen und führt ihn, unterstützt von den drei anderen, zurück in seine Jugend. Leidenschaftlich erzählen sich die Freunde von vergangenen Abenteuern und fassen gemeinsam einen Entschluss: Sie wollen abhauen, träumen von Reisen in ferne Länder. Raus aus dem Altenheim, wieder mitten hinein ins Leben! Wer kommt mit nach Panama, nach China … oder wie hiess das doch gleich? Fachlich begleitet von der Stiftung Aktion Demenz, setzt sich das vielfach ausgezeichnete Ensemble Die Schurken humorvoll und kindgerecht mit dem heiklen Thema Demenz auseinander. Es geht aber auch um Freundschaft und um ältere Menschen voller Lebensfreude, die sich nicht entmutigen lassen.

Kooperationspartner: Bregenzer Festspiele, Lucerne Festival, Kölner Philharmonie, Alte Oper Frankfurt, Aktion Demenz Vorarlberg, Demenz Liechtenstein, Land Vorarlberg

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© Ranald Mackechnie
Konzert

London Symphony Orchestra | Sir Simon Rattle 2

London Symphony Orchestra
Sir Simon Rattle, Dirigent


Hector Berlioz (1803–1869): Ouvertüre zu Le Corsaire op. 21
Daniel Kidane (*1986): Precipice Dances (Schweizer Erstaufführung)
Jean Sibelius (1865–1957): Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 105
Maurice Ravel (1875–1937): La Valse

Kaum ein anderer Topstar am Dirigentenpult hat ein ähnlich breites Repertoire wie Sir Simon Rattle – «Diversity» lautet für ihn offenkundig die Maxime. Auch bei diesem Konzert, das mit Hector Berlioz’ wilder Konzertouvertüre Le Corsaire beginnt, nach der gleichnamigen Erzählung von Lord Byron. Die hatte Berlioz erstmals gelesen, als er im heissen Rom in einer Kirche Zuflucht vor der Hitze suchte und es sich ausgerechnet mit dieser Piratengeschichte in einem Beichtstuhl bequem machte … Jean Sibelius’ Siebte und letzte Sinfonie, die sich anschliesst, halten viele für die beste des finnischen Komponisten. Diese Musik fühle sich an, als würde ein Tropfen die Haut berühren und sich bis zum Knochen durchfressen, erklärt Rattle die Wirkung. Mit Maurice Ravels rauschhaftem Orchesterpoem La Valse wagt er zum fulminanten Abschluss den Tanz auf dem Vulkan. Aber zuvor hat er noch eine Überraschung für uns mitgebracht: Als Schweizer Erstaufführung erklingen die Precipice Dances des Briten Daniel Kidane. Der 1986 geborene Sohn einer Russin und eines Eritreers war 2019 bereits mit einem anderen Werk Gast bei der berühmten BBC Last Night of the Proms.

Dieses Konzert hat keine Pause.

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© Dario Acosta
Konzert

Golda Schultz | Jonathan Ware

Rezital

Golda Schultz, Sopran
Jonathan Ware, Klavier


Clara Schumann (1819–1896):
Liebst du um Schönheit op. 12 Nr. 4
Warum willst du and’re fragen op. 12 Nr. 11
Am Strande
Lorelei
Emilie Mayer (1812–1883):
Wenn der Abendstern die Rosen
Du bist wie eine Blume
Erlkönig 2
Rebecca Clarke (1886–1979):
Down by the Salley Gardens
The Tiger
Cradle Song
The Seal Man
Nadia Boulanger (1887–1979):
La mer est plus belle
Prière
Élégie
Cantique
Kathleen Tagg
This be her verse (Schweizer Erstaufführung)

«Artiste étoile» Golda Schultz, die ihren schönen Vornamen der israelischen Premierministerin Golda Meir verdankt, ist eine Künstlerin, die über den Tellerrand der eigenen Disziplin hinausblickt. Selbst wollte sie ursprünglich Journalistin werden, aber auch als Opernstar engagiert sie sich in gesellschaftlichen oder politischen Fragen, etwa für die Initiative «Opera for Peace», und zeigt sich meinungsfreudig. Zum Beispiel mit diesem Liedrezital, das sie ausschliesslich Komponistinnen gewidmet hat: ein Statement. «Es interessierte mich, was andere Frauen über Liebe, Enttäuschungen und all die grossen Menschheitsthemen zu sagen haben», erklärt sie die Idee. «Die Antworten sind so komplex wie emotional, alle fünf Komponistinnen im Programm haben eine sehr farbige Musik geschaffen.» Mit Clara Schumann und Emilie Mayer sind zwei deutsche Romantikerinnen dabei, die eine seit jeher eine Berühmtheit, die andere fast vergessen. Die Britin Rebecca Clarke und die Französin Nadia Boulanger stehen für die frühe Moderne, und mit der 1977 geborenen Kathleen Tagg stellt Golda Schultz eine Komponistin vor, die wie sie selbst aus Südafrika stammt.

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Musiktheater

Christian Tschelebiew | Solenn’ Lavanant Linke | Luzerner Sinfonieorchester | Anika Rutkofsky | Uta Gruber-Ballehr

Herzog Blaubarts Burg

Christian Tschelebiew, Herzog Blaubart
Solenn’ Lavanant Linke, Judith
Luzerner Sinfonieorchester
Anika Rutkofsky, Regie
Uta Gruber-Ballehr, Bühne und Kostüme


Béla Bartók (1881–1945): Herzog Blaubarts Burg Sz 48
Oper in einem Akt

Premiere

Im Mai 1918 fand am Königlichen Opernhaus in Budapest die Uraufführung von Herzog Blaubarts Burg statt. Béla Bartók hatte seine einzige Oper sieben Jahre zuvor auf ein Libretto von Béla Balázs komponiert: Die Geschichte um den frauenmordenden Herzog Blaubart, der in seiner Burg all das versammelt, was das Leben ausmacht, beschäftigte über Jahrhunderte unzählige Literat*innen, Komponist*innen und bildende Künstler*innen. Bartók schuf einen Einakter, der eine nicht nur musikalisch, sondern auch dramaturgisch einzigartige Struktur aufweist: Die Zuhörer*innen werden auf eine Reise durch Blaubarts Burg mitgenommen, die ein Abbild seiner selbst ist, und jeder Raum eröffnet eine eigene musikalische Welt. Bartók verbindet dabei folkloristische Elemente mit einer für seine Zeit zukunftsweisenden Harmonik. Für die Luzerner Inszenierung zeichnet Anika Rutkofsky verantwortlich, die 2021 mit dem «Ring Award» ausgezeichnet wurde, einem der wichtigsten Musiktheaterwettbewerbe für Regie und Bühnengestaltung.

Koproduktion des Luzerner Theaters mit Lucerne Festival

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© Iyodoh Kaneko
Konzert

Quatuor Diotima | Mark Simpson

Quatuor Diotima:
Yun-Peng Zhao, Violine
Léo Marillier, Violine
Franck Chevalier, Viola
Pierre Morlet, Violoncello
Mark Simpson, Bassettklarinette


Thomas Adès (*1971): Arcadiana für Streichquartett
Thomas Adès (*1971): Alchymia. Klarinettenquintett (Schweizer Erstaufführung)
Franz Schubert (1797–1828): Streichquartett G-Dur D 887

Einem Flirt mit der Vergangenheit war composer-in-residence Thomas Adès noch nie abgeneigt. Auch sein neues, 2021 uraufgeführtes Klarinettenquintett Alchymia verwandelt Fundstücke aus früheren Epochen in pures musikalisches Gold. Ein Volkslied aus dem elisabethanischen England etwa, das bereits William Byrd für eine Reihe von Variationen heranzog - das also selbst schon eine «alchemistische» Transformation durchlief. Adès’ Erstes Streichquartett von 1994 wiederum beschwört die antike Sehnsuchtslandschaft Arkadien herauf. «Sechs der sieben Sätze evozieren verschwundene oder verschwindende ‹Idyllen›», erklärt Adès, der auch hier ein subtiles Netz musikalischer Anspielungen knüpft, auf Couperin und Mozart, Schubert und Elgar. Nur folgerichtig also, dass das Quatuor Diotima seinen Auftritt mit Schuberts letztem Streichquartett beschliesst: einem bahnbrechenden Werk, das durch seine schieren Ausmasse, seinen fast orchestralen Gestus und seine kühne Harmonik weit in die Zukunft weist.

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© Jan Regan
Konzert

The Philadelphia Orchestra | Yannick Nézet-Séguin | Angel Blue

The Philadelphia Orchestra
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Angel Blue, Sopran


Sergej Rachmaninow (1873–1943): Die Toteninsel op. 29
Valerie Coleman (*1970): Neuer Liedzyklus (Schweizer Erstaufführung)
Florence Price (1887–1953): Sinfonie Nr. 1 e-Moll

Diese Komponistin sollten Sie unbedingt kennenlernen: Die 1887 geborene Florence Price stammte aus einer afroamerikanischen Familie in Arkansas und hatte, so ihre eigenen Worte, mit gleich zwei «Handicaps» zu kämpfen: nämlich Frau und schwarz zu sein. Obwohl ihre Erste Sinfonie, die volkstümliche Melodien und Choralweisen mit jazzigen Momenten verbindet, 1933 beim Chicago Symphony Orchestra uraufgeführt wurde, geriet ihr Schaffen doch nahezu in Vergessenheit. Yannick Nézet-Séguin und das Philadelphia Orchestra haben es sich zur Aufgabe gemacht, Prices OEuvre wiederzuentdecken: «Vielleicht werden ihre Sinfonien eines Tages Repertoirestücke wie die von Tschaikowsky und Rachmaninow», hofft der Maestro. Rachmaninow eröffnet denn auch das Programm, und zwar mit der Tondichtung Die Toteninsel nach dem Gemälde von Arnold Böcklin: ein Nachtstück von abgründiger Schönheit. Und mit Valerie Coleman ist eine zeitgenössische schwarze Komponistin zu hören, deren Musik durch atmosphärische Dichte und nobles, klangschönes Melos betört. Für die Sopranistin Angel Blue hat sie einen neuen Liedzyklus geschaffen, der als Schweizer Erstaufführung erklingt.

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© Chris Singer
Konzert

The Philadelphia Orchestra | Yannick Nézet-Séguin | Lisa Batiashvili

The Philadelphia Orchestra
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Lisa Batiashvili, Violine


Karol Szymanowski (1882–1937): Violinkonzert Nr. 1 op. 35
Ernest Chausson (1855–1899): Poème für Violine und Orchester op. 25
Antonín Dvořák (1841–1904): Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70

Sie wurde in Georgien geboren, ist mit einem Franzosen verheiratet, lebt mit ihrer Familie in München und ist als Stargeigerin in der ganzen Welt zuhause: Bei Lisa Batiashvili geht es ziemlich multikulturell zu. Dass sie auch künstlerisch die Vielfalt zur Prämisse erhoben hat, beweist sie an diesem Abend mit gleich zwei Werken. An Karol Szymanowskis Erstem Violinkonzert schätzt sie die vielen überraschenden Wendungen: «Es geht hier um Zärtlichkeit und Liebe, sicher auch um Verzweiflung. Dafür braucht man eine breite Ausdruckspalette.» Der Franzose Ernest Chausson wiederum wollte sein Poème zunächst «Le chant de l’amour triomphant» nennen, nach der gleichnamigen Erzählung von Iwan Turgenjew, die eine Brücke aus der italienischen Renaissance ins ferne Ceylon schlägt – entsprechend «divers» erscheint denn auch Chaussons Klangwelt. Verblüffende Erkenntnisse hält Yannick Nézet Séguin auch nach der Pause bereit: Antonín Dvořáks Siebte Sinfonie widerspricht allen Klischees vom «böhmischen Urmusikanten»; sie zeigt vielmehr, wie kunstvoll Dvořák Dramatik, heroisches Pathos und orchestrale Monumentalität in Szene zu setzen verstand.

Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stähr

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© Mlungisi Mlungwana
Konzert

Abel Selaocoe | Fred Thomas

Abel Selaocoe, Violoncello
Fred Thomas, Klavier


«Hae Ke Kae - Wo Heimat ist»
Johann Sebastian Bach, Musik aus Südafrika und Improvisationen

«Ich bin ein klassischer Musiker, habe am Royal Northern College of Music studiert», sagt der Cellist Abel Selaocoe. Und bekennt zugleich: «Ich bin auch ein afrikanischer Musiker. Also muss ich beides verbinden. Ich beziehe mich in meiner Arbeit ebenso auf ‹Papa Bach› wie auf meine Ahnen und lasse sie in einem Raum aufeinandertreffen.» Wie diese Symbiose klingt, zeigt der 1991 geborene Selaocoe mit seinem Projekt «Hae Ke Kae – Wo Heimat ist». Dabei wird er nicht nur äusserst virtuos auf seinem Cello spielen und improvisieren, sondern auch dazu singen und perkussive Effekte beisteuern. Ein Schlüsselerlebnis hatte er, als er bei sich zuhause in Südafrika Bachs Suiten für Violoncello solo übte und hörte, wie die Melodien, die er gerade einstudierte, von seiner Familie aufgenommen, ausgelegt und anverwandelt wurden. Ganz ähnlich geht er nun selbst vor und greift dazu verschiedenste Impulse auf: Rhythmen aus Botswana oder Klangfarben von Instrumenten aus Tansania und Lesotho. Heimat ist für Selaocoe nicht nur ein geographischer Begriff – sie hat zu tun mit Spiritualität, mit Ritualen und Zeremonien. Und natürlich mit den Menschen, die wir lieben.

Dieses Konzert hat keine Pause.

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© Julia Wesely
Konzert

Wiener Philharmoniker | Esa-Pekka Salonen | Yuja Wang

Wiener Philharmoniker 1

Wiener Philharmoniker
Esa-Pekka Salonen, Dirigent
Yuja Wang, Klavier


Olivier Messiaen (1908–1992): Turangalîla-Sinfonie

Was für ein Auftrag! «Schreiben Sie ein Werk ganz nach Ihrem Willen, in der von Ihnen gewünschten Stilrichtung, Länge und Instrumentalbesetzung», forderte Serge Koussevitzy den französischen Komponisten Olivier Messiaen auf. Und der nahm sich tatsächlich alle Freiheiten, lieferte eine zehnsätzige Sinfonie für ein riesiges Orchester mit zwei Soloinstrumenten, in der indische Rhythmen auf den mittelalterlichen Tristan-Mythos und Vogelstimmen auf asiatische Gamelan-Klänge treffen. Ein «Must» im «Diversity»-Sommer! Den Titel Turangalîla entlieh Messien dem Sanskrit: «‹Lîla› bezeichnet das Spiel von Leben und Tod, ‹Lîla› heisst auch Liebe», erläuterte er die Idee. «‹Turanga› bedeutet die rasch vergehende Zeit, die wie der Sand in der Sanduhr verrinnt, ‹Turanga›, das ist Bewegung und Rhythmus. ‹Turangalîla› meint also gleichzeitig Liebeslied, Hymne an die Freude, Zeit, Bewegung, Rhythmus, Leben und Tod.» Der finnische Dirigent und Messiaen-Spezialist Esa Pekka Salonen wird das gewaltige Werk gemeinsam mit der chinesischen Starpianistin Yuja Wang und den Wiener Philharmonikern deuten. Und am Ende einen euphorischen, überschäumenden Freudengesang erschallen lassen.

Dieses Konzert hat keine Pause.

Konzerteinführung | 18.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stähr

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Konzert

Nur Komponistinnen (und keine Komponist*innen)

40min 8

Studierende der Hochschule Luzern – Musik

«Nur Komponistinnen (und keine Komponist*innen)»

Die Reihe 40min wendet sich nicht nur an bekennende Klassik-Fans, sondern an alle, die einfach mal Festivalluft schnuppern wollen. Um 18.20 Uhr, wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat, stellen wir Ihnen in moderierten Kurzkonzerten ausgewählte Künstler*innen und Werke vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der jeweiligen Veranstaltung können Sie über unserer Website lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Resttickets bezogen werden.