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Radikal jung

Das Festival für junge Regie
27.4. bis 5.5.2019


Radikal jung 2019 findet zum 15. Mal statt und zeigt Inszenierungen junger Regisseur*innen am Münchner Volkstheater.

Ziel des Festivals ist es, die neue Generation der Theatermacher zu fördern, ihre thematischen und ästhetischen Vorlieben aufzuzeigen und sowohl einem Fachpublikum als auch einer breiten Öffentlichkeit Perspektiven einer möglichen Theaterlandschaft von morgen aufzuzeigen.

Der Intendant des Münchner Volkstheaters Christian Stückl und der Festivalleiter Kilian Engels freuen sich sehr, eine neue Generation von Regisseur*innen in München vorzustellen und so an die Tradition der vorangegangenen Theaterfestivals anzuknüpfen.

Kontakt

Radikal jung
Münchner Volkstheater GmbH
Brienner Straße 50
D-80333 München

Telefon: +49 (0)89 / 523 46 55 Karten
Fax: +49 (0)89 / 523 55 - 39

 

Öffnungszeiten der Kasse:
Montag bis Freitag 11 Uhr bis 18 Uhr
Samstag 11 Uhr bis 14 Uhr
Theater

Medusa Bionic Rise

von THE AGENCY

"Your body does not make you. Your body makes a society.
What do you wanna transform? - Everything."

Wie kann eine Bewegung politisch sein? Und was bedeutet ein Körper im post-digitalen Zeitalter? In ihrer Serie „Movements“ beschäftigt sich THE AGENCY mit dem Potenzial körperlicher und politischer Bewegungen und ihrer Zusammenhänge. Der immersiven Arbeit "Medusa Bionic Rise" liegt die Beschäftigung mit gegenwärtigen Phänomenen körperlicher und mentaler Selbstoptimierung zugrunde, die in trans-humanistischen Visionen der Verschmelzung von Körper und Technik ihre Zuspitzung findet. THE AGENCY entwirft mit "Medusa Bionic Rise" eine Untergrundbewegung, die radikale Selbstoptimierung in der Grauzone zwischen Selbstermäch-tigung und Selbstbeherrschung betreibt. Die Bewegung eignet sich das Wissen globaler Konzerne an, die primär von neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz profitieren. Als Online- und Offline-Bewegung ist Medusa Bionic Rise Entwurf eines potentiellen Widerstands im post-digitalen Zeitalter. Die Zuschauenden sind als potentielle Newcomer eingeladen, den Aktionen der MBR Member beizuwohnen und ihnen in Challenges zu folgen.

Künstlerische Leitung: THE AGENCY
Bühne: Belle Santos
Kostüm: Magdalena Emmerig
Dramaturgie: Rahel Spöhrer
Regie: Yana Thönnes
Sound Design: Nile Koetting
Video & Website : Hrefna Hoern Leifsdottir
Programmierung Avatar : Elisabeth Meyer
Voice-Over: Mona Vojacek-Koper
Produktionsleitung SISK: Sabine Klötzer
Produktionsleitung Touring: Sofie Luckhardt

Mit freundlicher Unterstützung von openmind-shop.de, GoMo Energy, SuddenRush GUARANA

Eine Produktion von THE AGENCY GbR und Treibstoff Festival Basel, mit freundlicher Unterstützung der Münchner Kammerspiele
Theater

Durée d’exposition

von Animal Architecte

Was erzählt die Bildentwicklung in der analogen Fotografie über die Wirklichkeit? Das Bild, das man aus der Realität nimmt, in einen Ausschnitt bringt und mittels Auslöser durch die vorher bestimmte Dauer des Lichteinfalls auf eine beschichtete Folie brennt, bleibt unsichtbar – bis der Film durch einen weiteren chemischen Prozess entwickelt und das Bild, ein weiteres Mal belichtet, auf dem Fotopapier wieder sichtbar wird. Wo ist das Bild in diesem Zwischenreich? Was bedeutet es, ein Bild einzufangen? In der Kunst? Auf dem Theater? Und wovon genau? Von einem Leben, einem Gefühl, Beziehungen, einem Versprechen? Will man es überhaupt, dass die Dinge sichtbar werden? Oder nutzt man nur die Gelegenheit, sich selbst zur Schau zu stellen? Zusammen mit ihrem 2017 gegründeten Ensemble Animal Architecte verwandelt Camille Dagen den fotografischen Prozess auf der Bühne zu einem poetischen und philosophischen Spiel um Präsenz und Wirklichkeit, Gedanke und Gefühl, Ordnung und Poesie. Im Labor der empfindlichen Oberflächen entstehen zarte und verblüffende, extrovertierte wie introvertierte Momente um den rätselhaften Versuch, etwas festzuhalten.

Regie: Camille Dagen
Szenografie & Kostüm: Emma Depoid
Licht : Hugo Hamman, Sébastien Lemarchand
Sound Design: Kaspar Tainturier-Fink
Video: Valentin Kottelat

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln.
Theater

Café Populaire

von Nora Abdel-Maksoud

„Ich bin ein guter Mensch“, sagt Svenja, von Beruf zurzeit Hospizclown, über sich selbst. Doch da hat sie bereits einmal „den Don“ in sich kennen gelernt, so etwas wie ein unschönes Alter ego, eine böse Abspaltung ihrer selbst, die Arme, Arbeiter, working poor, die Schwächsten der Stadt entschieden verachtet. „Der Don“ hat durch sie gesprochen, die hässlichsten Dinge und unsagbare Ansichten sind einfach aus ihrem Mund heraus gekommen. Dabei gibt sich Svenja alle Mühe, ihren Sprachgebrauch diskursneutral zu halten. Humor zum Beispiel erlaubt sie sich selbstverständlich nur in der antidiskriminatorischen Variante. Sie bietet sogar mit dem Ziel allgemeiner Weltverbesserung im Internet „humornistische Tutorials“ an, eine Mischung aus Humor und Humanismus, für die sich aber nur 8 Follower begeistern. Da lacht sich der Rapper mit Millionenpublikum schlapp und kauft sich seinen zehnten SUV. Sollte Svenja eine System-Verliererin sein? Ihr neuester vorbildlich demokratischer Lebensplan: Mit einem Live-Auftritt und kulturell durchmischtem Konzept möchte sie sich um die Übernahme des legendären Gasthauses „Zur Goldenen Möwe“ bewerben. Das hat sich aus der guten alten Zeit, in der oben und unten, links und rechts noch Orientierung gaben, seinen Ruf als feucht-fröhliches Wärmezentrum der Kleinstadt Blinden und Treffpunkt der damals noch kulturell interessierten Blindener Arbeiter herübergerettet. Nur ist „Die Möwe“ arg in die Jahre gekommen. Klassen gibt‘s offiziell nicht mehr, dafür zahlreiche weltanschauliche Fehldiagnosen. Und wer geht für ein bisschen Kultur schon vor die Tür, wenn online die Welt zur Serie erklärt wird. Droht das Schicksal aller renovierungsbedürftigen Häuser: Kette, Supermarkt oder Apartmenthaus? Aber da ist, wie gesagt Svenja, heart of the city of Blinden. Wie wird sie die Konkurrenz um die Möwe bewältigen, wie ihren Mitbewerber „Aram“ und „Den Don“ in sich integrieren?
Nora Abdel-Maksoud, für „The Making-of“ vom Fachmagazin Theater heute als Nachwuchsregisseurin des Jahres 2017 und mit dem Kurt Hübner Preis 2017 ausgezeichnet, hat für das Theater Neumarkt einen sensationell ehrlichen Text geschrieben und diesen erstmalig am Theater Neumarkt inszeniert.

Regie: Nora Abdel-Maksoud
Bühne & Kostüm: Moïra Gilliéron
Musik: Enik
Dramaturgie: Inga Schonlau

Diese Produktion wird unterstützt von der Landis & Gyr Stiftung.
Theater

Angstpiece

von Meding / Recke

Agoraphobie ist eine sogenannte psychische Störung, die zu Vermeidungsverhalten oder sozialem Rückzug führen kann. Mögliche Auswirkungen sind besonders große Angst vor Menschenmengen und weiten, öffentlichen Plätzen. Julia*n Meding wird in der gemeinsam mit Anta Helena Recke realisierten Arbeit „Angstpiece“ theatertherapeutische Methoden anwenden, um ihre Agoraphobie, zumindest für den Moment der Aufführung, zu überwinden. Während sie die Legitimität der irrationalen Angst neu verhandelt und der Lust an einer Panikattacke nachgibt, fordert sie das Pathologisierungsregime heraus: Welche Privilegien müssen vorhanden sein, um eine solche Diagnose überhaupt zu erhalten?

Eine Produktion von Meding/Recke in Koproduktion mit Münchner Kammerspiele, Gessnerallee Zürich und SOPHIENSÆLE. In Kooperation mit Vierte Welt und apparatus. Gefördert im Rahmen des Festivals Save Your Soul aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Regie: Anta Helena Recke
Bühne & Sound: Meding / Recke
Kostüm: Mascha Mihoa Bischoff
Live-Kamera: Anh Trieu
Kamera & Video: Carolin Gerlach
Dramaturgie: Joy Kristin Kalu, Annett Hardegen
Theater

Die Hauptstadt

nach dem Roman von Robert Menasse

Martin Susman ist ein melancholischer Mensch. Martin Susman mag Senf und er mag Bier. Martin Susman arbeitet in der Europäischen Kommission – in der Generaldirektion für Kultur. Nicht gerade das Zentrum der Macht, genießt die Abteilung innerhalb der Szene der EU-Beamten doch wenig Anerkennung. Kürzlich hat die ehrgeizige Fenia Xenopoulou die Leitung übernommen; nun soll sich das Blatt wenden. Die Abteilung muss das Bild der Kommission in der Öffentlichkeit aufpolieren und sich selbst gleichzeitig mit einem Prestigeprojekt ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken: ein Festakt zum 50. Geburtstag der Europäischen Kommission. Mit zunächst begrenztem Enthusiasmus macht sich Xenopoulous Team an die Planung – unter der Federführung von Martin Susman. Schnell jedoch entwickeln sich die Vorbereitungen zu einer absurden Reise ins Herz der Widrigkeiten der europäischen Politik.

Professor Alois Erhart blickt auf eine glanzvolle Wissenschaftskarriere zurück. Der Wiener Volkswirt beschäftigt sich seit Jahren mit der Europäischen Integration und ist nun eingeladen, an einem Thinktank mitzuarbeiten, der die Union aus der Krise führen soll. Was für eine Chance! Aber der gedankenlose Karrierismus der Teilnehmer stößt ihn ab. In einer letzten Rede entwickelt Erhart einen verwegenen Plan.

Unlängst ist David de Vriend in ein Altenheim umgezogen. Seine Erinnerungen verblassen immer mehr. In seinem Zimmer mit Blick auf den Friedhof dämmert er dem Lebensabend entgegen. Da läuft plötzlich ein Schwein durch die Brüsseler Innenstadt.

Kunstvoll führt Robert Menasse seine Handlungsstränge zunächst parallel, um sie schließlich in einem virtuosen Finale kulminieren zu lassen. Sein großer europäischer Roman ist eine melancholische Liebeserklärung an eine spröde Welt, die oft nur in Zerrbildern oder Klischees dargestellt wird. Sinnlich und humorvoll gelingt es Menasse, über verschlungene Bürokratie, groteske Thinktank-Sitzungen, Schweinehandel und das Gespenst des Nationalismus zu erzählen. Vor allem aber entwirft er ein plastisches und hoch spannendes Bild von der Welt der europäischen Beamten. Er zeigt ein Europa, das sich an einem gefährlichen Scheideweg befindet und für das es sich doch unendlich zu kämpfen lohnt.

"Die Hauptstadt" entwickelte sich seit der Veröffentlichung im Herbst 2017 zu einem Bestseller und Menasse erhielt den Deutschen Buchpreis 2017 für seinen Roman. Das Schauspielhaus setzt mit der Adaption dieses großen Stoffes, für den es als zweites internationales und erstes österreichisches Theater die Rechte erhielt, seine Reihe von Inszenierungen rund um den Status quo und die Zukunft Europas fort.

Regie: Lucia Bihler
Bühne & Kostüm: Josa Marx
Musik: Jacob Suske
Video: Florian Schaumberger
Licht: Oliver Matthias Kratochwill
Dramaturgie: Tobias Schuster
Theater

[50/50] old school animation

von Julia Mounsey, Mo Fry Pasic, Peter Mills Weiss und Sophie Weisskoff

Ein Diptychon für zwei Frauen. Eine Frau beschreibt ihre Philosophie rund um das Leiden, und die andere Frau leidet. In weniger als einer Stunde wird das völlig Unbedenkliche zum Ultra-Gewalttätigen. Eine klassische Geistergeschichte für unseren zeitgenössischen Moment. Eine täuschend einfache Beichte verwandelt sich in eine nervenaufreibende Reflexion über Weiblichkeit, Frauenfeindlichkeit, Internet-Meme und unsere Fähigkeit zur Grausamkeit.

Regie: Peter Mills Weiss & Julia Mounsey
Bühne: Andreea Mincic
Musik: Chris Masullo und Peter Mills Weiss
Video: Matt Romein
Licht: Kate McGee
Dramaturgie: Sophie Weisskoff

In englischer Sprache.
Theater

Yung Faust

nach Johann Wolfgang von Goethe

"Erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält," will Faust und begibt sich auf die Suche: Rausch, Verjüngung, Sex und Zauberei. "Ich will in dieser Stunde mehr gewinnen als in des Jahres Einerlei." Faust lässt alle Vernunft fahren (oder versucht es zumindest), gibt Kontrolle ab und hofft im intensiven Leben die Welt endlich zu begreifen. Die Regisseurin Leonie Böhm sagt: "Ich bin Faust" und legt zusammen mit den Schauspieler_innen Annette Paulmann, Julia Riedler und Benjamin Radjaipour die echten Gefühle im alten Faust-Text frei. So wie die Cloudrapper_innen der Gegenwart ihrem Künstlernamen ein "Yung" hinzufügen und damit nicht nur buchstäbliche Jugend anzeigen, sondern auch ihren frischen Zugriff auf die Welt und die Beziehungen in ihr, will "Yung Faust" den allzu viel gesprochenen Sätzen des mächtigen alten weißen Mannes (Goethe) eine verletzliche Unmittelbarkeit abgewinnen. Echte Zitate, echte Begegnungen: "Mein Busen fängt mir an zu brennen!"

Regie: Leonie Böhm
Live-Musik: Johannes Rieder
Bühne: Sören Gerhardt
Kostüm: Mascha Mihoa Bischoff
Musik: Johannes Rieder
Licht: Jürgen Tulzer
Dramaturgie: Tarun Kade
Theater

dritte republik

von Thomas Köck

Eine Landvermesserin und ihr Kutscher irren durch einen Schneesturm. Es ist das Jahr 1918 – sie sollen die Außengrenzen nach Kriegsende neu vermessen. In der Undurchsichtigkeit des Schneetreibens, die die Erfüllung des Auftrags unmöglich macht, treffen die beiden auf unterschiedlichste Figuren und ihre Versionen einer Idee Europas. Unter ihnen ist auch der Hamburger Reedereidirektor und Visionär transnationalen Handels Albert Ballin, der sich am 9. November, dem Tag der Ausrufung der ersten demokratischen Republik, das Leben nimmt. In einem kafkaesken Setting über die letzten 100 Jahre hinweg bis heute, entwerfen der Autor Thomas Köck und die Regisseurin Elsa-Sophie Jach, die "dritte republik" als ein Verfassungskonzept für ein taumelndes Europa zwischen Globalisierung und nationalstaatlichen Sehnsüchten: die Dystopie eines autokratischen und neoliberalen Staatenbunds, ausgelöst durch den Rechtsruck mehrerer europäischer Länder.

Regie: Elsa-Sophie Jach
Regie: Thomas Köck
Bühne: Stephan Weber
Kostüm: Sophie Klenk-Wulff
Musik: Max Kühn
Dramaturgie: Emilia Heinrich

Gefördert von der Hapag-Lloyd-Stiftung.
Theater

Amsterdam

von Maya Arad Yasur

Deutsch von Matthias Naumann

Die Protagonistin aus Maya Arad Yasurs Stück, eine schwangere, israelische Violinistin, die in Amsterdam lebt, findet eines Morgens eine unbeglichene Gasrechnung von 1944 vor ihrer Tür. Innerhalb der nächsten 24 Stunden versucht sie herauszufinden, wer als eigentlicher Empfänger hinter der mysteriösen Gasrechnung steckt. Ihre Recherchen führen sie tief in die historischen Ereignisse, die sich in ihrem Wohnhaus während der Zeit des Holocaust zugetragen haben. Die vermeintlich offene, multikulturell geprägte Gesellschaft Amsterdams erscheint im Zuge ihrer Nachforschungen zunehmend feindselig und sie selbst plötzlich fremd in der ihr bis dahin vertrauten Umgebung. Verschiedene Stimmen rekonstruieren und spekulieren in Maya Arad Yasurs Text darüber, was wirklich passiert sein könnte, wobei sie sich gegenseitig ergänzen, widersprechen und ins Wort fallen, in dem Versuch, eine gemeinsame Lesart der Geschichte zu entwickeln. Humorvoll und differenziert verweist die Autorin auf die blinden Flecken moderner Metropolgesellschaften und zeigt, wie Geschichte und Geschichtsaufarbeitung bis heute in unsere Gegenwart hineinwirken.

Das Stück „Amsterdam“ der israelischen Autorin Maya Arad Yasur gewann 2018 den Werkauftrag des Stückemarkts des Berliner Theatertreffens und wird als Deutschsprachige Erstaufführung in der Regie von Sapir Heller am Volkstheater gezeigt.

Regie: Sapir Heller
Bühne & Kostüm: Anna van Leen
Live-Musik: Kim Ramona Ranalter
Dramaturgie: Daphne Ebner
Theater

Revolt. She Said. Revolt Again.
Mar-a-Lago.

von Alice Birch und Marlene Streeruwitz
Double Feature

Revolt. She Said. Revolt Again. (DSE)
Girl meets Boy. Könnte man denken. Aber was passiert, wenn in dieser Begegnung nichts ist wie gelernt? Wenn "Girl" nicht den gesellschaftlichen Erwartungen und Regeln entspricht, sondern vielmehr in ihrer Begegnung mit dem anderen Geschlecht und der sie umgebenden männlich dominierten Welt auf ihrer Individualität und Eigenständigkeit beharrt. Sie lässt sich nicht besitzen, nicht benutzen, nicht domestizieren – will sich nicht fortpflanzen, nicht heiraten und auch ihr Sex gehört ihr. Alice Birchs Stück "Revolt. She said. Revolt again." ist ein feministisches Manifest in vier Akten und stellt auf höchst unterhaltsame Weise den Status Quo vom Verhältnis zwischen Frau und Mann in Frage.

Mar-a-Lago. (UA)
"Mar-a-Lago." verhandelt Bilder heutiger Weiblichkeit, Emanzipation und weiblicher Selbstbehauptung. Dabei seziert Streeruwitz radikal den weiblichen Blick auf den Prinzen, den rettenden, beschützenden Mann und erzählt von Macht und Ohnmacht. Fünf Frauen unterschiedlichen Alters treffen auf den weißen, den geliebten Mann und setzen sich in 5 Stationen mit bösem Witz und großer Komik mit den Mechanismen und Klischees patriarchaler Strukturen auseinander.

Regie: Christina Tscharyiski
Ausstattung : Verena Dengler, Dominique Wiesbauer
Musik: Ebow
Video: Dominique Wiesbauer
Licht: Steffen Heinke
Theater

WHITE [ARIANE]

von ARIAH LESTER

Ariane ist die Tochter, die Nancy (eine Südamerikanerin) nie hatte. Nancy schrieb ein Tagebuch für Ariane, während sie sich in ihrem Leib befand, ohne zu wissen, dass sie ein Junge sein würde. 28 Jahre nach der Geburt überquerte Nancy den Atlantik, um ihrem Sohn die Existenz des Tagebuchs zu verraten. Ariah Lester nimmt die Worte aus dem Tagebuch seiner Mutter und erstellt daraus Lieder. Ein Raum der Unbeständigkeit: Monstrosität / Schönheit, weiblich / männlich, Licht / Dunkelheit, ARIANE / LESTER / ARIAH.

A curse needs to be broken.
A piece of the family tree needs to be cut and taken-off the earth by it’s root.
The garden of House needs to be cleaned and watered so that the roses can grow.
I’m the hero,
I’m the healer,
I’m the traveler.
I exiliated myself to the biggest journey of my life. I went far.
I crossed oceans and lands of mystery.
A journey so far out: to go to the deepest space within.
I forgot my tongue and my color, I became something else, a caricature, a sketch, a monster… to find…
myself.


Regie: ARIAH LESTER
Kostüm: Pepa Canel
Bühne: Martijn Schrier & ARIAH LESTER
Licht: Katinka Marac

In englischer Sprache.
Theater

Operation Kamen

von Florian Fischer

Frühling 1948: Die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei hat die Führung des Landes übernommen und beginnt, mit den politischen Gegnern abzurechnen. Dafür entwickelt der tschechoslowakische Geheimdienst die Operation Kamen: Unter Verdacht stehende Oppositionelle bekommen mehrfach die Information, dass sie in Gefahr sind und schließlich das Hilfsangebot zur Republikflucht. Haben sie sich für die Flucht entschieden, führen Schleuser sie nachts im Grenzgebiet durch den Wald. Dort erreichen sie ein mit US-Flagge sowie dem Porträt des US-Präsidenten perfekt eingerichtetes Grenzhäuschen. Ihnen werden Zigaretten, Whiskey und Schweizer Schokolade angeboten. Ausführlich beantworten sie den amerikanischen Grenzbeamten alle Fragen, geben Details über Freunde, Unterstützer und Familie preis – in der Hoffnung, auch ihnen die Flucht zu ermöglichen. Sie unterschreiben ein Protokoll der Befragung und werden weiter Richtung Westen geschickt – zur verheißungsvollen Grenze. Doch alles ist Fake und vom Geheimdienst inszeniert. Ein paar Meter weiter werden sie von der tschechoslowakischen Polizei festgenommen.
Regisseur Florian Fischer widmet sich den Ereignissen der tschecho¬slowakischen Nachkriegsgeschichte zwischen 1948 und 1951 in einem dokumentarischen Theaterabend. Er befragt Strategien des Geheimdienstes als Ausdruck des Misstrauens eines Staates gegenüber seinen Bürger_innen. Wie wahr ist die Fiktion und wie erfunden die Realität? Wem kann man trauen, wem nicht mehr? Und wie sicher sind wir vor solchen Strategien und Fallen – oder befinden wir uns mittendrin?

Regie: Florian Fischer
Bühne & Set-Design: Stefan Britze
Kostüm: Birte Wallbaum
Sound-Design: Ludwig Berger
Kamera: Markus Kloth
Schnitt : Ben Laser
Licht: Olivia Walter
Dramaturgie: Katrin Breschke

Eine Koproduktion mit dem Archa Theater Prag.
Die Kooperation wird vom deutsch-tschechischen Zukunftsfonds gefördert.
Theater

Der Mieter

von Roland Topor

Trelkovsky ist ein Glückspilz. In Paris auf dringender Wohnungssuche, wird er in einem verfallenen Gebäude fündig. Zwar wirkt schon die Nachbarschaft knifflig, sieht die Concierge nach Schwierigkeiten aus, wohnt der Vermieter mit im Haus und legt auf ein möglichst lautloses Leben Wert, geschehen auf der Gemeinschaftstoilette seltsame Dinge. Der größte Haken aber: Noch ist die Wohnung gar nicht frei. Die Vormieterin hat sich aus dem Fenster gestürzt und liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Erst mit ihrem Tod beginnt Trelkovskys neues Leben. Er wird Mieter. Ein Traum. Ein Alptraum! Schritt für Schritt löst sich nicht nur sein soziales Leben, sondern seine ganze Identität auf. Überall wird er daran erinnert, dass lebendig sein stören heißt. Und überall trifft er auf frappierende Zeichen, dass in ihm seine Vormieterin weiterzuleben scheint. Zwischen kotbeschmierten Treppenstufen und dem symphonischen Wutklopfen der Nachbarn fliegt Trelkovsky zusehends aus der Ich-Kurve. Roland Topors Roman – 1976 von Roman Polanski mit ihm selbst in der Hauptrolle verfilmt – lädt eine alltägliche Situation derart mit infernalischem Witz und psychotischem Horror auf, bis Normalität und Wahnsinn ununterscheidbar sind. Es gibt nur eine Gewissheit: Nachbarn sind wir alle.

Regie: Blanka Rádóczy
Bühne: Blanka Rádóczy
Kostüm: Andrea Simeon
Musik: Benedikt Brachtel
Licht: Martin Jedryas
Dramaturgie: Angela Obst
Theater

Um die Wette

von Eugène Labiche

Deutsch von Elfriede Jelinek

Nervosität macht sich breit in den Familien Malingear und Ratinois: Tochter Emmeline und Sohn Fréderic haben sich beim Klavierunterricht Hals über Kopf ineinander verliebt und wollen lieber heute als morgen heiraten. Als die Malingears herausfinden, dass es die potenziellen Schwiegereltern ihrer Tochter sind, die inkognito vor der Türe stehen, um sich ein Bild von den Verhältnissen des Hauses zu machen, kommt ihnen eine folgenschwere Idee: Aus Sorge, den Erwartungen der zukünftigen Verwandtschaft nicht zu genügen, werden die Gäste einfach getäuscht. Frau Malingear organisiert im Handumdrehen geliehenes Dienstpersonal und zahlreiche neue Patienten für die leere Arztpraxis ihres Gatten. Mit Fantasie und viel Aufwand werden Ansehen, Wohl- und Bildungsstand der Familie großzügig nach oben korrigiert. Angestachelt vom vermeintlichen Reichtum der Malingears ziehen die Eltern des Bräutigams umgehend nach – und der Wettlauf um den höheren sozialen Status ist nicht mehr aufzuhalten. Schon bald fließt das gesamte Vermögen beider Familien ins Aufrechterhalten dieses Scheins eines Lebens in verschwenderischem Luxus. Doch als sich Onkel Robert ungefragt zum gemeinsamen Sechsgänge-Menü selber einlädt, droht das mühsam aufgebaute Kartenhaus zusammenzustürzen …

Regie: Philipp Moschitz
Bühne & Kostüm: Isabelle Kittnar
Licht: Günter Zaworka
Dramaturgie: Kai Krösche
Ereignisse / Festival Richard-Strauss-Festival Garmisch-Partenk., Schnitzschulstr. 19
Ereignisse / Festival Internationales Musikfest Kreuth
Ereignisse / Kulturveranstaltung Haus der Kunst München München, Prinzregentenstraße 1
Ereignisse / Konzert concerts Pamplona Kleinmachnow, Johannistisch 34
Ereignisse / Kulturveranstaltung Museum fünf Kontinente München München, Maximilianstraße 42
Ereignisse / Festival Carl-Orff-Fest Andechs & Ammersee Füssen, Hochstiftstraße 9a
Ereignisse / Ausstellung Münchner Stadtbibliothek München, Rosenheimer Str. 5
Ereignisse / Ausstellung Münchner Künstlerhaus München, Lenbachplatz 8
Ereignisse / Kulturveranstaltung Münchner Kultur GmbH München, Giselastraße 4/Rgb.
Sa, 23.3.2019, 11:00 Uhr
Ereignisse / Kulturveranstaltung MITTELPUNKT EUROPA e.V., Literaturhaus, Tschechisches Zentrum
Mi, 27.3.2019, 20:00 Uhr
Ereignisse / Theater Münchener Biennale München, Ludwigstr. 8
Ereignisse / Theater Theaterfestival SPIELART München München, Ludwigstr. 8
Ereignisse / Festival Spielmotor München e.V. München, Ludwigstraße 8
Ereignisse / Freizeit DT - Die Tanzschule am Deutschen Theater München München, Schwanthalerstrasse 13
Ereignisse / Kulturveranstaltung Stadthalle Germering Germering, Landsberger Str. 39
Ereignisse / Kulturveranstaltung Jour Fix bei 84 GHz Kultur im Keller München, Georgenstraße 84
Ereignisse / Kulturveranstaltung Indien-Institut Grünwald, Oberhachingerstr. 37
Ereignisse / Oper Immling Festival Halfing, Gut Immling
Ereignisse / Kulturveranstaltung Amerika Haus München, Karolinenplatz 3
Ereignisse / Kulturveranstaltung Kulturverein Olympiadorf forum 2 München, Nadistrasse 3
Ereignisse / Essen/Trinken Turmstüberl im Valentin-Karlstadt-Musäum München, Tal 50
Ereignisse / Kulturveranstaltung Orff Zentrum München München, Kaulbachstraße 16
Ereignisse / Festival Osterfestival Nördliche Oberpfalz Pleystein, Neuenhammerstr. 1
Ereignisse / Kulturveranstaltung Klohäuschen, Westtor an der Großmarkthalle München München, Thalkirchenerstr. 81
Ereignisse / Festival Spectaculum Mundi München, Graubündener Str. 100
Ereignisse / Festival Klang & Raum - Musikfestival in Kloster Irsee Irsee, Klosterring 4
Ereignisse / Festival Nymphenburger Sommer München München, Schloss Nymphenburg Eingang 19
Ereignisse / Kulturveranstaltung Einstein Kultur München, Einsteinstr. 42

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