Das Haus der Kunst ist ein öffentliches Museum ohne eigene Sammlung und ein weltweit führendes Zentrum für zeitgenössische Kunst. Es ist der Untersuchung der Geschichte und der Geschichten der zeitgenössischen Kunst verpflichtet; im Mittelpunkt stehen Ausstellungen, Recherche und Wissensvermittlung.
Durch sein Programm unterstreicht das Haus der Kunst, dass die Entwicklungslinien der zeitgenössischen Kunst global und vielschichtig verlaufen und nicht durch geografische, konzeptuelle und kulturelle Grenzen einzuschränken sind.
Das Haus der Kunst schärft den Blick auf die zeitgenössische Kunst, indem es unterschiedliche Standpunkte einbezieht und ein interdisziplinäres Programm von höchster künstlerischer Qualität und kultureller Relevanz anbietet. So schafft es einen kritischen Kontext, um die historische Dimension des Zeitgenössischen zu untersuchen, zu definieren und zu vermitteln.
Buchhandlung Walther König
Telefon + 49 89 25544 498
Goldene Bar im Haus der Kunst
Telefon +49 89 54804 777
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Mo | Mi | Fr | Sa | So 10-20 Uhr
Do 10-22 Uhr
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Ausstellung
Diane Severin Nguyen. Powerless
Die vietnamesisch-amerikanische Künstlerin Diane Severin Nguyen (geb. 1990 in Kalifornien) präsentiert erstmals eine neue Werkreihe, in deren Mittelpunkt die Filminstallation Powerless steht. Eine kinetische Installation in der Mittelhalle und ein fotografisches Environment in der Südgalerie führen ihre Auseinandersetzung mit Opferrollen, Identität und der Verflechtung von Intimität und Macht fort.
Mit ihrem Hintergrund in Bildender Kunst und Politikwissenschaft untersucht Nguyen, wie persönliche Erinnerung und historisches Trauma im Kontext zeitgenössischer visueller Kultur verhandelt werden. Dabei richtet sie den Blick darauf, wie Kriegsbilder unsere alltägliche Wahrnehmung und unser heutiges Selbstverständnis prägen. Statt vor diesen Bildern und den mit ihnen verbundenen historischen Ereignissen zu fliehen, setzt sie sich damit auseinander, wie man sie durchleben kann. Zugleich hinterfragt sie die Mechanismen der Bildproduktion und entwickelt neue künstlerische Ausdrucksformen, die der Wahrheit nicht ausweichen, sondern neue Wege eröffnen, sie zu gestalten.
Die Filminstallation Powerless spielt in den bayerischen Alpen und folgt einem Kind, das gegen den Willen seiner abwesenden Mutter, deren hörbare Stimme zwischen Zärtlichkeit, Rechtfertigung und Befehl schwankt, das Haus verlässt. Über dem Kind kreist ein Hubschrauber mit einer amerikanischen Folk-Band an Bord, deren wehmütige Lieder Freiheit und Rettung romantisieren. Der Hubschrauber steht zugleich für die Zerstörung des Zuhauses und für das Versprechen einer Flucht. Als sich das Kind der Maschine nähert, überlagern sich familiäre Sehnsucht und militarisierte Perspektiven aus der Luft. Die Grenzen zwischen Fürsorge und Kontrolle verschwimmen.
Powerless beschäftigt sich mit der Frage, wie die Opferrolle zur Identitätsgrundlage wird: wie Wunden uns für uns selbst, für Institutionen und für die Geschichte lesbar machen und uns moralische Autorität verleihen, sogar bei fehlender materieller Macht. Nguyens „Dilemma des sentimentalen Blicks“ beschreibt, wie verletzliche Subjekte gleichzeitig ermutigt und bestraft werden, wenn sie ihren Schmerz zum Ausdruck bringen. Die Figur des Kindes verdichtet diese Spannungen im Bild der Unschuld: Sie wird sowohl zur Rechtfertigung des Krieges als auch zur Forderung nach dessen Beendigung herangezogen, vermag jedoch die Bedeutung der Gewalt, die sie offenlegt, nicht abschließend zu klären.
Durch am Körper getragene Kameras, Überwachungsaufnahmen und aus der Luft entstandene Bilder wird der*die Betrachter*in in dieses instabile Wahrnehmungsfeld versetzt. Der Hubschrauber erinnert an weithin verbreitete Aufnahmen von Rettungs- und Evakuierungsaktionen während des Vietnamkriegs. Zugleich steht er für eine Perspektive, aus der die Landschaft zur Karte, zur Bühne oder zum Ziel wird. Diese historischen Bezüge verweisen darauf, wie wir Krieg heute über Bildschirme erleben: Gewalt mag fern oder virtuell erscheinen, bleibt jedoch körperlich real und unumkehrbar. Technologien, die objektive Beweise versprechen, schaffen keine Gewissheit darüber, wer Verantwortung übernimmt oder Fürsorge leistet.
In der Mittelhalle schießt eine kinetische Installation wiederholt puppenhafte Figuren auf eine Bühne, wo sie sich im Laufe des Tages anhäufen. Ihr mechanischer Rhythmus spiegelt das unerbittliche Kreisen des Hubschraubers wider und hält das Spektakel zwischen Spiel und Katastrophe in der Schwebe. In der Südgalerie verwandeln mit Überwachungskameras aufgenommene Fotografien Beweisbilder in flüchtige Formen, deren Körper instabil und im Wandel begriffen sind.
Die Ausstellung führt die Auseinandersetzung unseres Programms mit Formen von Lebendigkeit („Liveness“) in der zeitgenössischen Kunst fort, insbesondere im Bereich des erweiterten bewegten Bildes. Zugleich stellt sie Bezüge zu früheren Projekten von Cyprien Gaillard, Pan Daijing und Wang Shui her. Powerless gibt außerdem einen ersten Ausblick auf einen Schwerpunkt unseres Programms für 2027: künstlerische Fotografie und Bildproduktion im Zeichen des technologischen Wandels.
Kuratiert von Xue Tan in Zusammenarbeit mit Lydia Antoniou
Die Alexander-Tutsek-Stiftung ist die Hauptförderin dieser Ausstellung.
Die Filminstallation Powerless von Diane Severin Nguyen ist gemeinsam in Auftrag gegeben von Haus der Kunst München, Hessel Museum of Art, Bard College, New York, Vega Foundation, Toronto, Alexander-Tutsek-Stiftung, München, LUMA Foundation und Chisenhale Gallery, London.
Der Film wurde von if…Productions Film GmbH produziert.
Produktionsdesign: Renate Schmaderer
Produktionsdesign-Team: Luzi Speth, Lukas Katholik, Yuki Tobiyama
Kamera: Nikolai Huber
Musik & Sounddesign: Laszlo Horvath
Kostüm: Katrin Bobek
Produzenten: Ingo Fliess & Jonas Egert
Produktionsleiterin: Luzie Lohmeyer
Darsteller*innen: Emilie Khanuengnit Phalamat, Laszlo Horvath, Janine Gierszewsky, Leona Grundig, Peter Thoma & Yuki Tobiyama
Termine
Fr 20.11.2026 | Ausstellungseröffnung
Fr 20.11.2026 - So 16.5.2027
Ort
Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
D-80538 München
Tomás Saraceno (geb. 1973, San Miguel de Tucumán, Argentinien) verbindet Kunst, Architektur und Wissenschaft miteinander, um mögliche ökosoziale Zukunftsvisionen zu entwerfen. Die Ausstellung präsentiert seine zentralen Forschungsprojekte Aerocene und Arachnophilia sowie eine neue, gemeinsam produzierte Auftragsarbeit, die gemeinsam mit Indigenen Gemeinschaften von Red Atacama aus Las Salinas Grandes im Norden Argentiniens entwickelt worden ist. Deren fortwährender Kampf gegen den Lithiumabbau und die damit verbundene Beeinträchtigung der lebenswichtigen Wasserkreisläufe in der Region bilden den Ausgangspunkt für ein Kunstwerk, das sich über die Grenzen des Ausstellungsraums hinaus erstreckt.
Im Haus der Kunst materialisieren sich diese Ideen in Gestalt von Luft-Skulpturen, Habitaten für verschiedenste Spezies und Environments, die neue Arten von Aufmerksamkeit erfordern. Gemeinsam bieten die Arbeiten eine Plattform, um die Formen der Koexistenz von Menschen und nicht-menschlichen Wesen neu zu überdenken. Sie geben zugleich Anstoß für einen breiteren Dialog über die ökologischen und die sozialen Kräfte, welche die globale Energiewende prägen.
Unter Beteiligung zahlreicher Mitwirkender, die die Installationen und das Programm gestalten, verwandelt die Ausstellung das Gebäude in einen Raum für planetarische Resonanz. Sie lädt dazu ein, das Haus auf eine andere Art zu erleben. Im Dialog mit weiteren Programmen zeigt sie neue Wege auf, wie wir die verflochtenen Systeme, die uns erhalten, wahrnehmen, uns vorstellen und in ihnen leben können.
Kuratiert von Sarah Johanna Theurer und Andrea Lissoni
Mit Unterstützung von Aditi Kapoor
Die Ausstellung wird großzügig unterstützt von Sergio Linhares und Stefan Vilsmeier.
Brainlab ist Ausstellungspartner von „Tomás Saraceno. Verwobene Welten“
Besuch mit Hunden
Die Ausstellung „Tomás Saraceno. Verwobene Welten“ zeigt Kunstwerke für Hunde, die deren besonderes Riechvermögen anspricht. Während der Sommermonate, vom 16.7. bis 13.9.2026, laden wir erstmals Hundebesitzer*innen ein, einen Raum der Ausstellung mit ihrem Hund kostenfrei zu besuchen.
Bademode zu „The Sanctuary of Water“
Mit dem Kauf der Bademode unterstützen Sie direkt die 11 indigenen Gemeinschaften von Red Atacama und den Bau des „Sanctuary of Water“, das von ihnen aus Salz und Wasser errichtet wird und sich wie eine Apacheta erhebt: gemeinsam, Stein für Stein, als Opfergabe an Pachamama.
Die Motive auf diesem Badeanzug, die aus den Gewässern von Hanan Pacha stammen, der Welt dort oben, wo Himmel und Sterne aufeinandertreffen, wurden ursprünglich von Kindern aus den indigenen Gemeinschaften am Himmel über den Salinas Grandes im Norden Argentiniens erdacht, die dieses artenreiche Ökosystem seit Jahrtausenden bewohnen und bewahren. Im Streben nach gerechteren Kreisläufen von Wasser, Erinnerung und Leben entstanden die Zeichnungen im Rahmen von „Fairclouds“, einer Initiative für ökosoziale Gerechtigkeit, die Menschen weltweit mit dem Kampf der Gemeinschaften um den Schutz des Wassers verbindet.
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Ausstellung
Tao Schirrmachers Sammlung. Eisbach Treasures
Seit 2008 taucht Tao Schirrmacher, Europameister im Flusssurfen, auf den Grund des Münchner Eisbachs hinab, um verlorene Gegenstände ans Licht zu bringen. Was mit einem wertvollen -Goldring begann, ist seitdem zu einer beeindruckenden Sammlung von Fundstücken und Artefakten angewachsen: Schmuck, Autoschlüssel, Uhren, Patronen und Luftpistolen aus dem Zweiten Weltkrieg, Devotionalien, Werkzeuge, Telefone, Fotoapparate, Filmaufnahmen und vieles mehr.
Wie die Gegenstände selbst, scheinen auch ihre Geschichten versunken und vergessen, tief unter der Oberfläche verborgen. Doch nicht ihr materieller, sondern ihr emotionaler und historischer Wert macht sie bedeutsam. Ein Gegenstand wird wertvoll, weil er Erinnerungen in sich birgt, Geschichten erzählt und Beziehungen zu Menschen, Orten, Erlebnissen oder besonderen Momenten herstellt. Die Präsentation dieser Sammlung entstand aus dem Wunsch heraus, diesen Objekten ihre Geschichten zurückzugeben – oder neue über sie zu erzählen. Die Ausstellung schafft weitere Verbindungen und Assoziationen zwischen dem Haus der Kunst, dem Eisbach und dem Englischen Garten.
Kuratiert von Sabine Brantl
(Bild: Tao Schirrmachers Sammlung. Eisbach Treasures
Foto: Tao Schirrmacher )
Dauer
Fr 26.6.2026 - So 7.2.2027
Ort
Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
D-80538 München
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Ausstellung
Maria VMier.
I follow the wind through the stone
Im Rahmen des jährlichen Auftragsprojekts im Haus der Kunst untersucht der*die in New York lebende Künstler*in Maria VMier (geb. 1985 in Passau, Deutschland) die Beziehung zwischen Individuum und Erinnerung, Architektur und Materialität. Der*die Künstler*in verfolgt einen achtsamen Ansatz ortsspezifischer Praxis, der verborgene Geschichten ans Licht bringt und neue Perspektiven auf das Lernen und Verlernen eröffnet.
Durch Gespräche mit Mitarbeiter*innen am Haus der Kunst sammelte VMier Geschichten, Routinen und Beobachtungen, die persönliche und kollektive Verbindungen zum Gebäude offenbarten. Manche entstanden im Laufe weniger Jahre, andere über Jahrzehnte hinweg. Die daraus resultierende dreiteilige Installation ist als Reise in das Innenleben einer Kunstinstitution konzipiert, insbesondere in jene Bereiche, die für die Öffentlichkeit unsichtbar und unzugänglich bleiben – und erkundet die Institution praktisch von innen heraus.
Die erste Installation befindet sich am Personaleingang an der Rückseite des Gebäudes. Die verwitterten Metallbuchstaben, die einst an der Fassade des Gebäudes standen (2012–2020), wurden im Innenbereich in einer neuen Anordnung wieder zusammengesetzt. Nachdem sie nicht mehr die Identität des Haus der Kunst repräsentieren, ergeben sie nun einen spielerischen und poetischen Ausdruck: „Bauch der Kunst“. Das Werk lehnt an den Wänden eines Durchgangs, der täglich von Mitarbeiter*innen und Lieferant*innen genutzt wird, und hebt damit einen wesentlichen Teil von Kunstinstitutionen hervor: die Menschen, die den Raum am Leben erhalten und die Werke der Künstler*innen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Diese Arbeit kann während Open Haus, jeden letzten Freitag im Monat von 16 bis 22 Uhr, besichtigt werden.
Zwei große Zeicheninstallationen bilden den Kern des Projekts und befinden sich in der Passage, einem neuen Raum für Einzelprojekte, der an das Auditorium angrenzt und früher Teil der historischen Südgalerie war. Die dichten Farbfelder, mit Tinte und Acryl ausgeführt, basieren auf Frottagen, die mit Graphit und Pigment von den roten Marmorböden in den Fluren angefertigt wurden. Die Arbeiten erfassen das Gebäude somit als fühlbares Archiv, wobei die geschichteten Kompositionen architektonische Beschaffenheiten auf ein Feld aus Abdrücken und Bewegung übertragen. Die Installationen entfalten sich als physische und zeitliche Begegnung und reagieren auf die Symmetrie des Raums, indem sie sich über die Passage erstrecken. Für VMier wird das Zeichnen zu einer Möglichkeit, die massiven Steinmaterialien sichtbar zu machen und die Institution als Ort angesammelter Spuren, Gesten und materieller Erinnerung neu zu denken.
Eine neue Serie kleiner Skulpturen aus Aluminiumguss wird in die bestehenden Öffnungen der Marmorsäulen und Wandflächen der Mittelhalle sowie der Eingangsbereiche eingefügt. Die Arbeiten sind inspiriert von Fossilien von Seerosen, die im Saalburger Marmor eingebettet sind – einem Material, das gewählt wurde, um der Halle Erhabenheit zu verleihen, während sie in den 1930er Jahren für nationalsozialistische Propaganda genutzt wurde. Aus Ecken und Spalten hervorbrechend, erscheinen die Skulpturen als geisterhafte Formen, die zwischen Gesichtszügen und organischem Wachstum schweben. Diese subtilen Ausbrüche des Widerstands führen andere Präsenzen in das monumentale Interieur ein und untergraben dessen architektonische und historische Autorität von innen heraus. In Erweiterung dieser Fokussierung auf übersehene architektonische Details dokumentiert ein Künstler*innenbuch, das in Zusammenarbeit mit VMiers langjährigem Kollaborationspartner The New York Board of Taste entstanden ist, die von dem*der Künstler*in im gesamten öffentlichen Raum identifizierten Öffnungen und Spalten. Demnächst erhältlich in der Buchhandlung Walther König im Haus der Kunst.
Seit 2021 vergibt Haus der Kunst ortsspezifische Aufträge an Künstler*innen für den Personal Eingang und darüber hinaus.
Die Initiative entstand während der Pandemie, um dem Team beim täglichen Betreten des Hauses einen Moment der Inspiration zu bieten und zugleich Künstler*innen aus München und der Region in einem wichtigen Moment ihrer künstlerischen Entwicklung zu begleiten. Seither wurden jährlich ortsspezifische Projekte von Cyrill Lachauer, Jan Erbelding, Paul Valentin, Luisa Baldhuber, und Gülbin Ünlü realisiert.
Kuratiert von Xue Tan
Das Auftragsprojekt von Maria VMier wird großzügig unterstützt von Sabine und Thomas Bachmaier.
Besuchszeiten der Installationen:
Mittelhalle und Passage (angrenzend an das Auditorium): Mi – Mo, 10 – 20 Uhr
Personaleingang: Nur während Open Haus, jeden letzten Freitag, 16 – 22 Uhr
(Bild: Maria VMier, linking one to the other, holding their difference [∞], 2024-25,
Pigmentierte Kalligraphietinte, Tusche, Pigmente, Graphit, Vinyl und Acryl auf Butcher Paper, 500 × 355 cm; Foto: Maria VMier
Dauer
Fr 26.6.2026 - So 7.2.2027
Ort
Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
D-80538 München
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Ausstellung
Steina: Playback
„Steina: Playback“ ist die erste Retrospektive von Steina (geb. 1940, Reykjavík, Island) in Deutschland, einer Wegbereiterin der Video- und Medienkunst. Als klassisch ausgebildete Violinistin wandte sie sich Ende der 1960er-Jahre dem Medium Video zu und näherte sich ihm mit musikalischer Sensibilität. In ihrer Praxis erzeugt sie Bilder durch Klang und umgekehrt. Video wird zur Schwingung, zu einem Strom, der einzelne Elemente in erfahrbare Umgebungen verwandelt. Steina bringt Rhythmus und Resonanz in ihre elektronischen Experimente ein und behandelt das Signal als ein Medium, das die Wahrnehmung in etwas Veränderliches und Lebendiges transformiert.
Von den frühen dokumentarischen Experimenten bis hin zu raumgreifenden Mehrkanal-Installationen bezeugt die Ausstellung Steinas lebenslanges Streben nach dem, was sie als „maschinelles Sehen“ bezeichnet: eine spielerische, nicht anthropozentrische Perspektive, die die Wahrnehmung über die Grenzen des Menschlichen hinaus erweitert. Ihre Praxis verlagerte sich von den Landschaften Islands in die experimentellen Infrastrukturen von New York und Buffalo. Heute werden ihre Arbeiten in den wichtigsten Institutionen der Medienkunst in ganz Europa gezeigt.
„Playback“ steht in Resonanz mit unserem weiteren Programm, das generationsübergreifend ausgerichtet ist und bei dem Klang und Musik ein polyfones Rückgrat der Ausstellungsgestaltung bilden. Steinas Environments entfalten sich wie Partituren: Stimmen brechen in Loops, Bilder dehnen sich in rhythmischen Intervallen aus, und Landschaften schwingen kontrapunktisch mit. Jedes Werk komponiert sich gleichsam selbst in Abhängigkeit von seinem Beziehungsgeflecht – es verändert sich, wird fragmentiert und polyfon. Steinas Werke bleiben stets offen, sind nie abgeschlossen und tragen ihren Rhythmus weiter wie Echos in einer fortlaufenden Partitur, in der Kunst und Wahrnehmung lauschen, sich anpassen und ständig neu orchestriert werden.
Die Ausstellung wird vom MIT List Visual Arts Center in Zusammenarbeit mit dem Buffalo AKG Art Museum organisiert. Sie wird co-kuratiert von Natalie Bell, MIT List Visual Arts Center, und Helga Christoffersen, Buffalo AKG Art Museum. Die koordinierenden Kuratorinnen im Haus der Kunst sind Lydia Antoniou und Marlene Mützel.
(Bild: Steina: Summer Salt, 1982 (still)
Einzelkanal-Video mit Ton; 19:10 min., Courtesy the artist and BERG Contemporary, Reykjavík)
Dauer
Fr 12.6.2026 - Mo 7.12.2026
Ort
Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
D-80538 München
Die „Ausstellung der Ausstellungen“ an den Wänden des Südosttreppenhauses ergänzt und setzt die Historische Dokumentation in der Archiv Galerie fort. Als begehbare Chronik konzipiert, bietet sie den Besucher*innen einen umfassenden Überblick über die Ausstellungen seit den 1990er Jahren und lädt dazu ein, den Wandel des Haus der Kunst zu einem wichtigen globalen Zentrum für zeitgenössische Kunst mitzuerleben.
Die Stiftung Haus der Kunst München, gemeinnützige Betriebsgesellschaft mbH wurde 1992 gegründet und arbeitet nach einem Modell öffentlicher und privater Finanzierung. Bis heute hat das Haus der Kunst über 300 Ausstellungen organisiert, darunter zahlreiche bedeutende Projekte mit Künstler*innen, die einen nachhaltigen Veränderungsprozess angestoßen haben. Diese Projekte führten zu veränderten Perspektiven auf die Kunstgeschichte, innovativen kuratorischen Ansätzen und ambitionierten Ausstellungskonzepten, die sowohl inhaltlich als auch formal erweitert und neu gedacht wurden.
Diese Chronik entstand im Rahmen einer kontinuierlichen Archivierungsarbeit, die die Geschichte und die künstlerischen Programme des Haus der Kunst dokumentiert. Sie bildet die Grundlage für eine vielschichtige Reflexion, die über die Geschichte der eigenen Institution hinausgeht und eine kritische Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart ermöglicht, um den Blick für die Zukunft zu öffnen.
Kuratiert von Sabine Brantl
Grafische Gestaltung: Jean-Pierre Meier, Bureau Borsche
Dauer
Mo 23.12.2024 - Do 31.12.2026
Ort
Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
D-80538 München
Das Haus der Kunst ist ein öffentliches Museum ohne eigene Sammlung und ein weltweit führendes Zentrum für zeitgenössische Kunst. Es ist der Untersuchung der Geschichte und der Geschichten der zeitgenössischen Kunst verpflichtet; im Mittelpunkt stehen Ausstellungen, Recherche und Wissensvermittlung.
Durch sein Programm unterstreicht das Haus der Kunst, dass die Entwicklungslinien der zeitgenössischen Kunst global und vielschichtig verlaufen und nicht durch geografische, konzeptuelle und kulturelle Grenzen einzuschränken sind.
Das Haus der Kunst schärft den Blick auf die zeitgenössische Kunst, indem es unterschiedliche Standpunkte einbezieht und ein interdisziplinäres Programm von höchster künstlerischer Qualität und kultureller Relevanz anbietet. So schafft es einen kritischen Kontext, um die historische Dimension des Zeitgenössischen zu untersuchen, zu definieren und zu vermitteln.
Buchhandlung Walther König
Telefon + 49 89 25544 498
Goldene Bar im Haus der Kunst
Telefon +49 89 54804 777
Öffnungszeiten:
Mo | Mi | Fr | Sa | So 10-20 Uhr
Do 10-22 Uhr
Di geschlossen
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Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
D-80538 München