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Münchner Volkstheater

So traditionsträchtig der Begriff Volkstheater klingt, so jung ist seine Geschichte als Haus. 1983 wurde das Münchner Volkstheater am Stiglmaierplatz mit seinen 609 Sitzplätzen durch die Stadt München ermöglicht und eröffnet. Im November 2003 feierte es mit einem großen Heimatabend sein 20jähriges Jubiläum.
Das Haus ist ein Volks-Theater im wahrsten Sinn: Denn neben Schauspielern, Regisseuren und Dramaturgen vom Bayerischen Staatsschauspiel, die ein Bedürfnis nach räumlicher und künstlerischer Ausweitung ihrer Arbeit an und mit der bayerisch-österreichischen Volkstheatertradition hatten, war vor allem das Publikum maßgeblich am Gelingen dieses Gründungsprojektes beteiligt. Ein Großteil der Gesamtumbausumme von 3,9 Millionen Mark, die zur Sanierung und Umgestaltung der Mitte der 50er Jahre erbauten Mehrzweckhalle im Haus des Sports in der Brienner Straße benötigt wurden, kam durch öffentliche Spenden in die Umbaukassen. Zum Beispiel ermöglichten viele großzügige Münchner Bürger, von denen jeder 350 Mark für einen Sitz spendete, die neue Bestuhlung. Dafür wurden sie mit ihrem Namen auf den neuen Sitzen verewigt. Noch heute ist der Verein der Freunde des Münchner Volkstheaters ein wichtiger Förderer des Volkstheaters.

So konnte die Stadt München 1983 einer Reihe von bekannten Schauspielern und Theatermachern, die von jedermann eng mit Bayern in Verbindung gebracht wurden, die erhoffte Bühne für ihre Theaterarbeit schaffen. Besonders in den ersten 5 Jahren unter der Intendanz von Jörg-Dieter Haas sorgte vornehmlich die altbekannte Volksschauspielerriege mit Schauspielern wie Gustl Bayrhammer, Beppo Brem, Helmut Fischer, Willy Harlander, Karl Obermayr, Veronika Fitz, Enzi Fuchs, Rita Russek und Maria Singer für die Anziehungskraft des Hauses.

Über viele Jahre prägte Ruth Drexel das Volkstheater maßgeblich. Mit ihrer Inszenierung von Karl Schönherrs Glaube und Heimat mit Hans Brenner in der Hauptrolle wurde 1983 das Haus eröffnet. 5 Jahre später, 1988 übernahm sie selbst federführend die Geschicke des Hauses, das sie - mit Ausnahme einer kurzen Interimsintendanz - bis zum Sommer 2002 leitete. Neben ihren eigenen Auftritten und Inszenierungen haben über viele Jahre vor allem ihr Lebensgefährte Hans Brenner, Nikolaus Paryla, Helen Vita und Christine Ostermayer als große Zuschauermagnete das Volkstheater geprägt.

Die Spielpläne des Hauses legten ihren Schwerpunkt auf die klassische Volkstheaterliteratur. Sie erhielten ihre zeitgenössische Anbindung durch die teilweise enge Zusammenarbeit mit den prägenden Autoren des kritischen Volksstücks Peter Turrini, Martin Sperr, Felix Mitterer und Franz Xaver Kroetz, die am Haus teilweise auch spielten oder inszenierten.

Im Oktober 2002 begann mit dem Antritt von Christian Stückl eine neue Ära am Volkstheater. Mit einem neuen und jungen Ensemble schuf er ein eigenständiges Profil und öffnete das Haus der Arbeit mit jungen Regisseuren, die neben Christian Stückl am Haus inszenieren. Das seit 2005 jährlich stattfindende Festival "Radikal jung" sucht mit großem Erfolg eine Standortbestimmung junger Regie, indem es herausragende Inszenierungen junger Theatermacher aus dem ganzen deutschen Sprachraum in München präsentiert. Wie schon in früheren Jahren ergänzt sich der Abendspielplan durch Gastspiele und Konzerte, erweitert durch Lesungen und Konzerte im Foyer. So gelang es Christian Stückl, neue Publikumsschichten zu erreichen und gleichzeitig die alten zu halten.

Kontakt

Münchner Volkstheater

Brienner Straße 50
D-80333 München

Telefon: +49 (0)89 / 523 46 55 Karten
Fax: +49 (0)89 / 523 55 - 39

 

Öffnungszeiten der Kasse:
Montag bis Freitag 11 Uhr bis 18 Uhr
Samstag 11 Uhr bis 14 Uhr
Theater

Die lächerliche Finsternis

von Wolfram Lotz

Premiere: 14. März 2019

Hauptfeldwebel Oliver Pellner und Unteroffizier Stefan Dorsch werden von der deutschen Bundeswehr nach Afghanistan entsandt, um den verschollenen Oberstleutnant Karl Deutinger aufzuspüren. Wahnsinnig geworden inmitten der endlosen Wildnis soll Deutinger seine beiden Kameraden umgebracht haben, die mit ihm als Spezialeinheit auf eine streng geheime Mission geschickt wurden. Nun muss er selbst sterben. So der Auftrag der deutschen Bundeswehr. Vor dem Landgericht Hamburg steht zur gleichen Zeit der somalische Pirat Ultimo Michael Pussi angeklagt, der der Einfachheit halber Deutsch spricht und auch ansonsten den gängigen Afrika-Klischees nicht so recht entsprechen möchte. Reverend Carter dagegen ist auf christlicher Mission unterwegs, um gegen das grausame Verhüllungsgebot exotischer Schönheiten vorzugehen. Die Reise der beiden Offiziere ins Coppola-Conradsche „Herz der Apokalypse“ führt zu allerhand skurrilen Begegnungen, die mit entlarvendem Humor die vermeintliche Fremdheit der Anderen als Produkt von Kolonialismus, Globalisierung und westlich-exotistischer Phantasien zeigt.

Wolfram Lotz Bearbeitung „Die lächerliche Finsternis“ basiert auf Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ und Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ und wurde ursprünglich als Hörspieltext konzipiert. Das Stück wurde 2015 mit dem Nestroy-Theaterpreis ausgezeichnet und von der Zeitschrift „Theater heute“ zum „Deutschsprachigen Stück des Jahres“ gewählt.

Regie: Lukian Guttenbrunner
Dramaturgie: Daphne Ebner
Theater

Herakles

Herakles, gezeugt von Zeus mit Alkmene, während ihr Mann Amphytrion im Krieg ist. Nicht Mensch, nicht Gott, sondern irgendetwas dazwischen. Mit übermenschlichen Kräften begabt, aber von Zeus‘ Frau Hera mit rasendem Zorn ein Leben lang verfolgt. Sein Leben besteht aus Arbeit, die er in würdeloser Abhängigkeit verbringen muss. In einem Anfall von Wahnsinn tötet er seine Frau und seine Kinder. Er befragt das Orakel von Delphi, was er tun muss, um diese Tat zu sühnen. Die Antwort ist: mehr arbeiten. Herakles als abhängig Beschäftigter, als Mann fürs Grobe, als Krieger und Kolonist, der bis an die Grenzen seiner Welt hetzt und darüber hinaus.

Regie: Simon Solberg
Bühne: Simon Solberg
Kostüm & Mitarbeit Bühne: Katja Strohschneider
Dramaturgie: Kilian Engels
Theater

Amsterdam

von Maya Arad Yasur

Die Protagonistin aus Maya Arad Yasurs Stück, eine schwangere, israelische Violinistin, die in Amsterdam lebt, findet eines Morgens eine unbeglichene Gasrechnung von 1944 vor ihrer Tür. Innerhalb der nächsten 24 Stunden versucht sie herauszufinden, wer als eigentlicher Empfänger hinter der mysteriösen Gasrechnung steckt. Ihre Recherchen führen sie tief in die historischen Ereignisse, die sich in ihrem Wohnhaus während der Zeit des Holocaust zugetragen haben. Die vermeintlich offene, multikulturell geprägte Gesellschaft Amsterdams erscheint im Zuge ihrer Nachforschungen zunehmend feindselig und sie selbst plötzlich fremd in der ihr bis dahin vertrauten Umgebung. Verschiedene Stimmen rekonstruieren und spekulieren in Maya Arad Yasurs Text darüber, was wirklich passiert sein könnte, wobei sie sich gegenseitig ergänzen, wiedersprechen und ins Wort fallen, in dem Versuch, eine gemeinsame Lesart der Geschichte zu entwickeln. Humorvoll und differenziert verweist die Autorin auf die blinden Flecken moderner Metropolgesellschaften und zeigt, wie Geschichte und Geschichtsaufarbeitung bis heute in unsere Gegenwart hineinwirken.

Das Stück „Amsterdam“ der israelischen Autorin Maya Arad Yasur gewann 2018 den Werkauftrag des Stückemarkts des Berliner Theatertreffens und wird als Deutschsprachige Erstaufführung in der Regie von Sapir Heller am Volkstheater gezeigt.

Regie: Sapir Heller
Bühne & Kostüm: Anna van Leen
Musik: Kim Twiddle
Dramaturgie: Daphne Ebner
Theater

Kurze Interviews mit fiesen Männern

nach David Foster Wallace

Unermüdlich kreisen die Männer in David Foster Wallace´ 1999 erschienenem Erzählband um sich selbst und reden sich dabei um Kopf und Kragen. In fiktiven Interviews offenbaren sie Bedürfnisse und geheime Fantasien, erzählen von ihren Beziehungen zu Frauen, der Angst (weiblichen) Erwartungen nicht gerecht zu werden genauso wie von brutalen Machtspielen und gewissenlosen Aufreiß-Taktiken. Geständnisse voll nagender Selbstzweifel stehen neben überheblichem Geschwätz und Männlichkeitswahn, provozieren Verständnis und Abscheu zugleich. Mit beißendem Zynismus zeichnet Wallace ein Psychogramm hochneurotischer, selbstreflexiver Männer, das tief in einen panischen Kampf um Souveränität blicken lässt, dabei jedoch immer wieder dazu drängt, eigene reflexhafte Denkmuster oder Rollenbilder zu hinterfragen.

Regie: Abdullah Kenan Karaca
Bühne: Vincent Mesnaritsch
Kostüm: Elke Gattinger
Dramaturgie: Rose Reiter
Theater

Glaube Liebe Hoffnung

von Ödön von Horváth

Mitten in der Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit der 30er Jahre kämpft die junge Elisabeth um ihre Existenz. Als Vertreterin für feine Damenwäsche versucht sie sich durchzuschlagen, benötigt dafür jedoch einen Wandergewerbeschein für 150 Mark. Entschlossen, sich nicht unterkriegen zu lassen, bietet sie dem Anatomischen Institut ihre Leiche zum Verkauf an. Erfolglos, denn Leichen gibt es zu Hauf in diesen schwierigen Zeiten. Der Präparator des Instituts leiht ihr schließlich die 150 Mark, nicht wissend, dass Elisabeth damit ein Bußgeld begleichen muss, weil sie in der Vergangenheit ihr Gewerbe ohne Lizenz ausgeübt hat. Als die Wahrheit ans Licht kommt, wird Elisabeth zu einer Haftstrafe verurteilt. Arbeitslos und vorbestraft landet Elisabeth in einem Teufelskreis: ohne Arbeitserlaubnis keine Arbeit, ohne Arbeit kein eigenes Einkommen, ohne eigenes Einkommen keine Chance auf ein rechtschaffenes Leben. Selbst die Liebe zu dem Polizisten Alfons scheitert an Elisabeths Vergangenheit, die sie bei jedem ihrer Schritte verfolgt, wie ein Schatten. Am Ende verliert Elisabeth ihren Glauben, ihre Liebe und die Hoffnung in einer Gesellschaft, die den Einzelnen lieber zugrunde gehen sieht, als ihre Vorstellung von Recht und Gerechtigkeit in Frage zu stellen.

Regie: Christian Stückl
Bühne & Kostüm: Stefan Hageneier
Musik: Tom Wörndl
Dramaturgie: Daphne Ebner
Theater

Die Dämonen

von Fjodor M. Dostojewskij

In der Übersetzung „Böse Geister“ von Swetlana Geier

Kaum zu glauben sind die Gerüchte über den charismatischen Nikolaj Stawrogin. Was steckt hinter seinen Exzessen, den Frauengeschichten und seinen beleidigenden Ausfällen? Seine unerwartete Ankunft bringt Unruhe in ein beschauliches Provinznest, das wenig später vollends aus dem Gleichgewicht gerät. Denn auch Pjotr Werchowenskij ist nach langer Abwesenheit zurückgekehrt, ein radikaler Nihilist, der nur ein Ziel verfolgt: die staatliche Ordnung zu zerstören und Russland im Chaos untergehen zu lassen. Während Werchoswenskij eine Handvoll junger Leute hinter sich versammelt, deren diffuse Unzufriedenheit er in fanatischen Revolutionsgeist verwandelt hat, weigert sich Stawrogin in dessen wahnhafter Utopie einer neuen Gesellschaft die Führerrolle zu übernehmen. Doch die Methoden der Gruppe verschärfen sich und als eine Serie von Gewalttaten die Stadt erschüttert, scheint Werchowenskijs despotische Zukunftsvision zum Greifen nah.

Eine gewaltige Polyphonie unterschiedlicher Ideologien und Lebensentwürfe bricht aus Dostojewskijs Roman von 1871/72 hervor. Sie zeugt von einer entwurzelten Generation, der der Glaube abhandengekommen ist, die gegen den Konservatismus ihrer Zeit rebelliert und orientierungslos zwischen den aufkommenden materialistischen Strömungen aus Westeuropa umherirrt. In einem Klima zunehmend verrohter Sitten und moralischer Skrupellosigkeit geraten die liberalen Ideen ihrer geistigen Ziehväter zu kompromisslosen Forderungen, zu deren Durchsetzung ihr jedes Mittel Recht ist.

Regie: Felix Hafner
Bühne: Stefanie Grau
Kostüme: Slavna Martinovic
Musik: Clemens Wenger
Choreographie: Dunja Jocic
Dramaturgie: Rose Reiter
Theater

Ein Sommernachtstraum

von William Shakespeare

Im Wald vor Athen herrscht Liebeschaos: Helena liebt Demetrius. Demetrius aber will von ihr nichts mehr wissen, seit er ihre Freundin Hermia erblickt hat. Diese flieht heimlich mit ihrem Geliebten Lysander aus Athen, denn vor den Toren der Stadt hofft das Paar auf einen Neuanfang. Helena verrät Demetrius die Fluchtpläne und so irren bald alle vier verloren durch den Wald. Was sie nicht wissen: Hier beginnt das Elfenreich von Titania und Oberon und dort herrscht derzeit Ehekrieg. Titania nämlich verweigert Oberon die Herausgabe eines Menschenkindes, das unter ihrer Obhut aufwächst, und so schwört Oberon auf Rache. Puck erhält den Auftrag, durch den Saft einer magischen Liebespflanze der Elfenkönigin eine Lektion zu erteilen und bei dieser Gelegenheit auch gleich die Wogen zwischen den jungen Athenern zu glätten. Was schiefgehen kann, geht schief und bald herrscht zwischen den einstigen Freunden nur noch Eifersucht und Mordlust. Zu allem Überfluss trifft sich in besagtem Zauberwald auch noch eine Truppe Schauspieler, die zwar stark unterbesetzt, aber dafür umso entschlossener ist, „Die äußerst spaßige Tragödie von Pyramus und Thisbe“ mit nur drei Mann auf die Bühne zu bringen. Am Ende bleibt fraglich, was Traum und was Wirklichkeit ist, und welche Grenzen unserer Phantasie und unserem Begehren gesetzt sind.
Regisseur Kieran Joel, der die Spielzeit 17/18 am Volkstheater mit „Romeo und Julia“ eröffnete, setzt mit dem „Sommernachtstraum“ seine Auseinandersetzung mit Shakespeare fort und geht erneut den Triebfedern des menschlichen Begehrens nach. Oberons magische Blume, deren Saft bei Shakespeare den Blick verzaubert und Verachtung in Liebe verwandeln kann, wird mit den heutigen Bedingungen und Ursachen unseres Liebesglücks und –leids in Abgleich gebracht. Ist die Vorstellung von der romantischen Liebe, der die Figuren Shakespeares so verzweifelt hinterherjagen, tatsächlich überholt oder eine Hoffnung, die über Bord zu schmeißen, noch immer einen der letzten Glaubenssätze des modernen Menschen empfindlich berührt?

Regie: Kieran Joel
Bühne & Kostüme: Belle Santos
Musik: Lenny Mockridge
Video: Krzysztof Honowski
Dramaturgie: Daphne Ebner

1 Stunde 35 Minuten, keine Pause
Theater

Das Bildnis des Dorian Gray

nach Oscar Wilde

in einer Übersetzung von Eike Schönfeld, Bühnenfassung von Abdullah Kenan Karaca

Sein makelloses Äußeres verleiht Dorian Gray eine gefährliche Macht über seine Mitmenschen, macht ihn skrupellos und kalt. Reihenweise verfallen ihm sowohl Männer als auch Frauen. Dorian Gray ist der teuflische Verführer inmitten einer feinen Gesellschaft, unverwundbar hinter der Maske seiner engelshaften Erscheinung und doch umwittert vom fauligen Geruch des Todes. Ein schauerlicher Fluch verbirgt sich hinter dem Zauber dieses Mannes: Einst hatte der Maler Basil Hallward ein Porträt von ihm angefertigt, das dem kaum Zwanzigjährigen mit einem Mal die ungeheure Attraktivität seiner Erscheinung wie auch deren Vergänglichkeit vor Augen geführt hatte. Rasend vor Eifersucht wünscht sich Dorian, das Gemälde möge an seiner Stelle altern – doch die Erfüllung seines Traums fordert einen hohen Preis. Angeführt von Lord Henry, seinem geistreich-zynischen Mentor, verliert sich Dorian Gray in einer ebenso dekadenten wie hedonistischen Lebensweise, die ihn in die tiefsten Abgründe seiner Seele führt und nach und nach den Verstand kostet.

Regie: Abdullah Kenan Karaca
Bühne: Vincent Mesnaritsch
Kostüme: Elke Gattinger
Dramaturgie: Rose Reiter

1 Stunde 35 Minuten, keine Pause
Theater

Children of Tomorrow (UA)

von Tina Müller/ Corinne Maier Regie: Corinne Maier

Wie können wir uns die Sorge um Haushalt, Erziehung und Beruf fair teilen? Warum tun es nur 14% der Paare in Deutschland, obwohl Politik und Wirtschaft scheinbar Maßnahmen ergriffen haben, um Familie und Beruf möglich zu machen? Warum leisten Frauen immer noch 60 Prozent mehr unbezahlte Arbeit als Männer?
Gemeinsam mit der Autorin Tina Müller hinterfragt Regisseurin Corinne Maier Vorstellungen von Familie und Verantwortung. Eine Utopie wird entwickelt und ein Stück entsteht:
Ausgehend von eigenen Texten der Darsteller_innen werden Figuren erfunden, eine Gemeinschaft erdacht, welches den Traum von gemeinsamer kollektiver Fürsorge und damit die verschiedene Herausforderungen zu meistern hat. Denn wenn man zu viert ein Kind zu bekommen versucht und dafür sorgen will, müssen Regeln erfunden werden, die für jede_n akzeptabel und auch verbindlich sind.

Bühne, Kostüm, Video: Nicole Henning
Theater

Volpone

von Stefan Zweig

Der reiche Volpone setzt darauf, dass seine Mitbürger in Venedig genauso habgierig sind wie er. Er lässt über seinen Diener Mosca das Gerücht, er sei sterbenskrank. Der Plan gelingt: Die Erbschleicher kommen auch gleich und überhäufen ihn mit Geschenken, in der Hoffnung in seinem Testament bedacht zu werden. Einer ist gar bereit, Volpone seine Frau für eine Liebesnacht zu überlassen. Volpone und Mosca amüsieren sich köstlich, bis die Sache auffliegt. Aber da die Erbschleicher nicht wollen, dass Volpone verurteilt wird und der Staat sein Geld kassiert, sorgen sie dafür, dass er freigesprochen wird. Nun lässt Volpone die Nachricht von seinem Ableben verbreiten, um sich an der Schlacht ums Erbe zu weiden. Vorher verspricht er Mosca sein gesamtes Vermögen. Ein Schritt, den er noch bereuen wird…

Regie: Abdullah Kenan Karaca
Bühne: Vincent Mesnaritsch
Kostüm: Elke Gattinger
Dramaturgie: Katja Friedrich

2 Stunden 40 Minuten, eine Pause
Theater

Die Möwe

von Anton Tschechow

Auf dem Landsitz seines Onkels Sorin sucht der junge Schriftsteller Konstantin Treplev nach „neuen Formen“ im Theater. Seine Geliebte Nina spielt die Hauptrolle in einem kleinen Theaterstück, das er selbst geschrieben hat. Doch die Aufführung endet im Desaster: Das ausgewählte Publikum reagiert mit Unverständnis und Spott – darunter seine Mutter Arkadina, eine berühmte Schauspielerin und Vertreterin des konventionellen Theaters, welches ihr Sohn verachtet. Während Treplev sein künstlerisches Scheitern verkraften muss, verliebt sich Nina in den erfolgreichen, gefeierten Schriftsteller Trigorin, gehasstes und zugleich beneidetes Vorbild Treplevs – und Geliebter der Arkadina. Die Konflikte schwelen, die Figuren, Temperamente und Meinungen prallen aufeinander, es gipfelt in Ausbrüchen, gegenseitigen Liebesbekundungen und Erniedrigungen: Es ist ein Versuch aller, das Leben irgendwie zu bewältigen.

Regie: Christian Stückl
Bühne & Kostüme: Stefan Hageneier
Dramaturgie: Nikolai Ulbricht
Musik: Tom Wörndl

2 Stunden 40 Minuten, eine Pause
Theater

Romeo und Julia

von William Shakespeare

William Shakespeare schuf mit Romeo und Julia die wohl bekannteste und größte Liebesgeschichte der Weltliteratur. Die zwei Liebenden entstammen zweier verfeindeter Häuser, sie lassen sich heimlich trauen, doch Romeo ermordet Julias Cousin und wird aus Verona verbannt – sie finden ihre Erfüllung bei Shakespeare erst in beidseitigem Selbstmord. Das Motiv der unerfüllten, bedingungslosen Liebe in Romeo und Julia hat die Kultur- und Kunstgeschichte bis heute geprägt - die Geschichte wurde mehrfach gezeichnet, verfilmt, neu adaptiert, musikalisch interpretiert und wird immer wieder auf den Theaterbühnen gespielt. Kieran Joel beleuchtet diesen Mythos aus heutiger Sicht und lässt die Geschichte um das wohl rätselhafteste und größte Gefühl der Menschheit Liebe selbstbestimmt aus Sicht der beiden Protagonisten erzählen. Die Liebe wird zum letzten Sehnsuchtsort in einer durchökonomisierten Welt, an dem es möglich ist, dass der Andere Zweck und nicht Mittel ist.

Regie: Kieran Joel
Bühne: Jonathan Mertz
Kostüme: Henriette Müller
Musik: Lenny Mockridge
Video: Christin Wilke
Dramaturgie: Katja Friedrich

1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
Theater

Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben

von Franz von Kobell / Kurt Wilhelm

Der Brandner Kaspar überlistet den Tod. Als der Boandlkramer kommt, um ihn zu holen, macht er ihn mit Kerschgeist betrunken und schwindelt ihm beim Kartenspiel einige weitere Lebensjahre ab. Die Sache wird jedoch im Himmel beim Portner Petrus bekannt. Der duldet keine Abweichungen im göttlichen Schicksalsablauf. Da bleibt dem Boandlkramer nur eine Chance: den Brandner die Freuden der paradiesischen Ewigkeit auf Probe vorkosten zu lassen.

Das ewige Drama um Leben und Tod ist hier eine Komödie. Weil es ein Einzelner vermag, die Allmacht des Todes und die himmlischen Schicksalsmächte mit seiner Schlitzohrigkeit und Dickköpfigkeit zu überlisten.

Regie: Christian Stückl
Bühne: Alu Walter
Kostüme: Ingrid Jäger
Dramaturgie: Volker Bürger
Musik: Junge Riederinger Musikanten
Musikalische Mitarbeit: Markus Zwink

3 Stunden 10 Minuten, eine Pause
Theater

Das Schloss

nach Franz Kafka

Zu Beginn des Romans trifft K. in einem winterlichen Dorf ein, welches zur Herrschaft eines naheliegenden Schlosses gehört. Er bittet in einem Wirtshaus um ein Nachtlager und stellt sich als der neue, vom Schlossherrn bestellte Landvermesser vor. Doch K.s Versuche, ins Schloss zu gelangen, scheitern ebenso wie sein Bemühen, im Dorf seinen Platz zu finden. Alle scheinen einer nicht greifbaren bedrohlichen Hierarchie ausgesetzt, an deren Spitze sich die Beamten des Schlosses befinden. Der Versuch, in das Schloss zu gelangen, wird nun für K. zur einzigen Lebensaufgabe. Es entspinnt sich ein Kampf zwischen ihm und den Repräsentanten des Schlosses, dem er ein jegliches Handeln und jeden zwischenmenschlichen Kontakt zu den Dorfbewohnern unterwirft. K. handelt wie unter einem Zwang, er vermag seinem Leben keine Wende zu geben, muss den selbstzerstörerischen Weg scheinbar immer weiter gehen.

Regie: Nicolas Charaux
Bühne: Pia Greven
Kostüm: Cátia Palminha

1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
Theater

Die Dreigroschenoper

von Bertolt Brecht / Kurt Weill

Brecht zielt mit der Dreigroschenoper auf die Entlarvung der korrupten Bourgeoisie. Auf der einen Seite erscheint der Bettlerkönig Peachum als Musterbeispiel des Geschäftemachers, für den Not und Armut nichts anderes sind als Mittel zum Zweck; auf der anderen Seite entpuppt sich der skrupellose Verbrecher Mackie Messer als Prototyp so genannter bürgerlicher Solidität. Peachum mobilisiert die Bettlermassen, organisiert eine Demonstration des Elends und droht, den Krönungszug zu stören, falls der korrupte Polizeichef Tiger-Brown sich weigern sollte, Mackie Messer zu verhaften, der Peachums Kreise störte.

Regie: Christian Stückl
Bühne und Kostüme: Stefan Hageneier
Musikalische Leitung: Micha Acher
Theater

Nathan der Weise

von Gotthold Ephraim Lessing

Als Nathan, ein reicher Jude, von einer Geschäftsreise zurückkehrt, erfährt er, dass seine Tochter Recha dank eines jungen Tempelherrn vor dem Feuertod gerettet wurde. Jener ist Christ und verdankt sein eigenes Leben dem Sultan Saladin, einem Muslim. Dieser fühlte sich beim Anblick des jungen Mannes an seinen toten Bruder Assad erinnert und hob daraufhin das Todesurteil gegen den Tempelherrn in einem Akt von Gnade auf. Recha und ihre Gesellschafterin, die Christin Daja, sehen in dieser Fügung ein Wunder – nicht aber Nathan, der seiner Tochter derlei Gedanken austreibt. Gleichzeitig schafft er es den Tempelherrn mit klugen Argumenten und als Dank für dessen Tat zu einem Besuch bei Recha zu bewegen. Der Sultan, in einer finanziell brenzligen Lage steckend, befolgt den Ratschlag seiner Schwester Sittah und testet die Freigebigkeit, des dafür in der ganzen Stadt gerühmten Nathan. Er stellt ihm die Frage nach der wahren Religion. Nathan rettet sich mit einem schlauen Einfall und erzählt dem Sultan ein Märchen, die Ringparabel.
Lessings Drama spielt im Jerusalem, der Stadt der Weltreligionen, zur Zeit der Kreuzzüge. Es zeigt die Verwandtschaft von Judentum, Christentum und Islam und handelt von der Idee einer aufgeklärten Humanität. Nathan der Weise erzählt von religiösem Fanatismus, von Ethik und Vernunft, und proklamiert das Prinzip friedliebender koexistierender Religionen in einer toleranten Gesellschaft.

Regie: Christian Stückl
Bühne & Kostüme: Stefan Hageneier
Musik: Tom Wörndl
Dramaturgie: David Heiligers

3 Stunden, eine Pause
Aufführungen / Theater Residenztheater München München, Max-Joseph-Platz 1
Aufführungen / Theater Münchner Kammerspiele München, Falckenbergstraße 1
Aufführungen Bayerische Staatsoper München München, Max-Joseph-Platz 2
Aufführungen / Konzert Orff-Zentrum München München, Kaulbachstr. 16
Aufführungen / Theater theater VIEL LÄRM UM NICHTS - München München, August-Exter-Str. 1
Aufführungen / Konzert Regensburger Domspatzen Regensburg, Reichsstraße 22
Aufführungen / Konzert Le Nuove Musiche München München, Gollierstr. 28
Aufführungen / Theater Teamtheater München München, Am Einlaß 2a / 4
Aufführungen / Konzert Münchner Symphoniker München, Schornstraße 13
So, 24.2.2019, 11:00 Uhr
Aufführungen / Film Mittel Punkt Europa e.V. München, Sankt-Jakobs-Platz 1
Do, 28.2.2019, 19:00 Uhr
Aufführungen / Theater Staatstheater am Gärtnerplatz München München, Gärtnerplatz 3
Aufführungen / Musical Deutsches Theater München München, Ausweichspielstätte: Werner-Heisenberg-Allee 11 / ab 2012: Schwanthalerstraße 13 E
Aufführungen / Kabarett Münchner Lustspielhaus München, Occamstr. 8
Aufführungen / Theater Komödie im Bayerischen Hof München, Promenadeplatz 6
Aufführungen / Theater theater ... und so fort München, Hans-Sachs-Str. 12
Aufführungen / Kabarett Münchner Lach- und Schießgesellschaft München, Ursulastraße 9
Aufführungen / Kulturveranstaltung FestSpielHaus gGmbH München, Quiddestr. 17
Aufführungen / Theater Tatwort Improvisationstheater München, Rumfordstr. 29-31
Aufführungen / Theater Oberanger Theater München München, Oberanger 38
Aufführungen / Theater Oberangertheater München, Oberanger 38
Aufführungen / Oper Fürstbischöfliches Opernhaus Passau Passau, Gottfried-Schäffer-Str. 2 4
Aufführungen / Theater TheaterRaum München München, Hans-Sachs.Str. 12
Aufführungen / Theater Sensemble Theater Kulturfabrik Augsburg, Bergmühlstraße 34
Aufführungen / Theater Kleine Bühne München München, Kazmairstraße 66
Aufführungen / Theater Athanor Akademie Burghausen, Burg 7b
Aufführungen / Tanz TANZWERKSTATT EUROPA - JOINT ADVENTURES München, Emil Geis Str. 21
Aufführungen / Theater fastfood theater München, Betriebsbüro: Häberlstraße 20
Aufführungen / Theater HochX München, Entenbachstr. 37
Aufführungen / Kabarett Kulturhaus Kresslesmühle Augsburg, Barfüßerstraße 4
Aufführungen / Theater Teamtheater Tankstelle München, Am Einlaß 2a
Aufführungen / Theater TamS-Theater München, Haimhauser Str. 13 a
Aufführungen / Konzert Bayerische Philharmonie München, Bäckerstraße 46
Aufführungen / Konzert Münchner MotettenChor e.V. München, Nußbaumstraße 1
Aufführungen / Theater Theater werkmünchen München, Grafinger Straße 6/103
Aufführungen / Theater Deutsches Theater München München, Schwanthalerstrasse 13
Aufführungen / Theater Theaterschule Yorick München, Quiddestr. 17