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Mudam Luxembourg

Mudam, das Museum für zeitgenössische Kunst in Luxemburg, setzt sich für eine Vielfalt künstlerischer Disziplinen ein. Seine Sammlung und sein Ausstellungsprogramm stehen für die Tendenzen des zeitgenössischen Kunstschaffens und halten die Besucher ständig über neue künstlerische Arbeitsweisen auf dem Laufenden, auf nationaler wie auf internationaler Ebene.

Das Gebäude, ein Werk des chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei, steht in einem perfekten Dialog mit seinem natürlichen und historischen Umfeld. Erbaut unmittelbar hinter den Überresten des Fort Thüngen, dessen alte Wallmauern seinen Grundriss bestimmten, liegt es, nur wenige Schritte vom Europaviertel auf dem Kirchberg entfernt, im Park Dräi Eechelen, der vom Landschaftsarchitekten Michel Desvigne entworfen wurde und vom dem man eine herrliche Sicht auf die Altstadt hat.

Einfache Volumina und großzügig geschnittene Räume ebenso wie die Verbindung von Stein und Glas zeugen von der meisterhaften Beherrschung der architektonischen Mittel durch den berühmten Architekten. Das raffinierte Spiel zwischen Innen und Außen, bei dem eine Vielzahl von Ausblicken auf den umliegenden Park wie auch auf die Weite des Himmels durch die kühnen Glasdecken ermöglicht wird, wird unterstrichen durch die Verwendung von Magny Doré, einem honigfarbenen Kalkstein, der zu jeder Tages- und zu jeder Jahreszeit das Licht in subtilen farblichen Nuancen wiedergibt. Das Museum verfügt auf drei Etagen über 4500 m2 Ausstellungsfläche. Baubeginn war im Januar 1999, die Einweihung fand am 1. Juli 2006 statt.

Das kulturelle Projekt des Mudam beruht auf der Vorstellung von der Kunst als eine poetische Distanz zur Welt. Seine Hauptlinien lesen sich in den Worten Freiheit, Innovation, kritische Geisteshaltung, und all das nicht ohne Humor. In seinen Veranstaltungen wird nicht nur allen möglichen Ausdrucksformen Raum gegeben sondern es werden gleichzeitig auch unsere Gewohnheiten und überkommenen Vorstellungsweisen infrage gestellt. So werden Formen zeitgenössischen Denkens erforscht wie auch die ästhetische Sprache unserer sich entfaltenden Epoche vorgestellt.

Die Mudam Sammlung ist als Zeuge des zeitgenössischen Kunstschaffens in all seinen technischen und ästhetischen Formen offen gegenüber allen künstlerischen Disziplinen: Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie, aber auch Design, Mode und die verschiedensten Formen der Graphik und der Neuen Medien präsentieren sich dem Blick der Besucher. Dabei erlaubt sich die entschieden in der Gegenwart verankerte Sammlung eine poetisch-künstlerische Bandbreite, die bei den großen Namen von Bernd und Hilla Becher bis zu Daniel Buren reicht, von Blinky Palermo bis hin zu Cy Twombly. Die Möblierung im Innern wie im Außenbereich wurde Künstlern und Designern wie Erwan und Ronan Bouroullec, Martin Szekely, Konstantin Grcic, Bert Theis, Andrea Blum oder David Dubois anvertraut. Die Sammlung entwickelt sich im Hinblick auf das internationale Kunstschaffen und bewahrt dabei eine besondere Aufmerksamkeit auch gegenüber den bedeutendsten Resultaten der regionalen Kunstszene.

Dieses Abenteuer erlebt Mudam gemeinsam mit seinen Besuchern. Die Besucher sind eingeladen, sich im Museum selbst neu zu erleben, Vorurteile hinter sich zu lassen und der Kunst mit einem neuen und befreiten Blick zu begegnen. Zahlreich sind die Möglichkeiten der verschiedensten Besichtigungen, von der detailliert geführten bis zur selbstständig freien hat der Besucher die Wahl. Als Ort für ästhetische Entdeckungen, für Reflexion und Betrachtung, ist das Mudam auch ein Ort der Geselligkeit in anregendem Rahmen (im Mudam Café) wie auch ein Ort für den anregenden Einkauf (im der Mudam Boutique).

Kontakt

Mudam Luxembourg
Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean
3, Park Dräi Eechelen
L-1499 Luxembourg

Telefon: +352 45 37 85-960
E-Mail: info@mudam.lu

 

Öffnungszeiten
Mittwoch - Freitag 11-20 Uhr
Samstag - Montag 11-18 Uhr
Feiertage 11-18 Uhr
Dienstags geschlossen sowie am 25.12.

Photos: © Pierre-Olivier Deschamps / Agence Vu, Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean, Architect: I.M. Pei

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Mudam Luxembourg

Ausstellung

Robert Morris

The Perceiving Body

Das Mudam Luxemburg zeigt eine bedeutende monografische Ausstellung des Frühwerks von Robert Morris (*1931, Kansas City, Missouri; †2018, Kingston, New York). Morris, der eine führende Rolle in der Entwicklung der Minimal-, Postminimal- und Konzeptkunst spielte, ist eine Schlüsselfigur in der Geschichte der amerikanischen Bildhauerei nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Ausstellung, die im Dialog mit dem Künstler vor seinem Tod im Jahr 2018 entwickelt wurde, bietet die seltene Gelegenheit, bedeutende Arbeiten der 1960er- und 70er-Jahre aus renommierten öffentlichen Sammlungen und dem Nachlass des Künstlers zu sehen.

Die über fünf Räume auf zwei Ebenen des Museums verteilte Ausstellung The Perceiving Body rückt die frühen Experimente des Künstlers mit Form, Prozess und Rezeption in den Blickpunkt. Die Arbeiten aus den Jahren 1961 bis 1977 stehen fast ausnahmslos im Zusammenhang mit der Minimal- und Postminimal-Kunst, die Morris auch durch seine zahlreichen theoretischen Schriften entscheidend mitgeprägt hat. Morris’ Arbeit setzt die direkte oder nicht vermittelte Begegnung mit dem skulpturalen Objekt in den Vordergrund der künstlerischen Erfahrung. Die Ausstellung greift diesen Gedanken auf, indem sie die konventionelle Form der Anthologie oder Retrospektive zugunsten einer Auswahl von großen Installationen und verwandten Werkgruppen aufgibt. Jeder Raum hebt somit einen bestimmten Aspekt im Gesamtwerk hervor, der aber gleichzeitig in seiner Beziehung zu allen anderen erscheint. Morris selbst bezeichnete seine Praxis als eine Reihe von „Untersuchungen“ (investigations). Die hier versammelten Arbeiten, die unter Anwendung von wiederkehrenden Arbeitsprinzipien wie Permutation, Wiederholung und Zufall entstanden sind, zeugen von analytischer Präzision und affektiver Wirkmacht zugleich.

Zu den Exponaten in der Ausstellung gehören richtungsweisende Arbeiten wie L-Beams (1965), Mirrored Cubes (1965) und Ring with Light (1965–66) sowie eine Serie von Arbeiten aus Industriefilz. Gezeigt werden zudem zwei großformatige Werke, die jeweils einen Raum einnehmen: Scatter Piece (1968–69), ein Werk „ohne Ideal- oder Originalzustand“, nimmt die Form einer raumgreifenden, 200-teiligen Installation aus sechs Metallen (Stahl, Aluminium, Zink, Kupfer, Blei, Messing) und Industriefilz, deren aleatorisches Herstellungsprinzip dem Werk des Komponisten John Cage (1912–1992) entlehnt ist. Ihre Anordnung ist nicht vorab festgelegt, sondern ergibt sich bei jeder Ausstellung neu. Daneben wird Portland Mirrors (1977), ein Arrangement aus Spiegeln und Balken, das einen imaginären Raum entstehen lässt, in der großen Eingangshalle zu sehen sein.

Die Ausstellung Robert Morris. The Perceiving Body enthält zahlreiche Leihgaben aus renommierten Museen, darunter dem Art Institute of Chicago und der Tate Modern in London. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem MAMC+, Musée d’art moderne et contemporain de Saint-Étienne Métropole entworfen, wo sie von Juni bis zum September 2020 gezeigt wird.

Biographie des Künstlers
Robert Morris (*1931, Kansas City, Missouri; †2018, Kingston, New York) war eine der führenden Künstlerfiguren in der Geschichte der Minimal-, Postminimal- und Konzeptkunst. Als prominenter Kritiker trug er zudem maßgeblich zum theoretischen Diskurs der Kunst nach 1960 bei. Seine erste Ausstellung in der Green Gallery im Jahr 1963 war die Geburtsstunde des Minimalismus, einer Bewegung, die 1966 durch die Gruppenausstellung Primary Structures im Jewish Museum in New York, wo Morris’ Arbeiten neben Skulpturen von Carl Andre, Dan Flavin, Donald Judd, Sol LeWitt und anderen zu sehen waren, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich wurde. Morris leistete zudem wichtige Beiträge zur Land Art, Process Art und Performance sowie zum Avantgarde-Film. Zuletzt waren seine Arbeiten Gegenstand umfangreicher monografischer Ausstellungen am Institut Valencià d’Art Modern (2011); Museum Abteiberg, Mönchengladbach (2009); Tate Modern, London (2009); Museum of Modern Art, New York (2008); Museum Ludwig, Köln (2002); und Musée d’art contemporain de Lyon (2000).

Biografie des Kurators
Jeffrey Weiss ist freischaffender Kurator und Kritiker. Er war Chefkurator am Solomon R. Guggenheim Museum in New York (2010–2018); Direktor der Dia Art Foundation, New York (2007–2008); sowie Kurator und Leiter der Abteilung für moderne und zeitgenössische Kunst der National Gallery of Art, Washington, D.C. (2000–2007). Seit 2008 ist er Außerordentlicher Professor am Institute of Fine Arts der New York University. Weiss hat bedeutende Werkausstellungen unter anderem von On Kawara, Mark Rothko, Pablo Picasso, Jasper Johns und Robert Morris organisiert. Er schreibt regelmäßig Beiträge für Artforum und ist Herausgeber und Autor mehrerer Bücher, darunter Robert Morris: Object Sculpture, 1960–1965 (2014). Er lebt und arbeitet in New York.

Kurator: Jeffrey Weiss
Ausstellungskoordination: Clément Minighetti, assistiert von Sarah Beaumont

Diese Ausstellung Möglich wurde Dank der Unterstützung der Terra Foundation for American Art ermöglicht.

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Konzert

Anri Sala

Le Temps coudé

In über zwei Jahrzehnten schuf Anri Sala (*1974, Tirana) ein erstaunliches Werk aus Filmen und Installationen, in denen er mit Klängen, Musik und bewegten Bildern Themen aus heutiger und vergangener Zeit behandelt. In der sich hier im Mudam über zwei Etagen erstreckenden Ausstellung sind bedeutende Installationen, Filme und Zeichnungen Salas aus den vergangenen fünf Jahren zu sehen. Ihr Titel, Le Temps coudé, leitet sich ab vom französischen Ausdruck „faire un coude“ und bezieht sich auf die Wendungen und Biegungen in unserer Erfahrung dessen, was wir sehen, hören und wissen.

Klänge und Musik bedeuten für Salas Werke weit mehr als reine Begleitung, spielen sie doch stets eine Schlüsselrolle, die es dem Künstler erlaubt, die Gegenwärtigkeit des Augenblicks zu enthüllen und ihn zu öffnen. So ruft Sala in seinen immersiven und sinnlich zu erfahrenden Installationen mithilfe einer großen Vielfalt von musikalischen Stilen, die von der Klassik über den Free Jazz zur Pop und Neuen Musik reicht, unterschiedliche Vorstellungen kollektiven, historischen und kulturellen Erinnerns hervor.

Sein besonderes Interesse für ihre Erfahrbarkeit findet sich auch in den von Sala selbst inszenierten Präsentationen seiner Arbeiten wieder. Jede Ausstellung ist einzigartig in ihrer Anlage und wird, um Sala zu zitieren, als ein „Kontinuum der Gegenwärtigkeiten und des Fließens“ konzipiert, als ein „Ort von Verknüpfung und Wechselbeziehung“, an dem die Anwesenheit des Betrachters zu einem aktiven Element wird.

Anri Sala wurde 1974 in Tirana, Albanien, geboren. Er lebt und arbeitet in Berlin. Sein Werk war bereits im Rahmen persönlicher Ausstellungen in Institutionen wie dem Museo Tamayo in Mexico (2017), dem New Museum in New York (2016), dem Haus der Kunst in München (2014), dem Centre Pompidou in Paris (2012), der Serpentine Gallery in London (2011), dem Museum of Contemporary Art North Miami (2008) und der Fondazione Nicola Trussardi in Mailand zu sehen (2005). 2005 vertrat Sala Frankreich bei der 55. Biennale von Venedig. Weiterhin war er bereits Teilnehmer zahlreicher Sammelausstellungen und Biennalen, darunter die 12. Biennale von Havanna (2015), die 11. Biennale von Sharjah (2013), die 9. Biennale von Gwangju (2012), die Documenta 13 (2012), die 29. Biennale von São Paulo (2010), die 2. Biennale für Gegenwartskunst in Moskau (2007) und die 4. Berlin Biennale (2006). Sala wurde für sein Werk unter anderem mit dem Vincent Award (2014), dem 10. Benesse Prize (2013), dem Absolut Art Award (2011) und dem Young Artist Prize der Biennale von Venedig (2001) gewürdigt.

Kuratorin: Suzanne Cotter
Assistiert von Sarah Beaumont
Ausstellungsdesign: Studio Anri Sala / METAFORM Architects
Sound Design: Olivier Goinard

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Ausstellung

David Wojnarowicz

History Keeps Me Awake at Night

History Keeps Me Awake at Night gibt einen Überblick über das Werk des Künstlers, Schriftstellers und Aktivisten David Wojnarowicz (1954, Red Bank, New Jersey – 1992, New York). Es ist die erste retrospektive Ausstellung seines Werks in Europa.

Kuratoren: David Breslin, David Kiehl
Die Präsentation IM MUDAM wird kuratiert von Christophe Gallois, unterstützt von Nelly Taravel
Szenografie: Polaris Architects

Die Ausstellung David Wojnarowicz. History Keeps me Awake at Night wurde organisiert vom Whitney Museum of American Art, New York, in Zusammenarbeit mit Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean und Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía.

Eine Reihe von Filmen von David Wojnarowicz und Marion Scemama werden ebenfalls während der Ausstellung im Mudam Auditorium vorgeführt.

Von den späten 1970er bis zum Beginn der 1990er Jahre entwickelte David Wojnarowicz ein vielfältiges Werk aus Fotografie, Malerei, Musik, Film, Skulptur, Texte und Engagement. Wojnarowicz war weitgehend Autodidakt und erlangte im New York der 1980er Jahre eine gewisse Bekanntheit, in einer Zeit kreativer Energien, finanzieller Ungewissheiten und tief greifender kultureller Veränderungen. Ineinandergreifende Tendenzen, wie Graffitis, New Wave und No Wave Musik, konzeptuelle Fotografie, Performance und neo-expressionistische Malerei machten aus New York ein Laboratorium für Innovation. Wojnarowicz lehnte es ab, in einem wiedererkennbaren Stil zu arbeiten. Er realisierte stattdessen Werke in technischer Vielfalt und in einer Haltung radikaler Offenheit.

Wojnarowicz sah den Außenseiter als sein eigentliches Ich. Queer und später HIV-positiv, wurde er zu einem leidenschaftlichen AIDS-Aktivisten, während gleichzeitig eine unüberschaubare Zahl an Freunden, Geliebten und Fremden infolge der Untätigkeit der Regierung erkrankten und starben. Wojnarowiczs Arbeit dokumentiert und beleuchtet eine verzweifelte Phase amerikanischer Geschichte: die Krise um AIDS und die Kulturkämpfe der späten 1980er und frühen 1990er Jahre. Gleichzeitig nimmt er einen Platz in der Reihe der zornigen und eindringlichen Bilderstürmer ein, die von Walt Whitman (1819, West Hills – 1892, Camden) bis zu William S. Burroughs (1914, Saint-Louis – 1997, Lawrence) reicht, die den amerikanischen Mythen, ihrer Tradierung, ihren Wirkungen und ihrer Gewalt auf den Grund gegangen waren. Wie in ihrem Werk geht es auch bei Wojnarowicz um zeitlose Themen wie Sexualität, Spiritualität, Liebe und Verlust. Wojnarowicz, der im Alter von 37 Jahren an den Folgen seiner AIDS-Infektion starb, notierte: „Etwas Privates in eine öffentliche Sache zu verwandeln ist eine Handlung von unglaublicher Reichweite.“

Mit Zorn und Schönheit hat David Wojnarowicz einer Kunst Leben eingehaucht, die Macht kritisch in den Blick nimmt und hinterfragt, warum bestimmte Leben sichtbar sind und andere verborgen bleiben. — David Breslin, co-curateur de l’exposition

Kurzbiografie
David Wojnarowicz (1954-1992) lebte und arbeitete in New York. Sein Werk war bereits Gegenstand zahlreicher persönlicher Ausstellungen vor allem in der Galerie P.P.O.W in New York und in Institutionen wie der Fondation Cartier in Paris (1986), The Kitchen in New York (1989), der Gallery 44 Centre for Contemporary Photography in Toronto (1996), dem New Museum in New York (1999) und dem Between Bridges in Berlin (2006). Weiterhin war er Teilnehmer von Gruppenausstellungen und internationalen Kunstschauen wie den 41. Rencontres d’Arles (2010) und der 10. Biennale von Gwangju (2014). Seine Werke finden sich in zahlreichen internationalen Sammlungen, etwa im MoMA, dem Virginia Museum of Fine Arts, dem Tel Aviv Museum of Art, dem Art Institute of Chicago, der Rubell Family Collection in Miami und der Broad Art Foundation in Los Angeles. 1991 wurde der Künstler mit dem Louis Comfort Tiffany Award ausgezeichnet.

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Ausstellung

Worlds in Motion

Präsentation der Sammlung

Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean präsentiert Worlds in Motion, eine thematische Ausstellung mit Werken aus der Mudam Sammlung, bei der Werke von neun Künstlern unterschiedlicher Generation zu sehen sind, die sich auf vielfältige Weise mit dieser Thematik auseinander setzen.

Das Phänomen der Bewegung, sei es die eines Körpers oder eines Gegenstandes, sei es die wirkliche Bewegung eines animierten Bildes oder die metaphorische Bewegung der uns umgebenden Welt ist häufiges Thema künstlerischen Schaffens. Die Präsentation mit dem Titel Worlds in Motion zeigt Werke aus der Mudam Sammlung, bei der Arbeiten von neun Künstlern unterschiedlicher Generation zu sehen sind, die sich auf vielfältige Weise mit dieser Thematik auseinander setzen. Manche von ihnen nutzen technische, für die Geschichte der Moderne wesentliche Vorgänge, wie die Fotografie, die Jochen Lempert (*1958, Moers) verwendet, um die Natur zu erforschen. Sein aufmerksamer Blick gilt ihrer Schönheit, die er in unscheinbaren Momenten einfängt, wie beispielsweise das zur Leuchtspur gewordene Glühwürmchen, das an frühe Aufnahmen bewegter Lichtquellen aus dem frühen 20. Jahrhundert erinnert. Robert Breer (*1926, Detroit – 2011, Tucson), ein Pionier des experimentalen Trickfilms, beschleunigt die Bildfolge derart, dass er an die Grenze unserer Wahrnehmung gelangt, während sich Jack Goldstein (*1945, Montréal – 2003, San Bernadino) der Rotoskopie bedient, einer Filmtechnik des späten 19. Jahrhunderts, die Umrisse aufzeichnet. In The Jump (1978) verwandelt sich der Sprung eines Turmspringers in ein mechanisches Bild, das wie aus der Wirklichkeit gefallen wirkt und in dem vor allem die Dynamik der Bewegung ins Auge fällt.

Andere Künstler beschäftigen sich mit der optischen Seite der Bewegung und rufen so die Experimente der kinetischen Kunst der 1950er Jahre in Erinnerung. Die Lichtinstallation von Conrad Shawcross (*1977, London) projiziert ein geometrisches Motiv in einer hypnotischen und schwindelerregenden Bewegung an die Wand. Zilvinas Kempinas (*1969, Plungė) bedient sich der Physik, indem seine bewegte Skulptur leicht und poetisch die Gesetze der Schwerkraft herausfordert. Schließlich taucht die Bewegung der Welt oder gar des Weltalls in der sich ausdehnenden Skulptur von Miguel Ângelo Rocha (*1965, Lissabon) ebenso auf, wie in den dynamischen Bildmotiven von Dominique Gauthier (*1953, Paris) oder den Werken von Attila Csörgö (*1965, Budapest), der sich über die Grenzen von Kunst und Wissenschaft hinwegsetzt und in einem zerbrechlichen Marionettentheater und in einer äußerst subtilen Choreographie verschiedene, kosmische Elemente symbolisierende geometrische Körper sich bilden und wieder verschwinden lässt. Schließlich ist die Kunst für Michel Paysant (*1955, Bouzonville), dessen Werk Attracteurs aus den aufgezeichneten Augenbewegungen eines Schlafenden besteht, ein Experimentierfeld, das der Wissenschaft Fortschritt bringen kann.

Künstler: Robert Breer, Attila Csörgő, Dominique Gauthier, Jack Goldstein, Žilvinas Kempinas, Jochen Lempert, Michel Paysant, Miguel Ângelo Rocha, Conrad Shawcross

Kuratorinnen: Lisa Baldelli
Marie-Noëlle Farcy

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Ausstellung

Schenkungen und Leihgaben aus jüngerer Zeit

Diese Ausstellung, die etwa zwanzig jüngst in die Sammlung des Mudam aufgenommene Arbeiten zeigt, unterstreicht die Bedeutung, die Schenkungen und Dauerleihgaben von Kunstwerken für die Entwicklung des Museums haben. Seit ihrem Beginn Mitte der 1990er Jahre profitierte die Sammlung von der Großzügigkeit von Sammlern, Unternehmen, Institutionen, Galerien und Künstlern. Regelmäßig führten deren Beiträge zum Erwerb bedeutender Werke.

So findet sich nun im Foyer eine Auswahl der Schenkungen von Myriam und Jacques Salomon, die dem Mudam seit langen Jahren verbunden sind. In der Westgalerie findet sich ein Ensemble von sechzehn Werken, die der aus Luxemburg stammende New Yorker Kunstsammler Raymond J. Learsy den American Friends of Mudam geschenkt hat und die für eine Dauer von drei Jahren dem Museum vermacht werden. In diesem Zusammenhang wird die Skulptur von Ian Hamilton Finlay (*1925, Nassau – 2006, Edinburgh) vom Frühjahr 2020 an im Park Dräi Eechelen zu finden sein. In der zweiten Hälfte der Galerie wird eine der jüngsten Installationen von Sondra Perry (*1986, Perth Amboy) gezeigt, die von der Luxemburger Filiale der internationalen Anwaltsgesellschaft Allen & Overy geschenkt wurde. Dieser Neuzugang ist Teil einer langfristig angelegten Zusammenarbeit, die die Mudam Sammlung auf den Gebieten der bewegten Bilder und der neuen Technologien voranbringen wird.

Neben Werken von bereits in der Sammlung vertretenen Künstlern, wie Daniel Buren (*1938, Boulogne-Billancourt), Jack Goldstein (*1945, Montreal – 2003, San Bernardino), Wim Delvoye (*1965, Wervick) oder Michel Majerus (*1967, Esch/Alzette – 2002, Luxemburg) ergänzen diese bedeutenden Schenkungen und Leihgaben die Sammlung auf den Gebieten der konzeptuellen Fotografie, der französischen zeitgenössischen Kunst, der deutschen Malerei und der britischen Skulptur. Einige der vorgestellten Werke stammen im Übrigen aus den 1980er Jahren, einem zentralen Jahrzehnt für die Sammlung, die mittlerweile über 700 Werke ihr Eigen nennt und seit über zwanzig Jahren beständig wächst.

Schenkung Myriam und Jacques Salomon: Daniel Buren, Didier Vermeiren
Schenkung Allen & Overy: Sondra Perry
Schenkung von Raymond J. Learsy: Dauerleihgabe der American Friends of Mudam
Wim Delvoye, Jack Goldstein, Ian Hamilton Finlay, Martin Honert, Isaac Julien, Annette Messager, Rosa Loy, Michel Majerus, Nicky Nodjoumi, Markus Lüpertz, Neo Rauch, Man Ray, Lorna Simpson, Edward Steichen

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Ausstellung

Suki Seokyeong Kang

Päsentation der Sammlung

Zeitgleich zur Präsentation der jüngsten Erwerbungen und Schenkungen, die im Herbst in der Ostgalerie im Geschoss -1 stattfinden wird, bespielt Suki Seokyeong Kang (*1977), die Gewinnerin des Baloise Kunst-Preises 2018, den Skulpturengarten des Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean. Die aus Südkorea stammende Künstlerin vereint in ihrer Praxis Skulptur, Malerei, Web- und Videokunst sowie Performance. Im Spiel mit diesen Medien komponiert sie evolutive Installationen im Raum, in denen der Körper sowohl durch seine Positionierung als auch durch seine Bewegungen eine zentrale Rolle spielt. Die Skulpturen Grandmother Tower – tow #18-01 und Rove and Round – face, mat, belly, #18-01, die das Museum anlässlich der Ausstellung für seine Sammlung erworben hat, bilden das Herzstück dieser eigens für die Schau im Mudam entwickelten Präsentation.

Kurator: Marie-Noëlle Farcy

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Mudam Luxembourg

Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean

Mudam, das Museum für zeitgenössische Kunst in Luxemburg, setzt sich für eine Vielfalt künstlerischer Disziplinen ein. Seine Sammlung und sein Ausstellungsprogramm stehen für die Tendenzen des zeitgenössischen Kunstschaffens und halten die Besucher ständig über neue künstlerische Arbeitsweisen auf dem Laufenden, auf nationaler wie auf internationaler Ebene.

Das Gebäude, ein Werk des chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei, steht in einem perfekten Dialog mit seinem natürlichen und historischen Umfeld. Erbaut unmittelbar hinter den Überresten des Fort Thüngen, dessen alte Wallmauern seinen Grundriss bestimmten, liegt es, nur wenige Schritte vom Europaviertel auf dem Kirchberg entfernt, im Park Dräi Eechelen, der vom Landschaftsarchitekten Michel Desvigne entworfen wurde und vom dem man eine herrliche Sicht auf die Altstadt hat.

Einfache Volumina und großzügig geschnittene Räume ebenso wie die Verbindung von Stein und Glas zeugen von der meisterhaften Beherrschung der architektonischen Mittel durch den berühmten Architekten. Das raffinierte Spiel zwischen Innen und Außen, bei dem eine Vielzahl von Ausblicken auf den umliegenden Park wie auch auf die Weite des Himmels durch die kühnen Glasdecken ermöglicht wird, wird unterstrichen durch die Verwendung von Magny Doré, einem honigfarbenen Kalkstein, der zu jeder Tages- und zu jeder Jahreszeit das Licht in subtilen farblichen Nuancen wiedergibt. Das Museum verfügt auf drei Etagen über 4500 m2 Ausstellungsfläche. Baubeginn war im Januar 1999, die Einweihung fand am 1. Juli 2006 statt.

Das kulturelle Projekt des Mudam beruht auf der Vorstellung von der Kunst als eine poetische Distanz zur Welt. Seine Hauptlinien lesen sich in den Worten Freiheit, Innovation, kritische Geisteshaltung, und all das nicht ohne Humor. In seinen Veranstaltungen wird nicht nur allen möglichen Ausdrucksformen Raum gegeben sondern es werden gleichzeitig auch unsere Gewohnheiten und überkommenen Vorstellungsweisen infrage gestellt. So werden Formen zeitgenössischen Denkens erforscht wie auch die ästhetische Sprache unserer sich entfaltenden Epoche vorgestellt.

Die Mudam Sammlung ist als Zeuge des zeitgenössischen Kunstschaffens in all seinen technischen und ästhetischen Formen offen gegenüber allen künstlerischen Disziplinen: Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie, aber auch Design, Mode und die verschiedensten Formen der Graphik und der Neuen Medien präsentieren sich dem Blick der Besucher. Dabei erlaubt sich die entschieden in der Gegenwart verankerte Sammlung eine poetisch-künstlerische Bandbreite, die bei den großen Namen von Bernd und Hilla Becher bis zu Daniel Buren reicht, von Blinky Palermo bis hin zu Cy Twombly. Die Möblierung im Innern wie im Außenbereich wurde Künstlern und Designern wie Erwan und Ronan Bouroullec, Martin Szekely, Konstantin Grcic, Bert Theis, Andrea Blum oder David Dubois anvertraut. Die Sammlung entwickelt sich im Hinblick auf das internationale Kunstschaffen und bewahrt dabei eine besondere Aufmerksamkeit auch gegenüber den bedeutendsten Resultaten der regionalen Kunstszene.

Dieses Abenteuer erlebt Mudam gemeinsam mit seinen Besuchern. Die Besucher sind eingeladen, sich im Museum selbst neu zu erleben, Vorurteile hinter sich zu lassen und der Kunst mit einem neuen und befreiten Blick zu begegnen. Zahlreich sind die Möglichkeiten der verschiedensten Besichtigungen, von der detailliert geführten bis zur selbstständig freien hat der Besucher die Wahl. Als Ort für ästhetische Entdeckungen, für Reflexion und Betrachtung, ist das Mudam auch ein Ort der Geselligkeit in anregendem Rahmen (im Mudam Café) wie auch ein Ort für den anregenden Einkauf (im der Mudam Boutique).
Öffnungszeiten
Mittwoch - Freitag 11-20 Uhr
Samstag - Montag 11-18 Uhr
Feiertage 11-18 Uhr
Dienstags geschlossen sowie am 25.12.

Photos: © Pierre-Olivier Deschamps / Agence Vu, Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean, Architect: I.M. Pei

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Ausstellungen / Museum Museum Dräi Eechelen Luxemburg Luxembourg, 5 Park Dräi Eechelen
Ausstellungen / Museum Saarländisches Künstlerhaus Saarbrücken e.V. Saarbrücken, Karlstr. 1

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