Theater Konstanz: Großes Programm in drei Spielstätten
Das Theater Konstanz ist die älteste durchgehend bespielte Bühne Deutschlands. Seit 1607 wird in dem ehemaligen Gymnasium des Jesuitenklosters Theater gespielt. Neben dem Stadttheater gibt es zwei weitere feste Spielstätten: die Spiegelhalle unten am Hafen – der Spielort für junges und experimentelles Theater, sowie die Werkstattbühne – wo das Publikum ganz nah dran ist und berührende Inszenierungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben kann. Hinzu kommt das Münsterplatz Open Air, bei dem jeden Sommer bekannte Theaterstücke, wie "Ein Sommernachtstraum" oder "Die Dreigroschenoper" auf einer Freilichtbühne vor der imposanten Kulisse des Konstanzer Münsters inszeniert werden.
Gezeigt wird im Theater Konstanz eine Mischung aus klassischem Theater und neuen Formaten. Von Kammerspiel, Schauspiel, Musical, Kinder- und Jugendstücken bis zu mobilen Theaterabenteuern wird ein breites Spektrum in allen Genres geboten. Seit der Spielzeit 2020/21 ist Karin Becker Intendantin des Theater Konstanz.
Wehklagen und Verzweiflung erklingen im Hafen von Neapel und durchschneiden die von Geschäftigkeit, Möwengeschrei, vom Kommen und Gehen, Lachen und Streiten erfüllte Szenerie. Die Quelle der Störung ist ebenso wenig zu übersehen, wie zu überhören: Im Minutentakt halten Limousinen am Landungssteg des Ozeandampfers Gloria N und allmählich versammelt sich eine ungeheure Prominenz. Dort reicht der Intendant der Wiener Oper dem weltberühmten Maestro Albertini die Hand, weiter hinten ergießt sich die große Sopranistin Cuffari in ein markerschütterndes Lamento. Die versammelte Gemeinschaft trägt Trauer, doch statt stiller Andacht gleicht das Bild einem Spektakel. Blitzlichtgewitter, an Geschmacklosigkeit grenzende Extravaganz – kein Zweifel, hier wird nicht der Verlust eines gewöhnlichen Menschen beklagt! Weggefährt*innen, Neider*innen, Liebhaber*innen, die eingebildete Elite aus Kunst, Adel, Geld und Politik – alle sind gekommen, um der unsterblichen Operndiva Edmea Tetua das letzte Geleit zu geben und ihre Asche im Meer zu verstreuen.
Etwas abseits des Geschehens winkt der Journalist Orlando, der uns als Chronist mit an Bord der Gloria N nimmt und in die Trauergemeinschaft einführt. Welche Lücke hinterlässt die größte Diva aller Zeiten bei diesen Menschen, die immerzu auf die eigene Inszenierung, die performative Vermarktung einer echten oder rentablen Gefühlsregung bedacht sind, bei denen selbst Trauer zum Wettstreit wird? Als wäre die Unterscheidung von Sein und Schein nicht schwer genug, drängen sich im Verlauf der grotesken Trauerfahrt immer mehr Träume in den Vordergrund und auch die unsterbliche Edmea Tetua verlangt nach ihrem großen Auftritt im Rampenlicht.
„Das Schiff der Träume“ nach dem Drehbuch von Federico Fellini wurde als Theaterstoff in einem für die Theaterlandschaft einzigartigen partizipativen Prozess ausgewählt. Unter dem Namen „Rollenwandel“ haben sich abteilungsübergreifend Mitarbeiter*innen des Theaters Konstanz zusammengeschlossen und als Kollektiv den Theaterstoff, die Regie und die Position für das Bühnen- und Kostümbild kuratiert. Unter „Rollenwandel“ versteht sich der Versuch, traditionell hierarchisch geprägte Strukturen des Theaterbetriebs aufzubrechen und in einem pluralen, demokratischen und nachhaltigen Veränderungsprozess weiterzuentwickeln.
Die für die Regie ausgewählte Regisseurin Annika Schäfer, der Bühnen- und Kostümbildner Tom Schellmann und das Rollenwandel-Ensemble nehmen Fellinis Filmklassiker als Folie für eine opulente Traum- und Trauerreise, in der Sehnsüchte, die Liebe zur Kunst und Musik, aber auch die Opfer, die das Künstler*innen-Leben erfordert, lustvoll-spielerisch und mit viel Musik erkundet werden.
Regie: Annika Schäfer Bühne & Kostüme Tom Schellmann
Dramaturgie: Hauke Pockrandt
Mit: Michaela Allendorf, Anna Lisa Grebe, Ulrich Hoppe, Odo Jergitsch, Leonard Meschter, Jonas Pätzold
Termine
Sa 30.5.2026, 20:00 | Premiere
So 31.5.2026, 20:00
Di 2.6.2026, 20:00und weitere Termine
Mi 3.6.2026, 15:00
Fr 5.6.2026, 19:30
Sa 6.6.2026, 20:00
Di 9.6.2026, 19:30
Mi 10.6.2026, 15:00
Fr 12.6.2026, 19:30
Mi 17.6.2026, 20:00
Do 18.6.2026, 20:00
Fr 19.6.2026, 19:30
So 21.6.2026, 18:00
Mi 24.6.2026, 20:00
Bewertungen & Berichte Rollenwandel: Schiff der Träume
Schauspiel
Münsterplatz Open Air 2026: Leonce und Lena
Premiere: 13.6.2026
Eine Space Opera
nach dem Lustspiel von Georg Büchner in einer Bearbeitung von Ekat Cordes (Text & Songtexte) und Anton Berman (Musik)
Mit „Leonce und Lena“ nahm Georg Büchner die Kleinstaaterei seiner Zeit auf die Schippe. Regisseur und Autor Ekat Cordes spielt lustvoll mit dem Büchnerschen Kosmos und verlegt dessen Komödie kurzerhand ins Universum. Befinden wir uns in einer weit entfernten Vergangenheit oder in der nahen Zukunft? Leonce und Lena sind in Ekat Cordes‘ Bearbeitung zwei menschlich anmutende Androide in einer multigalaktischen Welt; die Reiche Pipi und Popo zwei Multitechunternehmen, deren Herrscher*innen Königin Petra und König Peter über die Köpfe ihrer beiden Vorzeigeprodukte hinweg eine Fusion planen. Ihr Ziel: noch mehr Profit und Macht. Was ihre Fusionspläne in dieser smarten neuen Welt stören könnte, sind Gefühle und eigenständige Gedanken. Und genau das, was tunlichst vermieden werden soll, geschieht: Leonce und Lena erfahren von den Fusionsplänen, entfliehen diesem fremd bestimmten Leben in vorgezeichneten Bahnen und wählen unabhängig voneinander den Planeten Italo als Ziel. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich ihre Wege kreuzen werden und Amor dazwischen funkt …
Nach dem fulminanten „Sommernachtstraum“ im Sommer 2024 erzählt das Team um Regisseur Ekat Cordes in der diesjährigen Open Air Produktion Georg Büchners märchenhaftes Lustspiel fantasie- und anspielungsreich als Liebesgeschichte wider Willen mit Herzschmerz, italienischem Flair, einem Schuss Star Trek und viel Musik.
Regie & Sounddesign: Ekat Cordes
Bühne & Kostüme: Anike Sedello
Musik: Anton Berman
Musikalische Einstudierung: Rudolf Hartmann
Vocal Coaching: Gary Peinke
Choreografie: Sean Stephens
Dramaturgie: Carola von Gradulewski
Mit: Patrick O. Beck, Julius Engelbach, Katrin Huke, Thomas Fritz Jung, Kristina Lotta Kahlert, Maria Lehberg, Mark Harvey Mühlemann, Zoubeida Ben Salah
Statisterie Fabian Burigana, Julia Burkhardt, Patrick Degen, Anna Egenolf, Svea Fer, Marissa Glauner, Boris Griener, Amelie Hohnhaus, Klaus Schiemann, Sandra Sigg
Termine
Sa 13.6.2026, 19:00 | Premiere
Fr 19.6.2026, 19:00
Sa 20.6.2026, 19:00und weitere Termine
Di 23.6.2026, 19:00
Mi 24.6.2026, 19:00
Do 25.6.2026, 19:00
Sa 27.6.2026, 19:00
So 28.6.2026, 19:00
Mo 29.6.2026, 19:00
Do 2.7.2026, 19:00
Sa 4.7.2026, 19:00
Mo 6.7.2026, 19:00
Mi 8.7.2026, 19:00
Fr 10.7.2026, 19:00
Sa 11.7.2026, 19:00
So 12.7.2026, 19:00
Do 16.7.2026, 19:00
Fr 17.7.2026, 19:00
Sa 18.7.2026, 19:00
Di 21.7.2026, 19:00
Mi 22.7.2026, 19:00
Do 23.7.2026, 19:00
Sa 25.7.2026, 19:00 | letzte Aufführung!
Münsterplatz Open Air 2026: Leonce und Lena bewerten:
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Bewertungen & Berichte Münsterplatz Open Air 2026: Leonce und Lena
Familientheater
Emil und die Detektive
Theaterstück nach dem Roman von Erich Kästner
Eine Schultheaterproduktion der Berchenschule Konstanz, Theaterkooperation Klasse 6
Emil reist allein mit dem Zug nach Berlin, um seine Großmutter zu besuchen, er trägt dabei eine größere Geldsumme bei sich, die er sorgfältig bewachen soll. Im Zug lernt er einen freundlichen Mann kennen, doch als Emil einschläft, ist das Geld weg. Nach der Ankunft in Berlin nimmt Emil die Verfolgung des Diebes auf. Dabei trifft er auf eine Gruppe hilfsbereiter Kinder, die mit ihm einen Plan schmieden, um das Geld zurückzubekommen.
Regie Magdalene Schaefer und Stefan Förster
Mit Anka, Alessio, Lana, Hana, Darius, Volkan, Damiano, Safa, Alina, Vala, Giselle, Juri, Olti, Maximilian, Francesco, Lian, Dea, Nico, Lee und Tayler
Gefördert durch den Lions Club
Begrenzte Plätze: Zählkarten an der Theaterkasse im KulturKiosk, ggf. Restkarten am Veranstaltungstag.
Ein Häuschen am Meer! Was für ein wunderbarer Gedanke, darin zu wohnen. Allerdings haben sich Herr Goldbeutel und Herr Pfefferkorn dieses Erlebnis irgendwie anders vorgestellt. Beide haben einen Kaufvertrag für dasselbe Haus unterschrieben und bezahlt. Und stehen sich jetzt unverhofft genau dort gegenüber. Während Herr Pfefferkorn in Begleitung eines Eichhörnchens namens Badesalz mit nur einem Koffer einzieht, verbarrikadiert sich Herr Goldbeutel hinter einer Unmenge Möbel. Die Probleme sind vorprogrammiert. Wer braucht wie viel Platz? Wem gehört nun das Haus? Ist so ein friedliches Zusammenleben überhaupt denkbar? Und: Wo ist eigentlich das Meer?
Milan Gather inszeniert dieses herrlich absurde Stück mit viel Humor und Empathie. Dabei nimmt er die beiden Herren genau unter die Lupe und schaut, wie sich das Aufeinandertreffen von zwei unterschiedlichen Lebensstilen auf das jeweilige Verständnis von Besitz, Neid und Solidarität auswirkt.
Regie Milan Gather Bühne & Kostüme Phin Mindner Musik Jonas Bolle
Dramaturgie Annika Hilger
Mit Jana Alexia Rödiger, Sylvana Schneider
Termine
So 14.6.2026, 15:00
Di 16.6.2026, 10:00 | Schulvorstellung
Mi 17.6.2026, 10:00 | Schulvorstellung
In den Pfingstferien laden wir alle spielwütigen Kinder ab 7 Jahren zu unserer intensiven Theaterwerkstatt ein. Vier Tage lang – Schauspielerei und Theaterspiele! Gemeinsam entwickeln und erfinden wir spannende Geschichten, die im Rahmen einer kleinen internen Präsentation aufgeführt werden. Willkommen sind alle Schüler*innen zwischen sieben und zehn Jahren.
Ensemblemitglieder und Dramaturg*innen bringen drei zeitgenössische Theatertexte ins Café Wessenberg mit, um diese gemeinsam bei Tee und Torten zu lesen. Dabei sind Sie gefragt: Welcher Text interessiert Sie, welcher weniger?
Mit Alicia Bischoff, Florian Rummel, Sylvana Schneider
Moderation Meike Sasse
Theater Konstanz: Großes Programm in drei Spielstätten
Das Theater Konstanz ist die älteste durchgehend bespielte Bühne Deutschlands. Seit 1607 wird in dem ehemaligen Gymnasium des Jesuitenklosters Theater gespielt. Neben dem Stadttheater gibt es zwei weitere feste Spielstätten: die Spiegelhalle unten am Hafen – der Spielort für junges und experimentelles Theater, sowie die Werkstattbühne – wo das Publikum ganz nah dran ist und berührende Inszenierungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben kann. Hinzu kommt das Münsterplatz Open Air, bei dem jeden Sommer bekannte Theaterstücke, wie "Ein Sommernachtstraum" oder "Die Dreigroschenoper" auf einer Freilichtbühne vor der imposanten Kulisse des Konstanzer Münsters inszeniert werden.
Gezeigt wird im Theater Konstanz eine Mischung aus klassischem Theater und neuen Formaten. Von Kammerspiel, Schauspiel, Musical, Kinder- und Jugendstücken bis zu mobilen Theaterabenteuern wird ein breites Spektrum in allen Genres geboten. Seit der Spielzeit 2020/21 ist Karin Becker Intendantin des Theater Konstanz. Spielstätten Stadttheater (Konzilstraße 11, 78462 Konstanz) Spiegelhalle (Hafenstr. 12, 78462 Konstanz) Werkstatt (Inselgasse 2, 78462 Konstanz)