Kaiserburg

Burgverwaltung Nürnberg

Auf der Burg 13
D 90403 Nürnberg

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Die Nürnberger Kaiserburg stand öfter und länger im Mittelpunkt der Reichsgeschichte als irgendeine andere deutsche Burg. Von allen salischen und staufischen Burgen ist sie auch die einzige, die über das feudale hohe Mittelalter und das bürgerliche Spätmittelalter hinaus bis zum Beginn der Neuzeit Kaiserburg blieb. Ihre hohe Zeit hatte sie unter den Staufern, unter denen die architektonisch bedeutenden Teile wie der Palasbau mit dem sogenannten Heidenturm und der doppelstöckigen Kaiserkapelle sowie der runde Bergfried „Sinwellturm" entstanden. Dass sie aber auch nach dem Untergang des staufischen Weltreichs unverändert als Kaiserburg diente, das hängt ohne Zweifel mit dem beispiellosen Aufstieg zur freien Reichsstadt und Hauptstadt altdeutscher Kunst und Wissenschaft und deren oligarchischer Verfassung zusammen.
Die Burg ging der Stadt voraus, und weder die Geschichte noch die städtebauliche Erscheinung Nürnbergs ist ohne Burg denkbar. Zuerst lebte die allzeit reichstreue Stadt in Abhängigkeit von der Burg, später war das Verhältnis umgekehrt. Auch nachdem die Burg in das großartige System der
Stadtbefestigung einbezogen war, blieb sie weiterhin „des Heiligen Reiches Veste". Burg und Stadt sahen zahllose Reichs- und Hoftage. Alle anerkannten deutschen Kaiser und Könige eines halben Jahrtausends der Reichsgeschichte (von 1050 bis 1571) weilten nacheinander in lückenloser
Reihenfolge auf der Burg. Nicht weniger als 32 Herrscher, von den Saliern und Staufern bis zu den Wittelsbachern, Luxemburgern und Habsburgern, sind überliefert. Die meisten waren öfter in Nürnberg, so zum Beispiel vierzehnmal der meist im fernen Sizilien residierende Staufer Friedrich II. (1215-50), über sechzigmal Kaiser Ludwig der Bayer (1314-47) aus dem Hause Wittelsbach und vierzigmal der ihn ablösende Kaiser Karl IV. (1347-78), der Luxemburger. Über 300 Herrscheraufenthalte sind auf der Burg bezeugt. Wer heute auf der stolzen Kaiserburg zu Gast ist, vermag davon vielleicht noch einen Hauch verspüren.

(Quelle: Kaiserburg Nürnberg, Amtlicher Führer, bearbeitet von Erich Bachmann, 1980)