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© Roland Halbe
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Münchner Volkstheater

So traditionsträchtig der Begriff Volkstheater klingt, so jung ist seine Geschichte als Haus. 1983 wurde das Münchner Volkstheater am Stiglmaierplatz mit seinen 609 Sitzplätzen durch die Stadt München ermöglicht und eröffnet. Im November 2003 feierte es mit einem großen Heimatabend sein 20jähriges Jubiläum.
Das Haus ist ein Volks-Theater im wahrsten Sinn: Denn neben Schauspielern, Regisseuren und Dramaturgen vom Bayerischen Staatsschauspiel, die ein Bedürfnis nach räumlicher und künstlerischer Ausweitung ihrer Arbeit an und mit der bayerisch-österreichischen Volkstheatertradition hatten, war vor allem das Publikum maßgeblich am Gelingen dieses Gründungsprojektes beteiligt. Ein Großteil der Gesamtumbausumme von 3,9 Millionen Mark, die zur Sanierung und Umgestaltung der Mitte der 50er Jahre erbauten Mehrzweckhalle im Haus des Sports in der Brienner Straße benötigt wurden, kam durch öffentliche Spenden in die Umbaukassen. Zum Beispiel ermöglichten viele großzügige Münchner Bürger, von denen jeder 350 Mark für einen Sitz spendete, die neue Bestuhlung. Dafür wurden sie mit ihrem Namen auf den neuen Sitzen verewigt. Noch heute ist der Verein der Freunde des Münchner Volkstheaters ein wichtiger Förderer des Volkstheaters.

So konnte die Stadt München 1983 einer Reihe von bekannten Schauspielern und Theatermachern, die von jedermann eng mit Bayern in Verbindung gebracht wurden, die erhoffte Bühne für ihre Theaterarbeit schaffen. Besonders in den ersten 5 Jahren unter der Intendanz von Jörg-Dieter Haas sorgte vornehmlich die altbekannte Volksschauspielerriege mit Schauspielern wie Gustl Bayrhammer, Beppo Brem, Helmut Fischer, Willy Harlander, Karl Obermayr, Veronika Fitz, Enzi Fuchs, Rita Russek und Maria Singer für die Anziehungskraft des Hauses.

Über viele Jahre prägte Ruth Drexel das Volkstheater maßgeblich. Mit ihrer Inszenierung von Karl Schönherrs Glaube und Heimat mit Hans Brenner in der Hauptrolle wurde 1983 das Haus eröffnet. 5 Jahre später, 1988 übernahm sie selbst federführend die Geschicke des Hauses, das sie - mit Ausnahme einer kurzen Interimsintendanz - bis zum Sommer 2002 leitete. Neben ihren eigenen Auftritten und Inszenierungen haben über viele Jahre vor allem ihr Lebensgefährte Hans Brenner, Nikolaus Paryla, Helen Vita und Christine Ostermayer als große Zuschauermagnete das Volkstheater geprägt.

Die Spielpläne des Hauses legten ihren Schwerpunkt auf die klassische Volkstheaterliteratur. Sie erhielten ihre zeitgenössische Anbindung durch die teilweise enge Zusammenarbeit mit den prägenden Autoren des kritischen Volksstücks Peter Turrini, Martin Sperr, Felix Mitterer und Franz Xaver Kroetz, die am Haus teilweise auch spielten oder inszenierten.

Im Oktober 2002 begann mit dem Antritt von Christian Stückl eine neue Ära am Volkstheater. Mit einem neuen und jungen Ensemble schuf er ein eigenständiges Profil und öffnete das Haus der Arbeit mit jungen Regisseuren, die neben Christian Stückl am Haus inszenieren. Das seit 2005 jährlich stattfindende Festival "Radikal jung" sucht mit großem Erfolg eine Standortbestimmung junger Regie, indem es herausragende Inszenierungen junger Theatermacher aus dem ganzen deutschen Sprachraum in München präsentiert. Wie schon in früheren Jahren ergänzt sich der Abendspielplan durch Gastspiele und Konzerte, erweitert durch Lesungen und Konzerte im Foyer. So gelang es Christian Stückl, neue Publikumsschichten zu erreichen und gleichzeitig die alten zu halten.

Nach mehreren Untersuchungen und Gutachten stellte sich 2012 heraus, dass eine Kernsanierung am Standort in der Brienner Straße nötig sein würde. Das bisherige Haus platzte aus allen Nähten. Es gab zu wenig Platz für Lager, Werkstätten und Probenräume. Das Volkstheater hatte die Bühnenbilder außerhalb der Stadt in über 40 Containern ausgelagert und Probenbühnen angemietet. Zudem war das Theater nicht barrierefrei und es fehlten ein Schnürboden, eine Tiefgarage und auch der Brandschutz müsste verbessert werden. Der Münchner Stadtrat beschloss daher Mitte Dezember 2017 den Neubau des Volkstheaters mit einer Gegenstimme.

Nach einem Wettbewerb fiel die Wahl auf das Stuttgarter Architekturbüro LRO Lederer Ragnarsdóttier Oei und die Firma Georg Reisch aus dem schwäbischen Bad Saulgau als Generalübernehmer. In einem sogenannten Generalübernehmerverfahren verpflichtete sich die Firma Reisch vertraglich, den Neubau zum festgelegten Zeitpunkt und vereinbarten Fixpreis schlüsselfertig zu übergeben. Bis 2021 entstand das neue Volkstheater für eine Summe von 130,7 Millionen Euro auf knapp 18.000 Quadratmetern auf dem Viehhofgelände. Am 15. Oktober 2021 eröffnete Christian Stückl mit seiner Inszenierung von "Edward II." den neuen Standort des Münchner Volkstheaters.

Kontakt

Münchner Volkstheater

Tumblingerstraße 29
D-80337 München

Telefon: +49 (0)89 / 523 46 55 Karten
Fax: +49 (0)89 / 523 55 - 39

 

Öffnungszeiten der Kasse:
Montag bis Freitag 11 Uhr bis 18 Uhr
Samstag 11 Uhr bis 14 Uhr
Bewertungschronik

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Schauspiel

Arche Nova

Ein Mysterienspiel von Noam Brusilovsky

Eines Tages beschloss Gott, die sündige Menschheit mit einer gewaltigen Flut zu bestrafen und auszulöschen. Doch Dank des Baus einer gigantischen Arche gelingt es einem Mann, seine Familie sowie ein Paar jeder Tierart zu retten: Noah. Es ist eine der bekanntesten Geschichten aus der Bibel, die seit Jahrhunderten erzählt und seit dem Mittelalter am Theater aufgeführt wird.

In Zeiten der globalen Erderwärmung drängt sich die Frage des Umgangs mit kommenden Umweltkatastrophen unausweichlich auf. Dabei ist der kritische Punkt längst überschritten: Der Klimawandel lässt sich nicht mehr abwenden, sondern sorgt bereits jetzt weltweit für Klimaflucht und Schreckensszenarien, die in Zukunft zunehmen werden. Die Frage lautet nicht mehr, ob die Katastrophe eintritt, sondern wie sich die Menschheit damit arrangiert.

In seiner neuen Bühnenarbeit entwirft Noam Brusilovsky eine Szenerie, die sich dem Erproben der drohenden Wirklichkeit widmet. Der Theaterraum simuliert eine neuartige Arche – Arche Nova – eine Erweiterung des mythologischen Schiffs, in dem Solidarität sowie das Miteinander in kolossalen Krisenzeiten eingeübt werden. Poetische Bilder und elektronische Klänge werden zu einem Spektakel, das eine hoffnungsvolle Mythologie der Gegenwart skizziert.

Regie: Noam Brusilovsky
Bühne: Magdalena Emmerig
Kostüme: Paula de la Haye
Komposition & Live-Musik: Tobias Purfürst
Licht: David Jäkel
Dramaturgie: Lotta Beckers, Rose Reiter

Das Publikum bewegt sich frei im Raum, eine begrenzte Anzahl von Sitzmöglichkeiten ist vorhanden.

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Schauspiel

Animal Farm

nach George Orwell

Alle Tiere sind gleich. Das ist das wichtigste der neuen Gebote, die nach der Rebellion der Tiere auf der Herrenfarm aufgestellt werden. Nieder mit der Ungleichheit. Nicht länger soll der Mensch über das Tier herrschen, ihre Arbeit ausgebeutet, ihre Erzeugnisse gestohlen oder das Tier geschlachtet werden. Nachdem der Bauer vertrieben ist, bleibt die Farm in Klauen, Pfoten und Hufen der Tiere. Alles wird geschwisterlich geteilt und die Symbole der Knechtschaft zerstört. Die Schweine, die als die klügsten Tiere gelten, übernehmen die Leitung der neuen Farm. Doch nach und nach schleichen sich alte Muster in diese Ordnung: immer mehr Privilegien schaffen ein immer spürbareres Gefälle zwischen den Schweinen und den anderen Tieren…

Orwell schrieb die Fabel 1945 als Allegorie auf die russische Revolution. In Sapir Hellers Inszenierung erscheint sie darüber hinaus aber als grundlegende Reflexion über Macht und die Dialektik von gesellschaftlichen Veränderungen. Die Frage nach Gleichheit ist heute umso drängender: kann durch das Gebot, etwas Besonderes sein zu müssen, auch eine totalitäre Gleichheit entstehen? Wer bestimmt, wie die Norm auszusehen hat, wer sich worein integrieren soll und wie mit Menschen umgegangen wird, die nicht in das Raster passen?

Regie: Sapir Heller
Bühne & Kostüm: Anna van Leen
Musik: Ralph Heidel
Choreografie: Jenny Schinkler
Dramaturgie: Leon Frisch
Licht: Björn Gerum

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Schauspiel

Johanna von Orleans

nach Friedrich Schiller

Johanna ist entschieden, kämpferisch und aufopferungsvoll. Aber sie ist keine heilige Jungfrau. Sie ist eine Hexe. Nicht die Mutter Gottes spricht mit ihr, sondern der Mond gibt ihr den Auftrag, Frieden zu bringen über die Toteninsel, auf der seit tausend Jahren Krieg herrscht. Die Insel ist vom Wispern des Wasserfalls gespalten in zwei Lager. Zwei Großkonzerne, beide spezialisiert auf die Produktion von Schwertern, befinden sich im bewaffneten Konkurrenzkampf. Schwertreichs Thronfolger Karl kann aufgrund der Kampfhandlungen nicht gekrönt werden, die Kassen sind leer und sein Headquarter in Orleans ist umzingelt. Doch dann kommt Kunde von Johanna, die aus dem Nichts aufgetaucht eine Schlacht für ihn gewonnen hat. Die vom Mond Auserwählte wird als Heilsbringerin verehrt. Alles scheint wieder möglich. Doch wie weit ist Johanna bereit, für ihren Auftrag zu gehen? Welches Opfer ist der Frieden wert? Und was passiert mit einer Hexe, wenn niemand mehr von ihr profitiert?
Nikolas Darnstädts Fantasy-Variation des Schiller-Klassikers untersucht den Umgang einer turbokapitalistischen Gesellschaft mit einer Frau, die zwischen den Gleichen das Andere sucht.

Regie: Nikolas Darnstädt
Bühne & Kostüme: Laura Kirst, Sina Manthey
Musik: Lukas Darnstädt
Dramaturgie: Bastian Boß
Licht: Björn Gerum

ACHTUNG: Einsatz von Stroboskoplicht!

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Schauspiel

Über Menschen

nach dem Roman von Juli Zeh

Frühjahr 2020: Dora flieht aus Berlin – vor dem Lockdown, vor ihrem überbesorgten Freund, der in der Obsession mit der Pandemie seine Berufung gefunden zu haben scheint, vor dem Stress der Großstadt und den Selbstzweifeln, die damit einhergehen. Im brandenburgischen Bracken scheint die Welt auf den ersten Blick simpler, wenn auch etwas trüber: Händeschütteln ist hier auf einmal wieder normal, an den Türen kleben AfD-Sticker und der Nachbar Gote stellt sich als "Dorfnazi" vor. Doch der Kosmos, den Dora mit ihrer Flucht aufs Land betritt, ist um einiges vielschichtiger als erwartet. Aus Stereotypen werden plötzlich Menschen, aus vorgefertigten Überzeugungen auf einmal wieder Raum zur Begegnung.

Juli Zeh hat mit ihrem gefeierten Bestseller einen der ersten Romane über die Gesellschaft in Zeiten des Lockdowns geschrieben und die Debatte um eine Perspektive erweitert, die die Komplexität der Gesellschaft anerkennt. In entlarvenden Dialogen und poetischen Assoziationen zeichnet sie ein Bild unserer Welt, das geprägt ist vom tiefen Wunsch nach einer immer ferner scheinenden Sicherheit. Christian Stückl bringt den Roman nun erstmals auf die Bühne.

Regie: Christian Stückl
Bühne & Kostüm: Stefan Hageneier
Musik: Tom Wörndl
Dramaturgie: Leon Frisch
Licht: Björn Gerum

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Schauspiel

Der Selbstmörder

Eine satirische Komödie
von Nikolai Erdman

In Zeiten synchron geteilter Hoffnungsarmut und narzisstischen Übermuts kann auch der Tod nicht lange Privatsache bleiben. Hier heißt es, strategisch sterben, stilecht und bedeutungsvoll, auf der ganz großen Bühne. Was könnte der eigenen Agenda mehr Gewicht verleihen als eine ideologische Leiche, ein Freitod von leuchtender Symbolkraft?! Nur ein williger Kandidat muss her: Semjon, arbeitslos und desillusioniert, fühlt sich ohnehin fehl am Platz in dieser Gemeinschaft, die ihn ausgespuckt hat wie einen faulen Apfel. Einmal auf Spur gebracht, lässt er sich schnell von einer Suizidmission im Namen irgendeiner guten Sache überzeugen. Dass seine Frau Mascha für seinen beruflichen Neuanfang kein Verständnis hat, kümmert Semjon wenig. Denn für die Menge ist er jetzt ein Star, sein Marktwert steigt rapide, die ganze Welt liegt ihm zu Füßen! Wer sich den Toten später dann auf seine Fahnen schreiben darf, muss unter den zahlreichen Anwärtern allerdings noch ausdiskutiert werden. Zwar kommen dem Auserwählten langsam Bedenken, doch seine Zeit ist abgelaufen. Im Schattenreich der Unsterblichen, die die Kunst des Beendens perfektioniert haben, taumelt Semjon zwischen Sein und Nichtsein, Todessehnsucht und Lebenswillen durch die spektakuläre Inszenierung seines Begräbnisses.

Regie: Claudia Bossard
Fassung: Claudia Bossard
Bühne: Elisabeth Weiß
Kostüme: Andy Besuch
Live-Musik: Alice Peterhans, Anna Tropper-Lener
Dramaturgie: Rose Reiter
Licht: Björn Gerum
Übersetzung: Thomas Reschke

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Schauspiel

Der Kaufmann von Venedig

von William Shakespeare

Ein Pfund Menschenfleisch als Pfand für dreitausend Dukaten. Um Geld für seinen Freund Bassanio aufzutreiben, der in Belmont um die reiche Porzia werben möchte, geht der Kaufmann Antonio ein bizarres Geschäft ein: Ein Stück aus seinem Leib darf ihm der Geldverleiher Shylock herausschneiden, sollte er den Kredit nicht zurückzahlen können. Antonio akzeptiert, denn sind seine Schiffe erst zurückgekehrt, schwimmt er im Geld. Der Einsatz auf dem Schuldschein sei ohnehin nur Spaß, behauptet Shylock. Insgeheim jedoch hasst er Antonio, mit ihm die ganze venezianische Gesellschaft, die ihn, den Juden, seit je mit Füßen tritt und nur an seinem Geld interessiert ist. Als seine Tochter Jessica zum allgemeinen Spott mit dem Christen Lorenzo durchbrennt, sieht Shylock rot. In seine Wut bricht die Nachricht von Antonios Ruin herein, dessen Schiffe alle gesunken sind. Von Rachedurst getrieben fordert Shylock nun sein Pfand. Währenddessen hat Bassanio in Belmont die Aufgabe gelöst, an der die anderen Verehrer scheiterten, und Porzia samt ihrem Vermögen zur Seinen gemacht. Als er von Antonios Schicksal hört, eilt er zurück nach Venedig, um Shylock doppelt und dreifach auszubezahlen, doch diesem geht es längst nicht mehr um Geld. Verkleidet als Rechtsexperte mischt sich schließlich Porzia in die Gerichtsverhandlung ein. Als auch ihr Gnadenappell Shylock nicht erweicht, dreht sie den Spieß brutal um und hinter dem edlen Schein Venedigs und Belmonts tritt eine feindselige, hermetische Oberschicht hervor, die die eigenen Werte im Handumdrehen verrät und Optimismus zur Seite steht.

Regie: Christian Stückl
Bühne & Kostüme: Stefan Hageneier
Musik: Tom Wörndl
Dramaturgie: Rose Reiter
Licht: Björn Gerum

1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

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Schauspiel

Der Menschenfeind (Le Misanthrope)

von Molière
Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens

Im Haus der jungen Witwe Celimène geht es zu wie im Taubenschlag. Ständig empfängt sie neue Gäste. Dass darunter mindestens 99 % Liebhaber sind, darin ist sich Alceste, der Menschenfeind sicher. Alceste ist unsterblich verliebt in sie und möchte sie alleinig für sich haben. Überhaupt ist Alceste nicht mehr einverstanden mit der Ordnung der Welt. Er sieht überall Unrecht, Verstellung und Selbstsucht. Als Dichter fühlt er sich ohnehin an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Sein Freund Philinte versucht ihn zu besänftigen und ihn zur Einsicht zu bringen, dass man die Menschen eben nehmen soll, wie sie sind. Doch Alceste hat beschlossen, allen die Wahrheit zu sagen, sei sie noch so unhöflich und verletzend. So verwickelt er sich in einen Prozess mit dem Politiker Oronte, dessen Gedicht er zerrissen hat und ihm jegliche Dichtkunst absagt. Arsonoé spielt Alceste einen Briefwechsel in die Hand, der Celimènes Untreue beweisen soll. Bei einer Zusammenkunft aller Liebhaber bittet Alceste Celimène sich zu entscheiden…

Regie: Philipp Arnold
Bühne: Viktor Reim
Kostüme: Julia Dietrich
Musik: Adel Akram Alameddine
Dramaturgie: Katja Friedrich

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Aufführung

Tag der Quellen

Hunderte jüdische Kinder und Jugendliche haben während der NS-Diktatur ihre Erlebnisse in Tagebucheinträgen, Briefen und Aufsätzen festgehalten und beschreiben eindringlich ihre Erfahrungen mit Verfolgung, Ausgrenzung und Terror. Am Tag der Quellen lesen von 9.00 bis ca. 12.30 Uhr Schüler*innen Münchner Schulen auf Bühne 1 aus Dokumenten jüdischer Kinder und Jugendlicher. Indem sie den historischen Dokumenten ihre Stimmen leihen, bringen sie uns die Geschehnisse aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen vor Augen. Der thematische Schwerpunkt beleuchtet in diesem Jahr sowohl die Opfer-, als auch die Mitläuferperspektive.

Mitwirkende Schulen:
Edith-Stein-Gymnasium, Elsa-Brändström-Gymnasium, Freie Waldorfschule München Südwest, Joseph-von-Fraunhofer-Schule, Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Maria-Ward-Mädchenrealschule, Max-Mannheimer-Gymnasium, Michaeli-Gymnasium, Theresia-Gerhardinger-Mädchenrealschule, Wittelsbacher-Gymnasium

Moderation: Özlem Sarıkaya (BR)

Der Eintritt zum „Tag der Quellen“ ist frei. Die Türen des Theaters sind den ganzen Tag geöffnet, Sie können jederzeit kommen. Den genauen Zeitplan finden Sie ab 27. Juni hier. Wenn Sie mit einer größeren Gruppe kommen, bitten wir um Anmeldung bei unserer Theaterkasse telefonisch unter 089 523 46 55 oder per Email kasse@muenchner-volkstheater.de.

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Gespräch

Gespräche gegen das Vergessen

Bei den diesjährigen Gesprächen gegen das Vergessen soll es um die "Jugend" gehen. Wie erlebten junge Menschen die NS-Zeit? Welche Folgen hatte die Diktatur? Und welche Erkenntnisse können Jugendliche heute aus der Vergangenheit in die Zukunft tragen?

Antworten liefern zwei besondere Zeitzeug*innen: Fanny Ben-Ami aus Tel Aviv und Claus Günther aus Hamburg. Dabei soll sowohl die Opfer- als auch die Mitläuferperspektive betrachtet werden. Fanny Ben-Ami erzählt von ihrer Jugend im Jahr 1943. Die damals 13-jährige führte eine Gruppe jüdischer Kinder bei ihrer Flucht durch Frankreich vor der Deportation an. Eine filmreife Abenteuergeschichte von Mut, der Liebe zum Leben und dem unerschütterlichen Drang nach Freiheit. Ganz anders verlief die Jugend von Claus Günther: Er war ein Kind in Hamburg im November 1938, als sein Vater in SA-Uniform die Fackel trug um eine Synagoge in Hamburg mit zu zerstören. Claus Günthers Vorbilder hießen Hitler, Göring und Goebbels. Seine Schulbücher waren bebildert mit Helden in Naziuniformen. Seine Überzeugung war es, einer überlegenen "arischen Herrenrasse" anzugehören - denn das erzählten die Wissenschaftler und Zeitungen jener Zeit. Aber nach Kriegsende erfuhr er, welche zerstörerische Wirkung die Nazi-Ideologie hatte.

Beide Gäste gewähren Einblicke in ihre Vergangenheit und haben einen gemeinsamen Appell an die Zukunft und an die Jugend: Menschenrechte und Freiheit wahren. Wie dies gelingen kann, zeigen die Projekte der Arolsen Archives – vorgestellt von der Direktorin Floriane Azoulay. Welche Auswirkungen das Erlebte für die Psyche der Menschen hatte und was das große Nachkriegsschweigen verursachte, dazu wird der Psychiater und Theologe Dr. Manfred Lütz Stellung nehmen.

Moderation: Andreas Bönte

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Lesung

Glaube Spiele Hoffnung

Die wundersame Entstehung der Oberammergauer Passion 2022
von Christiane Lutz und Sebastian Beck

Alle zehn Jahre widmet sich ganz Oberammergau den letzten Tagen im Leben von Jesus. Was 1634 mit der Einlösung eines Gelübdes begann, ist inzwischen weltberühmtes Theater. Wer sind die Menschen, die dort auf der Bühne stehen? Was treibt sie an? Und was ist das für ein Ort? Dreieinhalb Jahre sind die SZ-Journalisten Sebastian Beck und Christiane Lutz diesen Fragen nachgegangen, haben einen exklusiven Blick hinter die Kulissen geworfen und die Vorbereitungen zu diesen ganz besonderen Passionsspielen begleitet

Buchpräsentation mit Lesung und Gespräch. Mit einem Darsteller der Passionsspiele.

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Preisverleihung

Valentin-Karlstadt-Preis

an Gardi Hutter mit Maxi Pongratz, Micha Acher & Verstärkung

Die Schweizer Schauspielerin, Autorin und vor allem CLOWNerin Gardi Hutter wird mit dem großen Valentin-Karlstadt-Preis der Stadt München ausgezeichnet. In ihren Clownesken Theaterstücken erschafft Gardi Hutter eine absurde Wirklichkeit und kämpft gegen die Tücken und Fallgruben des Lebens um ein wenig Teilhabe am Glück. Dabei scheitert sie immer – wie Karl Valentin und Liesl Karlstadt – grandios.

Der Große Valentin-Karlstadt-Preis, der zum ersten Mal als Preis der Stadt München vergeben wird, besteht aus absolut "Nichts" und ist damit weltweit einzigartig. Kulturreferent Anton Biebl wird die Preisträgerin Gardi Hutter im Rahmen dieser festlichen Veranstaltung auszeichnen, die Laudatio hält der Musiker Hans Well und als Moderatorin führt die Kabarettistin Claudia Pichler durch den Vormittag.

Bisherige Preisträger waren: 2007 Gerhard Polt und die Biermösl Blosn, 2010 Fredl Fesl, 2012 Helge Schneider und 2017 Sigi Zimmerschied.

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Schauspiel

Precarious Moves

In Kooperation mit dem Theaterfestival grenzgänger

Wie setzt sich ein Körper in Bewegung, dessen Verhältnis zu seiner Umgebung grundsätzlich instabil ist? "Precarious Moves" ist eine ironische und zugleich zutiefst ernste Auseinandersetzung mit der Verbindung zwischen dem Körper und der Welt, durch die er sich bewegt. Die abweichende Geste wird zum choreographischen Stilmittel. Michael Turinsky erhielt 2021 für "Precarious Moves" den österreichischen Nestroy Theaterpreis.

Michael Turinsky lebt und arbeitet als Choreograph, Performer, Theoretiker und Autor in Wien. Sein Interesse gilt zum einen der Auseinandersetzung mit der Phänomenologie des als „behindert" markierten Körpers und zum anderen der rigorosen Auseinandersetzung mit Diskursen rund um die produktive Spannung zwischen Politik und Ästhetik. Er studierte Philosophie an der Universität Wien. Als Performer arbeitete er u.a. mit Bert Gstettner, Doris Uhlich und Claire Vivienne Sobottke zusammen. Die Zusammenarbeit "Ravemachine" mit Doris Uhlich wurde 2017 mit dem Nestroy Spezialpreis ausgezeichnet.

Produktion: Michael Turinsky, groundworkers.at, Verein für philosophische Praxis
Koproduktion: Tanzquartier Wien, HAU Hebbel am Ufer
Unterstützt durch Stadt Wien, BMKOES

Performance / Choreografie / Text: Michael Turinsky
Musik / Text: Tian Rotteveel
Bühne & Kostüme: Jenny Schleif
Licht: Sveta Schwin
Fotos / Video: Michael Loizenbauer
Dramaturgische Beratung: Gabrielle Cram
Produktionsleitung: Anna Gräsel

www.michaelturinsky.org
www.grenzgaenger-theater.de

1 Stunde 10 Minuten, keine Pause
Englisch mit deutschen Übertiteln

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Lesung

Wolf Haas - Müll

Auf einem der Wiener Mistplätze (deutsch: Altstoffsammelzentrum) herrscht strenge Ordnung, bis eines Tages in der Sperrmüllwanne ein menschliches Knie gefunden wird. Schnell tauchen in anderen Wannen weitere Leichenteile auf, die entgegen der Mistplatzordnung und zum großen Leidwesen der Müllmänner allesamt nicht korrekt eingeworfen wurden. Nur vom Herz des zerlegten Toten fehlt jede Spur. Die Kripo weiß nicht weiter. Zum Glück ist unter den Müllmännern ein Ex-Kollege, der nicht nur das fehlende Herz samt Begleitschreiben findet, sondern auch nie vergessen hat, was man bei Mord bedenken muss. Und damit steckt Simon Brenner nicht nur in einem neuen Fall, sondern auch bis zum Hals in Schwierigkeiten.

"Beim Müll geht es ja immer um das Trennen. Darum sag ich, Müll beste Schule für das Denken. Weil du hast die Kategorien, sprich Wannen. Ohne die klare Trennung kannst du jedes Recycling vergessen. Und da bin ich noch nicht einmal bei den Problemstoffen."

"So etwas hat die deutsche Literatur überhaupt noch nicht gesehen."
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung über Wolf Haas

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Schauspiel

Baumasse (BM)

Regieprojekt der Otto Falckenberg Schule
von Sascha Malina Hoffmann mit Texten von Sivan Ben Yishai

Baunutzungsverordnung // 2. Abschnitt - Maß der baulichen Nutzung (§§ 16- 21a)

§ 21 Baumassenzahl, Baumasse

(1) Die Pathologie betrachtet jetzt schon alles aus der Zukunft, voll Bedauern.

Mit Ihren Fingern fährt sie an den Schnitten entlang, die Blinden Schrift gebrochene Knochen.

Sie liest: Sie begannen mit der Kuppel // Ein Stapel Holz // ein Stapel Metall // ein Stapel Beton

(2) Baulücken und Leerstellen

(3) Die Stadt war weit weg, winzig. Brannte in der Ferne wie ein Stern im All.

Regie: Sascha Malina Hoffmann
Ausstattung: Hannah Wolf
David Attenberger, Abel Haffner, Nadège Meta Kanku, Annika Neugart

Besetzung:
von Sascha Malina Hoffmann mit Texten von Sivan Ben Yishai

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Lesung

Die Nacht der Autorinnen und Autoren der Süddeutschen Zeitung

Die Redaktion live auf der Bühne

Bei der 16. Nacht der Autorinnen und Autoren werden fünf Veranstaltungsorte im Münchner Schlachthofviertel zum Schauplatz für 20 Gespräche, Lesungen und Werkstattberichte. Treffen Sie die Redakteurinnen und Redakteure der Süddeutschen Zeitung dieses Jahr wieder live vor Ort und sehen Sie die Gesichter hinter den Geschichten.

Mit Ihrem Ticket erhalten Sie Einlass zu allen fünf Locations. Der Zugang zu einer bestimmten Veranstaltung kann aufgrund der Kapazitätsgrenzen der Räume nicht immer garantiert werden. Wir leiten Sie in diesem Fall aber gerne an einen noch freien Saal weiter.

Tickets erhalten Sie online über den Webshop der Süddeutschen Zeitung, als Printticket im SZ-ServiceZentrum, in der Fürstenfelder Straße 7 oder an den Abendkassen im Münchner Volkstheater oder im Zunfthaus (so lange der Vorrat reicht).

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Fest

Sommerfest

Zm Abschluss der Spielzeit 2021/22.

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Fest

Über Spiele 2022

Die große Schlachtshow

Die Theatersaison 2021/22 hat viel Neues gebracht für das Münchner Volkstheater. Der Umzug in ein brandneues Haus im Schlachthofviertel, eine allmähliche Öffnung und Lockerung der Corona-Maßnahmen und viele Premieren und Uraufführungen. Ganz nebenbei gab es noch einen Sturzregen auf Bühne 1 und in Oberammergau wurden die Passionsspiele nachgeholt. Um die Saison Revue passieren zu lassen und unsere Kandidat*innen auf Herz und Text zu prüfen, haben wir, die Regieassistent*innen, sechs herausragende Menschen eingeladen, mit uns zu spielen. Alexander (Der Selbstmörder), Madame Bovarie (Madame Bovarie), Squeeker (Animal Farm), Jack (Ernst ist das Leben, Bunbury), Königin Isabella (Edward II.) und Kylefried O'Donnel (Gymnasium) treten an, um zu testen, wer von ihnen am meisten verstanden hat. Spiele, Quatsch und eine grandiose Showband erwarten Kandidat*innen und Publikum. Viel Spaß!

Idee & Regie: Jenny von Reiche, Paul Reifenberger, Maximilian Knupfer, Asena Lappas
Inspizienz: Christian Gnasmüller
Ton: Andreas Maier
Licht: David Jäkel
Technik: Cornelia Schmid, Philipp von Bergmann-Korn
Musik: Silas Breiding, Julian Gutmann, Vincent Sauer, Harald Brückner, Anton Burgstaller

Besetzung:
Henriette Nagel, Lorenz Hochhuth, Janek Maudrich, Jonathan Müller, Max Poerting, Liv Stapelfeldt, Carolin Hartmann, Paul Reifenberger, Jenny von Reiche, Asena Lappas, Maximilian Knupfer, Philipp Turinske

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Münchner Volkstheater

So traditionsträchtig der Begriff Volkstheater klingt, so jung ist seine Geschichte als Haus. 1983 wurde das Münchner Volkstheater am Stiglmaierplatz mit seinen 609 Sitzplätzen durch die Stadt München ermöglicht und eröffnet. Im November 2003 feierte es mit einem großen Heimatabend sein 20jähriges Jubiläum.
Das Haus ist ein Volks-Theater im wahrsten Sinn: Denn neben Schauspielern, Regisseuren und Dramaturgen vom Bayerischen Staatsschauspiel, die ein Bedürfnis nach räumlicher und künstlerischer Ausweitung ihrer Arbeit an und mit der bayerisch-österreichischen Volkstheatertradition hatten, war vor allem das Publikum maßgeblich am Gelingen dieses Gründungsprojektes beteiligt. Ein Großteil der Gesamtumbausumme von 3,9 Millionen Mark, die zur Sanierung und Umgestaltung der Mitte der 50er Jahre erbauten Mehrzweckhalle im Haus des Sports in der Brienner Straße benötigt wurden, kam durch öffentliche Spenden in die Umbaukassen. Zum Beispiel ermöglichten viele großzügige Münchner Bürger, von denen jeder 350 Mark für einen Sitz spendete, die neue Bestuhlung. Dafür wurden sie mit ihrem Namen auf den neuen Sitzen verewigt. Noch heute ist der Verein der Freunde des Münchner Volkstheaters ein wichtiger Förderer des Volkstheaters.

So konnte die Stadt München 1983 einer Reihe von bekannten Schauspielern und Theatermachern, die von jedermann eng mit Bayern in Verbindung gebracht wurden, die erhoffte Bühne für ihre Theaterarbeit schaffen. Besonders in den ersten 5 Jahren unter der Intendanz von Jörg-Dieter Haas sorgte vornehmlich die altbekannte Volksschauspielerriege mit Schauspielern wie Gustl Bayrhammer, Beppo Brem, Helmut Fischer, Willy Harlander, Karl Obermayr, Veronika Fitz, Enzi Fuchs, Rita Russek und Maria Singer für die Anziehungskraft des Hauses.

Über viele Jahre prägte Ruth Drexel das Volkstheater maßgeblich. Mit ihrer Inszenierung von Karl Schönherrs Glaube und Heimat mit Hans Brenner in der Hauptrolle wurde 1983 das Haus eröffnet. 5 Jahre später, 1988 übernahm sie selbst federführend die Geschicke des Hauses, das sie - mit Ausnahme einer kurzen Interimsintendanz - bis zum Sommer 2002 leitete. Neben ihren eigenen Auftritten und Inszenierungen haben über viele Jahre vor allem ihr Lebensgefährte Hans Brenner, Nikolaus Paryla, Helen Vita und Christine Ostermayer als große Zuschauermagnete das Volkstheater geprägt.

Die Spielpläne des Hauses legten ihren Schwerpunkt auf die klassische Volkstheaterliteratur. Sie erhielten ihre zeitgenössische Anbindung durch die teilweise enge Zusammenarbeit mit den prägenden Autoren des kritischen Volksstücks Peter Turrini, Martin Sperr, Felix Mitterer und Franz Xaver Kroetz, die am Haus teilweise auch spielten oder inszenierten.

Im Oktober 2002 begann mit dem Antritt von Christian Stückl eine neue Ära am Volkstheater. Mit einem neuen und jungen Ensemble schuf er ein eigenständiges Profil und öffnete das Haus der Arbeit mit jungen Regisseuren, die neben Christian Stückl am Haus inszenieren. Das seit 2005 jährlich stattfindende Festival "Radikal jung" sucht mit großem Erfolg eine Standortbestimmung junger Regie, indem es herausragende Inszenierungen junger Theatermacher aus dem ganzen deutschen Sprachraum in München präsentiert. Wie schon in früheren Jahren ergänzt sich der Abendspielplan durch Gastspiele und Konzerte, erweitert durch Lesungen und Konzerte im Foyer. So gelang es Christian Stückl, neue Publikumsschichten zu erreichen und gleichzeitig die alten zu halten.

Nach mehreren Untersuchungen und Gutachten stellte sich 2012 heraus, dass eine Kernsanierung am Standort in der Brienner Straße nötig sein würde. Das bisherige Haus platzte aus allen Nähten. Es gab zu wenig Platz für Lager, Werkstätten und Probenräume. Das Volkstheater hatte die Bühnenbilder außerhalb der Stadt in über 40 Containern ausgelagert und Probenbühnen angemietet. Zudem war das Theater nicht barrierefrei und es fehlten ein Schnürboden, eine Tiefgarage und auch der Brandschutz müsste verbessert werden. Der Münchner Stadtrat beschloss daher Mitte Dezember 2017 den Neubau des Volkstheaters mit einer Gegenstimme.

Nach einem Wettbewerb fiel die Wahl auf das Stuttgarter Architekturbüro LRO Lederer Ragnarsdóttier Oei und die Firma Georg Reisch aus dem schwäbischen Bad Saulgau als Generalübernehmer. In einem sogenannten Generalübernehmerverfahren verpflichtete sich die Firma Reisch vertraglich, den Neubau zum festgelegten Zeitpunkt und vereinbarten Fixpreis schlüsselfertig zu übergeben. Bis 2021 entstand das neue Volkstheater für eine Summe von 130,7 Millionen Euro auf knapp 18.000 Quadratmetern auf dem Viehhofgelände. Am 15. Oktober 2021 eröffnete Christian Stückl mit seiner Inszenierung von "Edward II." den neuen Standort des Münchner Volkstheaters.
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Aufführungen / Oper Bayerische Staatsoper München München, Max-Joseph-Platz 2
Aufführungen / Theater Residenztheater München München, Max-Joseph-Platz 1
Aufführungen / Theater Staatstheater am Gärtnerplatz München München, Gärtnerplatz 3
Aufführungen / Theater Münchner Kammerspiele München, Falckenbergstraße 1
Aufführungen / Theater theater VIEL LÄRM UM NICHTS - München München, August-Exter-Str. 1
Ereignisse / Tanz Tanzwerkstatt Europa München , Zielstattstraße 10A
Ereignisse / Festival Opernfestival Gut Immling 25.6. bis 14.8.2022
Aufführungen / Theater Teamtheater München München, Am Einlaß 2a / 4
Aufführungen / Aufführung Joint Adventures - Walter Heun
Mo, 8.8.2022, 08:30 Uhr
Aufführungen / Aufführung Joint Adventures - Walter Heun
Mo, 8.8.2022, 20:30 Uhr
Aufführungen / Musical Deutsches Theater München München, Schwanthalerstraße 13
Aufführungen / Kabarett Münchner Lustspielhaus München, Occamstr. 8
Aufführungen / Theater Komödie im Bayerischen Hof München, Promenadeplatz 6
Aufführungen / Theater theater ... und so fort München, Hans-Sachs-Str. 12
Aufführungen / Kabarett Münchner Lach- und Schießgesellschaft München, Ursulastraße 9
Aufführungen / Kulturveranstaltung FestSpielHaus gGmbH München, Quiddestr. 17
Aufführungen / Theater Tatwort Improvisationstheater München, Rumfordstr. 29-31
Aufführungen / Theater Oberanger Theater München München, Oberanger 38
Aufführungen / Oper Fürstbischöfliches Opernhaus Passau Passau, Gottfried-Schäffer-Str. 2 4
Aufführungen / Theater Kleine Bühne München München, Kazmairstraße 66
Aufführungen / Theater fastfood theater München, Betriebsbüro: Häberlstraße 20
Aufführungen / Theater HochX München, Entenbachstr. 37
Aufführungen / Theater TamS-Theater München, Haimhauser Str. 13 a

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