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Salzburger Pfingstfestspiele

Cecilia Bartoli widmet das Programm der Salzburger Festspiele Pfingsten 2019 unter dem Titel „Voci celesti – Himmlische Stimmen“ der Kunst der großen Kastraten.

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Salzburger Pfingstfestspiele

Kartenbüro
Herbert von Karajan Platz 11
A-5010 Salzburg

Telefon: +43-662-8045-500
Fax: +43-662-8045-555
E-Mail: info@salzburgfestival.at

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Salzburger Pfingstfestspiele

Oper

Alcina

Georg Friedrich Händel
Dramma per musica in drei Akten (1735) HWV 34

Premiere: 07. Juni 2019

Libretto von einem unbekannten Autor nach dem Textbuch zu Riccardo Broschis L’isola di Alcina, nach Ludovico Ariostos Orlando furioso
Neuinszenierung

Der Kastrat Giovanni Carestini, für den Händel die Rolle des Ruggiero in Alcina schrieb, soll wenig erfreut gewesen sein, als er die Arie „Verdi prati“ erstmals zu Gesicht bekam: Ein solcher Mangel an Virtuosität für einen Star wie ihn? Händel tat gut daran, Carestinis Forderung nach einer neuen Arie zu widersprechen: Schon bei den ersten Aufführungen verlangte das Publikum regelmäßig die Wiederholung von „Verdi prati“ und heute zählt die Arie zu Händels berühmtesten.

„Ihr grünen Wiesen, ihr lieblichen Wälder“: In Musik von berückender Schlichtheit beschwört Ruggiero die Schönheiten von Alcinas Reich, jenem „Zentrum des Genusses“, das keinerlei Zwänge kennt. Zugleich ist die Arie ein wehmütiger Abschied. Als Mann getarnt, ist Bradamante gekommen, um ihren „verzauberten“ Verlobten zurückzuerobern. So erwacht Ruggiero aus seiner Existenz als Geliebter Alcinas zu seinem alten Selbst, und die eine Form der Liebe weicht einer anderen.

Händels Oper gleicht einem Kaleidoskop der Liebe in ihren verschiedensten Ausprägungen, vor allem aber auch ihren Schattenseiten. Niemand erfährt diese schmerzlicher als Alcina: Die Verführerin, die erstmals echte Liebe fühlt, verliert ihre Zauberkraft – und ihren Geliebten. Ihre innere Entwicklung zeichnet die Musik mit einer Feinnervigkeit nach, die uns Alcina in ihrer tragischen Menschlichkeit berührend näherbringt.

Gianluca Capuano, Musikalische Leitung
Damiano Michieletto, Inszenierung
Paolo Fantin, Bühnenbild
Agostino Cavalca, Kostüme
Alessandro Carletti, Licht
rocafilm, Video
Christian Arseni, Dramaturgie
Alois Glaßner, Choreinstudierung

Cecilia Bartoli, Alcina
Philippe Jaroussky, Ruggiero
Sandrine Piau, Morgana
Kristina Hammarström, Bradamante
Christoph Strehl, Oronte
Alastair Miles, Melisso

Les Musiciens du Prince – Monaco
Bachchor Salzburg

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Untertiteln

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Alcina

Oper

Nicola Porpora Polifemo

Dramma per musica in drei Akten (1735)

Premiere: 08. Juni 2019

Halbszenische Aufführung
Libretto von Paolo Rolli

Er war der Lehrer Farinellis und der Rivale Händels und Hasses. Als einer der schillerndsten Gestalten des musikalischen Barock hat Nicola Porpora der Opernentwicklung in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entscheidende Impulse gegeben. Er wirkte in Italien – vor allem in seiner Heimat Neapel –, aber auch in London, Dresden und Wien, wenn auch nicht immer mit großer Fairness seinen Komponistenkollegen gegenüber, wohl aber stets auf die Entfaltung elementarer musikalischer Schönheiten bedacht. Mit Gesangsstimmen wusste er umzugehen, sowohl was ihre Ausbildung als auch ihren effektvollen Einsatz betraf. Zum Jahresbeginn 1735 schrieb er für die Opera of the Nobility, die als Konkurrenzunternehmen zum Opernimperium Händels in der britischen Metropole aufgebaut worden war, die Opera seria Polifemo, die mit Farinelli in der Rolle des Aci uraufgeführt wurde.
Das Libretto von Paolo Rolli basiert auf zwei bekannten griechischen Mythen, die beide mit dem Zyklopen Polyphem verknüpft sind: die Geschichte um die Nymphe Galateia und den Hirten Akis sowie die Begegnung mit Odysseus, die für den einäugigen Riesen wenig vorteilhaft ausgeht. Porpora schuf für die vielfarbigen Szenen eine Musik von großer Ausdruckskraft und Virtuosität, die ihre Wirkung auf das zeitgenössische Publikum nicht verfehlte.

George Petrou, Musikalische Leitung
Max Emanuel Cencic, Szenische Einrichtung
Alois Glaßner, Choreinstudierung

Yuriy Mynenko, Aci
Max Emanuel Cencic, Ulisse
Pavel Kudinov, Polifemo
Julia Lezhneva, Galatea
Dilyara Idrisova, Nerea
Nian Wang, Calipso

Armonia Atenea
Bachchor Salzburg

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Untertiteln

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Nicola Porpora Polifemo

Gespräch

Himmlische Stimmen

Ein Podiumsgespräch

unter der Leitung von Jürgen Kesting (Journalist, Musikkritiker und Fachbuchautor)
mit Jochen Kowalski (Altus)
Corinna Herr (Musikwissenschaftlerin, Ruhr-Universität Bochum)
Bernhard Richter (Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie, Leiter des Freiburger Instituts für Musikermedizin)
u.a.

Das Spiel mit der geschlechtlichen Identität ist dem Theater seit Anbeginn inhärent. Eine Blüte erlebte es in der Oper des 18. Jahrhunderts mit der Kunst der Kastraten, die mit ihren „natürlichen“ Stimmen bezauberten. Mit der Erforschung der kulturellen Zuschreibungen von Weiblichkeit und Männlichkeit kommt der Stimme heute eine besondere Bedeutung zu. Paradigmatisch für dieses Phänomen ist der Countertenor, der mit seiner männlichen Alt- bzw. Sopranstimme Geschlechtergrenzen überwindet. Die Faszination der zwitterhaften Stimmen beleuchten wir in einem Podiumsgespräch sowohl im musikhistorischen als auch medizinischen sowie sängerischen Kontext.

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Himmlische Stimmen

Konzert

Galakonzert: Farinelli & Friends

Große Barockarien, Szenen und Duette von Georg Friedrich Händel, Nicola Porpora, Johann Adolph Hasse, Riccardo Broschi u.a.

Gianluca Capuano, Musikalische Leitung
Rolando Villazón, Moderation
Julie Fuchs, Sopran
Patricia Petibon, Sopran
Sandrine Piau, Sopran
Nuria Rial, Sopran
Cecilia Bartoli, Mezzosopran
Lea Desandre, Mezzosopran
Vivica Genaux, Mezzosopran
Ann Hallenberg, Mezzosopran
Christophe Dumaux, Countertenor
Philippe Jaroussky, Countertenor
Bachchor Salzburg
Les Musiciens du Prince - Monaco


GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
Chor „Questo è il cielo di contenti“ aus dem Dramma per musica Alcina HWV 34
Arie der Melissa „Desterò dall’empia Dite“ aus der Opera seria Amadigi di Gaula HWV 11
Arie der Bellezza „Tu del Ciel ministro eletto“ aus dem Oratorium Il trionfo del Tempo e del Disinganno HWV 46a
NICOLA PORPORA
Arie des Lottario „So che tiranno io sono“ aus dem Dramma per musica Carlo il Calvo
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
Arie des Aci „Verso già l’alma col sangue“ aus der Serenata Aci, Galatea e Polifemo HWV 72
GIUSEPPE MARIA ORLANDINI
Arie „Destrier che all’armi usati“
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
Duett Cornelia und Sesto „Son nata a lagrimar“ aus dem Dramma per musica Giulio Cesare in Egitto HWV 17
JEAN PHILIPPE RAMEAU
Szene der La Folie aus dem Ballet-buffon Platée
LEONARDO LEO
Arie des Arbace „Cervo in bosco“ aus der Tragedia per musica Catone in Utica
JEAN PHILIPPE RAMEAU
Arie der Télaïre „Tristes apprêts, pâles flambeaux“ aus der Tragédie en musique Castor et Pollux
RICCARDO BROSCHI
Arie des Dario „Qual guerriero in campo armato“ aus dem Dramma per musica Idaspe
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
Duett Almirena und Rinaldo „Scherzano sul tuo volto“ aus der Opera seria Rinaldo HWV 7a
NICOLA PORPORA
Duett Sifare und Semandra „La gioia ch’io sento“ aus dem Dramma per musica Mitridate
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
Arie der Cleopatra „Piangerò la sorte mia“ aus dem Dramma per musica Giulio Cesare in Egitto HWV 17
TOMASO ALBINONI
Arie „Dopo i nembi e le procelle“ aus L’Eraclea
JOHANN ADOLF HASSE
Szene der Berenice „Berenice, che fai?“ aus der Opera seria Antigono
NICOLA PORPORA
Arie des Mirteo „Bel piacer saria d’un core“ aus dem Dramma per musica Semiramide riconosciuta
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
Duett Ginevra und Ariodante „Bramo aver mille vite“ aus dem Dramma per musica Ariodante HWV 33
Arie der Cleopatra „Se pietà di me non senti“ aus dem Dramma per musica Giulio Cesare in Egitto HWV 17
JOHANN ADOLF HASSE
Arie des Siroe „Parto con l’alma in pene“ aus der Opera seria Siroe
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
Arie des Polinesso „Dover, giustizia, amor“ aus dem Dramma per musica Ariodante HWV 33
RICCARDO BROSCHI
Arie des Dario „Ombra fedele anch’io“ aus dem Dramma per musica Idaspe
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
Chor „Sa trionfar ognor“ aus dem Dramma per musica Ariodante HWV 33

Nicolini, Senesino und Carestini erfreuten das Auge ebenso sehr durch die Würde, Anmut und Schicklichkeit ihres Auftretens und ihrer Darstellung, wie sie das Ohr durch den richtigen Gebrauch der wenigen Noten ihres Stimmumfangs bezauberten. Farinelli dagegen mußte keine bedeutsamen Gebärden oder graziösen Körperhaltungen zu Hilfe nehmen. Er bezauberte seine Zuhörer allein durch die Stärke, den Umfang und den wunderbaren Klang seiner Stimme. Er setzte sie in Erstaunen, ohne etwas zu spielen, zu artikulieren oder auszudrücken. (Charles Burney)

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Galakonzert: Farinelli & Friends

Konzert

Oratorium: La morte d’Abel

Gianluca Capuano, Musikalische Leitung
Alois Glaßner, Choreinstudierung
Nahuel Di Pierro, Adamo
Julie Fuchs, Eva
Christophe Dumaux, Caino
Lea Desandre, Abel
Nuria Rial, Angelo
Il canto d’Orfeo
Bachchor Salzburg


ANTONIO CALDARA
La morte d’Abel
Azione sacra in zwei Teilen (1732)
Libretto von Pietro Metastasio

Oper und Oratorium – im frühen und mittleren 18. Jahrhundert waren die Grenzen zwischen den beiden besonders repräsentativen Genres oftmals fließend. Ästhetische Unterschiede gab es nur bedingt, erwartete man doch hier wie dort virtuose wie kantable Arien, plastische Rezitative und eingängige Instrumentalsätze. In Wien war das nicht anders als in Italien, woher viele jener Komponisten kamen, die nördlich der Alpen Anstellung fanden und Ruhm erlangten. Zu ihnen zählt Antonio Caldara, der ab 1716 als Vizekapellmeister am Wiener Hof wirkte und dort eine ungemein produktive kompositorische Tätigkeit entfaltete, die rund 80 Opern, mehr als 40 Oratorien und zahlreiche kirchenmusikalische Werke umfasste. Der Ruf der Habsburgerresidenz als einer führenden europäischen Musikstadt wurde durch Caldara wesentlich gefestigt.

La morte d’Abel, auf einen Text des berühmten Pietro Metastasio und für den Kastraten Farinelli geschrieben, kam erstmals im April 1732 in der Wiener Hofkapelle zur Aufführung. Das Libretto folgt der biblischen Erzählung: Der Hirte Abel wird von seinem Bruder, dem Ackerbauern Kain, getötet, weil sich dieser in der Gunst Gottes benachteiligt fühlt – seinen Rachegefühlen wird er nicht anders Herr, als bis zum Äußersten zu gehen. Kain muss fortan mit seiner schweren Schuld leben, ein warnendes Beispiel für die Nachgeborenen.

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Konzert

Kirchenkonzert: Stabat Mater | Pärt

Peter Phillips, Musikalische Leitung
The Tallis Scholars


GIACINTO SCELSI
„Ave Maria“ aus Three Latin Prayers für Countertenor (1972)
ARVO PÄRT
Stabat Mater (1985) für Sopran, Countertenor (Alt), Tenor, Violine, Viola und Violoncello
GIACINTO SCELSI
„Pater Noster“ aus Three Latin Prayers für Countertenor (1972)
ARVO PÄRT
Triodion für gemischten Chor a cappella (1998)
GIACINTO SCELSI
„Alleluja“ aus Three Latin Prayers für Countertenor (1972)
ARVO PÄRT
Sieben Magnificat-Antiphonen für gemischten Chor a capella (1988/91)

„Tintinnabuli, das ist ein erstaunlicher Vorgang – die Flucht in die freiwillige Armut: Die heiligen Männer ließen all ihren Reichtum zurück und gingen in die Einöde. So möchte auch der Komponist das ganze Arsenal zurücklassen und sich durch die nackte Einstimmigkeit retten, bei sich nur das Notwendigste habend – einzig und allein den Dreiklang“: So fasste Arvo Pärt sein Credo zusammen. „Tintinnabuli“ (lat. Glöckchen) nannte er seine Kompositionsweise, aus der reizvolle polymodale Zusammenklänge erstehen, die zwischen Archaismus und Modernität schweben. 1935 in Estland geboren, das 1940 von der Sowjetunion annektiert wurde, musste Pärt sich seine ureigene Stimme erst erkämpfen und erlauschen, auch gegen den Widerstand des Regimes – 1980 emigrierte er in den Westen. Von der spirituellen Kraft seiner Tonsprache ist seither alle Welt fasziniert: Sein Stabat Mater antwortet auf Pergolesis Werk mit rätselhaft erhabener, auratischer Kargheit. Drei hohe Stimmen, begleitet von einem Streichtrio, intonieren den Text aus dem 13. Jahrhundert.

Für Giacinto Scelsi erwies sich die menschliche Stimme als ein ideales Medium, den Kosmos des Klanges zu erforschen. Seine Three Latin Prayers beziehen sich auf den homophonen Gesang des gregorianischen Chorals und überführen diesen in kristalline Klangfarbenbrechungen.

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Film

Farinelli il Castrato

Ein Film von Gérard Corbiau (F, I, B 1994)

Musik von Georg Friedrich Händel, Riccardo Broschi, Giovanni Battista Pergolesi, Johann Adolph Hasse, Nicola Porpora

Das Publikum vergötterte ihn, und die Frauen lagen ihm zu Füßen. Unter dem Künstlernamen „Farinelli“ wurde Carlo Broschi zum größten Opernstar des Barock. Der belgische Regisseur Gérard Corbiau taucht in seinem opulent ausgestatteten Musikfilm tief in die Welt des 18. Jahrhunderts ein und versucht die Karriere Farinellis und dessen intensive Beziehung zu seinem Bruder, den Komponisten Riccardo Broschi, in zum Teil fiktiver Überhöhung nachzuzeichnen. Die Kastratenstimme mit ihrem immensen Tonumfang erschuf man für den Film elektronisch neu, und zwar aus den Stimmen eines Countertenors und einer Sopranistin.

Stefano Dionisi (Farinelli/Carlo Broschi)
Enrico Lo Verso (Riccardo Broschi)
Elsa Zylberstein (Alexandra)
Jeroen Krabbé (Georg Friedrich Händel)
Caroline Cellier (Margareth Hunter)
Omero Antonutti (Nicola Porpora)
Marianne Basler (Gräfin Mauer)
Graham Valentine (Prince of Wales)
Jacques Boudet (Philipp V.)

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Konzert

Geistliches Konzert: Stabat Mater | Pergolesi

Andrés Gabetta, Musikalische Leitung/Violine
Cecilia Bartoli, Mezzosopran
Franco Fagioli, Countertenor
Cappella Gabetta


ANTONIO VIVALDI
Nisi Dominus RV 608 (1713–1717) nach Psalm 126 für Contralto, Streicher und Basso continuo
ANTONIO VIVALDI
Konzert für Violine, Streicher und Cembalo D-Dur RV 208 – „Grosso Mogul“ (um 1710)
GIOVANNI BATTISTA PERGOLESI
Stabat Mater (1736)

Bereits im Mozart-Jubiläumsjahr 1856 gründete sich ein Verein, dessen Ziel die Errichtung einer dem Genius Loci gewidmeten Musikschule (mit Bibliothek, Archiv und Konzertsaal) war. Nachdem verschiedene Bauten der Salzburger Innenstadt hierfür in Betracht gezogen worden waren, entschied man sich schließlich für den Erwerb der Villa des ehemaligen Innenministers Josef von Lasser in der Schwarzstraße. Der Umbau erfolgte 1910–14 nach Plänen von Richard Berndl: Im Stil des Münchner Späthistorismus gehalten, wurden elegante Details mit Elementen der lokalen barocken Tradition, des Jugendstils und heimatlicher Baukunst verbunden. 1917 wählte das Kuratorium der Internationalen Stiftung Mozarteum (ISM) Bernhard Paumgartner einstimmig zum Direktor des damaligen Konservatoriums, aus dem später eine Akademie hervorging, die dann wiederum zur Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mozarteum wurde und mittlerweile Universitätsstatus hat. Unter seiner Leitung erlebte diese Ausbildungsstätte in den folgenden Jahren einen großen Aufschwung: Insbesondere zahlreiche Musiktheater-Einstudierungen im Rahmen der „Mozarteums-Opern“ und deren Aufführung im Salzburger Stadttheater (dem heutigen Landestheater) gehen auf seine Initiative zurück.

Finanzielle Schwierigkeiten der ISM konnten durch eine Verstaatlichung des Lehrbetriebes im Jahre 1922 aufgefangen werden, so dass heute zwei getrennte Körperschaften bestehen. Wobei die Universität Mozarteum 2006 in einem eigenen Bau am Mirabellplatz Quartier genommen hat.

Seit 1921 kooperiert die ISM eng mit den Salzburger Festspielen: Der Große Saal des Mozarteums gehört zu den Hauptspielstätten der Konzertreihen, zumal er sich für die Kammermusik hervorragend eignet. Legendär sind auch die dort an den Wochenenden der Festspielzeit stattfindenden, von Bernhard Paumgartner ins Leben gerufenen Mozart-Matineen geworden. Schließlich ging aus den erstmals 1930 gegebenen Dirigenten- und Musikkursen die Internationale Sommerakademie hervor, die alljährlich renommierte Dozenten mit ambitionierten Musikern in einen lebhaften Dialog treten lässt.

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Konzert

Domkonzert: Monteverdi Choir

Monteverdi Choir
English Baroque Soloists
John Eliot Gardiner, Dirigent


TOMÁS LUIS DE VICTORIA
Motette „Dum complerentur dies Pentecostes“
HEINRICH SCHÜTZ
Kantate „Veni, sancte Spiritus“ SWV 475
CLAUDIO MONTEVERDI
Messa a quattro voci da cappella
DIETERICH BUXTEHUDE
Triosonate B-Dur für Violine, Viola da gamba und Basso continuo op. 1/4
HENRY PURCELL
Music for the Funeral of Queen Mary für Chor, Blechbläser, Orgel und Trommel
JOHANN SEBASTIAN BACH
Motette „O Jesu Christ, mein’s Lebens Licht“ BWV 118

Domkonzert mit Gardiner. Nach der überraschenden Absage des Konzerts der Cappella Musicale Pontificia Sistina bei den Salzburger Pfingstfestspielen, konnten Cecilia Bartoli und die Salzburger Festspiele kurzfristig John Eliot Gardiner und seine Ensembles – den Monteverdi Choir sowie die English Baroque Soloists – für das Konzert im Salzburger Dom gewinnen. Unter Gardiners Leitung erklingen Pfingstmusiken von Tomás Luis de Victoria und Heinrich Schütz sowie polyphone Meisterwerke von Henry Purcell, Johann Sebastian Bach und Claudio Monteverdi, wie etwa dessen kunstvolle Messa a quattro voci da cappella, die wahrscheinlich anlässlich einer Weihnachtsmesse in San Marco entstanden ist und erst postum veröffentlicht wurde. Monteverdi setzte bekanntlich sein ganzes Engagement daran, der Musik an San Marco wieder zu Glanz zu verhelfen und stellte etwa auch neue Sänger ein, darunter Kastraten, um die hohen Stimmen des Chores glänzen zu lassen. Instrumentalisten suchte er mit festen Verträgen zu binden, und zu den großen kirchlichen Festen steuerte er seine eigenen Kompositionen bei.

Aufgrund der Programm- und Besetzungsänderung musste auch der Konzertbeginn geändert werden. Das Konzert wird nun um 20:00 Uhr beginnen, Einlass in den Dom ist ab 19:30 Uhr.

Die Karten behalten ihre Gültigkeit.

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Ereignisse / Festspiele Salzburger Festspiele Salzburg, Herbert von Karajan Platz 11
Ereignisse / Festspiele Wiener Festwochen Wien, Lehárgasse 11/1/6
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Ereignisse / Festival Lucerne Festival Luzern, Hirschmattstr. 13
Ereignisse / Festival Styriarte Graz Graz, Sackstraße 17
Ereignisse / Festspiele Händelfestspiele Halle Halle, Große Nikolaistraße 5
Ereignisse / Festival Young Euro Classic Berlin Berlin, Meierottostr. 6
Ereignisse / Festival Gstaad Menuhin Festival Gstaad, Postfach 65
Ereignisse / Festival Richard-Strauss-Festival Garmisch-Partenk., Schnitzschulstr. 19
Ereignisse / Messe Kunstmesse Art Bodensee Dornbirn, Messeplatz 1
Ereignisse / Festival AutorenTheatertage Berlin Berlin, Schumannstraße 13a
Ereignisse / Festival Raritäten der Klaviermusik Husum, König-Friedrich V.-Allee
Ereignisse / Jazz Hildener Jazztage Duisburg, Altgassweg 45
Ereignisse / Festival Internationales Musikfest Kreuth
Ereignisse / Festspiele Brühler Schlosskonzerte Brühl, Bahnhofstraße 16
Ereignisse / Festspiele Domstufen-Festspiele Erfurt Erfurt,
Ereignisse / Festival intersonanzen Fest der Neuen Musik Potsdam, Charlottenstr. 31
Ereignisse / Festspiele Darmstädter Residenzfestspiele Darmstadt, Mauerstraße 17
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Ereignisse / Festival Bürgerbühnen Festival Dresden Dresden, Theaterstraße 2
Ereignisse / Festival Schumannfest Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1

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