MÜNCHNER KAMMERSPIELE
Spielzeit 2011/12
Wassa
von Maxim Gorki
Premiere: 03. Februar 2012, Spielhalle
In Maxim Gorkis WASSA SCHELESNOWA, entstanden im Russland der Jahre nach dem Scheitern der Revolution von 1905, kämpft eine Geschäftsfrau mit allen Mitteln um den Erhalt und Zusammenhalt ihrer auseinander fallenden Familie. Ihre verkommenen, untüchtigen oder schlicht unglücklichen Kinder versucht sie mit ihrem monströs aufs Materielle ausgerichteten Familiensinn vor dem Niedergang zu bewahren. Der lettische Theatermacher Alvis Hermanis bringt das an Katastrophen reiche Leben dieser russischen Familie als eine Art Vivarium in der Spielhalle zur Aufführung.
"Alle treibenden Kräfte unseres Lebens (Politik, Geld, Sex, Religion, was auch immer) sind lächerlich oberflächlich, verglichen mit dem Instinkt, mit dem eine Mutter ihre Kinder beschützt. Wenn unsere ganze Zivilisation zusammenbricht, ist die einzige Hoffnung, dass zumindest eine schwangere Frau übrig bleibt, mit der alles von vorn beginnen kann. Es gibt wenige Dinge, die in unserer heutigen Welt noch stabil und unstreitbar sind. Die Liebe einer Mutter ist real. Das Realste überhaupt." Alvis Hermanis
Regie: Alvis Hermanis
Taubentrainer: Alois Schwarzhuber
Bühne und Kostüme: Kristine Jurjane
Licht: Wolfgang Göbbel
Dramaturgie: Julia Lochte
Ort:
Spielhalle
Termine:
So, 5.2.2012, 19:00 |



Mo, 6.2.2012, 19:30 |



Di, 7.2.2012, 19:30 |



Mi, 8.2.2012, 19:30 |



Fr, 10.2.2012, 19:30 |



Mi, 15.2.2012, 19:30 |



Sa, 18.2.2012, 19:30 |



So, 19.2.2012, 19:00 |



Di, 21.2.2012, 19:30 |



Mi, 22.2.2012, 19:30 |



Do, 23.2.2012, 19:30 |



Sa, 25.2.2012, 19:30 |



Di, 28.2.2012, 19:30 |



Mi, 29.2.2012, 19:30 |


Fein sein, beinander bleib
von und mit den Geschwister Well
Uraufführung: 05. Februar 2012, Schauspielhaus
Sie standen noch nie zusammen in einem Bühnenprogramm auf der Bühne - außer in ihrer Kinderzeit. Diese verbrachten sie in ihrer hochmusikalischen 17-köpfigen Familie quasi in einem Dauer-Hauskonzert, unterbrochen von Auftritten z.B. beim Sparkassendirektor aus dem Nachbardorf oder zu weihnachtlichen, österlichen, sonstigen feierlichen und manchmal mehr oder minder grauslichen Anlässen.
6 der 15 Geschwister aus der Großfamilie Well, Stofferl und Michael von der Biermösl Blosn, die Wellküren Burgi, Bärbi, Moni und Karli Well erzählen in FEIN SEIN, BEINANDER BLEIBN! aus ihrer Familiengeschichte, in ihrer eigenen, ganz unverwechselbaren Art. Man könnte es auch eine "Familienaufstellung auf volksmusikalischer Basis" nennen. Fehlte z.B. für eine Besetzung eine Trompete, überlegte man, wer dafür in Frage käme. Zur Not erweiterte man den Kreis um ein neues Familienmitglied. Gespielt wird Harfe und Zither, Hackbrett und Dudelsack, Nonnentrompete, Akkordeon, Alphorn, Trompete, Horn, Klarinette, Saxophon, Maultrommel, Flöte, Okarina, Schlagzeug, Regenmacher, Geige, Kontrabass, diverse Tuben und Brummtöpfe... Alles Instrumente, die von den Mitgliedern der Familie im Laufe ihrer Kindheit erlernt wurden um sich im Großfamilienverbund als Individuum Gehör zu verschaffen, sich zugleich zu integrieren und auch abzugrenzen. Es wird gesungen und gespielt, gedichtet und gereimt, gejodelt und geschuhplattelt, gestritten und wieder versöhnt. Natürlich kommt bei jeder Vorstellung Familienbesuch vorbei, mal Gerhard Polt als Onkel, mal andere Geschwister, diverse Neffen und Nichten, der CSU-Ortsvorsitzende, der Bürgermeister, der Jagdpächter, genervte Nachbarn oder der Pfarrer, oder vielleicht schaut auch mal die 91-jährige Mutter nach dem Rechten.
Für die Regie haben sich die Geschwister Well, kurz vor ihrem 50-jährigen Bühnenjubiläum, mit Franz Wittenbrink zusammengetan, der selbst aus einer 13 Kinder-Familie stammt und mit seiner Regensburger Domspatzen-Vergangenheit reichlich Hausmusikerfahrung mitbringt.
Fein sein, beinander bleibn!
Fein sein, beinander bleibn!
Mogs regnen oder windn
oder obaschneibn...
Fein sein, beinander bleibn!
Regie: Franz Wittenbrink
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
So, 5.2.2012, 19:00 | Uraufführung |



Di, 7.2.2012, 20:00 |



Do, 16.2.2012, 20:00 |



Sa, 25.2.2012, 20:00 |



Di, 28.2.2012, 20:00 |


John Gabriel Borkman
von Henrik Ibsen
Premiere: 17. Februar 2012, Schauspielhaus
Ibsens Stück von 1896 spielt an einem einzigen Winterabend. Gunhild Borkman bekommt Besuch von ihrer todkranken Zwillingsschwester Ella. Die verlangt es nach ihrem Neffen Erhart. Als Sterbebegleiter. Aber Frau Borkman will ihren Sohn nicht aus der Mission entlassen, die sie selbst für ihn vorgesehen hat: Erhart soll die Familienehre der Borkmans wiederherstellen. Sein Vater, der ehemalige Bankdirektor John Gabriel Borkman, hat wegen Veruntreuung fünf Jahre im Gefängnis gesessen. Jetzt wartet er seit weiteren acht Jahren im ersten Stock des Hauses auf seine zweite Chance. Auch ihm soll Erhart aus der Krise helfen. Aber Erhart hat sich längst anders entschieden. Er sagt: für seine Jugend, sein Glück, seine Liebe.
"In BORKMAN man sieht Menschen, die gesellschaftlich an der Spitze stehen, die aber feststellen müssen, dass ihr Leben eigentlich ein komplettes Debakel war. Das hat mit der Zerstörung der verschiedensten Ressourcen zu tun. Ressourcen der Natur vor allem, aber auch Ressourcen der Liebe. Wenn man sich diese Art von Ressourcenausbeutung als ein Lebensziel setzt, und der Spätkapitalismus hat ja Profitmaximierung als Lebensziel, dann wirkt sich das immer auf den eigenen Körper aus, auf das eigene Leben. Man kann das nicht trennen. Man kann nichts ausbeuten, ohne selbst schweren Schaden zu nehmen." Armin Petras
Regie: Armin Petras
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Katja Strohschneider
Licht: Wolfgang Göbbel
Choreografie: Berit Jentzsch
Dramaturgie: Malte Jelden
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Fr, 17.2.2012, 19:30 | Premiere |



Sa, 18.2.2012, 19:30 |



Do, 23.2.2012, 19:30 |



Mi, 29.2.2012, 19:30 |


Die Vögel
nach Aristophanes
Im Jahr 415 vor Christus wurden Aristophanes Vögel uraufgeführt. Die Handlung ist eine Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht. Hoffnungslos verschuldet verlässt Peithetairos seine Heimatstadt Athen und wird kurzerhand zum Herrscher des Universums. Seine Methode: Zusammen mit den Vögeln erbaut er in dem Luftraum zwischen Himmel und Erde eine Stadt. Aus dieser strategisch hervorragenden Lage lassen sich sowohl die Götter als auch die Menschen beherrschen, denn das neu entstandene Vogelimperium blockiert den Durchzug sämtlicher Opferdämpfe von der Erde in den Olymp. Die Göttern werden ausgehungert, Zeus muss abdanken. Peithetairos Vogelreich ist die real existierende Utopie, ein glücklicher Zustand der Gesetzlosigkeit, in dem die Sonne ohne Unterlass zu scheinen beginnt. Und doch bleibt ein fahler Beigeschmack. Der Mensch, der in der Lage ist, durch seinen puren Willen alle Ereignisse in die Tat umzusetzen ist kein Mensch mehr, Bewusstsein ist nicht mehr möglich... Ist der Drang nach absoluter Freiheit am Ende nichts anderes die Sehnsucht nach dem Tod? Hup hup hup op op op, hup hup hup hup hup, Juhu, Juhu! Heran, heran, heran! Heran, ihr meine Mitgefiederten, Fliegt schleunig herbei auf meinen Ruf: Kommet, kommet, kommet, kommet! Kikkabau! Kikkabau! Toro toro toro torolililix!
Jahrgangsinszenierung des 3. Studienjahrs der Otto-Falckenberg-Schule
Regie: Julia Hölscher
Bühne und Kostüme: Susanne Scheerer
Musik: Erol Dizdar
Dramaturgie: Martin Hammer
Ton: Robert Beeskow, Georg Wörle
Ort:
Werkraum
Termine:
Sa, 4.2.2012, 20:00 |



Mo, 20.2.2012, 20:00 |



Fr, 24.2.2012, 20:00 |



Mo, 27.2.2012, 20:00 |


Atropa - Die Rache des Friedens
von Tom Lanoye
In ATROPA konfrontiert Tom Lanoye die Rhetorik und Logik der Kriegsführung mit den Stimmen der Opfer auf beiden Seiten - am Beispiel des Trojanischen Krieges. Wenn der Feldherr Agamemnon den Krieg rechtfertigt, hat das Individuum keinen Platz, es geht um Größeres: um Vaterland, kulturelles Erbe und Wertesysteme. Gegen Agamemnon treten die Frauen an, deren Leben diese Kriegslogik im Namen der Freiheit zerstört: Troerinnen und Griechinnen gleichermaßen.
Regie: Stephan Kimmig
Bühne: Katja Haß
Kostüme: Anja Rabes
Musik: Michael Verhovec
Licht: Wolfgang Göbbel
Dramaturgie: Matthias Günther
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
So, 12.2.2012, 19:00 |



Di, 21.2.2012, 20:00 |


Gesäubert | Gier | 4.48 Psychose
von Sarah Kane
Als die englische Theaterautorin Sarah Kane sich 1999 in einer psychiatrischen Klinik erhängte, war sie 28 Jahre alt. Sie hatte fünf Stücke und ein Filmskript geschrieben. Ihr Selbstmord schien die logische Folge eines dunklen, beunruhigenden Oeuvres zu sein, in dem Vernichtung und Selbstzerstörung wichtige Themen sind. In ihren Stücken scheint der Tod menschlicher als das Leben. Ihre Figuren sind krank, weil sie in einer kranken Welt leben. Es sind Menschen ohne Schutzschild. Die Katastrophen der Außenwelt, sei es Krieg, Machtmissbrauch oder zwischenmenschliche Grausamkeit, werden in ihren Körpern gespeichert.
Regie: Johan Simons
Bühne: Eva Veronica Born
Kostüme: Teresa Vergho
Musik: Carl Oesterhelt
Licht: Wolfgang Göbbel
Dramaturgie: Koen Tachelet, Jeroen Versteele
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Sa, 4.2.2012, 19:30 |



So, 19.2.2012, 19:00 |



Mi, 22.2.2012, 19:30 |


Mjunik Disco
Nach Texten von Rainald Goetz, Thomas Meinecke, Andreas Neumeister
Der Regisseur Stefan Pucher wurde in den 1990er Jahren "mit seinen grellgefärbten Stoppelhaaren", seiner Affinität zu Performance-Remix und DJ-Culture als kleiner Bruder von Rainald Goetz beschrieben. Rainald Goetz schildert in seinem 2009 erschienenen Bericht LOSLABERN einen Besuch auf der Frankfurter Buchmesse: "Ich ging an die Bar, wo ich Andreas Neumeister und Thomas Meinecke gesehen hatte, auf der Theke vor ihnen lag das Buch über das Münchner Nachtleben, MJUNIK DISCO, ein Standardwerk und Instantklassiker, derartig voll mit Fotos, Plakaten, Flyern und Geschichten, dass jeder, der je in München dabeigewesen war, sofort ins Weitererzählen gebracht wurde, das Buch war wirklich Zeitwahrheit gespeichert pur. Das Erkenntnisprogramm von damals weiterzuentwickeln und auf die heutige Gegenwart anzuwenden, das müsste die Aufforderung der in MJUNIK DISCO versammelten Zeitmaterialien für mich sein..."
Regie: Stefan Pucher
Raum: Bert Neumann
Kostüme: Tabea Braun
Musikalische Leitung: Christopher Uhe
Video: Meika Dresenkamp
Licht: Christian Schweig
Dramaturgie: Matthias Günther
Ort:
Werkraum
Termine:
Sa, 11.2.2012, 20:00 |



So, 12.2.2012, 20:00 |


Ruf der Wildnis
Nach dem Roman von Jack London
"Buck las keine Zeitung, sonst hätte er gewusst, dass sich Unheil zusammenbraute, nicht nur für ihn selbst, sondern für jeden Hund, der starke Muskeln und langes, dichtes Haar hatte. Die Menschen hatten sich in die arktische Dunkelheit vorgewagt und ein gelbes Metall gefunden..." So beginnt der berühmte Abenteuerroman von Jack London, jenem Dichter, der selbst Anfang des letzten Jahrhunderts dem Lockruf des Goldes nach Alaska folgte. In der Version des lettischen Theatermachers Alvis Hermanis erzählen sechs Personen, die alle mit einem Hund lebend in unserer heutigen Zivilisation beheimatet sind, die Geschichte von Buck, dem Schlittenhund, der unter extremsten Bedingungen ums Überleben kämpft.
"Es ist natürlich sehr schmeichelhaft zu glauben, dass wir menschlichen Wesen sehr kultivierte und kulturell gebildete Kreaturen sind. Aber wenn man sich der Realität stellt, so sind wir in erster Linie Tiere. Wir sind Teil der Natur. Und es ist ein tödlicher Fehler, dass unsere Zivilisation diesen Fakt ignoriert. Die Natur kann sehr gut ohne uns leben. Aber wir nicht ohne sie." Alvis Hermanis
Regie: Alvis Hermanis
Bühne: Rudolf Bekic
Kostüme: Monika Pormale
Licht: Björn Gerum
Dramaturgie: Julia Lochte, Jeroen Versteele
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Do, 9.2.2012, 20:00 |


Winterreise
von Elfriede Jelinek
Elfriede Jelinek, die Meisterin der scharfzüngigen Polyphonie, hat für die Kammerspiele eine Winterreise geschrieben, die sehr persönlich ist und von einer so existentiellen Wucht, dass einem schwindlig werden kann. Fremd in der Welt und fremd dem eigenen Leben gegenüber, folgt sie den Spuren des Wanderers aus Franz Schuberts Winterreise. Der Weg beginnt im Wahnsinn der unmittelbaren Gegenwart (Bankenskandale, Entführungsopfer, die eingekerkert aus der Zeit fallen) und führt weiter in sehr persönliche Gebiete ihrer eigenen Biographie: die komplizierte Beziehung zur Mutter, die Einweisung des Vaters in die Psychiatrie. In der Inszenierung von Johan Simons und in der musikalischen Bearbeitung von Christoph Homberger, Martin Schütz und Jan Czajkowski, die sich auf ihre Weise auf Schuberts Spuren begeben, kommt Jelineks "Winterreise" zur Uraufführung.
Regie: Johan Simons
Bühne: Johan Simons
Kostüme: Dorothee Curio
Musikalische Konzeption: Christoph Homberger, Martin Schütz, Jan Czajkowski
Licht: Jan-Christof Haas
Dramaturgie: Julia Lochte
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Di, 14.2.2012, 19:30 |


Die Hermannsschlacht
von Heinrich von Kleist, Christian Dietrich Grabbe
Teutoburger Wald, 9 n. Chr.: Cheruskerfürst Hermann schürt den Hass der einheimischen Bevölkerung auf die römischen Besatzer bis schließlich fast alle zuvor zerstrittenen Stammesfürsten auf seiner Seite stehen. Nachdem Varus' römische Truppen in einem Hinterhalt vernichtend geschlagen sind, wird Hermann zum Retter von Germanien ausgerufen. Neben Heinrich von Kleists 1808 entstandenem Stück widmet sich die Bearbeitung von Armin Petras auch einem gleichnamigen Stück von Christian Dietrich Grabbe aus dem Jahr 1835.
"Kleist ist mein Lieblingsautor. Aber Grabbe gehört auch zu meinen liebsten Autoren. Ich finde, dieser kranke Größenwahn beschreibt Deutschland natürlich sehr schön und in der Mischung aus Größenwahn und extremer Verzweiflung sind Grabbe und Kleist sich sehr nahe." Armin Petras
Regie: Armin Petras
Bühne: Katrin Brack
Kostüme: Valerie von Stillfried
Musik: Thomas Kürstner, Sebastian Vogel
Licht: Stephan Mariani
Dramaturgie: Malte Jelden
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Mi, 8.2.2012, 20:00 | letzte Aufführung! |


Gleis 11
von Christine Umpfenbach, Paul Brodowsky
Am 31.10. 1961 wurde in Bad Godesberg das Anwerbeabkommen zwischen der Türkei und Deutschland unterschrieben. Zum 50. Jahrestag zeigen die Münchner Kammerspiele die Wiederaufnahme von Gleis 11.
Der Luftschutzbunker, direkt unter Gleis 11 des Münchner Hauptbahnhofs. Ein Ort für die Katastrophe, den Ausnahmezustand. Schleusentüren und Sandfilter regulieren, wer und was hier eindringt. 1960 wird der Bunker zu Aufenthaltsraum und Zwischenunterkunft umfunktioniert. Sonderzüge halten am Gleis 11, bis zu eintausend ausländische Arbeitskräfte werden täglich in den Bunker geführt, von Dolmetschern begleitet. Eine Ziffer auf ihrem Arbeitsvertrag entscheidet darüber, ob die Reise nach Berlin geht oder Braunschweig, nach Giesing oder Gelsenkirchen. In Christine Umpfenbachs Dokumentartheaterprojekt, das im Rahmen des Festivals MUNICH CENTRAL in der Spielzeit 2009/10 entstand, werden die Abläufe im Bunker am Originalschauplatz von Zeitzeugen nachgestellt und nacherzählt. Auf der Grundlage von zahlreichen Interviews erarbeitete der Autor Paul Brodowsky eine Textfassung, bei der sich dokumentarische und literarisch verdichtete Texte verbinden. Der Abend errichtet ein temporäres Monument für die Erinnerungen und Erzählungen der Zeitzeugen. In den Blick rücken verdrängte Episoden und marginalisierte Aspekte der bundesrepublikanischen Geschichte.
Regie: Christine Umpfenbach
Bühne: Jil Bertermann
Kostüme: Judith Hepting
Musik: Jonas Imbery
Text: Paul Brodowsky
Video: Tassilo Letztel
Dramaturgie: Julia Reichert
Ort:
Stadtraum
Termine:
Sa, 4.2.2012, 20:00 |



Fr, 17.2.2012, 11:00 |



Sa, 18.2.2012, 20:00 |


Video von Lot Vekemans
Gift
von Lot Vekemans
In GIFT von Lot Vekemans spielt Elsie de Brauw eine Frau, die sechs Jahre nach der Scheidung zum ersten Mal wieder mit ihrem Mann (Steven van Watermeulen) an dem Ort, wo ihr einziges Kind begraben ist, zusammenkommt. Er wohnt in Frankreich und hat dort ein neues Leben aufgebaut, sie ist in ihrem gemeinsamen Haus wohnen geblieben und kann den Gedanken an ein neues Leben nicht ertragen. Der Grund für ihr Treffen ist ein Brief, in dem die Umbettung ihres Kindes angekündigt wird, weil man Gift im Boden gefunden hat. Während der paar Stunden, die sie gemeinsam verbringen, versuchen sie, ihre Geschichte wieder zusammen zu bringen.
Regie: Johan Simons
Bühne: Leo de Nijs
Kostüme: An de Mol
Licht: Dennis Diels, Marc Swaenen
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Mo, 13.2.2012, 20:00 |


Macbeth
von William Shakespeare
Nach gewonnener und verlorener Schlacht, einer blutigen Revolte, in der Gegner, Waffenbrüder, Bundesgenossen und Überläufer kaum noch voneinander zu unterscheiden waren, kehrt Schottlands bester Feldherr Macbeth heim. Auf einer Heide erscheinen ihm drei bärtige Hexen und begrüßen ihn als künftigen König von Schottland: Eine Weissagung, für deren Erfüllung Macbeth selbst sorgt, unterstützt und ermutigt von seiner Frau, Lady Macbeth. Die Nacht wird nie wieder zum Tag. Je wagemutiger, herzloser und blinder Macbeth handelt, umso weniger erreicht er, umso weiter weg rückt die Chimäre der Sicherheit. Regisseurin Karin Henkel erforscht die Zwischenräume und Zweideutigkeiten in Shakespeares knappem, extrem launigem Klassiker: Sinnliche Körperlichkeit und begehrendes Bewusstsein; Weiblichkeit und Männlichkeit; Tragödie und Farce; Macht und Hilflosigkeit.
Regie: Karin Henkel
Bühne: Muriel Gerstner
Kostüme: Tina Kloempken
Sound: Moritz Hirsch
Licht: Stephan Mariani
Dramaturgie: Jeroen Versteele
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Sa, 11.2.2012, 20:00 |



Fr, 24.2.2012, 20:00 |


E la nave va
nach Federico Fellini
Auf einem italienischen Luxusdampfer wird die Asche einer berühmten Opernsängerin zwecks Seebestattung übers Meer transportiert. An Bord befindet sich eine illustre Gesellschaft. Europa befindet sich im Krieg und schiffbrüchige Serben, die in kleinen Booten Richtung Italien fliehen wollten, werden an Bord genommen. Da taucht ein Kriegsschiff auf.
"Fellinis Film zeigt auf der einen Seite die Oberschicht auf dem Oberdeck mit ihren Luxusproblemen und ihrer schönen Musik. Andererseits schuften und schwitzen im Schiffsbauch die Arbeiter in schlechter Luft. Kriegsflüchtlinge, die auf dem Dampfer aufgenommen werden, sind von der feinen Gesellschaft separiert, weil man Angst vor ihnen hat. Das ist ein Bild für diese westliche Welt und es wird schlimmer. Wir müssen uns fragen, wer steuert unser Schiff und wohin fährt es?" Johan Simons
Regie: Johan Simons
Bühne: Bert Neumann
Kostüme: Nina von Mechow
Musik: Martin Schütz, Christoph Homberger, Jan Czajkowski, Bendix Dethleffsen
Licht: Lothar Baumgarte
Dramaturgie: Matthias Günther
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
So, 26.2.2012, 19:00 |


Susn
von Herbert Achternbusch
Achternbusch erzählt in wenigen Bildern das Leben der rothaarigen Susn aus dem Bayerischen Wald. Susn ist eine freie Radikale, die an den Zwängen ihrer Welt ebenso radikal scheitert wie sie gegen sie aufbegehrt. Im ersten Bild sieht man sie als 17-jährige Schülerin beichten. In einem sprudelndem Erzählfluss zieht sie eine erste Lebensbilanz und verteidigt ihre wilde Entschlossenheit, aus der Kirche auszutreten. "Ich wollte nicht länger in der Gemeinschaft derer bleiben, von denen ich weiß, dass ihr Glaube nur eine Kopfhaltung ist." Zehn Jahre später sehen wir Susn, inzwischen hoffnungsfroh vom Land in die Stadt gezogen, in ihrem Studentenzimmer. Allein. In einer Gewitternacht. Mit den Mitteln der fortgesetzten Selbstbehauptung durch Sprache entsteht eine erotische Phantasmagorie, die endet mit dem Schrei aus der Musik "Be Careful With That Axe Eugene." Weitere zehn Jahre später lebt Susn mit einem Schriftsteller, dem sein Schreiben längst zum alle anderen ignorierenden Selbstgespräch geworden ist. Im letzten Bild sitzt Susn schnapsbewehrt in einer Kirche. "Ja, oft mecht i koan Menschn mehr sehng und von koan Herrgott was wißn, aber wer solltn mir zuhörn, wenn net der Herrgott?". Achternbusch hat seine Susn mit einem Lebenshunger ausgestattet, für den es in der Welt, so wie sie sie vorfindet, nicht die entsprechende Nahrung gibt. Zugleich besitzt sie eine ungeheure Verweigerungsenergie. Das muss natürlich himmeltraurig enden. Denn: "Wahrscheinlich ist die Revolution eben doch ein jetzt täglich zu leistender Prozess und nicht ein einziger blutiger Tag auf den man hinarbeiten muss." Es ist also Zeit für einen neuen Achternbusch, auch oder gerade, wenn er wie Susn 29 Jahre alt ist.
Regie: Thomas Ostermeier
Bühne und Kostüme: Nina Wetzel
Musik: Nils Ostendorf
Video: Sebastien Dupouey
Dramaturgie: Julia Lochte
Ort:
Werkraum
Termine:
Do, 9.2.2012, 20:00 |



Di, 14.2.2012, 20:00 |


2. Kammermusiknacht
Sharon Kam, Klarinette
Antje Weithaas, Violine
Gustav Rivinius, Violoncello
Paul Rivinius, Klavier
Rüdiger Lotter, Violine
Gesa Harms, Violine
Kelvin Hawthorne, Viola
Bridget MacRae, Violoncello
Pascal Dusapin, Streichquartett Nr. 4 (1997)
Olivier Messiaen, Quatuor pour la fin du temps (1940)
Mit dem ersten Konzert SILENT FLOWERS begann in der letzten Spielzeit in den Münchner Kammerspielen eine Reihe der Kammermusik des 20. und 21. Jahrhunderts. In der Spielzeit 2011/12 folgen drei Konzerte mit zentralen Werken der Moderne, gespielt von Mitgliedern des Münchener Kammerorchesters und internationalen Solisten.
Alexander Liebreich: Eine Kammermusikreihe kann für uns nur sinnvoll sein, wenn sie sich mit Musik beschäftigt, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist. Es wird bei uns keinen Schubert-Abend geben. Und ich fände es furchtbar langweilig, das Ganze mit Texten aufzuladen, Tschechows MÖWE und Celan-Texte, dazu ein Streichquartett - das wäre ein Überschwang an Bedeutung, den wir nicht haben wollen. Das sollen schon puristische Musikabende sein.
Johan Simons: Wenn man in den Kammerspielen vor den Eisernen Vorhang einen Musiker hinsetzt, dann hat man schon eine pure Form der Konzentration. Und diese Konzentration ist für mich schon Theater. Von dieser Konzentration der Musiker, die so wunderschön ist, kann man fürs Theater unendlich viel lernen.
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Fr, 10.2.2012, 22:00 |


Alles nur der Liebe wegen
Ein Projekt von Andreas Kriegenburg
Es sind drei Stränge der Liebe, die Andreas Kriegenburg in seinem Projekt ALLES NUR DER LIEBE WEGEN verfolgen wird: Liebe als Versuch, sich zu binden in einer heutigen Welt, in der die Angst, ein Leben in Einsamkeit fristen zu müssen, den Wunsch nach Begegnung gebiert; Liebe als ein alternatives Lebenskonzept, als Versuch, die Einsamkeit zu ignorieren und sich über die Liebe in einer Gemeinschaft aufzulösen; und Liebe, die durch das Ausbleiben von Begegnung ein zerstörerisches, destruktives Potential von Gewalt erzeugt.
Regie: Andreas Kriegenburg, Bühne: Andreas Kriegenburg, Kostüme: Andrea Schraad, Licht: Jürgen Tulzer, Dramaturgie: Matthias Günther
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Mo, 20.2.2012, 19:30 |


Münchner Kammerspiele
Falckenbergstraße 2
D-80539 München
Telefon: +49 (0)89-233 371 00
Spielstätten
SCHAUSPIELHAUS
Maximilianstraße 26-28, 80539 München
WERKRAUM
Hildegardstraße 1, 80539 München
SPIELHALLE
Falckenbergstraße 1, 80539 München
Theaterkasse
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