zur Startseite
7

Münchner Kammerspiele

Die Münchner Kammerspiele zählen zu den bedeutendsten Theatern im deutschsprachigen Raum. Seit den Anfängen wird das Theater von einem starken Ensemble geprägt, das die Auseinandersetzung mit der Gegenwart sucht. Die Münchner Kammerspiele verstehen sich als ästhetisch innovatives, zeitgenössisches und weltoffenes Stadttheater, das gesellschaftspolitisch ausgerichtet ist.

Kontakt

Münchner Kammerspiele

Falckenbergstraße 1
D-80539 München

Telefon: +49 (0)89-233 371 00

Münchner Kammerspiele bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Münchner Kammerspiele

Theater

Die Kränkung der Menschheit

Uraufführung: 26. September 2019

Das Musikvideo „Apeshit“ von Beyoncé Knowles und Jay-Z wurde allein auf YouTube 150 Millionen Mal geklickt. Es zeigt „The Carters“, wie sich das Paar nennt, mit einer Performance im Pariser Louvre. Das Museum ist Sinnbild europäischer Kunst, es steht für die eine Kunstgeschichte. Beyoncé steht im Vergleich zu all dem Vergangenen als lebendiges Kunstwerk und zeigt uns ganz deutlich: Im Hintergrund liegt die Vergangenheit, im Vordergrund die Gegenwart.In der neuen Arbeit von Anta Helena Recke steht die eurozentrische Behauptung einer universellen Menschheits- und Kunstgeschichte ebenfalls auf dem Prüfstand. Ausgehend von Sigmund Freuds Text „Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse“ werden die von ihm diagnostizierten drei Kränkungen der Menschheit – die Erkenntnis, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist, dass der Mensch vom Affen abstammt und dass er ein Unterbewusstsein hat, das er nicht steuern kann – um eine vierte Kränkung erweitert. Die Tatsache, dass die größte Illusion darin besteht, von einer Menschheit auszugehen, wird hartnäckig übersehen. Vielleicht, weil das eine der tiefgreifendsten Kränkungen des „menschlichen Egos“ darstellen würde.
Gerade das gegenwärtig zu beobachtende globale Wiedererstarken faschistischer Kräfte, Phänomene wie „Men’s Right Activism“ und das selbstbewusste Auftreten von White Supremacy Gruppierungen zeigen, wie tiefgreifend die Illusion einer weißen männlichen Menschheit im weißen Körper verankert ist. Alle wehren sich mit Haut und Haaren – und sind sich für nichts zu schade.

„Die Kränkungen der Menschheit" ist eine Produktion von Anta Helena Recke mit den Münchner Kammerspielen. In Koproduktion mit dem HAU Hebbel am Ufer Berlin, Kampnagel Hamburg und Mousonturm Frankfurt.

Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Fonds Darstellende Künste.

Anta Helena Recke ist eine konzeptuell arbeitende Regisseurin. Sie spielt mit den Genres Theater, Performance und bildende Kunst und inszeniert in Stadttheatern genauso wie in der Freien Szene. Reckes Inszenierung „Mittelreich“, die 2017 an den Münchner Kammerspielen Premiere feierte, war 2018 beim Theaterfestival „Radikal jung“ vertreten und wurde zum Berliner Theatertreffen eingeladen. In der Kritiker*innenumfrage von Theater heute wurde sie zur Nachwuchskünstlerin des Jahres 2018 gewählt. Sie ist zudem Preisträgerin des Internationalen Theaterinstituts (ITI) 2019.

Inszenierung: Anta Helena Recke
Bühne: Carlo Siegfried
Kostüme: Pola Kardum
Musik: Luca Mortellaro
Licht: Joscha Eckert
Recherche: Marja Christians, Chiara Galesi
Dramaturgie: Valerie Göhring
Künstlerische Mitarbeit: Anna Froelicher, Maxi Menja Lehmann
Produktion: Olaf Nachtwey, Johanna Thomas

Die Kränkung der Menschheit bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Die Kränkung der Menschheit

Theater

König Lear

von William Shakespeare

Premiere: 28. September 2019

No Country for Old Men? Die Welt hat sich geändert, und für König Lear ist es Zeit, seine Macht an die nächste Generation weiterzureichen. Nur tatsächlich loslassen kann er nicht – viel zu sehr ist er die Privilegien gewöhnt, die ihm sein Leben lang selbstverständlich waren. Mit dem bevorstehenden Machtwechsel verändert sich der Blick: Sind die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht bestimmt von den Immergleichen, seit Jahrtausenden schon? Bedarf es nicht dringend eines Umsturzes – kalt und strukturell? So oder so, bestimmt wird das Spiel nun von Lears Töchtern – sie sind an der Reihe, die Verantwortung für eine andere, noch unbestimmte Zukunft zu übernehmen. Wie radikal muss der Wandel sein? Wie viel Zeit bleibt für den Zweifel? Muss der Vater sterben, damit die Töchter frei sein können? Wie sieht die zukünftige Welt aus? Besser, schlechter oder einfach anders?

Thomas Melle, Autor von „Die Welt im Rücken“ und Autor und Gegenstand von Stefan Kaegis „Unheimliches Tal / Uncanny Valley“ zu Beginn der letzten Spielzeit, hat für die Inszenierung von Stefan Pucher an den Münchner Kammerspielen Shakespeares Königsdrama neu übersetzt und bearbeitet.

Inszenierung: Stefan Pucher
Bühne: Nina Peller
Kostüme: Annabelle Witt
Video: Ute Schall
Co-Video: Hannes Francke
Musik: Christopher Uhe
Licht: Stephan Mariani
Dramaturgie: Helena Eckert, Tarun Kade

König Lear bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte König Lear

Theater

Drei Schwestern

von Susanne Kennedy

nach Anton Tschechow

Die drei Schwestern Masja, Olga und Irina träumen sich von der russischen Provinz in ein aufregenderes Leben „nach Moskau!“. Während sich die Gesellschaft im Umbruch befindet, verharren die Schwestern in der Angst vor der eigenen Endlichkeit und der Furcht, dass sich ihr Leben nicht ändern wird. Zukunft bleibt für sie das große Versprechen, obwohl niemand weiß, was sie bringen wird. Seit 1901 wird der Klassiker „Drei Schwestern“ von Tschechow inszeniert und oft als Zeichen der Dekadenz der vorrevolutionären bürgerlichen Gesellschaft interpretiert. Immer wieder werden die Protagonistinnen auf die Bühne gerufen, um zu sehen, wie sie sich sehnen, ihrer Gegenwart entfliehen zu können. „Is this now? – It’s a story that happened yesterday, but I know it’s tomorrow.“
Susanne Kennedy will die Schwestern davon befreien und schlägt einen Perspektivenwechsel vor: Was, wenn die Zeit ein Kreis ist und wir jeden einzelnen Augenblick unseres Lebens immer wieder leben werden? Für Nietzsche bedeutete die Idee der ewigen Wiederkehr, ständig bereit zu sein – die absolute Bejahung. Vielleicht sind Menschen grundsätzlich nicht die Produzenten ihres Schicksals. Vielleicht sind ganz andere Kräfte im Spiel. Wenn wir, Nietzsche folgend, so lebten, als müssten wir das Leben endlos wiederholen, würden wir dann andere Entscheidungen treffen? Weniger beeinflusst von dem Wunsch nach Kontrolle der Zukunft als vielmehr dem Wunsch nach Befreiung? Susanne Kennedy und ihr Team laden am 08. April vorab in die Dachkammer ein, um über „Drei Schwestern“ und ihre gemeinsame künstlerische Arbeit zu sprechen.

Inszenierung: Susanne Kennedy
Bühne: Lena Newton
Kostüme: Teresa Vergho
Video: Rodrik Biersteker
Licht: Rainer Casper
Dramaturgie: Helena Eckert, Lara Staal

Drei Schwestern bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Drei Schwestern

Theater

Trommeln in der Nacht

von Bertolt Brecht

Münchner Kammerspiele, 29. September 1922, Uraufführung „Trommeln in der Nacht“ – Nach jahrelanger Kriegsgefangenschaft kommt ein Mann ins aufständische Berlin zurück. Der erste Weg führt ihn zu seiner einstigen Geliebten. Dort, im Wohnzimmer ihrer Eltern, erfährt er, dass die Frau sich soeben mit einem anderen verlobt hat, einem Kriegsgewinnler, der eines Tages die Fabrik des Vaters in die Zukunft führen soll. Aus Enttäuschung und Wut wendet sich der Mann den sozialistischen Straßenkämpfen zu und wird zum wichtigen Akteur im Spartakusaufstand gegen die konservative Regierung. Die gewaltsame Besetzung des Zeitungsviertels durch die Aufständischen steht unmittelbar bevor. Da besinnt sich die Frau und verlässt ihren Neu-Verlobten, um ihren einstigen Geliebten zurückzuholen. Dieser, vor die Wahl zwischen seiner Frau und dem Aufstand gestellt, zögert kurz, bevor er sich entscheidet. Und entschließt sich, die Aufständischen zu verlassen und mit seiner Frau nach Hause zu gehen.
Nach „Der Spieler“, „Hamlet“ und zuletzt „Miranda Julys Der erste fiese Typ“ inszeniert Christopher Rüping, Hausregisseur der Kammerspiele, Brechts Geschichte aus einer bewegten Zeit. Dass die Uraufführung vor fast 100 Jahren an den Kammerspielen stattfand, ist dabei mehr als nur ein Detail.

Inszenierung: Christopher Rüping
Bühne: Jonathan Mertz
Kostüme: Lene Schwind
Licht: Christian Schweig
Musik: Christoph Hart, Damian Rebgetz, Paul Hankinson
Dramaturgie: Katinka Deecke

Trommeln in der Nacht bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Trommeln in der Nacht

Theater

Macbeth

von William Shakespeare

Mit „Macbeth“ inszeniert Amir Reza Koohestani nach „Der Fall Meursault – Eine Gegendarstellung“ und „Die Attentäterin“ zum ersten Mal an den Münchner Kammerspielen ein zentrales Stück des westlichen Theaterkanons. Vor nun über 400 Jahren schrieb Shakespeare die Tragödie um ein Königsmörder-Paar auch als Propagandastück, das die Stellung des damaligen Königs (und damit auch die eigene) bestätigen sollte. Koohestani nimmt dies als Ausgangspunkt einer Reflexion über gegenwärtige Erwartungen an das Theater: Können auch heute durch fiktionale Geschichten politische Machtverhältnisse gestärkt oder hinterfragt werden? Welche Geschichten müssen und welche dürfen erzählt werden? Wie unschuldig oder gefährlich ist die Kunst, wie wirkmächtig sind ihre Erzählungen? In Annäherung an Fragen von politischer Dimension betrachtet Koohestani immer auch deren Konsequenz für die Menschen. Obwohl sie in diesem Gefüge der Macht gefangen sind, müssen sie sich dennoch mit den Konsequenzen der eigenen Taten konfrontieren: unsicher, überzeugt, euphorisch, traumatisiert. In privaten Gesprächen und intimen Momenten erzeugt er ein aktuelles politisches Panorama, welches zugleich den Alltag der Menschen in den Fokus nimmt. „Und wenn wir scheitern?“ – fragt der schlaflose Macbeth seine Frau und Komplizin – „Dann scheitern wir“.

Inszenierung: Amir Reza Koohestani
Bühne: Mitra Nadjmabadi
Kostüme: Negar Nemati
Video: Benjamin Krieg
Musik: Polly Lapkovskaja
Licht: Christian Schweig
Übersetzung: Mehdi Moradpour
Dramaturgie: Helena Eckert
Co-Video: Phillip Hohenwarter

Macbeth bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Macbeth

Theater

Das Leben des Vernon Subutex

nach der Romantriologie von Virginie Despentes

Ein erfolgloser Drehbuchautor mit Amok-Phantasien. Eine ehemalige Drogendealerin, die zum Internet-Troll umgeschult hat. Eine Professorentochter, die zum Islam konvertiert und ihr darüber verzweifelnder Vater. Ein drogensüchtiger Popstar und sein Manager. Ein koksender Trader, eine obdachlose Hundeliebhaberin mit großem Gerechtigkeitssinn und ein skrupelloser Filmproduzent. Eine ehemalige Pornodarstellerin und ihr transsexueller Freund. Ein rechtsradikaler H&M-Verkäufer, eine einsame Staatsbeamtin, ein krankhafter Frauenschläger und eine Kellnerin mit Talent zum Tätowieren. Sie alle bevölkern das Leben des Vernon Subutex, seines Zeichens bankrott gegangener Plattenhändler ohne Dach über dem Kopf. Ihnen allen verleiht die französische Schriftstellerin, Musikerin und Filmregisseurin Virginie Despentes („Baise Moi!“, „King Kong Theorie“) eine Stimme. Sie alle träumen von einem anderen besseren Leben, auf ganz unterschiedliche Weise. „Das Leben des Vernon Subutex“ gilt als der Gesellschaftsroman unserer Zeit, als „Die menschliche Komödie“ (Balzac) des 21. Jahrhunderts. Regisseur Stefan Pucher, der zuletzt an den Kammerspielen „América“ von T.C. Boyle und „Wartesaal“ inszeniert hat, bringt Vernon Subutex und seine Bande auf die Bühne der Kammerspiele.

Inszenierung: Stefan Pucher
Bühne: Barbara Ehnes
Kostüme: Tina Kloempken

Das Leben des Vernon Subutex bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Das Leben des Vernon Subutex

Theater

Tiefer Schweb

Ein Auffangbecken von Christoph Marthaler

Bisher hatten die Mitarbeiter der zentralen Verwaltungsbehörde der Bodenseeregionen (ZVB) den unerwarteten Anstieg des Antragsvolumens als temporäres Phänomen abgehakt. Stets waren sie ruhig und sachlich geblieben, sogar noch dann, als das beunruhigende Gerücht von einem „Tag X“ in Umlauf geriet. Als dieser schließlich mit offiziellem Datum besiegelt wurde, fand man die Büros der Behörde auf einmal verwaist. Alle Angestellten waren verschwunden, kurzfristig abgetaucht in unbekannter Mission. Oder einfach: „Tiefer Schweb“ – wie man an den Ufern des Bodensees zu sagen pflegt, anlässlich solch rätselhafter Fälle und in Anspielung auf die Bezeichnung des tiefsten und unergründeten Areals des Binnenmeers. Hier nämlich im Dreiländereck, wo die Grenzen Österreichs, der Schweiz und Deutschlands so eng verlaufen, dass man in Zeiten des freien Personenverkehrs innerhalb von Sekunden drei Staaten besuchen konnte, haben sich die Beamten mit ihren Angehörigen an einen geheimen Ort zurückgezogen, um unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Vorkehrungen zu treffen für den unausweichlich bevorstehenden Moment der Wahrheit.

Christoph Marthaler, der mit seinen eigenwilligen und poetischen Musiktheaterabenden das Publikum für sich einzunehmen weiß, kehrt mit dieser Inszenierung nach vielen Jahren zurück nach München.

Inszenierung: Christoph Marthaler
Konzeption: Christoph Marthaler, Malte Ubenauf, Ueli Jäggi Bühne Duri Bischoff Kostüme: Sara Kittelmann
Licht: Jürgen Tulzer
Musikalische Leitung: Jürg Kienberger
Dramaturgie: Malte Ubenauf

Tiefer Schweb bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Tiefer Schweb

Theater

Doktor Alıcı

von Olga Bach

Das Stück „Professor Bernhardi“ von Arthur Schnitzler gibt ein realitätsgetreues Abbild der universitären, politischen und krankenhausinternen Intrigen der Zeit um die Jahrhundertwende. Im Zentrum steht dabei der erstarkende Antisemitismus, welcher von zahlreichen Widersachern des Protagonisten Professor Bernhardi, der jüdischen Glaubens ist, ausgenutzt wird, um ihren karrieristischen Zielen nachzugehen. Die katholische Religion dient ihnen dabei lediglich zur Verschleierung ihres skrupellosen und egoistischen Handelns. Schnitzler verhandelt in „Professor Bernhardi“ einen Kampf zwischen Aufklärung, Rationalität und Dogmatismus und stellt die Frage nach der Möglichkeit „das Richtige zu tun“ in den Vordergrund.
Olga Bach greift in ihrem Stück „Doktor Alıcı“ die Konflikte und Fragen Arthur Schnitzlers auf und übersetzt sie in die Gegenwart. Wo verlaufen heute die Konfliktlinien zwischen Ethik und Politik? Wie weit sind Menschen bereit für ihre Karriere zu gehen? Und wie wirken sich Entscheidungen, die heute getroffen werden, auf die Zukunft aus? Mit skurrilen Figuren und einem dystopischen Setting wirft sie einen kritischen Blick auf unsere Gegenwart. Das Krankenhaus wird zum Polizeipräsidium und Professor Bernhardi zu Doktor Alıcı. Ein Mann wird zur Frau, das Judentum wird zum Islam. Die Konflikte verlaufen nicht gleich, genau so wenig wie sich die Vergangenheit wiederholt – aber die schleichende Veränderung des menschlichen Zusammenlebens und Zusammenarbeitens, die subtilen Mechanismen, mit denen Rassismus gesellschaftsfähig wird und die Korruption des Politikbetriebs finden ihr zeitgenössisches Pendant in „Doktor Alıcı“. Und das im Bayern des Jahres 2023. Zwei Monate vor der Bayerischen Landtagswahl. Inszenieren wird Ersan Mondtag, der bereits mehrmals mit Olga Bach zusammengearbeitet hat – an den Münchner Kammerspielen nun bereits zum zweiten Mal – und dessen Inszenierungen „Tyrannis“ und „Die Vernichtung“ (ebenfalls von Olga Bach), zum Berliner Theatertreffen eingeladen waren.

Inszenierung: Ersan Mondtag
Bühne: Nina Peller
Kostüme: Teresa Vergho
Musik: Diana Syrse
Licht: Charlotte Marr
Dramaturgie: Valerie Göhring

Doktor Alıcı bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Doktor Alıcı

Theater

Melancholia

von Lars von Trier

„Eine Frau zu sein, bedeutet noch immer, im rein Psychologischen gefangen zu sein. Ganz egal, wie leidenschaftslos oder groß die Vision von der Welt ist, die eine Frau ausformuliert – wann immer diese Vision ihre eigene Erfahrung und Emotion beinhaltet, wird das Teleskop auf sie selbst zurückgerichtet.“ (Chris Kraus, „I Love Dick“)

Justine sehnt das Ende der Welt herbei, dabei scheint von außen betrachtet in ihrem Leben alles bestens zu laufen. Ihr Freund Michael liebt sie von ganzem Herzen, und die Hochzeit steht unmittelbar bevor. Der Chef der Werbeagentur, in der sie arbeitet, behandelt sie als „High Potential“ und befördert sie zum Art Director. Und ihre Schwester Claire unterstützt sie liebevoll in allem, was sie tut. Doch all das kann Justine nicht erfreuen. Ihr Drang, die heile Welt um sich herum kaputt zu machen, ist zu groß. Erst als der Planet Melancholia auf die Erde zurast und eine Kollision unausweichlich scheint, wird sie ruhig. Ist Lars von Triers Filmkunstwerk „Melancholia“ die Geschichte einer kranken Frau? Oder ist es eine Erzählung über eine Welt, der man mit Recht den Untergang wünscht? Ist das Ende ein Grund, sich in Düsterkeit zu versenken? Oder kann man ihm gar voller Optimismus entgegensehen? Was geschieht, wenn Planeten ihre gewohnte Umlaufbahn verlassen, und aufeinander treffen? Bei von Trier steckt in der Aussicht des Endes auch die Möglichkeit, dass sich die Dinge noch einmal wenden. Vielleicht zum Besseren.

Felix Rothenhäusler inszenierte an den Kammerspielen zuletzt Ryan Trecartins „The Re’Search“ und Eugène Labiches „Trüffel Trüffel Trüffel“. Lars von Triers apokalyptische Überwältigungsoper „Melancholia“ wird bei ihm zum lustvoll-transparenten Sprech-Denk-Spiel. Das Ende der Welt – die Musik spielt auf.

Inszenierung: Felix Rothenhäusler
Bühne: Katharina Pia Schütz
Kostüme: Elke von Sivers
Musik: Christian Naujoks
Licht: Stephan Mariani
Dramaturgie: Tarun Kade

Melancholia bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Melancholia

Performance

#Genesis

A Starting Point // von Yael Ronen und dem Ensemble

Die israelische Regisseurin Yael Ronen wendet sich nach ihrer Inszenierung „Point of No Return“ an den Kammerspielen nun dem „Starting Point“ zu und wird da nachlesen, wo vermeintlich alles begonnen hat: Das 1. Buch Mose, hebräisch Bereschit, altgriechisch Genesis genannt, beschreibt die Erschaffung der Welt. Es beschreibt Gott zunächst als den Regisseur, den Schöpfer, der die Welt erschaffen und geordnet hat (Gen. 1,1 – 1,3). Die mythischen Gleichnisse der Genesis sind vielfach und kontrovers interpretiert, gleichwohl sind sie die Wurzel der abendländischen Kultur. In ihrer Bildhaftigkeit und Symbolik erzählt die Genesis beispielsweise von der Erschaffung der Frau aus der Rippe des Mannes. Ist das schon die Wurzel einer patriarchalen Weltordnung? Und warum wird Gott gemeinhin als ein männliches Wesen wahrgenommen? Gemeinsam mit dem Ensemble untersucht Yael Ronen einzelne Fragmente der Genesis, um zu erkunden, auf welche Weise uns die biblischen Bilder geprägt haben und was sie uns heute bedeuten. Während die Genesis wie viele andere Mythen zur Orientierung und Identitätsfindung archaischer Kulturen diente, stützt sich die Inszenierung auf die Frage, welche Perspektive wir heute zu einzelnen Themen einnehmen und was aus der Welt geworden ist, die dem Menschen zu Beginn der Genesis überantwortet wird. Viele aktuelle Themen nämlich lassen sich bis zum Buch der Bücher zurück verfolgen: Naturbeherrschung, Geschlechterdebatte, Motive von Neid und Gewalt, bis hin zur der Frage, ob die Menschheit im Zuge technologischer Fortschritte im Begriff ist nach dem Baum des Lebens zu greifen. Die Version Yael Ronens und des Ensembles schlägt eine neue Perspektive auf einzelne Motive der Genesis vor und schreibt die Geschichte des Menschen, der Menschen auf der Bühne fort.

Inszenierung: Yael Ronen
Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Amit Epstein
Video: Stefano di Buduo
Musik: Yaniv Fridel
Licht: Jürgen Tulzer
Dramaturgie: Johanna Höhmann
Künstlerische Mitarbeit: Niels Bormann

#Genesis bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte #Genesis

Theater

Der Vater

von August Strindberg

1887 – Strindbergs „Der Vater“ wird in Kopenhagen uraufgeführt. Nicht erst in diesem Stück formuliert der schwedische Dramatiker seine Skepsis gegenüber einer aufkommenden, in seinen Augen in ihren Forderungen zu weitreichenden, feministischen Bewegung. Er stellt einen Vater ins Zentrum seiner Handlung: zunächst der Herr im Haus, der qua Recht und Tradition über die Finanzen, aber auch die Erziehung seiner Tochter entscheidet, ist er schließlich der große Verlierer – aufgerieben an den Ansprüchen der Frauen an ihn und jenen einer (patriarchalen) Gesellschaft an sein Mann-Sein. Schließlich treibt ihn der (vermeintliche) Komplott seiner Frau in den Wahnsinn. Heute erscheint uns Strindbergs Drama über das scheinbare Heraufdämmern des Endes des Patriarchats bzw. eines Patriarchen am Ende bei aller Meisterschaft der inneren Dramatik auf den ersten Blick vor allem als reaktionär. Oder aber: wie der Wahn eines in eine neue Rolle gestürzten und mit den Bewegungen der Zeit hilflos überforderten Autoren. 2018 – „Angry White Men“ allerorten. Breite Gesellschaftsschichten stellen Emanzipationsbewegungen, die unumkehrbar schienen, in Frage. Salonfähig ist, über den „Gender-Wahn“ herzuziehen, diskriminierte Identitätsweisen und Daseinsformen als dekadentes Establishment zu brandmarken und die Sehnsucht nach einem „Take back control“ zu schüren. Fakt ist aber auch, dass sich zahllose Feuilleton-Serien ernsthaft mit Männern als dem heute schwachen und benachteiligten Geschlecht beschäftigen oder aber der überwiegende Anteil der Selbstmorde, aber eben auch Attentate und Amokläufe von Männern begangen werden. Was kann vor diesem zeitgenössischen Hintergrund Strindbergs „Der Vater“ noch an Wahrhaftigkeit produzieren? Kann es gelingen, sich dem Drama unvoreingenommen zu nähern und es in den Dienst zu nehmen für ein gemeinsames, offenes, auch verstörendes und verunsicherndes Nachdenken über das Mensch-Sein heute?

Inszenierung: Nicolas Stemann
Bühne: Katrin Nottrodt
Kostüme: Marysol del Castillo
Video: Claudia Lehmann, Lilli Thalgott
Musik: Thomas Kürstner, Sebastian Vogel
Licht: Charlotte Marr
Dramaturgie: Benjamin von Blomberg

Der Vater bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Der Vater

Schauspiel

Jedem das Seine

EIN MANIFEST / VON MARTA GÓRNICKA
Schauspiel

Für ihre erste Arbeit an den Münchner Kammerspielen bringt die polnische Regisseurin Marta Górnicka ein von ihr arrangiertes Libretto aus verschiedenen Stimmen feministischer Bewegungen zur Uraufführung, darunter neue Texte von Katja Brunner. Dabei spricht sie aus der Perspektive einer jungen, politisch aktiven Polin, in deren Land zur Zeit längst erkämpfte Frauenrechte wieder in Frage gestellt werden. Górnicka ruft die „Womens Convention Munich 2018“ aus und setzt die existierende Ungleichheit zwischen Männern und Frauen in den Kontext eines größeren globalen Ungleichgewichts, dessen Wurzeln tief liegen. Der weitaus ältere, jedoch von den Nationalsozialisten missbrauchte Ausdruck „Jedem das Seine“ steht dabei beispielhaft für faschistische Strukturen. In ihrer Inszenierung kreiert Marta Górnicka (wie schon häufig zuvor in ihren Arbeiten) eine Gemeinschaft, die sich in diesem Fall zusammensetzt aus SchauspielerInnen des Kammerspiele-Ensembles und anderen MünchnerInnen mit verschiedenen Hintergründen. Kraftvoll, zaghaft, wütend, klagend spricht ein Chor und spricht ein Einzelner zu seinem Publikum. Marta Górnickas Inszenierungen sind international auf vielen Festivals vertreten, ihre letzte Inszenierung „Hymn to Love“ gastierte jüngst beim Spielart-Festival in München.

Inszenierung: Marta Górnicka
Choreografie: Anna Godowska
Bühne: Robert Rumas
Kostüme: Sophia May
Musik: Polina Lapkovskaja
Licht: Charlotte Marr
Übersetzung: Andreas Volk
Dramaturgie: Johanna Höhmann

In Koproduktion mit demMaxim Gorki Theater

Jedem das Seine bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Jedem das Seine

Aufführungen / Theater Residenztheater München München, Max-Joseph-Platz 1
Aufführungen / Festival Volkstheater München München, Brienner Straße 50
Aufführungen Bayerische Staatsoper München München, Max-Joseph-Platz 2
Aufführungen / Konzert Orff-Zentrum München München, Kaulbachstr. 16
Aufführungen / Theater theater VIEL LÄRM UM NICHTS - München München, August-Exter-Str. 1
Aufführungen / Theater Teamtheater München München, Am Einlaß 2a / 4
Aufführungen / Aufführung Süddeutsche Karl May-Festspiele Dasing, Neulwirth 3
Sa, 24.8.2019, 16:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung Süddeutsche Karl May-Festspiele Dasing, Neulwirth 3
Sa, 24.8.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung Süddeutsche Karl May-Festspiele Dasing, Neulwirth 3
So, 25.8.2019, 16:00 Uhr
Aufführungen / Theater Staatstheater am Gärtnerplatz München München, Gärtnerplatz 3
Aufführungen / Musical Deutsches Theater München München, Schwanthalerstraße 13
Aufführungen / Kabarett Münchner Lustspielhaus München, Occamstr. 8
Aufführungen / Theater Komödie im Bayerischen Hof München, Promenadeplatz 6
Aufführungen / Theater theater ... und so fort München, Hans-Sachs-Str. 12
Aufführungen / Kabarett Münchner Lach- und Schießgesellschaft München, Ursulastraße 9
Aufführungen / Kulturveranstaltung FestSpielHaus gGmbH München, Quiddestr. 17
Aufführungen / Theater Tatwort Improvisationstheater München, Rumfordstr. 29-31
Aufführungen / Theater Oberanger Theater München München, Oberanger 38
Aufführungen / Oper Fürstbischöfliches Opernhaus Passau Passau, Gottfried-Schäffer-Str. 2 4
Aufführungen / Theater TheaterRaum München München, Hans-Sachs.Str. 12
Aufführungen / Theater Sensemble Theater Kulturfabrik Augsburg, Bergmühlstraße 34
Aufführungen / Theater Kleine Bühne München München, Kazmairstraße 66
Aufführungen / Theater Athanor Akademie Burghausen, Burg 7b
Aufführungen / Theater fastfood theater München, Betriebsbüro: Häberlstraße 20
Aufführungen / Theater HochX München, Entenbachstr. 37
Aufführungen / Kabarett Kulturhaus Kresslesmühle Augsburg, Barfüßerstraße 4
Aufführungen / Theater Teamtheater Tankstelle München, Am Einlaß 2a
Aufführungen / Theater TamS-Theater München, Haimhauser Str. 13 a
Aufführungen / Theater Theater werkmünchen München, Grafinger Straße 6/103
Aufführungen / Theater Theaterschule Yorick München, Quiddestr. 17

Sie haben noch keinen Login? Dann registrieren Sie sich gleich hier!

Bitte schauen Sie in Ihrem E-Mail-Postfach nach der Registrierungsmail und klicken Sie auf den darin enthaltenen Link.