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Münchner Volkstheater

So traditionsträchtig der Begriff Volkstheater klingt, so jung ist seine Geschichte als Haus. 1983 wurde das Münchner Volkstheater am Stiglmaierplatz mit seinen 609 Sitzplätzen durch die Stadt München ermöglicht und eröffnet. Im November 2003 feierte es mit einem großen Heimatabend sein 20jähriges Jubiläum.
Das Haus ist ein Volks-Theater im wahrsten Sinn: Denn neben Schauspielern, Regisseuren und Dramaturgen vom Bayerischen Staatsschauspiel, die ein Bedürfnis nach räumlicher und künstlerischer Ausweitung ihrer Arbeit an und mit der bayerisch-österreichischen Volkstheatertradition hatten, war vor allem das Publikum maßgeblich am Gelingen dieses Gründungsprojektes beteiligt. Ein Großteil der Gesamtumbausumme von 3,9 Millionen Mark, die zur Sanierung und Umgestaltung der Mitte der 50er Jahre erbauten Mehrzweckhalle im Haus des Sports in der Brienner Straße benötigt wurden, kam durch öffentliche Spenden in die Umbaukassen. Zum Beispiel ermöglichten viele großzügige Münchner Bürger, von denen jeder 350 Mark für einen Sitz spendete, die neue Bestuhlung. Dafür wurden sie mit ihrem Namen auf den neuen Sitzen verewigt. Noch heute ist der Verein der Freunde des Münchner Volkstheaters ein wichtiger Förderer des Volkstheaters.

So konnte die Stadt München 1983 einer Reihe von bekannten Schauspielern und Theatermachern, die von jedermann eng mit Bayern in Verbindung gebracht wurden, die erhoffte Bühne für ihre Theaterarbeit schaffen. Besonders in den ersten 5 Jahren unter der Intendanz von Jörg-Dieter Haas sorgte vornehmlich die altbekannte Volksschauspielerriege mit Schauspielern wie Gustl Bayrhammer, Beppo Brem, Helmut Fischer, Willy Harlander, Karl Obermayr, Veronika Fitz, Enzi Fuchs, Rita Russek und Maria Singer für die Anziehungskraft des Hauses.

Über viele Jahre prägte Ruth Drexel das Volkstheater maßgeblich. Mit ihrer Inszenierung von Karl Schönherrs Glaube und Heimat mit Hans Brenner in der Hauptrolle wurde 1983 das Haus eröffnet. 5 Jahre später, 1988 übernahm sie selbst federführend die Geschicke des Hauses, das sie - mit Ausnahme einer kurzen Interimsintendanz - bis zum Sommer 2002 leitete. Neben ihren eigenen Auftritten und Inszenierungen haben über viele Jahre vor allem ihr Lebensgefährte Hans Brenner, Nikolaus Paryla, Helen Vita und Christine Ostermayer als große Zuschauermagnete das Volkstheater geprägt.

Die Spielpläne des Hauses legten ihren Schwerpunkt auf die klassische Volkstheaterliteratur. Sie erhielten ihre zeitgenössische Anbindung durch die teilweise enge Zusammenarbeit mit den prägenden Autoren des kritischen Volksstücks Peter Turrini, Martin Sperr, Felix Mitterer und Franz Xaver Kroetz, die am Haus teilweise auch spielten oder inszenierten.

Im Oktober 2002 begann mit dem Antritt von Christian Stückl eine neue Ära am Volkstheater. Mit einem neuen und jungen Ensemble schuf er ein eigenständiges Profil und öffnete das Haus der Arbeit mit jungen Regisseuren, die neben Christian Stückl am Haus inszenieren. Das seit 2005 jährlich stattfindende Festival "Radikal jung" sucht mit großem Erfolg eine Standortbestimmung junger Regie, indem es herausragende Inszenierungen junger Theatermacher aus dem ganzen deutschen Sprachraum in München präsentiert. Wie schon in früheren Jahren ergänzt sich der Abendspielplan durch Gastspiele und Konzerte, erweitert durch Lesungen und Konzerte im Foyer. So gelang es Christian Stückl, neue Publikumsschichten zu erreichen und gleichzeitig die alten zu halten.

Kontakt

Münchner Volkstheater

Brienner Straße 50
D-80333 München

Telefon: +49 (0)89 / 523 46 55 Karten
Fax: +49 (0)89 / 523 55 - 39

 

Öffnungszeiten der Kasse:
Montag bis Freitag 11 Uhr bis 18 Uhr
Samstag 11 Uhr bis 14 Uhr
Theater

Die Physiker

von Friedrich Dürrenmatt

Premiere: 19. Mai 2019

In einem Schweizer Sanatorium versteckt sich der Physiker Möbius. Er hat eine Entdeckung von solcher Tragweite gemacht, dass er sie lieber vor der Welt geheim halten möchte. Zwei seiner Mitpatienten, Newton und Einstein, geben vor, sich ebenfalls für Forscher zu halten. Als dann die drei Krankenschwestern, die sich um die vermeintlichen Physiker kümmern, ermordet werden, beginnt die Polizei im Sanatorium zu ermitteln. Doch in Dürrenmatts Komödie ist nichts wie es scheint. Nach dem Prinzip des Krimis entpuppen sich die Mitinsassen als Geheimagenten, die Insassen als Herren ihres Verstandes und die Anstaltsleiterin als die eigentliche Wahnsinnige.

Regie: Abdullah Kenan Karaca
Bühne: Vincent Mesnaritsch
Kostüm: Elke Gattinger
Dramaturgie: Kilian Engels
Theater

Warten auf Godot

von Samuel Beckett

Wladimir und Estragon kommen nicht von der Stelle. Seit einer Ewigkeit schon warten die beiden in einer verlassenen Gegend auf einen gewissen Herrn Godot. Nichts Genaues wissen sie über ihn, nicht einmal, ob Ort und Zeit ihrer Verabredung stimmen, doch setzen sie große Hoffnungen auf ihn. Mit einer Bitte, einer Art Gesuch, haben sie sich an ihn gewandt, Godot aber lässt sich entschuldigen. Jeden Tag aufs Neue. Längst ist das Warten für Wladimir und Estragon zum einzigen Lebensinhalt geworden, dient alles, was sie tun, nur dazu die Zeit und die Langeweile zu vertreiben. Sie erfinden Spiele, Denk- und Leibesübungen, zanken und versöhnen sich, kümmern sich rührend umeinander und versuchen vergeblich den anderen zu verlassen. In irrwitzigen Schleifen reden sie gegen die unheimliche Stille an, in der sie die Angst vor der Einsamkeit und der inneren Leere zu verschlingen droht. Sie brauchen einander, als Zuhörer und Kamerad, schon allein um sich der eigenen Existenz zu vergewissern; denn während die Tage in Bedeutungslosigkeit zerrinnen, fällt es ihnen zunehmend schwerer, sich an ihre Geschichte zu erinnern, Einbildung und Wirklichkeit auseinander zu halten. Immerhin bringen die Begegnungen mit dem reichen Pozzo, der seinen Sklaven Lucky tyrannisiert, ein wenig Abwechslung: auch sie untrennbar miteinander verbunden, fest verankert in einem Macht- und Abhängigkeitsgefüge, das sie in grotesker Komik zur Schau stellen.

Eine Interpretation seiner Werke wollte Samuel Beckett nie vorgeben – wer Godot sei, ob er überhaupt existiere, das wisse er selbst nicht. Eine Parabel über die existenzielle Unbehaustheit des Menschen und seine Sehnsucht nach Erlösung in einer Welt, die keinen Sinn ergibt? Beckett schrieb „Warten auf Godot“ kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs; möglich auch, dass er darin eine konkrete historische Situation zweier Juden, die 1943 auf einen Schleuser warten, skizzierte bzw. eigene Fluchterfahrungen vor den Nazis verarbeitete, die er aufgrund seiner Aktivitäten in der Résistance machen musste. Die Uraufführung 1953 jedenfalls machte den irischen Autor beinahe über Nacht weltberühmt und zu einem der wichtigsten Vertreter des absurden Theaters.

Regie: Nicolas Charaux
Bühne & Kostüm: Pia Greven
Dramaturgie: Rose Reiter
Theater

Die lächerliche Finsternis

von Wolfram Lotz

Hauptfeldwebel Oliver Pellner und Unteroffizier Stefan Dorsch werden von der deutschen Bundeswehr nach Afghanistan entsandt, um den verschollenen Oberstleutnant Karl Deutinger aufzuspüren. Wahnsinnig geworden inmitten der endlosen Wildnis soll Deutinger seine beiden Kameraden umgebracht haben, die mit ihm als Spezialeinheit auf eine streng geheime Mission geschickt wurden. Nun muss er selbst sterben. So der Auftrag der deutschen Bundeswehr. Vor dem Landgericht Hamburg steht zur gleichen Zeit der somalische Pirat Ultimo Michael Pussi angeklagt, der der Einfachheit halber Deutsch spricht und auch ansonsten den gängigen Afrika-Klischees nicht so recht entsprechen möchte. Reverend Carter dagegen ist auf christlicher Mission unterwegs, um gegen das grausame Verhüllungsgebot exotischer Schönheiten vorzugehen. Die Reise der beiden Offiziere ins Coppola-Conradsche „Herz der Apokalypse“ führt zu allerhand skurrilen Begegnungen, die mit entlarvendem Humor die vermeintliche Fremdheit der Anderen als Produkt von Kolonialismus, Globalisierung und westlich-exotistischer Phantasien zeigt.

Wolfram Lotz Bearbeitung „Die lächerliche Finsternis“ basiert auf Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ und Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ und wurde ursprünglich als Hörspieltext konzipiert. Das Stück wurde 2015 mit dem Nestroy-Theaterpreis ausgezeichnet und von der Zeitschrift „Theater heute“ zum „Deutschsprachigen Stück des Jahres“ gewählt.

Regie: Lukian Guttenbrunner
Dramaturgie: Daphne Ebner
Theater

Herakles

Herakles, gezeugt von Zeus mit Alkmene, während ihr Mann Amphytrion im Krieg ist. Nicht Mensch, nicht Gott, sondern irgendetwas dazwischen. Mit übermenschlichen Kräften begabt, aber von Zeus‘ Frau Hera mit rasendem Zorn ein Leben lang verfolgt. Sein Leben besteht aus Arbeit, die er in würdeloser Abhängigkeit verbringen muss. In einem Anfall von Wahnsinn tötet er seine Frau und seine Kinder. Er befragt das Orakel von Delphi, was er tun muss, um diese Tat zu sühnen. Die Antwort ist: mehr arbeiten. Herakles als abhängig Beschäftigter, als Mann fürs Grobe, als Krieger und Kolonist, der bis an die Grenzen seiner Welt hetzt und darüber hinaus.

Regie: Simon Solberg
Bühne: Simon Solberg
Kostüm & Mitarbeit Bühne: Katja Strohschneider
Dramaturgie: Kilian Engels
Theater

Amsterdam

von Maya Arad Yasur

Die Protagonistin aus Maya Arad Yasurs Stück, eine schwangere, israelische Violinistin, die in Amsterdam lebt, findet eines Morgens eine unbeglichene Gasrechnung von 1944 vor ihrer Tür. Innerhalb der nächsten 24 Stunden versucht sie herauszufinden, wer als eigentlicher Empfänger hinter der mysteriösen Gasrechnung steckt. Ihre Recherchen führen sie tief in die historischen Ereignisse, die sich in ihrem Wohnhaus während der Zeit des Holocaust zugetragen haben. Die vermeintlich offene, multikulturell geprägte Gesellschaft Amsterdams erscheint im Zuge ihrer Nachforschungen zunehmend feindselig und sie selbst plötzlich fremd in der ihr bis dahin vertrauten Umgebung. Verschiedene Stimmen rekonstruieren und spekulieren in Maya Arad Yasurs Text darüber, was wirklich passiert sein könnte, wobei sie sich gegenseitig ergänzen, wiedersprechen und ins Wort fallen, in dem Versuch, eine gemeinsame Lesart der Geschichte zu entwickeln. Humorvoll und differenziert verweist die Autorin auf die blinden Flecken moderner Metropolgesellschaften und zeigt, wie Geschichte und Geschichtsaufarbeitung bis heute in unsere Gegenwart hineinwirken.

Das Stück „Amsterdam“ der israelischen Autorin Maya Arad Yasur gewann 2018 den Werkauftrag des Stückemarkts des Berliner Theatertreffens und wird als Deutschsprachige Erstaufführung in der Regie von Sapir Heller am Volkstheater gezeigt.

Regie: Sapir Heller
Bühne & Kostüm: Anna van Leen
Musik: Kim Twiddle
Dramaturgie: Daphne Ebner
Theater

Kurze Interviews mit fiesen Männern

nach David Foster Wallace

Unermüdlich kreisen die Männer in David Foster Wallace´ 1999 erschienenem Erzählband um sich selbst und reden sich dabei um Kopf und Kragen. In fiktiven Interviews offenbaren sie Bedürfnisse und geheime Fantasien, erzählen von ihren Beziehungen zu Frauen, der Angst (weiblichen) Erwartungen nicht gerecht zu werden genauso wie von brutalen Machtspielen und gewissenlosen Aufreiß-Taktiken. Geständnisse voll nagender Selbstzweifel stehen neben überheblichem Geschwätz und Männlichkeitswahn, provozieren Verständnis und Abscheu zugleich. Mit beißendem Zynismus zeichnet Wallace ein Psychogramm hochneurotischer, selbstreflexiver Männer, das tief in einen panischen Kampf um Souveränität blicken lässt, dabei jedoch immer wieder dazu drängt, eigene reflexhafte Denkmuster oder Rollenbilder zu hinterfragen.

Regie: Abdullah Kenan Karaca
Bühne: Vincent Mesnaritsch
Kostüm: Elke Gattinger
Dramaturgie: Rose Reiter
Theater

Glaube Liebe Hoffnung

von Ödön von Horváth

Mitten in der Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit der 30er Jahre kämpft die junge Elisabeth um ihre Existenz. Als Vertreterin für feine Damenwäsche versucht sie sich durchzuschlagen, benötigt dafür jedoch einen Wandergewerbeschein für 150 Mark. Entschlossen, sich nicht unterkriegen zu lassen, bietet sie dem Anatomischen Institut ihre Leiche zum Verkauf an. Erfolglos, denn Leichen gibt es zu Hauf in diesen schwierigen Zeiten. Der Präparator des Instituts leiht ihr schließlich die 150 Mark, nicht wissend, dass Elisabeth damit ein Bußgeld begleichen muss, weil sie in der Vergangenheit ihr Gewerbe ohne Lizenz ausgeübt hat. Als die Wahrheit ans Licht kommt, wird Elisabeth zu einer Haftstrafe verurteilt. Arbeitslos und vorbestraft landet Elisabeth in einem Teufelskreis: ohne Arbeitserlaubnis keine Arbeit, ohne Arbeit kein eigenes Einkommen, ohne eigenes Einkommen keine Chance auf ein rechtschaffenes Leben. Selbst die Liebe zu dem Polizisten Alfons scheitert an Elisabeths Vergangenheit, die sie bei jedem ihrer Schritte verfolgt, wie ein Schatten. Am Ende verliert Elisabeth ihren Glauben, ihre Liebe und die Hoffnung in einer Gesellschaft, die den Einzelnen lieber zugrunde gehen sieht, als ihre Vorstellung von Recht und Gerechtigkeit in Frage zu stellen.

Regie: Christian Stückl
Bühne & Kostüm: Stefan Hageneier
Musik: Tom Wörndl
Dramaturgie: Daphne Ebner
Theater

Die Dämonen

von Fjodor M. Dostojewskij

In der Übersetzung „Böse Geister“ von Swetlana Geier

Kaum zu glauben sind die Gerüchte über den charismatischen Nikolaj Stawrogin. Was steckt hinter seinen Exzessen, den Frauengeschichten und seinen beleidigenden Ausfällen? Seine unerwartete Ankunft bringt Unruhe in ein beschauliches Provinznest, das wenig später vollends aus dem Gleichgewicht gerät. Denn auch Pjotr Werchowenskij ist nach langer Abwesenheit zurückgekehrt, ein radikaler Nihilist, der nur ein Ziel verfolgt: die staatliche Ordnung zu zerstören und Russland im Chaos untergehen zu lassen. Während Werchoswenskij eine Handvoll junger Leute hinter sich versammelt, deren diffuse Unzufriedenheit er in fanatischen Revolutionsgeist verwandelt hat, weigert sich Stawrogin in dessen wahnhafter Utopie einer neuen Gesellschaft die Führerrolle zu übernehmen. Doch die Methoden der Gruppe verschärfen sich und als eine Serie von Gewalttaten die Stadt erschüttert, scheint Werchowenskijs despotische Zukunftsvision zum Greifen nah.

Eine gewaltige Polyphonie unterschiedlicher Ideologien und Lebensentwürfe bricht aus Dostojewskijs Roman von 1871/72 hervor. Sie zeugt von einer entwurzelten Generation, der der Glaube abhandengekommen ist, die gegen den Konservatismus ihrer Zeit rebelliert und orientierungslos zwischen den aufkommenden materialistischen Strömungen aus Westeuropa umherirrt. In einem Klima zunehmend verrohter Sitten und moralischer Skrupellosigkeit geraten die liberalen Ideen ihrer geistigen Ziehväter zu kompromisslosen Forderungen, zu deren Durchsetzung ihr jedes Mittel Recht ist.

Regie: Felix Hafner
Bühne: Stefanie Grau
Kostüme: Slavna Martinovic
Musik: Clemens Wenger
Choreographie: Dunja Jocic
Dramaturgie: Rose Reiter
Theater

Ein Sommernachtstraum

von William Shakespeare

Im Wald vor Athen herrscht Liebeschaos: Helena liebt Demetrius. Demetrius aber will von ihr nichts mehr wissen, seit er ihre Freundin Hermia erblickt hat. Diese flieht heimlich mit ihrem Geliebten Lysander aus Athen, denn vor den Toren der Stadt hofft das Paar auf einen Neuanfang. Helena verrät Demetrius die Fluchtpläne und so irren bald alle vier verloren durch den Wald. Was sie nicht wissen: Hier beginnt das Elfenreich von Titania und Oberon und dort herrscht derzeit Ehekrieg. Titania nämlich verweigert Oberon die Herausgabe eines Menschenkindes, das unter ihrer Obhut aufwächst, und so schwört Oberon auf Rache. Puck erhält den Auftrag, durch den Saft einer magischen Liebespflanze der Elfenkönigin eine Lektion zu erteilen und bei dieser Gelegenheit auch gleich die Wogen zwischen den jungen Athenern zu glätten. Was schiefgehen kann, geht schief und bald herrscht zwischen den einstigen Freunden nur noch Eifersucht und Mordlust. Zu allem Überfluss trifft sich in besagtem Zauberwald auch noch eine Truppe Schauspieler, die zwar stark unterbesetzt, aber dafür umso entschlossener ist, „Die äußerst spaßige Tragödie von Pyramus und Thisbe“ mit nur drei Mann auf die Bühne zu bringen. Am Ende bleibt fraglich, was Traum und was Wirklichkeit ist, und welche Grenzen unserer Phantasie und unserem Begehren gesetzt sind.
Regisseur Kieran Joel, der die Spielzeit 17/18 am Volkstheater mit „Romeo und Julia“ eröffnete, setzt mit dem „Sommernachtstraum“ seine Auseinandersetzung mit Shakespeare fort und geht erneut den Triebfedern des menschlichen Begehrens nach. Oberons magische Blume, deren Saft bei Shakespeare den Blick verzaubert und Verachtung in Liebe verwandeln kann, wird mit den heutigen Bedingungen und Ursachen unseres Liebesglücks und –leids in Abgleich gebracht. Ist die Vorstellung von der romantischen Liebe, der die Figuren Shakespeares so verzweifelt hinterherjagen, tatsächlich überholt oder eine Hoffnung, die über Bord zu schmeißen, noch immer einen der letzten Glaubenssätze des modernen Menschen empfindlich berührt?

Regie: Kieran Joel
Bühne & Kostüme: Belle Santos
Musik: Lenny Mockridge
Video: Krzysztof Honowski
Dramaturgie: Daphne Ebner

1 Stunde 35 Minuten, keine Pause
Theater

Schöne Neue Welt

nach Aldous Huxley

In der Schönen Neuen Welt gibt es keinen Krieg, keine Eifersucht, keine Trauer, keine Krankheit, keine Armut, keinen Gott, keine Kunst. In Stabilität genießen die Menschen ihr Leben. Sie pflanzen sich künstlich fort, werden schon vor der Geburt in Kasten eingeteilt und so konditioniert, dass sie mit dem, was sie sind und haben, zufrieden sind. Jeder gehört jedem, der leidbringende Individualismus ist abgeschafft - es regiert das Kollektiv. Jeder ist und fühlt sich nützlich – auch für beste Unterhaltung wird gesorgt. Und das Glück ist mit der Droge Soma jedem und jederzeit zugänglich. Lohnt es sich hier, für eine Freiheit zu kämpfen, nach der niemand mehr verlangt?
Aldous Huxley schrieb Brave New World als überspitzte Dystopie dessen, was im Erscheinungsjahr 1932 für die Zukunft möglich schien. Am Volkstheater wird der Klassiker der Weltliteratur nun auf seine Aktualität befragt: Wie sehr haben wir uns heute mit unserer Welt Huxleys Kosmos schon angenähert? Und: Ist die Schöne Neue Welt eigentlich wirklich so dystopisch?

Regie: Felix Hafner
Bühne: Camilla Hägebarth
Kostüme: Janina Brinkmann
Musik: Clemens Wenger
Choreographie: Vasna Aguilar
Dramaturgie: Nikolai Ulbricht

2 Stunden, keine Pause
Theater

Mein Kampf

von George Tabori

In einem Männerwohnheim in der Wiener "Blutgasse" mietet sich der junge Künstler Adolf Hitler ein, der seine Studien an der Wiener Kunstakademie zu verfeinern sucht. Er trifft dort auf den jüdischen Buchhändler Schlomo Herzl, der sich mütterlich sorgend um den unerfahrenen Provinzler zu kümmern beginnt. Herzl wird zum Schöpfer seiner charakteristischen Barttracht und unterrichtet ihn in demagogischen Kunstgriffen. Gleichzeitig brechen sich Hitlers antisemitische Ressentiments immer stärker Bahn. Als Herzl sein künstlerisches Talent anzweifelt, erregt sich dieser und vermutet dahinter eine weltweite Verschwörung der Ahnen Zions.

Regie: Christian Stückl
Bühne & Kostüme: Stefan Hageneier
Musik: Tom Wörndl

2 Stunden 45 Minuten, eine Pause
Theater

Rum und Wodka

von Conor McPherson

Alkohol macht vergessen und glücklich zugleich.
Vorübergehend wenigstens.
Glaubt man.

In diesem Irrtum verliert sich ein junger Familienvater.
Vom Leben enttäuscht, stürzt er sich in Alkohol- und Sexexzesse.
Drei Tage und drei Nächte werden zu einem rasanten Roadmovie und die Spirale in den Abgrund dreht sich immer schneller ...

Regie und Ausstattung: Florian Helmbold
Musik: Marcus Ziegenrücker
Theater

Felix Krull

nach Thomas Mann

Mit seinem "Felix Krull" gelangen Thomas Mann die hinreißenden Memoiren eines gerissenen Kriminellen und Fantasten, der die gute Gesellschaft mit Leichtigkeit um den Finger wickelt und sich so seinen Weg nach oben bahnt. Felix Krull löst sich aus seinem bankrotten Elternhaus im Rheingau, um mit "natürlicher Begabung für gute Form" den Reichen, Schönen und Mächtigen genau das vorzuspielen, was diese in ihm sehen wollen. Auf diese Weise entzieht er sich dem Militär, verführt spielend die Pariser Damenwelt und lauscht schließlich mit dem von Enterbung bedrohten Marquis de Venosta seine Identität. Einem glanzvollen Leben voller "Liebeslust" scheint nun nichts mehr im Wege zu stehen ... Felix, der Glückliche, der Kaiser der Schwindler und Diebe.

Regie: Bastian Kraft
Ausstattung: Anna van Leen

Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
Theater

Nathan der Weise

von Gotthold Ephraim Lessing

Als Nathan, ein reicher Jude, von einer Geschäftsreise zurückkehrt, erfährt er, dass seine Tochter Recha dank eines jungen Tempelherrn vor dem Feuertod gerettet wurde. Jener ist Christ und verdankt sein eigenes Leben dem Sultan Saladin, einem Muslim. Dieser fühlte sich beim Anblick des jungen Mannes an seinen toten Bruder Assad erinnert und hob daraufhin das Todesurteil gegen den Tempelherrn in einem Akt von Gnade auf. Recha und ihre Gesellschafterin, die Christin Daja, sehen in dieser Fügung ein Wunder – nicht aber Nathan, der seiner Tochter derlei Gedanken austreibt. Gleichzeitig schafft er es den Tempelherrn mit klugen Argumenten und als Dank für dessen Tat zu einem Besuch bei Recha zu bewegen. Der Sultan, in einer finanziell brenzligen Lage steckend, befolgt den Ratschlag seiner Schwester Sittah und testet die Freigebigkeit, des dafür in der ganzen Stadt gerühmten Nathan. Er stellt ihm die Frage nach der wahren Religion. Nathan rettet sich mit einem schlauen Einfall und erzählt dem Sultan ein Märchen, die Ringparabel.
Lessings Drama spielt im Jerusalem, der Stadt der Weltreligionen, zur Zeit der Kreuzzüge. Es zeigt die Verwandtschaft von Judentum, Christentum und Islam und handelt von der Idee einer aufgeklärten Humanität. Nathan der Weise erzählt von religiösem Fanatismus, von Ethik und Vernunft, und proklamiert das Prinzip friedliebender koexistierender Religionen in einer toleranten Gesellschaft.

Regie: Christian Stückl
Bühne & Kostüme: Stefan Hageneier
Musik: Tom Wörndl
Dramaturgie: David Heiligers

3 Stunden, eine Pause
Aufführungen / Theater Residenztheater München München, Max-Joseph-Platz 1
Aufführungen / Theater Münchner Kammerspiele München, Falckenbergstraße 1
Aufführungen Bayerische Staatsoper München München, Max-Joseph-Platz 2
Aufführungen / Konzert Orff-Zentrum München München, Kaulbachstr. 16
Aufführungen / Theater theater VIEL LÄRM UM NICHTS - München München, August-Exter-Str. 1
Aufführungen / Theater Teamtheater München München, Am Einlaß 2a / 4
Aufführungen / Theater Staatstheater am Gärtnerplatz München München, Gärtnerplatz 3
Aufführungen / Musical Deutsches Theater München München, Ausweichspielstätte: Werner-Heisenberg-Allee 11 / ab 2012: Schwanthalerstraße 13 E
Aufführungen / Kabarett Münchner Lustspielhaus München, Occamstr. 8
Aufführungen / Theater Komödie im Bayerischen Hof München, Promenadeplatz 6
Aufführungen / Theater theater ... und so fort München, Hans-Sachs-Str. 12
Aufführungen / Kabarett Münchner Lach- und Schießgesellschaft München, Ursulastraße 9
Aufführungen / Kulturveranstaltung FestSpielHaus gGmbH München, Quiddestr. 17
Aufführungen / Theater Tatwort Improvisationstheater München, Rumfordstr. 29-31
Aufführungen / Theater Oberanger Theater München München, Oberanger 38
Aufführungen / Theater Oberangertheater München, Oberanger 38
Aufführungen / Oper Fürstbischöfliches Opernhaus Passau Passau, Gottfried-Schäffer-Str. 2 4
Aufführungen / Theater TheaterRaum München München, Hans-Sachs.Str. 12
Aufführungen / Theater Sensemble Theater Kulturfabrik Augsburg, Bergmühlstraße 34
Aufführungen / Theater Kleine Bühne München München, Kazmairstraße 66
Aufführungen / Theater Athanor Akademie Burghausen, Burg 7b
Aufführungen / Tanz TANZWERKSTATT EUROPA - JOINT ADVENTURES München, Emil Geis Str. 21
Aufführungen / Theater fastfood theater München, Betriebsbüro: Häberlstraße 20
Aufführungen / Theater HochX München, Entenbachstr. 37
Aufführungen / Kabarett Kulturhaus Kresslesmühle Augsburg, Barfüßerstraße 4
Aufführungen / Theater Teamtheater Tankstelle München, Am Einlaß 2a
Aufführungen / Theater TamS-Theater München, Haimhauser Str. 13 a
Aufführungen / Theater Theater werkmünchen München, Grafinger Straße 6/103
Aufführungen / Theater Deutsches Theater München München, Schwanthalerstrasse 13
Aufführungen / Theater Theaterschule Yorick München, Quiddestr. 17

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