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Literaturhaus Salzburg

Ein Ort für das Wort

Seit Herbst 1991 ist im 400 Jahre alten, denkmalgeschützten Eizenbergerhof am Rand der Salzburger Altstadt, die Literatur zu Hause ... Anfangs ein Geheimtipp hat sich das Literaturhaus seinen Platz in der Welt der Sprachen und Bücher, der Autorinnen und Autoren erobert.
Rund 300.000 Besucherinnen und Besucher haben allein in den ersten 24 Jahren ca. fünftausend Veranstaltungen mit tausenden Schriftstellern und Künstlern besucht ...

Ein Trägerverein und fünf autonome Literaturvereine und Autorengruppen - manche von ihnen gibt es bereits seit Jahrzehnten in der Traklstadt - haben sich unter einem Dach organisiert und erarbeiten ein Programm für ein junges und erwachsenes Publikum (2014 kamen zu 274 Veranstaltungen über 15.000 Besucher): professionell, bunt und engagiert nach dem Motto "Literaturhaus Salzburg, wo das Leben zur Sprache kommt".

Das zweistöckige Gebäude beherbergt neben Veranstaltungsräumen, die auch vermietet werden, und Büros eine Bibliothek und ein kleines Café (abends bei Veranstaltungen geöffnet), benannt nach dem Dichter H.C. Artmann, Namenspatron auch für den Platz vor dem Haus.

Kontakt

Literaturhaus Salzburg
Verein Literaturhaus
Strubergasse 23
A-5020 Salzburg

Telefon: +43 662 / 422 411
Fax: +43 662 / 422 411-13
E-Mail: info@literaturhaus-salzburg.at

 

Anfahrt
vom Zentrum Salzburg mit den Linien 7 und 8, Haltestelle „Strubergasse“ und der Linie 24, Haltestelle „Wallnergasse“, vom Bahnhof mit der Linie 2, Haltestelle „Gaswerkgasse“.
Lesung

Wie man Dinge repariert

Martin Peichl
Debütlesung, Musik und Zeitschriftenpräsentationen

Ein Großstädter in seinen Dreißigern: Eigentlich will er nur seinen Roman fertigschreiben, doch das Leben kommt ihm ständig dazwischen. Sein Beziehungsstatus ist mehr als kompliziert, der tote Vater hinterlässt ihm ein Waldstück, mit dem er nichts anzufangen weiß, und das nächste Bier ist immer etwas zu schnell offen. Aber unterkriegen lässt er sich deshalb noch lange nicht …

Martin Peichls Roman ist das sympathische Porträt einer Generation, die sich weigert, den gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen. Er präsentiert ihn zum Erscheinen der neuen Ausgaben der Zeitschriften von beiden Ko-Veranstaltern, zu Heft 57 der erostepost und zu Nummer 28 von mosaik; musikalisch wird Martin Peichl begleitet von Fabian Brunner aka „Da Hoizkopf“, einem Liedermacher aus Linz, der in mühlviertlerischer Manier und Mundart das Leben, dass er lebt, beschreibt. Herzschmerz, Kritik, Humor – verpackt in Folk, Blues und Pop.

Martin Peichl, 1983 im Waldviertel geboren, studierte Germanistik und Anglistik und unterrichtet Deutsch, Englisch und wissenschaftliches Schreiben in Wien; 2018 mehrfach ausgezeichnet: Hans-Weigel-Literaturstipendium, Villacher Literaturpreis, Forum-Land-Literaturpreis; 2017 dritter Platz beim FM4-Kurzgeschichtenwettbewerb „Wortlaut“. „Wie man Dinge repariert“ ist sein erstes Buch, erschienen 2019 in der edition atelier.

Veranstalter: erostepost und mosaik, Zeitschrift für Literatur und Kultur

Eintritt: € 8/6/4
Lesung

Lyrik im März

Hans Eichhorn , Erwin Einzinger

Zum heutigen Abend dieser Reihe der GAV/Salzburg treffen sich zwei oberösterreichische Freunde, die – natürlich – seinerzeit beide in Salzburg studiert haben. Schon während dieser Zeit war Einzinger Mitglied der Literaturgruppe und des gleichnamigen Magazins „Projekt-Il“, und schon bald erschien sein erster Gedichtband „Lammzungen in Cellophan verpackt“ im damaligen Winter Verlag. Sein Faible für amerikanische Literatur, für uns oft unbekannte Musik, teilte er und verwendete Rückseiten von Kinokarten oder Einkaufszettel für seine Notizen, aus denen sich über die Jahre seine Bücher – Romane, Kurzgeschichten und Gedichte – erfolgreich entwickelten.

Hans Eichhorn ist einer der Stillen im Land – das mag daran liegen, dass er Berufsfischer am Attersee ist und Fische es gerne ruhig haben ... Aber aus dieser Stille wachsen ihm und uns wunderbar poetische Zeilen aus seinen Büchern zu, die diesen Abend auszeichnen.

Erwin Einzinger, geboren 1953 in Kirchdorf an der Krems, Studium der Anglistik und Germanistik in Salzburg. Lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Micheldorf. Zuletzt erschienen: „Ein kirgisischer Western“ (Roman, Verlag Jung und Jung, 2015), „Herbstsonate. Langgedicht“ (mit Hans Eichhorn, edition sommerfrische, 2016), und „Das Wildschwein“ (Verlag Jung und Jung, 2018).

Hans Eichhorn geboren 1956 in Vöcklabruck. Studium an der Universität Salzburg. Berufsfischer und Schriftsteller am Attersee. Zuletzt erschienen: „Im Ausgehorchten. Gedichte“ (Verlag Bibliothek der Provinz, 2017 und „Verlockung. Notate“ (Bibliothek der Provinz, 2018).

Veranstalter: GAV/Salzburg

Eintritt: € 8/6/4
Lesung

Die kleine Unbildung

Konrad Paul Liessmann , Nicolas Mahler
Lesung, Comics & Gespräch

Denken statt Daten, Diskussionen statt Diagramme, Kultur statt Kulturverweigerung: Konrad Paul Liessmann ist der zurzeit gewandteste Anwalt in Sachen Aufklärung, Bildung und Wissen. Scharf in der Analyse, provozierend in der Argumentation und rhetorisch geschliffen nimmt er ins Visier, was den Menschen (und der Politik) unter den Nägeln brennt.

Mit seinen brillant formulierten Büchern „Theorie der Unbildung“ (2006) und zuletzt „Bildung als Provokation“ (2017) hat sich der österreichische Philosoph und Publizist Konrad Paul Liessmann in die Bildungsdebatte eingemischt. Daran schließt nun der Band „Die kleine Unbildung. Liessmann für Analphabeten“ (Zsolnay, 2018) an – kongenial illustriert von Nicolas Mahler! Beide, Liessmann und Mahler, präsentieren an diesem Abend gemeinsam ihr geistreich-unterhaltsames Buch in Lesung, Comics und Gespräch mit Tomas Friedmann.

Konrad Paul Liessmann, geboren 1953 in Villach, lebt als Essayist und Literaturkritiker in Wien und leitet das Philosophicum Lech. Für seine Bücher wurde er vielfach ausgezeichnet. 2016 hielt er die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele.

Nicolas Mahler, geboren 1969 in Wien, wo er als Zeichner lebt. Für seine Arbeiten – z.B. Graphic Novels zu Thomas Bernhard und Marcel Proust – wurde er u.a. mit dem Max-und Moritz-Preis als „Bester deutschsprachiger Comic-Künstler“ und dem Preis der Literaturhäuser 2015 ausgezeichnet.

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Eintritt: € 12/10/8
Kurs

Graphic Novel und Literaturunterricht

Nicolas Mahler | Johanna Öttl
L-Fortbildung mit Johanna Ottl und Nicolas Mahler

9.30 Uhr: Galerie Fotohof

Referentin: Johanna Öttl, Universität Salzburg
Graphic Novels kommen im Literaturunterricht immer öfter zum Einsatz – sei es in Form von Adaptionen (beispielsweise Nicolas Mahlers Alte Meister oder Manuele Fiors Fräulein Else) oder als Transformationen literarischer Texte (beispielsweise Flix‘ Faust). Sie bieten vielfältige Anknüpfungsmöglichkeiten für den Literaturunterricht und schulen intertextuelle und intermediale Textkompetenz auch bezüglich nicht-literarischer Texte. Der Workshop soll Interesse am Einsatz von Graphic Novels im Deutschunterricht wecken und anhand konkreter Textbeispiele Einblicke in Verwendungsmöglichkeiten im Unterricht vermitteln.

13 Uhr: Literaturhaus

Im zweiten Teil der Lehrveranstaltung gibt Nicolas Mahler Einblick in sein Schaffen und spricht mit den Teilnehmer/innen im Anschluss über seine Erfahrungen mit Schüler/innen der Oberstufe bzw. Möglichkeiten der Literaturvermittlung durch Transmedialisierung.

Veranstalter: PH Salzburg, Junges Literaturhaus

Eintritt: frei (mit Anmeldung unter ph-online VA-Nr. 108006SR05)
Lesung

Meine literarischen Comics

Nicolas Mahler
SchreibReisen - LeseWelten
der Künstler gibt Einblick in seine Arbeiten

ab 10. Schulstufe; Dauer 90 Minuten

Nicolas Mahler zählt zu den wenigen Comiczeichnern im deutschsprachigen Raum, die sich auch international etablieren konnten. In 25 Jahren hat Nicolas Mahler mehr als 50 Publikationen, fünf Trickfilme, zahlreiche Siebdruckeditionen und Hörspiele herausgebracht, in ganz Europa, in den USA und Kanada. Seine Zeichnungen erscheinen u.a. in der ZEIT, der NZZ und der FAZ sowie in der Satirezeitschrift „Titanic“. Neben seinen eigenen, zum Teil autobiografischen Werken, welche auch die Rezeption von Literatur und Graphic Novels thematisieren, hat er durch seine Literaturadaptionen, z.B. von Robert Musils Mann ohne Eigenschaften und Thomas Bernhards Alte Meister für viel Aufsehen gesorgt. Diese stellen mit ihren höchst eigenständigen Interpretationen der sie anregenden Bücher, den reduzierten Zeichnungen und ihrem eigensinnigen Humor große Comic-Kunst dar.

In der Veranstaltung wird er diese Bücher vorstellen und den Schüler/innen der Oberstufe Geschmack und Neugier auf Comic-Kunst und – Literatur! – machen.

Das Netzwerk der Literaturhäuser ehrte Nicolas Mahler in der Jurybegründung für den Preis der Literaturhäuser 2015 als einen Autor, der sich in innovativer Form mit Literatur auseinandersetzt und in sehr eigenständigen und kunstvollen Formen der Vermittlung das Publikum dafür zu gewinnen weiß

Veranstalter: Junges Literaturhaus

Eintritt: 3 Euro
Kurs

Leseprobe: Xaver Bayer "Wildpark"

Lektüreworkshop

In der Buchhandlung oder Bibliothek ein Buch aufschlagen, durchblättern und mitnehmen, das Buch „ausprobieren“, lesen, verschlingen sogar.
Lesen ist gemeinhin ein einsames Vergnügen, doch schließt sich daran die Freude, Leseerlebnisse zu teilen. Häufig wird dem Lesen und besonders dem Buch keine großartige Zukunft vorhergesagt. Doch stellt sich angesichts der Vlogs, Blogs, Twitterfeeds, Plattformen wie lovelybooks heraus: Lesen und das Gespräch darüber bereiten immer Vergnügen.

Was in digitalen Lesezirkeln passiert, macht die „Leseprobe“ im analogen Raum möglich: In entspannter Atmosphäre bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein kommen begeisterte Leserinnen und Leser ins Gespräch und stellen Fragen an den Text.
Im Dschungel der Neuerscheinungen bietet die „Leseprobe“ die Möglichkeit, sich auf ein Buch einzulassen, im Gespräch neue, kreative Zugänge zur eigenen Lektüre auszuprobieren und im Anschluss den Autor bei einer Lesung zu hören. In der neuen Ausgabe wird Xaver Bayers Buch „Wildpark“ besprochen (Edition Korrespondenzen, 2019).

Mitzubringen sind: Lektüreerlebnisse und Lieblingsstellen.

Veranstalter: Literaturforum Leselampe

Eintritt: frei; Anmeldung unter: leselampe@literaturhaus-salzburg.at oder 0662 422 781
Lesung

Wildpark

Xaver Bayer

„Was für Gedanken man also haben kann – und als vor dem Schaufenster hügelab zwei Kinder Hand in Hand und heiter ins Gespräch vertieft vorbeigehen, kommt dir die Idee, dass Galaxien zwischen uns blühen und wir einander von Zeit zu Zeit festhalten müssen, um uns wieder loslassen zu können.“

Es sind uns allen vertraute Alltagssituationen, die für den Protagonisten in Xaver Bayers neuem Buch plötzlich ins Traumhafte kippen – und für einen Moment blitzt verstörend etwas Ungezähmtes, Wildes ins geordnete Leben hinein. Statt diese Einfälle sogleich wieder beiseitezuschieben, nimmt der Erzähler die Fährte auf und folgt den Gedankenblitzen in unbeirrter Konsequenz, mit immer neuen Volten und überraschenden Verknüpfungen.

„Wildpark“ ist eine Art göttlicher Komödie aus 69 schillernden Prosastücken, die mal komisch grotesk, dann wieder verstörend absurd die Nachtseiten unserer sorgfältig domestizierten Natur offenlegt. Wer von Literatur noch Kühnes und Neuartiges erhofft – hier ist es zu finden.

Xaver Bayer wurde 1977 in Wien geboren, wo er lebt und arbeitet. Studium der Philosophie und Germanistik. „Wildpark“ ist in der Edition Korrespondenzen erschienen.

Veranstalter: prolit, Literaturforum Leselampe

Eintritt: € 8/6/4
Lesung

Autobus Ultima Speranza

Verena Mermer

Ein Autobus ist der Ort, an dem viele Lebensgeschichten aufeinandertreffen: In ihrem neuen Roman erzählt Verena Mermer von Menschen, die sich unter den Zwängen der globalisierten Arbeitswelt auf den Weg in ein anderes Land machen müssen. Auf der Fahrt von Wien ins rumänische Cluj erfahren wir von den Schicksalen und Hoffnungen der 44 ArbeitsmigrantInnen, die an einem Dezembertag in den Bus der Linie „Ultima Speranza“ steigen. „Busfahrten machen anfällig für Rückblicke“, schreibt Verena Mermer: Die Autorin hat für ihren Roman lange recherchiert und verflicht mit präziser Sprache die Geschichten ihrer Figuren zu einer vielstimmigen Erzählung, die ein brisantes Thema der sozialpolitischen Realität zur Sprache bringt.

Verena Mermer, geboren 1984 in St. Egyden am Steinfeld, lebt nach dem Studium der Germanistik, Romanistik und Indologie sowie Arbeitsaufenthalten in Delhi, Baku und Cluj-Napoca in Wien als Autorin und Literaturwissenschafterin. Sie erhielt Preise und Stipendien, zuletzt 2017 den Gustav-Regler-Förderpreis. Nach ihrem Debütroman „die stimme über den dächern“ (2015) erschien 2018 ihr zweiter Roman „Autobus Ultima Speranza“ (beide Residenz Verlag).

Veranstalter: Literaturforum Leselampe, Rauriser Literaturtage

Eintritt: frei
Lesung

Das Birnenfeld

Nana Ekvtimishvili

Die georgische Autorin Nana Ekvtimishvili stellt bei den Rauriser Literaturtagen ihren Roman „Das Birnenfeld“ (Suhrkamp Verlag, 2018) vor. Darin verleiht sie den rebellischen Mädchen und Frauen in der georgischen Gesellschaft ihre Stimme: „Das Buch ist das scharfsichtige Porträt einer Gesellschaft, die auf dem Weg in eine neue Zeit ihre Mitmenschlichkeit verliert.“ (NDR)

Anfang der 1990er Jahre in der georgischen Hauptstadt Tbilissi. Im Internat für geistig Behinderte, einem Relikt aus Sowjetzeiten, sind die Lehrerinnen mit den „Debilen“ überfordert. Die 18-jährige Lela hat die Rolle der Beschützerin übernommen, denn behindert sind die wenigsten Kinder, im Stich gelassen und abgehängt sind sie alle. 
Der Geschichtslehrer muss sterben, die Kinder sollen über das Birnenfeld in die Freiheit rennen – das wünscht sich die kämpferische Lela mehr als alles andere. So mörderisch ihr Hass auf den Lehrer, so schwesterlich ist ihr Verhältnis zu Irakli: Sie begleitet ihn in eine Hochhauswohnung in der Nachbarschaft, wo er einmal in der Woche mit seiner Mutter in Griechenland telefonieren darf. Er will nicht wahrhaben, was sie längst weiß: Seine Mutter wird nie zurückkehren, ihn auch nicht zu sich holen. Lela zwingt ihn, Englisch zu lernen, unterstützt seine Hoffnung, nach Amerika zu gehen. Ein Traum, der eines Tages, als ein Ehepaar aus den Südstaaten anreist, wahr zu werden droht …

Nana Ekvtimishvili, geboren 1978 in Tbilissi (Georgien), studierte an der Filmhochschule Babelsberg und wurde mit den zwei preisgekrönten Filmen „Die langen hellen Tage“ (2014) und „Meine glückliche Familie“ (2017) bekannt. Sie lebt in Berlin und Tbilissi.

Veranstalter: Verein Literaturhaus, Rauriser Literaturtage

Eintritt: frei
Lesung

Reisewarnungen für Länder, Meer, Eisberge

Tom Schulz

Keine Reisewarnung könnte ihn aufhalten, zu groß ist die Verbindung des Autors zu unserem Planeten, der sich in immer rasanterem Tempo vom paradiesischen Zustand zu entfernen scheint. Wohin sich Tom Schulz auch lyrisch begibt, nach Medellín oder Venedig, in die Beinhäuser von São João oder zu den Plantagen von Tazacorte, ob in Strophen, in Prosa- oder in Kurzform – immer geht es ihm darum, den Regelkreis zu unterbrechen, „den Kreislauf aus Gier und Fertigteilen“, und mit all der Sprachmacht, die ihm zur Verfügung steht, Bewusstsein zu schaffen für die Schönheit und die Gefährdung der Welt.

Wach, präsent und von poetischer Schärfe: Tom Schulz’ neue Gedichte zeigen ihn als engagierten Lyriker, der den Blick nicht abwenden will von den Rissen, den Verheerungen und Verwerfungen unserer Gegenwart.

Tom Schulz, geboren 1970 in der Oberlausitz, lebt als Lyriker, Übersetzer, Herausgeber und Dozent für Kreatives Schreiben in Berlin. Für seine Gedichte erhielt er zahlreiche Preise und Stipendien. Gemeinsam mit Mirko Bonné gab er 2014 – zum 100. Todestag des Autors – das Buch „Trakl und wir. Fünfzig Blicke in einen Opal“ heraus. „Reisewarnungen für Länder, Meer, Eisberge“ ist im Hanser Verlag erschienen.

Veranstalter: prolit, Rauriser Literaturtage

Eintritt: frei
Lesung

Literatur ist der Rede wert: Die literarische Soirée

Margret Kreidl; Klaus Seufer-Wasserthal, Tomas Friedmann, Christine Scheucher
Neue Bücher im Gespräch

Können Sie mir einen Roman empfehlen? Lesen Sie auch Gedichte? Solche und ähnliche Fragen kennen Buchmenschen. Nun lädt der Kultursender Österreich 1 zum Gespräch über Neuerscheinungen ins Literaturhaus Salzburg ein. Radio-Moderatorin Christine Scheucher diskutiert mit der Autorin Margret Kreidl, dem Buchhändler Klaus Seufer-Wasserthal und mit Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann über drei druckfrische Titel:

„Der Platz“ von Anni Ernaux – auf Deutsch bereits 1988 als „Die bessere Welt“ bei S. Fischer veröffentlicht und jetzt aus dem Französischen neu übersetzt von Sonja Finck im Suhrkamp Verlag erschienen – ist die Erzählung der Tochter über den verstorbenen Vater. Die Zeitschrift Paris Match nannte das 1983 unter dem Titel „La place“ bei Gallimard erschienene Buch „ein Meisterwerk“. Zu Recht? – In seinem neuen Roman „Enteignung“ (S. Fischer) erzählt der erfolgreiche österreichische Schriftsteller Reinhard Kaiser-Mühlecker von einer Zeit der Verunsicherung, von Umbrüchen, er erzählt von unserer Gegenwart. Gelingt ihm das? – Selten werden Gedichte gelesen, besprochen und öffentlich diskutiert. Umso mehr darf man gespannt sein, warum ausgerechnet der neue Lyrikband „Reisewarnung für Länder Meere Eisberge“ (Hanser Berlin) des deutschen Autors Tom Schulz ausgewählt wurde ...

Die literarische Soirée rollt der Gegenwartsliteratur also einen Teppich aus – und überrascht das Publikum manchmal mit hitzigen Debatten, Analysen und Lektüreempfehlungen. Dieses Gespräch im Literaturhaus Salzburg wird aufgezeichnet und zeitversetzt am 13. Mai 2019 in der Sendereihe „Passagen“ auf Ö1 ausgestrahlt.

Veranstalter: Verein Literaturhaus, ORF/Ö1

Eintritt: frei
Lesung

DunkelWeiß

Wolfgang Fels , Gundula Maria von Traunsee

Wolfgang Fels liest aus seinem Buch „Der hypokroatische Eid“ humorvolle Texte über verbale Fehlleistungen und andere „Hoppalas“, die er in 45-jähriger Praxistätigkeit als Allgemeinmediziner gesammelt hat. Im Lyrikband „Des Mondes Silber hellt die Nacht“ ist er bestrebt, mit lyrischen Texten Bilder zu zeichnen. Feine, rhythmische Nuancen bereichern die Aussagen. Es geht um das Leben an sich. Um das Nachtgestirn, das den Weg des Menschen bis zu seinem Ende hin begleitet. Mit diesen geschriebenen Bildern lädt er Leser und Zuhörer ein, ihm in seine Gedankenwelt zu folgen und darin zu verweilen.

Um Cappuccino mit Milchkaffeehäubchen, ein graues Schwanenjunges und süße Küsse mit bitterem Nachgeschmack geht es unter anderem in den Gedichten, Geschichten und Liedern von Gundula Maria von Traunsee. Dass Liebe nicht immer strahlend weiß, sondern angegraut, dunkel oder fleckig sein kann, weiß die eigensinnliche MundArtLiedPoetin aus eigener Erfahrung.

Wolfgang Fels veröffentlichte des Weiteren u.a. die Lyrikbände „Sinnig–Unsinniges“ (2010, Novum), „Tagträume und Nachtgedanken“ (2013, Pustet) und Gundula Maria von Traunsee 2013 die CD „Maunchmoi“.

Veranstalter: Salzburger Autorengruppe

Eintritt: € 8/6/4
Film

Anna Seghers: Transit

Filmclub | Zwischen den Kriegen

Einführung: Manfred Mittermayer 


Georg entkommt den deutschen Truppen im letzten Moment nach Marseille. Er hat den Nachlass des Schriftstellers Weidel bei sich, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: ein 
Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines ­Visums durch die mexikanische Botschaft. Georg nimmt die Identität von Weidel an und versucht die Flucht. Als er Marie begegnet, ändert er seine Pläne.

„Transit“ basiert auf dem 1942 in Marseille entstandenen gleichnamigen Roman von Anna Seghers, in dem die Autorin das Leid der Emigranten durch die ­Unmenschlichkeiten der Visabeschaffung auf der Flucht nach Übersee beschreibt. Im Film begegnen einander historische Stoff und die Gegenwart des heutigen Marseille, es ist die Geschichte einer großen, fast unmöglichen Liebe zwischen Flucht und Exil.

D, F 2018; Regie und Drehbuch: Christian Petzold; Kamera: Hans Fromm; Musik: Stefan Will; mit: Franz Rogowski, Paula Beer, Godehard Giese, Lilien Batman u.a.; 101 min.

Veranstalter: Literaturforum Leselampe, DAS KINO

Eintritt: Kartenpreise DAS KINO, für Mitglieder Leselampe & DAS KINO frei; Reservierungen: DAS KINO, 0662 873100-15
Lesung

Der fremde Blick. Zur Poetik von Herta Müller

Petra Nagenkögel
Literaturfrühstück

„Literatur ist ein fades Wort. (…) Der Literatur bin ich keine Sätze schuldig, sondern mir selber bin ich Sätze schuldig. Mir selber und mir allein, weil ich das, was mich umgibt, sagen können will.“

Das Dorf im Banat, in dem Herta Müller als Angehörige der deutschsprachigen Minderheit aufgewachsen ist, das Rumänien unter Ceausescu, die Erfahrung von Diktatur, Demütigung, Verfolgung, Todesdrohungen und zum Verschwinden gebrachter Freunde. Das Wissen darum, wie die kleinteilige Zerstörung des Einzelnen in einem totalitären System funktioniert, wie dieses System bis ins Privateste greift, wie es selbst die Wörter des Alltags korrumpiert. Das sind die existentiellen Voraussetzungen, von denen Herta Müllers Texte sich herschreiben und die sie in unterschiedlichsten Formen in Sprache gefasst hat, immer im Bewusstsein, dass Erleben, Erinnern und Sprache nicht deckungsgleich sind. „Wirklich Geschehenes lässt sich niemals eins zu eins mit Worten fangen. Um es zu beschreiben, muss es auf Worte zugeschnitten und gänzlich neu erfunden werden. […] Und im Erfundenen schimmert das Wirkliche durch, gerade weil es nicht formuliert ist.“

Die eigenständige Poetik Herta Müllers, ihre Übersetzung von Erfahrung in eine „Wahrnehmung, die sich erfindet“, steht im Zentrum dieses Literaturfrühstücks und wird, wie immer bei Kaffee und Kipferln, von der Literaturvermittlerin und Autorin Petra Nagenkögel anhand von Ausschnitten aus Herta Müllers Romanen, Essays und Collagen vorgestellt.

Veranstalter: Literaturforum Leselampe

Eintritt: € 6/4
Lesung

Ein Abend für Meta Merz

Christine Haidegger , Gudrun Seidenauer

Vor nunmehr 30 Jahren starb die Salzburger Autorin Meta Merz im Alter von nur 24 Jahren. Sie hatte sich schreibend bereits einen Namen gemacht, ein Staatsstipendium für Literatur und den Rauriser Förderungspreis erhalten. Ihre Mutter, die Schriftstellerin Christine Haidegger, stellte aus dem Nachlass zwei Bücher der jungen Frau zusammen: „Erotik der Distanz“ (Wiener Frauenverlag) und „Metaphysik der Begierde“ (Milena Verlag), die inzwischen vergriffen sind.
Die Pädagogin und Schriftstellerin Gudrun Seidenauer rekurriert bei ihren kreativen Schreibworkshops auch gerne auf Texte von Meta Merz, die so auch an der Schule – dem Musischen Gymnasium, das Meta besuchte, noch präsent sind.

Am heutigen Abend liest Christine Haidegger einen Text über Meta Merz, anschließend lesen Gudrun Seidenauer und sie Texte aus den beiden Büchern. Ein Abend gegen das Vergessen.

Gudrun Seidenauer ist 1965 geboren, hat sieben Bücher veröffentlicht, viele Literaturpreise und Stipendien erhalten. Zuletzt erschien ihr viel besprochener Roman „Was wir einander nicht erzählten“ im Oktober 2018 im Wiener Milena Verlag.

Veranstalter: GAV/Salzburg

Eintritt: € 8/6/4
Lesung

Löwenchor

György Dragomán
Lesung (ungarisch/dt.) & Gespräch

„Wenn ich singe, friere ich nie, und auch die, die mir zuhören, frieren nicht.“

Musik, die uns in die Atmosphäre einer anderen Zeit versetzt, Musik als Leidenschaft, Wunschtraum und Fluch, als Medium der Magie, als Katalysatorin des Erinnerns und als Auslöserin von Katastrophen – all diese Motive wandern durch die zwanzig Novellen, aus denen der ungarische Autor György Dragomán seinen Löwenchor zusammengestellt hat. Da ist der Heavy-Metal-Fan, der Judas Priest bis Katowice nachreist; da ist die alte Dame, die in der dunklen Provinz Rumäniens einen kaputten Fernseher in Gang bringt, um beim Wiener Neujahrsball dabei zu sein. Eine Jazzsängerin muss Glück und Qual einer Musikerexistenz durchstehen, ein kleiner Geiger den Drill überleben, dem er unterworfen wird. Macht Musik glücklich? Befeuert sie Liebe und Revolte? Nützt sie der Gewalt?

Die Figuren dieser Novellen, ihre Träume und Taten, konfrontieren uns mit Fragen. Und sie lassen uns zuhören – dem unvergleichlichen Tonfall von Dragománs Prosa.

György Dragomán, geboren 1973 in Siebenbürgen, übersiedelte 1988 nach Ungarn. Seine Romane „Der weiße König“ und „Der Scheiterhaufen“ waren große internationale Erfolge. „Löwenchor“ ist in der Übersetzung von Timea Tanko im Suhrkamp Verlag erschienen.

Veranstalter: prolit

Eintritt: € 8/6/4
Lesung

Nette Leute mit Hunden

Manfred Koch

Der Salzburger Autor Manfred Koch erzählt in seinem neuen Roman „Nette Leute mit Hunden“ (Gmeiner Verlag, 2019) von Liebe und Lügen, von Hoffnungen und geplatzten Träumen, von Freundschaft und Verrat. Es ist ein Buch zwischen skurrilem Humor und beklemmendem Psychogramm über nette Leute mit Hunden, die in Wahrheit gar nicht nett sind. Moderation: Karin Buttenhauser.

David Bauer ist verzweifelt: Freundin weg, Job verloren, Wohnung gekündigt. Vorübergehend kommt er im leer stehenden Haus eines Freundes unter, wo er hofft, Ruhe zu finden, als eine unbekannte Frau ihn am Telefon anfleht, sie vor ihrem gewalttätigen Mann zu schützen. Doch der Anruf wird abrupt unterbrochen. David möchte trotzdem helfen und stürzt dabei in ein Chaos aus traumatischen Kindheitserinnerungen, Schuldgefühlen, irren Gewaltvorstellungen und Rachegedanken. Seine Suche nach der Frau wird zu einem obsessiven Horrortrip, bei dem Wahn und Wirklichkeit miteinander verschmelzen.

Manfred Koch, 1950 in Graz geboren, lebt seit 1971 in Salzburg, war Werbetexter, Dramaturg und Regieassistent. Seit 1980 ist er freier Schriftsteller, seit 1984 auch SN-Kolumnist. Zuletzt erschienen die Bücher „Kaltfront“ (2013) und „Totgelacht" (2015).

Veranstalter: Verein Literaturhaus, Rupertus Buchhandlung

Eintritt: frei
Lesung

Die untalentierte Lügnerin

Eva Schmidt

„Maren hörte zu. Manchmal hatte sie das Gefühl, nur noch als Zuhörerin zu existieren. Es war nicht unangenehm, entfernte sie von sich selbst, wenn sie sich in andere hineinversetzte, sich vorstellte, ihre Geschichten würden sie betreffen.“

Eva Schmidt erzählt von Maren, die an den Ort ihrer Kindheit zurückkehrt, nachdem sie ihr Schauspielstudium abgebrochen hat. Zwar hat sie keine materiellen Sorgen – ihr Stiefvater überlässt ihr eine Wohnung, als sie es im Haus mit ihrer Mutter nicht mehr aushält – doch muss Maren erkennen, dass vieles in ihrer Familie ganz anders sein könnte, als es scheint. Mit großer Präzision berichtet Eva Schmidt von Marens Bemühen, sich von einem Leben zu lösen, das nur aus Lügen besteht: Es ist ein „Vibrieren hinter der stillen Oberfläche der einzelnen Sätze“ (Cornelius Hell, Ö1 Ex libris), das in Eva Schmidts Prosa die scheinbar alltäglichen Begebenheiten ins Wanken bringt.

Eva Schmidt, geb. 1952, lebt in Bregenz. Mit dem Roman „Ein langes Jahr“ (Jung und Jung Verlag, 2016), der zwanzig Jahre nach ihrem bislang letzten Buch „Zwischen der Zeit“ (Residenz Verlag, 1997) erschienen ist, war Schmidt für den Deutschen Buchpreis nominiert. Der Roman „Die untalentierte Lügnerin“ erschien 2019 (Jung und Jung Verlag).

Veranstalter: Literaturforum Leselampe

Eintritt: € 8/6/4
Lesung

Wie schade, dass du ein Mädchen bist! Aus den Lebenserinnerungen Rosa Mayreders

Bettina Rossbacher

„Man wird erst wissen, was die Frauen sind, wenn ihnen nicht mehr vorgeschrieben wird, was sie sein sollen“, notiert die Schriftstellerin, Frauenrechtlerin, Philosophin und Malerin Rosa Mayreder (1858-1938) im Jahr 1905; die Tochter eines Wiener Gastwirts beginnt früh und entschlossen, die zahlreichen männlichen Vorrechte ihrer Brüder zu hinterfragen; sie interessiert sich brennend für „unweibliche“ Themen und Tätigkeiten, weigert sich – zum Entsetzen ihrer Familie –, ein Korsett zu tragen, und führt schon als junges Mädchen in geheimen Aufzeichnungen ein geistiges Doppelleben. Später setzt sie sich öffentlich für die Gleichstellung der Geschlechter ein und wird Mitbegründerin des Allgemeinen Österreichischen Frauenvereins sowie der Wiener Kunstschule für Frauen und Mädchen. In ihren Lebenserinnerungen schildert sie humorvoll und berührend ihren Weg vom rebellischen Mädchen zur prägenden Persönlichkeit der ersten Österreichischen Frauenbewegung.

Die Profisprecherin und Rezitatorin Bettina Rossbacher aus Salzburg hat im Jahr, in dem Österreich 100 Jahre Frauenwahlrecht feiert, ein beeindruckendes Programm zu Leben und Werk der vielseitigen großen Tochter des Landes gestaltet; begleitet wird sie von der Konzertpianistin Orietta Luporini aus Lucca; die vielfach ausgezeichnete Solistin und Kammermusikerin spielt am heutigen Abend u.a. Werke von Joseph Haydn, Antonin Dvorak und Claude Debussy.

Veranstalter: erostepost

Eintritt: € 8/6/4
Fest

25 Jahre folio Verlag
Flouraschworz

Massimo Carlotto , Eva Rossmann
Frühlingsfest mit Lesungen, Gesprächen, Live-Musik & Südtiroler Buffet

Zum Frühlingsbeginn wird immer ein österreichischer Verlag eingeladen, sein Programm literarisch-kulinarisch im Literaturhaus Salzburg zu präsentieren. 2019 spricht Folio-Verleger Ludwig Paulmichl mit Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann über die ersten 25 Jahre zwischen Bozen und Wien, danach gibt es moderierte Lesungen von Massimo Carlotto und Eva Rossmann sowie Musik von der Band „Flouraschworz“, die mit ihrem Projekt „Nuie Korrnrliadr“ und anderer Musik auftritt. Außerdem: Buffet und Weine aus Südtirol!

Massimo Carlotto, einer der berühmtesten Krimiautoren Italiens, stellt seinen neuen Roman „Blues für sanfte Halunken und alte Huren“ (2019) vor. Deutsche Lesung: Michael Kolnberger. Moderation und Übersetzung: Giorgio Simonetto.

Marco Buratti, der Alligator, und seine beiden Kumpane Max „das Gehirn“ und Rossini, genannt der alte Gauner, jagen ihren ewigen Todfeind Giorgio Pellegrini. Doch dieser kollaboriert längst mit der Polizei als V-Mann. Da ermorden Killer dessen Frau und dessen Geliebte. Die machthungrige Dottoressa Marino vom Innenministerium spinnt ein unentwirrbares Netz von Intrigen und nötigt das skurrile Trio zu verdeckten Ermittlungen. Erst allmählich erkennen die drei die Falle, auf die sie zusteuern – und gehen aufs Ganze. Ein Noir der Spitzenklasse zeigt den schmalen Grat zwischen Verbrechen und Gesetz.

Massimo Carlotto, geboren 1956 in Padua, lebt auf Sardinien. Als Sympathisant der extremen Linken wurde er zu Unrecht wegen Mordes verurteilt, floh nach Paris und Mexiko, wurde ausgeliefert und inhaftiert. Nach Wiederaufnahme des Falles wurde er vom italienischen Präsidenten begnadigt und veröffentlichte seinen ersten Roman „Il fuggiasco“ (1995). Seine Bücher sind in viele Sprachen übersetzt und erfolgreich verfilmt; auf Deutsch erschienen über ein Dutzend Bände, z.B. „Arrivederci amore, ciao“ (2007), „Der Flüchtling“ (2010), „Tödlicher Staub“ (2012) und zuletzt der Thriller „Der Tourist“ (2017).

Eva Rossmann ist als engagierte Autorin für Kriminalromane und Sachbücher sowie als Radio- und TV-Moderatorin bekannt und beliebt. Sie präsentiert ihren jüngsten Mira-Valensky-Krimi „Im Netz“, in dem sich alles um Fake, Fakten und Freundschaft dreht.

Carlo Neuhaus importiert italienische Spezialitäten. Er ist ein Liebling der Medien, sozial engagiert. Nach Gerüchten über Schlepperei und Drogenhandel wird er in seiner Öko-Villa tot aufgefunden. Wurde er über die „sozialen Medien“ in den Tod gehetzt? Warum ist sein IT-Experte verschwunden? Wien als Drehscheibe von Cyberlegionären. Von Rufmord über Propaganda bis zur Staatskrise – wer zahlt, dem wird geliefert. Die Journalistin Mira Valensky und ihre Freundin Vesna Krajner auf der Suche nach der Realität – ein spannender Roman zu Datenklau und Cyberwar.

Eva Rossmann, geboren 1962 in Graz; lebt im Weinviertel. Sie ist Verfassungsjuristin, politische Journalistin, Köchin, Drehbuchautorin, TV- und Radio-Moderatorin. Seit 1994 freie Autorin und Publizistin, u.a. für das Gastromagazin „A la Carte“. Für ihr frauenpolitisches Engagement wurde sie im Jahr 2000 vom PR-Verband Österreichs zur „Kommunikatorin des Jahres“ gewählt. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet und 2009 zum Österreichischen Buchliebling in der Kategorie Krimi & Thriller gewählt. Rossmann veröffentlichte zahlreiche Sachbücher und Kriminalromane zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen.

Musik: Hannes Ortler, Michael Reissner, Franco Micheli und Heinrich Stecher

Veranstalter: Verein Literaturhaus, folio Verlag, Società Dante Alighieri Salzburg

Eintritt: € 14/12/10
Lesung

Aufgeblättert

Christa Gürtler, Petra Nagenkögel, Anton Thuswaldner, Klaus Seufer-Wasserthal
Literarisches Quartett

Das literarische Quartett blättert aus Anlass des „Welttags des Buches“ wieder literarische 
Neuerscheinungen auf, Klaus Seufer-Wasserthal moderiert:

Christa Gürtler präsentiert den hochgelobten literarischen Debütroman „Babel“ (Hanser Verlag) der deutschen Altorientalistin und Ethnologin Kenah Cusanit. Sie erzählt darin die Geschichte des Archäologen Robert Koldewey, der von 1899 bis 1917 bei den Grabungen in Babylon für die Deutsche Orientgesellschaft den Wettlauf der europäischen Kolonialmächte um die Kulturgüter gewinnen wollte.

Petra Nagenkögel macht aufmerksam auf Nona Fernández und ihr Buch „Space Invaders / Chilean Electric“ (Ü: Anna Gentz, Septime Verlag) über die Vergangenheit Chiles. In den 1980er-Jahren der chilenischen Diktatur war für die jugendlichen Figuren das Kult-Videospiel „Space Invaders“ die einzige Fluchtmöglichkeit vor der Wirklichkeit: Wie wahrheitsgetreu können und müssen Erinnerungen sein?

Anton Thuswaldner stellt den Roman „Das Haus aus Stein“ (Ü: Gerhard Meier, Penguin Verlag) vor, in dem Asli Erdoğan von Gefangenschaft und dem Verlust aller Sicherheiten erzählt. Ihren Roman ergänzt sie durch einen Essay über ihre willkürliche Inhaftierung nach dem gescheiterten Militärputsch im Frauengefängnis Bakırköy-Istanbul im Jahr 2016.

„Aufgeblättert“ werden die Neuerscheinungen von Christa Gürtler (Literaturwissenschafterin), Petra Nagenkögel (Schriftstellerin), Klaus Seufer-Wasserthal (Buchhändler, Rupertus-Buchhandlung) und Anton Thuswaldner (Literaturkritiker)

Veranstalter: Literaturforum Leselampe, Rupertus Buchhandlung

Eintritt: frei
Lesung

Vater unser & Immerjahn

Angela Lehner , Barbara Zeman
Zwei Debüts: Lesung, Gespräch & Musik

Zwei junge österreichische Autorinnen erregen dieses Frühjahr mit Debütromanen Aufmerksamkeit – beide komisch und sprachgewaltig. Angela Lehner erzählt von einer geistesgestörten Frau, Barbara Zeman von versehrter Männlichkeit. Moderation: Ines Schütz und Tomas Friedmann. 
Musik: Sweet Sweet Moon.

Von der Polizei in die Psychia­trie gebracht erzählt sie dem Doktor Korb vom Aufwachsen in der erzkatholischen Kärntner Dorfidylle. Auf den Vater ist sie nicht gut zu sprechen, ihn möchte sie am liebsten töten, behauptet sie zumindest. Ist das wahr oder gelogen? Über „Vater unser“ (Hanser Berlin, 2019) von Angela Lehner – geboren 1987 in Klagenfurt, lebt in Berlin – meint Joachim Meyerhoff: „Was für ein Debüt! Immerzu möchte man diese Eva gleichzeitig würgen und küssen – sie geht mir nicht mehr aus dem Kopf.“

„Saukomisch“, „Sprachkunst“, „Ein Meisterwerk!“ So die euphorischen Kritiken über „Immerjahn“ (Hoffmann und Campe“) von Barbara Zeman – geboren 1981 in Eisenstadt, lebt in Wien. Der steinreiche Erbe Immerjahn will der Welt entfliehen und seine Villa zum Museum machen. Doch statt an der bevorstehenden Eröffnung zu arbeiten, übermannt ihn die Melancholie. Und während der Sohn Olympisches Gold erschwimmt, erkennt er, dass seine Frau seinen besten Freund liebt. Das Leben beginnt ihm zwischen den Fingern zu zerrinnen ...

Veranstalter: Verein Literaturhaus

Eintritt: € 10/8/6

Man darf nicht leben, wie man will. Die Tagebücher von Gerhard Fritsch

Klaus Kastberger
Forum Literaturwissenschaft

„Tagebücher mit Hinblick auf die Nachwelt? Ich will zuerst einmal mir selber bekennen – und damit wird schon provoziert“, notiert Gerhard Fritsch 1956. Wer war Gerhard Fritsch? 

Neben Thomas Bernhard und Hans Lebert ist Fritsch als einer der bedeutendsten Autoren der österreichischen Nachkriegsliteratur zu nennen: Ein umtriebiger Literaturfunktionär, Herausgeber, Lektor, Mitglied zahlreicher Jurys und Gründer der Zeitschrift „Literatur und Kritik“ im Otto Müller Verlag. Nicht nur diese Tätigkeiten und die Arbeit an eigenen Texten – u.a. die bedeutenden Romane „Moos auf den Steinen“ (1956) und „Fasching“ (1967) gehören – reflektiert Fritsch in seinen Tagebüchern. In seinen Aufzeichnungen findet er die Möglichkeit zum Bekenntnis, so etwa zu seiner intimen Leidenschaft, Frauenkleider zu tragen. Die Tagebücher von Gerhard Fritsch (herausgegeben von Klaus Kastberger und Stefan Alker-Windbichler) sind eindrucksvolles Zeugnis eines Autors, der Teile seines Lebens offenlegt, über die im Österreich der 1950er und 1960er Jahre nicht ungestraft gesprochen werden durfte.

Lesung aus den Tagebüchern: Laura Kuhr

Klaus Kastberger, geb. 1963 in Gmunden, studierte Germanistik und Geschichte in Wien. 1996–2015 arbeitete er am Literaturarchiv der ÖNB, seit 2015 Professor für Neuere Deutschsprachige Literatur am Franz-Nabl-Institut sowie Leiter des Literaturhauses Graz. Klaus Kastberger ist derzeit Mitglied der Jury des Bachmann-Preises.

Veranstalter: Literaturforum Leselampe

Eintritt: € 8/6/4
Ausflug

Literatur ab Hof

Augustin Grosz, Laura Kuhr, Christian Sattlecker, Slavolub Jeremic
Weg/e gehen

Am Bahnhof wartet man gemeinsam mit Bertha. Sie will sich auf den Weg machen – weg gehen. Ihren Weg gehen …
Bertha und die TeilnehmerInnen begegnen auf dem gemeinsamen Weg durch das Museumsgelände Figuren in literarischen Räumen. Kreuzungen und Zeiten queren einander, Gebäude werden erlebbar gemacht, befreit und unabhängig von scheinbar gefestigten Vorstellungen rund um ländliche Idylle und so genannte Heimat. Literatur bricht vorgefertigte Bilder und Klischees auf, eröffnet Assoziationsräume und stellt neue Fragen.

Geschichten, Texte und Gedichte aus verschiedenen Epochen rund ums Weggehen und Ankommen werden am Gelände des Salzburger Freilichtmuseums inszeniert. Räume werden durch Kunst – Literatur und Schauspiel – neu erschlossen. In einem geführten Rundgang werden die Gebäude, die Wege und ihre Landschaft zur Bühne für Literatur aus verschiedenen Genres und Epochen und somit ein ganz besonderer „Kunst-Raum“.

Eine Inszenierung von dietext, Christian Sattlecker & Salzburger Literaturforum Leselampe

Mit: Augustin Grosz, Laura Kuhr, Christian Sattlecker und Slavolub Jeremic (Musik).

Veranstalter: Literaturforum Leselampe, dietext, Salzburger Freilichtmuseum

Eintritt: inkl. Museumseintritt: € 15/12; Anmeldung unter: salzburger@freilichtmuseum.com oder 0662 8500110
Lesung

Du bist nicht allein

Aref Hamza
Lesung (kurdisch/dt.) & Gespräch

„Das Ertrinken beginnt im Moment, in dem der Schleuser den Ertrinkenden den nächsten Abfahrtstermin des morschen Bootes mitteilt. Durch das bloße Aussprechen des Abfahrtstermins ertrinken sie. Das Boot kippt um, gleitet ein wenig dahin, wie eine von der Strömung mitgerissene Kuh, und sinkt dann auf den Meeresgrund (...)“

Aref Hamza braucht wenig an Worten, um Großes zu fassen: den Krieg in Syrien und was er für den einzelnen Menschen bedeutet. Die Erfahrung von Flucht und Exil, den Verlust der Sprache, die Notwendigkeit, sich im Unvertrauten neu einzurichten. Die Lyrik dieses Bandes entstand in Syrien während des Kriegs, auf der Flucht in die Türkei und in Deutschland, wo Hamza sein Exil fand. Wie ein Kaleidoskop öffnen die lakonischen, teils in Prosa gehaltenen Gedichte, ihre oft unerwarteten Wendungen, ihr Sinn für das Groteske einen vielfach gebrochenen Blick auf die Beschädigungen im Ich. Im Zentrum steht das Detail, die Nahaufnahme, das Alltägliche, in dem sich erfassen lässt, was anders nicht fassbar ist.

Aref Hamza, 1974 in Al-Hakaseh im kurdischen Teil Syriens geboren, lebt in Buchholz (Deutschland) und gilt in der arabischsprachigen Welt als eine der bedeutendsten 
Stimmen seiner Generation. Er hat Rechtswissenschaften in Aleppo studiert und als Menschenrechtsanwalt gearbeitet. In arabischer Sprache hat er bislang sieben Gedichtbände, Essays und Artikel publiziert. Der Band „Du bist nicht allein“ ist in der Übersetzung von Sandra Hetzl im Verlag Secession erschienen.

Veranstalter: prolit

Eintritt: frei

Galerie Untersberger-Kerschbaumer, Wolf-Dietrich-Straße 4a
Gespräch

Salzburger Bücherverbrennung 1938:2019 | Zivilcourage gestern : heute

Lucia Heilman, Heinz Patzelt, Renata Schmidtkunz, Ludwig Laher & Marie-Christine Klettner

„Das blutige Rot der Scheiterhaufen ist immergrün. Einen dieser Scheiterhaufen haben wir, mit bloßem Auge, brennen sehen. […] Ich hatte angesichts des Scheiterhaufens nicht aufgeschrien. Ich hatte nicht mit der Faust gedroht. Ich hatte sie nur in der Tasche geballt. Warum erzähle ich das? […] Weil, immer wenn von der Vergangenheit gesprochen wird, auch von der Zukunft die Rede ist. […] Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird.“
Erich Kästner in Hamburg 1958 zur 25. Wiederkehr der nationalsozialistischen Bücherverbrennung von 1933

In Erinnerung an die Salzburger Bücherverbrennung vom 30. April 1938 durch die Nationalsozialisten auf dem Residenzplatz setzt die Initiative Freies Wort in Kooperation mit -zig Institutionen und Unterstützung der Kulturabteilungen von Stadt und Land ein Zeichen gegen Intoleranz und für Mitsprache und Solidarität.

Für den 30. April 2019 wurden die NS-Überlebende, Wiener Ärztin und 89-jährige Zeitzeugin Lucia Heilman und der Generalsekretär von Amnesty International Österreich, der Jurist Heinz Patzelt, eingeladen, um ab 19 Uhr in der Max-Gandolph-Bibliothek mit der Ö1-Redakteurin Renata Schmidtkunz über „Zivilcourage gestern : heute“ zu diskutieren. Danach, um ca. 20.30 Uhr, sind alle eingeladen, beim Mahnmal „Buchskelett“ am Residenzplatz die Rede des Autors Ludwig Laher zu hören – sowie die Glockenspiel-Komposition „S’brent“ von Mordechaj Gebirtig, deren Melodie von der Geigerin Marie-Christine Klettner aufgenommen wird.

Das Gedächtnis an die Salzburger Bücherverbrennung schien fast 50 Jahre wie gelöscht. 1987 erinnerte erstmals die Salzburger Autorengruppe daran: Erich Fried nahm in seiner aufrüttelnden Rede den Vandalenakt zum Anlass, von der Vernichtung des Buches als einem symbolischen Zeichen der Auslöschung von Geist, Freiheit und Emanzipation zu sprechen. Es dauerte wieder 20 Jahre, bis der Residenzplatz erneut zum Ort der Mahnung wurde: „Hier stehen wir und gedenken der Bücherverbrennung“, sagte Robert Schindel, „indes ununterbrochen in vielen Teilen der Welt Menschen verbrannt werden. Achten wir darauf, dass jene Symbol­akte uns nicht und nie den Blick verstellen für die aktuellen Barbareien, die unter unseren Augen geschehen.“ 2013 – inzwischen waren an der St. Michaels-Kirche eine Gedenktafel und im Innenhof des Uniparks Nonntal ein Mahnmal errichtet worden – nahmen an 22 Veranstaltungen u.a. Felix Mitterer, Barbara Coudenhove-
Kalergi, Oliver Rathkolb, Erich Hackl, Marko Feingold und über zweitausend Menschen teil. Seit 2018 gibt es das offizielle Mahnmal von Fatemeh Nadiri und Florian Ziller; Schriftsteller Michael Köhlmeier hielt eine Rede.

Veranstalter: Initiative Freies Wort, Salzburg Museum, Literaturhaus Salzburg, Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte/ Universität Salzburg, Israelitische Kultusgemeinde Salzburg, Salzburger Autorengruppe, Stefan Zweig Centre, Komitee Stolpersteine Salzburg, KZ-Verband/

Eintritt: frei
Literatur / Lesung Buchtipp
Literatur / Museum Robert Musil Literatur-Museum Klagenfurt Klagenfurt, Bahnhofstraße 50
Literatur / Wettbewerb Literarischer März Darmstadt Darmstadt, Frankfurter Straße 71
Literatur / Museum Robert Walser-Zentrum Bern Bern, Marktgasse 45
Literatur / Lesung Literaturhaus München München, Salvatorplatz 1
Literatur / Messe Buch Wien
Literatur Literaturfest Niedersachsen Hannover, Schiffgraben 6-8
Literatur / Festival Poetry on the road Bremen Bremen, Neustadtswall 30

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