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Münchner Volkstheater

So traditionsträchtig der Begriff Volkstheater klingt, so jung ist seine Geschichte als Haus. 1983 wurde das Münchner Volkstheater am Stiglmaierplatz mit seinen 609 Sitzplätzen durch die Stadt München ermöglicht und eröffnet. Im November 2003 feierte es mit einem großen Heimatabend sein 20jähriges Jubiläum.
Das Haus ist ein Volks-Theater im wahrsten Sinn: Denn neben Schauspielern, Regisseuren und Dramaturgen vom Bayerischen Staatsschauspiel, die ein Bedürfnis nach räumlicher und künstlerischer Ausweitung ihrer Arbeit an und mit der bayerisch-österreichischen Volkstheatertradition hatten, war vor allem das Publikum maßgeblich am Gelingen dieses Gründungsprojektes beteiligt. Ein Großteil der Gesamtumbausumme von 3,9 Millionen Mark, die zur Sanierung und Umgestaltung der Mitte der 50er Jahre erbauten Mehrzweckhalle im Haus des Sports in der Brienner Straße benötigt wurden, kam durch öffentliche Spenden in die Umbaukassen. Zum Beispiel ermöglichten viele großzügige Münchner Bürger, von denen jeder 350 Mark für einen Sitz spendete, die neue Bestuhlung. Dafür wurden sie mit ihrem Namen auf den neuen Sitzen verewigt. Noch heute ist der Verein der Freunde des Münchner Volkstheaters ein wichtiger Förderer des Volkstheaters.

So konnte die Stadt München 1983 einer Reihe von bekannten Schauspielern und Theatermachern, die von jedermann eng mit Bayern in Verbindung gebracht wurden, die erhoffte Bühne für ihre Theaterarbeit schaffen. Besonders in den ersten 5 Jahren unter der Intendanz von Jörg-Dieter Haas sorgte vornehmlich die altbekannte Volksschauspielerriege mit Schauspielern wie Gustl Bayrhammer, Beppo Brem, Helmut Fischer, Willy Harlander, Karl Obermayr, Veronika Fitz, Enzi Fuchs, Rita Russek und Maria Singer für die Anziehungskraft des Hauses.

Über viele Jahre prägte Ruth Drexel das Volkstheater maßgeblich. Mit ihrer Inszenierung von Karl Schönherrs Glaube und Heimat mit Hans Brenner in der Hauptrolle wurde 1983 das Haus eröffnet. 5 Jahre später, 1988 übernahm sie selbst federführend die Geschicke des Hauses, das sie - mit Ausnahme einer kurzen Interimsintendanz - bis zum Sommer 2002 leitete. Neben ihren eigenen Auftritten und Inszenierungen haben über viele Jahre vor allem ihr Lebensgefährte Hans Brenner, Nikolaus Paryla, Helen Vita und Christine Ostermayer als große Zuschauermagnete das Volkstheater geprägt.

Die Spielpläne des Hauses legten ihren Schwerpunkt auf die klassische Volkstheaterliteratur. Sie erhielten ihre zeitgenössische Anbindung durch die teilweise enge Zusammenarbeit mit den prägenden Autoren des kritischen Volksstücks Peter Turrini, Martin Sperr, Felix Mitterer und Franz Xaver Kroetz, die am Haus teilweise auch spielten oder inszenierten.

Im Oktober 2002 begann mit dem Antritt von Christian Stückl eine neue Ära am Volkstheater. Mit einem neuen und jungen Ensemble schuf er ein eigenständiges Profil und öffnete das Haus der Arbeit mit jungen Regisseuren, die neben Christian Stückl am Haus inszenieren. Das seit 2005 jährlich stattfindende Festival "Radikal jung" sucht mit großem Erfolg eine Standortbestimmung junger Regie, indem es herausragende Inszenierungen junger Theatermacher aus dem ganzen deutschen Sprachraum in München präsentiert. Wie schon in früheren Jahren ergänzt sich der Abendspielplan durch Gastspiele und Konzerte, erweitert durch Lesungen und Konzerte im Foyer. So gelang es Christian Stückl, neue Publikumsschichten zu erreichen und gleichzeitig die alten zu halten.

Kontakt

Münchner Volkstheater

Brienner Straße 50
D-80333 München

Telefon: +49 (0)89 / 523 46 55 Karten
Fax: +49 (0)89 / 523 55 - 39

 

Öffnungszeiten der Kasse:
Montag bis Freitag 11 Uhr bis 18 Uhr
Samstag 11 Uhr bis 14 Uhr
Bewertungschronik

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Theater

Wer hat meinen Vater umgebracht

nach Édouard Louis

Premiere: 13. Dezember 2019

Ein autobiographisches Essay des französischen Schriftstellers Édouard Louis. Zentral ist die Beziehung zwischen dem Autor und seinem Vater, die sich von einer anfänglichen beiderseitigen, schweigenden Verachtung zu einem gegenseitigen Verständnis und einer spät eingestandenen Liebe entwickelt. Das Werk mündet in eine scharfe Anklage gegen einzelne Politiker und die Politische Klasse im Allgemeinen, deren Entscheidungen nach Ansicht des Autors für die Schwächsten der Gesellschaft eine Frage von Leben oder Tod bedeuten können. Eine Hommage an den eigenen Vater und dessen gescheiterte Träume.
Das Essay knüpft an seinen Roman "Das Ende von Eddy" an. Das Essay erzählt in nicht-chronologischen Episoden aus der von ärmlichen Verhältnissen und häuslicher Gewalt beherrschten Kindheit und Jugend des Autors. Der Autor beschreibt ein durch den Männlichkeitswahn des Vaters bestimmtes Familienleben in einem Dorf der Picardie. Die Angehörigen schwanken zwischen Anpassung an die kärglichen Lebensumstände und einer paradoxen Selbstbehauptung, die Würde und Selbstwirksamkeit in Äußerlichkeiten und damit letztlich doch in Anpassung findet. Die beschriebenen Situationen aus dem Leben im Unterschichtenmilieu sind von Hilflosigkeit, Demütigung, Scham und Alkohol geprägt. Obgleich immer wieder ein Ausbruch aus diesem Teufelskreis möglich scheint, gelingt er vor allem dem Vater nicht. Der Autor, der homosexuelle Sohn, berichtet in vielen Episoden, wie er und der machistische und rassistische Vater sich durch Einsicht in die Lebensweise des anderen schließlich doch noch annähern.

Regie: Philipp Arnold
Bühne & Kostüm: Belle Santos
Dramaturgie: Katja Friedrich
Musik: Adel Alameddine

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Theater

Am Wiesnrand

von Stefanie Sargnagel

Premiere: 30. Januar 2020

Vielen Münchnern Höhepunkt des Jahres, anderen ein Graus: das Oktoberfest. 6,3 Millionen Besucher aus aller Welt, 124 verzehrte Ochsen, 7,5 Millionen Mass, 717 Alkoholvergiftungen, 924 gemeldete Straftaten, 2685 Fundsachen lautete die Bilanz des letzten Jahres. Was vor über 200 Jahren mit einem Pferderennen im Zuge der Hochzeitsfeierlichkeiten des Kronprinzen Ludwig I. mit seiner Braut Therese begann, verspricht heute einen 16 Tage währenden Ausnahmezustand feuchtfröhlichen Gelages. Denn klar ist: Auf dem größten Volksfest der Welt gelten eigene Regeln. Zwischen Tradition und Trachtenfasching, bayerischer Gemütlichkeit und Exzess, Riesenrad und Kotzhügel entsteht so Jahr für Jahr ein außergewöhnlicher sozialer Ort, den die Wiener Autorin Stefanie Sargnagel in seinen vielen Facetten unter die Lupe nimmt. Was sie auf der Wiesn 2019 inmitten enthemmter Massen, großer Gefühle und niederer Triebe erlebt, bringt Christina Tscharyiski auf die Bühne; nach „JA EH! – Beisl, Bier und Bachmannpreis“, das den Publikumspreis des Radikal jung Festivals 2018 gewann, ihre zweite Inszenierung eines Sargnagel-Textes.

Regie: Christina Tscharyiski
Bühne: Sarah Sassen
Kostüm: Lejla Ganic

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Theater

Der Kaufmann von Venedig

von William Shakespeare

Ein Pfund Menschenfleisch als Pfand für dreitausend Dukaten. Um Geld für seinen Freund Bassanio aufzutreiben, der in Belmont um die reiche Porzia werben möchte, geht der Kaufmann Antonio ein bizarres Geschäft ein: Ein Stück aus seinem Leib darf ihm der Geldverleiher Shylock herausschneiden, sollte er den Kredit nicht zurückzahlen können. Antonio akzeptiert, denn sind seine Schiffe erst zurückgekehrt, schwimmt er im Geld. Der Einsatz auf dem Schuldschein sei ohnehin nur Spaß, behauptet Shylock. Insgeheim jedoch hasst er Antonio, mit ihm die ganze venezianische Gesellschaft, die ihn, den Juden, seit je mit Füßen tritt und nur an seinem Geld interessiert ist. Als seine Tochter Jessica zum allgemeinen Spott mit dem Christen Lorenzo durchbrennt, sieht Shylock rot. In seine Wut bricht die Nachricht von Antonios Ruin herein, dessen Schiffe alle gesunken sind. Von Rachedurst getrieben fordert Shylock nun sein Pfand. Währenddessen hat Bassanio in Belmont die Aufgabe gelöst, an der die anderen Verehrer scheiterten, und Porzia samt ihrem Vermögen zur Seinen gemacht. Als er von Antonios Schicksal hört, eilt er zurück nach Venedig, um Shylock doppelt und dreifach auszubezahlen, doch diesem geht es längst nicht mehr um Geld. Verkleidet als Rechtsexperte mischt sich schließlich Porzia in die Gerichtsverhandlung ein. Als auch ihr Gnadenappell Shylock nicht erweicht, dreht sie den Spieß brutal um und hinter dem edlen Schein Venedigs und Belmonts tritt eine feindselige, hermetische Oberschicht hervor, die die eigenen Werte im Handumdrehen verrät.

Regie: Christian Stückl
Bühne & Kostüm: Stefan Hageneier
Musik: Tom Wörndl
Dramaturgie: Rose Reiter

1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

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Theater

Der haarige Affe

von Eugene O'Neill

Yank, Heizer im Kesselraum eines Luxusdampfers, ist erfüllt vom Glauben an Technik und Fortschritt, überzeugt von seiner eigenen Kraft und Leistungsfähigkeit. Ein Blick aus den Augen einer Millionärstochter, die aus Sensationslust in den Kesselraum hinuntersteigt, löst in ihm einplötzliches Erkennen seiner Situation aus: Er begreift sich als minderwertige Kreatur, als haarigen Affen, der nirgends dazugehört. Sein Rachefeldzug führt ihn auf die mondäne Fifth Avenue, doch sein Versuch, Passanten zu provozieren, scheitert an deren kühler Überlegenheit. Schließlich wird er von der Polizei niedergeknüppelt und ins Gefängnis gebracht. Nach seiner Entlassung wendet er sich an die Gewerkschaft, aber auch hier findet er keine Aufnahme. So bleibt ihm als letztes der Weg in den Zoo, zum Affengehege, doch der freigelassene Affe zerquetscht ihn in tödlicher Umarmung.

Regie: Abdullah Kenan Karaca
Bühne: Vincent Mesnaritsch
Kostüm: Elke Gattinger

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Theater

Hedda Gabler

von Henrik Ibsen

„Einmal in meinem Leben will ich Macht besitzen über das Schicksal eines anderen Menschen.“ Hedda Gabler. Die Geschichte einer Frau, welche keinen anderen Ausweg aus ihrem selbst geschaffenen goldenen Käfig findet als den Freitod.

Als Generalstochter in ihrer von Männern und bürgerlichen Prinzipien geprägten Welt wird sie so sehr von der Angst vor dem sozialen Abstieg beherrscht, dass sie sich entgegen ihrer Gefühle für die vermeintliche Sicherheit der Ehe mit Jorgen Tessmann entscheidet. Jorgen Tessmann, ein aufstrebender Historiker, rechnet fest mit seiner anstehenden Professur. In einem Anflug aus Euphorie und um seiner anspruchsvollen Frau etwas bieten zu können, hat er sich Geld geliehen und ihnen ein prunkvolles Zuhause errichtet. Kaum kommen die beiden ernüchtert aus den Flitterwochen wieder, erreichen sie unerwartete Neuigkeiten. In ihrer Abwesenheit ist Eilert Lövborg, ein ehemaliger Verehrer Heddas und Kollege von Tessmann, zurück in die Stadt gekommen. Mit Hilfe Thea Elvstedt hat er nicht nur seinen Alkoholismus überwunden und so seinen guten Namen wieder hergestellt, sondern auch soeben ein Aufsehen erregendes kulturgeschichtliches Buch geschrieben, dessen visionärer zweiter Teil kurz vor der Veröffentlichung steht.

Heddas Lebensplan fällt wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Ihre Sicherheiten schwanken, Tessmann ist verschuldet, seine Professur steht durch den Auftritt Lövborgs auf der Kippe, und Hedda erkennt durch das Auftauchen Lövborgs ihre Feigheit nicht nach ihren Gefühlen gehandelt zu haben. Ihre Möglichkeit auf ein „wahres Leben“ scheint somit vertan. Geführt von Eifersucht und Verzweiflung hintergeht Hedda ihren Ehemann, vernichtet die Verbindung zwischen Fräulein Elvstedt und Lövborg, treibt Lövborg zurück in den Alkoholismus, verbrennt sein noch nicht veröffentlichtes visionäres Manuskript und bringt ihn zuletzt zum Selbstmord „in Schönheit“. Voller Hass reißt sie ihren Mitmenschen die Masken von den Gesichtern, um ihre existenzielle Leere zu füllen. Doch ihr Amoklauf bringt ihr nur kurzweilige Genugtuung. Sie fällt zurück in ihre Lethargie und die Macht, die sie über andere besitzen wollte, resultiert in ihrer eigene Ohnmacht.

Regie: Lucia Bihler
Bühne: Jana Wassong
Kostüme: Laura Kirst
Musik: Jörg Gollasch

1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

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Theater

Alles Weitere kennen Sie aus dem Kino

von Martin Crimp

nach Euripides' "Die Phönizierinnen"

Mit einem riesigen Heer lagert Polyneikes vor den Toren Thebens. Er ist zurück in die Heimat gekehrt, um von seinem Bruder den Thron zu verlangen, so wie es einst vereinbart war. Doch Eteokles weigert sich, zu gut fühlt sich die Macht in seinen Händen an, und so folgt ihrem Streit ein Massaker, das erst beendet ist, als sie im Zweikampf gegenseitig sich erschlagen. Ihr Tod reiht sich ein in eine lange Kette von Grausamkeiten, die die Geschichte Thebens durchzieht und deren Verlauf, so scheint es, unausweichlich vorbestimmt ist. Vor den Schicksalssprüchen des Orakels gibt es kein Entrinnen, doch geht eine Entscheidung jeder Tat voraus. Ödipus, der den Vater tötet und die Mutter Iokaste heiratet, ihre Söhne Eteokles und Polyneikes, deren Starrsinn jeden Versöhnungsversuch zunichtemacht, ihre Tochter Antigone, die sich erbittert ihrem Onkel Kreon widersetzt – sie sind die Protagonisten eines nicht enden wollenden Familiendramas mit katastrophalen Folgen für das ganze Land. Der britische Dramatiker Martin Crimp projiziert die fluchbeladenen Verstrickungen des antiken Mythos auf einen Kriegsschauplatz unserer Tage, an dem zweifelhafte Machtansprüche Gewalt legitimieren und das Private mehr denn je politisch ist.

Regie: Mirja Biel
Bühne: Matthias Nebel
Kostüme : Katrin Wolfermann
Musik: Fee Kürten
Video: Rosanna Graf
Dramaturgie: Rose Reiter

ca. 1 Stunde 40 Minuten

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Theater

Die Physiker

von Friedrich Dürrenmatt

In einem Schweizer Sanatorium versteckt sich der Physiker Möbius. Er hat eine Entdeckung von solcher Tragweite gemacht, dass er sie lieber vor der Welt geheim halten möchte. Zwei seiner Mitpatienten, Newton und Einstein, geben vor, sich ebenfalls für Forscher zu halten. Als dann die drei Krankenschwestern, die sich um die vermeintlichen Physiker kümmern, ermordet werden, beginnt die Polizei im Sanatorium zu ermitteln. Doch in Dürrenmatts Komödie ist nichts wie es scheint. Nach dem Prinzip des Krimis entpuppen sich die Mitinsassen als Geheimagenten, die Insassen als Herren ihres Verstandes und die Anstaltsleiterin als die eigentliche Wahnsinnige.

Regie: Abdullah Kenan Karaca
Bühne: Vincent Mesnaritsch
Kostüm: Elke Gattinger
Dramaturgie: Kilian Engels

ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

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Theater

Warten auf Godot

von Samuel Beckett

Wladimir und Estragon kommen nicht von der Stelle. Seit einer Ewigkeit schon warten die beiden in einer verlassenen Gegend auf einen gewissen Herrn Godot. Nichts Genaues wissen sie über ihn, nicht einmal, ob Ort und Zeit ihrer Verabredung stimmen, doch setzen sie große Hoffnungen auf ihn. Mit einer Bitte, einer Art Gesuch, haben sie sich an ihn gewandt, Godot aber lässt sich entschuldigen. Jeden Tag aufs Neue. Längst ist das Warten für Wladimir und Estragon zum einzigen Lebensinhalt geworden, dient alles, was sie tun, nur dazu die Zeit und die Langeweile zu vertreiben. Sie erfinden Spiele, Denk- und Leibesübungen, zanken und versöhnen sich, kümmern sich rührend umeinander und versuchen vergeblich den anderen zu verlassen. In irrwitzigen Schleifen reden sie gegen die unheimliche Stille an, in der sie die Angst vor der Einsamkeit und der inneren Leere zu verschlingen droht. Sie brauchen einander, als Zuhörer und Kamerad, schon allein um sich der eigenen Existenz zu vergewissern; denn während die Tage in Bedeutungslosigkeit zerrinnen, fällt es ihnen zunehmend schwerer, sich an ihre Geschichte zu erinnern, Einbildung und Wirklichkeit auseinander zu halten. Immerhin bringen die Begegnungen mit dem reichen Pozzo, der seinen Sklaven Lucky tyrannisiert, ein wenig Abwechslung: auch sie untrennbar miteinander verbunden, fest verankert in einem Macht- und Abhängigkeitsgefüge, das sie in grotesker Komik zur Schau stellen.

Eine Interpretation seiner Werke wollte Samuel Beckett nie vorgeben – wer Godot sei, ob er überhaupt existiere, das wisse er selbst nicht. Eine Parabel über die existenzielle Unbehaustheit des Menschen und seine Sehnsucht nach Erlösung in einer Welt, die keinen Sinn ergibt? Beckett schrieb „Warten auf Godot“ kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs; möglich auch, dass er darin eine konkrete historische Situation zweier Juden, die 1943 auf einen Schleuser warten, skizzierte bzw. eigene Fluchterfahrungen vor den Nazis verarbeitete, die er aufgrund seiner Aktivitäten in der Résistance machen musste. Die Uraufführung 1953 jedenfalls machte den irischen Autor beinahe über Nacht weltberühmt und zu einem der wichtigsten Vertreter des absurden Theaters.

Regie: Nicolas Charaux
Bühne & Kostüm: Pia Greven
Dramaturgie: Rose Reiter

2 Stunden 20 Minuten, eine Pause

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Theater

Die lächerliche Finsternis

von Wolfram Lotz

Hauptfeldwebel Oliver Pellner und Unteroffizier Stefan Dorsch werden von der deutschen Bundeswehr nach Afghanistan entsandt, um den verschollenen Oberstleutnant Karl Deutinger aufzuspüren. Wahnsinnig geworden inmitten der endlosen Wildnis soll Deutinger seine beiden Kameraden umgebracht haben, die mit ihm als Spezialeinheit auf eine streng geheime Mission geschickt wurden. Nun muss er selbst sterben. So der Auftrag der deutschen Bundeswehr. Vor dem Landgericht Hamburg steht zur gleichen Zeit der somalische Pirat Ultimo Michael Pussi angeklagt, der der Einfachheit halber Deutsch spricht und auch ansonsten den gängigen Afrika-Klischees nicht so recht entsprechen möchte. Reverend Carter dagegen ist auf christlicher Mission unterwegs, um gegen das grausame Verhüllungsgebot exotischer Schönheiten vorzugehen. Die Reise der beiden Offiziere ins Coppola-Conradsche „Herz der Apokalypse“ führt zu allerhand skurrilen Begegnungen, die mit entlarvendem Humor die vermeintliche Fremdheit der Anderen als Produkt von Kolonialismus, Globalisierung und westlich-exotistischer Phantasien zeigt.

Wolfram Lotz Bearbeitung „Die lächerliche Finsternis“ basiert auf Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ und Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ und wurde ursprünglich als Hörspieltext konzipiert. Das Stück wurde 2015 mit dem Nestroy-Theaterpreis ausgezeichnet und von der Zeitschrift „Theater heute“ zum „Deutschsprachigen Stück des Jahres“ gewählt.

Regie: Lukian Guttenbrunner
Dramaturgie: Daphne Ebner

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Theater

Herakles

Herakles, gezeugt von Zeus mit Alkmene, während ihr Mann Amphytrion im Krieg ist. Nicht Mensch, nicht Gott, sondern irgendetwas dazwischen. Mit übermenschlichen Kräften begabt, aber von Zeus‘ Frau Hera mit rasendem Zorn ein Leben lang verfolgt. Sein Leben besteht aus Arbeit, die er in würdeloser Abhängigkeit verbringen muss. In einem Anfall von Wahnsinn tötet er seine Frau und seine Kinder. Er befragt das Orakel von Delphi, was er tun muss, um diese Tat zu sühnen. Die Antwort ist: mehr arbeiten. Herakles als abhängig Beschäftigter, als Mann fürs Grobe, als Krieger und Kolonist, der bis an die Grenzen seiner Welt hetzt und darüber hinaus.

Regie: Simon Solberg
Bühne: Simon Solberg
Kostüm & Mitarbeit Bühne: Katja Strohschneider
Dramaturgie: Kilian Engels

1 Stunde 35 Minuten, keine Pause

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Theater

Amsterdam

von Maya Arad Yasur

Die Protagonistin aus Maya Arad Yasurs Stück, eine schwangere, israelische Violinistin, die in Amsterdam lebt, findet eines Morgens eine unbeglichene Gasrechnung von 1944 vor ihrer Tür. Innerhalb der nächsten 24 Stunden versucht sie herauszufinden, wer als eigentlicher Empfänger hinter der mysteriösen Gasrechnung steckt. Ihre Recherchen führen sie tief in die historischen Ereignisse, die sich in ihrem Wohnhaus während der Zeit des Holocaust zugetragen haben. Die vermeintlich offene, multikulturell geprägte Gesellschaft Amsterdams erscheint im Zuge ihrer Nachforschungen zunehmend feindselig und sie selbst plötzlich fremd in der ihr bis dahin vertrauten Umgebung. Verschiedene Stimmen rekonstruieren und spekulieren in Maya Arad Yasurs Text darüber, was wirklich passiert sein könnte, wobei sie sich gegenseitig ergänzen, wiedersprechen und ins Wort fallen, in dem Versuch, eine gemeinsame Lesart der Geschichte zu entwickeln. Humorvoll und differenziert verweist die Autorin auf die blinden Flecken moderner Metropolgesellschaften und zeigt, wie Geschichte und Geschichtsaufarbeitung bis heute in unsere Gegenwart hineinwirken.

Das Stück „Amsterdam“ der israelischen Autorin Maya Arad Yasur gewann 2018 den Werkauftrag des Stückemarkts des Berliner Theatertreffens und wird als Deutschsprachige Erstaufführung in der Regie von Sapir Heller am Volkstheater gezeigt.

Regie: Sapir Heller
Bühne & Kostüm: Anna van Leen
Musik: Kim Twiddle
Dramaturgie: Daphne Ebner

1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

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Theater

Kurze Interviews mit fiesen Männern

nach David Foster Wallace

Unermüdlich kreisen die Männer in David Foster Wallace´ 1999 erschienenem Erzählband um sich selbst und reden sich dabei um Kopf und Kragen. In fiktiven Interviews offenbaren sie Bedürfnisse und geheime Fantasien, erzählen von ihren Beziehungen zu Frauen, der Angst (weiblichen) Erwartungen nicht gerecht zu werden genauso wie von brutalen Machtspielen und gewissenlosen Aufreiß-Taktiken. Geständnisse voll nagender Selbstzweifel stehen neben überheblichem Geschwätz und Männlichkeitswahn, provozieren Verständnis und Abscheu zugleich. Mit beißendem Zynismus zeichnet Wallace ein Psychogramm hochneurotischer, selbstreflexiver Männer, das tief in einen panischen Kampf um Souveränität blicken lässt, dabei jedoch immer wieder dazu drängt, eigene reflexhafte Denkmuster oder Rollenbilder zu hinterfragen.

Regie: Abdullah Kenan Karaca
Bühne: Vincent Mesnaritsch
Kostüm: Elke Gattinger
Dramaturgie: Rose Reiter

1 Stunde 50 Minuten, keine Pause

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Theater

Schöne Neue Welt

nach Aldous Huxley

In der Schönen Neuen Welt gibt es keinen Krieg, keine Eifersucht, keine Trauer, keine Krankheit, keine Armut, keinen Gott, keine Kunst. In Stabilität genießen die Menschen ihr Leben. Sie pflanzen sich künstlich fort, werden schon vor der Geburt in Kasten eingeteilt und so konditioniert, dass sie mit dem, was sie sind und haben, zufrieden sind. Jeder gehört jedem, der leidbringende Individualismus ist abgeschafft - es regiert das Kollektiv. Jeder ist und fühlt sich nützlich – auch für beste Unterhaltung wird gesorgt. Und das Glück ist mit der Droge Soma jedem und jederzeit zugänglich. Lohnt es sich hier, für eine Freiheit zu kämpfen, nach der niemand mehr verlangt?
Aldous Huxley schrieb Brave New World als überspitzte Dystopie dessen, was im Erscheinungsjahr 1932 für die Zukunft möglich schien. Am Volkstheater wird der Klassiker der Weltliteratur nun auf seine Aktualität befragt: Wie sehr haben wir uns heute mit unserer Welt Huxleys Kosmos schon angenähert? Und: Ist die Schöne Neue Welt eigentlich wirklich so dystopisch?

Regie: Felix Hafner
Bühne: Camilla Hägebarth
Kostüme: Janina Brinkmann
Musik: Clemens Wenger
Choreographie: Vasna Aguilar
Dramaturgie: Nikolai Ulbricht

2 Stunden, keine Pause

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Theater

Mein Kampf

von George Tabori

In einem Männerwohnheim in der Wiener "Blutgasse" mietet sich der junge Künstler Adolf Hitler ein, der seine Studien an der Wiener Kunstakademie zu verfeinern sucht. Er trifft dort auf den jüdischen Buchhändler Schlomo Herzl, der sich mütterlich sorgend um den unerfahrenen Provinzler zu kümmern beginnt. Herzl wird zum Schöpfer seiner charakteristischen Barttracht und unterrichtet ihn in demagogischen Kunstgriffen. Gleichzeitig brechen sich Hitlers antisemitische Ressentiments immer stärker Bahn. Als Herzl sein künstlerisches Talent anzweifelt, erregt sich dieser und vermutet dahinter eine weltweite Verschwörung der Ahnen Zions.

Regie: Christian Stückl
Bühne & Kostüme: Stefan Hageneier
Musik: Tom Wörndl

2 Stunden 45 Minuten, eine Pause

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Theater

Volpone

von Stefan Zweig

Der reiche Volpone setzt darauf, dass seine Mitbürger in Venedig genauso habgierig sind wie er. Er lässt über seinen Diener Mosca das Gerücht, er sei sterbenskrank. Der Plan gelingt: Die Erbschleicher kommen auch gleich und überhäufen ihn mit Geschenken, in der Hoffnung in seinem Testament bedacht zu werden. Einer ist gar bereit, Volpone seine Frau für eine Liebesnacht zu überlassen. Volpone und Mosca amüsieren sich köstlich, bis die Sache auffliegt. Aber da die Erbschleicher nicht wollen, dass Volpone verurteilt wird und der Staat sein Geld kassiert, sorgen sie dafür, dass er freigesprochen wird. Nun lässt Volpone die Nachricht von seinem Ableben verbreiten, um sich an der Schlacht ums Erbe zu weiden. Vorher verspricht er Mosca sein gesamtes Vermögen. Ein Schritt, den er noch bereuen wird…

Regie: Abdullah Kenan Karaca
Bühne: Vincent Mesnaritsch
Kostüm: Elke Gattinger
Dramaturgie: Katja Friedrich

2 Stunden 40 Minuten, eine Pause

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Theater

Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben

von Franz von Kobell / Kurt Wilhelm

Der Brandner Kaspar überlistet den Tod. Als der Boandlkramer kommt, um ihn zu holen, macht er ihn mit Kerschgeist betrunken und schwindelt ihm beim Kartenspiel einige weitere Lebensjahre ab. Die Sache wird jedoch im Himmel beim Portner Petrus bekannt. Der duldet keine Abweichungen im göttlichen Schicksalsablauf. Da bleibt dem Boandlkramer nur eine Chance: den Brandner die Freuden der paradiesischen Ewigkeit auf Probe vorkosten zu lassen.

Das ewige Drama um Leben und Tod ist hier eine Komödie. Weil es ein Einzelner vermag, die Allmacht des Todes und die himmlischen Schicksalsmächte mit seiner Schlitzohrigkeit und Dickköpfigkeit zu überlisten.

Regie: Christian Stückl
Bühne: Alu Walter
Kostüme: Ingrid Jäger
Dramaturgie: Volker Bürger
Musik: Junge Riederinger Musikanten
Musikalische Mitarbeit: Markus Zwink

3 Stunden 10 Minuten, eine Pause

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1 Theater

Felix Krull

nach Thomas Mann

Mit seinem "Felix Krull" gelangen Thomas Mann die hinreißenden Memoiren eines gerissenen Kriminellen und Fantasten, der die gute Gesellschaft mit Leichtigkeit um den Finger wickelt und sich so seinen Weg nach oben bahnt. Felix Krull löst sich aus seinem bankrotten Elternhaus im Rheingau, um mit "natürlicher Begabung für gute Form" den Reichen, Schönen und Mächtigen genau das vorzuspielen, was diese in ihm sehen wollen. Auf diese Weise entzieht er sich dem Militär, verführt spielend die Pariser Damenwelt und lauscht schließlich mit dem von Enterbung bedrohten Marquis de Venosta seine Identität. Einem glanzvollen Leben voller "Liebeslust" scheint nun nichts mehr im Wege zu stehen ... Felix, der Glückliche, der Kaiser der Schwindler und Diebe.

Regie: Bastian Kraft
Ausstattung: Anna van Leen

Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

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Theater

Nathan der Weise

von Gotthold Ephraim Lessing

Als Nathan, ein reicher Jude, von einer Geschäftsreise zurückkehrt, erfährt er, dass seine Tochter Recha dank eines jungen Tempelherrn vor dem Feuertod gerettet wurde. Jener ist Christ und verdankt sein eigenes Leben dem Sultan Saladin, einem Muslim. Dieser fühlte sich beim Anblick des jungen Mannes an seinen toten Bruder Assad erinnert und hob daraufhin das Todesurteil gegen den Tempelherrn in einem Akt von Gnade auf. Recha und ihre Gesellschafterin, die Christin Daja, sehen in dieser Fügung ein Wunder – nicht aber Nathan, der seiner Tochter derlei Gedanken austreibt. Gleichzeitig schafft er es den Tempelherrn mit klugen Argumenten und als Dank für dessen Tat zu einem Besuch bei Recha zu bewegen. Der Sultan, in einer finanziell brenzligen Lage steckend, befolgt den Ratschlag seiner Schwester Sittah und testet die Freigebigkeit, des dafür in der ganzen Stadt gerühmten Nathan. Er stellt ihm die Frage nach der wahren Religion. Nathan rettet sich mit einem schlauen Einfall und erzählt dem Sultan ein Märchen, die Ringparabel.
Lessings Drama spielt im Jerusalem, der Stadt der Weltreligionen, zur Zeit der Kreuzzüge. Es zeigt die Verwandtschaft von Judentum, Christentum und Islam und handelt von der Idee einer aufgeklärten Humanität. Nathan der Weise erzählt von religiösem Fanatismus, von Ethik und Vernunft, und proklamiert das Prinzip friedliebender koexistierender Religionen in einer toleranten Gesellschaft.

Regie: Christian Stückl
Bühne & Kostüme: Stefan Hageneier
Musik: Tom Wörndl
Dramaturgie: David Heiligers

3 Stunden, eine Pause

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Theater

Der Kontrabass

von Patrick Süskind

Seit 25 Jahren brilliert Nikolaus Paryla in dem Monodrama über das Leben eines Hinterbänklers im städtischen Orchester. Er ist der Orchesterbeamte mit bescheidenem Talent, der sich mit seinem Zaudern sowohl in der Musik als auch bei der Liebe immer wieder selbst im Wege steht. Niemals wird er die Musik so spielen können, wie er sie empfindet.

Regie: Nikolaus Paryla
Bühne: Gerhard Zahn
Kostüme: Antje Lau

1 Stunde 20 Minuten, keine Pause

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Familienprogramm

Krippenspiel - Ein Stern ist aufgegangen

Die Riederinger Hirtabuam, Kinder aus Oberammergau und eine Ziege erzählen singend und spielend zusammen mit der Kirchleiten Saitenmusik und den Riederinger Bläsern die Weihnachtsgeschichte wie sie sich vor 2000 Jahren im bayrischen Judäa zugetragen hat.

Das altbayrische Krippenspiel "Ein Stern ist aufgegangen" mit Texten von Carl Orff, Ludwig Thoma und Tobias Reiser erzählt die Weihnachtsgeschichte ausgehend von dem Gebot des Kaisers Augustus über die Herbergssuche in Bethlehem bis zur Geburt Christi und darüber hinaus.

Leitung: Georg Staber und Christian Stückl

1 Stunde 20 Minuten, keine Pause

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Münchner Volkstheater

So traditionsträchtig der Begriff Volkstheater klingt, so jung ist seine Geschichte als Haus. 1983 wurde das Münchner Volkstheater am Stiglmaierplatz mit seinen 609 Sitzplätzen durch die Stadt München ermöglicht und eröffnet. Im November 2003 feierte es mit einem großen Heimatabend sein 20jähriges Jubiläum.
Das Haus ist ein Volks-Theater im wahrsten Sinn: Denn neben Schauspielern, Regisseuren und Dramaturgen vom Bayerischen Staatsschauspiel, die ein Bedürfnis nach räumlicher und künstlerischer Ausweitung ihrer Arbeit an und mit der bayerisch-österreichischen Volkstheatertradition hatten, war vor allem das Publikum maßgeblich am Gelingen dieses Gründungsprojektes beteiligt. Ein Großteil der Gesamtumbausumme von 3,9 Millionen Mark, die zur Sanierung und Umgestaltung der Mitte der 50er Jahre erbauten Mehrzweckhalle im Haus des Sports in der Brienner Straße benötigt wurden, kam durch öffentliche Spenden in die Umbaukassen. Zum Beispiel ermöglichten viele großzügige Münchner Bürger, von denen jeder 350 Mark für einen Sitz spendete, die neue Bestuhlung. Dafür wurden sie mit ihrem Namen auf den neuen Sitzen verewigt. Noch heute ist der Verein der Freunde des Münchner Volkstheaters ein wichtiger Förderer des Volkstheaters.

So konnte die Stadt München 1983 einer Reihe von bekannten Schauspielern und Theatermachern, die von jedermann eng mit Bayern in Verbindung gebracht wurden, die erhoffte Bühne für ihre Theaterarbeit schaffen. Besonders in den ersten 5 Jahren unter der Intendanz von Jörg-Dieter Haas sorgte vornehmlich die altbekannte Volksschauspielerriege mit Schauspielern wie Gustl Bayrhammer, Beppo Brem, Helmut Fischer, Willy Harlander, Karl Obermayr, Veronika Fitz, Enzi Fuchs, Rita Russek und Maria Singer für die Anziehungskraft des Hauses.

Über viele Jahre prägte Ruth Drexel das Volkstheater maßgeblich. Mit ihrer Inszenierung von Karl Schönherrs Glaube und Heimat mit Hans Brenner in der Hauptrolle wurde 1983 das Haus eröffnet. 5 Jahre später, 1988 übernahm sie selbst federführend die Geschicke des Hauses, das sie - mit Ausnahme einer kurzen Interimsintendanz - bis zum Sommer 2002 leitete. Neben ihren eigenen Auftritten und Inszenierungen haben über viele Jahre vor allem ihr Lebensgefährte Hans Brenner, Nikolaus Paryla, Helen Vita und Christine Ostermayer als große Zuschauermagnete das Volkstheater geprägt.

Die Spielpläne des Hauses legten ihren Schwerpunkt auf die klassische Volkstheaterliteratur. Sie erhielten ihre zeitgenössische Anbindung durch die teilweise enge Zusammenarbeit mit den prägenden Autoren des kritischen Volksstücks Peter Turrini, Martin Sperr, Felix Mitterer und Franz Xaver Kroetz, die am Haus teilweise auch spielten oder inszenierten.

Im Oktober 2002 begann mit dem Antritt von Christian Stückl eine neue Ära am Volkstheater. Mit einem neuen und jungen Ensemble schuf er ein eigenständiges Profil und öffnete das Haus der Arbeit mit jungen Regisseuren, die neben Christian Stückl am Haus inszenieren. Das seit 2005 jährlich stattfindende Festival "Radikal jung" sucht mit großem Erfolg eine Standortbestimmung junger Regie, indem es herausragende Inszenierungen junger Theatermacher aus dem ganzen deutschen Sprachraum in München präsentiert. Wie schon in früheren Jahren ergänzt sich der Abendspielplan durch Gastspiele und Konzerte, erweitert durch Lesungen und Konzerte im Foyer. So gelang es Christian Stückl, neue Publikumsschichten zu erreichen und gleichzeitig die alten zu halten.
Öffnungszeiten der Kasse:
Montag bis Freitag 11 Uhr bis 18 Uhr
Samstag 11 Uhr bis 14 Uhr

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Münchner Volkstheater

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Aufführungen / Aufführung ZWEITE REIHE - erstKlassik
So, 15.12.2019, 18:00 Uhr
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Aufführungen / Theater Oberanger Theater München München, Oberanger 38
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Aufführungen / Theater TheaterRaum München München, Hans-Sachs.Str. 12
Aufführungen / Theater Sensemble Theater Kulturfabrik Augsburg, Bergmühlstraße 34
Aufführungen / Theater Kleine Bühne München München, Kazmairstraße 66
Aufführungen / Theater Athanor Akademie Burghausen, Burg 7b
Aufführungen / Theater fastfood theater München, Betriebsbüro: Häberlstraße 20
Aufführungen / Theater HochX München, Entenbachstr. 37
Aufführungen / Kabarett Kulturhaus Kresslesmühle Augsburg, Barfüßerstraße 4
Aufführungen / Theater Teamtheater Tankstelle München, Am Einlaß 2a
Aufführungen / Theater TamS-Theater München, Haimhauser Str. 13 a
Aufführungen / Theater Theater werkmünchen München, Grafinger Straße 6/103
Aufführungen / Theater Theaterschule Yorick München, Quiddestr. 17

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